Emotionen vs. Körper
Abb: trading psychology meditation
Die meisten Menschen neigen dazu, Gefühle seien Reaktionen auf Ereignisse oder Handlungen. Das würde also heißen, etwas passiert, und Ihr Gehirn arbeitet die emotionale Reaktion aus – Trauer Wut Glück usw. Dann sagt das Gehirn dem Körper, wie er reagieren soll – sich zusammenreißen, Blut zu pumpen, die Atemfrequenz zu erhöhen usw.
William James war einer der Ersten, der postuliert hat, dass wahre Kausalität wohl tatsächlich vom Körper zum Gehirn fließen kann. Aus James´ Sicht schätzt das Gehirn die Situation so schnell ein, dass wir keine Zeit haben, uns bewusst zu werden, wie wir uns eigentlich fühlen sollen. Stattdessen überprüft das Gehirn den Körper nimmt Ergebnisse auf (d.h. schwitzende Haut, höhere Herzschlag usw.) und schließt dann auf die Emotion, die den physischen Signalen entspricht, die der Körper erzeugt hat.
Wenn Sie das selbst ausprobieren möchten, versuchen Sie, das Gesicht zu machen, das dem Gefühl entspricht, das Sie erleben wollen. Versuchen Sie beispielsweise zu lächeln. Wenn Sie mit einem Lächeln dasitzen und sich auf Ihr Lächeln konzentrieren, dann dürften Sie sehr schnell die positiven Gefühle spüren, die ein Lächeln mit sich bringt.
Laut Gilbert und Gill sind wir Realisten des Augenblickes. Das bedeutet, dass wir dazu tendieren, unserer ersten emotionalen Reaktion zu vertrauen und die so entstandene ursprüngliche Meinung „erst später gelegentlich und mit größter Anstrengung“ korrigieren. Wenn wir z.B. mit dem Fuß gegen einen Felsen stoßen oder mit dem Kopf gegen die Stange schlagen verfluchen wir den Gegenstand, obwohl er kaum etwas hätte beitragen können, um uns vor unseren Fehler zu schützen.
Selbstbeherrschung
Leider lässt eine große Anzahl von Forschungsergebnissen darauf schließen, dass unsere Fähigkeit, mithilfe von Selbstbeherrschung, den kognitiven Vorgang derart zu beeinflussen, sich gegen unsere emotionalen Reaktionen durchsetzen zu können, begrenzt ist. Jede Selbstbeherrschungsbemühung verringert die zur Verfügung stehende Energie für spätere Bemühungen dieser Art.
Ergebnisse: 1. In einer emotionalen Notlage tendieren Menschen dazu, Möglichkeiten mit einem hohen Risiko und einer großen Belohnung zu wählen, auch wenn diese objektiv einer schlechtere Wahl sind. Dies scheint auf ein Versagen der Denkfähigkeit zurückzuführen zu sein, das durch die emotionale Notlage ausgelöst wurde.
2. Wenn die Selbstachtung bedroht ist, ärgern sich Menschen und verlieren die Fähigkeit sich selbst zu steuern. Insbesondere Menschen mit einen hohen Meinung von sich selbst, ärgern sich oft als Reaktion auf einen Angriff auf ihren Stolz. Um zu beweisen, wie großartig sie sind, vernachlässigen sie die normale und rationale Art und Weise, das Leben zu bewältigen. Wenn die Selbststeuerung versagt, können sich Menschen auf verschiedenen Weise so verhalten, dass sich ihre eigentlichen Absichten zunichte gemacht werden, indem sie beispielsweise versuchen, eine Befriedigung sofort und nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erhalten. Die Selbststeuerung scheint nur von beschränkt verfügbaren Mittel abzuhängen, ähnlichen wie bei Stärke und Energie, weshalb sich Menschen nur bis zu einem bestimmten Grad steuern können.
3. Eine Wahl oder Entscheidung zu treffen führt dazu, dass diese Mittel verbraucht werden. Wenn die Mittel beispielsweise nach einer Reihe wichtiger Entscheidungen verbraucht sind, wird das Selbst müde und leer und die späteren Entscheidungen können sehr wohl kostspielig oder unsinnig sein.
4. Das Zugehörigkeitsbedürfnis ist ein zentrales Merkmal der Motive der Menschen und wenn die Befriedigungen dieses Bedürfnisses dadurch verhindert werden, dass wir von anderen Menschen nicht akzeptiert werden, hört der Mensch auf richtig zu funktionieren. Die Zahl irrationaler und die, eigentlichen Absichten, zunichtemachender Handlungen nimmt nach einer Ablehnung zu.
Herdentier-Effekt
Konträre Strategien bedeuten für den Anleger, sich sozialem Schmerz auszusetzen. Um eine solche Strategie umsetzen zu können, würde man die Aktien kaufen, die alle anderen verkaufen und man würde die Aktien verkaufen, die alle anderen kaufen. Das ist sozialer Schmerz. Die Umsetzung einer solchen Strategie wäre so, als ob man sich ständig den Arm brechen würde – das macht keinen Spaß.
„Zu kaufen, wenn andere verzweifelt verkaufen und zu verkaufen, wenn andere gierig sind zu kaufen, erfordert größte innere Stärker und mach sich am meisten bezahlt“ Sir Templeton
Menschliche Natur
Diese Voreingenommenheiten gelten für mich, für sie und für alle anderen auch Seien Sie sich Ihrer Meinung nicht so sicher, besonders, wenn es sich um eine Vorhersage handelt. Sie wissen weniger, als die zu wissen meinen Versuchen Sie sich auf die Tatsachen zu konzentrieren nicht auf die Storys. Mehr Information bedeutet nicht bessere Informationen Hören Sie auf die, die nicht Ihrer Meinung sind. Schauen Sie sich Ihrer Fehler an, sie sind nicht nur Pech Sie haben es nicht die ganze Zeit gewusst, Sie meinten nur es zu wissen Beurteilen Sie die Dinge danach, wie statistisch wahrscheinlich sie sind, nicht wie sie zu sein scheinen Große und beeindruckende Ereignisse, an die man sich gut erinnern kann, sind weniger wichtig, als man meint Verwechseln Sie nicht gute Firmen nicht mit guten Anlagen, oder ein gutes Gewinnwachstum mit einer guten Rendite Nehmen Sie Informationen nicht für bare Münze, rekapitulieren Sie genau, wie sie Ihnen dargeboten wurden. Was sind Sie bereit zu zahlen, damit ein unerwünschter Zustand nicht und dafür ein gewünschter Zustand eintrifft? Verkaufen Sie die verlustbringenden Anlagen und behalten Sie die gewinnbringenden Anlagen
Bias #1: Überoptimismus
Ich weiß es besser, weil ich mehr weiß
3 Fragen: Sind Sie ein guter Autofahrer? Sind Sie gut in Ihrem Beruf? Sind Sie ein guter Liebhaber?
Bei unzähligen Befragungen, hat bisher nur ein Mann zugegeben kein guter Liebhaber zu sein. Dies weißt auf den Kern der zwei häufigsten Voreingenommenheiten, auf die wir stießen – Überoptimismus und übersteigertes Selbstvertrauen. Dies geht auf die Illusion von Kontrolle und die Illusion von Wissen zurück.
Die Illusion des Wissens: Mehr Informationen sind nicht bessere Informationen
Die Illusion des Wissens bedeutet, dass die Menschen häufig meinen, dass die Richtigkeit ihrer Prognosen bei mehr Information zunimmt. „Das größte Hindernis für Entdeckungen ist nicht fehlendes Wissen, sondern die Illusion des Wissens“ Mehr Informationen sind nicht notwendigerweise bessere Informationen. Worauf es ankommt, ist was sie aus diesen Informationen machen, nicht, wie viel Sie davon haben.
Buchmacherexperiment (8 Buchmacher machen Prognosen) zeigt, dass die Richtigkeit (Trefferquote) eine ziemlich flach verlaufende Linie ist, ohne Rücksicht auf den Umfang der Daten zur Bewertung, die den Buchmachern zur Verfügung standen.
Die Zuversicht der Buchmacher nahm aber bei einer höheren Zahl an Daten zu. Bei fünf Daten waren die Richtigkeit und die Zuversicht eng miteinander verbunden. Als jedoch 40 unterschiedlichen Daten angegeben wurde, belief sich die Richtigkeit immer noch auf 15 % doch die Zuversicht war über 30 % gestiegen.
Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass professionelle Anleger ebenso wie Buchmacher im Allgemeinen viel zu zuversichtlich sind. „Die Experten mögen zwar mehr wissen, als die Nichtexperten, doch es ist auch wahrscheinlicher, dass sie noch überzuversichtlicher sind als die Nichtexperten.“
Illusion: Kontrolle
Die Illusion der Kontrolle bezieht sich auf die Meinung, das Ergebnis unkontrollierbarer Ereignisse beeinflussen zu können. Menschen zahlen beispielsweise vierundeinhalb Mal mehr für ein Lotterielos, das Zahlen enthält, die sie selbst wählen, als für eine Zufallsauswahl der Zahlen. Die Menschen akzeptieren eine Wette auf den Wurf einer Münze eher vor deren Wurf, wenn das Ergebnis noch nicht feststeht, als danach, als ob sie beeinflussen könnten wie oft sich die Münze in der Luft dreht. Auch hier spielen Informationen eine Rolle. Je mehr Informationen man hat, desto stärker tendiert man dazu zu glauben, dass alles unter Kontrolle ist.
Bias #2: Kraft vs. Bedeutung
Groß ist ungleich wichtig
Jede Information kann nach zwei Kriterien beurteilt werden – nach Kraft und nach Bedeutung. Eine Verwechslung dieser beiden Kriterien kann leicht zu Über- Unterreaktion führen. Nehmen wir zum Beispiel an, Sie haben mit einem Bewerber ein Einstellungsgespräch, das voll mit glühenden Bekundungen der Fähigkeiten des Bewerbers in fast allen Lebensbereichen ist. Zu dumm, dass das Schreiben von der Mutter des Kandidaten verfasst wurde.
Die Kraft der Information ist das hohe Maß der hoch gelobten Charakterzüge. Die Bedeutung dieser Information ist sehr gering, weil der Briefschreiber eine Quelle ist, die stark voreingenommen ist.
Bias #3: Bestätigung
Zeig mir was ich sehen will
Wir haben die sehr schlechte Angewohnheit, nach Informationen zu suchen, die uns zusagen. Dieses Verlangen nach bestätigenden Infos heißt Bestätigungstendenz. Als Karl Popper seine , als überprüfen, sei eine Hypothese aufzustellen und dann den restlichen Tag damit zu verbringen, alle Infos zu sammeln, die mit der Hypothese nicht zu vereinbaren sind. Wir neigen dazu uns eine Meinung zu bilden und den restlichen Tag damit zu verbringen alle Infos zu suchen, die uns Recht geben.
Unsere natürliche Tendenz ist es, den Menschen zuzuhören, die unserer Meinung sind. Wir hören es gern, wenn andere unsere Meinung bestätigen. Wir bekommen dann dieses warme, unbestimmte Gefühl der Zufriedenheit. Leider ist dies nicht die beste Art Entscheidungen zu treffen. Stattdessen sollten wir auf die hören, die am wenigstens mit uns übereinstimmen. Nicht damit wir unsere Meinung ändern, sondern damit wir die entgegen gesetzte Meinung kennenlernen. Wir sollten nach dem logischen Fehler in der entgegen gesetzten Meinung suchen. Wenn wir so einen Fehler nicht finden können, dann sollten wir nicht so überzeugt an unserer Meinung festhalten, wie wir es wahrscheinlich tun.
Ein zusätzliches Problem bei dem Versuch diesen Weg einzuschlagen ist, dass wir oft unter dem Hostile Media Bias leiden. Wir suchen also nicht nach Infos, die uns zusagen, sondern tendieren zusätzlich dazu, die Quellen von Informationen, die unserer Meinung widersprechen als voreingenommen zu betrachten!
Bias #4: Selbstzuschreibung
Kopf war können, Zahl war Pech
Unsere Selbstachtung ist ziemlich anfällig und einer der wichtigsten Mechanismen zum Schutz unser Selbstschild ist die Neigung zur Selbstzuschreibung. Darunter versteht man die Tendenz, gute Ergebnisse seien Können und schlechte Ergebnisse scheinen Pech zu sein. Das ist eine der wichtigsten Beschränkungen, auf die der Anleger treffen dürfte. Dieser Mechanismus hindert uns daran, Fehler einzugestehen und verhindert auch oft, dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.
Bias #5: Rückschau-Fehler
Das habe ich mir gleich gedacht.
Eine der gefährlichsten Voreingenommenheiten, auf die wir in der Verhaltenpsychologie treffen, ist der Rückschaufehler. Das bezieht sich darauf, dass wir uns, nachdem etwas geschehen ist, sicher sind, es vorher gewusst zu haben. Wenn alle meinen, die Vergangenheit vorhersagen zu können, dürften sich natürlich auch sicher sein, die Zukunft vorhersagen zu können. Die Rückschau ist daher einer der dynamischsten Antriebe der Überschätzung der Richtigkeit des eigenen Urteils. Wie ich bereits erwähnte, ist die Rückschau einer der gefährlichsten Tendenzen, wenn man Verhaltenspsychologie lehrt, denn die Gefahr besteht, dass man sich, nachdem man das gelesen hat: “Na das war interessant… aber das habe ich mir gleich gedacht.“
Bias #6: Verankerung
Das irrelevante hat Wert als Signal
Wenn wir uns mit Ungewissheit konfrontiert sehen, neigen wir dazu, uns als Krücke an das Irrelevante zu klammern. Die Aufnahme von Irrelevanten erfolgt oft unbewusst.
Ein Beispiel betrifft die Lösung der Fakultät der Zahl acht(8). Sie wird den Teilnehmern auf zwei verschiedenen Arten vorgelegt als: 1x2x3x4x5x6x7x8 oder als 8x7x6x5x4x3x2x1. Die durchschnittliche Antwort nach dem ersten Lösungsweg war 512, die durchschnittliche Antwort nach dem zweiten Lösungsweg war 2250. Bei der Lösungsbildung scheinen die Personen sich also nur auf die anfänglichen Zahlen zu konzentrieren. Übrigens lautet die Antwort 40320.
Ein weiteres Beispiel von Verankerung zeigt, dass Immobilienmakler an Verankerung leiden, wenn sie die Preise von Häusern bestimmen. Sie gingen mit zwei Gruppen von Immobilienmaklern zum selben Haus und gaben ihnen die genau gleichen Infos, außer dass der ursprüngliche Listenpreis der Immobilie für jede Gruppe anders war. Sie wurden gebeten verschiedene Preise anzugeben. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen betrug im Durchschnitt mehr als 12 %, obwohl Sie dasselbe Haus schauten. Abb. 2.6 S. 67
Bias #7: Repräsentativität
Ich kann mir danach, wie etwas aussieht, ein Urteil bilden
Die Repräsentativität wird oft in Anlagen angewendet. Meinen Anleger beispielsweise, dass gute Unternehmen gute Investitionen machen? Falls ja, dann ist das möglich ein Beispiel für Repräsentativität.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Analysten zweimal der Repräsentativität ausgesetzt sind. Erstens wird vorhergesagt, dass Unternehmen, die in den fünf Jahren zuvor ein hohes Wachstum erzielten, auch in den nächsten Jahren weiterhin ein sehr hohes Wachstum der Gewinne verzeichnen werden. Die Analysten schauen sich also die Entwicklung der Unternehmen in der Vergangenheit an und sagen dieses wird sich auch weiterhin großartig entwickeln oder dieses Unternehmen ist schlecht und bleibt weiter schlecht.
Zweitens verstehen Analysten nicht, dass das Gewinnwachstum in einem Zeitraum von fünf Jahren sehr wahrscheinlich zum langfristigen Durchschnittssatz zurückkehren wird, statt sich weiter davon zu entfernen. Die Grundrate für eine derartige Rückkehr ist sehr hoch.
Vorgenommenheit Nr.8 Ich habe das anders in Erinnerung
Unsere Gehirne sind weder Supercomputer noch gute Aktenschränke. Sie ähneln eher Haftzetteln, die in den Papierkorb geworfen werden, die wir dann auseinanderzufalten und zu lesen zu versuchen! Doch wir halten unser Gedächtnis für vollkommen wie farbige Postkarten. Die psychologisch gesehene Wahrheit ist, dass das Gedächtnis ein mentaler Vorgang ist. Was darin Eingang findet, ist die Wahrheit doch das ist nicht das Einzige, was Eingang findet, es ist auch nicht das Wichtigste. Im Allgemeinen erinnern sich die Leute eher an lebendige, weit verbreitete oder aktuellere Infos.
Die Wirkung der Aktualität wird dadurch verstärkt, dass sich die Menschen gerne auf ihren eigenen Erfahrungen verlassen und weniger auf die Statistiken oder die Erfahrungen anderer.
Unmittelbar erfahrene Infos lösen emotionale Reaktionen aus, was indirekt erhaltene Infos nicht tun. „Wenn die Menschen anhand ihrer unmittelbarer Erfahrungen die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen abschätzen werden sie wahrscheinlich den unwahrscheinlichen Ereignissen, die ihnen passiert sind, mehr Bedeutung beimessen und die Bedeutung der Ereignisse, die sie nur mittelbar erfahren haben, unterschätzten.
Die persönliche Erfahrung wird doppelt so stark gewichtet wie mittelbar erhaltene Erfahrungen. All das bedeutet, dass die Erfahrungen der Anleger ein wichtiger Bestimmungsfaktor für ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit sind.
Die emotionale Wirkung von Infos spielt auch eine Rolle. Als z.B. gefragt wurde, was in den USA die wahrscheinlichere Todesursache sei, Angriffe von Haifischen oder Blitze, entschieden sich viele für Angriffe von Haien. Warum? Weil man sich an Haiattacken leicht erinnert und weil sie für das Gedächtnis leicht abrufbar sind. Tatsächlich sind die Chancen 30 Mal höher, von einem Blitz als von einem Hai getötet zu werden.
Bias #9: Framing
Wenn sie sagen, dass es so ist, dann muss es wohl stimmen
Jeder ordentliche Meinungsforscher kann genau die gewünschte Antwort herausziehen, indem er einfach die Frage in verschiedenen Rahmen stellt.
Enge Rahmung: Stellen Sie sich vor, Sie bereiten sich auf den Ausbruch einer ungewöhnlichen asiatischen Krankheit vor, die etwas 600 Menschen töten soll. Zwei verschiedene Optionen zur Bekämpfung der Krankheit wurden vorgeschlagen:
Bei Durchführung von Option A werden 200 Menschen gerettet. Bei Durchführung von Option B besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33 %, dass 600 Menschen gerettet werden und eine Wahrscheinlichkeit von 66% dass keiner von den 600 gerettet wird.
Für welche Option wären Sie?
Als Kahnemann und Tversky diese Frage stellten, fanden sie heraus, das 72 % der Befragten für Option A waren. Gleiche Aufgabe bei folgendem Ergebnis:
Wenn Option C durchgeführt wird sterben 400. Wenn Option D durchgeführt wird, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33 %, das niemand stirbt und eine Wahrscheinlichkeit von 66%, dass 600 sterben werden.
Man fand heraus, dass nur 22 % der Befragten Option C den Vorzug gaben. Der kluge Leser stellt fest, dass Option A und C dieselbe und dass Option B und D dieselbe sind. Die Art und Weise wie die Frage präsentiert wurde, verursachte jedoch diese merkwürdige Präferenzumkehr.
Die Wichtigkeit des Rahmens ist wahrscheinlich auf die Grenzen der Erkenntnisfähigkeit zurückzuführen. Unser Gehirn kann nur begrenzt Infos verarbeiten. Wir leiden insbesondere an etwas, das man Unaufmerksamkeitsblindheit nennt. Unaufmerksamkeitsblindheit ist ein Phänomen, bei dem die Menschen Reize die vor ihren Augen erscheinen, dann nicht wahrnehmen, wenn sie mit einer Aufgabe beschäftigt sind, die viel Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt.
Bias #10: Verlustaversion
Ein Verlust ist erst dann ein Verlust, wenn ich ihn mache
Stellen Sie sich vor, Sie hätten vor einigen Jahren eine Flasche Wein für 15 € gehabt. Der Wein ist jetzt stark im Preis gestiegen, sodass eine Flasche in einer Auktion mehr als 150 € bringen würde. Die häufigste Antwort ist auf beide Fragen ein klares Nein. Wenn man in dieser Situation ist, ist man im Allgemeinen nicht bereit, den Wein zu kaufen oder zu verkaufen.
Die Handlungsträgheit ist bekannt als Status quo Bias. Es ist auch ein Beispiel für den Besitztumseffekt. Einfach gesagt, bedeutet der Besitztumseffekt, dass man etwas, sobald man es besitzt, einen höheren Wert zuschreibt, als andere es tun würden.
Der Besitztumseffekt ist das Widerstreben der Besitzer, sich von ihrem Besitz zu trennen. Denken Sie an diese Effekte, wenn Sie das nächste Mal ein Unternehmen ins Auge fassen. Wenn Sie bereits Aktien dieser Gesellschaft haben, könnten Sie das Unternehmen sogar deshalb höher bewerten, als gerechtfertigt wäre, weil Sie dessen Aktien bereits besitzen. In eine Besprechung mit der Unternehmensleitung dürften Sie in der Erwartung gehen, dass die Unternehmensleitung sagt:“ Die Firma ist toll, ihr Geld ist super angelegt.“
Sowohl der Status quo Bias als auch der Besitztumseffekt ist Teil eines allgemeinen Themas, das als Verlustaversion bekannt ist. Psychologen haben schon vor langem festgestellt, dass sich Menschen über Gewinne und Verluste sorgen und nicht um die Höhe (ein völliger Gegensatz zur allgemeinen BWL Theorie). Insbesondere fand man heraus, dass Menschen Verlust weit stärker als Gewinne positiv empfinden. Im Allgemeinen scheinen Menschen Verluste 2 bis 2,5 Mal negativer als sie Gewinne positiv finden.
Odean entdeckte, dass die einzelnen Anlegen im Durchschnitt. 15 % aller gewinnbringenden Positionen verkauften, aber nur 9 % aller verlustbringenden Positionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der einzelne Anleger eine gewinnbringende Aktie verkauft, ist also 1,7 Mal höher, das dass eine verlustbringende Aktie verkauft wird.
Frazzini analysiert die Bestände und Transaktionen von Investmentfonds in den Jahren 1980 bis 2002. Quer durch alle Fonds stellte er fest, dass 17,6 % alle Gewinne realisiert wurden, aber nur 14,5 % aller Verluste. Die Wahrscheinlichkeit, eher eine gewinnbringende als verlustbringende Aktie zu verkaufen, war also bei Profis 1,2 Mal höher.
Er erstellte eine Rangfolge der Investmentfonds nach der Wertentwicklung der letzten 12 Monate. Die Fonds mit der besten Wertentwicklung sind die mit dem höchsten Prozentsatz der realisierten Verluste. Bei den Fonds mit der besten Wertentwicklung, eher eine gewinnbringende als eine verlustbringende Position zu verkaufen, weniger als 1,2 Mal so hoch. Die Fonds mit der schlechtesten Wertentwicklung hatten den niedrigsten Prozentsatz der realisierten Verluste.
16 Regeln
- Diese Urteilsfehler gelten für mich, für sie und alle anderen.
- Sie wissen weniger, als sie zu wissen meinen
- Versuchen Sie sich auf die Tatsachen zu konzentrieren nicht auf die Storys
- Mehr Infos bedeuten nicht gleich bessere Infos
- Überlegen Sie, ob eine Info große Kraft und eine geringe Bedeutung oder wenig Kraft und eine große Bedeutung hat.
- Suchen Sie Infos, die Ihre Meinung nicht bestätigen
- Ihre Fehlschläge sind nicht nur Pech. Überprüfen Sie Ihre Fehler, um ihre Leistung zu verbessern
- Sie haben es nicht die ganze Zeit gewusst, Sie meinen nur, dass Sie es wussten
- Wenn Sie vom Urteilsfehler nicht wegkommen, dann ändern Sie ihre Urteilsfehler – wir wissen dass sich die Menschen auf Irrelevantes versteifen, deshalb lassen Sie uns das Unwichtige durch das Relevante ersetzen. Stellen Sie einen sinnvollen Bewertungsrahmen zusammen
- Beurteilen Sie die Dinge danach, wie statistisch wahrscheinlich sie sind und nicht wie sie erscheinen
- Geben Sie ihrer persönlichen Erfahrung nicht zu viel Gewicht
- Große anschauliche, leicht im Gedächtnis behaltende Ereignisse sind weniger wichtig, als Sie meinen
- Nehmen Sie Infos nicht als bare Münze, denken Sie sorgfältig darüber nach, wie sie Ihnen präsentiert wurde
- Bewerten Sie etwas nicht einfach deshalb höher, weil Sie es besitzen
- Verkaufen Sie Verlierer und behalten Sie Ihre Gewinner
- Sobald du glaubst gut zu sein, hörst du auf besser zu werden
Impact Bias & Empathie
Im Allgemeinen tendieren Menschen in einem kalten (emotionslosen) Zustand dazu, den Einfluss emotionaler Situationen auf Intensität und Dauer (Impact Bias) zu überschätzen Die Menschen unterschätzten jedoch den Einfluss emotionaler Situationen auf ihre Auswahl, Handlungen und Präferenzen (Empathielücken). Impact Bias lässt sich in unserem Verhalten leicht erkennen. Die Menschen sagen voraus, dass sie nach dem Ende einer Liebesbeziehung sehr lange sehr unglücklich sein werden. Psychologen haben jedoch herausgefunden, dass Menschen bald zu ihrem normalen Glückszustand zurückfinden. Die Rückkehr zu „normal“ geschieht viel eher, als die Menschen glauben. Empathielücken dürften an den Finanzmärkten eher ein Problem sein als der Impact Bias. Wenn wir nach dem Essen gesättigt sind, können wir uns nicht vorstellen wieder hungrig zu werden. Doch wenn wir Hunger haben, können wir uns nicht vorstellen wie es ist mit vollem Magen zu sitzen. Wir extrapolieren anscheinend einfach unseren gegenwärtigen Zustand in die Zukunft. Wenn wir also einen klaren Kopf haben, meinen wir uns auf eine bestimmte Weise zu verhalten. Doch in einem aufgewühlten Zustand verhalten wir uns völlig anders. Eine Gruppe Männer wurde gefragt wie erregend sie sexuelle Vorstellungen wie Fesselspiele fänden. Waren die Männer nicht erregt belief sich der Anteil der positiven Antworten auf 36 % im erregten Zustand schoss der Prozentsatz auf 53 %. Bedauerlicherweise erkannten die Männer nicht, dass sie jede sexuelle Handlung für besser hielten, als sie erregt waren. In Bezug auf den Markt können Regeln für den Handelsstil, auf die man sich schon vorher festgelegt hat, die beste Hoffnung dafür sein, den Urteilsfehler zu vermeiden.
Lernhürden
Wir alle meinen, dass wir beim Lernen überragend sind. Schließlich haben die meisten von uns jahrelang die Uni besucht und mehr als ein Dokument erhalten, aus dem hervorgeht, wie gut wir bei der Anhäufung von Wissen sind. Mich interessiert jedoch das Lernen aus in der Vergangenheit begangen Fehlern. Hier ist der Befund beeindruckend. Wir sind nicht gut, wenn wir unsere Fehler verstehen sollen. Wir gestehen uns im Allgemeinen nicht einmal ein, dass wir einen Fehler gemacht haben, ganz zu schweigen, dass wir aus ihnen lernen. Unser Verstand hat eine ganze Skala mentaler Tricks entwickelt, die angewandt werden können, um uns vor der hässlichen Wirklichkeit unserer schlechten Entscheidungen zu schützen. 4 Hauptschwierigkeiten. Erstens der Urteilsfehler der Selbstzuschreibung. Das entspricht unserer Gewohnheit, alle guten Ergebnisse unseren Fähigkeiten zuzuschreiben und die schlechten unserem Pech. Diese Neigung zur Selbstzuschreibung hindert uns daran, unsere Fehler als Irrtum anzuerkennen. Entscheidungen und die hinter diesen Entscheidungen stehende „Logik“ schriftlich festzuhalten, kann helfen, diesen Urteilsfehler abzumildern. Der Rückschaufehler ist ein zweiter, oft verwendeter geistiger Verteidigungsmechanismus. Der Rückschaufehler bezieht sich darauf, dass wir uns alle, nachdem etwas passiert ist, absolut sicher sind, dass wir die ganze Zeit schon gewusst zu haben, dass es passieren würde. Sobald die Leute die Antwort kennen, scheint es Ihnen unmöglich, sich irgendein anderes Ergebnis vorzustellen. Genau wie bei der Selbstzuschreibung macht uns der Rückschaufehler blind für Fehler. Auch hier kann eine schriftliche Aufzeichnung früherer Überzeugungen dabei helfen, diesen Urteilsfehler entgegen zu wirken. Unsere Welt basiert auf Wahrscheinlichkeiten. Wir leben also in einer Welt von Ungewissheit, wo Ursache und Wirkung nicht immer transparent sind. Wir haben die Gewohnheit zu glauben, dass wir die Ereignisse weit stärker beherrschen können, als es tatsächlich der Fall ist. Wir schreiben daher die Ergebnisse unseren Handlungen zu, obwohl diese Ereignisse sehr wohl nichts mit uns zu tun haben können. Die Illusion von Kontrolle ist dann besonders groß, wenn es viele Wahlmöglichkeiten gibt, man bei der Lösung einer Aufgabe einen schnelles Erfolg hatte, die Aufgabe bekannt, eine große Zahl von Infos vorhanden und man persönlich beteiligt ist.
Die größte finanzielle Hürde beim Lernen aus unseren Fehlern kommt durch unsere Fähigkeit, die Tatsachen so zu verdrehen, dass sie zu unseren Überzeugungen passen. Wenn wir also auf die Waage im Badezimmer stellen und sie uns zeigt, dass wir zugenommen haben, steigen sie wieder herunter nur für den Fall, dass wir nicht richtig auf der Waage standen. Wenn sie uns hingegen eine angenehme Überraschung beschert hätte, würden wir das akzeptieren und die Ergebnisse annehmen. Wir gehen auf ähnliche Weise durchs Leben und akzeptieren die Ergebnisse unserer Handlungen, die uns genehm sind und prüfen kritisch anderen, die uns nicht gefallen. Auch das hindert uns wiederum daran, aus unseren Fehlern zu lernen.
Skinners Tauben
Skinner stellte gerne Versuche mit Tauben darf. Er brachte einige hungrige Tauben in einen Käfig der an einem automatischen Mechanismus angeschlossen war, der die Tauben in regelmäßigen Abständen ohne irgendeinen Bezug auf ihre Handlungen fütterte. Skinner entdeckte, dass die Tauben die Bereitstellung von Futter mit allen möglichen zufälligen Handlungen in Zusammenhang brachten, die sie ausführten, als sie gefüttert wurde und dass sie fortfuhren, diese Handlungen auszuführen.
Skinner behauptete, die Tauben glaubten, den automatischen Mechanismus mit ihren „Ritualen“ zu beeinflussen und dass das Experiment auch Rückschlüsse auf das menschliche Verhalten zulasse. Man könnte behaupten, das Experiment zeigt eine Art Aberglauben.
Der Vogel verhält sich so, als ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und der Bereitstellung von Futter gäbe, obwohl es einen derartigen Zusammenhang nicht gibt. Beim Menschen gibt es viele Analogien. Rituale, um sein Glück beim Kartenspiel zu wenden, sind ein gutes Beispiel. Einige zufällige Verbindungen zwischen dem Ritual und günstigen Folgen genügen, um zu einem Verhalten zu führen und dieses Verhalten trotz vieler Fälle ohne Verstärkung beizubehalten.
Könnte es sein, dass sich Anleger wie Skinners Tauben verhalten und daraus lernen, wenn sie die Reaktionen der Welt auf ihre Handlungen beobachten? Das ist sicherlich möglich.
Zusammenfassung:
„Erfahrung ist ein guter Lehrer, doch sie stellt schrecklich hohe Rechnungen“ Wir haben die 4 größten Hindernisse, die sich dem Lernen aus unseren Fehlern in den Weg stellt, kurz dargestellt.
Erstens erkennen wir unsere Fehler nur selten, weil wir sie unsere Pech und nicht unseren schlechten Entscheidungsfindung zuschreiben.
Zweitens können wir, wenn wir zurückblicken, nur selten das, was wir zuvor glaubten, von dem trennen, was wir jetzt wissen.
Drittens kommt es wegen der Illusion von Kontrolle oft dazu, dass wir annehmen, dass die Ergebnisse die Folge unserer Handlungen sind.
Viertens sind wir geschickt dabei, das Feedback, das wir erhalten, so zu verzerren, dass es mit unserer eigenen Meinung über unserer Fähigkeiten übereinstimmt.
Sünde 1: Prognosen
Eine Fülle von Belegen lässt darauf schließen, dass es uns einfach unmöglich ist, Vorhersagen zu treffen. Der Hauptgrund für diese Unfähigkeit liegt darin, dass wir alle zu optimistisch und zu zuversichtlich sind. Wir haben beispielsweise herausgefunden, dass ca. 75 % der Fondsverwalter glauben, dass sie ihre Arbeit überdurchschnittlich gut machen! Dabei spielt es keine Rolle, ob sie die künftige Entwicklung von Anleihen, Aktien, Gewinnen oder irgendetwas anderes voraussagen – wir sind uns unserer Fähigkeit, die Zukunft vorhersehen zu können, einfach viel zu sicher.
Sünde 2: Illusion Wissen
Allzu oft hat es den Anschein, das uns nach immer mehr Infos dürstet. Die Anleger scheinen zu glauben, dass sie mehr wissen müssen, als alle anderen, um überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen. Diese Überzeugung kommt aus der Weltanschauung der Theorie der effizienten Märkte Wenn die Märkte effizient sind, kann man sie nur schlagen, wenn man mehr weiß als alle anderen, wenn man also mehr Infos hat oder die Zukunft kennt. Alles, was über einen ziemlich geringen Umfang von Infos hinausgeht, scheint eher unsere Zuversicht zu stärken als die Richtigkeit unserer Prognosen zu verbessern.
Sünde 3: Management
Warum nimmt ein Treffen mit der Unternehmensführung einen so wichtigen Platz in der Fondsverwaltung ein? Bei einem Treffen mit der Unternehmensführung müssen mind. 5 psychologische Hürden überwunden werden, wenn ein Treffen mit der Unternehmensleitung einen Vorteil bringen soll.
Erstens sind mehr Infos nicht bessere Infos
Zweitens leiden Manager auch an kognitiven Illusionen, weshalb ihre ANSICHTEN VON EINER hohen Voreingenommenheit gekennzeichnet sein dürften.
Drittens leiden wir oft an der Bestätigungstendenz – also an der Gewohnheit, nach Infos, zu suchen, die unserer Meinung übereinstimmen. Statt also eine Menge harter Fragen zu stellen, die unserer Argumente überprüfen, tendieren wir dazu nette Suggestivfragen zu stellen, die die Antworten hervorrufen, die wir hören wollen.
Viertens haben wir die angeborene Neigung, Autoritätspersonen Folge zu leisten. Da Mitglieder eines Vorstandes kaum weiter aufsteigen können, kann man sich leicht Situationen vorstellen, in denen Analysten und Fondsverwalter sogar leicht eingeschüchtert werden.
Fünftens können wir schlecht Wahrheit von Täuschung unterscheiden. Wir alle glauben Lügner erkennen zu können, doch die Daten sagen etwas anderes. Wir sind nicht besser als das Zufallsprinzip. Selbst wenn Sie sich also mit dem Vorstand treffen, werden Sie nicht in der Lage sein zu unterscheiden, ob Ihnen die Wahrheit erzählt wird oder nicht.
Sünde 4: Überlistung
„Da ich jetzt verstehe, worum es in der verhaltensorientierten Finanzlehre geht, kann ich alle anderen austricksen“. Für mich heißt das, dass die zwei häufigsten Verhaltensmerkmal, nämlich der bereits erwähnte zu große Optimismus und die zu große Zuversicht, nicht erkannt wurden.
Sünde 5: Übertrading
Da viele Anleger letztlich das Rauschen im Äther mit Nachrichten verwechseln und versuchen, einander auszutricksen, endet sie bei so lächerlich engen Zeithorizonten. Die durchschnittliche Haltedauer beträgt in NYSE 11 Monate! Innerhalb von 11 Monaten unterliegt die Rendite lediglich den Kursränderungen. Das hat nichts mit dem inneren Wert oder abgezinsten Cashflow zu tun. Das resultiert einfach nur aus Personen, die Wetten auf Aktien abschließen, die spekulieren und nicht investieren.
Sünde 6: Storys
Wir alle lieben Storys. Aktienhändler erfinden Storys, die den Anleger wie der Gesang der Sirenen auf die Felsen lockt. Meisten nähren sich diese Hoffnungen auf Wachstum und die Anleger finden den Reiz von Wachstum fast unwiderstehlich.
Die lächerlichsten Entschuldigungen oder Geschichten reichen aus, um zu Ergebnissen zu kommen. Man bat beispielsweise die Menschen, die in einer Schlange auf einen Kopierer warteten, ob sie sich hineindrängeln dürften. Manchmal boten sie „Placebo“ Ausrede wie „sie müssten Kopien machen“ gelegentlich wurde eine Ausrede weggelassen Selbst wenn keine Ausrede vorgetragen wurde, ließen 42 % der Leute denjenigen vor sich in die Schlage. Wenn man die Ausrede mit in Betracht zieht, ließen 60 % der Leute die Person vor. Wir müssen gegenüber Storys, die uns aufgetischt werden, skeptisch sein.
Sünde 7: Gruppen
Die letzte Todsünde ist die Überzeugung, dass Gruppen bessere Entscheidungen treffen als Einzelne. Das Traummodell einer Gruppe ist, dass sich deren Mitglieder treffen, Ideen austauschen und zu vernünftigen Schlussfolgerungen kommen. Man scheint sich dabei vorzustellen, dass die Urteilsfehler der Gruppenmitglieder einander ausgleichen.
Leider haben Sozialpsychologen in den vergangenen 30 Jahren aufgezeigt, dass die in einer Gruppe getroffene Entscheidung zu den schlechtesten überhaupt zählen. Weit entfernt davon, dass die Urteilsfehler einander ausgleichen, vergrößern die Gruppen diesen Fehler letztlich! Gruppen tendieren dazu, die Zahl der abweichenden Meinungen zu verringern und sie bewegen die Mitglieder der Gruppe nach Diskussionen dazu, größeres Vertrauen in ihre Entscheidungen zu legen (ohne die Richtigkeit zu erhöhen). Tatsächlich genießen Mitlieder von Gruppen in den anderen Augen anderer Mitglieder oft den Status größerer Glaubwürdigkeitskompetenz, wenn sie Infos weiter geben, die mit der Gruppenmeinung übereinstimmen. Die Gruppe als Grundlage für eine Entscheidung in Bezug auf die Aufteilung von Mitteln für Vermögenswerte oder Aktienauswahl, scheint als ungeeignet.
Gute Fondsmanager
Merkmal1: Hohe Konzentration der Portfolios
Entgegen den Verlautbarungen der klassischen Finanzwirtschaft haben diese Anleger oft stark konzentrierte Portfolios. Mit Portfoilio-Diversifizierung können sie nichts anfangen. Der Tracking Error hat für diese Gruppe wenig oder keine Bedeutung
Bei allen diesen Fonds befinden sich im Durchschnitt beinahe 40 % der Vermögenswerte in den zehn besten Beständen. Im Durchschnitt werden 25 Aktien gehalten.
Merkmal 2: Sie brauchen nicht alles zu wissen
Die Anleger in dieser Gruppe scheinen sich bewusst zu sein, dass sie sich auf einige wichtige Infos konzentrieren müssen, statt sich mit Marktlärm zu betäuben. „Der Fonds hat keine besseren Infos; der Trick besteht darin öffentlich erhältlich Infos besser zu verwenden“.
Merkmal 3: Die Bereitschaft Kasse zu halten
Derzeit halten sie circa 11% Kasse, fast dreimal soviel wie vom durchschnittlichen Investmentfonds gehalten wird. Die allgemeine Bereitschaft Kasse zu halten, ist das Ergebnis des Fehlens von Anlagemöglichkeiten. „Kasse zu halten ist unbequem, aber nicht so unbequem, wie etwas Dummes zu tun.“
Merkmal 4: Weite Zeithorizonte
Unsere ausgewählten Fondsgesellschaft weisen alle einen langen Zeithorizont auf. Die durchschnittliche Haltezeit von Aktien liegt bei diesen Fonds bei über 5 Jahren. Die längste Frist beträgt 17 Jahre, die kürzeste 3 Jahre. Alle schneiden im Vergleich zur durchschnittlichen Haltzeit von Aktien der Investmentbranche von nur 1 Jahr günstig ab.
Munger und Buffet behaupteten: „Wenn die Arbeit beim Kauf einer Stammaktie richtig gemacht wurde, kommt fast nie der Zeitpunkt zum verkaufen.“
Merkmal 5: Schlechte Jahre hinnehmen
Fast alle Fonds auf unserer Liste haben Zeiten negativer Erträge oder unterdurchschnittliche Performance. Viele von ihnen erlebten während New Economy Zeit große Rücknahmen, aber „Ich würde lieber die Hälfte meiner Aktionäre verlieren als die Hälfte des Geldes meiner Aktionäre“
Merkmal 6: Bereit sein Fonds zu schließen
In einer Welt, in der die Vergütung von Managern oft in der Höhe der verwalteten Gelder anhängt, zeugt das obige Zitat leider von ungewöhnlich ethischen Verhalten. Tatsächlich legten viele dieser Fonds ein ungewöhnlich hohes ethisches Verhalten und ein hohes Maß an Selbstbeherrschung insoweit an den Tag, als viele dieser Fonds für neue Anlegergelder geschlossen wurden. Die Manager sind sich wohl bewusst, dass der Größe des Fonds, die sie ohne Probleme verwalten können, Grenzen gesetzt sind.
Über die Trennung von Spekulation und Investition
Graham: „wir bezweifeln jedoch, dass der Charakter vieler Menschen hergibt, so eine Anlagestrategie konsequent zu folgen, ohne auf den des lustvollen Verderbens der Marktspekulation abzugleiten. Der Hauptgrund für diese Gefahr ist, dass die Unterschiede zwischen der Investition in Aktien und der Spekulation mit Aktien ungreifbar sind, um die menschliche Natur unter Kontrolle zu halten. Doch wenn der Investor dasselbe Medium verwendet wie der Spekulant, dann ist die Trennlinie zwischen dem einen Ansatz und dem anderen nur durch die geistige Einstellung gegeben und daher verhältnismäßig unsicher.
Der Investor wird am besten durch die Einstellung gegenüber den Bewegungen des Aktienmarktes vom Spekulanten unterschieden. Der Spekulant ist vorrangig daran interessiert, die Marktbewegung vorwegzunehmen und davon zu profitieren. Der Investor ist vorrangig geeignete Wertpapiere zu geeigneten Kursen zu erwerben und zu halten. Spekulanten sind oft wegen ihrer Ignoranz erfolgreich.. in einer boomenden Hausse ist Wissen überflüssig und Erfahrungen sind nur hinderlich.“
Über das Wesen einer zu hohen Volatilität
Graham: „Wenn Sie ein vorsichtiger Anleger oder ein verständiger Geschäftmann sind, werden Sie dann zulassen, dass die täglichen Infos des Mr.Market Ihre Meinung über den Wert Ihrer Beteiligung am Unternehmen in Höhe von 1000 $ bestimmen? Sie mögen froh sein, an ihn zu verkaufen, wenn er Ihnen einen lächerlich hohen Preis nennt und gleichermaßen froh sein zu kaufen, wenn sein Preis niedrig ist. Die restliche Zeit wird es klüger sein, wenn Sie sich eine eigene Vorstellung vom Wert Ihrer Bestände zu machen.
Ein Anleger mit einem Bestand an soliden Aktien sollte davon ausgehen, dass deren Kurse schwanken und sollte sich weder wegen größerer Rückgänge Sorgen machen noch über größere Anstiege in Aufregung geraten. Er sollte nicht vergessen, dass die Marktkurse zu seinem Nutzen da sind, von denen er profitieren oder die er ignorieren kann.“
Keynes: „Man darf seine Einstellung gegenüber Wertpapieren, die täglich am Markt bewertet werden, nicht durch diese Tatsache beunruhigen lassen oder seinen Sinn für Verhältnismäßigkeit verlieren.
Um bei diesen Wettkampf der Gerissenheit die Grundlage der konventionellen Bewertung für einige Monate vorherzusehen, statt die voraussichtlichen Erträge einer Investition während einer langen Zahl von Jahren, sind nicht einmal Tölpel nötig, um die Wänste der Profis zu füllen; die Profis könnten diesen Wettkampf unter sich ausfechten.“
Über Unsinn von Prognosen
Graham warnte: Es gibt mehrere Gründe warum wir uns nicht sicher sein können, dass die frühere Entwicklung der Gewinne auch in Zukunft weitergehen wird. In einem allgemeinen wirtschaftlichen Sinn muss durch das Gesetz der abnehmende Erträge und des zunehmenden Wettbewerb jede scharf ansteigende Wachstumskurve letztendlich abflachen. Da gibt es die Flut und Ebbe der Konjunktur, woraus die besondere Gefahr hervorgeht, dass die Gewinnkurve kurz vor einem ernsten Rückschlag am beeindruckendsten aussieht.“
Über die Rolle der guten Unternehmensführung und des Agency Problems
Keynes: „Mit der Trennung von Eigentum und Geschäftsführung, die heute vorherrscht, und mit der Entwicklung organisierter Anlagemärkte ist ein neuer wichtiger Faktor aufgetreten, der das Anlegen bisweilen erleichtert aber auch die Instabilität des Systems stark erhöht.“
Graham: „ Unserer Meinung nach kann ein Großteil des Schadens darauf zurückgeführt werden, dass vergessen wird, dass Unternehmen bloß das Eigentum der Aktionäre sind; dass Führungskräfte nur die bezahlten Mitarbeiter der Aktionäre sind und dass die Direktoren praktisch Treuhänder sind, deren rechtliche Pflicht darin besteht, nur im Interesse der Eigentümer des Unternehmens zu handeln.“
Über die Wichtigkeit (und den Schmerz), konträr zu handeln
Graham: „Wenn Sie der Überzeugung sind, dass der Wertansatz an sich schon stichhaltig ist, dann konzentrieren Sie sich ganz auf diesen Ansatz. Halten Sie an ihm fest und lassen sie sich nicht von den Moden und Illusionen und der Jagd nach dem schnellen Dollar. Lassen Sie mich betonen, dass man kein Genie sein muss, um als Wertanalyst Erfolg zu haben. Was man braucht ist eine halbwegs gute Intelligenz, zweitens solide Grundsätze für die Durchführung der Geschäfte und drittens und am wichtigsten einen stabilen Charakter“.
JP Morgan:“ Der Charakter des Menschen ist entscheidend bei der Kreditvergabe. Bei meiner Christenpflicht. Wem ich nicht traue, der kriegt kein Geld von mir“
Keynes: „Das ist der Lebensbereich und Tätigkeitsbereich, dessen Siege, Sicherheit und Erfolg immer einer Minderheit und nie einer Mehrheit gehören. Wenn sich jemand findet, der ihre Meinung teilt, dann ändern Sie Ihre Meinung.“ Über die Fehler der Profis
Keynes: „Alle Erfahrung der Welt zeigt, dass es dem Ruf besser tut, auf konventionelle Weise zu scheitern, als unkonventionell Erfolg zu haben.“
Über Grenzen der Arbitrage
Keynes: „Der Markt kann länger irrational sein, als Sie oder ich zahlungsfähig sind.“
Über die Wichtigkeit langer Zeithorizonte
Keynes: „…dass er Kauf einer Anlage wie eine Ehe sein sollte, die man nur im Todesfall oder auch anderen schwerwiegenden Gründen auflöst und so dem gegenwärtigen Übeln wirksam Abhilfe schaffen könnte. Denn dadurch wäre der Anleger gezwungen, sein Gedanken auf die langfristigen Aussichten und nur auf diese zu richten.“
Über die Gefahren des Überverkomplizierens
Graham warnte: „ In den 44 Jahren meiner Erfahrungen an und des Nachdenken über die Wall Street habe ich nie die verlässliche Berechnungen des Werts von Aktien gesehen, die über einfaches Rechnen oder die elementarste Algebra hinausgingen. Wann immer jemand die Infinitätsrechnung ins Spiel bringt, kann man das als Warnsignal nehmen, dass der Betreffende versucht hat, die Erfahrung durch Theorie zu ersetzen und auch der Spekulation den trügerischen Anstrich der Anlage zu geben.
Über den Umgang mit der Geschichte
Keynes: „Die Ideen der Ökonomen und politischen Philosophen sind, sowohl wenn sie Recht haben als auch wenn sie sich irren, mächtiger als allgemeiner verstanden wird. Die Welt sogar wird von wenig sonst regiert. Männer der Praxis, glauben sie seien gänzlich frei von geistiger Beeinflussung, sind gewöhnlich Sklaven eines nicht mehr lebenden Ökonomen. Verrückte mit Amtsgewalt, die im Äther stimmen hören, nähren ihren Wahnsinn aus den einige Jahre zuvor verfassten Schriften eines akademischen Schreiberlings.“
Sechs Hauptmerkmale:
- Konzentrierte Portfolios
- Befasst sich mit dem Unternehmensrisiko, nicht der Kursvolatilität
- Bereitschaft zur Kassenhaltung bei fehlenden Anlagemöglichkeiten
- Weite Zeithorizonte
- Hinnahme schlechter Jahre
- Bereitschaft, die Höhe seiner Mittel zu begrenzen
Wissen ist ungleich Verhalten
In einem Beispiel sagten 91 % der Männer, sie wüssten dass die Verwendung von Kondomen helfen könnte, die Ausbreitung von HIV zu verhindern, doch nur 70 % gebrauchten ein Kondom. Bei den Frauen war die Lage noch schlechter. 92 % sagten, sie wüssten, dass Kondome bei der Verhinderung der Übertragung von HIV nützlich seien, doch nur 63 % verwendeten welche.(Rauchen, Drogen etc.) Spaß
Der letzte Stolperstein, den ich hier erwähnen möchte, ist einfach Spaß. Keynes meinte: „ Das Spiel des professionellen Anlegers ist unerträglich langweilig und fordert demjenigen zu viel ab, der vom Spieltrieb völlig frei ist, während derjenige, der ihn hat, diese Neigungen entsprechende Tribut zollen muss.“
Paul Samuelson sagte: „ Anlegen sollte langweilig sein, nicht aufregend sein. Anlegen sollte eher so sein, als würde man zusehen wie Farbe trocknet oder wie Gras wächst. Wenn Sie Aufregung brauchen, dann nehmen sie 1000 $ und gehen nach Las Vegas.“
Nein ehrlich ich werde brav sein
Lassen Sie mich mit einem letzten Wort der Warnung enden: Am Anfang haben wir alle die besten Absichten. Doch wie eine Redensart sagt, ist der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert. Beispiel: Man bat Teilnehmer einen Bogen auszufüllen. Sie sollten angeben wie wahrscheinlich es sei, dass sie Blut spendeten (Skala 1-9). Im Allgemeinen waren die Teilnehmer viel zu zuversichtlich. Die vorhergesagte Wahrscheinlichkeit, Blut zu spenden, stieg viel schneller in Bezug auf die Stärke der momentanen Absichten, als das tatsächliche Ergebnis anzeigte. Das bedeutet, dass die momentanen Absichten einen übermäßigen Einfluss auf die Vorhersage das Verhalten haben, jedoch nicht auf das Verhalten selbst.
So leicht es also anscheinend ist, zu sagen, „Ich werde ein guter Wertanleger sein“, so unwahrscheinlich ist es, dass dies jemals der Fall sein wird.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“
„Lebe jetzt, zahl später.“ D-Man
Die Anatomie einer Spekulationsblase
Blasenmodell:
Verlagerung -> Kreditbeschaffung ->Euphorie ->Kritische Phase/finanz. Not- >Abscheu
Verlagerung
Die Verlagerung ist in der Regel ein exogener Schock, der dazu führt, dass in manchen Sektoren Profitchancen entstehen, während sie in anderen Sektoren verschwinden. Solange die entstehenden Chancen größer sind als die verschwundenen, werden Investments und Produktion zunehmen, um diese neuen Chancen zu nutzen. Es wird wahrscheinlich sowohl in finanziellen als auch in physische Assets investiert. Es entsteht ein Boom.
Kreditbeschaffung
Dann verschärft sich der Boom durch monetäre Expansion und oder Kreditbeschaffung noch weiter. Geld und Kredit gelten in diesem Model als endogene Faktoren des Systems. Bei jedem gegebenen Bankensystem können monetäre Zahlungsmittel nicht nur innerhalb des existierenden Bankensystems erweitert werden, sondern auch durch die Gründung neuer Banken, die Entwicklung neuer Kreditinstrumente und die Expansion persönlicher Kredite außerhalb des Bankensystems.
Früher oder später übersteigt die Nachfrage nach dem Asset das Angebot, was zur ganz natürlichen Reaktion eines Preisanstieges führt. Die steigenden Preise lösen weitere Investments aus (real und finanziell). Eine positive Feedbackschleife entsteht. Neue Investitionen führen zu Einkommenssteigerungen, die wiederum weiter Investments auslösen.
Euphorie
„Euphorie“ ist der angemessene Ausdruck, wenn sich die Spekulation auf Kursanstiege zur Investition für Produktion und Umsätze gesellt. Im Grunde genommen handelt es sich hier um Momentum-Trading oder um die Theorie vom „größten Narren“ beim Investieren. Übermäßiges Trading kann reine Spekulation sein, eine Überschätzung der erwarteten Renditen oder eine exzessive Erhöhung der Einsätze.
Kritische Phase/ Finanzielle Not
Die kritische Phase tritt ein, wenn Insider beschließen ihre Gewinne mitzunehmen und sich vom Markt zurückziehen. Signifikante Insiderverkäufe waren kennzeichnend für das Börsengeschehen 2000 und 2001. Finanzielle Not besteht, wenn eine Firma über die Möglichkeit nachdenken muss, ihre finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen zu können. „Das spezifische Signal, das die Krise auslöst, kann die Pleite einer Bank oder eines Unternehmens, das sich übernommen hat oder auch die Aufdeckung eines Schwindels sein.“
Das Auftreten von Schwindel oder Betrug scheint in hohem Maße prozyklisch zu sein. Betrug folgt Keynes Gesetz, dass sich Nachfrage sich ihr eigenes Angebot schafft.(im Gegensatz zu Saw´s Gesetz, dass Angebot seine eigene Nachfrage schafft).
Abscheu
Abscheu ist das letzte Stadium des Blasenzyklus. Der Ausdruck bezieht sich auf die Tatsache, dass die Menschen sich bei den Ereignissen in die sie verwickelt waren, so schmerzhafte Narben zugezogen haben, dass sie es nicht mehr über sich brachten, sich überhaupt an der Börse zu engagieren. Abscheu hat natürlich mit dem schlimmsten der aktuellen Modewörter zu tun – Kapitulation. Als Kapitulation bezeichnet man allgemein den Punkt, an dem der letzte Bulle aufgibt und das Handtuch wirft. Abscheu ist offensichtlich nicht genau das Gleiche, weil sie nach der Kapitulation auftreten kann (und dies auch tut).
Karl Marx: „ Menschen schaffen ihre eigene Geschichte, aber tun dies nicht nach eigenem Gefallen oder unter Umständen, die sie selbst gewählt haben, sondern unter Bedingungen, die von der Vergangenheit vorgegeben sind. Die Überlieferungen aller vergangenen Generationen lasten wie ein Albtraum auf dem Geist der Lebenden.
Umstände, die gute Menschen zu schlechten machen
Moralische Rechtfertigung – Verhalten wird so umgedeutet, dass es nicht mehr als unmoralisch gilt. Die deutlichsten Beispiele sind Kriege, in denen der Feind als unmoralischer Unterdrücker gesehen wird, was diejenigen rechtfertigt, die diesen Krieg führen Euphemistische Benennung – Die Sprache ist sehr wichtig, weil sie unsere Gedanken formt und prägt. Wenn man schädlichen Verhalten die richtige Bezeichnung gibt, kann es anscheinend respektabel wirken. Beispiel sind der Euphemismus „gefallen“ für ermordet oder gestorben, „Umsiedlung“ für Massenmord oder „Kollateralschaden“ für das Töten von Zivilisten. Vorteilhafter Vergleich – Die Sichtweise eines bestimmten Verhaltens wird dadurch geprägt, womit es verglichen wird. Bilanzbetrug sieht im Vergleich zu Mord vielleicht harmlos aus. Die Verlagerung der Verantwortung – Dies ist die wichtigste Erkenntnis aus Milgrams Studien. Die Menschen scheinen in der Lage zu sein ihr eigenes moralisches Urteil auszusetzen, wenn eine „legitimierte“ Autorität die Verantwortung für ihre Handlungen übernimmt. Hier handelt es sich um die Rechtfertigung: „ Ich habe nur Befehle befolgt.“ Die Verteilung von Verantwortung – In der Gruppe fällt unmoralisches Verhalten leichter, daher kommt es, dass sich Menschen in der Gruppe wesentlich grausamer verhielten, als wenn sie persönlich für ihre Handlungen verantwortlich gemacht wurden. Nichtbeachtung oder Verzerrung der Konsequenzen – Es fällt leichter, sich falsch zu verhalten, wenn die Konsequenzen ignoriert oder minimiert werden. Aus der Sicht eines Managers ist ein Aktionär ein recht abstraktes Konzept und daher können die Folgen einer Schädigung des Aktionärs leicht minimiert werden. Vergleichbar damit ist der Einsatz moderner Kriegswaffen aus sehr großer Entfernung. Entmenschlichung – Es fällt viel leichter, jemanden zu verletzen oder ihm zu schaden, wenn man ihn nicht als Mensch betrachtet. (Tier, Monster, Mörder, Terrorist)
Wenn es Sie glücklich macht
Setzen Sie Glück nicht mit Geld gleich. Menschen gewöhnen sich relativ schnell an Veränderungen. Trainieren Sie regelmäßig. Regelmäßiges Training schafft zusätzlich Energie, stimuliert den Körper und den Geist. Haben sie Sex (vorzugsweise mit jemanden den sie lieben). Sex wird immer wieder als eine der wichtigsten Beiträge zum Glück gesehen. Also los! Widmen Sie engen Freundschaften viel Zeit und Mühe. Enge Freundschaften erfordern Arbeit und Anstrengung, aber was das Glückgefühl betrifft, zahlt sich das wirklich aus Legen Sie Pausen ein, um nachzudenken und über die guten Dinge im Leben zu meditieren Suchen Sie Arbeit, die ihrer Begabung und Interesse entspricht. Genießen Sie ihren Job! Gönnen Sie Ihrem Körper den Schlaf, den er braucht Streben Sie nicht nach Glück als Selbstzweck, genießen Sie den Moment Übernehmen Sie Kontrolle in Ihrem Leben, setzen Sie sich erreichbare Ziele Denken Sie daran, diese Regeln zu befolgen
Lao Tse: „Jage nach Geld und Sicherheit „Das Ausmaß der Fortschritte bezüglich Und dein Herz wird nie zur Ruhe kommen materieller Dinge machte bei der Strebe nach dem Beifall der Menschen Einschätzung der Menschen bezüglich Und du wirst ihr Gefangener sein Ihres Wohlbefindens keinen Unterschied“ Tu deine Arbeit, dann tritt beiseite. Das ist der einzige Weg zur Gelassenheit“
Psychologie:
In einem dunklen Raum, wo panisch um Hilfe geschrien wird, veranlasst eher zur Aktion, als wenn in dem Raum Jubel (Euphorie) ausbricht. Panik = fallende Kurse haben höhere Volatilität, da in der Panik mehr Fehler gemacht werden Es entsteht eine Hektik, d.h. höhere Intraday Renditen.
Mein Tradingstill muss auch per Telefon oder Zuruf funktionieren! Kursinformation kann auch nur aus Zeitung oder Videotext kommen. Dieser Tradingstil bietet wenige Informationen, was einen zu optimistischen Ausblick auf die Kursbewegung verringert, denn leider steigern mehr Infos zwar die Zuversicht aber jedoch nicht die Genauigkeit (siehe Buchmacher, Analysten, Experten etc.)
Money Management
Überall auf der Welt schränken die Kasinos ihre Verluste ein, indem sie ein Maximalbetrag festlegen, den der Spieler in jedem Spiel auf eine bestimmte Entscheidung setzen kann. Ein guter Aktienhändler sollte seine Verluste genauso einschränken. Können Sie sich einen Dealer vorstellen, der es einem Zocker plötzlich erlaubt mehr zu setzen, weil er ein gutes Gefühl hat, dass der Kunde verlieren wird.
Der Chef würde ihn umgehend feuern, weil er eine Grundregel des Money Management gebrochen hatte. Er hatte zuviel riskiert. Ceci n´est pas le maché
Larry Williams Buch S.25 ; S.26 Münzchart und Temperaturchart kopieren;
« Ceci n´est pas le marché »,
sondern es sind jediglich LINIEN auf einem Stück Papier, die ein abstraktes Bild von einem Kursverlauf zeichnen.
In meinem Kopf entsteht die Vorstellung, dass so der Aktienmarkt aussieht Repräsentativität
Der Markt sind vielmehr die offenen und zukünftigen KAUF/VERKAUF Orders (Limit, Market, Stopp);
Der Chart (historische Kursverlauf) enthält keine Informationen für das zukünftige Kursverhalten;
Es werden auf Tagesbasis tausende Kursfeststellungen auf einen Strich oder einen Balken oder Kerze(Das ist keine Kerze) zusammengefasst. Dass heißt, die Darstellung ist sehr verzerrt.
Trotzdem verführt ein Chart, durch seine zahlreichen vermeidlich historischen „Infos“, zu hohem Optimismus und Zuversicht. Es ist eine Illusion des Wissens.
Markteinschätzung:
Je höher der Marktwert ist, desto höher ist die auf Punkten basierende Volatilität
Jeder, der in einen Markt einsteigt, wird auf lange Sicht nur dann erfolgreich sein, wenn es ihm beim Ausstieg gelingt größere Gewinne als Verlust aufzuweisen.
Die Preise/Kurse verhalten sich nicht rational bedeutet, dass eine Kursbewegung von 1350 bis 1000 Punkten nicht zwangsläufig in Ticks(Mindestschwankungen) erfolgt.
Der potentielle Gewinn ist keine lineare Funktion des potentiellen Risikos. Die Aussage, dass sie umso mehr gewinnen, je mehr sie riskieren, trifft nicht zu.
Das Risiko, das sie eingehen, hat nichts mit der Methode zu tun, nach der sie handeln.
Diversifikation reduziert nicht unbedingt den Kapitalrückgang.
Gib dem Trade das Doppelte deines Zeitrahmens, um sich in die gewünschte Richtung zu bewegen. Wenn das nicht geschieht, steige aus. ZeitStopp/TimeStopp
Die Aufgabe der Spekulation ist: Such dir eine Preisbewegung aus und hoffe, dass sie eintritt.
IPO New Economy: Wenn die Gesellschaft beispielsweise eine Marktkapitalisierung von einer Milliarde $ hatte, wurden nur Aktien im Wert von 50 Mio. $ auf den Markt gebracht; der Rest verblieb bei den Insidern und wurde vertragsgemäß 6 Monate lang gehalten. Somit kamen nur 5 % ins Floating und der Markt war eng. Extreme Preissteigerungen waren kurzfristig unvermeidbar.
Mein Ansatz funktioniert nicht, weil er zutreffende Prognosen macht, sondern weil er mir erlaubt, falsche Prognosen zu korrigieren.
Eine Investition in Wissen bringt die besten Zinsen.
Genug ist besser als zuviel/ Wenn sich alle Experten einig sind, dann ist Vorsicht geboten.
Auch für hervorragende Unternehmen kann man zuviel bezahlen.
In den letzten Tagen hatte ich folgende Umfrage auf dieser Seite gestartet: Beim Thema Trading oder bei den Themen Aktienkurse und Börse im Allgemeinen werden oft im Zusammenhang auch die Themen Wahrscheinlichkeiten, Spieltheorie, die Theorie vom Effizienten Markt, Random Walk usw. angesprochen. Eine der häufigsten Fragen, die dabei gestellt wird, ist die folgende. Angenommen ich habe eine ideale, fehlerfreie Münze und werfe sie 100 Mal. Bei den ersten 99 Würfen kommt jedes Mal “Zahl”. Wie hoch ist ungefähr die Wahrscheinlicheit, dass beim nächsten Mal “Kopf” geworfen wird. 50% (87%, 124 Votes) 99% (7%, 10 Votes) 1% (6%, 8 Votes) Total Voters: 142 Loading … Als erstes möchte ich Euch für die erfreulich aktive Teilnahme danken. Die Anzahl der abgegebenen Stimmen in nur vier Tagen lag mit 142 deutlich über meinen Erwartungen. Noch besser ist aber, dass das Ergebnis genau meinen Erwartungen entspricht. Warum nun diese Umfrage? Ich will hier gar nicht groß darauf eingehen, was Zufallsexperimente mit dem Trading zu tun haben (oder auch nicht zu tun haben), sondern einen ganz anderen Aspekt kurz beleuchten: Unser Verständnis und unseren Umgang mit dem abstrakten Begriff der Wahrscheinlichkeit. Die richtige Antwort lautet natürlich 1%. Damit haben nur 4.2% aller Teilnehmer die Frage richtig beantwortet. Ja, ja, ich höre Euch schon alle aufschreien “Nein, das stimmt nicht. Jeder Wurf ist unabhängig von den vorhergehenden Ergebnisse immer 50/50.” Aber der Reihe nach. Diejenigen, die die Frage mit “99%” beantwortet haben, haben sich entweder eine Spaß erlaubt, oder sind wie viele andere Trader und vor allem Spieler dem sogenannten Spielerfehlschluss erlegen. Dieser Spielerfehlschluss ist ein logischer Fehler, bei dem eine Person denkt, dass ein Zufallsereignis wahrscheinlicher wird, wenn es lange nicht mehr eingetroffen ist. So könnte man hier denken, dass nach 99 mal Zahl die Wahrscheinlichkeit für “Kopf” deutlich erhöht sei. Viele Spieler erliegen diesem Fehlschluss z.B. beim Roulette: “Es kam jetzt vier Mal ‘rot’. Als nächstes muss ja jetzt ’schwarz’ kommen. Ich verdoppele meinen Einsatz!” Das macht man dann so lange, bis das Tischlimit erreicht ist. Kommen wir zur nächsten Antwort “50%”. Bei einem Zufallsexperiment ist die Wahrscheinlichkeit unabhängig davon, welche Ereignisse wie oft bereits eingetreten sind. “Die Münze hat kein Gedächtnis.” sagt man so schön. Jedes Mal, wenn ich die Münze werfe, kommt mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% “Kopf”, und mit 50% “Zahl”, sofern ich eine ideale Münze habe, die statistisch gesehen keine Seite bevorzugt (z.B. durch ungleiche Gewichtsverteilung) und auch nicht auf ihrem Rand stehen bleibt. Nur wenn man die Gesamtheit mehrer Würfe betrachtet, gibt es andere Wahrscheinlichkeiten. So ist die Wahrscheinlichkeit, bei den nächsten zwei Würfen jeweils “Kopf” zu werfen, nur 0.5*0.5 = 1/4 = 25%. Und mir ist ganz klar, warum bei “50%” die meisten Antworten zu finden sind. Dadurch, dass ich die Frage mit der Aussage “Angenommen ich habe eine ideale, fehlerfreie Münze…” einleite, wird unser Gehirn gleich in die Richtung gelenkt, unser erlerntes Wissen anzuwenden. Mit diesem kleinen Satz kann man unserem Denken gewissermaßen Scheuklappen aufsetzen, es ins direkte Arbeiten bringen und so vom weiteren Nachdenken abhalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer idealen Münze 99 Mal nacheinander “Zahl” kommt liegt bei etwas mehr als 10-30, was noch unwahrscheinlicher ist als zweimal die gleichen sechs Zahlen beim Lotto an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Es ist daher viel wahrscheinlicher, dass meine Annahme falsch ist, die Münze sei ideal und fehlerfrei. Die richtige Antwort ist also “1%”, da die Münze wahrscheinlich manipuliert ist. Und jetzt mal ehrlich: Wenn bei einem Hütchen- oder Taschenspieler auf dem Jahrmarkt 99x “Zahl” kommt, würdet Ihr wirklich mit 50/50 beim nächsten Wurf auf “Kopf” setzen? Und genau darum ging es mir bei dieser Umfrage. Man muss als Trader immer wieder seine eigenen Annahmen dahingehend überprüfen, ob sie unter den gegebenen Fakten noch richtig sein können. Und beim Trading machen wir immer Annahmen: Angenommen, der Markt ist effizient und seine Bewegungen normalverteilt, wieso kommt es dann zu einen sell off wie in der letzten Woche? Angenommen, die Gewinnerwartungen für 2009 sind richtig, warum ist der Kurs der Aktie so niedrig? Angenommen mein “Lieblingsexplorer” findet wirklich Öl, warum fällt der Kurs immer weiter? Als Trader müssen wir immer offen sein, über den Tellerrand schauen und unsere eigenen Annahmen in Frage stellen.
Taschenspielertrick
Die Leute gucken was auf einer Seite passiert und sind abgelenkt, während sie verpassen, was tatsächlich im Verborgenen passiert. (Politik, Börse, Zauberer, Diebe).
Börsenthesen
„Ich bin ein Teil der Börse! Die Menschen sind die Börse(Die Menschen sind die Kirche etc.)
Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Demut, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann und die Weisheit den Unterschied zu erkennen.
„Jeder kann ein Sieger sein, wenn er gewinnt. Der wahre Maßstab eines Mannes zeigt sich in einer Situation, wenn alles schief geht und er dennoch den Mut hat weiter zu machen.“
„Wenn Action wichtig ist, dann verlangt ein ausgeglichenes Dasein nach Zeiten des Nichtstuns.“
„Mentale Klarheit gewinnen wir oft, wenn wir alle Aktion eingestellt haben und zu einem neutralen Beobachter werden.“
„Wenn du nicht weißt woher du kommst, weißt du auch nicht wohin du gehst.“
Fehler: 1. Chronisches Zögern 2. Angst auf den Abzug zu drücken 3. Zu schnelles Zugreifen bei Gewinnen 4. Unfähigkeit einen Verlust einzustecken
„Wenn Sie lernen die Börse zu respektieren, dann wird sie Sie auch respektieren.“
„Wir handeln mit Leuten, nicht mit Aktien.“
„Lernen Sie professionell zu verlieren, der Rest wird sich ergeben.“
„Das Leben eines Traders sollte jeden Tag neu beginnen.“
„Es ist keine Schande Fehler zu machen, solange man aus ihnen lernt.“
„Nur weil Ihr Tradingbuch in den roten Zahlen ist, heißt nicht, dass Sie sich nicht weiterentwickeln.“
„Unglück macht uns weiser, zu früh erfahrenes Glück macht unglücklich.“
„Die Qualität Ihres Lehrers bestimmt die Qualität Ihrer Ausbildung.“
„Wenn kein Wert vorhanden ist, dann wird über den Preis konkurriert.“
„Jede Aktie ist ein Angestellter, wer kein Geld verdient, wird gefeuert.“
„Niemals Zeitrahmen wechseln oder vermischen.“
„Wenn Börsianer versuchen einen Tradingstil zu übernehmen, der gegen ihre eigene innere Überzeugung geht, können die Ergebnisse katastrophal sein.“
„Diversifikation schließt weder Verluste aus, noch erhöht sie die Chance auf Gewinn. „Verpasstes Geld ist manchmal besser als verlorenes Geld.“
„Du kannst Entschuldigungen suchen, du kann Geld verlieren, aber nicht beides.“ „Sie müssen tief im Herzen wissen, dass das Ergebnis jeder Aktion bei Ihnen liegt.“
„Trading muss immer als Kampf betrachtet werden, zuallererst als Kampf mit sich selbst, aber auch gegen andere Börsenteilnehmer.“
„Machen Sie den Chart und die Menge wird folgen.“
„Alle großen Börsenindizes lügen! Die Baisse und Hausse ist in Aktien viel stärker.“
„Im Allgemeinen ist es besser nach der Eröffnung zu kaufen.“
„Es zahlt sich selten auch Gewinne vor der Eröffnung mitzunehmen.“
„Schlechte Börsenzeit: 11:15 a.m. bis 2:15 p.m. Ostküstenzeit.“
„Vor der Dämmerung ist es am dunkelsten.“
„Die Wall Street Gurus liegen oft falsch.“
„Auf Erträge wetten ist ein Spiel für Anfänger.“
„Warum zahlt sich ein Aufzahlen bei Aktien aus? Denken Sie daran, dass alle Aktien schlecht sind, solange sie nicht steigen.“
„Buy Low, Sell High ist für Daytrader die falsche Methode. Um billig kaufen zu können, müssen Sie sich auf Aktien konzentrieren, die nach unten gehen, obwohl wir wollen, dass sie steigt.“
Fragen: „Wie kann ich aus dem was jetzt passiert einen Vorteil ziehen?“ „Wie kann ich mich auf die Chancen vorbereiten, die in Zukunft auftauchen?“
„Es ist gewinnbringender die schlechten Zeiten auszusetzen, anstatt in den guten Zeiten aufzustocken.“
„Trader leben in ihren eigenen Welt, jeder Gipfel und jedes Tal gehört ihnen.“
„Ja, Entschuldigungen sind schnell gemacht. Aber sie haben keinem noch einen Cent gebracht.“
„Was ist, wenn es nicht funktioniert? Bin ich darauf gefasst diesen Betrag meines kostbaren Kapitals zu verlieren oder sollte ich mit weniger einzusteigen oder vielleicht abwarten? Bin ich diszipliniert genug, gemäß meinem Plan auszusteigen?“
„Es heißt ein ängstlicher Mensch vor der Gefahr hat, ein Feigling hat während der Gefahr Angst und ein mutiger Mensch nach der Gefahr Angst.“
„Das Leben beginnt in einer neutralen Position zwischen Gewinnen und Verlieren – es fürchtet weder Verluste, noch sehnt es sich nach Gewinnen. Doch sobald ein Mensch sich seiner bewusst wird, entstehen auch Angst und Gier. Doch wenn man die die Gier abschüttelt (und damit die Angst, die sich aus Mangel ergibt), erreicht man eine ganz spezielle Einheit mit allem. Und genau hier kommen große Trader und Investoren ins Spiel.
Jeder Akt hat sowohl gute als auch schlechte Ergebnisse. Somit hat auch jeder Akt im Leben sowohl positive als auch negative Folgen – Gewinne und Verluste sozusagen, es kommt nur auf den Blickwinkel an. Das Beste was wir tun können ist, beide zu akzeptieren, während wir uns dem Leichteren zuwenden.“
„Das Überraschende dabei ist, dass die Tätigkeit ein für sich passendes System zu finden, eine rein mentale Tätigkeit ist. Und man muss solange an seinem System feilen, bis man sich als Trader damit wohlfühlt. Man muss sei Kriterien für Wohlbefinden kennen.
„Es kann zwar durchaus sein, dass sie mehrere Jahre opfern müssen, um das Traden zu lernen und um einen Business Plan sowie dazu passende Systeme zu entwickeln, doch sobald Sie dies geschafft haben, könnten Sie meines Erachtens finanziell unabhängig sein.“
„Selektive Wahrnehmung kann dazu führen, dass unserer Ansichten die nützlichsten Informationen aussondern. Ein Trader oder Investor, der sich jeden Markt auf der Welt gleichzeitig anschaut, hat es leicht mit rund 1 Mio. Informationseinheiten pro Sekunde zu tun. Die Aufnahmefähigkeit unserer Wahrnehmung ist streng limitiert. Selbst unter idealen Bedingungen liegt diese Kapazität irgendwo zwischen fünf und neun Informationsbrocken pro Sekunde.“
„Fortschritte im Wissen ergeben sich für uns eher dadurch, dass wir versuchen, etwas an unserer Theorien zu bemängeln, als dadurch, dass wir versuchen, sie zu stützen.“
„Somit betrachtet die meisten von uns lediglich das tägliche Balkendiagramm und akzeptieren, dass es die Tradingaktivitäten eines Tages präsentiert. In Wirklichkeit handelt es sich lediglich um eine Linie auf einem Blatt Papier – nicht mehr und nicht weniger. Wir gehen davon aus, dass es den Markt repräsentiert. Man könnte es eine Verallgemeinerung der Marktaktivitäten an einem Tag nennen, aber das ist schon die beste Bezeichnung dafür.
Indikatoren sind lediglich Verzerrungen von Rohdaten, die angeblich irgendetwas repräsentieren sollen.
Erfahrene Trader und Investoren wissen, dass das Abschätzen der Zuverlässigkeit von Daten zu den größten Problemen zählt, die Trader haben können. Die meisten Datenanbieter sind in Bezug auf tägliche Balkendiagramme recht genau, doch wenn man beginnt, Daten über Ticks, fünfminütige Charts, etc. zu verwenden, dann ist es mit der Genauigkeit schnell vorbei.“
„Wenn man dafür bekannt ist, dass man in der Öffentlichkeit Ratschläge erteilt, dann wird man schnell als Experte betrachtet, egal wie genau oder ungenau diese Ratschläge sind. Schließlich wird das meiste Geld damit verdient, dass man den Menschen gibt, was sie wollen, anstatt ihnen das zu geben was sie brauchen.“
„Die Medien versuchen ständig den Markt zu erklären, selbst wenn sie rein gar nichts über den Markt wissen. Wenn z.B. der Dow Jones um mehr als 100 Punkte nachlässt, dann sind am nächsten Tag die Zeitungen voll von zahllosen Erklärungen. Dies könnte sich in Ihrer Lokalzeitung dann in etwa wie folgt anhören: blabla… Am nächsten Tag steigt der DJIA um mehr als 100 Punkte. In der Zeitung ließt man etwas wieder das Gegenteil: blabla….
„Je mehr Sie das von Ihnen verwendete Konzept verstehen, desto weniger wird es nötig sein, dass sie historische Tests durchführen. Zweitens würde ich Ihnen sehr an Herz legen, dass Sie im Geiste verschiedene Szenarien durchspielen, zu denen es im Markt kommen könnte. Einige Katastrophenszenarien mögen zwar abwegig erscheinen, doch wenn sie verstehen können, wir ihr System mit solchen Ereignissen umgehen würde, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, dann verstehen Sie Ihr Konzept sehr gut.“
„Postdictive Error bedeutet, dass man bei seinen Test Infos verwendet, die zum Zeitpunkt der Entscheidung noch gar nicht vorgelegen hätten.“
„Wenn Sie ein System erstellen, dann sollte es immer Ihr Ziel sein, es so entwerfen, dass es kurzfristig ein möglich kleines Risiko birgt, damit man die langfristige Erwartung des Systems erreichen kann. Die meisten Trader neigen dazu, mit viel zu großen Positionsgrößen zu agieren, die sie kurzfristig gesehen, nicht vor solchen Katastrophen schützen.“
„Sobald eine Person eine Prognose erstellt, spielt das Ego kräftig mit und man kann nur schwer akzeptieren, wenn im Verlauf eines Trades etwas passiert, das von dieser Prognose abweicht.“
„Wenn du einem Trader, der versucht mit einem neuen System anzukommen, eine bestimmte Anregung geben könntest, welche wäre das?“ Er antwortete mir:“ „Dass er mindestens 50 Prozent der Zeit, die er in die Entwicklung seines Systems investiert, damit verbringt, seine Ziele zu formulieren. Sobald Sie dies getan haben, können Sie entscheiden, ob Ihre Ziele realistisch sind. Falls ja, können Sie danach ein Tradingsystem entwickeln, um diese Ziele zu erreichen.“
„Wer zum Beispiel 30 Prozent oder mehr verdienen muss, nur um zu überleben, versetzt sich in eine unhaltbare Lage und gibt darüber hinaus seinem Tradingkapital keine Chance zu wachsen.“
„Ich plane alles. Ich erstelle Worst-Case Szenarios und wir spielen sie einfach als Übung durch. Für jedes Szenario beschreibe ich sowohl den besten als auch den schlimmsten Fall.“
„Um ein gutes Model zu entwickeln, muss man einige Personen finden, die das, was man modelliert, gut können.“
„Persönliche Bestandsaufnahme: Fähigkeiten, Temperament, Zeit, Mittel, Stärken, Schwächen.“
„Wer bin ich? Die Antwort auf diese Frage ist die Grundlage für alles andere, was sie tun, also denken Sie ernsthaft darüber nach.“
„Versagen wird nur durch eines bestimmt und das ist die Angewohnheit, unwichtige Dinge wichtig zu nehmen. Um zu gewinnen muss ich erstmal alles verlieren.“ „Zuerst müssen Sie verstehen, dass alles was ihnen je beigebracht wurde, aus Überzeugungen (Glauben) besteht, inklusive jedes Satzes, den Sie bisher in diesem Buch gelesen haben. Alles was scheinbar eine Tatsache ist, ist noch immer relativ und hängt davon ab, wie man die Situation auslegt. Inwieweit es sich um Tatsachen handelt, hängt von Vermutungen ab, die man anstellt, sowie dem Blickwinkel, von dem aus man die Situation aus betrachtet – und bei beidem handelt es sich ebenso um Überzeugungen(Glauben).
Wenn man so wie jeder eine „Illusion“ tradet, dann ist dies besonders gefährlich, wenn man es nicht weiß. Wenn Sie ein offenes Wesen haben, dann fangen Sie an, über die Märkte zu lesen.
Es gibt kein richtig oder falsch, sondern nur Glaubenssätze und die Bedeutung, die man ihnen beimisst. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Ihnen ihre Glaubenssätze auch nutzen, dass heißt, dass sich dadurch Ihr Leben verbessert.“
„Mehrere unabhängig voneinander agierende Systeme, die zum großen Ganzen passen, würden einen hervorragenden Businessplan ausmachen. Außerdem könnte man einige Systeme mehr entwickeln, die man verwenden könnte, wenn sich das große Ganze ändert.“
„Ich bezeichne mich gerne als einen Trader, der bereit ist, die besten Hilfsmittel zu verwenden, die es gibt, um seine Arbeit zu erledigen.“
„Sollten Sie jemals zwei oder mehrere gute Ideen haben, dann fahren Sie fast immer besser, wenn Sie sie alle durchführen, anstatt in die Entweder-Oder Falle zu tappen.“
„Wer zu früh aktiv wird, kann aus einer genauen Prognose leicht einen Verlust-Trade machen.
„Je simpler das System, desto besser wird es auf dem Markt funktionieren. Viele verschiedene Indikatoren können aber auch von Vorteil sein, wenn jeder dieser Indikatoren auf einem anderen Datentyp basiert. Das liefert uns einen entscheidenden Unterschied zwischen Filtern und Setups: Filter basieren normalerweise auf denselben Daten und Sie sollten Sie im Rahmen Ihres Systems meiden.“
„Wenn es wahr ist, dass es für jeden Verkäufer im Markt einen Käufer gibt, wie können sich die Kurse dann auf und ab bewegen? In einer perfekten Welt, würden sich beide Parteien stets ausgleichen, da auch der Preis(Wert) der Aktie (Ware) bekannt wäre. Der Grund für die preisliche Bewegung ist, dass eine der beiden Parteien – einen kleinen Fehler macht. Eine der beiden Parteien ist bereit für den Einstieg (Ausstieg) eine Prämie (Agio) zum aktuellen Marktgebot (Geld-Brief) zu zahlen. ---> aggressives Kaufen / Verkaufen
Dieses Ungleichgewicht ist kein Volumenüberhang oder Defizit, sondern ein Ungleichgewicht im Zeitraum des Handlungsbedarfs.“
„Ohne die Bündelung von Talent, Planung und entsprechender Umsetzung wurde noch nie etwas Großes erreicht. In diesem Geschäft ist es nicht anders: Je mehr Sie sich darauf konzentrieren, was sie tun, desto erfolgreicher werden sie.“
„Geschäftsleute die einen Kreditantrag stellen benötigen einen Businessplan, eine Prognose über die Entwicklung des Geschäfts und darüber wie man den Kredit zurückzahlen können.“
Erfolgreiches Trading basiert auf einer Kombination aus Handelssystemen und der Kontrolle der eigenen Gedanken und Emotionen. Um erfolgreich zu sein, müssen Sie viel über sich selbst wissen und über die Psychologie in den Märkten in denen Sie sich bewegen. Bis Sie damit nicht erfolgreich umgehen können, wird Ihr Trading nicht besonders gut sein.“
In diesem Geschäft kann man nur Geld oder Ego verlieren – nichts anders. Was ist Ihnen wichtiger?
Märkte können sich in Sekundenschnelle in Bewegung setzen, was die meisten Menschen nicht können. Das ist der Grund, warum so viele bei diesem vermeintlich einfachen Spiel scheitern.
Plane den Trade und trade dann den Plan!
1 Kalenderjahr entspricht 7 Börsenjahren.
Es ist absolut notwendig, die Fähigkeit zu besitzen, seine Meinung zu ändern. Sturköpfe haben in diesem Geschäft rein gar nichts verloren. Kein Dogma.
Es ist kein Kinderspiel einem System zu folgen. Wenn man einen Vorteil im Spiel hat, dann erhöhen sich die Chancen auf den Sieg je länger man spielt.
Lassen Sie mich einen Vergleich ziehen: Da ist ein Bankräuber, dessen Komplize ihm sagt, dass er ausreichend Zeit hat, um den Tresor zu plündern. Also fängt er an, munter das Geld einzusammeln, auf das er gehofft hat. Aber dann ruft der Komplize, dass die „Bullen“ kommen. Ein Bankräuber würde das nehmen, was er schon hat und flüchten. Seine Pläne haben sich geändert. Hier besteht der Unterschied zwischen Tradern und Bankräubern: Trader würden in der Bank bleiben, in der Hoffnung, es handle sich um einen Fehlalarm.
Gesundheitstipp: Nehmen Sie keine Drogen, nicht trinken und gehen Sie nicht zur Arbeit.
Jeder größere Verlust, den ich beim Trading erlitten habe(und davon hatte ich wirklich genug) stammte von dem Glauben, dass mein aktueller Trade ein großer Gewinner werden würde, sodass ich mich nicht an die Spielregeln gehalten habe.
Ratten die hungrig sind, gehen(motiviert durch Gier) bei der Nahrungssuche ein größeres Risiko ein als Ratten, die nicht hungrig sind. Wir Trader sind wie hungrige Ratten motiviert durch Gier.
Plane deine Abschlüsse und weiche nicht mehr davon ab, lass dich nicht zur falschen Zeit von Emotionen in den Abgrund stürzen.
Was sich wirklich bewährt ist, Einfachheit zu bewahren und einzusehen, dass Perfektion oder auch nur annähernde Perfektion in diesem Geschäft nicht existiert.
Die Eigenschaft nicht die Nerven zu verlieren, wenn das Team am Verlieren ist, ist die Eigenschaft, das Ruder in einer aussichtslosen Lage noch mal rumzureißen. Dies macht den wahren Champion aus. Wir müssen Punkte erzielen können, wenn wir hinten liegen. Es besteht ein großer Unterschied zwischen dem emotionalen Zustand des breiten Publikums und eines Profis.
Phantasie ist wichtiger als Wissen
Denn weder Volkswirtschaftslehre noch Finanzlehre ist eine Wissenschaft. Sie sind eine Kunst. Man muss Inspiration haben, Erfahrung und wieder Erfahrung, gemischt mit vielen Watschen und meine Bücher sorgfältig studiert haben.
Die am meisten gebrauchten Wörter an der Börse sind: vielleicht, hoffentlich, möglich, zwar, ich glaube, ich meine, aber, wahrscheinlich, das scheint mir… Alles, was man glaubt und sagt, ist bedingt und kann auch anders gesehen werden.
Meistens verändern sich erst die Kurse und die rasch erfundenen Begründungen werden nachgeliefert. Die Börse benimmt sich oft wie ein Alkoholiker; auf gute Nachrichten weint sie, auf schlechte lacht sie. Die Erklärungen folgen immer im nach hinein. Die Börsen oder Devisenkurse machen eine Bewegung herauf oder herunter und nachher erklären die Spieler, Spekulanten, Anlageberater und Analysten – oft mit gegensätzlichen Argumenten, warum es einfach so kommen musste. Die Kurse machen erst die Nachrichten – die dann weiterberichtet werden.
Je höher die Umsätze an der Börse sind, bei steigenden Kursen, desto mehr Papiere wechseln von den „starken“ in die „schwachen“ Hände, d.h. von psychologisch festen zu schwankenden Börsenteilnehmern.
Denn lieber bin ich ein ungeschulter Spekulant, der seinen Buckel über 70 Jahren in 70 Börsen herumführte, als ein geschulter Wirtschaftsprofessor, der noch nie 24 Stunden auf dem Börsenparkett verbrachte.
Ich habe Freunde, die sich, wenn sie 100 € in der Tasche haben, als Millionäre fühlen und auch solche, die wie bei Meerwasser „immer durstiger werden, je mehr sie davon trinken.“
Seit ich ruiniert bin, kenne ich meine Schwächen / Money can´t buy me love (50 Cent)
Nachdem Volpone, der Geizhals, aus Venedig verbannt worden ist, erbt der kluge und lebenslustige Mosca sein Haus mit allen Schätzen und ruft: „ Die Fenster auf, die Türen auf! Luft und Licht und Menschen herein! Es riecht noch nach Angst, es muffelt nach Geiz und Habsucht und bösen Reden. Kein Wort mehr von Geld! Wir wollen jetzt lustig sein, von Volpones Schüsseln schmausen von seinen Weinen trinken, über alle Narren lachen und über die Geldnarren am meisten…! Vorwärts! Munter! Musik! Musik!
Der Spekulant darf tatsächlich niemals Schulden machen, will er unbelastet seinen Ideen folgen können. Man muss Geduld haben bei seinen Engagements und fast auf ihnen einschlafen können. (Der wahre Spekulant muss allerdings wie ein Krokodil mit offenen Augen schlafen).
Die Kurse steigen, wenn die Käufer unter stärkerem psychologischen und materiellen Druck stehen als die Verkäufer.
Man kommt ans Ziel, aber nie auf gerader Linie.
Kurse drücken nur in Ausnahmefällen den realen Wert aus, sondern spiegeln das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Egal, woher das Angebot kommt, wenn es kommt, dann fallen die Kurse. Es wäre interessant einmal alle Kauf- Verkaufsorders eines Tages darauf zu untersuchen, welche Beweggründe die Käufer und Verkäufer hatten. Nehmen wir an, ein Wert steigt bis zu einem Niveau, mit dem die Anleger gerechnet haben. Damit gelangt er aber in eine Gefahrenzone. Vom Augenblick an übt nämlich der angemessene Kurs nicht mehr die gleiche Anziehungskraft auf die Spekulation aus. Es gibt nur wenige Kaufinteressenten und diejenigen, die das Papier bereits im Besitz haben, versuchen es nun bei den erwarteten und eingetretenen hohen Preisen loszuwerden, um ihre Nutzen sicherzustellen. Dann wollen alle gleichzeitig durch ein und dieselbe Tür. Die Baisse ist da, obwohl die erwarteten Ergebnisse eingetroffen sind oder vielleicht gerade deswegen. In der Börsensprache nennt man dies FAIT ACCOMPLI
Dem Fait accompli kommt in der Kursentwicklung eine ganz besondere Bedeutung zu. Nehmen wir an, es besteht Kriegsgefahr. Viele Anleger verkaufen ihre Werte. Aber am Tag der Kriegserklärung steigen die Kurse plötzlich gegen alle Erwartung. Bei Kriegsausbruch 1939 war dies typisch für alle Börsen.
Jeder Börsenzyklus besteht aus drei Phasen:
- Der Phase der Korrektur
- der Phase der Anpassung
- der Phase der Übertreibung
Wie soll sich nun der Spekulant in diesen drei Phasen verhalten?
In der dritten Phase, d.h. in der Übertreibungsphase des Bearmarktes, sollte er kaufen und auch nicht erschrecken, wenn die Preise weiter zurückgehen. Denn wie die alten Börsianer schon auf der Budapester Getreidebörse sagten: „Wer den Weizen nicht hat, wenn er zurückgeht, hat ihn auch nicht, wenn er steigt.“ In der ersten Phase der Aufwärtsbewegung sollte er weiterkaufen, denn der Tiefpunkt ist überwunden. In der zweiten Phase, sollte er eigentlich nur Zuschauer sein, nur passiv mit der Bewegung gehen und sich seelisch darauf vorbereiten, in der dritten Phase bei der allgemeinen Euphorie aus dem Markt auszusteigen. Das heißt, bei der zyklischen Börsenbewegung, sollte man zu zwei Dritteln gegen die Tendenz und zu einem Drittel mit der Tendenz gehen. Man muss sehr trainiert, misstrauisch, zynisch und auch ein wenig eingebildet sein, um sich der Massenhysterie entziehen zu können und zu sagen: „Ihr seid alle Dummköpfe, nur ich weiß etwas oder jedenfalls weiß ich es besser! Deshalb gelingt es an der Börse nur einer Minderheit erfolgreich zu spekulieren. Die Mehrheit zählt ja zu den Verlierern. Man muss nur nicht die Lage richtig beurteilen – es müssen auch alle andern falsch liegen.
Nur eine sehr lange Erfahrung gibt einem, was man das Fingerspitzengefühl nennt. Auch der erfahrene, mit allen Wassern gewaschene Spekulant kann sich irren. Er muss sich sogar oft irren, um die notwendige Erfahrung zu sammeln. Ein Börsenspekulant, der in seinem Leben nicht mindestens zweimal pleite war, ist dieser Bezeichnung nicht würdig. Wir sind alle in einem dunklen Raum aber gewiss wird sich jener, der sich schon seit Jahrzehnten in diesem Raum befindet, besser zurechtfinden als einer, der erst vor kurzem eingetreten ist.
Die Hausse steigt sanft, sie erklimmt Absatz um Absatz, ohne dass man es eigentlich merkt, während der Börsenkrach plötzlich und mit der Heftigkeit göttlicher Rache kommt.
Der Gewinn ist nur eine Illusion, allein der Verlust ist Realität
Eines Tages kam sein Sekretär voller Aufregung zu ihm: „Die Papiere gehen dramatisch zurück!“ Seine Antwort: „Die Papiere gehen zurück? Soll ich mich aufregen? Ich war drei Jahre in Auschwitz…“
Wenn alle verkaufen wollen, dann entsteht der berühmte Flaschenhalseffekt, die deutschen Börsen sind zu klein für solche enormen Beträge.
„Immer Angst haben, nie erschrecken.“
An der Börse sind drei Jahre nicht genug, um ein Gurudiplom zu erwerben, dafür braucht man mindesten 40 Jahre.
Der Computer ist beim spekulieren ebenso unschuldig wie das Besteck, mit dem man einen faulen Fisch isst. Das Übel ist allein der stinkende Fisch.
Wer handelt schon antizyklisch? Immer nur eine Minderheit! Und wer nach dem 87er Crash eingestiegen ist, hat heute Supergewinne in seinen Büchern stehen.
„Ein guter Anzug und ein maßgeschneidertes Hemd können sogar aus einem Börsianer einen Gentleman machen.“
Welcher Aberwitz sich hinter dem Begriff „Portfolio Insurance“ verbirgt, habe ich bereits beschrieben: Man versichert sein Haus, indem man es verkauft.
„Jeder, der sich wohl fühlt, ist eigentlich ein Kranker, nur weiß er es nicht.“
„Das ist ein niedriges Niveau wie das „Wenn der Hahn kräht auf dem mist, ändert sich´s Wetter oder´s bleibt, wie es ist.“
Die Spieler, die auf Nummer „todsicher“ gespielt haben, werden enttäuscht und bestraft. Denn natürlich kauften die meisten zum höchsten Kurs. Andernfalls wäre dieser ja nicht zustande gekommen.
Genau zu diesem Zeitpunkt, wenn die Börse „talk of the town“ ist, muss man unbedingt aussteigen.
In anderen kapitalistischen Ländern kommen auf 10 Hartgesottene 90 Zittrige; in der Bundesrepublik stehen nur 5 Hartgesottene 95 Angsthasen gegenüber. Eben die deutschen Tugenden wie Disziplin und Tüchtigkeit sind an der Börse eher abträglich, denn Spekulieren ist in diesem Sinne keine Arbeit, es ist eher eine Kunst, etwas Intuitives.
„Die Deutschen arbeiten nicht nur viel, sondern auch gern. Recht geschieht ihnen.“
…Er bemühte sich, durch Geheiminformationen herauszubekommen, in welcher Höhe jeweils Kreditengagements an der Börse bestanden. Wenn er wusste, dass viele Hunderte Millionen, ja Milliarden in einer Haussespekulation engagiert waren, spielte er natürlich auf Baisse. Er wiederholte immer wieder. Die technische Verfassung des Marktes ist entscheidend; wenn alle Papiere von den „schwachen Händen“ gehalten werden, dann muss der Krach kommen.
Jeden Tag sterben Kinder in der 3. Welt und dich beschäftigt was ein dritter von dir hält?
Wenn man sich schon in Sachen wie die Börse einläst, dann soll es sich doch wenigstens lohnen. So dachten schon die frommen Juden: „Wenn schon Schweinefleisch, dann muss es vor Fett triefen.“ Die meisten Börsianer haben leiden die hässliche Eigenschaft herumzuprotzen, wenn ihre Papiere ein paar Punkte gestiegen sind. Mit dem Gewinn geben sie an, den Verlust verschweigen sie. Sie haben alles vorausgesehen und wiederholen: „Ich habe es dir doch gesagt!“
Spekulanten sind Börsianer, die ihr Vermögen aber auch ihren Ruin mit der Börse machen. Sie gehen ein Abenteuer ein und riskieren dabei die eigene Haut. Der Spekulant hat – mehr als andere Menschen – Ideen, Einfälle und Visionen und erwägt pausenlos die Pro und Kontras der Dinge, die ihm begegnen, zieht daraus Konklusionen und kauft und verkauft irgendeine beliebige Aktie. War seine Überlegung richtig, bekommt er seinen Lohn (von der Börse), war sie falsch, zahlt er (der Börse) eine Geldstrafe. Der Spekulant braucht Erfahrung, um immer wieder analoge Situationen ins Gedächtnis zu rufen.
„Ein guter Priester lernt bis zu seinem letzten Tag.“
„Le client, voilà l´ennemi“
Wenn man seine finanziellen Engagements wirklich vom Aberglauben abhängig macht, so ist man ein Spieler. Das war ich als junger Mann; ich weiß, was spielen ist und habe unter Schmerzen gelernt. (Merke: Das in der Spekulation gemachte Geld ist Schmerzensgeld; zuerst kommt der Schmerz, dann das Geld).
Charts individueller Aktien haben eine gewisse Bedeutung, denn aus ihren Bewegungen lassen sich unter Umständen Rückschlüsse ziehen, die sonst nicht möglich gewesen wären. Wenn zum Beispiel die Kurskurve einer Aktie gegen die generelle Tendenz geht, so kann dies auf Transaktionen der Großaktionäre hinweisen. Diese wissen, dass es der Firma schlecht geht und wollen ihre Aktien abladen. Charts für den gesamten Markt hingegen, sind etwa so sinnvoll wie der Einfall des Chefarztes einer Klinik, statt der Fieberkurve über dem Bett eines jeden Patienten eine Durchschnittskurve aller Patienten zu erstellen.
Sicherlich genießt der Roulettespieler das Gewinnen. Aber schon sein zweitgrößtes Vergnügen ist der Verlust, denn sein Vergnügen ist der Nervenkitzel, nicht das Geld. Das Vergnügen der Spieler ist die Herausforderung des Schicksals. „Ich kenne einen der hat Geld wie Heu, aber oft seine Fahrkarte in der Straßenbahn nicht entwertet. Sein Spiel geht so: Habe ich entwertet und der Schaffner kommt nicht, habe ich Pech gehabt; kommt er, habe ich Glück gehabt. Habe ich die Karte nicht entwertet und werde kontrolliert ist das besonderes Pech, werde ich aber nicht kontrolliert, so habe ich das große Los gezogen.“
„Selbstverständlich setzt beim Roulette niemand mehr auf Rot, wenn die Kugel bereits zehnmal bei Rot stehen geblieben ist.“
Hat man Papiere, so zittert man sie könnten fallen; hat man keine, so zittert man, sie könnten steigen. Darum bin ich der Überzeugung, dass nach jeder Börsendepression, in der die Menschen ein wahrer Ekel vor Aktien und vor der Börse befällt, wieder Zeiten folgen, wo alle Wunden der Vergangenheit vergessen sind und die Menschen sich wieder von der Börse anlocken lassen, wie die Motten vom Licht.
Man könnte den Börsianer mit einem Alkoholiker vergleichen, der nach einem schweren Rausch am nächsten Tag in seinem Katzenjammer beschließt, nie wieder ein Glas Alkohol in die Hand zu nehmen. Aber am Nachmittag trinkt er doch wieder einen Cocktail und dann noch einen und noch einen und um Mitternacht ist er wieder genauso betrunken wie vorher.
Denn bei einer Gesellschaft, die sogar ich einschüchtern kann, bleibe ich gerne Kunde, aber niemals Partner.
Der Werdegang der Spekulanten – wie auch immer sie aussehen – begann jedenfalls gleich. ungefähr so, wie ein unschuldiges Mädchen manchmal zum ältesten Beruf der Menschheit gelangt: Zuerst ist es Neugier, dann Vergnügen, Leidenschaft sogar und zum Schluss nur noch Geldgier. Ich bin glücklicherweise erst in der zweiten Phase. Noch immer ist die Börse eine Leidenschaft.
Welch ein fürstlicher Beruf! Keine Angestellten, kein Chef. Kein Zwang zu freundlichen Lächeln, kein Hin und herhandeln, keine nervösen Kunden wie bei Bankiers oder Maklern. Ein Edelmann, der über sein Zeit frei verfügt, eingehüllt in den Rauch seiner Zigarre, bequem im Sessel sitzend, denkt er nach, fern vom Lärm der Geschäftemacher. Seine Werkzeuge: Telefon, Radio und Zeitungen, die er freilich zu lesen weiß – zwischen den Zeilen.
Das Chartlesen ist meiner Ansicht nach eine Wissenschaft, die vergebens sucht, was Wissen schafft.
Von der Dummheit der anderen kann der Spekulant oft mehr profitieren, als von seiner eigenen Klugheit. Man kann auch von einem Dummkopf etwas lernen, besonders, was man nicht tun soll.
Folgen Sie unter keinen Umständen den Tipps der Banken. Das ist genauso wie in meinem Stammbistro: Wenn der wirt „Boeuf à la mode“ empfiehlt, weil er noch 5 Portionen in der Küche stehen hat und loswerden will, so bestelle ich justament dieses Gericht nicht.
Der Bankier handelt mit Geld, der Kaufmann mit konkreten Waren. Ihre Interessen sind nicht dieselben; der Bankier kassiert Zinsen, je höher umso besser, der Kaufmann muss Zinsen zahlen, je niedriger, desto besser; der erste sucht die Sicherheit einer Anlage und der zweite die Phantasie. Entweder man ist das eine oder das andere; beide stehen sich „antagonistisch“ gegenüber. „Zwei mal zwei ist fünf weniger eins“
„Hat man 24 Stunden früher recht als die anderen, so gilt man 24 Stunden lang als närrisch.“
„Man kann an der Börse verdienen, viel verdienen, eventuell reich werden, man kann aber auch alles verlieren, viel verlieren und auch zugrunde gehen. Aber nie kann man durch Börsenspiel ein Pro-Jahr-Einkommen in festen Prozentsätzen sicherstellen.“
Ein Freund von mir war börsensüchtig. Er arbeitete in der Stahl und Eisenbranche und wickelte während des Koreakrieges Millionengeschäfte ab. Er tat sich groß damit, sein Geld mit Fleiß und Schweiß zu verdienen. In seinen Augen waren wir Börsianer Nichtstuer, Faulenzer und Parasiten der Wirtschaft. Eigentlich hatte er Recht, obwohl ich mich bestimmt nicht schäme, niemals gearbeitet zu haben und trotzdem ein sehr angenehmes und bequemes Leben geführt zu haben.
„So ist es gut, so ist es recht, niemandes Herr und niemandes Knecht!“ Das ist mein Erfolg.
Spiel der Spiele
Schon mehrmals war ich völlig abgebrannt, doch einen Totalverlust habe ich nie erlitten. Sonst stünde ich nicht da, wo ich mich heute befinde. Ich wusste immer, dass ich wieder eine Chance bekommen und den gleichen Fehler kein zweites Mal begehen würde. Ich habe eben an mich geglaubt. Die Spekulation an der Börse ist ein hartes und schwieriges Geschäft. Der Akteur muss stets auf dem Posten sein, sonst verliert er seinen Job.
…denn nur wenn ich Geld verlieren, lasse ich mich überzeugen, dass ich etwas falsch mache.
„Ehre deinen Kunden und Du wirst reich“, lautet ein altes Sprichwort
Es ist eine unvergleichliche Erfahrung, alles zu verlieren, um zu lernen, was man falsch gemacht hat. Weiß man dann endlich, was man nicht tun darf, um Verluste zu vermeiden, fängt man an zu lernen, was man tun muss, um Gewinne zu erzielen. Können Sie mir folgen? Sie fangen an zu lernen.
Es heißt, solange man Gewinne mitnimmt wird man nicht arm. Es stimmt: Man wird zwar nicht arm – aber man wird mit einem Vier-Punkte Gewinn in einem Bull-Markt auch nicht reich.
Der absolute Dilettant weiß überhaupt nichts und jeder – auch er selbst – weiß das. Hat er dann die nächste Wissensstufe erreicht, glaubt er, er wisse schon eine ganze Menge und erweckt diesen Anschein auch bei anderen. Er ist schon zum „Dilettanten mit Erfahrung“ avanciert, der zwar nicht den Markt selbst, aber doch einige Bemerkungen über den Markt – von Dilettanten, die noch mehr wissen als er – studiert hat. Der Dilettant, der noch eine Wissensstufe erklommen hat, weiß schon, wie er sich durch ein paar Methoden, die die absoluten Dilettanten eben erst herausfinden, gelegentlich vor Verlusten schützen kann. Und genau dieser Dilettant, der kein blutiger Anfänger mehr ist - weniger der absolute Dilettant – ist das ganze Jahr über die wirkliche Einnahmequelle der Commission Houses. Er kann sich durchschnittlich 3,5 Jahre halten, während ein absoluter Anfänger einen Zeitraum von 3-30 Wochen an der Wall Street durchhält. Natürlich ist es der Dilettant, der schon einiges weiß, der stets die berühmten Trading-Aphorismen und all die Gesetze der Spekulation zitiert. Er weiß um all die „Tu-das-nicht“-Regeln der erfahrenen Börsianer – mit Ausnahme der wichtigsten. Sei kein Dilettant!
Dieser Dilettant im Fortgeschrittenstadium glaubt, er sei reifer und erfahrener geworden, da nun bei fallenden Kursen kauft. Er wartet sie ab. Wie günstig er eingekauft hat, misst er daran, um wie viel Punkte der Kurs der entsprechenden Aktie gegenüber ihrem Höchststand gefallen ist. In den großen Bullenmärkten kauft der wirkliche Dilettant, der die Börsenregeln nicht kennt sowie das Verhalten der Aktie in der Vergangenheit, blindlings. Zunächst verdient er gut, bis er sein Geld durch eine unvermeidliche Gegenreaktion des Marktes auf einen Schlag verliert. Doch der „vorsichtige“ Dilettant macht es so wie ich, als ich glaubte, ich würde intelligent spekulieren – unter Rückgriff auf die Intelligenz anderer.
Auch bei Fullerton ging das übliche Publikum ein und aus. Alle Wissensstufen waren vertreten. Nur einer unter ihnen war anders: Ein älterer Herr. Er erteilte niemals ungefragte Ratschläge und prahlte auch nicht mit seinen Gewinnen. Er konnte gut zuhören, er schien auch nicht sonderlich heiß auf Tipps zu sein; er fragte den jeweiligen Wortführer nie, was sie gehört hätten oder wüssten. Doch wenn jemand ihm einen Tipp gab, bedankte er sich bei Tippgeber. Manchmal auch ein zweites Mal, wenn sich der Tipp als richtig erwiesen hatte. Anderseits beklagte er sich niemals, wenn er möglicherweise hereingefallen war. Niemand wusste also, ob er einen bestimmten Tipp nun befolgt hatte oder nicht. Bei Fullerton hielt sich das Gerücht, dass er wohlhabend sei und es sich durchaus leisten konnte, sich in großen Positionen zu engagieren. Doch verdiente die Brokerfirma offensichtlich keine hohen Provisionen an ihm… „Ich gab ihm dem Climax Motors Tipp. Er hat 500 Aktien gekauft, 7 Punkte Gewinn gemacht und ich sage ihm, er soll jetzt verkaufen und sie wieder kaufen, wenn es eine Gegenreaktion gibt, die jetzt überfällig ist. Und was antwortet er mir? Er sagt, wenn er verkauft, würde er seinen Job verlieren. „Entschuldigen Sie, Mr. Hartwood, ich sagte nicht, ich würde meinen Job verlieren“, fiel ich Old Turkey ins Wort. „Ich sagte, ich würde meine Position verlieren, d.h. meinen Standpunkt aufgeben. Wenn Sie erst so alt sind wie ich und ebenso viele Haussen und Kursstürze erlebt haben wie ich, wissen Sie, dass es sich niemand leisten kann, seinen Standpunkt aufzugeben – nicht einmal John D. Rockefeller. Ich hoffe, der Kurs der Aktie fällt und dass sie dann wesentlich billiger zurückkaufen können, mein Lieber. Ich selbst kann meine Trades jedoch nur unter Einbringung meiner langjährigen Erfahrung durchführen. Der Preis war hoch genug und ich bin keineswegs gewillt, ein zweites Mal Lehrgeld zu bezahlen. Ich bin Ihnen jedoch dankbar für Ihren Tipp, als wenn ich das Geld schon auf der Bank hätte. Wir befinden uns in einem Bull-Markt, wie Sie wissen.“
Ich denke, ich habe mit meinen Börsenerfahrungen einen großen Satz nach vorn gemacht, als ich endlich erkannte, dass Turkey mit seinen Worten: „Sie wissen schon, wir befinden uns in einem Bull-Markt!“ In Wirklichkeit wollte er sagen, dass man nicht mit den einzelnen Kursschwankungen, sondern mit den großen Bewegungen des Marktes und an der Börse das große Geld verdienen konnte – d.h. nicht indem man die Kurse, die aus dem Börsenticker kamen las und interpretierte, sondern durch die Größenbestimmung des Gesamtmarktes und die Erfassung des Trends.
Old Turkey hatte mit seinen Äußerungen und seiner Handlungsweise völlig Recht. Er hatte nicht nur den Mut, zu seiner Überzeugung zu stehen, sondern er brachte vielmehr auch die von Intelligenz zeugende Geduld zum unbeirrten Weitermachen auf. Niemand kann alle Kursschwankungen ausnutzen. In einem Bull-Markt besteht die Spekulation darin, dass man kauft und den Wert behält, bis man glaubt, der Bull-Markt nähere sich dem Ende.
Eines der hilfreichsten Börsenprinzipien ist dabei auch, nicht versuchen zu wollen, die letzten bzw. die ersten acht Punkte mitzunehmen. Denn das sind die teuersten Punkte, die es gibt. Sie haben Börsenspekulanten insgesamt schon so viele Mio. Dollar gekostet, dass man damit einen Beton-Highway von einem Ende des Kontinents zum anderen bauen könnte.
Ohne Vertrauen in die eigene Urteilskraft kommt man in diesem Geschäft nicht weit.
Doch jetzt mit ausreichendem Kapital, Erfahrung und Selbstvertrauen – hatte ich es so eilig, den neuen Schlüssel zum Erfolg auszuprobieren, dass ich nicht bemerkte, dass die Tür noch ein zweites Schloss in Gestalt des Faktors Zeit besaß. Es war ganz natürlich, dass ich es übersehen hatte. Und ich musste das übliche Lehrgeld zahlen – einen ganz schönen Betrag für jeden Schritt nach vorn. Das ist eben die Strafe, wenn man zu früh losrennt! Ich war zu sehr darauf erpicht, mir selbst zu beweisen, dass es sich um echte Dollars und nicht nur um eine Fata Morgana gehandelt hatte. Ich hätte ganz einfach darauf zu gehen müssen und nicht losrennen sollen. Und so lernte ich, dass man zu Beginn eines Bear-Marktes richtig liegt und auf Baisse spekuliert – gut daran tut, solange keine großen Bestände zu verkaufen, bis man sich sein kann, dass eine Fehlspekulation ausgeschlossen ist. Beginnt man zur richtigen ZEIT, wird eine profitable Position niemals ernsthaft gefährdet; Ausdauer und Beharrlichkeit fallen dann nicht schwer. Für mich bedeutete dies einen Papierverlust von ca. hunderttausend Dollar. Ich wollte einen schnellen Trade; den hatte ich jetzt! Stellt man fest, dass man falsch liegt, ist das einzig Sinnvolle, die richtige Position zu beziehen und die falsche aufzugeben.
Kurzum, ich hatte gelernt, dass ich für das Geld, das ich verdiente, auch etwas tun musste. Ich spekulierte nicht mehr blind; ich war auch nicht mehr damit beschäftigt, die Technik der Spekulation beherrschen, sondern vielmehr damit, mir meinen Erfolg mit dem eingehenden Studium der Dinge und durch klares Denken zu verdienen.
Und natürlich schmerzen Fehler, die einem an der Börse unterlaufen in doppelter Hinsicht: Man spürt sie in der Brieftasche und sie verletzen die Eitelkeit.
„Ich kann einfach nicht mehr schlafen!“ „Weshalb denn nicht?“, wollte der Freund wissen. „Ich habe so viele Baumwoll-Kontrakte, dass mir der Gedanke daran den Schlaf raubt. Ich bin fix und fertig und sehr nervös. Was kann ich dagegen nur tun?“ „Verkaufe so viele, dass Du wieder ruhigen Gewissens einschlafen kannst“, riet ihm der Freund.
Wer an der Börse Geld verdient, gibt es meistens auch gern schnell aus. Doch wer auf einmal Geld verliert, gewöhnt sich nur schwer daran, nicht mehr so viel ausgeben zu können.
Im Aktienmarkt riskiert man sein halbes Vermögen und denkt dabei weniger nach, als bei der Auswahl eines Autos der mittleren Preisklasse.
Sie wissen schon, ein professioneller Spekulant hat es nicht auf große, sondern auf sichere Gewinne abgesehen. Dem Profi geht es in erster Linie darum, das Richtig zu tun – dann erst ums Geld; denn er weiß, dass sich der Erfolg von selbst einstellt, wenn er alle anderen Faktoren gebührende Beachtung schenkt.
„Schwer zu sagen, bevor man nicht gesetzt hat!“ Ich musste wissen, ob ich an der Börse richtig lag oder nicht – und nur die Abrechnungen meines Brokers konnten am Monatsende den entsprechenden Beweis zu liefern.
Verkaufen Sie stets, womit Sie Verlust machen und behalten Sie die Position, mit der Sie im Gewinn liegen.
Doch nicht immer lässt es das Schicksal zu, dass man die Höhe des Lehrgeldes selbst bestimmt. Es sorgt für die erzieherische Ohrfeige und präsentiert seine eigene Rechnung – wohl wissend, dass an sie bezahlen muss, egal wie hoch sie ausfällt.
Doch sieht man sich die Durchschnittskunden, die in Commission Houses ein- und ausgehen, einmal näher an, so wird einem klar, dass Verluste dann vorprogrammiert sind, wenn man hofft, dass die Börse die offenen Rechnungen bezahlt. Man verliert mit Sicherheit alles.
Man musste sich schon selbst sehr gut kennen, um an der Börse erfolgreich zu sein. Es bedurfte einer langen Lernphase, bis ich schließlich wusste, zu welchen Torheiten ich imstande war. Manchmal glaubte ich, dass das Lehrgeld eines Spekulanten nicht hoch genug sein konnte, um zu lernen, stets auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und sich nichts einzubilden. Denn der Ruin manch eines „vollkommenen“ Traders stand im direkten Zusammenhang mit seinem Eingebildetheit – eine teure Krankheit, überall und für jeden, doch ganz besonders für einen Spekulanten an der Wall Street.
Ganz emotionslos kam ich zu den Überzeugung, dass ich nie etwas Nützliches zustande bringen würde, solange ich mir Sorgen machte und die werde ich mir solange machen, solange ich eben Schulden hatte – d.h. solange ein Gläubiger die Möglichkeit hatte, mir Ärger zu bereiten oder mich an meiner finanziellen Gesundung zu hindern.
Es gibt Zeiten, in denen man ebenso wenig dafür kann, Geld zu verdienen, als dafür, dass man nass wird, wenn man bei Regenguss ohne Schirm vor die Tür geht.
Versuchen Sie nie beim Höchststand der Kurse zu verkaufen. Das ist nicht klug. Verkaufen Sie erst nach einer Gegenreaktion des Marktes, wenn sich der Wert danach nicht erholt.
Baron Rothschild: „Ich kaufe nie, wenn die Kurse ganz unten sind und ich verkaufe immer zu früh!“
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Die Spieler kommen und gehen – das Spiel aber bleibt immer dasselbe.
Den Gewinn verdanke ich vielmehr meiner professionellen inneren Einstellung zu den Comodity-Börsen und diese Einstellung gründete sich auf meine jahrelange Erfahrung in diesem Geschäft. Ich befasste mich eingehend mit den Dingen, weil es mein Job war, Trades durchzuführen. In dem Moment, in dem mir der Ticker bestätigte, dass ich richtig lag, war es meine Pflicht als Trader meinen Bestand zu erhöhen. Und ich erfüllte meine Pflicht. Das war alles.
Ein Broker Veteran sagte zu mir: Wenn ich auf Bahnschienen entlang gehe und sehe, dass mir ein Zug mit 100 km/h entgegenkommt, laufe ich dann weiter auf den Schienen? Nein, mein Freund, ich trete zur Seite. Und ich klopfe mir wegen dieses so klugen und vorsichtigen Schrittes nicht einmal selbst auf die Schulter.
Der Trader muss weit in die Zukunft schauen, doch der Broker verdient seine Provision eben jetzt. Broker leben von den Provisionen, die das Publikum bezahlt.
Bei einem ungerechtfertigten Kursrückgang würde die Aktie schon bald unter ihren wirklichen Wert fallen; aus diesem Grunde würde sie neue Käufer finden, wodurch der Kursrückgang gestoppt würde. Ein Baissier kann nur das große Geld verdienen, wenn er in ihr bei einem zu hohen Kurs Short geht. Allerdings hängen die Insider diesen Umstand nicht an die große Glocke.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Verluste des Publikums ganz erheblich verringert werden könnten, wenn die anonymen Meldungen der Presse verboten werden würden. Ich meine damit Erklärungen, die in der Absicht abgegeben werden, das Publikum zum Kauf zu veranlassen oder von der Glattstellung abzuhalten. Gleichgültig, wie groß der zuvor begangene Fehler auch sein mochte. Ich musste die Situation nutzen. Dies war meine Chance Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Trader wusste ich, dass sich die Linie des geringsten Widerstands von oben nach unter verlagert hatte. Ein Spekulant muss an sich selbst glauben und seinem eigenen Urteil vertrauen. Nachdem ich viele Jahre an der Wall Street verbracht und Millionen verdient und wieder verloren hatte, möchte ich folgendes betonen: Die großen Gewinne habe ich nicht mit Denken verdient. Es war meine Beharrlichkeit. Ich habe mich einfach nicht irre machen lassen! Ich kenne eine Menge Leute, die genau zum richtigen Zeitpunkt richtig lagen und mit dem Kauf oder dem Verkauf Ihrer Aktien begannen, als sich die Kurse auf einem Niveau befanden, das eigentlich das größte Gewinnpotential bieten müssen. Und sie machten genau dieselbe Erfahrung wie ich. Das große Geld war damit nicht zu verdienen. Trader, die den Markt richtig einschätzen und das Standvermögen haben, unbeirrt weiterzumachen, sind selten zu finden. Dies zu lernen, fiel mir am Schwersten. Doch erst wenn der Börsenspekulant dies richtig begriffen hat, kann er das große Geld verdienen. Es stimmt schon: Hat sich ein Trader die entsprechenden Trading-Kenntnisse erst einmal angeeignet, verdient er ein paar Millionen Dollar leichter, als ohne Kenntnisse ein paar hundert.
Dies ist zurückzuführen, dass ein Spekulant – obwohl er die Dinge vielleicht klar erkennt – ungeduldig wird oder von Zweifeln heimgesucht wird, wenn der Markt sich Zeit lässt, sich so zu entwickeln, wie er eigentlich müsste. Old Turkey hatte mit seinem Äußerungen und seiner Handlungsweise völlig Recht. Er hatte nicht nur den Mut, zu seiner Überzeugung zu stehen; er brachte vielmehr auch die von Intelligenz zeugende Geduld zum unbeirrten Weitermachen auf. Niemand kann alle Kursschwankungen ausnutzen. In einem Bull-Markt besteht die Spekulation darin, dass man kauft und den Wert behält, bis man glaubt, der Bull-Markt nähere sich seinem Ende.
Dreimal in weniger als zwei Jahren pleite zu gehen – das war wirklich kein Renommé, auch wenn sich diese Erfahrung als äußerst lehrreich erwies.
Es kommt auf den Boden an, auf den die „News“ fallen. Und so trug die Börse dem Ausmaß der Katastrophe einfach nicht Rechnung; Wall Street „wollte“ sie nicht zur Kenntnis nehmen. Bis zum Börsenschluss hatten die Kurse Ihr vorheriges Niveau eingestellt. Es war zum Verzweifeln, wie verblendet die Wall Street reagierte.
Als ich die Abrechnung erhielt, stellte ich fest, dass mich Ed Hardings wohlgemeinte Intervention vierzigtausend Dollar gekostet hatte. Eigentlich kein hoher Preis für einen Mann, der nicht den Mut gehabt hatte, zu seiner eigenen Überzeugung zu stehen! Ich war billig davon gekommen. Eine wirklich preiswerte Lektion.
Ich selbst habe noch nie an ein blindes Spekulieren geglaubt. ob ich nun risikofreudig spekuliere oder aber hundert Aktien kaufe: In beiden Fällen muss ich mein Handeln begründen können.
Ein anständiger Mensch sollte zwar Dankbarkeit empfinden, doch sollte er sich andererseits dagegen wehren, sich von diesem Gefühl der Dankbarkeit fesseln zu lassen. „Noblesse oblige!“ – doch nicht an der Börse, denn der Ticker ist nicht loyal und großzügig, außerdem belohnt er Loyalität nicht.
Der Aktienmarkt boomte und es war geradezu meine Pflicht, diese Hausse auszunutzen. Schon seit vielen Jahren war es meine Gewohnheit, alle Märkte bzw. Börsen zu beobachten und mich eingehend mit ihnen zu befassen. Eine Aktie, die sich nicht so verhielt wie sie sollte, kaufte ich auch in einer Hausse nicht. Gelegentlich ging ich in einem eindeutigen Bull-Markt in einer Aktie Long und stellte dann fest, dass sich andere Aktien derselben Gruppe anders verhielten. Daher stellte ich den entsprechenden Bestand wieder glatt
Spekulationsblase - NEW ECONOMY
Immer mehr Ideen wurden geboren und an der Börse zu Geld gemacht. Die Banken umgarnten die Unternehmer und rieten zum Gang an die Börse. An die Börsen zu gehen war zu dieser Zeit „in“. Viele Unternehmen gingen an die Börse: Der Neue Markt in Deutschland feierte seine Renaissance und legte Kurssteigerungen hin, die jenseits der bisherigen Erfahrung lagen. Es gab Pioniere am neuen Markt, wie Bertrand, Mobilcom und EM TV. Wer im Januar 1998, 10.000 € in diese Aktie von EM TV investierte, hatte im Februar 2000 eine Summe von 2,1 Mio. € in seinem Depot.
Der Trick war einfach: Die Banken hatten begriffen, dass man nur 5 % der Aktien am Markt ausgibt. Dadurch bildet man einen engen Markt und wenn viel Geld in eine enge Aktie fließt, führt das eben zu astronomischen Kurssteigerungen. Um die luftigen Höhen für einen bestimmten Zeitraum aufrechtzuerhalten zu können, band man die Mitarbeiter, die in der Regel eine Menge Aktien statt Gehalt bekamen, an eine Sperrfrist von sechs Monaten und mehr. In dieser Zeit wurde kräftig die Werbetrommel gerührt und wer die beste PR-Abteilung hatte, sah seine Aktien an der Börse am heftigsten ansteigen.
Die meisten Aktien verdoppelten sich am ersten Tag und so wurden Neuemissionen zur begehrtesten Spezies an der Börse. Jeder wollte sie haben und nur die wenigsten Anleger waren von Anfang an dabei. Die Banken hatten da eine sehr eigene Ansicht, wie mit Neuemissionen umzugehen war. Da die Kursrakete am Emissionstag praktisch garantiert war, wurden die Aktien sorgfältig verteilt. Wenn sie ein großer und somit wichtiger Kunde, bekamen sie ggf. ein anständiges Paket zugeteilt, das wie ein Geldgeschenk zu sehen war, denn schon am 1. Handelstag hatte sich Aktie oft verdoppelt.
Es entstand eine wahre Gier nach Neuemissionen und es gar nicht selten vor, dass eine Aktie mehr als zehnfach überzeichnet war. Es schien, als läge unendlich viel Geld bereit, um in die Unternehmen und ihre fixen Ideen zu fließen. Es war eine Phase, wie sie uns aus der Pionierzeit der Eisenbahn oder aus den Goldenen Zwanzigern in den Geschichtsbüchern übermittelt wird. Jeder wollte Aktien haben, es war wie ein Virus, der alle Schichten unserer Gesellschaft erfasste. Akademiker, Handwerk, Taxifahrer, Schüler, Studenten, einfach jeder wollte dabei sein, um sich am Manna des schnellen Reichtums zu laben. Menschen, die kürzlich erst gelernt hatte, wie man das Wort Börse buchstabierte, gehörten plötzlich alle dazu und waren Bestandteil einer Gesellschaft, die zwar in der Regel keinen Unterschied zwischen operativen und tatsächlichen Gewinnen kannte, aber kräftig im Börsenrausch der späten 90er mitmischte.
Anfang 2000 erreichte der Wahnsinn seinen Höhepunkt. Neuemissionen waren nun die begehrteste Sache auf der Welt, da sie sich nun nicht mehr nur verdoppelten, sondern bis zu 1000 % am ersten Handelstage zulegten.
Im Jahre 1999 steigt der Nasdaq Composite (COMPX) das fünfte Jahr in Folge und legten den größten Jahresgewinn seiner Geschichte hin. Der Index stieg das 5. Jahr in Folge und legte den größten Jahresgewinn seiner Geschichte hin. Der Index stieg in diesem Jahr um gigantische 85 % und die ganze kapitalistische Welt befand sich im Geldrausch. Im März 2000 veröffentlichte die US-Zeitung Barrons eine Liste mit 200 AGs, die täglich Geld verbrannten und bald Pleite gehen sollten. Diese Liste wurde als Sensationsgier gewertet. Am 10. März 2000 schloss der Nasdaq Composite bei 5048, dem höchsten Punkt seiner Geschichte – und ab diesem Tag sollte alles anders werden. Der Crash – NEW ECONOMY
Am 4. April 2000, nun vier Wochen nach dem Hoch im Nasdaq Composite, erreichte der Index ein Tagestief bei 3649. Bis dahin hatte der 28 % verloren und nun kam der gemeinste Schachzug der Geschichte: Er erholte sich noch am selben Tag und schloss bei 4148. Die Spanne zwischen Hoch und Tief betrug 12 % an diesem Tag und das Volumen betrug 2,8 Milliarden Aktien, was historisch gesehen ein Spitzenvolumen war.
Was den Charttechniker serviert wurde, war ein bilderbuchartiger Selling Climax und es war ein Zeichen, dass die großen Spieler den Markt nach oben zogen. An dieser Stelle war es äußerst Angebracht bullish zu werden, denn aus den vergangenen 10 Jahren hatte man gelernt, dass die großen Spieler immer wussten, was sie taten.
Doch dieses Mal lief alles anders. Der COMPX stieg weitere 3 Tage an und fiel anschließend wieder, um am 8. Handelstag nach dem „Selling Climax“ ein neues Tief markieren.
Der Crash dauerte fast zwei Jahre bis zum Ende 2002, wo der NASDAQ COMPOSITE einen Tiefststand von 1100 Punkten markierte.
Der Crash vom Höchststand zum Tiefststand –80 % betragen und somit wurde der gesamte vorherige Anstieg korrigiert.
SCHÄFCHENWIESEN
Jeder der vier großen Upswings des jüngsten Bärenmarktes endete erst, wenn sich eine Schäfchenwiese gebildet hatte. Es bedeutet: Der Upswing hatte sich über ein psychologisch wichtiges Niveau begeben. Es sind jene Niveaus, die von den Massenmedien propagiert und von Charttechnikern einfach erkannt werden. Sobald dieses Niveau durchbrochen wird, steigt regelmäßig das Volumen an und die Tage des Upswings sind bald gezählt.
TOPPING-OUT
Wichtig ist, dass im Zuge des Topping-outs von vielen Marktteilnehmern eine Seitwärtskonsolidierung propagiert wird und die Hoffnung eines Ausbruchs nach oben propagiert. Im selben Atemzug werden Aktien, die neue Hochs bilden, in den Vordergrund gestellt und jene, die ihren Bärenmarkt bestätigen werden weitestgehend ignoriert. Die Schäfchen richten sich im Rahmen des Topping-outs immer entschiedener auf der langen Seite aus und die Wölfe, sprich das Smart Money, nutzen diese Nachfrage, um Shorts zu platzieren, also sich auf der kurzen Seite zu positionieren.
Die Phase des Topping-outs macht so manchen Shortseller verrückt, da der Markt immer wieder zu scharfen, mehrtätigen Rallyes ansetzt und die Shorties in den Wahnsinn treibt. Es dauert zwischen 6 Wochen und 4 Monate, bis das Topping-out vollendet ist und der Markt seinen gnadenlosen Marsch in Richtung Süden.
Verstand oder Emotionen?
Die Gehirnwäsche findet zur Hochblüte des Topping-outs statt und das erste Quartal ist wie geschaffen für diese Zeit. Analysten hauen mit Vorliebe gegenseitige Wirtschaftwachstumsprognosen von 3 % und mehr um die Ohren. Aktien, die 100 % und mehr gelaufen sind, werden breitflächig heraufgestuft. Jeden Januar werden von allen Banken Ausblicke für das neue Börsenjahr präsentiert und die sind alles andere als bearish. Die Kursziele liegen in der Regel zwischen 0 und 60 % über dem aktuellen Niveau. Es ist selten, dass eine negative Jahresprognose abgegeben wird.
Nun nehmen Sie diese Prognosen, fügen die Bildung neuer Hochs diverser Aktien hinzu und stellen sich noch vor, dass sie jeden Tag im Fernsehen hören, wie schön es erst sein wird, wenn der Markt seine Konsolidierung beendet hat und nach oben ausbricht. Es ist fast unmöglich, sich dieser Gehirnwäsche zu entziehen, schließlich reden intelligente Menschen mit Erfahrung von einer Sache, die ihnen liegen sollte. Immerhin sind es Profis! Es ist fast unmöglich, sich diesem Mainstream zu widersetzen, es sei denn, Sie erkennen den Pulsschlag des Bären und können sich dadurch sicher sein, dass es noch am Leben ist.
Wichtig ist, dass Sie den Weg gehen, denn sie kennen und sich nicht von ihren Emotionen leiten lassen. Wenn das Bauchgefühl rebelliert, ist man schnell versucht, eine emotionale Entscheidung zu treffen.
Der Bauch verarbeitet in diesem Fall Informationen, die ihm durch unsere Sinnesorgane zugeführt werden. Er spricht das definitiv nicht mit uns ab! Dennoch versucht er uns zum handeln zu bewegen und nicht selten handeln wird. An der Börse kann uns dieses Verhalten eine Menge Geld kosten. Unsere Augen sehen, dass wichtige Widerstände nach oben durchgebrochen werden, unser Bauch kann sich daran erinnern, dass die gut ist. Kurz darauf schauen wir in den TV und unsere Ohren nehmen optimistische Laute wahr. Anschließend entscheidet sich unser Bauch, gierig zu sein und tyrannisiert unser Hirn. Er nötigt uns, die Motorik freizugeben und zu kaufen! Doch kaum haben wir die Return-Taste gedrückt oder den Banker angerufen, macht er sich wieder aus dem Staub und lässt uns sitzen – mit einem hirnlosen Schuss aus der Hüfte.
Wenn sie nun behaupten, dass sie diese Abfolge nicht kennen, dann glaube ich ihnen das nicht. Wir haben alle ein Bauchgefühl und müssen uns täglich seine Gemeinheiten gefallen lassen, weil wir und zu wenig mit ihm auseinander setzen.
Versuchen Sie, ihren Bauch besser kennen zu lernen und fragen sie sich vor jeder Transaktion, welche Rolle ihr Bauch in der Sache einnimmt. Reden Sie von mir aus mit ihm oder geben Sie ihm abschreckende Bezeichnungen aus dem Tierreich, aber lassen Sie sich nicht von ihm überwältigen. Erinnern Sie sich immer wieder an die Wechselwirkung zwischen Logos(Hirn) und Eros(Bauch)!
Bevor man eine These formuliert, ob positiv oder negativ, muss man definieren, ab wann die These als verworfen zu gelten hat. Dies trifft nur bei einer Minorität der Marktteilnehmer zu. Es muss ein Stopp definiert werden. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um ein Kursniveau handeln.
Rebalancing
Wenn Pensionsfonds ihre Quote anpassen, spricht man von Rebalancing und das ist neutral zu werden. Es ist weder gut noch schlecht und die Effekte sind kurzfristiger Natur, denn wenn der Markt ansteigt, werden die Fonds früher oder später wieder Aktien verkaufen müssen, um die Gewichtung wieder anzupassen. Das heißt, wenn der Aktienanteil wächst und der Rentenanteil schrumpft, müssen wieder Aktien verkauft und Renten gekauft werden. Rebalancing, findet also in beide Richtungen statt und nicht nur aus Bonds in Aktien. Wirklich positiv ist es erst dann, wenn die Asset Allocation zugunsten von Aktien geändert werden.
Market Wizards
„Ich musste erleben, dass ich keine Arbeit fand, obwohl ich mich für Jobs vorstellte, für die ich überdurchschnittlich gut qualifiziert war. Zum Schluss wurde mir klar, dass ich diese Jobs nicht bekam, weil ich sie überhaupt nicht wollte…Ich stellte fest, dass es einfacher war, diesen gehobenen Job zu bekommen, weil die Leute merkten, dass ich ihn wirklich wollte. Ich fand heraus, dass man bessere Chancen hat, das zu bekommen, was man will, wenn man zielbewusst darauf zustrebt, weil man sich dann einfach mehr Mühe gibt.“
„Was wirklich geschah war, dass der Preis künstlich niedrig gehalten wurde und eine Binsenweisheit besagt, dass ein künstlich niedrig gehaltener Preis eine Knappheit zur Folge hat. Es entwickelte sich also ein Mangel an Sperrholz.“
„Nach dieser schrecklichen Erfahrung habe ich mich nie wieder richtig übernommen.“
„Wenn man Zweifel hat, sollte man aussteigen und eine Nacht darüber schlafen. Das habe ich oft gemacht und am nächsten Tag war dann alles klar. Wenn man mittendrin ist, kann man vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen. Wenn man ausgestiegen ist, ist man wieder in der Lage klar zu denken“
„Im Endeffekt braucht man Mut, um an seiner Position festzuhalten und ein Risiko einzugehen. Wenn es soweit kommt, dass man den Handel nur durchführt, weil „OTTO“ es auch getan hat, dann wird man nicht den Mut haben, daran festzuhalten. Dann braucht man erst gar nicht damit anfangen.“
„Wie viele Tage ist der Markt auf oder absteigend gewesen?“
„Man muss auf jeden Fall seine Position zurückziehen, wenn der Markt relativ zu allen anderen schwach ist. Wenn die Nachrichtenlage hervorragend ist und der Markt dennoch nicht steigt, dann sollte man umgehend leer verkaufen.“
„Objektivität! Ein Trader darf keine Scheuklappen haben. Wenn Sie jemanden finden, der für wirklich alles aufnahmefähig ist, dann ist das jemand, der die seltene Gabe hat ein guter Trader zu werden.“
„Um ein erfolgreicher Trader zu sein, muss man auch den Mut haben: den Mut etwas zu riskieren, etwas zu versuchen, den Mut, Fehler zu machen; den Mut, Erfolg zu haben; und den Mut weiterzumachen, wenn einem der Wind ins Gesicht bläst.“
„Wenn man nur noch fürs Trading lebt, wird aus dem Reiz eine Strapaze. Wenn man keine anderen Interessen hat, übersteht man es nicht. Letztlich passiert es dann, dass man entweder zu riskant handelt oder übermäßig empfindlich auf zwischenzeitliche Misserfolge.“
„Ich habe gehofft, eine Menge Geld mit dieser Position zu verdienen, aber es klappt nicht, darum steige ich aus.
„Ich bin der Meinung, wenn man das Trading eines Marktes beherrscht, man tatsächlich auch alle anderen traden kann. Die Prinzipien sind immer dieselben. Trading ist Gefühlssache. Es ist Massenpsychologie, Gier und Angst. Es ist in jeder Situation dasselbe.“
„Meine Entscheidung, die Short-Seite meiner Spread-Position mitten in einer Paniksituation aufzugeben, beweist ganz klar, dass ich das Risiko völlig ignoriert habe. Ich hatte den klaren Kopf verloren.“
„Trader sind starke, unabhängige und extrem widersprüchliche Naturen. Sie sind in de Lage, Standpunkte zu vertreten, die andere nicht einzunehmen gewillt sind. Sie haben genügend Disziplin, sich geduldig eine maßgeschneiderte Position auszusuchen. Ein Trader, der gierig ist, wird immer scheitern. Die Positionsgröße entscheidet über den Verbleibt im Geschäft.“
„Wenn alle denken, dass es keinen Grund für einen Breakout am Maismarkt gibt und plötzlich passiert es dann doch, dann ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass hier eine wichtige Ursache zu Grunde liegt. Je mehr ein Chartmuster von Spekulanten beobachtet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Fehlsignalen kommt. Je mehr der Markt das Abbild von Aktivitäten nichtspekulativer Teilnehmer ist, desto größer ist die Bedeutung.“
„Für jede Position, die ich eröffne, lege ich vorher einen Stopp fest. Das ist die einzige Methode ruhig schlafen zu können. Ich weiß schon, wo ich aussteige, bevor ich einsteige. Die Größe einer Position bei einem Trade hängt vom Stopp ab und der Stopp wird auf technischem Wege ermittelt. Ich setze meine Stopps immer außerhalb irgendwelcher technischer Barrieren.“
„Die emotionale Belastung im Trading ist beträchtlich: ich schwebe täglich in der Gefahr, Millionen von Dollar zu verlieren. Wenn man diese Verluste persönlich nimmt, darf man kein Trader sein.“
„Zum Beruf eines guten Traders gehört es, sich in verschiedene Situation hineinzudenken. Ich versuche, mir im Geiste verschiedene Entwürfe zu machen, wie die Welt aussehen könnte und warte dann auf denjenigen, der eintrifft. Ich spiele alle erdenklichen Szenarien durch.“
„Ich versuche mich strikt an meine Regel zu halten, nicht mehr als 1 % meines Gesamtportfolios für einen einzigen Trade zu riskieren. Zweitens untersuche ich die Beziehungen meiner Trades zueinander, um Verlustmöglichkeiten zu reduzieren. Wenn man 8 Positionen mit ausgeprägten Gemeinsamkeiten hält, handelt man im Grunde genommen eine einzige Position achtfacher Größe.“
„Je schlechter die Ausführung bei MarketOrder, umso besser der Trade.“
„Einzelhandel: Der Gewinn liegt im Einkauf“ „Es ist sehr wichtig gründliches Wissen über Risikokontrolle zu haben. Kleine Positionen, kleine Positionen, kleine Positionen, das ist mein zweiter Ratschlag. Von jeder Position, die man für richtig hält, sollte man zumindest die Hälfte abziehen. Nach meiner Erfahrung handeln Anfänger 3-5 zu hoch. Sie bürden sich bei einem Trade, bei dem sie nur 1-2 % riskieren sollten ein 5-10 % Risiko auf.“
„Bei vielen Tradern ist es gar nicht so ausschlaggebend, ob Ihr erster Trader erfolgreich war oder nicht, sondern ob sie ihren ersten großen Profit mit fallenden oder steigenden Kursen machten. Solche Leute haben die Angewohnheit, entweder permanent Bullen oder Bären zu sein – und das ist äußerst schlecht. Beide Richtungen müssen gleich gut entwickelt sein. Es darf keine verstärkte psychologische Befriedigung von der einen oder der anderen Seite geben. Wenn das doch der Fall ist, dann geht das Trading irgendwann schief.“
„Daraus lernte ich, dass man im Falle eines kontinuierlichen Verlustes aussteigen, nach Hause gehen, ein Schläfchen halten oder sonst etwas machen muss, damit zwischen dieser Situation und der nächsten Entscheidungen ein wenig Zeit verstreichen kann. Wenn man in der Klemme steckt, muss man den Kopf aus der Schlinge ziehen. Ich lernte, dass eine bestimmte Verlustgröße das Urteilsvermögen beeinflusst: man muss also etwas Zeit zwischen einem Verlust und dem nächsten Trade verstreichen lassen.“
„Ich habe immer gesagt, dass man Regeln fürs Trading in einer Zeitung veröffentlichen könnte und kaum einer wäre in der Lage, sie zu befolgen. Denn die Grundlagen sind Ausdauer und Disziplin. Fast jeder kann eine Liste mit Regeln machen. Was sie nicht können, ist, Ihnen das Selbstvertrauen zu geben, um sich an diese Regeln zu halten, selbst für den Fall, dass die Dinge einmal nicht so gut stehen.“
„Man sollte immer damit rechnen, dass das Unerwartete eintrifft und sich auch auf das Extreme gefasst machen. Man darf nie irgendwelche Grenzen stecken, die eine Marktbewegung einengen. Auch das Unerwartet und das Unmögliche kommen immer wieder vor.“
„Wenn ein System aufgrund unserer Untersuchungen nicht sowohl bei Bohnen als auch bei Bonds anwendbar ist, ist es für uns nichts wert.“
„Es arbeitet gegen einen, wenn man sich zu sehr in die Resultate vertieft. Entscheidungen im Trading sollten wenig mit Emotionen zu tun haben. Man muss seine Perspektive im Auge behalten. Das Leben besteht nicht nur aus Trading. Für mich bedeuten erhöhte Emotionen außerdem einen Mangel an Selbstvertrauen für das, was ich tue. Fühlt man sich zu gut, wenn die Dinge gut laufen, dann fühlt man sich unweigerlich zu schlecht, wenn man falsch liegt.“
„Man lernt am meisten aus seinen Fehlern, nicht aus seinen Erfolgen.“
„Zuerst einmal, darf man nie glauben, dass man dem Markt überlegen ist. Zweitens darf man sich NIEMALS ÜBERNEHMEN. Mein Hauptproblem war nicht die Anzahl der Punkte, die ich an den Trades verlor, sondern, dass ich im Verhältnis zum Kapital der von mir verwalteten Konten viel zu viele Kontrakte handelte. Die Konten verloren ca. 60-70 % ihres Wertes an diesem einen Trade.
„Zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich: Du Idiot, warum hast du für einen Trade alles aufs Spiel gesetzt? Warum strebst du nicht mehr danach im Leben, glücklich zu sein, anstatt dich zu quälen? Ich beschloss nicht aufzugeben. Ich war entschlossen von vorn anzufangen und zu kämpfen. Ich nahm mir vor, bei meinem Trading künftig sehr diszipliniert und geschäftsmäßig vorzugehen. Ich konnte nur daran denken, was ich an den 400 Kontrakten verdienen würde. Ich verschwendete nicht einen Gedanken darauf, was ich daran verlieren könnte.“
„Die wichtigste Regel fürs Trading ist, extrem defensiv und niemals extrem offensiv zu handeln. Ich weiß, wo meine Risikogrenzen zu liegen haben. So habe ich schon alles für den Ausstieg vorbereitet.“
„Man kann sich jeden Markt vornehmen und für 1-2 Tage ein wenig Unruhe hineinbringen, vielleicht sogar für eine Woche. Wenn man in einen Markt genau zum richtigen Punkt einsteigt und dann noch ein wenig Feuer dahinter macht, kann man leicht die Illusion eines Bullen-Marktes erzeugen. Die Kurse würden jedoch sofort fallen, sobald man aufhört zu kaufen, es sei denn, der Markt ist aus sich aus stark. Man kann den besten Kleiderladen mit der tollsten Sommermode auf der Saks Fifth Avenue in Anchorage in Alaska eröffnen, aber wenn niemand die Klamotten kaufen will, geht man pleite.“
„Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen.“
„Es kümmert mich nicht, welche Fehler ich vor 3 Sekunden im Markt begangen habe. Mir ist wichtig, was ich im nächsten Moment tun werde. Ich versuche, mich nicht emotional an der Markt zu binden.“
„Alles lässt sich 100 Mal schneller zerstören als aufbauen. Es dauert einen Tage, um etwas niederzureißen, woran 10 Jahre lang gebaut wurde.“
„Ich könnte nicht sagen, dass ich Erfolg hatte, weil ich besser war als andere. Mit Gottes Segen war ich zur rechten Zeit am rechten Platz und darum empfinde ich eine enorme Verpflichtung mit anderen zu teilen.“
„Ab einem bestimmten Punkt muss man zugeben einen Fehler gemacht zu haben. In diesem Fall lieferte mir mein System einen vernünftigen Grund, um aus meiner Verlustposition auszusteigen.“
„Es ist auch eine große Hilfe, das langfristige Ziel im Auge zu behalten, das man aufgrund gründlicher Vorarbeit ermittelt hat. Dieses langfristige Ziel kombiniert mit einem Schutzstopp, den man jeweils nachzieht, wenn die Position ist die erwartete Richtung läuft.“
„Geduld - Wenn man einen guten Trade abgeschlossen hat, muss man auch in der Lage sein, ihn auch festzuhalten.“
„Man spielt nicht jede Hand und hält nicht an jeder Karte fest, weil sich dann die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man verliert. Man sollte die gute Hand spielen, aber die schlechte Hand abgeben und lieber auf den Einsatz verzichten.“
„Es gibt viele alte Trader und viele kühne Trader, aber es gibt sehr wenige alte kühne Trader.“
„Letztendlich ist auch System-Trading gefühlsbedingt. Der Manager muss immer noch selbst entscheiden, wie viel Risiko er eingeht, welche Märkte er handelt und wie weit er den Trading-Einsatz im Verhältnis zum Gesamtkapital erhöhen oder verringern will. Diese Entscheidungen sind sehr wichtig, oftmals wichtiger als das Timing des Trading.“
„Wichtige Dinge. 1. der langfristige Trend / 2. das aktuelle Chartmuster / 3. ein guter Einstiegespunkt für den An- oder Verkauf.“
„Wenn ich kaufen würde, dann läge mein Einstiegspunkt über dem Markt. Ich versuche einen Punkt zu bestimmen, an dem ich erwarte, dass das Markt-Momentum stark in die Richtung meines Trades läuft, damit ich ein möglich kleines Risiko eingehe. Ich versuche nicht, ein Hoch oder ein Tief zu bestimmen.“
„Ich bin ein Trader, der sich alles selbst erarbeitet hat, der aber laufend sich selbst und andere beobachtet.“
„Der Verlust einer Position ist schmerzhaft, aber es ist vernichtend die Nerven zu verlieren.“
„Ich betrachte das Deuten von Chart einwenig wie Surfen. Man muss nicht viel über Gezeiten, über Turbulenzen und dynamischen Fluss wissen, um eine gute Welle zu erwischen. Man muss nur in der Lage sein, ein Gefühl dafür zu haben, wann es passieren wird und dann den Drang zu haben, zur rechten Zeit zu handeln.“
„Gute Trader traden. Gute Verfasser von Börsenbriefen schreiben Börsenbriefe.“
„Ein Kursmonitor auf dem Schreibtisch ist genau dasselbe wie ein Spielautomat auf dem Schreibtisch, am Ende füttert man ihn den ganzen Tag. Ich bekommen meine Kurse jeden Tag nach Börsenschluss.“
„Gewinnen oder Verlieren, alle bekommen vom Markt, was sie wollen. Es gibt Leute, die gern verlieren, sie gewinnen durch das Geldverlieren. Es gibt Leute, die lieben die Aufregung, das Gefühl ein Märtyrer zu sein, das Mitleid, dass man von seinen Freunden bekommt und das Gefühl im Mittelpunkt zu stehen. Es ist außerdem möglich, dass man sich mit Menschen besser versteht, wenn man mit ihnen auf derselben finanziellen Ebene befindet. Manche haben auch ein inneres Bedürfnis, eine Schwelle des Erfolges nicht zu überschreiten – eine Vorstellung, die wirklich schwer zu verdauen ist. Die Art, in der Leute traden, spiegelt wahrscheinlich Ihre Vorlieben besser wider, als sie zugeben wollen.“
„Ich beurteile Erfolg nicht, ich feiere ihn. Ich glaube, dass Erfolg damit zu tun hat, dass man seine Berufung findet und ihr folgt, ohne auf finanzielle Vorteile zu achten.“
„Leute entwickeln Systeme, sie machen aber auch Fehler. Einige werden ihr System ändern oder von einem zum anderen überwechseln, da jedes System Verlustphasen hat. Wieder andere werden nicht Lage sein, Trading-Signale wahrzunehmen.“
„Mit dem Risiko ist nicht zu spaßen, man darf sich keine Fehler erlauben. Wenn man sein Risiko nicht kontrolliert, ist man irgendwann erledigt.“
„Der Spekulant hat den Vorteil, nicht spielen zu müssen. Er hat die Wahl, nur dann Einsätze zu machen, wenn der Vorteil auf seiner Seite ist.“
„Wenn man das Risiko nicht ganz genau anschaut, wird man davon überrumpelt.“
„Wenn du Fahrrad fährst, versuche nie, dich mit eine Auto anzulegen. Du würdest sowieso den kürzeren ziehen.“
„…Wir arbeiten für einen Mann, der sich eben noch in einem Minenfeld befand und der dann seine Augen zugemacht hat und einfach durchgelaufen ist. Jetzt glaubt er, dass man aus jedem Minenfeld herauskommt, wenn man die Augen schließt und losrennt.“
„Man muss sich darüber im Klaren sein, dass das Resultat umso ungewisser ist, je mehr man riskiert.“
„Wenn man einen Fehler macht, dann muss man an dem Fehler arbeiten und ihn nicht noch vergrößern.“
„Wenn man in der Lage ist, sich emotionell ein wenig zu distanzieren, ist man meistens besser dran. Manchmal ist es besser sich mit einer Menge Bargeld in der Tasche zurückzulehnen und die Situation zu überdenken.“
„Alles, was ich auf diese Party mitbringe, sind die Fehler der letzten 28 Jahre.“
„Einer der größten Anreize in diesem Geschäft rührt daher, dass manchmal selbst der größte Trottel Erfolg haben kann. Das ist verhängnisvoll, weil es eben den Eindruck erweckt, dass man auch ohne Fachwissen erfolgreich sein kann – und das ist ein großer Irrtum. Der wichtigste Rat, den ich also jedem geben würde, ist der, sich darüber im Klaren zu sein, dass dies ein konkurrenzreiches Geschäft ist. Wenn man sich entschließt, eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen, muss man mit der Konkurrenz von Leuten rechnen, die diesem Geschäft den Großteil dieses Lebens gewidmet haben. In vielen Fällen werden Professionelle auf der Gegenseite eines Trades stehen und sie werden meisten Gewinner sein.
„Die Balance zwischen Selbstvertrauen und Demut lässt sich am besten durch umfangreiche Erfahrung von Fehlern erlernen. Man sollte Respekt für die Person auf der anderen Seite des Trades haben. Man sollte sich immer fragen: Warum will er verkaufen? Weiß er etwas, was ich nicht weiß? Im Endeffekt muss man intellektuell mit sich selbst und anderen ehrlich sein.“
„Nicht einige, nicht die meisten, sondern alle Aktien waren gekauft worden, nachdem sie einen neunen Höchststand erreicht hatten. Man muss den Anfang eines bedeutenden Kursanstiegs finden, damit man nicht 6 oder 9 Monate mit einer Aktie verschwendet, die auf der Stelle tritt.“
„Meine Philosophie ist, dass alle Aktien schlecht sind. Es gibt keine guten Aktien, es sei denn, sie steigen im Kurs.“
„Wenn man nicht bereits ist, seine Verluste klein zu halten, sollte man besser erst gar keine Aktien kaufen. Würden Sie ein Auto ohne Bremsen kaufen?“
„Das Ziel ist doch, mit Aktien Gewinn zu machen und nicht, sich aufzuregen, wenn der Kurs weiter steigt, nachdem man ausgestiegen ist. „Ich schau mir nicht alle 700 Aktien an, aber 4000 Charts pro Woche sehe ich mir sicher an. Man darf nicht vergessen, dass es etwa 1500 bis 2000 Aktien gibt, die unter 10 € gehandelt werden und die möchte ich mir gar nicht erst anschauen.“
„Meine Einstellung ist die, dass ich immer besser vorbereitet sein will als meine Konkurrenz. Darauf bereite ich mich dergestalt vor, indem in jeden Abend alle meine Hausaufgaben erledige.“
„Die Menschen scheinen zu wissen, wie sie mit ihrem Versagen umgehen müssen, weil sie es selber verursachen. Es verwandelt sich beinahe in einen Teufelskreis, in dem man versagt, damit aber ganz gut zurechtkommt und sich darin auch noch wohlfühlt.“
„Ich wurde zum Gewinner, als ich in der Lage war, die Bedürfnisse meines Ego vom Geldverdienen zu trennen. Als ich akzeptierten konnte, dass ich Fehler mache. Bis dahin hatte mich die Erkenntnis, dass ich Fehler machte, mehr aufgeregt als die finanziellen Verluste. Ich versuchte die Dinge mit der Brechstange zu erzwingen.“
„Bei der Marine Ausbildung lernt man niemals stillzuhalten, wenn man angegriffen wird. Eine der Taktiken aus dem Handbuch für Offiziere ist, entweder vorzustoßen oder sich zurückzuziehen. Selbst ein Rückzug kann noch eine Offensive sein, weil man immer noch handelt. Das Wichtigste ist, dass man noch genug Pulver für den Gegenangriff bereithält.“
„Meine größten Rückschläge habe ich im Anschluss an meine größten Gewinne erlebt. Ich war einfach zu unvorsichtig.“
„Das Tolle an dem Job des Traders ist, dass man sich immer noch verbessern kann. Ganz gleich wie erfolgreich man ist, man weiß genau wie oft man daneben liegt. Als Trader ist man gezwungen, sich mit seinen Fehlern auseinander zu setzen, weil die Zahlen niemals lügen.“
„Man muss seine Grenzen kennen und sich daran halten. Ich kann Qualen bis zu einem Punkt ertragen, aber wenn ich diesen Punkt erreicht habe, dann steige ich aus.“
„Der Druck, den eine verlustreiche Position erzeugt, kann einen verrückt machen.“
„Eine der besten Regeln, die man im Trading lernen kann, ist, nichts, absolut nichts zu tun, es sei denn, es gibt etwas zu tun. Man sollte stillsitzen, bis man etwas Neues gefunden hat. „Die Panik, die Hysterie an sich, ist nur ein Auslöser, der mich darauf stößt nachzuschauen, was vor sich geht. Das bedeutet noch nicht, das ich irgendetwas tun werde.“
„Ich lernte, dass es besser ist nichts zu tun und zu warten, bis das Konzept und der Preis so gut sind, dass man im Falle eines Fehlers kaum etwas verliert.“
„Wenn wir etwas kaufen wollten und kein Geld mehr zur Verfügung hatten, schauten wir uns unser Portefeuille an und warfen die für uns am unattraktivsten Positionen raus. Sie wissen wie Amöben wachsen – sie wachsen in eine Richtung und wenn sie Auf Widerstand stoßen, wachsen sie in die andere Richtung.“
„Für langfristige Investments, sollte man allerdings für gewöhnlich ein paar Jahre warten, bis der Markt wieder eine Basis geschaffen hat.“
„Man sollte so flexibel und wendig sein, um in alles investieren zu können.“
„Ich treffe vielleicht 3-5 Entscheidungen pro Jahr und an denen halte ich dann auch fest.“
„Ich glaube, dass es eine Menge Leute gibt in diesem Geschäft, die Freude daran haben zu beobachten, wenn andere Geld verlieren.“
„Es ist das Schwierigste, was es gibt, an Profiten festzuhalten. Denn sobald man ein Ziel erreicht hat, ist das nächste Ziel gewöhnlich dasselbe wie das vorherige: Geld verdienen. Demzufolge ist das Erreichen des zweiten Ziels für viele Leute nicht mehr so zufrieden stellend und so lösen sie einen Selbstzerstörungsprozess aus, der zu Verluste führt.“
„Darum muss man sich selbst kennen – um seine Gefühle kontrollieren zu können. Wenn man das nicht tut, ist man nach einem großen Erfolg im 7. Himmel. Man ist nicht darauf vorbereitet, wenn der Markt einen an der nächsten Ecke wieder unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückholt.“
„Die meisten Trader hören sich andere Meinungen nicht an; sie wollen nur ihre eigene Meinung kundgeben. Bei mir ist es anders, weil ich tatsächlich zuhöre, was sie sagen und wie sie es sagen.“
„Erfolg hat man, wenn man gelassen bleibt und keinen Erfolg hat man, wenn man hektisch wird.“
„Niemals einen Verlierer auch noch nachkaufen.“
„Man darf den Gewinn oder Verlust nicht an der Realität messen.“
„Effizienz heißt, man steigt in einen Trade ein und macht sein Geld so schnell wie möglich mit dem kleinstmöglichen Risiko.“
„Wenn man ein gutes Trading-System hätte, könnte man damit Millionen verdienen. Warum wird es also für 29,95 € verkauft?“
„Du musst diszipliniert sein. Du musst informiert sein. Wenn du dich daran hältst, kannst du hier Geld verdienen. Vielleicht wirst du nicht reich dabei, aber 300 € pro Tag kann man verdienen und das sind am Ende des Jahres 75.000 €. So musst du es betrachten.“
„Ich staffele meine Positionen bei Ein- und Ausstieg, damit ich mein Risiko verteilen kann. Ich platziere ungern gleich von Anfang an einen großen Auftrag.“
„Vorrausschauen und planen. Bloß nicht reagieren.“
„Das komplette Profil eines Verlust Traders beschreibt eine Person, die stark gestresst ist, sich aber schlecht von Stress schützen kann; eine negative Einstellung zum Leben hat und immer das Schlimmste voraussetzt; eine sehr konfliktreiche Persönlichkeit hat; die Schuld auf andere schiebt, sobald etwas schief geht. Eine solche Person versteht nicht, ihr Verhalten zu steuern und neigt eher dazu der Masse zu folgen. Verlust Trader neigen dazu außerdem schlecht organisiert und ungeduldig zu sein. Die meisten Verlust-Trader sind nicht ganz so schlecht wie das komplette Profil. Sie weisen nur einen Teil des Verliererprofils auf.“ „Eine einfache Methode die Gemütsverfassung zu kontrollieren besteht darin, einfach die Körperhaltung, die Atmung und die Muskelanspannung zu kontrollieren. Wenn man diese Faktoren ändert, wird man wahrscheinlich feststellen, dass sich die geistige Einstellung ebenfalls ändert.“
Geld ist NICHT wichtig Es ist okay in den Märkten zu verlieren Trading ist ein Spiel Geistiges Training ist wichtig für den Erfolg Ich werde in jedem Fall gewinnen
„Das Beste, was ein Investor tun kann, wenn etwas schief geht ist, herauszufinden, wie er oder sie dieses Resultat hervorgerufen hat.“
Ich bin UNGEDULDIG in den Märkten Die Märkte machen mich ärgerlich Ich bin im falschen Moment zu ängstlich Ich bin zu optimistisch in Bezug auf die Ergebnisse
„Die Manipulation der Denkweise ist das, was die meisten Leute Disziplin nennen.
Das Signal wahrnehmen Erkennen, dass es Ihnen bekannt ist. Ein gutes Gefühl dabei haben
„Die Leute können so lange nicht befolgen, was ich ihnen rate, bis sie ernsthaft danach streben, ein guter Trader zu werden.“
- ) Alle Interviewpartner hatten das große Verlangen, erfolgreiche Trader zu werden und mussten in vielen Fällen erhebliche Hindernisse überwinden, um dieses Ziel zu erreichen.
- ) Alle machten den Eindruck, als seien sie sich sicher, über einen längeren Zeitraum hinweg gesehen, weiterhin gewinnen zu können. Praktisch ohne Ausnahme betrachteten alle ihr eigenes Trading als die beste ich sicherste Anlagemöglichkeit für ihr Kapital
- ) Jeder Trader hatte eine Methode gefunden, die für ihn richtig war und hielt sich strikt daran. Es ist bemerkenswert, dass das Wort Disziplin das meisterwähnte Wort war.
- ) Die Top-Trader nehmen ihr Trading sehr ernst, die meisten widmen Marktanalysen und Trading-Strategien täglich einen bedeutenden Teil ihrer Zeit.
- ) Strikte Risikokontrolle ist eines der Grundelemente der Trading-Strategien, aller die interviewt worden sind.
- ) Viele Trader brachten in verschiedenster Weise zum Ausdruck, wie wichtig es ist, Geduld zu haben und darauf warten zu können, dass eine günstige Gelegenheit für einen Trade auftaucht.
- ) Wie wichtig es ist, unabhängig von der Masse zu handeln, war ebenfalls ein Punkt der häufig erwähnt wurde.
- ) Alle Top-Trader waren sich im Klaren darüber, dass Verlieren ein Bestandteil des Spiels ist.
- ) Alle waren mit Leib und Seele dabei.
Wir Fachleute erklären nicht, wir zelebrieren. Die Rituale wollen erfüllt sein. Wir geben vor zu rechnen, doch wir schrecken ab. Wir erklären Formeln mit Formeln und Fachwörter mit Fachwörter. Dann aber, wenn die Laien nur noch stauen und nicken, anstatt zu begreifen, haben wir unsere Honorare verdient. Da wir die Menschen nicht dort abholen, wo sie sich befinden, nämlich mitten in ihrem Leben, gehen unsere Worte durch sie hindurch. Das war es also. Ob Ökonomiestudium, Pilotenprüfung oder „alles über Optionsschein“: Wir lehren nicht, wir zelebrieren „Heilige Messen“.
Bevor man sich mit den Spekulationen beschäftigt, sollte man über das Schlimmste, was passieren kann, nachdenken: den Totalverlust.
Zahlreiche Politiker aller Couleur haben denn auch alles daran gesetzt, die Spekulationen an sich zu brandmarken. Doch wissen die meisten von ihnen nicht, wovon sie reden (Papageieneffekt) und suchen lediglich des Volkes Zustimmung nach neuerlichen Steuererhöhungen.
Wir spekulieren täglich, ohne dass uns dies bewusst wird. Beim Kauf einer Ware oder Dienstleistung setzen wir nämlich unser verdientes Geld aufs Spiel, weil wir glauben, dass uns das entsprechende Gut mehr wert ist als Geld. Würde dies nicht so sein, so würden wir das Geld behalten.
„Alle Wünsche werden klein, neben dem gesund zu sein.“
Es gibt keinen festen Plan für Erfolg, alles Handeln unterliegt den Prinzipien des Versuchs und Irrtums.
Doch niemand gäbe so ohne weiteres, seinem Zeitungshändler, den er schon jahrelang kennt, einen Tausender, weil der ihm zwischen Tür und Angel erklärt, dass er eine Kapitalerhöhung plant. Auch wenn der Zeitungshändler noch versprechen würde, dass er das gesamte Geld auch „wirklich“ zurückbezahlen wolle- wir hätten ein flaues Gefühl im Magen. Kaufen wir jedoch morgen zu einem x-beliebigen Zeitpunkt an der Börse irgendeine Aktie, garantiert uns kein Mensch dieser Welt, dass wir je wieder diesen Preis erzielen werden. Würde uns aber der Zeitungshändler sagen: „Mal schauen, ob Sie das Geld irgendwann wiederbekommen“, hätte er verloren, niemand würde ihm Geld geben. Auch im Börsengeschäft wird das nicht ausdrücklich erwähnt, doch dies ändert nichts an der Tatsache, dass es so ist.
Die Banken, so könnte man schadenfroh lächeln, haben sich an ihrer eigenen Kompetenz kräftig verschluckt. Weil man die eigenen Aktienfonds, Schuldverschreibungen oder Versicherungen verkaufen wollte, hatte man sich zum multifunktionalen Vermögensmanager aufgeschwungen. Wer so kompetent erscheinen will, so die Gerichte, soll auch so kompetent die Verantwortung (also den Schaden) tragen. Die Folgen: Mit allen Mitteln versuchen die Banken sich abzusichern, um ja nicht mehr haftbar gemacht zu werden.
An Lottoannahmestellen könnte ein Warnhinweis stehen: „Ihre Chancen bewegen sich gegen Null. Wer sein ganzes Vermögen setzt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit sein ganzes Vermögen los“, würde sich niemand vom Tippen abhalten lassen. Aber der Händler in der Lottoannahmestelle spielt sich auch nicht als Vermögensberater auf. Alle Erwachsenen sind für ihr Tun und Unterlassen selbst verantwortlich. Der Begriff „Option“ kommt aus dem Lateinischen und kann mit „freie Wahl“ übersetzt werden. Die Menschen gehen nicht unter, weil sie die freie Wahl haben, sondern wenn sie keine Wahl mehr haben.
Es heißt, ein Spekulant profitiere von der Not anderer. So ist es: Der Polizist, der Arzt, der Feuerwehrmann, der Soldat, Werkstatt, etc. – alle profitieren von der Not anderer.
Sind Spekulanten erfolgreich? Auch das kann man wie folgt bejahen: Die Mehrheit der am Markt tätigen Spekulanten ist erfolgreich. Er herrscht hier nämlich so etwas wie eine monetäre Selektion. Diejenigen, die sich in der Mehrheit der Fälle verspekulieren, spuckt der Markt wegen Zahlungsunfähigkeit aus, oder sie geben auf, weil sie auf ihr Vermögen bezogen wohl noch nicht zahlungsunfähig sind, jedoch klug genug zu wissen, dass sie, wenn sie so weitermachen, zahlungsunfähig würden. Und bedenken Sie bitte: Hat sie der Markt ausgespuckt, würde ihm dies noch nicht mal auffallen.
Denn immer gilt: nicht alles auf eine Karte setzen Kein All-In an der Börse
Börsianer, die schon ein wenig Erfahrung haben und täglich das Börsengeschehen verfolgen, wissen dann auch, dass an den Verfallstagen der Terminbörsen die Kurse die Tendenz haben, verrückt zu spielen.
Wie im Aktienhandel und überall in der Wirtschaft brauchen Sie jemanden, der diametral entgegen gesetzten Interessen vertritt, sonst wird es nichts mit dem Handel Kontrahent.
Wer ganz sicher geht, hat auch keine Gewinn, wer sich überversichert, läuft Gefahr, Verluste, zu machen. Warren Buffet empfiehlt immer, sich an der Börse als Teilhaber eines Unternehmens, in das man investiert, zu sehen, quasi als Mitunternehmer. Wer sich stets so sieht, wird wissen, dass es keine sicheren Geschäfte gibt. Wenn man mit dieser Perspektive Probleme hat, dann sollte man versuchen, die Beamtenlaufbahn einzuschlagen und das verdiente Geld und die latente Person darauf setzen, dass man lange lebt und gesund bleibt.
Im Englischen assoziiert man dann auch „Securities“ mit Sicherheit, „Stocks“ mit Bestand und „Warrants“ mit Garantie.
Billig ist eine Information nicht, wenn man sie umsonst per Post zugeschickt bekommen, sondern billig ist sie nur, wenn man mit geringem Zeitaufwand alle entscheidenden Merkmale des Produktes erkennt und versteht.
Bedenken wir auch gleichzeitig, dass die Summe der verkauften Optionsscheine wesentlich größer ist als die der zurückgegebenen oder eingelösten und somit der Bank beachtliches Kapital in die Kasse spült.
„Und ist der Handel noch so klein, so bringt er doch mehr als Arbeit ein“ Spread
Hätte der Emittent nicht die Chance eines ordentlichen Kaufmanns auf Gewinn, gäbe es Optionsscheine bei der Bahnhofsmission.
„Eines Tages bekommt ein Kaufmann ein Angebot zum Kauf einer Kiste von 1000 Jeans zum Spottpreis von einem Euro pro Hose. Sofort greift er zu, ruft seinen Kollegen an und bietet die Kiste für 2000 € an. Der ist ebenfalls begeistert und verkauft die Kiste sofort weiter an einen Freund, der ihm 4000 € bezahlt. Der wiederum geht ans Telefon und verkauft die Kiste mit den Hosen einem weiteren Geschäftsmann, aber für 8000 €. Und so geht es weiter. Irgendwann kostet die Kiste Jeans 32000€.
Der letzte Erwerber öffnet die Kiste, weil er die Jeans in seinem Laden anbieten will. Es sind genau 1000 Jeans. Bei näherer Betrachtung fällt ihm jedoch auf, dass alle nur 1 Hosenbein haben. Empört ruft der Geschäftsmann den Verkäufer an: „Hören Sie einmal! Gerade habe ich die Kiste aufgemacht…!“
Der andere unterbricht verwundert: „Was heißt aufgemacht? Sie sollen die Kiste nicht aufmachen, sondern weiterverkaufen!
Konsumentenrente versus Produzentenrente
Wenn Sie eine Ware kaufen, dann war Ihnen diese Ware mindestens soviel wert. Erhöht der Verkäufer den Preis, so stellt er im Normalfall einen Rückgang der verkauften Menge fest. (Stellt er ihn nicht fest, hat er das Produkt in der Vergangenheit zu billig verkauft.) Dieser potentielle Rückgang setzt sich so lange fort, bis alle potentiellen Käufer vom Tausch absehen. So funktioniert das auch beim Aktienhandel, nur dass dort die „vielen Köche“ den Preisen ganz schön zu schaffen machen. Bevor der letzte Käufer nun abgeschreckt ist, wird bei Ihnen selbst der entscheidende Cent bereits gekommen sein: Man sieht vom Kauf ab, sucht sich ein alternatives Produkt oder einen anderen Händler. So funktioniert das beim Aktienhandel nicht immer: Die Menschen zahlen überhöhte Preise, weil gerade alle diese bezahlen Mode
Frage: Würden Sie sich geehrt fühlen, wenn Ihnen der reichste Mann dieser Welt ein Aktienpaket verkauft? Überlegen Sie einmal, warum er so reich ist und warum er gerade Ihnen dieses Aktienpaket gönnt.
Ist also dieser letzte Cent erreicht, an dem Sie gerade noch Geld gegen Ware tauschen, so wäre das, was die Ökonomen Konsumentenrente nennen, vielleicht noch mit einem halben Cent bezifferbar.
Kostet die Ware jedoch nur die Hälfte, so greife Sie zu, weil Sie glauben, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Ziehen Sie dann den bezahlten Preis von Ihrem subjektiven Höchstpreis ab, kennen Sie die Größe der Konsumentenrente. Es spielt keine Rolle, ob Sie diesen Höchstpreis kennen oder eher intuitiv zugreifen. Entscheidend ist, dass die Ökonomie nach diesem Prinzip funktioniert.
Was für den Konsumenten die Konsumentenrente ist, ist für den Händler die Produzentenrente. Der Händler handelt mit der Ware nur deshalb, weil ihm jede andere Tätigkeit weniger wert erscheint. Senkt man nun den Preis der Ware immer mehr, verringert sich der Gewinn, bis beim Produzenten (in diesem Fall der Händler) der Cent erreicht ist, wo er das Handtuch wirft und sich einem anderen Betätigungsfeld zuwendet.
Idealtypisch müsste man also einen Preis haben, bei dem sich Konsumentenrente und Produzentenrente die Waage halte – eine gerechte Welt oder ein freier Markt in dem alle Informationen gleichmäßig verteilt sind. Das ist eher unwahrscheinlich.
Auf dem Aktienmarkt wird ebenfalls zu einem beliebigen Zeitpunkt der Cent erreicht zu dem keiner mehr bereits ist, für eine bestimmte Aktie diesen Preis zu zahlen. Die Kurskurve knickt ab.
Optionsscheine verfallen aber nun mal nach spätestens 2 Jahren und wenn die Rechnung noch nicht abgeschlossen ist, endet das Geschäft mit einem Totalverlust.
Kalkulierter Informationsverzicht. Wer sich mit seinen Mitteln und Möglichkeiten Informationen beschaffen oder errechnen kann, dies aber nicht tut, verzichtet darauf. Auf dieser Grundlage suchen sich Menschen ihre Partner aus, wählen Regierungen, kaufen Aktien und Optionsscheine. Immer dann, wenn die Informationsbeschaffung mehr kostet, als der eventuelle Einfluss oder Schaden, sollten Sie auf Informationsbeschaffung verzichten. Auch kann eine fundierte Information an der Börse Verluste sparen helfen. Die Information hilft Ihnen jedoch nicht, auf der richtigen Seite der Spekulation zu stehen.
Die Investition in ein Unternehmen ist eine Wertbekundung des Anlegers. Er richtet sich nur niemand danach.
Damit der Stillhalter Ihnen eine Aktie über eine halbes Jahr zum Kauf bereithält, verlangt er das, was er für das Geld „risikolos“ an Zins bekommen hätte, wenn er nicht in Aktien investiert wäre. Der Zins ist übrigens eliminiert, wenn sich mit dem Basiswert innerhalb der entsprechenden Laufzeit, die gleiche (prognostizierte) prozentuale Dividendenrendite zu Gunsten des Stillhalters gegen rechnen lässt. Denn die Dividende kassiert ja der Stillhalter, also der Emittent des Optionsscheins.
Das Rho eines Calls ist stets positiv, weil der Wert eines Call mit steigendem Zinsniveau ebenfalls zunimmt. Bei einer Put hingegen ist das Rho immer negativ, weil ein Put mit steigenden Zinsen an Wert verliert.
Theta ist der sichere zeitabhängige Verfall des Optionsscheins.
Nun „wetten“ die Versicherungen beim Abschluss einer Risikolebensversicherung, dass die Versicherungsteilnehmer das Ende der Laufzeit noch erleben und sie deshalb die Versicherungssumme nicht bezahlen müssen. Eigentlich sind ja alle froh, dass sie die Wette verlieren und deshalb ist dieser Geschäftszweig auch meistens völlig beschwerdefrei.
Trotzdem kann es sein, dass jemand die Versicherung abschließt und dann immer nächsten Moment tot umfällt. Würde also die Versicherung mit Ihnen allein so eine Wette wirklich eingehen? Nein. Denn sie kennt dieses Risiko und wird es nicht tragen wollen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass der gesunde 40 jährige die Laufzeit überlebt, groß ist, steht die übliche Prämie in keinem gesunden Verhältnis zum Verlustrisiko.
Durch den Umstand, dass die Versicherung nicht nur dem Einzelnen, sondern einer Vielzahl von Menschenleben versichert, spielt das einzelne Schicksal keine Rolle mehr. Statistisch gesehen sind die durchschnittlichen Mortalitätsfälle nur leicht schwankend und deshalb berechenbar. Ein Lebensversicherer wird die Risikopatienten überhaupt nicht aufnehmen. Ein Emittent wird keine Optionsscheine „schreiben“, bei denen die Risiken von vornherein unkalkulierbar sind. Ist die Lebensversicherung einmal abgeschlossen und das Chaos bricht aus, müssten im Vertrag einige Klauseln verankert sein, damit der Betrag angepasst werden kann. Beim Optionsschein gibt es solche „Klauseln“ – fragt sich nur, ob die Käufer das auch nachvollziehen können.
Die Schwankungsbreite des Underlyings nennt man also Volatilität, was so viel wie Flatterhaftigkeit heißt. Flattert ein Optionsschein ins Geld, ist der Patient aus der Sicht des Emittenten noch nicht tot. Erst dann, wenn der Schein so weit im Geld liegt, dass die Höhe der bezahlten Prämie überschritten ist, fängt der Emittent an, die Wette zu verlieren.
Nun könnt man Optionsscheine auflegen, die so sicher sind, dass nahezu keine Wette verloren ging. Das wäre dann kaufmännisch nicht sinnvoll. Denn wenn die Kunden nicht mehr die Jubelrufe einzelner Gewinner hören, tendiert die Hoffnung gegen null und sie wollen keine Optionsscheine mehr kaufen.
Der Emittent von Optionsscheinen will an den Risikoprämien nicht unbedingt verdienen. Er verdient am Handel (durch den Spread) und lässt sich, sein in Basiswerten „brachliegenden“ Kapital, auch noch verzinsen.
Trotzdem gibt es nur eine Garantie in der Marktwirtschaft, die die Bäume nicht in den Himmel wachsen lässt und das sind der Wettbewerb der Anbieter und die Entscheidungsfreiheit der Konsumenten.
Der visuelle Eindruck, dass eine Aktie stark schwankt, liegt oft am Bezugsrahmen, in dem der entsprechende Chart abgebildet ist. Je nach Skalierung können auch kleinste Schwankungen grafisch als große Berg und Talfahrt dargestellt werden. Computerprogramme füllen die ihnen angebotenen Fenster immer maximal aus, deshalb trügen die Darstellungen von wenig Volatilen Werten nach oben und eine starke Vola erscheint gedrückt. Die große DAX-Anzeige der Börse in Frankfurt macht nichts anderes.
Wer bei 180 Tagen Restlaufzeit mit etwa 69 % Wertverfall zu kämpfen hat, dessen Basiswert muss schon kräftig in die richtige Richtung gehen.
Spekulanten tun sich einen großen Gefallen, wenn sie die Tatsachen nicht bewerten, sondern die Sachverhalte so hinnehmen, wie sie sind.
Ein Optionsschein kostet soviel, wie viel der Emittent dafür verlangt.
- Man macht selten alles richtig, dafür fehlen Zeit und Lust
- Man kann alles richtig machen und trotzdem verlieren
- Man kann Instrumente und Techniken der Risikoabsicherung genauso falsch handhaben wie alles andere.
- Man muss die grundlegenden Vorraussetzungen so verändern, dass der Schaden begrenzt ist, wenn die „Stricke reißen“
Die korrekt in der Prämie berechnete Vola lässt die Gewinnchancen stagnieren. Eine zu hoch berechnete Vola senkt die Gewinnwahrscheinlichkeit, eine zu niedrige Bewertung erhöht die Chancen der Käufer auf Gewinn.
Schwankungsbreite verkennen? Leicht vergessen Sie dabei nämlich die Eigenschaften des Marktes. Nach oben gehen die Kurse oft langsam und stetig. Das bedeutet jedoch eine Volatilitätsabnahme, während nach unten die Kurse zum Beispiel durch Panikverkäufe oft rapide fallen. Das bedeutet Volatilitätszunahme.
Alles das, was der Emittent feststellen kann, kann auch der Emittent feststellen. Alles, was der Käufer spekuliert, spekuliert der Emittent.
Die Investitionsquote darf pro Schein nur etwa ein Zehntel des für Optionsscheine zur Verfügung stehenden Kapitals sein.
Risikobereitschaft: Beherzigt man bei einer Spekulation die Begrenzung des Kapitalvolumens nicht, kommt man schnell in die Lage eines Menschen, der am verhungern ist, aber noch 10 € besitzt. Der Nutzwert der 10 € wäre wohl, noch für 10 Tage Essen zu kaufen und deshalb 10 Tage länger zu leben. Doch dann hätte sich dieser Nutzwert endgültig erschöpft – man würde 10 Tage später verhungern. Nimmt man nun an, dass man mit 100 € nicht nur 10 Tage länger leben könnte, sondern das nötige Kapital hätte, sich aus dem Elend zu befreien, um sich wieder reproduzieren zu können. Dann stellt sich die Frage nach der jeweiligen Risikobereitschaft, die erfahrungsgemäß mit existentiellen Ängsten steigen sollte. Sie kann auch sind, was zur Lethargie führen würde, oder unkontrolliert explodieren, was zu Panik führt.
Ihre Risikobereitschaft sollte nicht aus der Not entstehen, sondern sie muss im Verhältnis zu den Kosten und freien Erwartungen stehen und darf auf keinen Fall handlungsunfähig machen.
Wer in sich stets die Weisheit vermisste, mit Aktien auf der richtigen Seite zu stehen, wird mit Optionsscheinen diese Weisheit nicht bekommen, sondern die begangenen Dummheiten eher wiederholen und dann verstärken. Als würde man von Bier auf Schnaps wechseln, weil Bier so betrunken macht.
Lokführer und Jagdflieger haben eines gemeinsam: Sie haben einen Knopf in ihren Maschinen, der durch Drücken erst einmal eine jede Strategie beendet, OHNE sie zu ersetzen. Beim Lokführer bedeutet dies eine sofortige Vollbremsung und im Jagdflugzeug katapultiert sich der Pilot mit dem Schleudersitz aus der fliegenden Kiste.
Man kann an der Börse jederzeit alle Posten liquidieren, ohne etwas zu verpassen. Denn die Anzahl der verpassten Gewinne ist unendlich groß, die Anzahl der vermiedenen Verluste beschränkt sich jedoch fatal auf die Größe der Liquidität.
Ein Freund von mir ging zu seiner Bank und hob 120 000 € (alles was auf den Konten lag) ab. Die erste Reaktion der Bankangestellten war: „Das geht aber nicht!“ Darauf mein Freund: „Dann hole ich die Polizei(Anwalt)!“ Es ging dann doch.
Wenn Sie sich erinnern, kaufen Spekulanten dann, wenn niemand das Gut oder den Wert haben will, in Zeiten also, in denen die Menge steigt und damit die Preise fallen.
Wenn sich also die Wirklichkeit diametral gegen unseren Willen richtet, so nützt es nichts, wie ein Kleinkind mit dem Fuß aufzustampfen und „trotzdem“ zu rufen.
Klassisch, ohne die Möglichkeit der Optionsscheine, würden Sie also das für ein einzelnes Long-Engagement vorgesehene Kapital splitten und in 5 Tranchen nachkaufen. Sie verhalten sich somit wie ein Händler, der einen günstigen Posten Herrensocken kauft, doch genügend Kapital in Reserve hält, um noch günstigere Einkäufe zu tätigen, falls er die Gelegenheit dazu haben sollte. Der fatale Fehler wäre zu „wissen“, dass der Wert nun seinen „Boden“ gefunden hätte und aus diesem Grund voll investiert zu sein.
Jede Akkumulation (Sparen) von Geld ist eine Spekulation auf den Fortbestand der eigenen Existenz.
Besonders industriell gefertigte Produkte und Wertpapiere werden oftmals im Laufe der Zeit um einen wesentlich höheren Prozentsatz billiger, als die durchschnittliche Inflation entwertet.
Wer mit seinen Aktieninvestments im Gewinn wäre und diesen realisiert, stünde 1. vor dem Problem, das neu anlegen zu müssen (als ob das ein Naturgesetz wäre) 2. könnte dann an einem eventuell weiteren Aufschwung nicht partizipieren.
Sind Sie zu früh ausgestiegen, gibt es kein Gesetz der Welt, das Ihnen verbietet, wieder einzusteigen. Sie riskieren ja auch ständig das zu späte Aussteigen (im Verlust), das zu frühe Einsteigen im Vorhof der Spekulation usw. Warum also sollte nun der „Irrtum im Gewinn“ ein anderes Problem, eventuell ein größeres, darstellen als die zahlreichen Irrtümer im Verlust.
Was würde ein Kaufmann machen, der mit dem Handel vom Herrensocken bereits für seine Verhältnisse gutes Geld verdient hat? Sicher würde er nicht hingehen und nun bei zunehmender Gefahr, dass der Markt zusammenbricht, seine Gewinne in Herrensocken investieren. Damit handelt er sich doch neurotisch auf die „sicher“ kommende falsche Seite. Der Kaufmann würde also das entsprechende Umlaufvermögen verringern, damit, wenn der Markt zusammenbricht, nicht so viel Ware lagert. Oder meint jemand, dass man mit einer Versicherung, die den Preis für die Herrensocken garantiert, Geschäfte machen?
Fazit: Nie die Hauptspekulationsrichtung aus den Augen verlieren! Es gibt zahlreiche alte Hasen im Börsengeschäft, die nur aus diesem Grund Tagebuch führen.
Denn Desorientierte sollten nicht ständig mit anderen Desorientierten kommunizieren. Doch würden Sie einem Desorientierten raten, sich an der Börse zu engagieren? Weil Sie glauben, dass Desorientierte mit Optionsscheinen sicher leben können? Dann haben Sie das falsche Buch gelesen.
Kompensieren Sie niemals Verluste – vermeiden Sie sie, indem sie das Finanzinstrument glattstellen!
Ein ausreichend diversifiziertes Depot benötigt ein klares Verlustmanagement und fordert alle drei Monate ein wenig Beachtung. Wer über die langen Jahre hinweg alle drei Monate einmal in sein Depot geschaut und dann je nach Situation ausstieg, laufen ließ, reduzierte oder aufstockte, hat keine schlechte Performance – trotz unsicherer Zeiten, Terror, Hausse und Crash. Für Menschen, die sich täglich mit der Börse beschäftigen ist das ein Phänomen.
Wer sich Optionsscheine kauft, muss Spaß am Marktgeschehen und Freude am Gewinnen an sich und nicht so sehr am nominalen Zuwachs haben. Traden mit Optionsscheinen, ob stündlich, täglich, wöchentlich, immer oder ab und zu, muss man durchs Machen verstehen lernen. Nicht die Fachbücher haben die großen Spekulanten in ihre Position gebracht, sondern Glück und das wachsende Gefühl für den richtigen Moment.
Wer nach dieser Lektüre sein ganzes Vermögen in Optionsscheine anlegt, dem ist nicht zu helfen. Verliert er sein gesamtes Kapital, so ist das auch nicht schlimm, sondern möglicherweise sogar gut. Wer weiß schon, was er mit noch mehr Geld angestellt hätte.
Wer also einigermaßen seinen Verstand beisammen hat, wird das glatte Eis der Börse nur vorsichtig betreten. Er wird wissen, dass man sich arg lang legen und sogar einbrechen kann. Was aber sagt die Mutter, wenn Kinder beim Laufen lernen hinfallen? „Steh wieder auf, ist nicht so schlimm.“ Deshalb: Stehen Sie wider auf, wenn Sie gefallen sind. Die Möglichkeiten, Ziele und Richtungen, gibt es an der Börse viele…
Die Börse ist keine Einbahnstrasse! Hausse und Baisse wechseln sich mehr oder weniger regelmäßig ab. Wer auf Dauer erfolgreich sein will, muss ich der Lage sein, sowohl von den Auf, als auch von den Abwärtsbewegungen an der Börse zu profitieren.
Master Trader Konzept
Ordentliches Trading ist in vieler Hinsicht ein Nebenprodukt des ordentlichen „Denkens“. Es erfordert nicht nur viele Monate, sondern Jahre unablässiger Bemühungen, um wirkliche Börsenerkenntnisse zu erlangen, sondern man muss auch erst alle vorstellbaren Verlustmöglichkeiten durchlaufen und erfahren, bevor sich die Meisterschaft einstellt. Die traurige Wahrheit ist, dass Schmerzen, die Agonie, die Narben des erfahrenen Traders in der Regel sehr langwierig und tief sind. Wenn angehende Börsenasse nicht über ein großes Maß an Mut verfügen – oder wenn sie zu wenig entschlossen oder ohne Leidenschaft sind – und wenn sie nicht bereit sind, alles aufs Spiel zu setzen, dann werden sie einfach nicht durchhalten. Diejenigen, die sich wirklich nach Börsenerfolg sehen, müssen mit ihrem Blut, ihrem Geld und einem großen Teil ihres Lebens zahlen. Das Lehrgeld ist hoch. Das steht außer Zweifel. Aber der Gewinn derjenigen, die bereit sind, dieses Lehrgeld zu bezahlen, ist unermesslich. Erfolgreiche Trader genießen eine Unabhängigkeit, die sich die meisten gar nicht vorstellen können. Ein Notebook und ein Telefonanschluss geben ihnen die Freiheit, von jedem beliebigen Ort der Erde zu handeln und Gewinne zu machen. Sie können in 2 Stunden mehr Geld verdienen, als die meisten Leute in einem Monat. Wenn Sie also wirklich bereits sind, diesen Preis zu zahlen, ist das der beste Rat, den ich ihnen geben kann. Entwickeln Sie einen Plan, suchen Sie einen Mentor, von dem sie lernen können und geben sie niemals auf! Fassen Sie den festen Entschluss, dass Sie entweder siegen oder untergehen.
Als aktive Börsenteilnehmer bewegt sich unser ganzes Dasein um die nächsten 2 bis möglicherweise 10 Tage. Wenn wir Recht haben, werden wir einen Haufen Geld verdienen. Wenn wir Unrecht haben – und das passiert manchmal – werden wir uns schnell aufrappeln und weitermachen.
Fragen sollten vor und nach der Schlacht gestellt werden, nicht während der Schlacht. Wenn Sie im Schützengraben (in einem Trade) stecken, müssen Sie sich unbedingt an Ihren Plan (Ihre Tradingstrategie) halten, der auf Ihren Karten (Charts) basiert. Denken Sie darüber nach. Würden Sie sich in einem Schützengraben wohlfühlen mit jemand, der ständig nervöse Fragen stellt?
Gehen Sie nie mit einem stumpfen Messer zu einem Pistolenduell!
Tradingmeisterschaft kann niemals erreicht werden, ohne vorher ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung erlangt zu haben.
Die Börse hat eine unweigerliche Tendenz, alles abzuschütteln, was wir die „schwachen Hände“ nennen, kurz bevor sie wieder einen Trend nach oben folgt. Der hohe Grad an Frust oder Euphorie bei den Kunden der Broker ist tatsächlich ein erstaunliches Börsenbarometer, das manche clevere Trader zur Bestimmung von Hochs und Tiefs benutzen.
Wenn die Strategie gut ist, dann passt das Geld auf sich selber auf.
…Dieser Gentleman war der Gefangene einer Ideologie, die die sehr verbreitet Anschauung vertritt, nur durch den Kauf von fallenden Aktien Geld gemacht wird. Es interessierte ihn gar nicht, dass unsere Ergebnisse das Gegenteil bewiesen. Seine Loyalität galt einer Vorstellung nicht irgendwelchen Ergebnissen. Sobald wir das erkannten, dämmerte mir, dass wir dies alle schon mal getan hatten. Ich kann Ihnen gar nicht aufzählen, wie oft ich den Fehler gemacht habe, mit einer Aktie SHORT zu gehen, weil ich dachte, dass sie zu schnell stieg. Es ist einfach eine Umkehrung. Am Ende zählt nur die Brokerabrechung, keine Ideologie. Jeder Trader erkennt irgendwann, dass die besten Trades diejenigen sind, die fast augenblicklich Gewinn zeigen.
Es sind die Leute, die Menschen, die eine Aktie bewegen, nicht die Tatsachen.
Nach einem gewissen Fortschritt wird sich das Richtige auch richtig anfühlen.
Sicherheit ist ein Märchen. Sie existiert im normalen Leben ebenso wenig wie an der Börse.
Wer die Kunst des Tradings erlernt hat, hat zweifellos auch gelernt weiterzumachen, wenn es so aussieht, als ob alles schief ginge. Alle Trader erleben in ihrer Entwicklung Zeiten, in denen sie durch die Hölle gehen, wenn die Börse selbst nichts anderes vorzuhaben scheint, als sie bei jedem Schritt zu demütigen.
Das Individuum das Aktivität anstrebt, erreicht und ausführt, wird in unserer Gesellschaft zum Ideal. An der Börse ist es aber wichtig ein Faulenzer und Müßiggänger zu sein, da das Geld nicht durch „Arbeit“, sondern durch „Denken“ verdient wird. Das „Nichtstun“ ist vielleicht das wichtigste Element an der Börse. Wer viele Trades eingeht, steigert nur seine materiellen und psychologischen Kosten, ohne die Wahrscheinlichkeit auf Gewinn zu erhöhen. Es ist die Kunst, auf eine günstige Gelegenheit zu „warten“ und zu „beobachten“. Der Einstieg in eine Aktie dauert maximal 1 Minute. Danach hat kommt wieder „Nichtstun“ und das „warten“ auf die Entwicklung der Aktie. „Nichtstun“ bestimmt 99 % der Börsenzeit.
Nur, weil Sie den Werkzeuggürtel eines Schreiners haben, sind Sie noch kein Schreinermeister.
Wir dürfen der Vergangenheit nicht so viel Bedeutung beimessen, dass sie unsere Zukunft verdirbt.
Die ausgereiften Trader wissen, dass das Ergebnis nicht annähernd so wichtig ist wie die Weiterentwicklung.
Er erfolgreiche Selfmade-Trader hat keine positive Einstellung, weil er gewinnt. Er gewinnt, weil er sich traut, eine positive Einstellung zu haben. Denken sie immer daran!
Letztendlich waren es meine Verlust-Trades, die mich veranlassten, jede Taktik, jede Technik, und jede Gewinnstrategie herauszufinden, die ich bis heute anwende. Meine Gewinne ließen mich in der Bar vor meinen Freunden angeben, was zugegebenermaßen sehr unprofessionell ist. Aber es waren meine Verluste, die mich an den Schreibtisch zurückbrachten, was eine außerordentlich profitable Beschäftigung ist.
Verlieren, weil man sich an einen festgelegten Plan hält ist kein Verlieren. Jedes Mal, wenn Sie sich an ihren Plan halten, wird ihre Disziplin stärker und die Kraft der Entschlossenheit wächst.
Jeder Verlust fängt klein an. Jeder Gewinn fängt klein an.
1. Denk immer an das Gebet Der Herr wird mir helfen, wenn ich ihn darum bitte. Ohne den Herrn kann ich nichts erreichen, mit ihm kann ich alles erreichen
2. Selbsterkenntnis Bin ich ein Glücksspieler? Setze ich mein Geld gerne im großen Stil aufs Spiel? Denke ich billig? Bedeuten mir Kurs oder Qualität mehr? Hasse ich sogar kleine Verluste? Ist der Kick genauso wichtig wie das Gewinnen? Bin ich geduldig? Wo liegt meine Hemmschwelle für Risiko?
3. Erkenne den Feind Wer sitzt am anderen Ende meines Trades? Übersehen Sie sich nie selbst, wenn Sie einen Schuldigen suchen
4. Besorge dir eine Ausbildung und zwar schnell Suchen Sie eine Qualitätsfirma, die ein Trainingsprogramm für Trader anbietet Lesen Sie die Tradingbücher, auf die es wirklich ankommt
5. Schütze dein wertvollstes Gut Beim Einstieg muss gleichzeitig ein Anfangsstopp beim Broker gesetzt werden
6. Einfachheit Würden Ihre Tradingtaktiken einen intelligenten 12 jährigen ernsthaft verwirren? Sind für Ihr Trading mathematische Berechnungen notwendig? Benötigen Sie einen Taschenrechner beim Trading? Benötigen Sie mehr als 3 Computerprogramme für die Ausführung ihres Trades Benötigen Sie mehr als 5 Minuten, um ihre Tradingstrategien aufzuschreiben
7. Lerne aus deinen Verlusten Führen Sie ein Tradingtagebuch? Führen Sie ein Tradingjournal?
8. Konzentriere dich nicht hauptsächlich auf niedrig bewertete Aktien Ein 2 € Anstieg, in einem Tag, ist für eine 60€ Aktie fast ein normales Ereignis. Ein 2€ Anstieg bei einer 10€ Aktie ist so selten, dass es wahrscheinlich am nächsten Tag in der Zeitung steht,
9. Keine Streuung Streuung schließt weder Verluste aus, noch erhöht sie die Chancen auf Gewinn. Sie bietet eventuell ein dickeres Kissen, wenn ein Trader falsch liegt, gleichzeitig vermindert es auch den Gewinn, wenn der Trader richtig liegt.
10. Erkenne, dass keine Action manchmal die beste Aktion ist Mangel an Geduld Unwissenheit, wann Nichtstun die beste Aktion ist. Wie viele Kauf- oder Verkaufsentscheidungen basieren auf einem festgelegten Plan und wie viele erfolgen, weil Sie nervös, gelangweilt oder von etwas anderem abgelenkt waren?
11. Erkenne, wann es Zeit ist, sich dankbar zu verabschieden Sie haben zweimal hintereinander verloren Die Börse wird laut S&P Future außerordentlich negativ Sie fühlen sich aus dem Gleichgewicht, unsicher, verwirrt, desorientiert und wissen nicht warum Ihr festgelegter Tradingplan bricht aufgrund eines plötzlichen Börsenereignisses zusammen Sie fühlen sich krank Ihr Gemütszustand ist erschöpft Sie beschäftigen sich gerade mit einem persönlichen Problem
12. Suchen Sie keine Entschuldigungen – sie haben noch nie etwas gebracht Sie müssen tief im Herzen wissen, dass das Endergebnis bei nur bei ihnen liegt.
FUNDAMENTALDATEN
Fundamentaldaten können dort manipuliert werden, wo sie entstehen, nämlich im Unternehmen. Wenn man kein Insider in dem Unternehmen selbst ist, dann ist eine Beurteilung von manipulierten Daten schwierig. Außerdem sagen Unternehmenszahlen etwas über die vergangene Geschäftszeit und die Beziehung zum Aktienkurs schwankt extrem. In Bullenzeiten sind die Aktienbewertungen viel höher als die Bilanzsumme(Agio), wobei in Bärenzeiten auch Preise unter Unternehmenswert bezahlt werden(Discount). Die täglich auftretenden volatilen Schwankungen im Aktienpreis sind nicht durch das operative Geschäft der Unternehmen zu begründen. Der Aktienpreis wird maßgeblich durch Angebot und Nachfrage am Aktienmarkt bestimmt.
Der Chinesische Markt ist aufgrund seiner Wachstumsraten interessant. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Aufwertung ihrer Landeswährung gegenüber dem Dollar und dem Euro, was zu Währungsgewinnen führen könnte. Ein Nachteil ist das kommunistische Regime und der stark reglementierte Markt. Die politischen Faktoren und ein enger Markt könnten nachteilig sein.
Spring nicht auf den fahrenden Zug auf keinen Rallyes hinterherlaufen Geduld haben Warte bis der Zug anhält und dann steig wieder ein wie ein normaler Mensch ;) Warte auf kleine Kursspannen, damit ich von den großen profitieren kann
CHARTDATEN
Ein Kurs bedeutet ein BEZAHLTER PREIS und ist in dem Moment Vergangenheit, wenn er festgestellt wird. Deshalb ist ein Buchgewinn, der auf BEZAHLTER PREISEN basiert auch in dem Moment, wenn er festgestellt wird Vergangenheit und sagt somit nichts über den aktuellen oder zukünftigen Wert des Aktienbestands aus. Der BEZAHLTE PREIS bezieht sich außerdem auf eine konkrete und begrenzte Stückzahl. Jedoch sind Charts die Fußspuren des Geldes, die zeigen, welche Preise sich als die besten und schlechtesten Einstieg in den Markt erwiesen haben. Die Daten sind öffentlich und werden von der Börse festgestellt, damit kann die Verfassung des Papiers objektiver geschätzt werden.
Die Börse wird die Börsenteilnehmer bzw. mich solange demütigen bis ich ihr den nötigen Respekt zolle und die falsche Position aufgebe.
Die Spekulation besteht darin, zu erraten welchen Preis andere Spekulanten für ein Papier in Zukunft bereit zu bezahlen sind.
„Sprechen Sie sanft und tragen sie einen großen Stock bei sich. So werden sie weit kommen.“
Missions Definition
Was sind Ihre Leitsätze? (Welche Grundsätze sind für Sie so wichtig, dass Sie sie nicht ändern oder aufgeben wollen?) Was sind Ihre Werte? (Werte sind Vorlieben, die Ihnen wichtig sind, die Sie aber auch ändern könnten.)
Liste Sie die einflussreichsten Personen in Ihrem Leben auf. Was bewundern Sie an ihnen? Beschreiben Sie Ihr eigenen Stärken und Talente Welche Herausforderungen und Hindernisse gibt es in Ihrem Leben? Wie stark sind Ihre Beziehungen zu den Menschen, die Ihnen am nächsten stehen? Welchen Einfluss haben diese Personen derzeit auf Ihre Mission? Welchen Einfluss könnten sie in Zukunft haben? Versetzen Sie sich in die Zukunft. Wie wird Ihr Leben in einem, in drei und in fünf Jahren aussehen?
Was will ich mich mit meiner Zeit anfangen? Worauf werde ich mein Talent verwenden? Welchen Grundsätzen werde ich folgen? Welches Erbe will ich einmal hinterlassen?
Wie viel Zeit kann ich pro Tag, Woche oder Monat dem Trading widmen? Habe ich die nötige zusätzliche Zeit zur Vorbereitung auf jeden Tag? Kann ich jeden Tag 30 bis 60 Minuten erübrigen, bevor die Märkte eröffnen?
Wie viel Risikokapital habe ich zur Verfügung? Wie viel Geld muss ich jeden Monat verdienen? Welcher Teil muss davon vom Trading kommen? Habe ich noch andere Finanzquellen, auf die ich bauen kann, während ich lerne profitabel zu traden?
Wie groß sind meine Fähigkeiten am Computer? Bin ich diszipliniert? Weiß ich viel über die Märkte? Gibt es in meinem Leben, viele äußere Faktoren, die mein Trading negativ beeinflussen können? Worin besteht der „Vorteil“ meines Tradingstils, oder worin könnte er bestehen?
Zielformulierung:
Ihre Motivation, das Ziel zu erreichen(was erregt Sie so bei dem Gedanken es erreicht zu haben?) Was müssen Sie lernen oder herausfinden, um es zu erreichen? Die Hindernisse auf dem Weg zum Ziel. Welche persönlichen Themen oder Überzeugungen könnten Ihren Fortschritt behindern? Welche extremen Faktoren wie Menschen, Ereignisse oder andere Dinge könnten das tun? Was brauchen Sie, um das Ziel zu erreichen – Zeit, andere Leute, Ausrüstung, Kapital etc.
Sie haben Ihre Mission schriftlich festgehalten Sie haben Selbsterforschung betrieben Und Sie haben eine Liste ihrer Überzeugungen angefertigt, vor allem derjenigen, die mit den Märkten und mit Trading zu tun haben. Wenn ich nur noch 6 Monate zu leben hätte, würde ich dann irgendwelche Punkte von der Liste streichen oder hinzufügen? Wenn ich ein Ziel aus dieser Liste aussuchen müsste und wüsste, dass ich es ganz bestimmt erreichen werde, für welches würde ich mich entscheiden?
Was leistet Ihr Geschäft für Ihre umfassende persönliche Mission? Was ist der Hauptzweck, das wichtigste Ziel des Geschäfts? Gehört das Geldverdienen zu den wichtigsten Zielen? Was sind die wichtigsten Werte, die das Geschäft abdeckt, wenn es erst einmal läuft?
Ihre persönliche Geschichte und Ihre Erfahrung beim Trading Eine kurze Zusammenfassung Ihrer Tradingstrategie
Sie müssen sich mit den wichtigsten Hindernisse abfinden, die Tradern im Weg stehen“, sagte der alte Mann. „Diese Hindernisse sind Ihre Verluste zu akzeptieren und sich darüber kein Sorgen zu machen. Genießen Sie einfach den Prozess des Tradings, Gewinne und Verluste gehören dazu. Sie ärgern sich vielleicht über Ihre Verluste, aber denken Sie daran, dass das nur ein Gefühl ist. Mit dem Prozess des Tradings hat es nichts zu tun. Das Akzeptieren von Verlusten gehört zu diesem Prozess.“
Es ist nicht angemessen, wenn man mit dem Trading anfängt und sagt: „Eigentlich bin ich Anwalt oder Arzt oder irgendetwas und trade nur so nebenbei.“ Können Sie sich vorstellen, dass unsere Gesellschaft jemanden toleriert, der sagt: „Ich werde Gehirnchirurgie zu meinem Hobby machen?“
„Man kann den Markt nicht traden. Man kann nur seine eigene Meinung über den Markt traden.“
Die Früchte seiner Arbeit kann nur ernten, wer niemals aufgibt.
Eines der größten Geheimnisse des Tradingerfolgs besteht in der Annahme, dass Sie selbst dafür verantwortlich sind, was an der Börse mit Ihnen passiert. Viele großartige Trader, mit denen ich gearbeitet habe, waren immer der Meinung, die Börse sei eine hervorragende Universität, wo man die Geheimnisse des Geldverdienens lernen kann. Wenn man bereit ist zu lernen, profitiert man immer mehr. Wenn man es nicht ist, dann macht man immer wieder die gleichen Fehler. Sie müssen sich folgende Frage stellen: „Will ich von der Börse lernen oder nicht?“
Verantwortung
Widmen Sie sich völlig dem Trading und der inneren Suche, die für Ihr erfolgreiches Trading wichtig ist.
Erforschen Sie sich, um zu wissen, wer Sie tief in Ihrem Inneren wirklich sind. Sie müssen also Ihre psychologischen Themen und Ihre Emotionen kennen.
Verstehen Sie die psychologischen Neigungen, die die Menschen an die Börse mitbringen. Zum Beispiel der Wunsch nach Kontrolle und den Wunsch „Recht“ zu haben, der manchmal wichtiger wird als das Geldverdienen selbst. Sie müssen diese Neigungen nicht nur kennen, sondern sich auch verpflichten, sie zu überwinden.
Achten Sie darauf, wie Ihre Emotionen Ihr Leben bestimmen können und seien Sie bereit, die Verantwortung für Ihre Selbstkontrolle zu übernehmen.
Entwickeln Sie einige Zielvorstellungen, die Sie an der Börse verwirklichen wollen. Diese Zieldefinition macht 50 % der Aufgabe aus, ein Tradingsystem zu entwickeln.
Entwerfen Sie ein System, das zu diesen Zielvorstellungen passt. Zu Ihrer Verantwortung gehört es auch, dass Sie wissen, wie man ein solches System konzipiert und willens sind, es zu befolgen. Wenn Sie an Ihrem System arbeiten, um Ihre Ziele zu erreichen, müssen Sie immer daran denken, dass die Positionsgrößenbestimmung dessen wichtigster Teil ist.
Entwickeln Sie Regeln, die Sie befolgen wollen, wenn Sie Ihr System traden. Verantwortung bedeutet auch zu verstehen, dass Ihr System vielleicht in 60 % aller Fälle zu einem Verlust führt, denn Geldverdienen hat nichts damit zu tun, bei einem bestimmten Trade richtig zu liegen. Verlusttrades gehören einfach zum Spiel.
Definieren Sie Parameter für einen Fehler. Ein Fehler bedeutet, dass Sie Ihre Regeln nicht beachtet haben. Verantwortung heißt, dass Sie sich dazu verpflichten, keine Fehler zu machen. Und das ist schwer, wenn Sie sich nicht auch den oben genannten Dingen gewidmet haben.
ENTSCHULDIGUNGEN
Statt zu sagen: „Mein System taugt nichts“, könnten Sie zum Beispiel sagen: „Ich habe noch nicht definiert, wer ich bin und was ich an den Märkten zu verreichen versuche. Daher habe ich auch nicht das richtige System gefunden.“
Statt zu sagen: „Ständig werde ich von den Market Makern übervorteilt“, könnten Sie sagen: „Ich reagiere zu emotional, kenne mein System nicht gut und habe nicht gelernt es adäquat umzusetzen. Außerdem habe ich das Verhaltensmuster der Market Maker nicht studiert.“
Statt zu sagen: „Der Markt ist zu volatil für mich“, könnten Sie zu denken beginnen: „Ich rege mich immer auf, wenn der Markt sich gegen mich wendet.“
Die Formulierung: „Meine Frau versteht mein Trading nicht“ könnten Sie durch diese ersetzen: „Wenn meine Frau sich beklagt, dass sie mein Trading nicht versteht, werde ich wütend und das schadet meiner Performance.“
Und statt nach besserer Ausrüstung zu suchen, könnten sie Ihre Reaktionen auf die Ausrüstung erforschen, die Sie derzeit besitzen.
EMOTIONEN
Wenn wir älter werden, lernen wir unsere Emotionen zu beurteilen. Manche sind gut, andere schlecht. Angst und Wut gelten zum Beispiel allgemein als schlecht. Emotionen sind nicht gut oder schlecht, sie sind einfach da. Zum Beispiel lieben manche Leute die Angst. Deshalb fahren sie Achterbahn und sehen sich Horrorfilme an. Und sie sehen sich gerne Nachrichten, die negative Emotionen wecken, weil sie glauben, diese Emotionen lägen außerhalb ihrer selbst. Emotionen sind neutral. Wenn Sie ein Gefühl aber schlecht beurteilen, werden Sie es nicht empfinden wollen. Stattdessen unterdrücken Sie schlechte Emotionen. Das Ergebnis ist, dass diese unterdrückten Gefühle immer und immer wieder hochkommen.
Wenn Sie eine Art von Zorn verspüren, dann stellen Sie sich vor, was an der Börse passiert. Sie steigen mit einem Stopp in eine Position ein. Der Markt wendet sich sofort gegen Sie und löst Ihren Stopp aus. Er erweist sich als Tagestief und Sie sind draußen. Sofort kommt diese aufgestaute Wut wieder hoch und die Stimme sagt: „Sie haben es mir weggenommen.“ Am Ende des Tages hätten Sie einen Gewinn von 3000 €.
Folglich gehen Sie wütend nach Hause, brüllen Ihre Frau an und verpassen dem Hund einen Fußtritt. Aber hat Ihre Reaktion etwas damit zu tun, das Sie ausgestoppt wurden? Nein, sie hatte mit aufgestauter Wut und dem Bedürfnis zu tun, ihren Ausbruch zu rechtfertigen.
Der erste Schritt zur Lösung solcher emotionaler Probleme besteht darin, sich ihrer bewusst zu werden. Wenn sie die Ereignisse analysieren und sich fragen: „Wie komme ich in solche Situation?“, dann werden Sie sich wiederholende Muster erkennen. Und diese Bewusstwerdung ist ein wichtiger Schritt, sich von solchen emotionalen Flüchen zu lösen.
Jäger vs. Farmer
Vorraussetzungen: Ihre Trader Persönlichkeit Jäger oder Farmer
Menschen, die anfangen, sich mit der Börse zu beschäftigen, kümmern sich gewöhnlich erstmal um die besten Tipps, Chartformation, fundamentalen Kennzahlen, Techniken, großer Trader, diverse Anlagestrategien und um vieles mehr. Das ist durchaus sinnvoll.
Doch am Anfang sollte zunächst eine andere Frage stehen: Wer bin ich und welche Disziplin, welches Strategien und Vorgehensweisen sind für meine Person, für meinen Charakter geeignet? Das ist eine der wichtigsten und entscheidenden Fragen schlechthin.
Wenn Sie 1,45 m groß sind und Hochspringer werden wollen, haben Sie einfach ein Problem. Es gibt Menschen, die sind bessere Ausdauersportler, andere sind bessere Kraftsportler. Bei Sport leuchtet es sofort ein, dass bestimmte persönliche Vorraussetzungen für manche Sportarten geeigneter sind als andere. Auch an der Börse gibt es verschiedene Disziplinen, die jeweils bestimmte Fertigkeiten erfordern und somit für manche Menschen besser als schlechter geeignet sind:
In der altbekannten Börsenliteratur wird unter anderem zwischen Lang-, Mittel-, Kurzfristanleger unterschieden. Dazu lesen Sie solche bedeutungsvollen Sätze wie: „Sie müssen einfach herausfinden, welcher Zeitrahmen passt! Klasse!
Zum „WIE“ wird meistens ein nerviges, zeitraubendes und insbesondere teurer Prozedere vorgeschlagen: „Testen Se es aus“, heißt es da.
Bei den meisten Anlegern führt diese „Technik“, jedoch zu dem Problem, dass kein Geld mehr da ist, bevor die Testphase abgeschlossen wurde. Eine Möglichkeit sich darüber klar zu werden, welchen Zeitrahmen man wählt kann man die Anleger in zwei Gruppen unterscheiden:
Unsere Gesellschaft besteht aus zwei Gruppen: JÄGER und Farmer
Aus der Entwicklungsgeschichte kenn wir zwei große Gruppen: Jäger und Farmer. Zunächst waren die Menschen in kleinen Familienverbänden Jäger und Sammler, bis später Ackerbau und Viehzucht immer größere und komplexere gesellschaftliche Strukturen ermöglichten.
Interessant ist, dass gleichzeitig auch eine elementare Veränderung im Menschen selbst stattgefunden haben muss. Ein Jäger braucht ganz andere Veranlagungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten als ein Farmer. Aber obwohl nunmehr viele tausend Jahre landwirtschaftlicher Kultur die Menschheit prägten, sind die Jägereigenschaften in uns allen noch vorhanden.
Je nach Charakter werden bei denen einen die Farmereigenschaften dominieren und bei anderen die Jägereigenschaften. Ihre Aufgabe auf den nächsten Seiten wird es sein, zu welcher Gruppe Sie am ehesten gehören. Gelingt Ihnen das, werden Sie in einem zweiten Schritt auf einfache Art und Weise bestimmen können, welcher Anlagezeitraum für Sie geeignet ist. Somit ersparen Sie sich das kostenintensive „Ausprobieren“.
Vielleicht werden Sie sogar allen mithilfe dieser Herangehensweise verstehen, warum bei Ihnen unter Umständen bisher so viel an der Börse falsch gelaufen ist.
Ich werden nun einmal die typischen Eigenschaften von Jägern und Farmer auflisten, um die Einordnung zu erleichtern. Dabei handelt es sich bewusst um „EXTREME“. Die meisten von Ihnen werden wahrscheinlich von beiden Seiten etwas in sich wiederfinden. Es geht in diesen Fällen darum, welche Seite überwiegt.
Der Jäger
Um als Jäger in einer Savanne oder in einem Urwald erfolgreich zu sein, muss man über eine schnelle, intuitive Auffassungsgabe und über schnelle Reflexe verfügen. Meistens sind diese Vorraussetzungen mit einer hohen Intelligenz und eine starken Intuition verknüpft. Jäger sind meistens nervöse Menschen, immer getrieben, immer aus der Suche. Selbst wenn sie hin und wieder auch gern äußerlich ruhig erscheinen, brodelt es doch ständig in ihnen. Sie sind sozusagen ständig auf dem Sprung zum Angriff.
Jäger suchen stets neue Herausforderungen, an denen sie sich messen können. Aber sie sind auch sehr kreativ darin, neue Ideen, Projekte, Systeme zu entwickeln. Sie müssen sie auf die eine oder andere Art immer wieder neu erfinden. Im Extremfall sind zu viele Gedanken da, die derart unkoordiniert sind, dass sie kaum zu vernünftigen Ergebnissen führen.
Menschen bei denen die Jägereigenschaft dominiert, sind eher Einzelgänger. Zwar leben viele in Familienstrukturen, da sie sich den gesellschaftlichen Erwartungen beugen, doch kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Das hängt auch damit zusammen, dass sie oft von einer inneren Unzufriedenheit belastet sind. Träume von einem anderen Leben, anderen Ländern etc. sind ihre ständigen Begleiter.
Ein Jäger fühlt sich in unserer von Farmern geprägten Gesellschaft selten wohl, hat häufig das innere Gefühl, alles sei irgendwie falsch, er passe in diese strengen Regeln und Hierarchien nicht hinein. Um dem aus Jägersicht beständigen Druck zu entfliehen, neigen sie dazu in soziale Schwierigkeiten zu geraten: Suchtverhalten (Spiel- Alkohol-, Drogen-, oder Börsensucht), wechselnden Beziehungen, wechselnde Jobs etc. Das liegt auch daran, dass Jäger sich schwertun, in zeitlich organisierten Abläufen zu arbeiten. Stundenpläne, vorbestimmte Zeitabläufe sind für Jäger kaum zu bewältigen und stressen ihn ungemein. So wird auch der Außenwelt diese immerwährende innere Ruhe- und Rastlosigkeit deutlich.
Sobald ein Jäger Kontakt mit der Börse bekommt, begreift er intuitiv, dass er auf etwas Großes gestoßen ist, etwas, das „genau das Richtige“ für ihn ist. Doch es werden Probleme über Probleme folgen. Schließlich ist die Börsenliteratur voll von nützlichen Tipps für „Farmer“. Viele Tipps haben etwas mit zeitlicher Disziplin und Organisation zu tun. Zwar versteht der Jäger diese Tipps und hält sie für sinnvoll, er kann sie wenn überhaupt nur kurzzeitig umsetzen. Und so ist er gezwungen, alle Erfahrung selbst zu machen, was natürlich dazu führt, dass er sehr schnell Geld verliert. Oft sind Jäger schon pleite, bevor sie überhaupt ihre Fähigkeiten gewinnbringend einsetzen können.
Doch obwohl er dieses Geld verliert, wird ihn die Börse nicht loslassen! Denn sie hat alles, wonach ein Jäger sich sehnt. Börse ist die modernste und vielleicht auch edelste Form der Jagd in unserer Gesellschaft. Bevor wir aber dazu kommen, wie ein Jäger erfolgreich sein kann, zunächst zu den Farmer, um den Unterschied klarzumachen.
Der Farmer
Farmer sind die „Bewahrer“ unsere Gesellschaft, sie sind weniger impulsiv als Jäger. Sie verfügen über ein hohes Organisationstalent, können langfristig planen, haben ein genaues Zeitgefühl. Schließlich müssen sie wissen, was es bedeutet, dass in 6 Monaten die Ernte reif ist. Sie haben tatsächlich ein anderes Zeitgefühl als Jäger, es ist kontinuierlicher. Farmer genießen es, Dinge wachsen und gedeihen zu sehen. Prozesse begleiten, die einen kontinuierlichen Erfolg erzielen. Im Gegensatz zu Jägern haben sie die herausragende Fähigkeit Unternehmen auf lange Sicht zu führen (nicht aufzubauen, dazu sind Jäger besser geeignet), vorhandene Strukturen zu erweitern und zu optimieren. Sie verfügen über ein ausgezeichnetes Verständnis von sozialen Geflechten (Familien, Vereine, Politik).
Farmer sind Menschen, die Sparbücher besitzen und Bausparverträge. Sie planen weit in die Zukunft. Sie sind oft ausgezeichnete Familienmenschen, die sehr gut abgesichert sind. Farmer lieber die Welt, wenn sie funktioniert, wie sie schon immer funktioniert hat. Sie scheuen Veränderungen, mögen keine Hektik, hassen Chaos.
Viele Beamte, aber auch Lehrer, sind Farmer. Da diese Farmer-Fertigkeit unabdingbar für die Führung einer großen, komplexen Gesellschaftsform wie ein Staat ist, verwundert es nicht, dass die Politik von Farmer, also auch besonders von Beaten und Lehrern geprägt ist.
Unterschiede
Der entscheidende Unterschied auf gesellschaftlicher Ebene ist demnach, dass Farmer sich um das Gemeinwohl kümmern, während Jäger eher Einzelgänger sind bzw. lose Gruppen ohne tiefe soziale Bindung bevorzugen. So kam es, dass fast nur Farmer an dem Prozess einer Gesellschaftsbildung beteiligt waren und sind. Die Eigenschaften des Farmers passen perfekt zu den Notwendigkeiten eines stabilen Sozialgefüges. Jäger könnten eine derart komplexe Gesellschaft nicht aufrechterhalten. Jägermentalitäten als Staatsoberhäupter sind tendenziell gefährlich, da ein Jäger immer bereit ist, die eigene Existenz (bzw. die Existenz des Staates) anderen Zielen zu opfern. Farmer werden im Sinne des Gemeinwohls entscheiden.
Dieser Unterschied hat dazu geführt, dass unsere Gesellschaft auf Farmerstrukturen aufgebaut ist, die es einem Jäger erheblich erschweren, in ihr zurechtzukommen. Die Jäger gerieten somit ins Hintertreffen und versuchen seitdem sich irgendwie zurechtzufinden.
Und obwohl wir in Europa schon sehr lange in einer Farmergesellschaft leben, gibt es auch hier immer noch zahlreiche ausgeprägte Jägermentalitäten. Jäger, die sich oft erstaunlich gut in einer für sie passenden Nische angepasst haben. Es verwundert nicht, dass eine dieser Nischen oft die Börse ist. Außerhalb der Nische wirken diese Jäger oft einwenig deplatziert, zuweilen asozial und ein wenig verrückt. Zumindest hat die Gesellschaft oft Schwierigkeiten mit ihrer unverbindlichen Art zu leben und zu denken.
Wahrscheinlich können es Sie es sich schon denken: Jäger neigen eher zum kurzfristigen Traden, Farmer eher zum langfristigen investieren. Am deutlichsten wird der Unterschied beim Zeitempfinden.
DIE LINEAR FLIEßENDE ZEIT DER FARMER
Der Farmer hat, wie bereits gesagt, ein vergleichsweises, kontinuierliches Zeitgefühl. Ihm ist ein genaues Verhältnis der Struktur der Zeit zu Eigen. Minuten, Stunden, Wochen, Jahre – mit diesen Zeiträumen kann er sehr gut umgehen und planen. Dieses kontinuierliche Zeitempfinden resultiert aus der Notwendigkeit, sich bei Ackerbau an den Tages- wie Jahreszeiten und dem Wachstum der Früchte zu orientieren. Alles läuft in einem gleichmäßigen, stetigen Rhythmus ab. Die Dinge im Leben eines Farmers bewegen und entwickeln sich fast ausschließlich linear, ohne sprunghafte Änderungen. So weiß der Farmer genau, was es bedeutet, dass in 6 Monaten die Ernte reif ist. Er kann bis dahin genau einteilen, was zu tun ist. Aber er muss auch den täglichen Tagesablauf strukturieren können, um mit seinen Arbeiten jeden Abend fertig zu werden.
All das führte zu diesem im Vergleich zum Jäger linearen Zeitempfinden des Farmers. Das qualifiziert ihn zu einem ausgezeichneten „Planer“, einem Strategen der Zeit, einem großen Organisator, der größere Projekte „beherrschen“ kann.
Jäger: Zeit
Der Jäger besitzt kein kontinuierliches Zeitempfinden. Auf der Jagd hat er zum Beispiel eine Unmenge Zeit, die mit Warten verbracht werden muss. Stellen Sie sich dazu eine Katze vor, die scheinbar gelangweilt auf der Lauer liegt, bewegungslos, fast schlafend. Das kann Stunden dauern, doch sobald eine Beute auftaucht explodiert diese scheinbar regungslose Gestalt in einem Feuerwerk blitzschneller und zielgenauer Bewegungen. Aus diesem so friedlich wirkenden Kuscheltier wird von einer Sekunde zur anderen eine gefährliche Raubkatze.
Wenn Sie sich diese beiden Prozesse anschauen, ist einfach naheliegend, dass ein Jäger über zwei höchst verschiedene Zeitwahrnehmungen verfügen muss: Beim Warten muss die Zeit verfliegen, sonst würde er sich zu Tode langweilen. Sobald er in Angriffsmodus umschaltet, muss seine Zeitwahrnehmung extrem ausdehnen, damit er viele Dinge in kürzester Zeit erfassen und entsprechend reagieren kann.
Hätte der Jäger das gleiche Zeitempfinden wie ein Farmer, würde er sich den Zeiten des Wartens langweilen und während der Jagd wäre er zu langsam.
Diese sehr unterschiedlichen Zeitwahrnehmungen machen es einem Jäger nahezu unmöglich, größere „Zeiträume“ zu erfassen. Er kann Zeit nicht organisieren, da sie für ihn derart relativ ist, dass er sie nicht in kleinere Einheiten gleicher Größe aufteilen kann. Das wäre aber notwendig, um sie zu organisieren. Aus diesem Grund haben Jäger große Schwierigkeiten mit Terminen, die sie gern einfach vergessen, tatsächlich ausblenden. Sie haben Schwierigkeiten ihre Arbeit in kleinere Strukturen auszuteilen, um sie über den Tag zu verteilen. Sie arbeiten impulsiv, unstrukturiert, ungleichmäßig. So sehr diese Eigenschaften in den meisten Jobs stören, so perfekt passen sie zu der Börse, zum kurzfristigen Traden.
Die Börse funktioniert nämlich sehr ähnlich, es gibt im Intraday Verlauf lange Phasen, in denen nichts passiert. Dann wieder explodieren plötzlich die Kurse und der Trader muss in Sekundenschnelle viele Entscheidungen auf einmal treffen. Die Börse ist nur wenigen zeitlichen Strukturen unterworfen (Börsenöffnungszeiten, Konjunkturdaten etc.) die ein Jäger gut überblicken kann.
Energie-Haushalt
Ähnlich wie mit der Zeit so geht ein Jäger auch mit seinen Kräften um. Da er im Moment des Angriffs, der eigentlichen Jagd, einen unglaublichen Energieschub braucht, neigt ein Jäger dazu, die Zeit der Nichtjagd eher träge zu erleben. Auch darin unterscheidet er sich vom Farmer, der gern „die ganze Zeit über“ beschäftigt ist und aus diesem Grund mit seinen Kräften haushalten muss. Der Jäger kann zwar mehr Aufgabe erledigen, braucht aber anschließend auch wesentlich länger, um sich zu erholen.
Ein Jäger arbeitet 15 Minuten sehr intensiv und erledigt in diesem Zeitraum eine Aufgabe, anschließend braucht er 45 Min. um sich zu regenerieren. Der Farmer braucht für die gleiche Aufgabe dagegen 45 Min. Anschließend genügen ihm allerdings nur 15 Min. Zeit für die Regenerationsphase, da er wesentlich sparsamer mit seinen Energien umgegangen ist. Beide brauchen für die gleiche Aufgabe inkl. Erholungsphase unter dem Strich: 1 Stunde.
Dieses Beispiel verdeutlicht, warum das Day-Trading für die Mentalität der Jäger besser geeignet ist. Sie können mehr Energie, Aufmerksamkeit und Intelligenz in kurzer Zeit zur Verfügung stellen. Den Rest der zeit verbringen sie stundenlang eher träge von den Monitoren sitzend. Dabei werden sie ein starkes Gefühl der Zeitverkürzung erleben. Die Stunden sogar Tage fließen vorbei, als gäbe es sie nicht.
Ähnlich wie die Katze kann der Jäger jedoch – sobald er ein vermeintliches Einstiegssignal entdeckt – von einer Sekunde zur andern unglaubliche Kräfte entwickeln.
Energie-Management
Wenn in Ihnen die Jägereigenschaften dominieren, sollten Sie auf Ihren Energiehaushalt achten. Es hilft zu begreifen, dass man zwar in kurzer Zeit viel schaffen kann, dann aber auch längere! Phasen der Ruhe braucht. Oft tun Jäger jedoch alles, um diese Ruhephasen zu vermeiden, sie laufen dabei aber Gefahr auszubrennen. Das ist gerade in der Finanzbranche ein bekanntes Phänomen, das oft mit den oben beschriebenen Eigenschaften zu tun hat.
Beim Day-Trading sollten Sie sich also viele Phasen der Ruhe gönnen. Es ist keine Faulheit, sondern eine notwendige Erholung, die Ihnen erst wieder die nötigen verbrauchten Energien erneuert, bei dem nächsten Signal wieder über all Ihre Dynamik verfügen zu können.
Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Oft stellen gerade Jäger auch zu viel Energie in dieser Angriffsphase zur Verfügung. Diese Überreaktion lähmt letztlich und schadet mehr, als dass sie hilft.
In einem weiteren Schritt in Ihrer Tradingkarriere werden Sie diese Angriffenergie kaum noch benötigen. Mit der Zeit werden Sie Ihnen Ihre Intuition ermöglichen, mit geringstem Aufwand größten Erfolg zu erzielen. Dazu aber später mehr.
Farmer an der Börse
Wer eine Familienmentalität hat, wird sich lange überlegen, viel Geld an den Börsen zu investieren. Meistens wagen Farmer erst in der Nähe von großen Hochpunkten einzusteigen. Nachdem die Börsenkurse über Jahre nach oben strebten. Erst dann ist auch ein Farmer endlich davon überzeugt, dass die Börse etwas ganz Sicheres ist.
Mit hoher Disziplin wird alles gelesen und analysiert – die Geschäftsberichte werden studiert, gesammelt, abgeheftet, indiziert. Und erst anschließend wird investiert und gewartet, dass die Saat aufgeht – mitunter Jahre! Ein Farmer kann sich von einer Position eher schlecht trennen, neigt dazu, eine intensive Beziehung zu dem Unternehmen aufzubauen. Ein Farmer wird somit irgendwann alles über das Unternehmen wissen, in das er investiert ist. Er nimmt das Unternehmen sozusagen in seine Familie auf.
Wenn zu viele Farmer an die Börse kommen, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Börsen kurz vor einem Crash stehen. Wenn aber nur noch Jäger und Zocker im Markt sind, ist das ein Zeichen, dass eine Hausse bevorsteht.
Farmer erleiden oft schnell große Verluste, wenn sie erst ganz zum Schluss einer Hausse an die Börse kommen und lieber halten als verkaufen. Wenn sie große Verluste gemacht haben, kommen sie zu der Einsicht, dass Börse nichts für sie ist.
Das ist jedoch eigentlich sehr bedauerlich. Wenn diese Farmer nämlich dabeiblieben, weil sie etwa eine Verluststrecke durchhalten oder sie aber das Glück hatten, zum richtigen Zeitpunkt zur Börse gekommen zu sein, können sie aufgrund ihrer Disziplin und ihrer Beharrlichkeit zu beachtlichen Wohlstand bringen. Warren Buffet ist wohl der bekannteste Vertreter der Farmerriege. So gesehen haben es Farmer leichter an einem Jäger an der Börse reich zu werden. Dazu müssen sie lediglich lernen, mit Ihren Fertigkeiten umzugehen. Sehr wichtig ist, dass sie auch mal eine Akte verkaufen, also dies wie ein erwachsen gewordenes Kind aus der Familie entlassen. Ein weiterer Vorteil ist, dass in der Börsenliteratur unzählige Tipps, Systeme und Hinweise für Farmer zu finden sind.
Vom Jagdtrieb erfasst, geben sie zudem nie auf: Selbst, wenn sie auf dem Boden der Tatsachen liegen, werden sie immer noch versuchen, Mittel und Wegen zu finden, weiter zu jagen. So verwundert es nicht, dass alle großen kurzfristigen Trader zwischendurch auch einmal fast pleite waren. Jäger besitzen gar nicht erst die Disziplin, nach großen Verlusten aufzuhören oder überhaupt aufzuhören. Eben das macht sie so anfällig für Suchtverhalten. Und sie Börse wird für Jäger zu einer Sucht.
Wenn ein Jäger die Börse entdeckt, ist es um ihn geschehen. Im schlimmsten Fall wird er auch noch seinen letzten Cent an die Börse bringen, nur um endlich Jagdglück zu haben. In diesem Moment ist er stilles und endgültiges Opfer seines Jagdtriebes geworden.
Solange der Jäger nicht weiß, dass er ein Jäger ist, wie er funktioniert, warum sein Leben bisher derart hart an der Gesellschaft vorbeigelaufen ist, wird er keine Chance haben, diesen Prozess, diesem Teufelskreis zu entfliehen. Aber genau das ist notwendig, um aus einer Jägermentalität einen höchst erfolgreichen Trader zu machen.
Jäger an der Börse
Kurzfristige Trader sind oft Jäger, keine Farmer. Sie suchen eine Chance, sie wittern sie, sie fühlen sie. Aber Jäger hassen es, lange investiert zu sein. Sie verlieren nämlich viel zu schnell die Geduld. Jäger neigen dazu, Positionen, die sie zu lange halten, aus den Augen zu verlieren, schlechtweg zu vergessen. Wie eine Katze, die mit der Maus spielt, bevor sie sie frisst, geht es auch dem Jäger im Prinzip mehr um die Jagd als um die Beute. Positionen, die zu lange gehalten werden, landen schlimmstenfalls im „Langfrist Depot“, das man bei einem Jäger eher als Müllhalde bezeichnen kann.
Jäger beschäftigen sich ungern mit Unternehmenskennzahlen, ihre Konzentrationsfähigkeit reicht nicht aus, einen Geschäftsbericht an einem Stück zu lesen und zu analysieren. Aus ähnlichen Gründen neigen sie dazu, sich nicht mit komplexen wirtschaftlichen Zusammenhängen zu beschäftigen. Insgesamt werden fundamentale Daten gern vernachlässigt – das ist für sie alles zu kompliziert und aufwendig. Auch aus diesem Grund ist Day-Trading für sie die bessere Wahl, da es hier mehr auf Charttechnik ankommt.
Jäger lieber es, einzusteigen und schnell wieder auszusteigen, am besten mit einem Gewinn. Sie wollen keine Aktien heiraten oder diese in ihre Familie integrieren.
Jäger-Merkmale
Jäger sind dabei immer bereit, alles über Bord zu schmeißen, was sie bis eben noch für bare Münze genommen haben, was ihnen eben noch wichtig war. Leider sind sie auch immer wieder bereit alles zu riskieren – ihr ganzes Geld, ihren Beruf, ihre Familie – allein, um den Jagdtrieb auszuleben. Denn auch bei der Jagd haben sie schon immer ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt, um die Gruppe zu ernähren. Das ist eine der gefährlichsten Seiten des Jägers. Eine Seite, die viele großartige Jägermentalitäten an den Börsen in den Ruin getrieben hat. Meistens dann, wenn es ohnehin schlecht läuft riskieren Jäger einfach zu viel.
Jäger verabscheuen Regelmäßigkeiten, sie verabscheuen Disziplin, sie verabscheuen Bürokratie, sie hassen bestimmte Tagesabläufe. Sie wollen einfach nur jagen! Und für Jagen sind sie auch geschaffen.
Natürlich leidet unten diesen Eigenarten auf der anderen Seite die Gründlichkeit. Es geht zunächst darum, schneller zu sein, nicht besser! Es geht darum zu jagen, nicht aufzubauen. Und so werden viele Verluste gemacht, weil der Jäger einmal vom Jagdtrieb übermannt, nicht sauber genug gearbeitet hat.
Unsoziales Verhalten:
Jäger leben, wenn kein Partner das Leben organisiert, in Wohnungen, in denen man das Gefühl hat: Hier kann man sich eigentlich nicht heimisch fühlen. Warum auch: Der Jäger ist immer bereit, weiterzuziehen, dem Objekt des Jagdtriebes hinterher. Er hat keine Bezugspunkte, kein eigentliches zu Hause, ihm sind schmückende und verzierende Dinge meistens bis auf wenige Ausnahmen egal.
Da Jäger nicht wirklich gut mit Farmer auskommen, suchen sie sich auch andere Jäger als „lockere“ Freunde und stehen, da sie die verpflichtenden Rituale des Alltags meiden, oft ein wenig abseits der Gesellschaft.
Exzessive Ausdauer, ruinöses Durchhaltevermögen und Sucht:
Eine weitere Stärke der Jäger, die allerdings selten geschult ist: Sie können eine fast unmenschliche Ausdauer an den Tag legen, doch nur, wenn sie auf der Jagd sind. Ansonsten ist ihre Aufmerksamkeitsspanne, wie schon beschrieben extrem kurz. Sie können selten einen Film bis zum Ende anschauen, langes Zuhören fällt Ihnen schwer.
Es wird sich vieles ändern
Sie werden jetzt sicherlich schon wissen, welchem...
Mehr noch, dieser Vergleich kann Ihnen helfen, Ihre Fertigkeiten, Ihre Begabungen zu schulen – sowohl als Farmer als auch als Jäger.
Ratschlag: Farmer
Als Farmer können Sie sich mit Geldmanagement, mit langfristigen Strategien beschäftigen. Sie können ein Tagebuch schreiben, in dem alle Ihre Investments aufgelistet, Pläne zu entwerfen. Sie werden mit diesen höchst vernünftigen Tipps langfristig Erfolg haben, wenn Sie in der Lage sind, kurzfristige Rückschläge auszusitzen. Suchen Sie sich alles, was Sie über diese Aktien finden können. Werden Sie ein Investor. Legen Sie Ordner an, heften Sie die Informationen ab und hegen und pflegen Sie diese Aktien. Trennen Sie sich erst von ihnen, wenn sie die Ernte einfahren oder wenn die Ernte verdorben ist. Das muss ein Farmer lernen – sich von etwas zu trennen. Dann werden Sie ein ruhiges Leben haben. Sie werden Ihre Gewinne wachsen sehen, sofern Sie zufällig eine Börsenphase erwischen, die bullish ist und das sind nun einmal die besten. Doch das Wichtigste ist: Sie werden sich dabei gut fühlen.
Ratschlag: Jäger
Als Jäger hingegen werden Sie nun wissen, warum Ihnen eben diese Strategien und Tipps, die in so vielen Büchern empfohlen werden, bisher nicht gebracht haben. Sie können sie nicht umsetzen, obwohl Sie deren Sinn durchaus verstanden haben. Sie sind aufgrund ihrer Mentalität nicht in der Lage, ein ausgefeiltes Geldmanagement durchzuhalten oder in einem Tradingtagebuch feinsäuberlich festzuhalten, was Sie so den ganzen Tag wann zu welchen Kursen mit welchem Erfolg getan haben.
Nur wenn der Jäger seine Strategien an seinen Charakter anpasst, kann er seine Stärken in Erfolg umwandeln. Und nur wenn er das tut, hat er eine Chance, sogar eine sehr große, an den Börsen erfolgreich zu werden. Nur wenn endlich Börsenbücher für Jäger und nicht nur für Farmer geschrieben werden, kann sich eine neuartige Tradergemeinde entwickeln, die ihre scheinbaren gesellschaftlichen Schwächen in Stärken umzuwandeln.
In Prinzip können Sie das Wort „Jäger“ in den...
Gefahren, die speziell aus den Charaktereigenschaften des Jägers resultieren:
Das folgende Kapitel ist in erster Linie für...
Für einen Jäger ist die Börse die Erfüllung seines immer schon gefühlten Verlangens nach der Jagd und damit Himmel und Hölle zugleich. Er neigt dazu, sehr euphorisch zu werden, wenn er gewinnt. Auf der anderen Seite reagiert er zutiefst deprimiert, wenn er verliert. Diese extremen Stimmungsschwankungen entstehen, da der Gewinn, sprich die Beute zu erlegen, das eigentliche, erklärte Lebensziel ist. Auch wenn überall zu lesen ist, dass Traden emotionslos erfolgen soll, so sind gerade diese Emotionen, am Anfang sehr wichtig, um den Trader überhaupt mit dem Virus „Börse“ zu infizieren.
Börsenwahn
Vernachlässigung sozialer Kontakte:
Viele Menschen, die mit dem kurzfristigen Traden anfangen, geraten so am Anfang in eine Art Börsenwahn. Börse wird zum zentralen Thema des Lebens. Das führt dazu, dass viele Trader alles in ihrem Umfeld vernachlässigen. Da besonders bei Jägern die meisten sozialen Kontakte ohnehin nicht besonders stabil sind, wird es ihnen leicht fallen, sich ganz und gar der Börse zu verschreiben. Dabei wird oft unterschätzt, wie wichtig soziale Kontakte für die psychische Stabilität sind. Und diese ist wiederum wichtig für den Börsenerfolg.
Gerade Menschen, die sich über die Beschäftigung mit der Börse immer mehr von der Umwelt abschotten, neigen dazu, sich nicht immer förderlichen Gedankenwelten zu verlieren. Bekanntes Beispiel sind natürlich die Verschwörungstheoretiker, die anfangen, die seltsamsten Modelle zu kreieren. Hier können soziale Bindungen helfen, den Kontakt zur Realität nicht zu verlieren.
Aber man muss nicht einmal derart ins Extreme gehen, Börse ist ein fast perfektes Medium, um paranoiden Denkstrukturen aufzubauen. Immer wieder höre ich von Tradern, dass sie sich sicher sind, dass jemand gegen sie tradet. Oder es wird vermutet, dass andere Trader nur darauf warten, dass man eine Position in den Markt legt, um diese abzuluchsen. Die simpelste Form: Jeder Stopp wird von anderen „gezogen“. Das kann zwar bei größeren Positionen eintreten, aber bei den Positionsgrößen, mit denen die meisten Trader arbeiten ist dies eher unwahrscheinlich.
Das ist „gefährliches Denken!“ Auch hier können Kontakte, zum Beispiel zu anderen Tradern, helfen, sich nicht in solche Hirngespinste zu verlieren.
Verzerrte Zeit
Hinzu kommt, dass Jäger, wie oben bereits beschrieben, über ein ausgesprochen verzerrtet Zeitgefühl verfügen. Beim Traden befällt sie ein äußerst angenehmes, fast euphorisches Gefühl der Zeitverkürzung. Sie können Stunden, Tage sogar Jahre vor ihren Monitoren verbringen, ohne wirklich zu bemerken, wie schnell die Zeit vergeht und dabei im Extrem sogar den Kontakt zur Außenwelt komplett verlieren. Es gibt Beispiele von Tradern, die mehr oder weniger verwahrlosen. Es wird nicht mehr auf das Äußere geachtet, die Ernährung wird dramatisch schlechter. Junkfood wird konsumiert, Kaffee und Zigaretten. Um nachts in den Schlaf zu finden oder um „runterzukommen“ wird Alkohol in großen Mengen konsumiert. Auch das ist der Anfang einer gefährlichen Entwicklung.
Wenn sie solche Tendenzen bemerken, sollten Sie aufpassen. Es ist nicht zu unterschätzen, wie sehr Traden auf lange Sicht eine vergleichsweise robuste Gesundheit erfordert. Körperlich Fitness ist eine der Grundlagen für langfristigen Tradingerfolg.
Auch hier kann der Vergleich mit dem Jäger helfen: Für einen Jäger sind körperliche Fitness und eine gesunde Lebensweise unabdingbar, damit sie überleben.
Exzessives ruinöses Trading
Es gibt in diesem Kontext noch einen letzten Punkt, der auch typisch für Menschen mit dominanten Jägereigenschaften ist. Ein Jäger hat nur eine Chance: entweder die Beute oder er. Erlegt er keine Beute, wird er verhungern. Die Jagd hat also für ihn etwas Existentielles.
Trader: Wahl
Aus diesem Grund neigen Jäger dazu, exzessiv an der Börse zu traden. Damit ist gemeint, dass sie immer bereit sind, auch ihr letztes Hemd zu investieren in der vagen Hoffnung, den letzten großen Coup zu landen. Das kann in dem unsinnigen Versuch enden, sozusagen auf dem Boden liegend im letzten Moment den sprichwörtlichen Spieß doch noch umzudrehen und ihn in den Bauch des Opfers zu rammen. Oder anders: kurz vorm Verhungern noch mit letzter Kraft Beute zu machen. Ich habe viele Trader erlebt, die, als es eng wurde, alles auf eine Karte gesetzt haben, hopp oder topp.
Doch selbst wenn so eine Vorgehensweise einmal funktioniert, wird dies lediglich dazu führen, dass die Risikobereitschaft insgesamt ansteigt. Dieses Spiel wird nach einer ersten positiven Erfahrung natürlich fortgeführt. Meistens kommt es somit ein wenig später zu dem endgültig ruinösen Trader. Doch viel häufiger geht dieses „Alles oder Nichts“ Spiel direkt beim ersten Mal schon schief.
So sehr auch dieser Hang zum „Alles oder Nicht“ in Ihnen schreit, geben Sie diesem niemals nach!
Seien Sie wachsam
Lassen Sie es also niemals so weit kommen, dass die Börse zum uneingeschränkten Lebensinhalt wird. Die Jagd, so einladend sie auch sein mag, darf immer nur ein Teil des Lebens sein. Traden darf nicht zum Lebensinhalt werden, ansonsten fängt irgendwann die eigentliche Beute, also die Börse, an, Jagd auf Sie zu machen.
Die Chance auf ein erfülltes Leben
Wenn Sie es schaffen, diesen gefährlichen Prozessen zu entgehen, haben Sie mit der Börse etwas gefunden, das Sie den Rest Ihres Lebens begeistern kann. Ganz nebenbei kann Ihnen die Börse sogar den nötigen Wohlstand verschaffen, ein Leben zu führen, das Ihnen den nötigen Freiraum lässt.
Die Börse wird Ihnen dabei jeden Tag neue Herausforderungen bieten. Der Markt wird Ihnen immer wieder ein williges Opfer sein, das sich jagen lässt, ohne Ihnen jemals Gewissensbisse zu verursachen. Und glauben Sie mir, die Börse kann die perfekte, heimtückische und intelligente Beute sein, die Sie finden können.
Trading-Grundregeln
Wenn Sie die folgenden Regeln nicht beachten, dann macht die Börse Jagd auf sie. Aus dem Jäger wird der Gejagte. Als Gejagter fühlt man sich nicht nur ziemlich mies, sondern gibt außerdem keine gute Figur ab.
Zum Beispiel, wenn man seinen Freund zum 15. Mal um Geld bitten muss, weil es dieses Mal wirklich der ultimative Trade ist, der all die Sorgen mit einem Schlag wegwischen wird. Oder wenn Sie sich im Bücherladen wiederfinden mit einem Dutzend Ratgebern wie „In drei Schritten zum Reichtum“ unter dem Arm. Den ultimativen Tiefpunkt haben Sie erreicht, wenn Sie in Internetforen kleinlaut nachfragen, wie denn die anderen Trader ihren Partnern das verloren Vermögen erklären. Damit all das nicht geschieht, gibt es einfache Regeln, die Sie schützen können.
Kapital
Ich werde immer wieder von Menschen gefragt, die sich entschlossen haben, Trader zu werden, wie viel Geld man braucht, um an der Börse erfolgreich traden zu können. Das ist meistens so gemeint: Wie viel Kapital muss ein Trader „einsetzen“, damit er eine Rendite erzielen kann, von der sich leben lässt?
Diese Frage ist an sich schon falsch gestellt, denn sie geht von der irrigen Annahme aus, dass man sich lediglich kurz einarbeiten müsse, um den Rest des Lebens ausgesorgt zu haben.
Die Realität sieht leider anders aus: Sie werden unter Umständen sogar mehrere Jahre brauchen, um als Day-Trader dauerhaft erfolgreich zu sein. Es gibt manche, die schaffen es eher, weil vielleicht die Umstände günstig sind oder sie einfach verdammt viel Glück haben. Der eine oder andere ist vielleicht auch ein Naturtalent. Doch das sind die Ausnahmen.
Rechnen Sie grob damit, dass Sie, bevor Sie an Rendite denken können, erst einmal 25.000 – 40.000 € in Ihre Ausbildung investieren müssen. Das Problem ist, dass man tatsächlich erst den Schmerz von Verlusten erleiden muss, um wirklich zu wissen, wovor man sich schützen soll. Verluste sind wie Schrammen, die Sie vorsichtig werden lassen, die Ihnen verdeutlichen, was Sie vermeiden müssen (z.B. Verluste anwachsen zu lassen).
Betrachten Sie diese Investition als Lehrgeld. Und wenn Sie verzagen, weil Ihnen die Summe doch sehr hoch vorkommt, prüfen Sie nochmals ernsthaft Ihre Motive für den Traderberuf.
Veranschaulichen Sie sich dabei Folgendes: Als Trader werden Sie zu einer Art Elite gehören, denn nur die Besten werden langfristig an den Märkten überleben. Auch Manager in der Wirtschaft betrachten sich als Elite. Und für angehende Manager ist es oft selbstverständlich, ihren MBA an einer renommierten Business School zu machen, vorzugsweise in den USA. Allein für die reinen Studiengebühren zahlen viele bereitwillig diesen Preis…
Theoretische Mindestsumme:
Die absolute Mindestsumme, die ein erfahrener Trader für den Erfolg benötigt, ist relativ niedrig. Sie beläuft sich auf die Summe, welche man braucht, um 3 volatile Future-Kontrakte zu kaufen, also ca. 6000 – 12.000 € plus einen Wert, der die ersten möglichen Verlustphasen abdecken kann.
Wenn Sie allerdings schon so weit gekommen sind, von sich zu behaupten zu können, Sie seien ein erfahrener Trader, haben Sie mit Sicherhit in Ihrem Traderleben schon deutlich mehr als 25.000 € verloren.
Am einfachsten wäre es natürlich, wenn Sie über so viel Vermögen verfügen, dass Sie allein von den Zinsen leben können und auch noch Geld übrig haben, dass Sie jeden Monat verlieren können. Nur, warum sollte man dann noch traden.
Risikomanagement
Grundsätzlich ist es beim Trading unerlässlich, sich um den Vermögenserhalt zu kümmern. Riskieren Sie nie Ihr ganzes Vermögen, sogar dann nicht, wenn Ihnen der Trade des Jahrhunderts zu begegnen scheint. Gerade Anfänger lassen sich leicht verleiten, zu viel von ihrem Vermögen in zu viele Positionen zu stecken. Es wird alles gekauft, was erfolgversprechend erscheint.
Sie müssen an den Börsen jedoch immer mit dem Unmöglichen rechnen. Und wenn das eintritt, müssen sie immer noch genug Kapital in der Hinterhand haben, um schlimmstenfalls von vorn anzufangen zu können.
Und glauben Sie mir, das Unerwartete wird geschehen – irgendwann. Was wäre, wenn Sie das entscheidende Long-Signal kurz vor dem 11.September 2001 entdeckt hätten. Dieses unerwartete Ereignis hat einige Trader arm gemacht
Sie dürfen niemals mit dem Rücken zur Wand stehen und das tun Sie, wenn Ihre Investitionsquote zu hoch ist. Auch wenn Anfänger nur über wenige 1000 € verfügen, also in einem Trade Ihr gesamtes letztes Geld einsetzen wollen, LASSEN SIE ES SEIN.
Machen Sie in diesem Fall lieber einen Luxusurlaub und genießen Sie die tolle Zeit, das wird sicherlich eine angenehmer als die Erfahrung, einen dummen Fehler gemacht zu haben.
Die Börse ist höchst ungerecht, sie gibt denjenigen großzügig, die es eigentlich nicht brauchen und nimmt denjenigen alles, die es am nötigsten haben.
Das ist eine typische Eigenart der Börse. Sogar Sie immer dafür, dass Ihr Vermögen nicht ganz in der Börse verschwinden kann. Rechnen Sie in diesem Zusammenhang immer damit, dass genau das Schlimmste, das nicht geschehen darf, eintreten wird.
Lebensabsicherung
Wenn Sie Gewinne „brauchen“, um leben zu können, kommt bald Angst auf, wenn es einmal nicht so läuft wie erwartet. Solche Phasen tauchen immer wieder auf. Angst ist jedoch der Tod jeden Traders. Sorgen Sie also dafür, dass zumindest Ihre Grundausgaben abgesichert sind. Entweder durch einen Job oder durch Rücklagen.
Wenn Sie mit existentieller Angst traden, werden sie versuchen, nur noch die Trades zu machen, die Ihnen „sicher“ erscheinen. Die Erfahrung zeigt aber, dass diese Trades nur selten zum Erfolg führen. Denn es sind oft die Trades, die jeder vorsichtige Trader auch sieht und wir kennen das Spiel an der Börsen: Die Masse liegt gerne falsch. Aus diesem Grund gehen diese scheinbaren so sicher Trades häufiger nicht auf. Zudem hat man mit Angst im Bauch häufig zu langsam, weil zu unentschlossen. Das führt dazu, dass Ihnen die besten Trades davonlaufen, ohne dass Sie dabei sind. Angst lähmt und führt zu den falschen Entscheidungen.
Angst hat schon viele Trader in den Ruin getrieben. Machen Sie diese Erfahrung nicht auch noch!
Mit Angst kann man nicht traden!
Wenn Sie Ihre Grundausgaben abgesichert haben, können Sie auch eine längere Pause einlegen, wenn der Markt nicht so läuft, wie Sie das gedacht haben. Auch das ist ganz normal. Es werden immer wieder Phasen auftreten, in denen Sie mit dem Markt nicht zurechtkommen. Diese können sogar mehrere Monate dauern. Solche Phasen müssen Sie finanziell durchstehen können.
Verhindern Sie, dass Ihre Lebensumstände Sie zwingen, Geld an den Börsen verdienen zu MÜSSEN, um die Miete zahlen zu können.
Strategie finden
Wenn Sie schon den Jäger als Metapher bemühen, können wir auch die Börse als Dschungel bezeichnen. Diesen „Dschungel“ Börse müssen Sie kennenlernen wir Ihre eigene Westentasche. Dabei ist es hilfreich, am Anfang zunächst immer wieder kleine Schritte in diesem Dschungel zu wagen. Nur so können Sie vermeiden, dass Sie sich zu sehr verletzen.
Glauben Sie mir, Sie werden sich noch viele Schrammen holen, bevor Sie zu den besten Tradern gehören. Doch dürfen solche Schrammen nicht zu großen Wunden werden, die Ihnen die Kraft nehmen! Also müssen Sie Vorsorge treffen.
Doch der entscheidende Fehler ist, dass Trader immer wieder zu große Positionen eingehen, weil sie unbedingt schnell reich werden wollen. Vergessen Sie den schnellen Reichtum. Sie wollen Trader werden und dazu müssen Sie erst einmal lernen, in diesem Börsendschungel zu überleben – um mehr geht es nicht am Anfang! Wenn Sie lang genug überlebt haben, können Sie immer noch Ihre Positionsgrößen erhöhen. Sie müssen also gerade am Anfang ein wenig herumexperimentieren, um die für Sie geeignete Positionsgröße herauszufinden.
Es geht im ersten Schritt immer nur um das Überleben im Börsendschungel!
Eine einfache Strategie:
Wenn Sie jedoch unsicher sind, ob Sie mit Ihrem Geld richtig haushalten können, gibt es einen kleinen Trick. Überlegen Sie wie viel Geld Sie in diesem Jahr verlieren wollen! Ich meine wirklich verlieren, denn gehen Sie davon aus, dass Sie es tun werden! Das ist schon einmal eine realistische Einstellung.
Teilen Sie daraufhin die Summer durch vier, für vier Quartale. Mehr kann ein Trader emotional nicht überblicken. Richten Sie sich ein Traderkonto ein und überweisen Sie genau das Geld für ein Quartal auf dieses Konto. Mehr nicht.
Wenn das Geld für ein Quartal verbraucht ist, machen Sie für dieses Quartal Schluss. Sie haben sich in diesem Fall im „Dschungel“ derart verletzt, dass Sie sich erst erholen müssen.
Trainieren Sie um im nächsten Quartal besser zu machen!
In dieser Zeit des Wartens können Sie trainieren, machen Trockenübungen, vielleicht machen Sie sogar ein paar Trades auf dem Papier. In dieser Zeit können Sie auch Bücher und anderes lesen. Sie glauben nicht, wie motivierend es sein kann zu trainieren, wenn Sie wissen, dass es nach kurzer Zeit weiter geht. Schließlich wollen Sie im nächsten Quartal nicht schon wieder die ganze Summe innerhalb eines Tages verlieren.
Und so kann auch diese Zeit des Wartens eine erfüllte und hoch produktive Zeit sein. Starten Sie wieder, sobald das neue Quartal anfängt. Überweisen Sie die nächste Summe und das Spiel geht von vorne los. Im Prinzip ist diese Strategie vergleichbar mit Studiengebühren, die Sie zahlen, um lernen zu dürfen.
Aus Verlusten lernen
Nur der Schmerz wird Sie lehren, gründlich zu arbeiten!
Noch einmal zum Thema Verluste und Schmerzen: Wenn die Wunden, die der Markt Ihnen zufügt Sie nicht endgültig in die Knie zwingen, wird der Schmerz zum Lehrmeister. Interpretieren Sie Verluste um. Fühlen Sie die körperlichen Schmerzen, die ein Verlust bereitet. Wo findet er in Ihrem Körper statt? Verzagen Sie nicht, wenn Sie wieder Geld verloren haben, sondern lernen sie daraus.
Es ist Ihre Beute, die Ihnen die Schmerzen zufügt und es geht schließlich darum, eben diese Beute besser kennenzulernen. Jede Narbe, die Sich Ihnen hinterlässt, macht Sie erfahrener. Bedanken Sie sich für jeden Schmerz. Dieser Schmerz ist ein Geschenk an Sie. Eine Verletzung, die Sie daran erinnert, diesen Fehler nicht noch mal zu machen. Sie können die Beute nicht kennenlernen, wenn Sie die Beute nicht kennenlernen.
Und was wäre das für eine langweilige Jagd, würden Sie die Beute schnell erlegen und immer nur gewinnen? Seien Sie doch froh darüber, dass die Börse Ihnen immer und immer wieder zeigt, wie gefährlich sie ist. Stellen Sie sich einen Jäger vor, der ausschließlich Schafe auf der kleinen und eingezäunten Weide jagen dürfte. Es würde schnell dick, faul und träge werden und bald jeden Spaß am jagen verlieren. Wahrscheinlich würde er sich schon sehr bald wünschen, in der freien Wildbahn zu jagen.
Auch wenn man es nicht glauben will, doch dem Jäger geht es mehr um die Jagd als um die Beute selbst. Und auch beim traden werden Sie erfahren, dass es irgendwann mehr um das Traden als um den Gewinn gehen wird – zumindest wenn Sie eine ausgeprägte Jägermentalität verfügen.
Wenn es Ihnen, aber um mehr als nur um Reichtum geht, gibt es nichts Schlimmeres, als „endgültig“ zu siegen. Wenn Jäger keine Herausforderung mehr spüren, müssen sie sich bald ein neues Jagdrevier suchen. Doch keine Sorge, an den Börsen wird das nicht nötig sein.
Also der Schmerz ist wichtig, er ist gut. Es gibt nicht zu jammern. Es gilt, ihn zu spüren und ihn zu transformieren, ihn in noch mehr Geschicklichkeit und Tradingverstand umzusetzen.
Wachsamkeit
Bilden Sie sich keine Meinung in der Art, dass etwas stets funktioniert! Immer wieder bilden sich an den Börsen Regelmäßigkeiten, doch es gibt keine Garantie, dass diese Regelmäßigkeit, nachdem Sie diese erkannt haben, weiter besteht.
Ihre Beute, die Börse, lernt genau so schnell wie Sie! Wenn nicht sogar schneller. Sie wird sich immer und jederzeit auf alles einstellen, das funktioniert. Sie reagiert intuitiv.
Wenn also viele Trader, die gleichen Techniken anwenden, wird die Börse das bemerken und sich umstellen. In solchen Fällen funktioniert sehr bald das Althergebrachte nicht mehr. Das mussten schon viele Trader schmerzhaft erkennen, besonders jene, die nach festen Systemen arbeiten wollten – vergessen Sie das!
Tiger im Nacken
So müssen zudem immer gerade auf die Dinge gefasst sein, die alle anderen für unwahrscheinlich halten. Ihr Geld, das sich auf dem Markt befindet, kann jederzeit direkt angegriffen werden. Von allen unerwarteten Seiten aus. Schärfen Sie also Ihre Sinne! Sie müssen lernen, es zu „fühlen“, wann Ihr Geld und damit Ihre Unversehrtheit in Gefahr geraten. Denn Ihr „Verstand“ und die von unserer Gesellschaft hochgejubelte Logik haben im kurzfristigen Trading keine Chance. Was wäre das auch für ein Tiger, den sie vorher sehen und der Ihnen die Zeit lässt, logisch zu überlegen und Pläne auszuarbeiten, wie Sie nun handeln müssen. Nein, bis Ihr Verstand nach dem Blick in die Augen eines Tigers angefangen hat zu arbeiten, befindet er sich schon im Magen desselben.
Nische finden
Jagen Sie nicht auch noch die Beute, hinter denen alle anderen her sind. Stellen Sie sich das wie bei einer englischen Fuchsjagd vor. In der Meute werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit leer ausgehen, jemand anderes erlegt den Fuchs! Sie haben nur geholfen!
Der richtige Jäger geht eigene Wege abseits der breiten Mainstream-Meinungen. Er kennt die Börse und weiß, dass die Beute dort zu fangen ist, wo kein anderer jagt.
Wenn alle in Richtung Süden laufen, gehen Sie in Richtung Norden. Denn Sie wissen, die beste Beute versteckt sich vor dem Lärm der Masse und wird da zu finden sein, wo es am wenigsten rumort.
An den Börsen ist es ganz typisch, dass gewisse Themen zunächst von Experten, dann von Börsenbriefen oder Internetblogs, gefolgt von den Börsenmedien und zum Schluss von den Massenmedien aufgenommen und verarbeitet werden.
Wenn Sie also in den großen Zeitungen auf einmal lesen: „Kaufen Sie Gold“, ist das Thema schon komplett durch das Dorf getrieben. Meistens werden Sie dann mit dieser Anlage keinen Gewinn oder sogar größere Verluste machen.
Wenn Sie überall lesen, dass jetzt Solar-Aktien oder Biotech-Aktien die künftigen Outperformer sind, sind Sie auch schon zu spät. Versuchen Sie möglichst an den Anfang dieser Hypes zu kommen.
Im Day-Traden ist es ähnlich. Wenn die Aufwärtsbewegung im Tagesverlauf schon weit fortgeschritten ist, werden Sie nur selten eine Chance haben, auf der Long-Seite noch Gewinne zu machen. Eher geraten Sie in eine Konsolidierung und werden unglücklich ausgestoppt. Auch hier muss man versuchen, möglichst früh in eine Bewegung hineinzukommen oder aber die Konsolidierung abzupassen.
Respekt vor Markt
Versuchen Sie, sich immer wieder bewusst zu werden, wie ernst das Traden ist!
Ich weiß das schreibt sich so leicht. Jägermentalitäten haben jedoch oft ein sehr seltsames gestörtes Verhältnis zu Geld. Geld ist ihnen oft zu unwichtig. Deswegen kann es helfen, sich wirklich immer wieder klarzumachen: Es geht um Ihre Unversehrtheit, um Ihr Leben – und zwar bei jedem Trade – nicht nur um Geld!
Nur, wenn sich das immer wieder ins Bewusstsein rufen, habe Sie die nötige Nervosität und Aufmerksamkeit. Hängen Sie sich notfalls ein Bild von einem Tiger neben den Monitor, der sie immer wieder daran erinnert, was die Börse eigentlich ist.
Verlust von Realität
Leider kommt es bei vielen Tradern mit der Zeit zu einer Realitätsstörung. Dadurch, dass man beständig mit großen Beträgen jongliert, verliert man den Kontakt zu dem eigentlichen Wert, der hinter diesen Beträgen steht. Es wird zu einem Computerspiel. Interessanterweise regt es viele Trader weniger auf, 1000 Euro an den Börsen zu verlieren, als ein Knöllchen(Schwarzfahren) zu erhalten.
Es ist zwar grundsätzlich richtig, beim Traden entspannt zu bleiben, doch Ihnen muss trotzdem immer gegenwärtig bleiben, dass Sie jeden Cent, den Sie verlieren, auch wieder gewinnen müssen. Wenn Sie zu sehr wie in einem Computerspiel fühlen, kann es sein, dass Sie den Wert Ihrer Verluste unterschätzen und das führt unweigerlich irgendwann in den finanziellen Ruin.
Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Sie um jeden Cent kämpfen müssen, als wäre es Ihr letzter. Trading ist ein hartes Geschäft, das keine Fahrlässigkeiten verzeiht.
Übertrading vermeiden
Dies ist vielleicht die wichtigste aller Regeln, denn hier werden die meisten Fehler gemacht.
Jäger lieben es zu beobachten! Lernen Sie das und fühlen Sie sich dabei wie eine Katze, die auf der Lauer liegt. Beobachten Sie die Märkte, bis Ihre Chance kommt. Einen heftigen Einbruch, eine Massenpanik, dann schlagen Sie zu! Dann zeigt die Börse Breitseite und ist angreifbar.
Warten und Geduld sind das wichtigste Gut beim Traden
Die meisten gehen aber eher dann eine Position ein, wen sie gerade „Lust“ oder ein wenig „Zeit“ haben. Der Jagdtrieb ist größer als die Geduld. Kein Jäger würde aus Langeweile in den Dschungel gehen, sondern nur, wenn er seine Sippe versorgen muss. Nicht wenn Sie Zeit haben, sondern nur, wenn Sie vollkommen auf Jagd eingestellt sind, dürfen Sie traden!
Warten Sie auf die besten Chancen, warten Sie auf den Zeitpunkt, an dem die Börse durch irgendetwas aus der Reserve gelockt wird. Dann können Sie die wirklich guten Trades machen.
Lernen Sie die Gewohnheiten der Beute kennen
Achten Sie darauf, wann Ihre Beute am einfachsten zu erlegen ist. Jeder Index, jede Aktie hat verschiedene Zeitpunkte, an denen die wichtigen Kursbewegungen stattfinden. So wie eine Raubkatze bestimmte Gewohnheiten entwickelt, so entwickelt auch die Börse Gewohnheiten.
Kontrollieren Sie den Trieb
Ein anderes Problem ist, dass einige einfach nicht vom Markt weg bleiben können. Sie müssen immer und jederzeit irgendwie investiert sein. Es gibt unzählige gute Trader, die diese Unart ruiniert hat. Definieren Sie notfalls Ihren Jagdinstinkt als eine Art Sucht, die Sie immer wieder zu etwas zu zwingen Lassen Sie sich nicht zwingen!
REGEL 10 GROßZÜGIG BEI ERFOLG
Profite nehmen
Ein Jäger jagt nicht nur für sich selbst. Er jagt, um seine Gruppe zu versorgen.
Wenn Sie also Beute machen, geben Sie etwas ab. Essen Sie sich satt und spenden Sie einen kleinen Teil des Gewinns, oder geben sie, wenn Sie gerade einen guten Trade hatten, einem Bettler etwas ab. Lassen Sie die Gemeinschaft an Ihrer Beute teilhaben. Probieren Sie es aus, Sie werden spüren, wie sehr Ihnen dies ein Gefühl tiefster Zufriedenheit verschafft.
Der Farmer hat durch seinen Gemeinschaftssinn und seine Effizienz in der Produktion eine hohe Daseinsberechtigung und daher eine große gesellschaftliche Anerkennung. Ein Jäger erwirtschaftet einen vergleichsweise kleinen Ertrag. Dafür sind die Produkte des Jägers exklusiver: Hirschkeule oder Bärenfell erhält die Sippe nicht jeden Tag.
Teilt der Jäger seinen Luxus nicht mit den anderen, so wird er bald als Schmarotzer geächtet. Heutzutage werden somit gerade die Jäger an den Börsen, die Spekulanten, gern als vermeintliche Börsewichte verteufelt. Vielleicht ist auch das der Grund, warum so viele erfolgreiche Trader und Investoren wie Soros, Templeton, oder Buffet große Summen spenden.
Chance nutzen
Im Gegensatz zu vielen anderen kann die Börse Jägern zu einem sinnerfüllten Leben verhelfen. Sie kann Ihnen alles geben, was das Leben spannend macht. Mehr noch als Geld und Luxus.
Die Börse kann Ihnen einen Sinn im Leben geben, ein Ziel. Sie wollen ab heute einer der besten Jäger im Börsendschungel werden.
Es ist eine große Herausforderung, eine große Vision, die Ihnen viele höchst interessante und spannende Jahre verschaffen kann.
Die Börse ist Ihre große Chance!
Nutzen Sie diese!
Börse & Reichtum
Reich ist derjenige, der weiß, dass er genug hat!
Die Börse ist ein sicherer Weg zu nachhaltiger Armut!
Die erste Illusion, der wahrscheinlich alle, vornehmlich männlichen Börsenneulinge verfallen, ist die, an den Börsen schnell und unkompliziert reich zu werden.
Die meisten brauchen eine Weile, um zu begreifen, dass das leider eine ziemlich irrige Vorstellung ist. Andere begreifen es nie.
Spielen Sie lieber Lotto, dort ist die Chance schnell reich zu werden viel höher.
Der „Beruf“ des Traders gehört zu den härtesten Professionen. Sie müssen bereit sein, Ihr Leben ganz der Börse zu widmen. Sie müssen bereit sein, mit Versagen umzugehen. Sie müssen bereit sein, einen großen Teil ihrer persönlichen und sozialen Freiheit der Börse zu opfern. Und Sie müssen einen tiefen Blick in Ihr Innerstes wagen, etwas, wozu nur wenige Menschen bereit sind.
Und dann wird die Börse auch noch zu einer Art Sucht. Eine Sucht, die Sie genauso fertig machen kann, wie Alkohol oder Heroin. Sie werden diese Sucht in all Ihren Facetten spüren und nur wenn Sie sich einer Sucht gewachsen fühlen, haben Sie eine Chance. Nur wenn Sie ein Kämpfer sind, haben Sie eine Chance.
BLÜMCHENLITERATUR
Vielleicht meinen Sie nun, ich übertreibe. Schließlich liest man überall in den Büchern wie viele es geschafft haben. Ich bin seit vielen Jahren Trader und habe in dieser Zeit viele andere Trader kennen gelernt. Mehr als 98 % dieser Trader sind bis heute erfolglos.
Würden diese Menschen, die an den Lippen eines Tradergurus hängen, die Realität sehen, sie würden wahrscheinlich ihre letzte Hoffnung verlieren, reich zu werden. Das ist keineswegs eine neue Erkenntnis, es gibt dazu eine alte Börsenweisheit:
„Investoren sind Menschen, die mit einem Rolls-Royce(Mercedes, BWM) auf der Wall Street vorfahren, um sich von Analysten Anlagetipps zu holen, die selbst mit der U-Bahn gekommen sind.“
Realität hinter Glanz
Sicher die Börse hat wenige Menschen reich gemacht, aber die meisten enden kläglich, mit Schulden und einer angeknacksten Psyche. Nur davon berichtet keiner. Niemand erzählt von dem unendlichen Leid, das so viele ereilt hat, nachdem sie mit der Börse konfrontiert wurden. Es gibt keine Bücher mit dem Titel: „Wie ich mit Aktien Haus und Hof verspielt habe und meine Familie in die Armut trieb“. Wer sollte solche Bücher auch lesen wollen. Die Menschen brauchen Hoffnung und Träume, auch wenn sie noch so absurd sind. Es ist eben diese Hoffnung, welche viele Menschen am Leben hält.
Enttarnende Frage
Fragen Sie sich, wie viele Storys Sie aus der Literatur und den Medien kennen, von Menschen, die durch Trading an den Börsen tatsächlich reich geworden sind. Streichen Sie diejenigen raus, die nicht mit eigenem Geld reich geworden sind. Streichen Sie die raus, die später noch wieder verarmt sind. Es bleiben großzügig 1000 Trader übrig.
Nun vergleichen Sie diese Zahl mit den Millionen und Abermillionen, die seit dem Start der Börsen das Gleiche versuchen. Setzen Sie diese Zahlen zueinander in Relation.
Die Wahrscheinlichkeit dies zu schaffen liegt ungefähr bei der Quote Lottomillionär zu werden. Und das Buch „Wie sind in 3 Schritten zu Lottomillionär“ wird sicher keiner kaufen.
Doch Sie wollen Trader werden. Und Trader zu sein bedeutet, dass Sie erst einmal klar sehen, was ist. Sie müssen das Medium, mit dem Sie sich beschäftigen, vorurteilsfrei kennenlernen. Nur so haben Sie eine Chance. Man muss nicht blauäugig ins Verderben laufen.
Selbstüberschätzung
Ich weiß nicht wie viele Ehen, Beziehungen und Familien durch die Börse kaputt gegangen sind, doch ich habe viele solcher Geschichten gehört und im Kollegenkreis miterleben müssen. Aber wen schreckt das schon ab? Das liegt an einer vornehmlich dem Mann sehr typischen Eigenschaft, die besonders bei den Jägern sehr ausgeprägt ist: gnadenlose Selbstüberschätzung.
Die Welt hinter all diesem Börsen-Glamour ist schmutzig und abstoßend. Verlieren gehört nicht nur dazu, es ist nun einmal das, was an den Börsen am häufigsten geschieht. Wenn Sie das Gefühl haben, der Einzige zu sein, der immer nur verliert, wird das bald demotivierend. Wenn Sie jedoch begreifen, dass das der Weg zum Ziel ist, ist es motivierend.
Banken verbieten Trading
Fragen Sie sich doch einmal, warum einige Banken ihren Analysten und ihren Angestellten vertraglich untersagen, zu viele „Trades“ pro Monat zu machen. Einfach deshalb, weil die Banken aus Erfahrung wissen, dass die Leute in finanzielle Schieflage geraten und so auf sonderbare Gedanken kommen könnten.
Wer sollte besser wissen als die Banken, die die Entwicklung auf den Traderkonten miterleben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit des Ruins ist und welche gravierende Auswirkung die Börsensucht haben kann! Nur mit solchen drastischen Maßnahmen kann vermieden werden, dass Bankangestellte in den Bann des kurzfristigen Tradens geraten, sich ruinieren und unberechenbar werden.
Notwendigkeit & Kreativität
Auslöser war der Anruf einer dieser „Top-Trader“. Ich hatte ihm in der Anfangszeit oft via Telefon gemeinsam getradet und viel gelernt. Was mich verwunderte Er mach ständig Gewinne und ich nur Verluste. Aber klar, ich war halt zu langsam, hatte noch nicht so viel Ahnung war neu, verstand vieles nicht – so dachte ich.
Irgendwann schlief der Kontakt ein, es war einfach zu frustrierend für mich! Ein Jahr später rief dieser Trader bei mir an und fragte, ob ich eigentlich ausreichend versichert sei. Als ich ihn fragte, warum er denn nicht mehr Trade, sagte er: „Ach, es war mir einfach zu langweilig – es hat mir keinen Spaß mehr gemacht – ich brauche etwas Neues.
Jeder, der an der Börse getradet hat, weiß, dass dies Blödsinn ist. Insbesondere kann ich mir kaum vorstellen, dass Versicherungen verkaufen, eine spannendere Alternative ist. Nein, dieser Trader war schlichtweg pleite.
Stimmt, er hatte immer nur die Gewinntrades schnell mitgenommen. Lief es gegen ihn, hörte ich nur den Satz: „Die Position halte ich, die kommt schon wieder.“ Die Positionen aber, aus denen er nicht herauskam, landeten im „Langfristdepot“, einer Art Endlager für Fehlspekulationen. Und hier dürften die dramatischen Verluste all die kleinen Gewinne aufgefressen haben. Plötzlich erkannte ich, dass dieser Trader nie Verluste realisierte! Eine kleine psychische Schwäche, die Unfähigkeit zu verlieren, hatte ihm das Genick gebrochen und aus einem brillanten Trader einen Versicherungsverkäufer gemacht.
Ich habe in den Jahren an der Börse noch viele solcher Geschichten erlebt. Gerade das Internet hat eine ganz neue Ära des Tradens geschaffen, aber auch eine ganz neue Ära des Scheiterns.
Ein anderer Top Trader an dessen Qualitäten wirklich niemand zweifelte, rief mich an um zu fragen, ob ich einen Job für ihn habe. Er habe finanzielle Schwierigkeiten und zauberte eine absurde Geschichte aus dem Hut. Bei diesem Trader war ich mir sicher, denn er hat ein Jahr lang in einer starken Hausse auf fallende Märkte getradet, das hält niemand finanziell durch. Ich konnte mir deswegen lebhaft vorstellen, was ihm widerfahren war – er hatte sich vollkommen verspekuliert und war pleite.
Wahrheit im Trading
Vielleicht fragen Sie sich nun, warum diese Trader denn nur solche zum Teil äußerst durchsichtigen Geschichten erfinden?
Haben Sie noch nie etwas „geschönt“ aus Verzweiflung? Erzählen Sie nicht auch lieber eigene Erfolgsgeschichten als Verluste einzugestehen?
Es ist ein Teil der Sucht namens Trading. Genauso wie sich ein Alkoholiker zunehmend in Lügen verstrickt, so geraten die meisten Trader ebenfalls in diese Falle. Vielleicht kennen Sie einen armen Alkoholiker, von denen jeder weiß, dass er Alkoholiker ist, der selbst aber immer noch verzweifelt versucht, es vor dem Freundeskreis und der Verwandtschaft geheim halten.
Und genauso, wie die erste Lüge des Alkoholikers zum finanziellen und sozialen Ruin führt, kann die erste Lüge des Traders das Gleiche bewirken. Dabei ist es unmöglich, einen Alkoholiker auf seine Lügen anzusprechen, wie einen Trader auf seine Lügen zum Thema Geld. Sie werden nicht glauben, wie viele Männer ihren Frauen verheimlichen, was sie bisher genau an den Börsen verloren haben. Nicht wenige unter Ihnen werden es mir jedoch glauben, denn Sie haben es selbst schon getan.
Der erste Schritt zur Sucht, zur dunklen Seite des Tradings ist, sich selbst und seiner Umwelt etwas vorzumachen, was die Verluste betrifft. An dem Tag, an dem Sie Ihre Ehrlichkeit aufgeben, haben Sie den ersten Schritt in den Ruin getan! Traden erfordert uneingeschränkte Klarheit, erfordert das Bewusstsein über Erfolg und Misserfolg und was noch viel wichtiger ist: Ehrlichkeit zu sich selbst!
„Wer nicht zu seinen Verlusten steht, wird niemals zu den Gewinnern gehören!“
Pyramidensystem
Wenn Sie erkennen, in welcher Höllenmaschine Sie sich begeben haben, sobald Sie das Parkett der Börsen betreten, werden Sie plötzlich ganz winzig. Sie fühlen, wie unbedeutend ihre läppischen 10.000€, 100.000€, oder sogar 1 Mio. € sind.
Doch nur dann haben Sie eine Chance zu erkennen, dass die Börse ein großes Raubtier ist, das nichts anderes tut, als möglichst schnell möglichst viele kleine Trader zu erlegen.
ZAHLENSPIELE
Um eine Million zu verdienen, müssen Sie 1000 anderen Tradern satte 1000€ abnehmen. Stellen wir uns, sie verdienen jeden Tag an der Börse 1000€, dann brauchen Sie, um eine Million Euro zu verdienen, immerhin mehr als 4 Jahre (bei 250 Handelstagen).
Wenn ein Fonds eine Milliarde verdienen will, muss er 1000 Tradern je 1 Mio. € abnehmen! Und zwar die eine Million €, welche diese Trader sich in 4 Jahren mit 1000€ am Tag mühsam verdient haben. Insgesamt saugt dieser Fonds also 4000 Jahre Arbeit auf.
Oder was meinen Sie wie schwer es ist, einer Million Menschen je 1000€ abzunehmen.
Stellen Sie sich vor ein guter Trader verdient jeden Monat 20.000€ im Futureshandel. Das bedeutet, er muss an jedem von 20 Handelstagen jemanden finden, dem er dadurch, dass er besser, intelligenter, schneller ist, 1000€ abnehmen. Oder 200 Menschen jeweils 100€ abluchsen. Jeden Tag, Monat für Monat. Das hört sich nach einem unglaublichen Aufwand an, oder? Ja, das ist es auch!
Und so erkennen Sie vielleicht, warum es so unendlich schwer ist, an den Börsen im kurzfristigen Bereich reich zu werden.
Geld muss verloren gehen
Aber noch etwas resultiert aus dieser Aufzählung: Es ist nur logisch, dass an den Börsen die allermeisten Teilnehmer Geld verlieren MÜSSEN!
Trading ist also nicht etwas, an dem viele Leute Geld verdienen können. Nein, die Börse ist genau das absolute Gegenteil dessen! Die Börse ist eine Höllenmaschine, die erfunden wurde, um viel Geld auf freiwillige Weise umzuverteilen. Aber hey, Sie brauchen nicht bei diesen Spiel mitzuspielen, das steht Ihnen frei!
Natürlich sollten sie wissen, worauf Sie sich einlassen, WENN Sie es tun!
Wollen Sie immer noch an den Börsen ihr Glück wagen? Wollen Sie an diesem Pyramidenspiel teilnehmen? Fühlen Sie sich stark genug, jeden Monat 20 Menschen ihre „letzten“ 1000€ aus der Tasche zu luchsen – weil Sie einfach besser sind? Besser als Ihr Nachbar, besser als ich, besser als die Trader in den Banken, besser als die alten Trader, die seit 20 Jahren nicht anderes machen?
Sind Sie wirklich besser?
Meinen Sie wirklich, dass all diese Zeit und Energie aufbringen wollen, die nötig sein wird, besser als alle anderen zu werden, um in dieser Pyramide ganz nach oben zu kommen? Meinen Sie wirklich, dass ausgerechnet SIE das schaffen?
Ja? GUT
Dann haben Sie schon einmal eine Eigenschaft, die höchst wichtig ist! Sie lassen sich nicht zu sehr von Ängsten und Sorgen beeinflussen und vertrauen auf Ihre Kraft, sich gegen andere zu behaupten. Das sind Eigenschaften, die Sie brauchen, um beim Börsenspiel mitmischen zu können.
Markt-Kontrolle
Ich habe in meinen Jahren als Trader viele Kollegen erlebt, die ihren Intellekt oder ihr fehlerfreies Tradingsystem angepriesen haben. Auffällig war immer wieder die Unfähigkeit zur Selbstkritik.
Wenn die Börse nicht mehr das tut, was diese Menschen denken, wollen sie die Börse zwingen, es zu tun. Da die Börse auf Dauer unbezwingbar ist, können Sie sich denken, wohin das führen muss: Ohne eine kritische Betrachtung, ohne ein gehöriges Maß an Fähigkeit zur Selbstkritik sind Sie den Börsen hilflos ausgeliefert.
Demut - Voraussetzung
Nein, der Markt wird Sie, wird jeden Demut lehren. Erst wenn Sie erkannt haben, dass dem Markt Gott und König in einer Person ist und Sie nichts weiter als ein kleines, unbedeutendes Rädchen in dieser Maschine sind, haben Sie eine Chance.
Demut ist die absolute Voraussetzung für den Erfolg an den Börsen. Sie müssen geschmeidig sein wie eine Katze und sich immer den neuen Umgebungen der Börse anpassen.
Wenn der Markt nicht das tut, was Sie denken, müssen Sie denken, was der Markt Ihnen vorgibt. Sie haben nie Recht, nur der Markt hat Recht. Immer und jederzeit. Es ist tatsächlich das Sinnvollste, ganz aufzuhören, etwas über die Zukunft des Marktes wissen zu wollen. Stellen Sie einfach fest, dass der Markt sich eben so oder eben ganz anders entwickeln kann.
Erkennen Sie, dass Sie nie wissen können, wohin der Markt läuft
Grenzen des Wissens
Das Problem ist. Es gibt sehr viele mögliche Zusammenhänge und noch mehr Einflussfaktoren. Die Börse ist so unendlich vielen Faktoren/Parametern unterworfen, dass der menschliche Verstand schlichtweg überfordert ist. Das gesamte Wissen nützt nichts in der Sekunde, in der Sie entscheiden müssen, nun in den Markt zu gehen oder nicht.
Plötzlich stehen Sie ganz alleine da und der ach so hoch geschätzte Verstand kann Ihnen auch nicht mehr weiterhelfen, er wird verzweifelnd hin und her überlegen und meistens aus einem spontanen Impuls zur Entscheidung kommen.
UND DANN?
Dann entscheidet etwas anderes, ob dieser Trade aufgeht: Glück. Und nur mit Glück ist es schwer an den Börsen reich zu werden, ähnlich schwer wie bei Lotto.
BÖRSE MACHT SPAß
Wir leben in einer Spaßgesellschaft. Wir alle wollen Spaß in jeder Form. Da wir nicht mehr für unseren Lebensunterhalt jagen müssen, ist uns langweilig. Spaß muss her! Ein nicht unerheblicher Anteil der Trader liebt gerade den Nervenkitzel.
Es gibt unzählige Phantasien über das Leben eines Traders. Ich sehe in den Augen meiner Zuhörer oft eine Art Sehnsucht, wenn ich sage, dass ich Trader bin(meistens sage ich deshalb, dass ich Journalist bin, weil sonst zu viele Fragen auftauchen). Ich habe immer wieder das Gefühl, der Trader hat in unserer Gesellschaft etwas von einem Piraten. Frei und unabhängig in einem unablässigen Kampf mit der großen Meer der Börse.
Aber genauso, wie die Filme eine romantische Version des Piratenlebens zeigen, das sicherlich alles andere als lustig war, ist das auch eine idealisierte Vorstellung des Tradens.
BÖRSE MACHT KEINEN SPAß
Börse macht keinen Spaß, nicht, wenn sie versuchen wollen, davon zu leben. Die Börse wird dann zu Ihrem ständigen Begleiter. Sie stehen morgens auf und der erste Gedanke sind die Märkte. Sie werden sich unwohl fühlen, wenn Sie die Märkte nicht verfolgt haben. Sie werden den letzten Gedanken mit dem Markt verbringen, bevor Sie einschlafen und in Ihren Träumen wird der Markt auch gegenwärtig sein.
Ihre Frau oder Ihr Mann wird allein schon anhand Ihres Verhaltens erkennen können, wie sich die Börse an diesem Tag für Sie entwickelt hat.
Die Börse macht keinen Spaß. Die Börse ist eine immerwährende Herausforderung, ein ständiger Kampf. Sie kann sinnvoll werden, sie kann aus Ihrem Leben etwas Besonderes machen, aber nur dann, werden Sie zu den Besten gehören. Und daran müssen Sie arbeiten, ohne falsche Illusionen.
Sie kann aber Ihr Leben aber genauso zu Ihrer ganz persönlichen Hölle werden lassen
Börsen-Chaos
Stellen Sie sich vor, Sie haben über Jahre an den Börsen geschuftet, wissen alles über Charttechnik und Indikatoren, über Bilanzen und Konjunkturdaten und über Zyklen und Trend. Je mehr Sie lernen, je mehr Sie getestet haben und verworfen haben, desto mehr keimt in Ihnen der vage Verdacht. „Es gibt kein zuverlässiges System, das im kurzfristigen Bereich dauerhaft Gewinne produziert.“
Doch diese Gedanken können die wenigsten zulassen. Wenn man Charttechniker erzählt, dass man mit der klassischen Charttechnik allein nicht weit kommt, hagelt es wütende Proteste. Wenn man einem Erfinder von auf Computer basierenden Tradingsystemen erzählt, dass auch diese nur in bestimmten Börsenphasen funktionieren, wird der von den unglaublichen Erfolgen von des einen oder anderen Systems zu berichten. Das ist der Grund, warum in Internetforen und Investmentmessen so oft aggressiv argumentiert wird. Je aggressiver jemand seine eigene Technik verteidigt, desto mehr versucht er, seine Zweifel zu verdrängen. Doch irgendwann wird aus den Zweifeln Gewissheit:
„Der ganze Mist funktioniert nicht dauerhaft!“
Ich habe in meiner Zeit an der Börse sehr viele Trader und Analysten gesehen, die gute Ideen eine Weile sehr erfolgreich umgesetzt haben. Aber ich habe auch immer wieder erleben dürfen, wie diese Ideen, Systeme, Techniken in anderen Börsenphasen große Verluste generieren und manchen in den Ruin geführt haben. Man konnte eine klare Regelmäßigkeit erkennen: „Je größer die Gewinne in der, in denen die jeweilige Herangehensweise funktioniert, desto größer die Verluste in den anderen Phase.“ Keine Frage, es gibt einen unbestreitbaren Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko.
DER GROßE HAKEN
Stellen wir uns einmal vor, es gäbe ein System, eine Ordnung an den Börsen. Wenn es einem Menschen gelingen sollte, diese Ordnung zu entdecken, meinen Sie nicht, dass auch viele andere ebenfalls recht bald diese Ordnung entdecken würden? Überlegen Sie sich einfach, welches ungeheure, menschliche Potential an Intelligenz und Kapital sich tagein, tagaus mit Börsen beschäftigt. Keine Frage, sobald Gesetzmäßigkeiten zu erkennen wären, würden mit der Zeit mehr Menschen diese erkennen und benutzen.
UND DANN?
Es geht an den Börsen vereinfacht gesehen um 3 Dinge: Einstiegssignal, Haltedauer, Ausstiegssignal Mehr ist es nicht. Bleiben wir beim Einstiegssignal: Wenn immer mehr Menschen das Einstiegssignal entdecken, schwindet die Anzahl derjenigen die zu diesem Zeitpunkt verkaufen. Es könnte sein, dass es sehr bald nicht mehr genug Verkäufer da sind, zumal andere Trader den entstehenden Kaufdruck anhand der Umsätze erkennen und ebenfalls aufspringen würden.
Diesen Prozess, dass sich ein Einstiegssignal zeitlich nach vorn verschiebt und dann auflöst, kann man an den Börsen immer wieder beobachten, wenn Regelmäßigkeiten auftreten, die irgendwann auch den Massenmedien auffallen.
Fehlende Distanz
Der eigentliche Grund für diesen Prozess ist, dass es an der Börse derjenige, der dieses System analysiert, in dem Moment, wo er aufgrund seiner Analysen Käufe oder Verkäufe tätigt, die Börse verändert. Selbst, wenn er nicht investiert beeinflusst er dadurch den Umsatz und somit die Börse. Das System, das die Börse vorhersagen will, wird damit zum Teil des Systems, das es analysiert und beeinflusst damit die eigenen Ergebnisse. Das bedeutet aber: Es müsste sich von sich selbst distanzierend, die Auswirkungen seines eigenen Handelns auf alle anderen in die Berechnung einbeziehen. Darüber hinaus müsste es noch berechnen, wie bald alle anderen das eigene System entdecken werden und welche Auswirkungen das wiederum auf das eigene System hätte.
Auch damit sind wir doch schlussendlich wieder bei dem Versuch, die Weltenformel zu finden, deren Entdeckung das Ende der Börse wäre…
„Die einzige Regel an der Börse ist, dass es keine Regeln gibt.“
Nur wenn Sie diese Logik, verinnerlich, werden Sie den in diesem Buch vorgestellten Weg verstehen. Wenn ein Trader kurz davor ist zu begreifen, dass die Börse chaotisch ist, dass es nie Sicherheit, ein Gewinnversprechen geben wird, kann dass ein frustrierender Moment sein. Einige werden zynisch, andere steigen aus. Das ist umso bedauerlicher, da diejenigen kurz vor dem entscheidenden Punkt aufgeben.
Unsicherheit
Denn wenn ein Trader dieses Gesetz der Regellosigkeit der Börse nachhaltig begreift, hat er eine große Chance. Allerdings muss er akzeptieren, dass es an den Börsen nie Sicherheit gibt! Er ist beständig mit Unsicherheit konfrontiert.
Dem Börsianer ist vor jedem Trader bewusst, dass er nicht den geringsten Schimmer hat, ob dieser Trade gut oder schlecht ausgehen wird. Es mag sein, dass die Wahrscheinlichkeiten auf einer Seite stehen, aber für diesen einen Trade gibt es keine Sicherheit.
Das ist tatsächlich nur etwas für Menschen, die eine Jägermentalität haben. Menschen, die aus ihrem Alltagstrott heraustreten und sich dem Chaos der Börse zu stellen. Menschen, die bereit sind, sich die Tage und Nächte um die Ohren zu schlagen, unendlich viel Zeit zu opfern, um ihrer Beute auf die Schliche zu kommen.
Diese Erkenntnis kann ganz nebenbei auch von der Annahme zu befreien, dass wir einen Fehler gemacht haben. Nicht immer, wenn ein Trade scheitert, war ein Fehler die Ursache. Manchmal kann man dann sagen: „Ich habe mir eigentlich nichts vorzuwerfen.“
Die Börse ist nahezu „unendlich“ vielen Einflüssen unterworfen
Inspiration im Chaos
Die erfolgreichen Trader verwenden die Mittel der Analyse wie der Maler Pinsel und Farbe. SIE benutzen diese Medien, sie lassen sich jedoch nicht vom Pinsel und der Farbe benutzen. Es sind lediglich Handwerkszeuge, welche dazu dienen, erfolgreich zu sein. Reine Harmonielehre kann auch ein Musikstück niemals zu einer großen Komposition machen, es bedarf immer einer „Inspiration“ des Menschen
Du bist die Börse
Um zu verstehen, worum es hierbei geht, ist es wichtig zu erkennen, dass Traden etwas mit Ihnen, mit Ihrer Art und Ihrer Persönlichkeit zu tun hat. Sobald Sie als Trader den Kreis der Börsen betreten haben, verbinden Sie sich mit diesem großen Spiel namens Börse. Sie werden ein Teil von dem weltweiten Netzwerk aller Trader, Investoren, Banken und Institutionellen. Und es ist Ihre Persönlichkeit, die teilnimmt, Ihre Charakterzüge, Ihre Stärken und Schwächen. Die Aktionen, die Ihren Entscheidungen folgen, werden in den Börsenalltag assimiliert und sie werden einige Zeit das Geschehen an den Börsen mitbestimmen.
Ein Beispiel: Es kann theoretisch sein, dass eine Verkaufsorder von Ihnen der entscheidende Tropfen ist, der in einem Auswärtstrend das Fass zum Überlaufen bringt und zu einem massiven Einbruch führt. Ihre Aktion kann die eine wichtige charttechnische Marke nach unten brechen lassen, so dass eine Verkaufspanik ausgelöst wird, die vielleicht sogar einen weltweiten Crash verursacht. Stellen Sie sich das wie ein Lawine vor, deren Anfang ein kleines Stückchen war. Hier ist die Parallele mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings, der einen Tornado auslösen.
Für Sie bedeutet das, dass jede Ihrer Transaktionen einen nicht unerheblichen Anteil an dem Gesamtgeschehen der Börse hat – jeder noch so unbedeutend erscheinende Betrag wirkt sich auf das Wesen Börse als Ganzes aus.
Deine Aktion zählt
Wenige Trader machen sich beim Traden bewusst, dass durch ihren Kauf oder Verkauf ein neuer Kurs gestellt wird, der sofort überall auf der Welt von Millionen Marktteilnehmern gesehen werden kann. Gerade Menschen, welche diese Aktie beobachten, werden eventuell sogar aufgrund dieses neues Kurses eine Entscheidung treffen, so oder so zu handeln.
Sie kennen das vielleicht von sich selbst: Wenn Sie in eine Aktie einsteigen wollen, beobachten Sie den Kursverlauf, vielleicht auch die Markttiefe. Irgendwann werden Sie einsteigen. Sie waren nur noch auf entsprechendes Signal. In diesem Moment kann es sein, dass bereits eine neue Order, die jemand in den Markt gelegt hat, dazu führt, dass Sie nun auch endlich einsteigen. Und Ihre Order wird den entstehenden Kaufdruck in diesem Fall zusätzlich erhöhen.
Normalerweise denken die Trader, die mit geringen Summen handeln, nicht darüber nach, dass jede noch so kleine Order einen Einfluss hat. Die meisten haben unbewusst das Gefühl, dass Ihr Handeln und der Kursverlauf überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Diese Einschätzung ist, wie gesagt grundlegend falsch!
Denn diese gewisse Anzahl anderer Trader, die durch Ihren neuen Kurs eine Aktion tätigen, wird mit dieser Aktion neue Kurse verursachen, welche wiederum weitere Anleger zu neuen Aktionen bewegen. Sie haben einen kleinen Stein ins Rollen gebracht. Zwar nur einen kleinen Stein unter vielen rollenden Steinen, doch er ist in der Lage, andere Steine anzustoßen.
Machen Sie sich also zunächst bewusst, dass jede noch so kleine Transaktion einen nicht abschätzbaren Einfluss auf die gesamte Börse hat!
Sie beeinflussen demnach die Börse durch Ihre Gedanken, Ihre Ansichten und Ihr Handeln. Durch ihr Handeln wird der Kursverlauf direkt beeinflusst. Ihre Ansichten beeinflussen sie indirekt, zumindest, wenn Sie Ihre Ansichten mit anderen Menschen diskutieren. Ihre Gedanken sind Vorläufer von Handlungen und Ansichten, also sind es eigentlich schon Ihre Gedanken, die Einfluss haben.
Aber selbst, wenn Sie zum Beispiel nach einem Crash lange Zeit nichts mehr tun, oder sich von der Börse verabschieden, beeinflusst dieses Nichtstun die Börse. Die Umsätze sinken und das kann einen gravierenden Einfluss auf den Kursverlauf haben.
Börsen-Persönlichkeit
Nun stellen Sie sich alle die Gehirne vor, die Charaktere und Persönlichkeiten, die weltweit an den Computern sitzen oder sich in den letzten verbliebenen Börsensälen tummeln und sich an diesem gigantischen Spiel beteiligen. Jeder verändert sich seine Gedanken, Ansichten und sein Handeln oder Nichthandeln das Wesen der Börse auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Die Börse saugt somit all die Ängste, die Ideen, die Neurosen, die Charakterschwächen und Stärken, die Erfahrungen und das Wissen eines jeden Teilnehmers in sich auf. Aus dieser Masse an Einflüssen, entsteht in der letzten Verdichtung eine Kursbewegung. Das sind die Linien, die wir auf unseren Charts ablesen.
Der Kursverlauf einer Aktien ist damit letzten Endes die absolute Essenz aller menschlichen Einflüsse, Gedanken, Gefühle und Energie der handelnden Teilnehmer.
Körper-Vergleich
Stellen Sie sich nun einmal vor, alle Zellen Ihres Körpers hätten ein eigenes Bewusstsein, eine eigene Intelligenz, wüssten aber nicht, dass sie Zellen eines Körpers sind. Sie wüssten nicht einmal, dass sie an einem großen Prozess beteiligt sind, den wir als „lebenserhaltende Funktionen“ wahrnehmen. Ohne Wissen über die höhere Funktionalität Ihres Daseins würde sich jede Zelle dabei höchst individuell und intelligent fühlen, so wie wir Menschen es tun. In gewissen Bereichen des Körpers sind sogar auch Zellen begrenzt frei beweglich.
Die Gesamtheit dieser Zellen ist in unserer – übergeordneten – Wahrnehmung ein Körper. Nur durch die Zusammenarbeit all dieser Zellen an einem großen Projekt „Mensch“ existieren wir. Aus einer Masse von kleineren Einheiten entsteht somit etwas Neues, Größeres, in gewisser Weise Eigenständiges.
Das Interessanteste an diesem Beispiel ist, dass jeder Mensch, da er die Gesamtheit der Zellen darstellt, gewisser Weise durch jede Tätigkeit einer jeden Zelle, beeinflusst ist. Als Mensch ist er darauf angewiesen, dass die Zellen ihre Funktion erfüllen – tun Sie das nicht oder falsch, kann er beeinträchtigt oder krank werden.
Umgekehrt sind aber auch die Zellen abhängig von den Tätigkeiten, die der Mensch vornimmt: Ernährung, Sport etc.
Denkt man das weiter, so kann man zu der Ansicht gelangen, dass es eigentlich zwischen Zellen und Mensch in diesem Beispiel keinen Unterschied gibt. Der Mensch spiegelt sich in jeder Zelle wieder und umgekehrt.
Übertragen wir dieses Beispiel auf die Börse: Millionen von Tradern und Spekulanten arbeiten an einem Projekt namens Börse. Daraus entsteht etwas Neues, Eigenständiges und etwas Übergeordnetes. Ein Wesen, das ähnlich wie der Körper zwar aus der Tätigkeit der einzelnen Einheiten entsteht und am Leben erhalten wird, aber in gewisser Weise eigenständig agiert.
Folgt man dieser Sichtweise, merkt man, dass jeder Marktteilnehmer mit allen anderen in Kontakt steht, so wie die oben genannten Zellen des Menschen in verschiedenen Situationen miteinander über komplizierte Mechanismen in Wechselwirkung stehen. Natürlich wird das dem einzelnen Trader nicht bewusst sein.
Die Börse hat eine Art Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit ist die Essenz aus allen psychologischen Eigenarten der beteiligten Personen und damit in gewisser Weise bestimmbar. Ein Beispiel: Die Börse neigt zu Hysterie, also zu Übertreibungen.
Die Börse ist lernfähig. Unter Lernfähigkeit wird die Eigenschaft eines Organismus verstanden, Informationen speichern zu können und diese für die eigenen Zwecke nutzbar zu machen. Die Börse speichert die Infos zwar nicht selbst, dafür aber die Teilnehmer (ähnlich wie der Mensch nicht Informationen speichert, sondern entsprechende Gehirnzellen).
Die Börse kann vergessen. Immer wieder sieht man, dass die Börse vergesslich ist, wenn Ereignisse zu lange zurück liegen. Die Vergesslichkeit der Börse liegt zum einen an der Vergesslichkeit der Teilnehmer, zum anderen aber auch daran, dass alle Teilnehmer irgendwann die Beschäftigung mit der Börse aus verschiedensten Gründen aufgeben.
Computerspiel-Effekt
Die meisten Traden sitzen hingegen vor den Monitoren und fühlen sich, als ob sie etwas beobachten, das unabhängig von ihnen dort draußen geschieht. Häufig wird die Börse sogar unbewusst als eine Art Computerspiel verglichen. Das zeigt, wie entfremdet die Menschen diesem „Wesen Börse“ sind, weil sie alleine zu Hause agieren und nicht wie früher die vielen anderen Händler auf dem Parkett erleben und geschweige denn die Millionen anderen Trader an der Monitoren auf der ganzen Welt berücksichtigen. Sie sehen nicht die emotionalen Wogen der Angst und Gier, welche die Massen der Markteilnehmer ereilen. Sie sehen nicht die Reaktionen auf den Gesichtern, hören nicht die Freudenschrei und Flüche. Schon gar nicht begreifen sie sich selbst als eine Art Zelle eines großen Organismus.
Diese eingebildete Distanz, diese Fehleinschätzung ist viel häufiger die Ursache der allgemeinen Erfolglosigkeit, als man glauben mag.
Teil des Systems
Jeder Trader verschmilzt mit diesem großen Wesen und schwingt in dessen Wellenschlag zwischen den Hochs und Tiefs mit. Er wird mit seinem ersten Trade zum untrennbaren Teil des Ganzen. Es ist überaus wichtig zu verstehen, dass Sie und Ihre ganze Persönlichkeit bereits zu einem Teil der Persönlichkeit und damit des Wesens Börse geworden sind. Sie müssen begreifen, dass zwischen Ihnen und der Börse kein Unterschied mehr besteht. Sie sind die Börse und die Börse ist Sie! So sehr Sie sich auch bemühen. Sie werden niemals an der Börse handeln können, ohne Teil der Börse zu sein.
Objektivitätsmangel
Aber auch die Computerprogramme sind ein Teil des Gesamtwesens der Börse und werden so auf faszinierende Art und Weiser „belebt“. Denn sobald diese Computer real Einstiegssignale oder Ausstiegssignale berechnet haben, die auch gehandelt werden, befindet der Computer sich innerhalb der Sphäre der Börse. Ein Computer, der handelt, wird zu einem Subjekt des Wesens der Börse und hat keine Chance mehr auf Objektivität.
Und das ist das eigentlich witzige an dieser Situation. Der Trader, der bemerkt hat, dass er nicht objektiv genug gehandelt hat, greift auf den Computer zurück, um diese Schwäche auszugleichen. Doch in letzter Konsequenz hat der Computer das gleiche Problem.
Zunächst einmal müssen Sie sich vollkommen damit abfinden, dass Sie an der Börse niemals objektiv sein werden. Je kurzfristiger Sie traden, desto wichtiger ist das zu begreifen.
Realitäts-Verzerrung
Ihre Wahrnehmung wird auch von der gesamten Realität im höchsten Maß subjektiv verzerrt. Das, was Sie als Börse wahrnehmen, nimmt niemand anders so wahr wie Sie. Es ist sozusagen Ihre ganz eigene Börse. Und damit sagt Ihr Bild, das Sie von der Börse haben, sehr viel über Sie und Ihren Charakter und Ihre Persönlichkeit aus, aber nur sehr wenig über die Börse selbst.
Schreiner-Beispiel
Stellen Sie sich zwei Menschen vor: Der eine besaß in der Kindheit ein großes Baumhaus aus Holz, in dem er viele Sommertage mit Freunden verbrachte. Darin erlebte er die intensivsten und schönsten Stunden seiner Jugend.
Der andere ist in seiner Kindheit im Wald von einem umstürzenden Baum getroffen worden und lag mehrere Stunden in Todesangst und mit unsäglichen Schmerzen unter diesem Baum, bis er gerettet wurde.
Beide Menschen werden emotional mit dem Wort Baum etwas jeweils vollkommen Unterschiedliches verbinden. Die gesamte Gefühlswelt, die Bilder, die Erfahrungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Es ist zwar ein und dasselbe Wort, aber doch werden damit zwei ganz unterschiedliche Realitäten beschrieben. Würden diese beiden Jungs über Bäume reden, fände kaum eine sinnvolle Kommunikation statt.
Stellen wir uns vor, beide müssten den Beruf ihres Vaters erlernen: Schreiner. Der Erste würde wahrscheinlich ein begnadeter Schreiner werden. Mit großer Leidenschaft und Hingabe, würde er sich dem Formen und bearbeiten des Holzes widmen.
Für den anderen Jungen wäre dieser Beruf ein wahrscheinlich lebenslanger Kampf. Allein der Geruch des Holzes würde ihn immer, vielleicht nur unbewusst, an sein Kindheitstrauma erinnern. Wer von diesen beiden Jungen wird wahrscheinlich erfolgreicher in seinem Beruf sein?
Wohlstand & Geld
Nun geht es nicht nur diesen beiden Jungs, so, sondern uns allen. Wir alle nehmen die Dinge auf höchst unterschiedliche Art und Weise wahr. Besonders deutlich wird das Thema Geld und Wohlstand. Viele Menschen haben, ohne es zu wissen, ein gestörtes Verhältnis zu Geld. Das liegt immer noch an unserer christlichen Kultur, in der Armut als ein „hohes Gut“ empfunden wird. Reichtum wird hingegen oft unbewusst in unserem tiefsten Inneren als etwas Verwerfliches angesehen, egal, wie sehr wir uns auch nach Reichtum sehen. „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt. Wer kann dann noch gerettet werden? Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott. Denn bei Gott sind alle Dinge möglich.“
Geld bzw. Reichtum hat etwas Verwerfliches. Böse hat etwas mit Geld zu tun. Die Menschen, die sich mit Börse beschäftigen, jagen dem Geld hinterher. Börse muss demnach verwerflich sein. Leider sind das meistens vollkommen unbewusste Mechanismen. Und so würden sich viele Menschen wundern, was sie tief in Ihrem Inneren für eine Einstellung zu Geld haben. Wenn Sie jedoch mit einer solchen Einstellung versuchen, Trader zu werden, ist das vergleichbar mit dem traumatisierten Jungen, der Schreiner wurde.
Persönlichkeits-Filter
Das ist nicht alles: Sämtliche Nachrichten, die Geschehnisse an den Börsen und in der Wirtschaft, werden von jedem Menschen auf höchst unterschiedliche Art und Weise ganz subjektiv wahrgenommen. Jeder Mensch besitzt zu jedem Wort seine eigene Erfahrung, die das Erleben des Worts zu etwas sehr Persönlichem macht.
Zwar beschreiben Wörter oft Sachen oder Sachverhalte, aber diese sind fast immer auch mit Gefühlen und Erfahrungen verbunden.
DAS WORT „SCHULDEN“
Wenn Sie in einer Familie aufgewachsen sind, in der „Sparen“ als der beste Umgang mit Geld gepriesen wurde und in der Schulden inakzeptabel waren, werden Sie später mit dem Wort „Sparen“ sehr angenehme Gefühle verbinden und mit dem Wort „Schulden“ unangenehme.
Wenn Sie nun den Begriff Staatsverschuldung lesen, koppelt sich dieses Wort direkt mit diesem unangenehmen Gefühl.
Stellen Sie sich vor, Sie sind in einer Unternehmerfamilie groß geworden. Ihr Vater war immer bis über beide Ohren verschuldet, einfach, weil er immer investieren musste, Steuern sparen konnte und expandieren wollte. Als Kind dieser Familie werden Sie Luxus mit Schulden verbinden. Auf einmal ist das Wort „Schulden“ etwas sehr positiv gewertet. Wenn dieses Kind als Erwachsener „Staatsverschuldung“ hört, wird er dieses Wort mit ganz anderen Gefühlen wahrnehmen Stellen wir uns nun vor, dieses beiden sind mittlerweile Börsianer und lesen einen Artikel über Krise und Staatsverschuldung. Wie naheliegend ist es, dass der eine die hohe Staatsverschuldung als klares Indiz für die Verwerflichkeit des Systems, vielleicht sogar Grundlage der Krise und baldigen Untergang interpretiert, während der andere vielleicht auf die Idee kommt, man müsse sich in dieser Krise noch mehr verschulden, um über neue Investitionen wie Wachstum zu generieren.
Wer hat Recht?
Passen Sie genau auf, was Sie jetzt denken, es kann nämlich gut sein, dass sich Ihr Ego von einer dieser Thesen angegriffen fühlt! Je nachdem, wie Sie gestrickt sind, kann es sogar sein, dass Sie nicht Eiligeres zu tun haben, als das gesamte Beispiel umzuinterpretieren: „Schlechtes Beispiel, Totaler Unsinn.“ Oder wenn Sie sich bestätigt fühlen: „Gutes Beispiel, dass müsste ich weitergeben!“
Aber Achtung: Uns ist der Inhalt des Beispiels, also die Staatsverschuldung, in diesem Zusammenhang vollkommen egal. Und ist auch die Frage: „Wer hat Recht?“ vollkommen egal.
Auswirkungen Investment
Uns interessiert vielmehr die Frage: Welche der beiden oben kreierten Personen würde nun wie investieren?
Es ist doch klar, dass der Sparen eher auf fallende Kurse setzt, da er nun endgültig vom Zusammenbruch des Systems überzeugt ist und der Schuldenmacher eher auf steigende Kurse setzen wird, da er meint, der Staat handle richtig.
Beide haben gehandelt, weil sie mit einem einzigen Wort zwar sehr starke, aber vollkommen unterschiedliche Emotionen verbinden. Doch diese Emotionen sagen nichts darüber aus, was tatsächlich an den Börsen geschehen wird!
NACHRICHTENVERARBEITUNG
Es ist also so, als ob all diese Informationen, mit denen wir täglich konfrontiert werden, durch eine Art Filter der eigenen Persönlichkeit drängten. Das heißt, das, was letzten Endes als Information in Bewusstsein drängt, ist bereits eine höchst subjektive Information.
Natürlich wird uns Menschen normalerweise nicht bewusst, wie wenig wir von der eigentlichen Realität wahrnehmen. Wie auch, allein die Frage nach der „Realität“ kann nicht abschließend geklärt werden.
An der Börse bedeutet das: Auch alles, was Sie an der Börse erleben, ist wiederum, durch Ihre Erwartungen und ihre Vergangenheit, also IHRE Wirklichkeit gefiltert. Die wirkliche Börse kennt niemand. Die Börse, so wie Sie sie erleben, ist zu einem großen Teil nur eine individuelle Illusion, die, beeinflusst durch die persönlichen Erfahrungen, im Kopf jedes Einzelnen entsteht.
Und so wird verständlich, warum es an den Börsen derart viele zum Teil höchst unterschiedliche, oft sogar widersprechende Argumente. Es wäre ansonsten unlogisch, da mittlerweile allen Beteiligten übers Internet und TV die gleichen Informationen zur Verfügung stehen. Diese Filterung über persönliche Erfahrungen macht erst verständlich, warum es Perma-Bären und Dauer-Bullen gibt Beide Seiten werden ähnliche Infos filtern, um sie schließlich anders zu bewerten. Beide Seiten werden behaupten, sie hätten Recht, ohne allerdings zu begreifen, dass es doch nur ihre persönliche Illusionen sind, die sie von nun an mit Vehemenz vertreten.
Manche Wissenschaftler behaupten, dass 90 % der Wahrnehmung und der darauffolgenden Verarbeitung mehr der eigenen Wirklichkeit und lediglich 10 % einer objektiven Wirklichkeit entspricht.
Wenn vielleicht sogar 90 % dessen, was Sie über Börse denken, fühlen und wissen, Auszug ihrer eigenen Erlebniswelt ist, dann sagt Ihr Bild von Börse viel mehr über Sie als Menschen aus, als über die tatsächliche Börse.
Börse = Selbst-Spiegel
Das, was Sie über Börse und deren künftige Entwicklung denken, sagt somit kaum etwas darüber aus, was tatsächlich geschehen wird, sondern eigentlich nur darüber, wer Sie sind, wie Sie Informationen interpretieren! Und es ist damit sehr wahrscheinlich, dass Ihr bisheriger Erfolg oder Misserfolg zu einem sehr großen Teil in Ihnen selbst begründet liegt und nur sehr wenig mit der Börse zu tun haben.
Dazu ein kleines Beispiel: Stellen wir uns Eltern vor, die bemüht sind, ihr Kind von allem Schlechten zu bewahren. Stellen wir uns weiter vor, diese Eltern hätten aber Probleme damit, ihr Kind zu loben. Immer wenn das Kind etwas gut macht, würde das von den Eltern kommentarlos hingenommen. Sobald aber dieses Kind etwas schlecht gemacht hat, wird ihm geholfen. Dieses Kind erhält Aufmerksamkeit, wenn es verliert oder scheitert und keine, wenn es gewinnt. Das Kind könnte eine „Verlierermentalität“ entwickeln. Es ist wahrscheinlich, dass es auch als Erwachsener unbewusst versuchen, durch Verlieren und Scheitern Aufmerksamkeit zu erhalten.
Das bedeutet auch: Wenn Sie erfolgreich traden wollen, müssen Sie alles was Sie denken und fühlen, alles was sie vermeintlich wissen hinterfragen. Nur so können Sie einen besseren Zugang zur Börse finden. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass Ihre Illusionen Ihnen alles zunichte machen.
Es gibt nur eine Folge:
Beginnen Sie zu zweifeln!
Falsche Überzeugungen
Jeder Mensch hat in den Jahren seines Lebens bestimmte Überzeugung gesammelt. Dabei ist letzten Endes egal, wo diese Überzeugungen eigentlich herrühren. Oft resultieren sie aus Geschichten, die man uns als Kind vermittelt hat: Die Welt ist so oder so. Oder man hat die Überzeugungen der Eltern, Lehrer, Freunde und Geschwister etc. einfach übernommen. Das alles geschieht zu einem großen Teil unbewusst und kaum jemand wundert sich, dass er später mit einer Vehemenz vertritt, ohne eigentlich zu wissen oder sich gefragt zu haben, wie er zu diesen Überzeugungen gelangt ist.
Dabei besitzt jeder Mensch eine Unart, die zu viel Leid auf dieser Welt geführt hat: Er ist immer geneigt, seine eigenen Überzeugungen als allgemeingültig zu empfinden. Oft, ohne es offen zuzugeben, ist er der Meinung, er sei der Einzige, der Recht hat und weiß alles besser.
Warum das alles?
Der Verstand des Menschen ist nicht wirklich in der Lage, die Komplexität aller Zusammenhänge dieser Welt zu begreifen. Der Verstand kann eigentlich nur sehr wenige Faktoren gleichzeitig in ihrem Zusammenhang betrachten und bewerten.
Der Mensch fühlt sich angesichts dieser chaotischen Komplexität extrem hilflos. Es macht ihm eine ungeheure Angst, eigentlich nie zu wissen, was als Nächstes geschieht und wie die Dinge wirklich sind. Die Erkenntnis seiner eigenen Begrenztheit, sowohl seines Denkens als auch seiner Existenz ist zu erschreckend. Um diesen Wahnsinn zu entfliehen, sucht er mit allen Mitteln Strukturen. Er schafft sich Überzeugungen, die in der Lage sind, die Wirklichkeit scheinbar zu erklären. Diese Überzeugungen stellen quasi eine brutale Vereinfachung der Wirklichkeit dar. Diese Vereinfachung ist notwendig, damit das Gehirn wieder zurechtkommt.
Das Problem dieser Vereinfachung ist jedoch, dass sie nicht nur Ursache großer Fehlerquellen ist, sondern grundsätzlich die Realität auf erhebliche Weise verfälschen.
Angst vor Komplexität
Wenn Sie sich bewusst machen, dass die meisten Überzeugungen aus Angst vor dem Chaos entstanden sind, also entworfen und angenommen wurden, um dem Menschen ein Gefühl von Sicherheit zu geben, wird vieles verständlich. Es bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass ein starkes oder aggressives Vertreten einer Überzeugung oft nichts anderes ist als ein Beweis der persönlichen Angst und Unsicherheit vor diesem Chaos.
Übertragen auf das Trading gilt: Wenn Sie ab heute etwas von jemanden lesen, der eine Börsensichtweise aggressiv vertritt, wissen Sie das tief hinter dieser Fassade eine Form der Angst und Unsicherheit versteckt und nicht, wie man meinen könnte, fundiertes Wissen. Eine Überzeugung (ein Glaube) wurde enttarnt, allein an der Art, wie sie vorgetragen wurde…
An der Börse kann alles, was gestern noch richtig gewesen ist heute schon falsch sein.
Überzeugungen entstehen
Die meisten von uns werden tendenziell eher bullish oder bearish sein. Das sind die grundlegenden Überzeugungen, die sie an der Börse haben können. Ob Sie eher zu den Bullen oder Bären gehören, hängt dabei viel mehr von den Erfahrungen ab, die sich gemacht haben: Zum einen beeinflusst die Situation an den Börsen zu dem Zeitpunkt, an dem Sie angefangen haben, Ihre Einstellung. Es scheint so zu sein, dass Börsianer, die am Anfang oder während eines Booms an die Börse gekommen sind, meistens bullish werden und es auch bleiben. Andere, die kurz vor einem Crash angefangen haben und diesen als Erstes miterlebten, neigen eher zu, bearish zu sein. Offensichtlich beeinflussen die anfänglichen Erfahrungen der Börsenkindheit Ihre grundsätzliche Einstellung.
Bearishe Intellektuelle
Eine ganz besondere Eigenschaft findet sich bei Menschen, die wir oder die sich eher als intellektuell bezeichnen würden (Akademiker). Diese neigen ebenfalls dazu, eher bearish zu sein. Das liegt zum einen daran, dass die von der Bärenseite vorgebrachten Argumente gerade diejenigen eingängiger sind, die einen Hang zum Zweifeln haben, aber auch sicherheitsorientiert sind. Wenn Sie zum ersten bewusst etwas über Staatsverschuldung und Börse hören, sich mit dem Phänomen des Papiergeldes, der Zinsen und anderen grundlegenden Aspekten der Marktwirtschaft beschäftigen, werden Sie bald geneigt sein, entsprechenden Weltuntergangsszenarien Gehör zu schenken. Nur diese Erkenntnis hatten schon viele: 1960, 1970,1980,1990,2000, 2010. Wenn Sie Bücher aus der damaligen Zeit lesen, werden Sie sich wundern, wie sehr die Argumentationsketten den heutigen ähneln.
Börse reagiert anders
An der Börse funktioniert allerdings das, was nicht „in“ ist. Als ewiger Zweifler und Grübler werden Sie keine so guten Chancen haben. Das ist leicht zu beweisen, wenn Sie sich der langfristigen Entwicklung an den Börsen ansehen. Als Bulle hatte man es in den Jahren seit der Entstehung der Börse leichter. Denn die meiste Zeit steigen die Börsen. Die Phasen massiver Rückschläge sind immer nur relativ kurz, dafür umso heftiger. Also rein zeitlich gesehen, hat ein Bulle pro Jahr mehr Tage, an denen er zufrieden ist.
Andere Meinungen
Es geht Gedankengänge in Ihnen wie: „Was für ein Blödsinn. Da hat doch jemand eindeutig keine Ahnung. Wie kann er die Tatsachen derart verdrehen?“ Eine andere Möglichkeit ist wütend zu werden. „Was für ein Idiot! Dass so ein Schwachsinn überhaupt veröffentlich werden darf.“ Das Aufstellen von Verschwörungstheorien ist auch einfacher, als die eigene Meinung zu hinterfragen.
SELEKTIEREN Die andere Möglichkeit ist, solche Texte, sobald man merkt, dass sie nicht zu den eigenen Überzeugungen passen, einfach nicht weiter zu lesen. Das geschieht besonders gern, wenn jemand in hohem Maße investiert ist und dann auf eine andere Meinung stößt. Solche Texte werden ihn in seiner Entscheidung verunsichern oder in ihm schlimmstenfalls Angst erscheinen lasen, etwas Falsches getan zu haben. Angst versucht der Mensch, jedoch zu vermeiden, also liest er einfach nicht weiter. Werden Sie sich solche Phänomene bewusst! Achten Sie darauf, wie Sie die Meinungen, die nicht zu Ihren eigenen passen, verurteilen oder sogar ausblenden.
Kleine-Mann-Falle
Immer wieder höre ich von Lesern: „Ja, der kleine Mann wir von den Großen an der Börse doch nur über den Tisch gezogen. Aber auch in anderen Zusammenhängen ist der „kleine Mann“ immer nur Opfer.
Hinterfragt man diese Überzeugung, stellt man fest, dass hinter dieser Aussage eine tiefe Passivität verborgen ist. Das Opfer, also der kleine Mann, kann ohnehin nichts machen. Er ist der Willkür der Großen hilflos ausgesetzt.
Vertief man die Analyse, stellt man fest, dass es sich lediglich um eine einfache Art und Weise handelt die Schuld von auf andere zu projizieren. Schließlich hat man selbst keinen Fehler gemacht, wenn das Geld weg ist, sondern die bösen, großen Jungs haben es einem weggenommen. Nicht man selbst ist für die eigene Lage verantwortlich, sondern die anderen.
Wir spielen als Trader nicht mehr im Sandkasten und es kommen keine bösen Jungs und klauen Ihnen die Formchen. Es taucht auch keine Mutter auf, um sie anschließend zu trösten. Das Prinzip funktioniert heute nicht mehr.
Sie agieren als Jäger und damit als Kämpfer an den Börsen. Sie sind es, der den großen Jungs die Butter vom Brot nehmen will. Sie sind eine Art Pirat, der unerwartet auftaucht, den großen unbeweglichen Schiffen der institutionellen Anleger unbemerkt einen kleinen Teil der Ladung stiehlt und daraufhin schnell und unerwartet verschwindet.
Meinen Sie, dass der Trader mit der „kleine Mann“ Überzeugung ein erfolgreicher Trader werden kann? Eben, er hat keine Chance. Er wird zu bald mutlos werden und aufgrund seiner Einsicht, ohnehin nur Opfer zu sein, früh und wahrscheinlich mit Verlust aufgeben. Doch es war nur die Überzeugung über die er gestolpert ist.
Kulturelle Blockaden
Es gibt in unserer Gesellschaft das Vorurteil, wohlhabende Menschen sind unchristlich, sprich unsozial, verwerflich, schlecht, böse, Verbrecher, man kann ihnen nicht trauen etc. Das gleiche gilt für arme Bettler oder Arbeitslose oder Ausländer. Der im Schweiße seines Angesichts arbeitende Mensch ist ehrenhaft und vertrauenswürdig.
Wer sagt Ihnen aber, ob nicht dieser ehrenhafte Arbeiter der ist, der keine Ehre kennt, der Sie anlügt, betrügt oder Schlimmeres tut?
Was macht aber nun ein Mensch, der in unserer Kultur aufgewachsen ist und diese Bilder unwissentlich und zumeist auch vollkommen unbewusst tief in sich trägt und Trader werden will? Er gerät in einen unbewussten Gewissenskonflikt.
Und so kann diese anerzogene oder kulturelle Eigenart durch die Börse an die Oberfläche geholt werden, ohne das sie er merken. Ihre Intuition ist mit der Börse verbunden. Ihr Innerstes wird versuchen Ihr Selbstbild in keinen Konflikt geraten zu lassen. Mit anderen Worten: Wenn in Ihnen etwas Reichtum als verwerflich ansieht, kann es sein, dass Ihre Intuition Ihnen hilft den Reichtum zu vermeiden.
Kurz: Sie werden verlieren, Sie werden durch die Börse arm, weil Sie tief in Ihrem Innersten, ohne es zu wissen, Armut höher einstufen als Reichtum.
Leiden & Aufmerksamkeit
Wenn Sie Geld an den Börsen verloren haben, können Sie anderen Menschen erzählen, was Sie doch für ein Opfer sind. Die Reaktionen der anderen: Aufmerksamkeit, man will Sie trösten, sorgt sich um Sie. Was aber tut sich, wenn Sie sagen, Sie haben viel Geld gewonnen? Beim ersten Mal freuen sich Ihre Mitmenschen noch, aber wenn sie es immer und immer wieder hören? Die Menschen werden neidisch, wollen von Ihrem Erfolg nichts mehr hören, es erinnert sie zu sehr an die eigene Unzulänglichkeit. Schlussendlich wenden sie sich von ihnen ab.
Ihr Unbewusstsein spürt solche Mechanismen und weiß darauf zu reagieren, denn soziale Anerkennung ist für die meisten Menschen wichtiger als Geldverdienen. Wer sagt Ihnen, dass Sie nicht unbewusst und intuitiv immer genau die Trades machen, die Ihnen soziale Aufmerksamkeit verschaffen, also genau die Verlust-Trades.
Ganz gefährlich wird es, wenn das soziale Umfeld irgendwann keine Lust mehr hat, diese mitleidige Anerkennung zu geben oder wenn die Verluste zu groß werden, so dass man die anderen gegenüber nicht mehr eingestehen will. Dann gehen manche Menschen sofort in „reines Selbstmitleid“ über. Sie geben sich sozusagen, das Maß an Mitleid, das sie brauchen. Ein ganz bedenklicher und sich selbst erhaltender Prozess.
Angst vor Erfolg
Man kann es sich so schön vorstellen reich zu sein. Ein dickes Auto, eine Villa am Meer, eine Yacht, Partys. In den Vorstellungen vieler Menschen macht Reichtum Spaß!
Sie stellen sich vor, dass wenn sie erstmal reich wären, werde Ihr Leben nachhaltig besser. Fragt man weiter nach, wie sie sich eine solche Zukunft genau vorstellen, enden die meisten Aussagen bei dem Reproduzieren von überromantisierten Filmvorstellungen.
Auch hier werden also Überzeugungen, Reichtum mache glücklich, Reichtum mache Spaß, wenn man reich ist, sei alles besser, einfach übernommen. Warum sollte man solche Überzeugungen auch hinterfragen? Nur in den wenigsten Fällen geht es doch darum, wirklich reich zu sein, sondern nur davon zu träumen. Was wäre aber der Mensch ohne Träume?
Warum kein Reichtum?
Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, dass man in den westlichen Ländern selbst als Arbeitloser noch zu den reicheren Menschen dieser Welt gehört. Menschen mit Arbeit sind für 60 bis 70 % der Weltbevölkerung sogar unvorstellbar „reich“. Die meisten Menschen halten unserer alltägliches Leben, zum Beispiel einen Kühlschrank zu besitzen oder tägliches Duschen, einen Elektroherd oder ein eigenes Schlafzimmer für die Eltern, eine Wohnung aus Steinen, saubere Toiletten etc. etc. für unglaublichen Luxus.
Mit anderen Worten: Sie haben es bereits geschafft, reich zu sein, unvorstellbar reich!
Nur, das wollen wir uns ja nicht bewusst machen. Im Verhältnis zu den „anderen“, also denen, die „wirklich“ reich sind, sind wir noch arm.
Reiche-Probleme
Aber gut, das ist immer ein bekanntes Problem der Relation. Nur, dieses setzt sich immer weiter fort. Einstellige Millionäre sagen, man wäre erst reich, wenn man zweistellig ist – zweistellige streben nach dreistelligen Millionenvermögen. Und selbst Superreiche finden noch Ziele. Manche arbeiten sich, in dem Wahn noch immer nicht genug zu haben, fast zu Tode, obwohl sie bereits über Milliardenvermögen verfügen. Man fragt sich, was sie eigentlich von dem Geld haben, wenn sie vor lauter Arbeit keine Zeit finden es auszugeben. Es scheint unvorstellbar, dass dieser Superreiche sich immer noch in gewisser Weise arm fühlt. Doch auch dem hungernden Menschen in einer kleinen Wellblechhütte in einem Slum wird es ebenfall unvorstellbar sein, dass Sie sich, mit einer schönen Wohnung oder sogar einem Haus oder auch nur mit einem gefüllten Kühlschrank, einer Heizung oder einem Bad nicht reich fühlen.
Hier scheint also etwas nicht zu stimmen. Auch Sie werden als erfolgreicher Trader merken, dass sich Ihre Relation immer weiter nach oben verschieben. Sie werden NIE ankommen, das verspreche ich Ihnen. Doch die meisten kommen erst gar nicht soweit. Verantwortlich dafür ist ein Schutzmechanismus.
Freundeskreis
Reichtum wir sich sofort auf den Freundeskreis auswirken. Die einen werden neidisch sein, die anderen werden Geld von Ihnen borgen wollen etc. Wieder andere wollen plötzlich Ihre Freunde sein. Kommt Geld ins Spiel drehen viele Menschen einfach durch (Goldrausch). Von dem Tag an, an dem Ihre Freunde merken, dass Sie erfolgreich traden, wird sich Ihr gesamter Freundeskreis verändern. Sie werden viele Freunde verlieren. Sie fühlen sich einfach nicht mehr wohl in ihrer Gegenwart, weil Ihr Erfolg sie daran erinnert, dass sie vieles in ihrem Leben noch nicht erreicht haben. Ihr Erfolg macht die Menschen noch „kleiner“, das können sie nicht akzeptieren. Zudem werden sie es irgendwann satt haben, nur als Bewunderer Ihrer neuen Errungenschaften zu fungieren.
Ein wenig später entstehen Probleme mit den Freunden, die hoffen, von Ihrem Reichtum profitieren. Sie sind spendabel? Dann werden sie ausgenutzt und das werden Sie auch schnell empfinden. Leben Sie normal weiter, werden diese Menschen sich von Ihnen abwenden und Sie als geizig bezeichnen.
Beziehungen
Was ist mit Ihrer Beziehung, Ihrer Ehe, wenn Sie reich werden? Besonders als reicher Mann wird das andere Geschlecht Sie deutlich anziehender finden. Wird Ihre Ehe das aushalten – wenn auf einmal junge, sehr hübsche Frauen aufdringlich werden? Es geht aber auch umgekehrt: Was ist, wenn Sie als Frau einmal durch das Traden mehr verdienen als Ihr Ehemann? Viele Männer haben immer noch Probleme damit, besonders wenn dieser Wechsel plötzlich vorkommt.
Viele gute Ehen sind an dem Erfolg des Partners zugrunde gegangen – auch das ist eine Tatsache, die sehr unterschätzt wird. Dabei sind es gerade die bestehenden Beziehungen, die einem Halt geben könnten, mit so einer „neuen“ Situation zurechtzukommen. Viele Menschen unterschätzen, welche dramatischen Auswirkungen „plötzlicher“ Reichtum auf Partner, Freunde, Bekannte und somit auf das gesamte soziale Umfeld haben kann. Plötzlicher Reichtum trägt die Gefahr der Vereinsamung in sich. SCHUTZMECHANISMUS
Bleiben wir bei der These, dass Intuition in der Lage ist, sich mit der Börse zu verbinden. Wäre es dann nicht vorstellbar, dass etwas in Ihnen sofort registriert, wenn in Ihrem sozialen Umfeld auftauchen? Könnte es nicht sein, dass etwas daraufhin in Ihnen unbewusst erfolgreiches Traden verhindern wird? Ihr Unterbewusstsein wird Sie vor negativen Erfahrungen schützen wollen und es ist denkbar, dass Ihr Inneres andere Wünsche hat als Ihr Verstand.
Es gibt einige Trader, die versuchen deshalb einen Drahtseilakt. Sie reden nicht über das Traden. Sie erzählen nichts von Verlusten oder Gewinn. Sie berichten höchstens von der vielen Arbeit und den im Vergleich akzeptablen Ertrag. Sie fahren keine großen Autos, leben in keiner großen Villa – aber dazu bedarf es einer ganz besonderen Mentalität.
6 Fragen & Überzeugungen
Überzeugung: Dieser Chart ist bearish!
Übertragung auf sich selbst: Kann es sein, dass bearish bin? Versuche ich vielleicht, nur eine innere Einstellung in den Chart zu interpretieren.
Mögliche Gründe für eine solche Haltung: Habe ich bereits auf fallende Kurse gesetzt und will nur mir selbst meine Entscheidung bestätigen? Habe ich zuviel Stress oder Streit mit jemand? Bin ich depressiv? Gibt es globale oder politische Gründe pessimistisch zu sein?
Zweifel aufbauen: Ist der Chart wirklich bearish? Kann ich mir wirklich 100 % sicher sein, dass das, was ich meine, auch stimmt?
Gegenmeinung entwerfen: Der Chart ist bullish. Was spricht dafür, wie kann man das beweisen oder belegen?
Unsicherheit zulassen und objektivieren: Dies Betrachtung kann dazu führen, dass man nun sehr unsicher ist, was wirklich mit dem Chart los ist. Lassen Sie diese Unsicherheit einfach zu. Sie ist auf jeden Fall realistischer als die vorherigen Aussagen. Tatsache ist: Sie wissen es nicht! Sie wissen es NIE! Zudem kann es auch sein, dass der Chart weder bullish noch bearish ist. Dies kann dazu führen, dass Sie eine Überzeugung entwickeln, die auch mehr Zweifel zulässt. Das allein kann schon dazu führen, dass Sie Ihre Positionsgröße der Situation anpassen. Oder es hält Sie davon ab, hektisch zu handeln.
Diese Methode lässt sich auf alles andere anwenden, was man denkt!
Emotionen kontrollieren
Ich möchte das Beispiel des Jägers noch einmal bemühen: Es geht im Kampf nicht darum, die Technik des Kämpfens zu lernen, sondern immer auch darum, Emotionen zu beherrschen. Sie müssen Ihre Schwächen kennenlernen. Zum Beispiel Ihr Wutpotential oder Ihre Ängste. Sobald Sie als Jäger wütend werden, weil irgendetwas nicht so läuft wie geplant, verlieren Sie die innere Ruhe. In diesem Moment können Sie zwar ungeahnte Kräfte entwickeln, aber Sie verlieren die Verbindung zur Beute. Die Beute kann das ausnutzen und fliehen oder sie sogar zu verletzen, sogar dazu Sie zu töten. Sie müssen also wissen, was Sie wütend macht und lernen auf die Einladungen, wütend zu werden, nicht mehr einzugehen.
Wenn Sie ängstlich sind, werden Ihre Bewegungen unentschlossen und zu langsam, doch auch Zögern kann tödlich sein. In der hohen Kunst der Jagd muss man lernen, auf eine höchst intuitive Art und Weise emotionslos zu werden.
Börsen-Einladungen
Ein Beispiel: Wenn eine Position zu sehr in den Verlust gerät, geben viele Menschen innerlich auf. Der gedankliche Standartsatz lautet: „Nun ist die Position derart ins Minus gerutscht, nun lohnt es sich nicht mehr, sie zu verkaufen.“ Um den Schmerz des Verlustes nicht zu erfahren, trennen Trader sich innerlich von der Position, ohne sie jedoch zu verkaufen und beachten diese nun nicht mehr. Sie blenden das Vorhandensein dieser Position einfach aus. Eine weitverbreitete Vogel-Strauß-Taktik und zudem ein ruinöser Automatismus.
Als Trader muss man immer handlungsfähig sein, man darf den Kontakt zu einer Position nicht verlieren, egal, was geschieht. Niemals darf man die Beute sein, das wäre Selbstmord. Doch der Reiz, mit diesem täglichen Schmerz einer immer größer werdenden Verlustposition nichts mehr zu tun haben zu wollen, ist bei einigen derart übermenschlich, dass sie ihm irgendwann nachgeben – nachgeben müssen. Freies, selbstbestimmtes Handeln sieht anders aus.
Leider haben es viele Menschen aufgegeben, sich ändern zu wollen. „Ich bin, wie ich bin“, lautet die Devise. Mit dieser Einstellung können Sie als Trader sofort aufhören. Der Choleriker darf nicht mehr sagen: Ich bin einfach so, wenn ein Auslöser kommt, brause ich einfach auf. Er muss den Punkt finden, bevor er aufbraust. Er darf die Einladung der Börse, aufbrausend zu reagieren, unter keinen Umständen annehmen. Als Trader nützt Ihnen der Satz, „Ich bin einfach so!“ nichts. Es gibt keine Entschuldigung, keine Ausreden – es gibt nur Verlierer und Gewinner.
Emotionen & Trading
ANGST GIER EUPHORIE UNSICHERHEIT UNENTSCHLOSSENHEIT
Faulheit & Info
TRÄGHEIT INKONSEQUENZ PEDANTERIE ÜBERHEBLICHKEIT SCHAM/STOLZ
Scham am Markt
Scham ist eine Emotion, die in unserer Gesellschaft weitgehend ignoriert wird und das, obwohl sie eine tragende Rolle in unserem Sozialisationsverhalten spielt. Seltsamerweise halten viele Menschen alleine schon die Beschäftigung mit dem Begriff „Scham“ für sehr befremdlich. Das beweist aber lediglich, wie sehr diese Emotion ignoriert wird. Gerade als Trader ist es jedoch notwendig, sich auch mit dieser Emotion zu beschäftigen.
Die meisten Menschen würden, wenn man sie fragt, wann sie zuletzt Scham erlebt haben, länger überlegen müssen und schließlich extreme Beispiele aus der Vergangenheit benennen. Dabei werden fast alle Menschen täglich mit diesem Gefühl oder dem Vermeiden des Gefühls konfrontiert.
Unsere Gesellschaft funktioniert nicht (nur) aufgrund von Gesetzen, also aufgrund der Angst vor Bestrafung. Viel wesentlicher ist der Faktor „Scham“ für unseren gesellschaftlichen Alltag. Man drängelt sich nicht vor, weil die Gruppe einen durch Bemerkungen beschämen wird. Man geht nicht nur mit einem alten Schlafanzug in den Supermarkt bekleidet, weil die Scham es verbietet. Man zieht bestimmte Kleidung an, wenn man zur Arbeit(Disco, Kneipe, Schule) geht, damit man von anderen in einer Position oder in einer Gruppe akzeptiert wird. Auch hier will man nicht unangenehm auffallen, was beschämend wäre. Man beklaut seine Kollegen nicht aus Angst vor Strafe, sondern auch nicht, weil man sonst „unten durch“ bei Ihnen wäre. Scham ist unser täglicher Begleiter, auch beim Traden.
Nun wird Scham von gewissen Menschen zum Teil überwunden oder ignoriert. In gewissen Bereichen funktioniert das – kurzfristig. Doch meistens führt inadäquates Verhalten dazu, dass man von der Gruppe ausgeschlossen wird. Fürs Unterbewusstsein ist die Gruppe wichtig: Sie sichert das Überleben.
Scham ist also für das Unterbewusste auch immer ein Warnzeichen dafür, aus einer Gruppe „ausgestoßen“ zu werden, sprich gesellschaftlich zu „sterben“. Zumindest führt Scham dazu, dass man in der Gruppe an das Ende der Rangordnung rutscht und auch hier ist die Versorgung schwieriger.
Das Unterbewusstsein will also Scham unter allen Umständen vermeiden. Aus diesem Grund ist es eine dermaßen starke Emotion. Leider, oder zum Glück, machen wir Menschen uns nicht bewusst, wie viel unseres Handelns unbewusst mit Scham zu tun hat.
Doch für einen Trader ist es wichtig, solche Prozesse zumindest zu erkennen.
Beispiel. Ein Verlierer zu sein ist beschämend: „Wie sage ich das meiner Frau?“ „Was ist, wenn meine Freunde erfahren, dass ich so viel Geld an den Börsen verzockt habe?“ „Was ist, wenn Arbeitskollegen mitkriegen, dass ich pleite bin und Schulden habe, weil ich an der Börse spekuliert habe?“ Letzten Endes hat unerträgliche Scham oft auch die Finger im Spiel, wenn Menschen in solchen Situation Selbstmord begehen. Doch das ist nur das Extrem.
Tatsächlich verursacht Scham mehr Tradingkatastrophen, als sich die meisten vorstellen können. Da es eine derart existentielle Emotion ist, tun Menschen alles, um die Gefühle der Peinlichkeit und Scham zu vermeiden. Im gesellschaftlichen Leben kann das angebracht sein, aber wenn man an der Börse auch noch mit der Scham zu kämpfen hat, wird es unerträglich. Sobald diese einsetzen, weil Ihre Verluste zu groß geworden sind, schaltet die Abwärtsspirale meistens den Turbo ein und es nicht mehr weit bis zum Desaster.
Es geht einem Trader in dieser Extremsituation nicht mehr um normales Traden, nur noch um das Vermeiden von Scham. Meistens werden also in solchen Momenten alle Tradingregeln über Bord geworfen. Ein rationales Analysieren der Gesamtlage wird in solchen Situationen unmöglich. So wird verständlich, warum viele Trader in solchen Situationen gern alles auf eine Karte setzen, statt Wege zu finden, das Dilemma auszulösen. Es geht nur noch darum, möglichst schnell aus der beschämenden Lage herauszufinden. Und so führt dieses „Alles-oder-Nichts Verhalten, gern auch zum Bankrott.
Doch selbst, wenn der Tradingtag nicht gut gelaufen ist und man mit dem letzten Trade noch versucht, alles herumzureißen, kann es sein, dass hier bereits die Scham die Finger im Spiel hat.
Man will sich nicht eingestehen, dass man schon wieder nichts verdient hat. Meistens sind es genau diese Trades, welche die Arbeit von Wochen zunichte machen.
Scham und Peinlichkeit haben etwas mit Schmerz zu tun. Diese Emotionen werden wie Schmerzen empfunden. Das Wort Peinlichkeit ist sogar vom Begriff des Schmerzes (Pein = Strafe/Schmerz) abgeleitet. Niemand würde aber, wenn er unter akuten, heftigen Schmerzen leidet, auf die Idee kommen, traden zu wollen!
Dabei schleicht sich die Scham nicht nur bei existentiellen Bedrohungen ein. „Die Börse geht immer den Weg des größten Schmerzes.“ Trader werden zunächst viel öfter mit Scham konfrontiert als man meint. Eigentlich täglich, bei jedem Verlust. Um diesen Schmerz zu vermeiden werden viele Trader mit der Zeit übervorsichtig oder sie hören ganz damit auf etc. Das alles geschieht eigentlich nur, um nicht noch mal von der Börse beschämt zu werden.
Da beim Traden immer wieder Verlustphasen vorkommen, ist es wichtig, sich mit seinen Schamgefühlen in diesen Zusammenhang auseinanderzusetzen. Es hilft dabei, sich bewusst zu machen, dass „Verlieren“ an der Börse eben nicht etwas mit „Verlieren“ in der Gesellschaft zu tun hat, sondern ein normaler und notwendiger Prozess ist. Um jedoch die existentiellen Gefahren dieser Verkettung von Scham und Verlusten aufzulösen, sollte man Vorsorge treffen. Ein gutes Hilfsmittel dazu habe ich am Anfang vorgestellt, als ich Ihnen den Tipp gab, immer nur die Summe auf Tradingkonto zu überweisen, die sie bereit sind zu verlieren. Somit kann es nicht mehr zu existentiell beschämenden Situationen kommen.
Die Scham, aber auch alle anderen Emotionen, sind derart stark, dass diese Sie in eine tiefe Trance versetzen können. In einer solchen Trance, also in tiefer Abwesenheit von Realität, ist gewinnbringendes Trading nicht mehr möglich. Meistens sind es sogar Angst und Scham, die Menschen, dazu bringen, ihr eigentliches Ziel, also Trader zu werden, aus den Augen zu verlieren.
Lauer-Position
Etwas, was gerade Jäger gut können, ist: Beobachten! Allerdings sollen Sie nun nicht mehr den Markt, sondern sich selbst beobachten. Fragen Sie sich immer wieder: Was macht diese Meldung mit mir? Zu welchen Gefühlen, zu welchen Handlungen verleitet mich diese Meldung, und wie reagiert der Markt.
Konferenz-Methode
Sie müssen also diese Stimmen, Emotionen und Stimmungen in Ihren Kopf in ein System bringen, das Ihnen Kontrolle ermöglicht, zumindest einen Einfluss gestattet. Sie müssen zunächst aber Ihren Stimmen und Stimmungen zuhören.
Dialog-Methode
Sie werden überrascht sein, wie viele verschiedene Meinungen und Ansichten in Ihnen existieren. Denn ansonsten hätten Sie nie einen Zweifel du würden jede Entscheidung mit absoluter Überzeugung treffen. Und so haben diese Stimmen und Stimmungen in Ihrem Kopf nicht mit Schizophrenie zu tun, sondern sind für Menschen Normalität. Gerade diese Fähigkeit, zu abstrahieren und abzuwägen, macht die Intelligenz des Menschen aus.
Um diese verschiedenen, zum Teil widersprüchlichen Emotionen besser strukturieren zu können, hilft es, sich vorzustellen, dass eben ein Team mit völlig unterschiedlichen Charakteren in Ihrem Kopf am Konferenztisch sitzen. Dort debattiert es unablässig über jedes Thema, das auf den Tisch kommt: das Wetter, die Liebe und die Börse etc. Jedes einzelne Mitglied stellt dabei eine Charaktereigenschaft oder eine Ihrer Emotionen dar.
Team-Sitzung
Der Charttechniker in Ihnen sieht ein klares Einstiegssignal und meldet dem Team: „Im Moment besteht aus diesen und jenen Gründen ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis: Wir sollten einsteigen!
Da meldet sich der ewige Zweifler: „Ja, ich erinnere mich noch gut an das letzte charttechnische Signal, das du gesehen hast: Und was ist geschehen? Der Kurs brach nach unten weg. Das hat uns viel Geld gekostet.
Der vernünftig abwägende Vermittler schreit ein: Na, okay das kann doch schon mal vorkommen. Das ist aber kein Grund jetzt nicht einzusteigen. Dann brauchen wir uns gar nicht mit der Börse beschäftigen.
Der Ängstliche: Sollen wir nicht lieber warten, bis es deutlichere Signale gibt?
Die Scham: „Nein nicht schon wieder ein Verlust. Nicht schon wieder als Verlierer dastehen.“
Da platzt dem Gierigen der Kragen: „Ja, schon wieder warten, und dann läuft der Markt uns wieder davon. Ich will Gewinne machen, JETZT! Also rein in den Markt und zwar schnell!
Der fundamental Orientierte: Ich bin nicht wirklich überzeugt! Anhand der aktuellen Zahlen ist es noch nicht sicher, ob das schon der Boden ist. Da gibt es diesen und jenen Hinweis.
Der Ängstliche springt auf und kreischt: „Seht ihr, seht ihr, das gibt wieder eine Katastrophe, ich sage es euch.“
Der Gierige genervt. Wenn wir wieder warten, bis auch die Fundamentaldaten stimmen, sind 70 % der Rallye schon vorbei.“
Der beständig Resignierte: „Ach, das hat doch sowieso keinen Zweck, es ist doch eh zu spät. Wir sollten es besser lassen und lieber ein Bier trinken gehen.“
Wiederholungen
So wird Ihnen bewusst, dass in Ihnen eigentlich immer wieder ähnliche Muster, Gedanken und Emotionen auftauchen. Mit ein bisschen Übung werden Sie feststellen, dass in Ihnen im Prinzip immer dieselben Dispute und Diskussionen entstehen.
Gedanken-Mischpult
Wenn Sie also feststellen, dass Sie grundsätzlich zu gierig sind, haben Sie nun eine „Person“ in Ihnen zur Hand, mit der Sie in gewisser Weise in Kontakt treten können. Nennen Sie diese Person „Den Gierigen“ oder Gordon Gekko. Sie hören den Gierigen aus diesem Gedankenchaos heraus. Wenn Sie also zu gierig werden, können Sie sagen: Ach, das ist wieder nur Gekko, auf den höre ich jetzt in dieser Situation nicht mehr. Der hat schon zu oft Fehler gemacht.
Wenn Sie das Problem haben zu ängstlich zu sein, dann können Sie auch diese Aspekte als „Person“ in die Schranken weisen. Wenn Sie feststellen, dass Sie zu wenig gründlich sind, dann setzen Sie einen „Bürokraten“ für die Gründlichkeit an den Tisch.
Glauben Sie mir, Sie werden die Stimmen heraus hören, die Ihnen den Tradingerfolg vermasseln.
Trainer-Rolle
Schlussendlich müssen Sie aus diesem Wirrwarr in Ihrem Kopf ein gutes Team bilden, das zusammenarbeitet und gewinnen kann. Das ist IHR Job und je besser Sie ihn machen, desto besser werden Sie traden.
Sie haben nun die Regler der Emotionen in der Hand. Natürlich wäre es gut, wenn Sie sich bei jedem Trade Notizen machen würden, aber die richtigen Jägermentalitäten haben ein bisschen Schwierigkeiten mit einer solche Form der Disziplin – es reicht auch ein Zettel am Bildschirm „TRADINGTEAM“, um sich immer daran zu erinnern.
Emotionen-Sinn
Die verschiedenen Emotionen in Ihnen haben alle Ihren Sinn. Sie sind seit Ihrer Kindheit entstanden, um das Überleben zu sichern. Leider werden oft einige Persönlichkeiten übermäßig gefördert. Trotzdem haben alle ihre Berechtigung. Nur wenn man Angst und Gier in ein gesundes Verhältnis zueinander stellt, dann kann man erfolgreich sein.
Sie sollten niemanden in diesem Team verurteilen, Jeder dieser Charaktere erfüllt für das mentale Überleben wichtige Aufgaben. Wie gesagt, es geht um Feintuning mehr nicht.
Positive Verstärkung
Feiern Sie sich selbst, wenn Sie einen Trade nach einem vorher angefertigten Plan durchführen. Unabhängig davon, ob er Gewinn oder Verlust gemacht hat.
DISTANZ
Normalerweise ist man, wenn man Angst hat, als ganze Person ängstlich, „man ist die Angst“. Wenn Sie Ihre Angst personalisieren, dass trennen Sie sich von ihr. Sie erschaffen eine weitere neue Instanz in sich, die mit der Angst kommuniziert. Sie identifizieren sich mit der neuen Instanz. Diese neue Instanz erscheint natürlich wesentlich dominanter, weil sie sich über die anderen lustig macht, sie sozusagen beschämt und in die Schranken weißt.
Widerstand-Problem
Wenn Sie sich eine Weile mit Gefühlen und inneren Persönlichkeiten beschäftigt haben, können Sie feststellen, dass Angst, Gier, Zorn, Neid etc. lediglich Widerstände, also eine fehlende Akzeptanz der aktuellen Situation darstellen.
Wenn Sie die Folgen eines neues Verlustes, egal welche es auch sind, einfach annehmen, ohne Widerstand und ohne Bedenken, können Sie keine Angst und keine Scham entwickeln.
Sobald Sie Emotionen haben, lehnen Sie sich gegen die Realität auf! Jedes Festhalten an Emotionen entsteht nur aus dem Wunsch nach Kontrolle und somit nach Sicherheit. Wenn Sie die jetzige Realität akzeptieren, so wie sie ist, werden sich alle Emotionen einfach in Luft auflösen.
Angst ist Widerstand gegen das Unvermeidliche und gegen die Unsicherheit
Gier ist Widerstand gegen den Imperativ der Zeit (dass es eben manchmal ein wenig länger dauert, das zu bekommen, was man will)
Hoffnung ist der Widerstand gegen das was ist.
Scham ist Widerstand gegen die Ausgrenzung der anderen.
Stolz ist Widerstand gegen die eigene Bedeutungslosigkeit.
Wut ist Widerstand gegen die Angst usw.
Widerstand loslassen
Sobald Ihnen „wirklich bewusst“ wird, dass alle starken Emotionen nur Widerstände gegen etwas sind, können Sie tatsächlich jede Emotion einfach ausblenden, indem Sie den Widerstand aufgeben. Es ist eine ruinöse Einbildung des Menschen, dass er in diesem scheinbaren Chaos Kontrolle haben könnte. Er kann es nicht. Nicht im Leben und erst recht nicht an den Börsen. Es gibt nichts zu kontrollieren. Kontrolle selbst ist schon der Widerstand.
„Sie sind ein Trader, ein Trader muss traden, auch wenn er keinen Einfluss auf den Ausgang des nächsten Trades hat. Das ist alles. Der Rest ist Stille.“
„Trade was du siehst, und höre endlich auf zu denken…“
Börsen-Wesen
Mit der Zeit werden Ihnen die verschiedenen Stimmen und Emotionen in Ihnen mehr und mehr wie leer „Satzhülsen“ vorkommen. Sie stellen immer deutlicher fest, dass es wieder die gleichen Phrasen sind, die sich ständig wiederholen. Ihr Verstand wird dann nu ein lärmender Haufen von einstudierten Verhaltensmustern. Der Verstand, der den Menschen scheinbar so überlegen macht, wird zum Ballst. ALLATGSTRANCEN
Die meisten Menschen halten sich für immer bei Verstand, klar und bewusst. Leider ist auch das nur Illusion. Eigentlich taumeln wir von Alltagstrance zur nächsten. Trance ist das Fehlen von konzentrierter Aufmerksamkeit auf dem aktuellen Tun und auf die uns umgebende Realität. Trancen sind damit ein Fehlen von Bewusstsein über die akute Wirklichkeit.
Das Gleiche geschieht regelmäßig bei TV oder im Kino, bei Konzerten, bei Ihrem Hobby und vielen anderen Gelegenheiten. Die landläufige Formulierung ist: „Ich habe die Zeit vergessen.“
Das erlaubt die Frage: Wann sind wir überhaupt richtig wach?
Alltags-Ablenkung
Doch der innere Monolog beschäftigt sich nicht nur mit der Vergangenheit. Er ist sogar in der Lage, Künftiges, auf Ihre innere Leinwand zu projizieren. Beispiel: Sie müssen morgen in einem Ihnen unbekannten Raum eine Präsentation halten, von der Ihre beruflich Existenz abhängt. Sie werden natürlich in Ihrem Kopf immer wieder die möglichen Ereignisse, Fragen und Situationen durchspielen. Sie stellen sich dabei, meistens unbewusst, die Räumlichkeiten und andere Gegebenheiten vor, selbst wenn Sie diese gar nicht kennen.
Das bedeutet: Nicht nur Vergangenes prägt Ihre Vorstellung, sondern auch künftige Ereignisse, die überhaupt noch nicht geschehen sind, werden durchgespielt. Fakt ist, das niemand weiß, wie die Präsentation wirklich ablaufen wird. Wenn Sie sich aber die Situation vorstellen, durchleben Sie fast schon die Gefühle und Emotionen. Sie werden jetzt schon nervös, Ihr Herz schlägt schneller etc. So stark können solche Emotionen sein!
Ich hoffe, Sie haben nun bereits erhebliche Zweifel an Ihrer Wahrnehmung. Wenn Sie sich dessen bewusst werden, kommen sie unweigerlich zu der Erkenntnis, wie verrückt das alles sei. Eigentlich ist Ihr Verstand die ganze Zeit damit beschäftigt, über den inneren Monolog Ihnen Wirklichkeiten vorzugaukeln, die nicht viel mit der Realität zu tun haben.
Dieser innere Monolog also, die Wörter und Sätze und Bilder, die Sie beständig denken, jede Sekunde Ihres Lebens macht etwas mit Ihnen, Sie denken über etwas nach, etwas Vergangenes oder Zukünftiges und schon tauchen Bilder in Ihnen auf, obwohl Sie die Augen offen haben.
Kopfkino-Effekt
Was bedeutet das nun für Ihre Wirklichkeit? Wenn Ihr innerer Film die äußerliche Wirklichkeit überlagert(ohne sie zu verändern) bedeutet das doch, dass Sie eine innere, neue Wirklichkeit schaffen. Sie erschaffen somit Ihren persönlichen Film. Wenn Ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf Ihren inneren Film konzentriert ist, bedeutet das, dass Sie von der äußeren Wirklichkeit nur sehr wenig mitbekommen.
Ihr Verstand befindet sich demnach die ganze Zeit auf einer Reise zwischen Vergangenheit und Zukunft, aber jedoch immer in einer Form der Fiktion.
Erinnern Sie sich an den heutigen Tag zurück. Fragen Sie sich, wie oft Ihre Aufmerksamkeit auf die Sie umgebene Realität gerichtet war, ohne von ihrem Inneren Monolog überlagert zu werden. Ich sage es Ihnen: Nie.
Nur wenn Sie sich mit dem inneren Monolog, mit Ihrem Verstand auf diese Art und Weise beschäftigen, können Sie diesen enttarnen, als das, was er ist: Beim Traden überflüssig.
Beobachter entdecken
Wenn Sie das große Glück haben sollten, nur für kurze Augenblicke ganz mit diesem Beobachter zu verschmelzen, werden Sie ein tiefes inneres Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit erleben. Es gibt in dieser Bewusstseinsinstanz keine Sorgen, keine Ängste, keine Unruhe, keine Trancen. Dort existieren auch keine Vergangenheit und keine Zukunft, sondern nur Gegenwärtiges. Dieser Wahrnehmer ist also emotionslos und friedlich.
Charakter-Bildung
Schon die alten Meister der Kampfkünste haben begriffen, dass es bei Kampf nicht nur um die Fertigkeit alleine geht. Letzten Endes wird es zwischen zwei gleich starken und ausgebildeten Kämpfern darum gehen, wer die bessere mentale Einstellung hat.
Die höchste Stufe der Kampfkunst erreicht ein Kämpfer, der seinen Geist freimachen kann, seine Emotionen ausschaltet und frei von jeder Beeinträchtigung eins mit dem Kampf selbst wird.
Der Geist eines Kampfsportmeisters ist in vollkommener Ruhe fließend. Er hat das Denken eingestellt und ist nur noch reine intuitive Aufmerksamkeit. So fühlt er lange bevor einen Gedanken auch nur denken könnte, wann und wo sein Gegenüber einen Angriff startet. Dabei erlebt er eine seltsame Art der Verdichtung der Aufmerksamkeit, die in letzter Konsequenz zu einer stark veränderten Wahrnehmung führt. In diesem Zustand erscheint es ihm, als dehne sich die Zeit aus und Ereignisse um ihn herum verlangsamten sich. Es ist eine Form der Hyperkonzentration, also, auf die höchste geistige Aufmerksamkeit.
Diese Zeitverzerrung entsteht unter anderem dadurch, dass die Verarbeitungskapazität, die der Aufmerksamkeit zur Verfügung steht, nicht mehr durch den bewertenden Verstand und durch Trancen und Illusionen aufgezehrt wird. Je mehr Verarbeitungskapazität die Wahrnehmung zur Verfügung hat, desto langsamer wird die Zeit vergehen. Um diesen Effekt zu verstehen, kann man den Vergleich mit einem Film ziehen. Normalerweise reichen 24 Bilder pro Sekunde aus, damit das menschliche Auge einen Filmverlauf als flüssig wahrnimmt. Nimmt man jedoch mit 1000 Bilder pro Sekunde auf, zeigt dann aber später bloß 24 Bilder pro Sekunde, entsteht natürlich ein unglaublicher Zeitlupeneffekt.
Den umgekehrten Effekt erleben wir leider Jahr zu Jahr stärker. Da das menschliche Gehirn mit dem Alter an Leistungsfähigkeit verliert, nimmt auch die Wahrnehmungskapazität ab, und es kommt, zum Gegenteil, einem Zeitraffereffekt. Aus diesem Grund hat man das Gefühl, dass die Zeit immer schneller vorbeigeht. Aus diesem Grund, hat man das Gefühl, dass die Zeit immer schneller vorbeigeht, je älter man wird.
Mit Markt verschmelzen
Es tritt auch ein weiterer Effekt in diesem Zustand ein: Der Kämpfer hat das Gefühl, dass er mit seiner Umgebung verschmilzt. Er wird zu der Umgebung, zu seinem Feind, zu der Luft, die ihn umgibt. Diese Art der Verschmelzung ist eben die Intuition selbst.
Verstands-Aufgabe
Ursprünglich war der Verstand nur dazu da, ein Problem zu lösen. Er beherrschte den Menschen noch nicht in der Art, wie er es heute tut.
Vor vielen Jahrtausenden wanderte der Mensch mit sich und der Welt zufrieden über eine Wiese. Kein Gedanke war in seinem Kopf. Er genoss lediglich das reine Sein und die Fähigkeit, Dinge einfach wahrzunehmen, so wie sie sind, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden. Er wertete das, was er sah, nicht. Er fragte sich nicht, ob das, was er sah gut oder schlecht ist. Alles war einfaches kindliches Staunen. Er war begeistert von all diesen überwältigenden Vielfalt auf seiner Haut, dem Geruch und der Wahrnehmung, die einfach nur faszinierend waren. Er schwelgte also in einem paradiesischen Zustand des inneren Glücks.
Da gelangte er an einen Fluss. Nachdem er sich eine Weile dem staunenden Beobachten und Faszination des Flusses hingegeben hatte, sah er auf der anderen Seite des Flusses einen großen Apfelbaum. Plötzlich meldete sich in ihm ein seltsames Bedürfnis. Hunger? Und plötzlich taucht ein Problem auf: Wie kommt der Mensch über den Fluss, um diesen Apfel zu pflücken?
In diesem Moment schaltet sich der Verstand ein wie ein Computer und sagt: „Du hast ein Problem? Ich kann Dir helfen.“ Und schon startet der Verstand, emsig bemüht, das Problemlösungsprogramm. Dazu zieht er immense Kapazitäten von der Wahrnehmung des Menschen ab. Schließlich muss er das Problem von allen Seiten betrachten. Beleuchten heißt in diesem Zusammenhang, er setzt sich selbst mit dem Problem in Bezug und fängt an, Bilder zu schaffen, sprich er fantasiert:
„Du könntest da hinten ein paar Steine nehmen und diese in den Fluss werden!“ Sofort tauchen im Kopf die entsprechenden visuellen Informationen auf(siehe Trancen). Der Mensch sieht sich auf wackligen, nassen Steinen über den Fluss balancieren. Der Verstand erinnert sich bildhaft mit einer neuen visuellen Illusion an die schmerzhafte Kälte eines Baches, in den der Mensch als Kind gefallen war. Nein, diese Idee ist nicht gut: „Plopp“, die Illusion verschwindet vor dem geistigen Auge. Eine Neue muss her:
„Oder aber, du könntest da hinten das Holz nehmen und ein Floß bauen!“ Wieder entstehen unzählige Bilder, alles Illusionen.
Was macht der Verstand also in diesem Moment? Er stellt alle möglichen Szenarien vor, es tauchen viele Bilder auf, die aber alles, nur Illusionen sind. Bilder, die der Mensch in diesem Moment zwar erlebt, die jedoch nicht real sind. Bilder, die Erinnerungen an Vergangenes sind. Bilder von einer möglichen Zukunft und Bilder, die Geschichten erzählen.
Nur das ist alles nicht real. Das sind nur Phantasien und Illusionen. Die eigentliche Realität, also diese beeindruckenden Sinneswahrnehmungen, mit der der Mensch noch vor dem Entdecken des Baumes beschäftigt war, rückt in den Hintergrund und wird durch neue Bilder seines Verstandes quasi überlagert. Damit wird der Realität die Intensität genommen.
Der Verstand arbeitet dabei noch auf Hochtouren und wechselt zwischen Vergangenheit(Erfahrungen) und Zukunftsillusionen: „Ich könnte dies und das machen, aber das habe ich doch schon damals so gemacht.“ Keine Frage es ist eine grandiose Leistung des Verstands.
Nur an einem Punkt ist dieser Mensch zu diesem Zeitpunkt NICHT!
Nämlich in der Gegenwart, beim aktuellen Geschehen. Er steht wie paralysiert am Ufer, während in ihm das Kopfkino abläuft. Wie weggetreten, in tiefer Trance, folgt er den Illusionen des Verstands. Der Mensch ist in einem Prozess des Bewertens in Bezug zu den Probleme eingetreten: Das ist eine (scheinbar) besser Lösung. Das ist eine (scheinbar) schlechtere Lösung. Der Apfel, das Erreichen wollen des Apfels hat den Verstand zu einem Bewusstsein über Gut und Böse (Besser oder schlechter) geführt. Die Menschen wurden damit aus dem Paradies der reinen Wahrnehmung vertrieben.
Verstand & Macht
Wenn der Mensch nun den Apfel endlich gepflückt hat, könnte er theoretisch den Verstand wieder in den Werkzeugkasten legen und sich weiter in tiefem Frieden und sanfter Zufriedenheit des faszinierendsten Fähigkeit widmen, die er beherrscht: der Wahrnehmung.
Denn eigentlich ist die Wahrnehmung das höchste Gut, dass uns Menschen gegeben ist. Nur so können wir in Kontakt mit unserer Umwelt treten und uns dabei auch noch dessen bewusst sein, was wir wahrnehmen. Und wenn Sie je einen Sonnenuntergang am Meer miterlebt haben, können Sie sich vorstellen, wie unglaublich einfach Wahrnehmen sein kann und was wir in unserem Alltag alles verpassen. Aber es bedarf in den meisten Fällen keiner anderen Ablenkungen, damit der Verstand mal für ein paar Minuten freiwillig zurücktritt und Sie nicht damit belästigt, was Sie morgen einkaufen müssen.
Paradieses-Vertreibung
Der Verstand wollte nicht mehr zurück in den Werkzeugkasten. Er wollte an der Macht bleiben. Und da hatte er einen genialen Plan.
Er fing an den Menschen mithilfe dieser Vergangenheits- und Zukunftsillusionen beständig vorzugaukeln, dass er zahlreiche Probleme gebe, die unbedingt JETZT gedanklich zu lösen seien! Indem er beständig neue Probleme „erfand“, schaffte er es, an der Macht zu bleiben. Die Probleme wurden in eine mögliche Zukunft gelegt, denn da diese noch nicht überprüfbar ist, kann man diese Zukunftsvision nicht von Problemen entkräften. Es könnte tatsächlich sein, dass man seinen Job verliert, seine Familie nicht mehr ernähren kann, dass man ernsthaft krank wird, dass das Finanzsystem zusammen bricht, dass man sein ganzes Geld verlieren kann. Perfekt! Wie soll man angesichts all dieser ungeheuren Probleme noch das JETZT genießen?
Hören Sie Ihrem Verstand, Ihrem Inneren Monolog einmal aus dieser Position heraus zu. Prüfen Sie, was er Ihnen anbietet. Welche Sorgen und Probleme? Wenn er das nicht tut, ist er mit irgendwelchen vergangenen Sachen beschäftigt, die einem peinlich oder nicht gut gelaufen sind oder die man hätte besser machen können. Wäre ich doch gestern in Gold eingestiegen, hätte ich doch besser gekauft, warum bin ich nicht da und dort eingestiegen. Oder er sorgt sich um zukünftige Ereignisse, was eintritt, wenn dieses und jenes geschieht.
Denn dafür ist der Verstand da: Probleme zu lösen
Wie verrückt ist das? Der Problemlöser selbst, also der Verstand, gaukelt dem Menschen ständig reale oder imaginäre Probleme vor, damit er selbst dauerhaft an der Macht bleiben kann. Was für ein Teufelskreis und was für ein genialer Trick!
Der Hausmeister, der dafür sorgen soll, dass in einem Haus alles zur Zufriedenheit der Mieter funktioniert, geht zu den Mietern und erzeugt imaginäre Probleme, indem er ständig auf neue Gefahren hinweist, nur um beschäftigt zu sein und zu verhindern, dass die Mieter sich mal entspannen. Gleichzeitig wird er damit zu der bestimmenden Person in diesem Mietshaus, er behält also die Macht. Was würden Sie mit diesem Hausmeister tun, wenn er wieder an die Türe klopft? Ihn in seine Schranken weisen, keine Frage. Machen Sie das auch mit Ihrem Verstand.
Seit der Zeit dieser Machtübernahme zwingt uns der Verstand dazu, diesen inneren Monolog zu führen. Darin geht es nur um künftige und vergangene Probleme. „Morgen muss ich noch das und das tun.“ „Was ziehe ich nur an, ist das Hemd eigentlich gebügelt?“ „Was hat sie gestern gesagt, was meinte sie damit. Ist das nun gut oder schlecht?“ etc.
Eigentlich geht es darum, den Verstand wieder zu dem zu machen, was er ursprünglich war. Man sollte ihn nur nutzen, wenn man ihn wirklich braucht. Leider ist unsere gesamte moderne Gesellschaft auf „Problemerschaffung“ und „Problemlösung“ aufgebaut. Sie ist Produkt unseres übereifrigen Verstandes. Eine Existenz ohne diesen inneren Monolog ist in unserer Gesellschaft kaum denkbar, es gäbe erhebliche Probleme.
Leider gibt es da noch ein kleines, nicht ganz einfaches Problem, dem wir uns noch widmen müssen: Wie schaltet man den Verstand aus?
Stufe 1
Konzentrieren Sie sich auf Ihren inneren Monolog. Hören Sie ihm zu. Beobachten Sie, wie ein Gedanke nach dem anderen entsteht. Fragen Sie sich dann, wo diese Gedanken Ihren Ursprung haben. An welcher Stelle oder in welchem Bereich Ihres Kopfs tauchen diese Gedanken auf?
Die Vorstufe eines jeden Wortes und damit eines jeden Gedankens ist ein Gefühl. Aus mehreren Gefühlen entsteht ein Satz. Diese Gefühle schwimmen tatsächlich in einer Art Ursuppe von Gefühlen.
Es reicht zunächst festzustellen, wo Sie meinen, dass in Ihrem Kopf der Gedanke entsteht – an welche Stelle. Also zum Beispiel eher oben im Kopf an der linken Kopfseite. Wenn Sie diesen Punkt oder diesen Bereich entdeckt haben, beobachten Sie den Gedanken wie er vorbeizieht und fragen Sie sich wohin er verschwindet. Zum Beispiel an der rechten Seite des Kopfs. Alle anderen Regionen sind auch denkbar.
Sobald Sie diese beiden Stellen gefunden haben, beobachten Sie nun Ihre Gedanken, wie sie an diesem einen Punkt auftauchen und wohin sie daraufhin ziehen. Lassen Sie also die Gedanken in Ihrem Kopf wie eine Art Film vorbeiziehen. Versuchen Sie dabei, so wenig Interesse wie möglich an dem eigentlichen Inhalt des Gedanken zu haben. Bleiben Sie völlig teilnahmslos und gelassen – die Gedanken ziehen vorbei wie Wolken, deren Form Sie nicht interessiert. Werden Sie innerlich dabei ruhig und achten Sie auf Ihre Atmung.
Stufe 2
Versuchen, Sie, nachdem Sie ein wenig Übung darin erlangt haben, Ihre Gedanken zu beobachten, die Geschwindigkeit der Gedanken zu verändern. Lassen Sie die Gedanken langsamer und wieder schneller werden. Wenn Sie es schaffen, den Fluss der Gedanken zu verändern, habe Sie bereits einen großen Schritt in Richtung „Kontrolle“ der Gedanken erreicht. Wenn Sie die Geschwindigkeit verändern können, ist allein das schon ein erster Hinweis darauf, dass Sie auch die Gedanken ganz anhalten können.
Sie steuern den Fluss Ihrer Gedanken.
Falls Sie die Geschwindigkeit nicht beeinflussen können, versuchen sie stattdessen, zunächst den Inhalt der Gedanken zu beeinflussen, während Sie diese beobachten. Das kann eigentlich jeder. Denken Sie einen Satz und bringen Sie ihn zu einem anderen Ende als ursprünglich „geplant“.
Anschließend können Sie lernen, einen Gedanken einfach zu unterbrechen. Denken Sie ihn nicht zu Ende. Das wird am Anfang nur gelingen, wenn Sie sich zwingen, einen anderen Gedanken zu denken. Trotzdem bleibt eine Neugier, wie denn der alte Gedanke oder der Inhalt weitergegangen wäre. Geben Sie dieser Neugier nicht nach.
Damit gleicht das Nichtdenken einer Form der inneren Entspannung, denn Neugier ist Anspannung. Auch Interesse ist Anspannung. Entspannung ist das Loslassen, auch das Loslassen des Interesses am Inhalt des Gedanken. Es entsteht: Gleichgültigkeit.
Abstruser Gedanke
Spätestens in diesem Schritt zwei fällt auf, dass einige Gedanken tatsächlich mehr oder weniger einfach so entstehen. Man hat zuweilen das Gefühl, dass man gedacht wird, also dass es gar nicht eigene Gedanken sind. Dieses Gefühl ist nicht wirklich falsch. Aus der Ursuppe der bestimmten Emotionen tauchen tatsächlich zum Teil wahllos Gedanken auf. Diese sind zuweilen extrem unsinnig.
Sie sitzen friedlich an einem Sommernachmittag in einem Restaurant. Sie sehen eine kleine Luftverwirbelung von Blättern. Da taucht plötzlich aus dem emotionalen Ursuppe der Gedanke auf, wie es wäre, wenn nun plötzlich ein riesiger Tornado entstünde. Dieser Gedanke ist natürlich so absurd, dass Sie ihn sofort wieder vergessen. Wenige Minuten später würden Sie sich an diesen Gedanken selbst nicht mehr erinnern. Wenn Sie aber schon einmal Opfer eines Tornados wurden, werden sich weitere Emotionen an diesen Gedanken heften. Es könnte dann sein, dass sie Minuten oder sogar Stunden mit den Auswirkungen beschäftigt sind, die dieser fast zufällige Gedanke in Ihnen ausgelöst hat.
Aufgrund der ungeheueren Vielzahl dieser zum Teil absurden Gedanken, die jede Stunde in Ihnen auftauchen, finden sich aber immer wieder Themen, auf die auch Sie emotional anspringen. Und schon ist Ihr Verstand wieder eine lange Weile mit irgendeinem Problem beschäftigt, das irgendwo in der Vergangenheit oder in der Zukunft liegt.
Dieses unaufhörliche Testen, auf welche Gedanken Sie anspringen, ist notwendiges Mittel des Verstands, immer neue Probleme in Ihnen entstehen zu lassen. Denn nur so kann es funktionieren, dass der Verstand an der Macht bleibt. Jedes Mal, sobald Sie also zur Ruhe kommen, nachdem Sie ein Problem durchgekaut haben, taucht eine Vielzahl unkontrollierter Gedanken auf und zwar so lange, bis wieder ein neues Problem Ihr Denken beherrscht.
Das Gleiche geschieht auch, wenn Sie anfangen, sich mit Ihrem inneren Monolog zu beschäftigen. Es wird eine Reihe von Gedanken auftreten. Viele werden kaum Ihr Interesse erregen, aber je mehr Sie sich an das „Nichtdenken“ annähern, desto häufiger werden Gedanken zu Themen auftauchen, die in Ihnen starke Emotionen auslösen. Und schon sind Sie in die Falle getappt und haben wieder mehrere Minuten ein Problem und dabei völlig Ihre eigentliche Aufgabe, die Kontrolle der Gedanken, aus dem Sinn verloren. Das ist normal.
Um den inneren Monolog anzuhalten, muss man auch dieses Prinzip enttarnen. Nur, wenn man sich bewusst wird, dass der Verstand alles tut, um an der Macht zu bleiben, wird man immer weniger bereit sein, auf die Einladung emotional belasteter Themen einzugehen. Es hilft in diesen Fällen, sich zu sagen, dass man dieses Thema gerne später durchdenken wird, jetzt aber etwas anderes vorhat: nicht zu denken.
Allein, wenn Sie sich dieser Strategie des Verstands bewusst werden, haben Sie schon einen wichtigen Schritt getan, um aus der Fremdsteuerung herauszutreten. Das ist auch im Tradingalltag wichtig, denn da funktionieren diese Prozesse ähnlich. Sie sind einen Trade eingegangen, irgendetwas Unwichtiges geschieht und Ihre Gedanken rasen los, um daraus ein Problem zu stricken, das mit diesem Trade zusammen hängt. Um diesem Chaos zu entfliehen, geben manche Trader, nachdem sie in den Markt gegangen sind, einen Stopp und gleichzeitig ein Verkaufslimit ein und verlassen ihren Arbeitsplatz. So wollen sie verhindern, dass ihre Gedanken sie dazu bringen, den Stopp heraus zu nehmen oder zu früh zu verkaufen. Aber das hilft nur marginal, denn vor dem Trade und nach dem Trade geht der Gedankenwahnsinn weiter.
Stufe 3
Es wird eine Weile dauern, bis zu zunehmend mehr begreifen, wie Sie auf Ihren inneren Monolog Kontrolle ausüben können. Dann gehen Sie einen Schritt weiter.
Mit der Zeit wird es Ihnen, wie in Stufe eins und zwei beschrieben, gelingen, ohne emotionale Beteiligung zu beobachten, wie ein Gedanke an einer Stelle im Kopf auftaucht, vorbeizieht, dabei wahrgenommen wird und dann wieder an einer anderen Stelle des Kopfs verschwindet. Erst nachdem der erste Gedanke verschwunden ist, taucht ein neuer Gedanke auf. Es ist unmöglich, zwei Gedanken „gleichzeitig“ zu denken.
Versuchen Sie dabei, unbedingt in völliger und stiller Gleichgültigkeit zu bleiben. Wenn Ihnen das nicht sofort gelingt, sollten Sie auf Ihre Atmung achten. Damit wird ein kleiner Teil der Aufmerksamkeit abgelenkt und es fällt leichter, diesen gleichgültigen Zustand zu erreichen.
Sobald Sie diese innere Ruhe spüren und ganz entspannt sind, richten Sie nun Ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Zeit zwischen zwei Gedanken. Zwischen jedem alten und neuen Gedanken existiert eine kleine Lücke. Sie verfolgen, wie der Gedanke an dem einem Ende des Gehirns verschwindet, und bevor der neue Gedanke an anderer Stelle wieder auftaucht, herrscht kurze Zeit Ruhe. Es ist eine Ruhe der Gedankenleere, der geistigen Stille.
Natürlich werden, sobald Sie eine Lücke entdeckt haben, die Gedanken lossprudeln und meistens ist erst einmal alle Aufmerksamkeit dahin. Doch das ist normal. Lassen Sie es zu und sobald es geht, konzentrieren Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Fluss der Gedanken, auf Ihren Atem und schließlich wieder auf die Lücke
Wenn Sie gelernt haben, den Gedankenstrom zu verlangsamen, sollten Sie nun auch in der Lage sein, diese Lücke größer werden zu lassen. Es gehört natürlich ein wenig Übung dazu, aber es ist nur logisch, dass auch das funktionieren muss.
Sobald Ihnen gelingt, die Lücke zu vergrößern, haben Sie es eigentlich schon geschafft. Sie erleben die ersten Momente kontrollierbar absoluter Stille. Meistens zunächst natürlich nur sehr kurz. Aber je gelassener Sie mit Ihren Gedanken umgehen, desto schneller können Sie die Lücke immer weiter vergrößern.
Manchen Menschen hilft es, wenn sie in die Lücke hineintauchen oder sich vorstellen, selbst diese Lücke ganz auszufüllen. Andere stellen sich vor, wie sich die Lücke wohltuend ausbreitet und bald das gesamte körperliche Empfinden umschließt. Visuell veranlagte Menschen halten es vielleicht für leichter, die neuen Gedanken schwarz zu übertünchen oder sich intensives Schwarz vorzustellen. Andere, auditiv veranlagte Menschen, überlagern die Gedanken mit einer Art lauten Stille, die so laut ist, dass kein Gedankenwort mehr eine Chance hat, dagegen anzugehen.
Es ist unerheblich und höchst individuell, wie Sie es machen und wie Sie es empfinden.
Natürlich werden immer wieder neue Gedanken auftauchen, das ist völlig normal. Sobald Sie diese bemerken, brechen Sie sie, wie in Stufe zwei gelernt haben, sofort ab und konzentrieren sich wieder auf die Lücke. Bis man längere Phasen nahezu gedankenleer verbringen kann, braucht es ein bisschen Übung.
Neu Gehen lernen
Man kann es nicht erzwingen, nicht zu denken. Es ist einfach ein innerliches Tun, eine Art Impuls. Wenn Sie ihren Arm anschauen, dann können Sie diesen anschreien, Sie können den ganzen Körper anspannen, er wird sich nur bewegen, wenn Sie es „einfach tun“. Es ist ein Impuls in Ihnen, der den Arm bewegt. Kein anderes Mittel führt zum Erfolg. Es ist auch ein vergleichbarer Impuls, nicht zu denken. Eigentlich ist es ganz einfach, aber man muss er lernen.
Das gleiche Problem haben zum Beispiel Menschen, die nach einem Unfall wieder neu lernen müssen zu gehen. Es gehört extrem viel Mühe dazu, wieder einen Zugang zu der für uns ganz normale Bewegung zu finden. Ähnlich ist es mit dem Nichtdenken. Wenn Sie es einmal können, ist es so leicht, wie einen Arm zu bewegen. Aber der Weg dorthin ist mit viel Mühe verbunden.
Beispiel: Sie wollen ein neues Instrument spielen lernen, sagen wir, ein Saxophon. Am Anfang wissen Sie überhaupt nicht, wie das funktionieren soll. Es kommen immer nur hin und wieder mal einzelne fipsige Töne aus dem Instrument. Aber je mehr Sie üben, desto öfter werden die richtigen Töne entstehen. Bald schon können Sie einen Ton halten und wenn Sie ein wenig mehr üben, kleine Stücke spielen.
Der Gegner
Leider haben Sie auch noch einen Gegner, der alles tut, um Sie davon abzuhalten, nicht zu denken: den Verstand selbst. Er wird, wie schon beschrieben, alles zu tun, damit Sie Ihr Bewusstsein wieder auf die Wörter, auf den Inhalt, richten. Aber nicht nur das, der Verstand wird sich auch noch auf eine andere Art und Weise wehren. Wahrscheinlich wird er Ihnen jetzt sagen, dass doch das alles viel zu aufwendig sei. Börse muss doch einfacher sein. Diese Lösung sei zu kompliziert.
Ihr Verstand wird Ihnen also versuchen einzureden, dass es eine Abkürzung zum Tradingerfolg gebe, einen leichteren Weg. Das ist natürlich Unsinn. Gäbe es ihn, hätten ihn schon etliche gefunden.
Aber spätestens, sobald Sie über die allerersten Anfänge im Training des Nichtdenkens hinaus sind, sobald Sie Ihre Gedanken als neutral beobachten können, wird sich der Verstand selbst entlarven. Denn diesen Gedanken, den er Ihnen da einpflanzen will, werden Sie ja – dank Ihrer Beobachtungen – als einen solch subversiven Versuch enttarnen.
Sie haben also in relativ kurzer Zeit ein exzellentes Werkzeug an der Hand, das Sie fast automatisch bei der Stange hält.
Gelassenheit & Beharrlichkeit
Keine Frage, zwischenzeitlich wird Ihr Verstand auch mal wieder die Oberhand gewinnen. Sie werden seinem Geplapper erliegen und seinen Sprüchen Glauben schenken. Doch schon beim nächsten Mal, wenn Sie Ihr Training wieder aufnehmen, werden Sie erneut auf die Gewinnerseite gelangen. Denn Ihr Verstand wird so unvorsichtig sein und die scheinbar erfolgreiche Einflussnahme fortsetzen. Und dann haben Sie ihn!
Lassen Sie sich also nicht entmutigen. Das Verfolgen Ihrer Gedanken ist ein vergleichsweise einfacher Schritt. Und wenn Sie solche Erfolge errungen haben, denken Sie an die positive Verstärkung: Belohnen Sie sich. Legen Sie zwischendurch durchaus eine angemessene Pause ein. Mentales Training ist anstrengend. Übertreiben Sie nicht, Sie werden nichts erzwingen können. Bedenken Sie, dass auch die Ausbildung der ostasiatischen Kämpfer nicht in wenigen Wochen beendet ist.
Und lassen Sie Ihren Verstand zwischendurch ruhig mal wieder zu Wort kommen. Sie können sich ja immer mal wieder heimlich in seine Gedankengänge einschalten. Sie werden sich köstlich amüsieren, was der arme Kerl für einen Blödsinn von sich gibt. Sie brauchen es ihm ja nicht zu sagen…
Mit den genannten Mitteln haben Sie ab sofort die Möglichkeit, diese Gedanken, einfach weil es Sie nicht mehr interessiert, nicht mehr weiter zu denken. Natürlich geht es, zumindest am Anfang, auch nicht darum, die Gedankenleere über Stunden aufrecht zu erhalten. Es sind mehrere Faktoren, die nun ineinandergreifen. Je mehr Sie die Sinnlosigkeit des inneren Monologs enttarnen, desto mehr bewusste Aufmerksamkeit steht dem Trading zur Verfügung. Auch die Gelassenheit, die entsteht, wenn man den Gedanken nicht mehr die Bedeutung zumisst, hilft enorm beim Trading. Die Gedanken, die uns ansonsten zu gehetzten Tradern machen, werden nur noch schmunzelnd beobachtet und als wertloses Geplapper betrachtet.
Man fängt an, sich selbst (also die eigenen Gedanken) nicht mehr so wichtig zu nehmen. Selbst wenn Sie also nie zum Nichtdenken gelangen sollten, werden die hier vorgestellten neuen Sichtweisen einen erheblichen positiven Einfluss auf den Tradingalltag nehmen können. Und als letzte Folge entsteht, wenn Sie mehr und mehr Ihrem inneren Monolog das Recht versagen, von Ihnen Besitz zu ergreifen, mehr Raum für etwas anderes: Intuition.
Beobachter entdecken
Sie sitzen vor Ihren Monitoren, schauen sich Charts an. Sie stellen fest, dass Sie keine Lust mehr haben, der üblichen Gedankenwurst zu erliegen. Sie entspannen sich, beruhigen Ihr Denken, schalten es vielleicht ganz ab. Sobald neue Gedanken aufkommen, strafen Sie diese mit demonstrativem Desinteresse. Falls Sie merken, dass Sie sich wieder emotional an einem Gedanken geheftet haben, versuchen Sie, dieses nervige Verhalten zu stoppen. Wenn es nicht gelingt, verfolgen Sie ein wenig die Gedankenwurst, bis Sie das Interesse verlieren.
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit (möglichst gedankenleer) auf das, was Ihnen widerfährt. Sie sind ein Jäger, vor Ihnen irgendwo lauert die Beute. Schärfen Sie Ihre Sinne, lassen Sie Ihre Aufmerksamkeit wachsen. Irgendwo in Ihnen kann ein Gefühl entstehen, eine Vision. Auch das ist leider wieder höchst individuell.
Meistens ist es in der Reinform eine Art gedankenlose Gewissheit: Dies und jenes geschieht. Doch gerade am Anfang kommt es zu anderen Gefühlen. Einige berichten davon, dass sie traurig wurden, als sie einen Chart sahen und somit wussten, dass es nun zu Kursverlusten kommen werde. Andere beschreiben Gefühle der Angst oder der Leere, die ebenfalls auf fallende Kurse hinweisen. Oder Sie spüren geradezu die Stärke, die ein Chart ausstrahlt. Wie die Intuition sich Ihnen persönlich anschließt, kann ich Ihnen nicht sagen. Was eigentlich Intuition ausmacht, wie sie bei jedem aussieht, ist verständlicherweise kaum zu beschreiben. Vielleicht auch nur, weil es zu wenig erforscht wurde.
Intuition ist ein fließender Prozess. Es gibt nicht einen Punkt, an dem Sie sicher sind, es jetzt endlich und für immer erlernt zu haben. Zumal, wie gesagt, Ihre Intuition auch Futter braucht. Erfahrung ist wichtig, Misserfolge sind es auch.
Aber Sie werden, wenn Sie Ihre Gedanken nach und nach in den Hintergrund, immer öfter Gewissheit haben, Charts fühlen zu können. Sie sehen einen Chart und auf einmal geschieht etwas in Ihnen. Sie wissen, wie es sich weiterentwickeln wird. An Anfang wird es seltener sein und Sie werden Zweifel an dieser Intuition haben, dann, mit der Zeit, geschieht das immer häufiger.
Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses intuitive Wissen eigentlich immer und in jedem vorhanden ist. Es wird nur von dem unglaublichen Lärm der Gedankenfülle überlagert. Man gibt diesem Wissen zu wenig Raum.
Es kann sogar längere Phasen geben, in denen die Intuition oder das Nichtdenken nicht funktioniert. Vielleicht, weil Sie emotionalen Stress haben (berufliche oder privater Natur). Es gibt aber auch Börsenphasen, in denen es schwer ist. Das Schöne an dieser Methode ist in diesem Fall, dass die Intuition einfach schweigt. Sie wissen also, dass Sie zurzeit nicht wissen, was geschehen wird. Also reduziert man die Positionsgröße und schränkt das Traden ein bisschen ein. So kann man sich vor erheblichen Fehltrades schützen.
Wenn es Ihnen aber gelingen sollte, ohne den inneren Monolog zu traden, werden Sie immer häufiger Momente, der absoluten Perfektion erleben. Sie werden sicher wissen, was der Markt machen wird. Sie werden es in jeder Pore Ihres Körpers fühlen. Es wird ein ruhiges Wissen sein, ein emotionsloses – der fast spirituelle Augenblick, in dem ein Jäger die lang gejagte Beute endlich tötet. Jede Sekunde dieser Erfahrung ist mehr wert als alles Geld, das Sie mit diesem Trade verdienen.
Trading Flow
Diese Stimmung entspricht einer Art fließender Hingabe, Ihr Geist ist wach, klar und aufnahmefähig. Ihre Wahrnehmung vollkommen durchlässig, offen für alles, was geschieht, frei von Überzeugungen, Einschätzungen und Emotionen. Sie werden sich jeder vorgefertigten Meinung verwehren. Sie sind reine Beobachtung und nehmen einfach nur wahr, was geschieht. Ihre Aufmerksamkeit ist auf die Bewegung der Kurse gerichtet.
Dieser Zustand ist mit dem Flow zu vergleichen, den Sportler erleben. Es ist das völlige Aufgehen in einer Tätigkeit. Die Aufmerksamkeit (der Wille im Sport) ist zentriert, ohne es erzwingen zu wollen. Alles fließt in einem gleichmäßigen Strom konzentrierter Aufmerksamkeit.
Nun kann man sich vorstellen, dass, wenn unter auf der Strasse ein Presslufthammer arbeitet, es schwer ist, einen solchen Zustand längere Zeit aufrechtzuerhalten.
Es verwundert also nicht, dass in amerikanischen Trading-Floors ruhige, fast meditative Musik gespielt wird, um diesen Zustand zu erleichtern. Ich neige selbst dazu, ruhige Musik zu hören, wenn ich intensiv trade. So stellt sich wesentlich schneller ein fließender Zustand ein. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl intensiver Wahrnehmung – eine zeitlose Leere und stille Begeisterung.
Es ist die hohe Kunst des Day-Tradens.
Was bleibt übrig?
Die hier genannte Methode stützt sich auf die Erkenntnis, die mittlerweile auch in der Psychologie mehr und mehr vertreten wird. Die Intuition ist dem Verstand in vielen Dingen überlegen, selbst bei Kaufentscheidungen.
Leider verwechseln viele Menschen Intuition mit Bauchgefühl und so entstehe eine Reihe von Missverständnisse. Intuition stützt sich tatsächlich auf eine Vielzahl unbewusster Erfahrungen. Es ist also unbedingt wichtig, der Intuition das richtige Futter zu geben, um auf Erfahrungen aufzubauen.
Mir ist natürlich bewusst, dass das, was ich in diesem Buch beschrieben habe, so gar nicht in den Mainstream der gängigen Vorstellungen vom Trading, Chart und Börse passt. Das soll es auch nicht. Wenn Sie an den Börsen erfolgreich werden wollen, müssen Sie neue, andere Wege gehen. Wenn man nur die Sichtweise ändert, kann das schon zu erfolgreichen Prozessen führen. Schließlich ist auch dieser Weg nur eine von vielen Möglichkeiten, an den Börsen Gewinn zu erzielen. Eins ist dabei sicher, das Althergebrachte kann nicht und wird nie im Day-Trading Bereich funktionieren.
Ebenso unmöglich ist es, einen einfachen und schnellen Weg zur Freisetzung der Intuition in einer Art zu beschreiben, dass man nur Sätze liest und schon angekommen ist. Den eigentlichen Weg müssen Sie selbst gehen. Day-Traden ist ein lebenslanger Prozess. Die Perfektionierung des eigenen Handelns kann aber zu einer spannenden Lebensaufgabe werden, einem Hobby, das Sie zu Ihrem Beruf oder sogar zu Ihrer Berufung machen.
PSYCHOLOGIE
Inhaltsverzeichnis:
Verhaltenspsychologie 1-20 Diverses 20-25 Börsenthesen 26-31 Phantasie ist wichtiger als Wissen 32-36 Spiel der Spiele 37-40 Bärenmarkt 41-44 Market Wizards- 44-53 Erfolg mit Optionsscheinen 54-61 Master Trader Konzept 62-65 Missions Definition 66-70 Kunst der Day Tradens 71-131 Trading Guide 133-135 Larry William / Larry Livingston 135-136 Mission 137-142 / Strategisches Investieren 143 / Candlesticks 144-145 Diverse 146-147 Devisenhandel 159-162 Technische Analyse 163 - 165
Trading Guide
Der Erfolg beim Trading beruht auf der Entwicklung einer soliden Handelsstrategie und der Fähigkeit, sich an diese zu halten. Der Spekulant muss immer darauf achten, sich selbst im Griff zu haben. Warum handle ich mit Wertpapieren? Das Trading unterscheidet sich deutlichen vom Glücksspiel und erfüllt eine äußerst wichtige Funktion in unserer Volkswirtschaft. Trotzdem sind die Mitspieler oft dieselben. Wenn Sie nicht bereit sind, Zeit und Arbeit für das Trading aufzuwenden, dann werden Sie beim Würfeln besser dran sein, denn beim Würfeln sind die Chancen gut berechenbar. Deshalb lautet mein Vorschlag, dass Sie Bücher über das Glücksspiel und die Instinkte der Glückspieler lesen und ganz sicher gehen, dass Sie nicht einfach nur darauf aus sind den „schnellen Dollar“ zu machen.
Manche Psychologen behaupten, dass Spielsüchtige verlieren wollen, um sich selbst zu bestrafen.
Nur, wenn Sie Ihre Stärken und Schwächen kennen, können Sie Ihre Stärken ausbauen und an Ihren Schwächen arbeiten. Kenne dich selbst und wisse, warum du tradest.
Ein Spekulant, der reich stirbt, stirbt zu früh
Timing: Wenn ich aber genau sagen musste, wann und bei welchem Kurs der Markt sich wieder dreht, dann sicherlich genau dann, wenn ich meine Position (mit Verlust) schließe, nicht eine Minute früher. Lernen Sie dieses Prinzip gut kennen, denn es wird Ihnen viel Geld sparen. Oft haben mich schon Investoren angerufen in der Hoffnung, ich würde sie in der Annahme unterstützen, dass sich der Markt, in dem sie investiert waren, bald wieder erholen würde. Meine Antwort ist immer dieselbe: „Lassen Sie mich wissen, wann sie aussteigen, dann werde ich kaufen.“
Manche Leute könnten nicht einmal Geld verdienen, wenn man ihnen eine Ausgabe des Wall Street Journal der nächsten Woche in die Hand drücken würde. Erkenne dich selbst.
Mit Geld kaufen wir uns Freiheit, nicht mehr und nicht weniger: Wenn Sie ein bestimmtes Niveau des Reichtums erreicht haben, dann steigert das Ansammeln von weiteren Dingen weder Ihre Zufriedenheit noch Ihre Freiheit. Wenn Sie zu viele Dinge sammeln, dann verlieren Sie dadurch sogar Freiheit. Das Trading kann viel Freude bereiten, aber wie jede Droge kann auch dies zur Sucht werden.
Sie werden nur Geld verdienen, wenn Sie unzählige Charts studieren du darauf Ihre Einstiegpunkte, Ihre Ausstiegspunkte, und Ihren StoppLoss einzeichnen. Dadurch verinnerlichen Sie diese Ansätze und eignen sie sich an. Eines der schwierigsten Dinge beim Trading ist das Schließen einer Position gegen Ende eines Ausbruchs oder während eine Kaufspitze. Sagen Sie einfach, dass Sie ein netter Mensch sind:
Jeder will die Aktien haben und Sie geben Ihre her.
Führen Sie ein genaues Trading-Tagebuch. Schreiben Sie alles auf, was Sie jeden Tag sehen und herausfinden und lesen Sie Ihre Aufzeichnungen häufig. Erstellen Sie zwei Chart: Einer der zeigt, was sie hätten tun sollen, der andere zeigt, was Sie wirklich getan haben.
INVESTMENT/TRADING LOGBUCH à LA CAPTAIN KIRK
Ich kann mir ein Diktiergerät für das Trading besorgen, da dies während des Tradingprozesses effektiver ist, seine Gedanken und Emotionen festzuhalten. Am Ende des Tradingtages kann das aufgenommene „Protokoll“ aufgeschrieben werden, da der Inhalt auf Tonband gespeichert wurde. Der Einsatz eines Diktiergerätes verlangt nicht so viel Disziplin wie es ein schriftliches Protokoll benötigt. Außerdem sind die Gedanken und Fakten schneller ausgesprochen als aufgeschrieben. Genau wie es Captain Kirk auf der Enterprise macht.
Der Fehler liegt nicht darin, falsch zu liegen, sondern darin auf der falschen Position zu bestehen. Deshalb ist es so wichtig, dass der Stopp und auch eine Umkehrorder sofort platziert werden.
Ein funktionierendes System gibt dem Trader nichts außer einem geringen technischen Vorteil. Der bringt nur Gewinn, wenn man ihn oft genug ausspielt.
Alle Systeme sollten über eine Einstiegstechnik für Long- und Shortpositionen verfügen und damit die einzigen beiden Richtungen abdecken, in die der Kurs gehen kann.
TrailingStopps geben dem Kurs etwa Spielraum, bevor der Gewinn realisiert wird. Diese Stopps beschränken die großen Gewinne nicht von vornherein, wie es die Kursziele tun.
Wenn Sie erkennen, dass etwas getan werden muss, dann tun Sie es! Warten Sie nicht! Denken Sie nicht mehr darüber nach!
Bändigen Sie Ihr Ego und lernen Sie kleine Verluste lieben
Ein Trader kann über die besten technischen Hilfsmittel verfügen und trotzdem wegen seiner psychologischen Verfassung in diesem Geschäft erfolglos bleiben.
Larry Williams
Warum verwenden Sie keine Stopps? Aus Geiz, kurz und bündig. Sie wollen Geld machen, aber nicht in den „Pott“ einzahlen. Das funktioniert auch beim Poker nicht. Um zu spielen muss mindestens der Big Blind gezahlt werden. Die Betonung liegt auf dem Wort „BLIND“, der Einsatz muss gezahlt werden, bevor man den Flop, Turn oder River sieht. Somit kennt man auch hier nicht den Ausgang der Partie.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dass Geldmachen in diesem Geschäft leicht ist? Ist es in Ihrem Geschäft leicht? Wenn ja, dann bleiben Sie dabei. Vermeiden Sie das Trading.
Geld wird in jeder Unternehmung damit gemacht, dass man eine Sache von Wert gegen eine andere eintauscht. In diesem Geschäft besteht der Tausch eines erfolgreichen Traders darin, dass er sein Risikokapital und seinen Verstand einsetzt. Er oder sie zahlt für seine Einkünfte mit stundenlangen Studien.
Um Geld zu machen, braucht man immer ein wenig Zeit, Geldverdienen bedeutet Zeit, Zeit bedeutet Geld. Finden Sie einen zuverlässigen Ansatz und halten Sie sich daran.
Während ich fest daran glaube, mit Trading Geld zu machen, glaube ich auch fest daran, dass jeder Trade mein Konto auslöschen kann. Ein Spekulant muss es sich zur Aufgabe machen, Geld an der Börse zu verdienen und sich nicht darauf zu versteifen, dass der Ticker mit ihm übereinstimmen muss.
Bei meinem Spekulationssystem ging es also darum, rein rechnerisch nachzuweisen, dass es klug war nur dann ein hohes Engagement einzugehen, wenn man auch gewann und nur einen kleinen Einsatz zur Peilung der Lage zu riskieren.
Er führte Trades durch und kaufte zum Beispiel hundert Aktien eines umsatzstarken Titels. Sobald sie um ein Prozent gestiegen waren, kaufte er weitere hundert und so weiter. Er meinte immer, er würde nicht spekulieren, damit andere daran verdienen und gab daher auch stets eine Stopp-Loss-Order über einen Stopp, einen Punkt unter dem Kurs seines letztens Kaufes herein. Stieg der Kurs weiter, zog er einfach den Stopp nach. So wurde er bereits ausgestoppt, wenn sich der Markt nur um ein Prozent in die andere Richtung bewegte. Er erklärte, er könne keinen Sinn erkennen, mehr Geld als in Höhe eines Punktes zu verlieren – gleichgültig, ob dieses aus seiner ursprünglichen Margin oder aus seinem unrealisierten Gewinn stammte.
Man kann zwar nicht gegen seinen eigenen Willen überzeugt werden, doch kann man solange auf einen eingeredet werden, bis man verunsichert ist – das ist noch viel schlimmer, denn dann kann man seines Trades nicht mehr zuversichtlich und mit der nötigen inneren Ruhe durchführen.
Beobachtung, Erfahrung, Gedächtnis und Mathematik – darauf muss sich der erfolgreiche Trader verlassen können. Er muss nicht nur genau beobachten, sondern sich jederzeit daran erinnern können welche Beobachtungen er gemacht hat.
Angst und Hoffnung halten sich die Waage- deshalb ist es aufschlussreich und gewinnbringend wie eh und je, sich mit der Psychologie zu befassen. „Die Grundlage einer erfolgreichen Spekulation in Aktien besteht in der Annahme, dass Menschen ihre in der Vergangenheit begangenen Fehler auch in Zukunft wiederholen.
Ist man gezwungen, eine Aktie ein oder zwei Jahre als Ballast mitzuschleppen, ist es mit einem Verlust, der sich nur auf den Einstandskurs beschränkt, nicht mehr getan. Die entsprechende Aktie ist im Weg, wenn es um wirklich gute Dinge geht.
Erfahrene Spekulanten erwarten nie, dass sie sich in einer vollkommen risikolosen Transaktion engagieren.
Allerdings wären Sie überrascht, wenn sie wüssten, wie oft sich auch die erfolgreichen Firmengründer wie launische Frauen aufführen, nur weil sich der Markt nicht so verhält, wie sie es gerne hätten oder erwarten. Es scheint, als ob sie die „Verweigerung“ der Börse as persönliche Beleidigung auffassen und schließlich verlieren sie ihr Geld, nachdem sie zuvor ihre Beherrschung verloren haben. Ärgern bringt nichts. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht: Ein Spekulant, der die Beherrschung verliert, hat schon alles verloren. Gleichgültig wie fähig und erfahren ein Spekulant auch sein mag: Man kann Menschen nicht davon abhalten zu irren.
Nehmen wir einmal an, eine Aktie ließ sich nicht mehr so leicht zu pari verkaufen. Durch ein zweimaliges Splitting, die neuen Aktien zum Kurs von 30 oder 25 bei Publikum unterzubringen, was einem Kurs der alten Aktie von 120 bzw. 140 entsprochen hätte – eine Notierung, die sie sonst nie erreicht hätte. Weder an der Wall Street noch anderswo zahlen sich Neid und Missgunst aus. MISSION
„Ich will Unmengen Geld verdienen.“ Aber die meisten Menschen wollen nicht einmal das Geld. Was sie wirklich wollen, sind die Dinge, die man für Geld kaufen kann! Warum wollen Sie ein neues Haus haben? Weil Sie sich von einem neues Haus ein Gefühl der Sicherheit erwarten. Warum wollen Sie ihre Tochter aufs College schicken? Weil es Ihnen ein Gefühl inneren Friedens gibt, wenn Ihr Kind eine gute Ausbildung hat. Wenn Sie mit Ihrer Analyse fortfahren, werden Sie bemerken, dass ihr Ziel (das Sie als Mission bezeichnet haben) mit Geld eigentlich nichts zu tun hatte. Ihr Ziel ist ein bestimmter mentaler oder emotionaler Status. Ein Gefühl, das aus dem Erreichen des Ziels erwächst. Geld ist nur ein Mittel zum Zweck. Schließlich kann man absolut nichts mit Geld anfangen, das bewegungslos auf einem Brokerkonto oder in einer Bank liegt. Es ist nur eine Ziffer eine 1 oder 0, die irgendwo in einem Computer steckt. Einmal im Monat erhalten Sie eine Abrechung, die Ihnen sagt, wie viele Ziffern Sie haben!
Das Geheimnis zur Erfüllung Ihres Lebenstraumes, ein Trader zu sein, besteht darin, jetzt aktiv zu werden und auf Kurs zu bleiben, bis das Ziel erreicht ist. Mit anderen Worten: Seien Sie jeden Tag aktiv bis das Ziel erreicht ist. Das hält Ihren Geist auf dem richtigen Kurs, und auch Ihr Unterbewusstsein wird Ihnen auf dem Weg zum Ziel helfen. Es ist so leicht, sich ablenken zu lassen und sich auf weniger produktiven Gebieten zu verzetteln.
Keine Bank gewährt Kredit auf einer schlechten, schlampig geplanten und völlig aus der Luft gegriffenen „Geschäftsidee“. Und doch beginnen die meisten angehenden Trader ihr Geschäft exakt auf diese Weise. Sie verschwenden keinen Gedanken daran, dass sie gerade den Kampf mit einigen der am besten finanzierten und gemanagten Tradingfirmen der Welt aufgenommen haben – Firmen wie Merrill Lynch, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass sie auch gegen viele private Market Maker und Trader antreten. Ihr neues Geschäft wird von den Konkurrenten zermalmt werden. Aber hauptsächlich aufgrund von Erfolgsstories (ein Bekannten kennt jemanden, der ein wenig Geld verdient hat), wegen der Werbung und weil die Medien Sie überzeugt haben, das Trading einfach ist, wollen Sie ein kleines Tradinggeschäft eröffnen und gegen Goldman Sachs antreten. Nun ich kann Ihnen sagen, dass das nicht der Fall sein wird. Zumindest werden Sie kein Geld verdienen; am Anfang ohnehin nicht – und vor allem nicht ohne einen Geschäftsplan und einen Tradingplan, die ganz genau erklären und definieren, wie Sie gegen so gewaltige Gegner bestehen können.
Wir haben zahllose Geschichten von klugen Erfindern neuer Produkte und Dienstleistungen gehört, die mit neuen Ideen unermesslich reich wurden. Aber meist hatten zuvor schon Hunderte oder Tausende von Menschen die gleiche Idee. Eine gute Idee zu haben ist zwar schön, aber es ist nicht der wichtigste Teil des Plans. Am wichtigsten ist die Umsetzung der Idee. Und das ist es was ein Geschäftsplan wirklich leistet – er ist ein schriftliches Dokument, das zeigt, wie man eine Idee oder ein Konzept in ein profitables Unternehmen verwandelt. Da nur die besten Trader genug Disziplin aufbringen, einen solchen Plan zu erstellen, haben Sie hier einen der „Vorteile“, die Sie brauchen, um gegen die Top-Trader und Market Maker zu bestehen.
Wären analytische Fähigkeiten beim Trading von Bedeutung dürfte man erwarten, dass die meisten Analysten beim Trading gut abschneiden würden. Aber das tun sie nicht. Der Grund ist einfach: Man muss die Börsenentwicklung nicht prognostizieren, um Geld zu verdienen. Der Gewinn ist vielmehr die Folge kontrollierter Ausstiegstechniken und logischer Positionsbestimmung.
Nun fragen Sie vielleicht: „Wie kann ich mit einer Aktie Geld verdienen, wenn ich in mehr als der Hälfte der Fälle falsch liege?“ Ganz einfach. Ihr Ziel ist es, unterm Strich in der Gewinnzone zu landen. Sie wollen mit Sicherheit wissen, dass Sie dieses Ziel nach zehn oder mindestens nach 50 Trades erreichen werden. Sie müssen kein Geld mit dem Trade verdienen, den Sie gerade jetzt durchführen. Sie müssen sich nur auf Regeln zur Glattstellung des Trades konzentrieren, ob er profitabel entsprechend Ihren Regeln ist oder nicht, für Gewinne und Verluste. Das Bedürfnis mit jedem einzelnen Trade Geld zu verdienen, ist ein sicherer Weg in die Katastrophe!
Vorbereitung auf den Tradingtag: Körperliches Training in Form von 30 Minuten Jogging. 2 Liter Wasser pro Tag
Ich habe eine Einstellung und einen Glauben, die besagen: „Ich bin ein guter Trader. Ich genieße mein Leben. Ich genieße, was ich tue. Das bringt mir Erfüllung. Ich bringe mir, meiner Familie und der Welt positive Ergebnisse.“ Wenn ich diese freudige Einstellung aufrechterhalte, bleibe ich in Verbindung mit meiner Mission, und das wirkt sich fast jeden Tag auf meine Gewinne aus. Wenn das nicht der Fall ist – wenn ich physisch sehr müde oder krank bin oder wenn andere Probleme auf mir lasten –, dann wirkt sich dies ebenfalls auf meine Ergebnisse aus. Leider in negativer Weise.
Manchmal verwende ich auch eine Technik, die ich „positives Selbstgespräch“ nenne. Verwenden Sie einfach ein paar Minuten darauf, Ihren inneren Dialog festzuhalten. Wenn Sie etwas Negatives hören, wenn Sie sich zum Beispiel selbst einen Idioten nennen, dann denken Sie noch einmal nach. Man könnte das auch anders formulieren: „Ich habe gerade einen Fehler gemacht, und ich bin dankbar, dass ich auch meinen Fehlern lernen kann.“
Jeden Tag danke ich Gott für die Freuden und Segnungen in meinem Leben. In der Regel handelt es sich dabei um Menschen – ich fokussiere mich nicht auf Geld. Ich bin dankbar für Essen, Geld und physische Dinge, aber viel dankbarer bin ich für die Menschen in meinem Leben – sie sind eine Freude und ein Segen. Daher spreche ich ein Dankgebet. Vor allem bitte ich Gott um seinen Segen für mein Trading am jeweiligen Tag.
Wenn Sie wissen wollen, wann und wie man kauft, ist die Antwort einfach: Sie klicken auf der Tastatur und kaufen damit. Oder Sie rufen Ihren Broker an. Wenn Sie aber wissen wollen, wie Sie traden müssen, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, dann müssen Sie sich ganz andere Fragen stellen.
Wir favorisieren einen umfassenden Zugang zum Trading, der weit über das hinausgeht, was die meisten Leute jemals tun werden (weil die meisten zwar den Erfolg haben wollen, nicht aber die dafür nötige Arbeit und Disziplin). Wenn Sie außergewöhnliche Mühen auf sich zu nehmen bereit sind, dann werden Sie auch außergewöhnliche Ergebnisse erzielen. Das ist ein Naturgesetz.
„Die Fehler sind alle schon da und warten nur darauf gemacht zu werden.“ Wenn Sie ein solches System haben, können Sie es auf dreierlei Art testen. Zunächst können Sie es einfach mit kleinen Positionen traden, bis Sie ungefähr 200 Trades durchgeführt haben. Berechnen Sie das R-Vielfache eines jeden Trades. Berechnen Sie auch die allgemeinen Gewinnerwartung Ihres Systems, indem Sie die R-Vielfachen aufsummieren und das Ergebnis durch die Zahl der Trades dividieren.
Die erste Aufgabe ist die tägliche Selbstanalyse, die in der Regel am Beginn des Tradingtages durchgeführt wird. Die meisten Leute verbringen viel Zeit damit, die Märkte zu analysieren, beschäftigen sich aber überhaupt nicht mit Selbstanalyse. „Wie fühle ich mich? Habe ich meine Emotionen unter Kontrolle, oder kontrollieren meine Emotionen mein Trading? Befolge ich meine Regeln? Was sage ich zu mir selbst?“
Als nächstes müssen Sie täglich auf Ihren Tradingtag zurückblicken. Dies nicht zu tun wäre ein großer Fehler, weil Sie nicht auf eine Krise vorbereitet wären. Wenn Sie aber mental auf die Krise vorbereitet sind und sich dann mental darauf einstellen, wie Sie reagieren würden, können Sie alle Probleme vermeiden.
Die dritte Aufgabe besteht darin, Ihr Trades exakt aufzuzeichnen, Warum haben Sie den Trade gemacht? Was war Ihre Idee? Was in Ihnen vor, als Sie den Trade durchgeführt haben? Wenn Sie das tun haben Sie eine Basis für die Analyse Ihres Verhaltens und werden sich stetig verbessern.
Und schließlich müssen Sie täglich Ihr Trading beurteilen. Was ist an diesem Tag passiert? Haben Sie Fehler gemacht? (Fehler bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Sie sich nicht an Ihre Regeln gehalten haben). Und wenn Sie keine Regeln haben, dass haben Sie erst recht einen Fehler begangen,
Der Stopp ist der derjenige Punkte, zu dem Sie sich entschlossen haben, unter allen Umständen aus dem Trade auszusteigen, um Ihr Kapital zu schützen. Außerdem muss sich sein, dass Ihr Stopp auch ausgeführt wird. Wenn Sie einmal während eines Trades weggehen müssen, dann setzen Sie bei Ihrem Broker einen Stopp, oder steigen Sie aus, ehe sie gehen. Sie wissen nie, welche Katastrophe während Ihrer Abwesenheit passieren kann. Sie können einen großen Teil Ihres Kapitals verlieren, nur weil Sie eine Pause eingelegt haben und in dieser Zeit offenen, ungeschützte Positionen zu halten.
Man sagt im Allgemeinen, dass Amateure Pleite gehen, weil sie keine Verluste akzeptieren können – sie behalten ihre verlustbringenden Positionen. Die meisten Profis aber gehen Pleite, weil Sie ihre Gewinne zu früh mitnehmen. Arbeiten Sie daran, Ihre Gewinne laufen zu lassen.
Wenn Sie ein guter Trader sind, werden Sie alles tun wollen, um einen Tagesverlust zu vermeiden, der einen ganzen Jahresgewinn zunichte machen kann.
Als ich mit der Beobachtung von Tradern begann, erkannte ich in der Spannung des Tradings ein hohes Suchtpotential. Wenn der Handel am Chicago Board of Trade endete, stiegen die Floor Broker und die Anwohner früher in einen Bus, der vor dem Börsengebäude hielt und sie zu einer Pferderennbahn brachte. Die Spannung macht derart süchtig, dass die Trader noch mehr davon brauchten, wenn der Börsenhandel vorbei war.
Man muss dabei verstehen, dass Spannung nicht damit zu tun hat, an der Börse viel Geld zu verdienen. Gutes Trading kann sehr langweilig sein. Trading unter Spannung, kann den zwanghaften Glücksspieler zwar Millionen von Dollar kosten, aber viele Trader verspüren eine gewisse Neigung zur Aufregung. Noch einmal: Wenn Sie der Aufregung wegen traden, bekommen Sie auch genau das – Aufregung. Mit Geldverdienen hat das wenig zu tun.
Dies ist einer der Gründe, warum tägliche Selbstanalyse und das Führen eines Trading-Logbuchs so wichtig ist. Sie müssen festlegen, warum Sie den Trade durchgeführt haben. Wenn Sie sich von der Aufregung an den Märkten mitreißen lassen, dann brauchen Sie eine andere Quelle für Ihren Bedarf an Spannung. Gutes Trading erfordert einen Plan, Regeln und die Disziplin, sie auch zu befolgen.
Wenn Sie Teile Ihres Lebens vernachlässigen – Teile, die mit der Familie, mit Beziehungen oder einfach nur mit Spaß zu tun haben -, dann werden diese Teile Ihr Trading irgendwann untergraben. Wenn Ihr Tradinggeschäft also erst einmal ins Laufen gebracht ist, müssen Sie Ihr Leben im Gleichgewicht halten. Vernachlässigen Sie den Rest Ihrer Person nicht. Es ist ein schwerwiegender Fehler, das zu tun. Schließlich wird sich ein solches Verhalten rächen und alles sabotieren, was Sie sich als Trader aufgebaut haben.
Sie verlieren Ihre Konzentration. Ihre Gedanken wandern den ganzen Tag herum. Und wegen dieser Ablenkung vernachlässigen Sie wichtige Aufgaben.
Es gibt einen feinen Unterschied zwischen Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung. Ein wirklich guter Trader kennt die Gewinnerwartung seines Systems. Er weiß einfach aufgrund der Wahrscheinlichkeit, wie viel er im Monat durchschnittlich verdienen wird. Er weiß, was in verschiedenen Marktsituationen zu erwarten hat und was schlimmstenfalls geschehen könnte; also er tradet nach Wahrscheinlichkeiten. Eine unsichere Person dagegen wird sich am Ruhm des Erfolgs erwähnen. Sie wird ihre Gewinne bis weit hinein in die Zukunft berechnen und darüber reden, was sie eines Tages alles erreicht haben wird. Dieses Gerede macht dem Trader Mut. Plötzlich geht er unnötige Trades ein, und seine Positionsgrößen wachsen dramatisch. Wenn das passiert, steht ein hoher Verlust meist kurz bevor.
Diesen Fehler kann man vermeiden, wenn man die Gewinnwahrscheinlichkeit seines Systems wirklich kennt und gründliche Simulationen durchgeführt hat. Sie müssen die potentiellen Risiken Ihres Systems kennen und Trades ausführen, die ihnen kurzfristig auch im Schlimmsten Fall das Überleben ermöglichen, damit Ihre Gewinnerwartung auf lange Sicht Bestand hat.
Wenn Sie emotional auf etwas reagieren, das mit Ihrem Trading passiert, dann halten Sie diese Art der Reaktionen wahrscheinlich für eine Art Muster in Ihrem Leben. Ob es sich nun um Furcht, Zorn, Gier oder was auch immer handelt, Sie reagieren wahrscheinlich immer so. Da diese Reaktionen keine einmaligen Ereignisse sind, müssen Sie mit diesen Emotionen wahrscheinlich etwas tun. Es gibt viele Möglichkeiten, seinen emotionalen Zustand augenblicklich zu verändern. Und wenn Sie ihre Emotionen verändern können, dann haben Sie definitiv Kontrolle über Ihr Verhalten – sie verursachen Ereignisse. Wenn Ihre Emotionen Ihnen beim Trading im Weg sind, können Sie etwas über Ihre Reaktionsmuster lernen, indem Sie sind Tradingtagebuch führen.
Einer der größten Vorteile eines Traders besteht darin, dass er nicht traden muss. Sie können sich aussuchen, wann Sie traden und brauchen nur gute Chancen zu erkennen. Das ist ein riesiger Vorteil, wenn Sie ihn zu nutzen wissen. Manche meinen, Sie müssten ständig traden, nur im Markt und aktiv zu sein. Dazu gehören auch Leute, denen es dabei nicht um die Aufregung geht. Sie denken einfach, sie müssten traden. Sie sind so begierig, dass sie jeden Vorwand nutzen, um zu traden.
Wenn sich im Markt aber nichts tut, dann müssen Sie auch nicht traden. Wenn Sie einem Trade engagiert sind, der sich nicht bewegt, sollte Sie wertvolle Ressourcen und Energie nicht in eine verpasste Gelegenheit investieren. Steigen Sie aus. Er wird sich wahrscheinlich nicht wie erhofft entwickeln, also steigen Sie aus.
Beim Daytrading sollte Trades ein paar Sekunden – bis höchstens – ein paar Stunden dauern. Wenn Sie eine Aktien über Nacht halten, können Sie Opfer von Ereignissen werden, die außerhalb der Handelszeit passieren und ihre Aktie oder den Gesamtmarkt beeinflussen. Es gibt einige Tageszeiten, in denen Trading sehr gefährlich ist – vor allem für Anfänger. Ein solcher Zeitraum sind die ersten 15 Handelsminuten. In dieser Zeit testen die Profis bei den meisten Aktien den Markt. Ist es ein Käufer- oder Verkäufermarkt? Was passiert, wenn der Kurs steigt oder sinkt? Bis Sie die Eigenschaften des frühbörslichen Handels verstehen, rate ich Ihnen dringend, diesen Zeitraum zu meiden. Eine weitere Phase in der Anfänger nicht traden sollten, ist der Zeitraum zwischen 12:30 und 15:00 Uhr. Nun bewegen sich die Kurse und die Umsätze meist schwächer. Folglich können die Market Maker innerhalb kurzer Zeit für große Kursveränderungen sorgen.
Der Durchschnittmensch kann etwa sieben Einzelinformationen gleichzeitig verarbeiten. Dabei kann es sich zum Beispiel um sieben Aktien handeln oder um drei Aktien und ihre Kurse.
„Wenn die Aktie bei 100 Dollar ein guter Kauf war, dann ist sie bei 98 Dollar ein Schnäppchen und ich sollte mehr davon kaufen.“ Und wenn der Kurs auf 95 Dollar sinkt, klingt die Logik so: „Wenn die Aktie wieder auf meinen ersten Einstiegskurs steigt, werde ich schon hoch im Gewinn stehen.“ Und nun sehen wir uns einmal die Realität an. Die Realität beim Verbilligen ist, dass Sie keinen Ausstiegspunkt zum Schutz Ihres Kapitals haben. Stattdessen haben Sie sich in eine bestimmte Aktie verliebt und besitzen kein Mittel, Ihr Kapital zu schützen, falls Sie falsch liegen.
Sie vermischen zwei Tradingstile auf demselben Konto, vor allem ehe Sie auch nur bei einem davon Kompetenz erreicht haben. Wenn Sie Tradingstile wie beschrieben vermischen, brechen Sie die Disziplin, die Sie sich mit so viel Mühe erarbeitet haben. Suchen Sie sich einen Tradingstil aus und vervollkommnen Sie sich darin. Beweisen Sie sich selbst, dass Sie mit dem gewählten Stil beständig Geld verdienen können. Wenn Sie ihn wirklich beherrschen (aber erst dann!), können Sie zu Diversifikationszwecken einen weiteren Stil hinzufügen.
Wenn Sie sich für einen zweiten Stil entscheiden, dann sollten Sie ihn auf einem separaten Konto traden. Sie haben separate schriftliche Regeln für jedes Konto und können sicher sein, dass Sie beide diszipliniert befolgen werden.
Die meisten Trader begehen jedes Jahr etliche Eingabefehler. Man kann nur hoffen, dass die Fehler unbedeutend sind und sich schnell korrigieren lassen. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie auf ihre Kondition und auf Ihre Gesundheit achten.
„Eine Aktie ist so viel Wert, wie der Jeck dafür bezahlt.“
Trading ist eine anstrengende Tätigkeit, fast wie eine Prüfung. Der Tradingprozess trocknet einen aus. Und zwar deshalb, weil Sie zum Trading einen großen Teil Ihrer Gehirnkapazität brauchen. Aber obwohl Sie sich am Ende des Tages erschöpft fühlen, müssen Sie sich dazu disziplinieren, entweder gleich noch eine Rückschau auf das Trading des Tages durchzuführen oder das am Abend zu einer bestimmten Zeit nachzuholen. Dieser Vorgang wird sich entscheidend auf Ihre Gewinne auswirken – positiv, wenn Sie ihn ausführen, und negativ, wenn Sie es nicht tun.
Erinnern Sie sich an Victor Niederhoffer? Dieser berühmte Trader und Autor von „The Education of a Speculator“ hatte im Herbst 1997 eine große Menge S&P-Puts leerverkauft, als der Markt in die Gegenrichtung explodiert. Er weigert sich, seine Verluste hinzunehmen und auszusteigen. Am Schluss hatten er und seine Investoren alles verloren. Wenn Niederhoffer in eine solche Verlustfalle tappen kann, was ist dann mit mir? Schon mit einer kleinen psychischen Unzulänglichkeit wie Selbstunzufriedenheit oder lähmendes Entsetzen kann man in diese tödliche Falle geraten, die man auch mit noch so vielen Tests nicht prognostizieren kann. Ich kenne das, und ich weiß, dass ich zu solchen psychischen Schwächen neige. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass ich in einer solchen Lage diszipliniert reagieren würde. Daher habe ich diese Methode aus meinem Arsenal gestrichen
Ich selbst bin davon überzeugt, dass man fast jederzeit und zu jeden Kurs in den Markt einsteigen kann, wenn man sich sehr rigorosen Stoppregeln unterwirft. Mit anderen Worten: Kaufen Sie oder verkaufen Sie leer zu fast jedem beliebigen Kurs und lassen Sie sich ausstoppen, falls Sie falsch liegen. Ich behaupte, dass Sie ein völlig zufallsbedingtes Einstiegssystem haben und dennoch profitabel sein könnten, wenn Sie sich, falls Sie falsch liegen, ausstoppen lassen. Dieser Faktor ist tatsächlich so wichtig wie ich es eben beschrieben habe.
Unterste Schicht
Die Märkte sind ziemlich brutal. Sie merzen Amateure aus und halten jeden zum Narren, der meint, er habe alles verstanden. Wenn der Trader die mentale Seite der Angelegenheit nicht gut in den Griff bekommt, spielt der Rest keine Rolle. Die Märkte werden Ihre Schwächen gnadenlos aufdecken und Sie zu einem ehemaligen Trader machen.
Die Menschen neigen dazu, solche Fragen zu stellen, deren Antworten sie gerne hören. Das hat zur Entstehung einer ganzen Reihe von „Informationsverkäufern“ geführt. (Zeitungen, TV, Aktientipp-Hotlines, Analysten – Kommentare, um nur einige zu nennen.). Diese Tippverkäufer machen sich diese Neigung zu nutzen. Ich behaupte nicht, dass die Medien wissentlich Falschinformationen verbreiten, sie beantworten lediglich Fragen, die die Menschen für wichtig halten:
Wie wird sich der Markt nun entwickeln? Welche Aktien sollte ich jetzt kaufen? Ich besitze XYZ – Aktien. Glauben Sie, die werden steigen? ( Wenn Sie mit NEIN antworten, dann fragen diese Leute andere Menschen, bis sie jemanden finden, der ihrer Meinung ist) Sagen Sie mir, wie ich an der Börse Recht behalten kann
Es gibt einen Unterschied zwischen „Wissen“ und „Erfahrung“. Stellen Sie sich vor, Sie lesen ein Buch mit dem Titel „Wie man ein Flugzeug fliegt“. Nehmen wir weiter an, dass Sie keinerlei fliegerische Erfahrung haben, aber das Buch sorgfältig studiert haben. Sie legen sogar eine Prüfung über Ihr Wissen ab und erreichen die volle Punktzahl. Würden Sie nun tatsächlich versuchen, ohne Fluglehrer und ohne Flugstunden ein Flugzeug zu steuern? Die meisten von Ihnen würden das nicht tun – einfach deshalb, weil das mit größter Wahrscheinlichkeit zu einer Katastrophe führen würde.
„Unser Handeln scheint wie ein Tropfen im Ozean zu sein. Aber gäbe es diesen Tropfen nicht, dann würde er im Ozean fehlen.“ (Mutter Theresa)
Wichtige Schritte zur Verbesserung Ihrer Tradingpsychologie:
Was Sie über sich selbst als Mensch und als Trader wissen Wie Sie sich vorbereiten Wie Sie denken und Entscheidungen treffen Wie Sie auf positive und negative äußere Einflüsse reagieren (emotional)
Ein guter Plan, der sofort ausgeführt wird, ist besser als ein perfekter Plan nächste Woche.
„Wir sind, was wir beständig tun, aber trotzdem bleiben wir alle Menschen.“
„Selbst einfache Regeln zu befolgen ich nicht einfach: siehe Straßenverkehr.“
Habe ich meine Emotionen unter Kontrolle, oder kontrollieren meine Emotionen mein Trading? Befolge ich meine Regeln? Was sage ich zu mir selbst?
Man sagt, dass Amateure Pleite gehen, weil sie keine Verluste einstecken können. Die meisten Profis gehen aber Pleite, weil sie ihre Gewinne zu früh mitnehmen.
Wahnsinn heisst, immer dasselbe zu tun und zu hoffen, dass sich das Ergebnis verändert. Wenn Menschen etwas nicht können, wollen sie einem einreden, dass es auch kein anderer tun kann.
Wenn Sie nicht wissen wer Sie sind, dann ist die Börse ein sehr teurer Ort, um es herauszufinden. Denken Sie also darüber nach, wie viel Volatilität sie vertragen können.
Nun ist es ja so, dass Spekulanten – bei der der Fokus nicht darauf liegt, was eine Anlage per anno erwirtschaftet, sondern was ein Anderer bereit ist, dafür zu zahlen – weder illegal, noch unmoralisch, noch unamerikanisch ist. Aber es ist ein Spiel, bei dem Charlie und ich nicht mitspielen mögen. Wenn wir keinen Beitrag leisten, warum sollten wir etwas bekommen?
Die Grenze zwischen Investition und Spekulation, die nie klar und deutlich ist, wird noch mehr verwischt, wenn die meisten Marktteilnehmer kürzlich Triumphe gefeiert haben. Nicht schläfert den Verstand mehr ein als große Dosen von überraschend verdientem Geld. Nach einer berauschenden Erfahrung dieser Art driften auch normalerweise vernünftige Menschen in ein Verhalten, das dem von Cinderella auf dem Ball ähnelt. Sie wissen, dass um Mitternacht sich die Kutsche in Kürbis und Mäuse zurückverwandelt, d.h. sie spekulieren weiter mit Unternehmen, die gigantische Bewertungen haben, relativ zu ihren Erträgen, die sie in Zukunft wahrscheinlich erwirtschaften können. Aber sie wollen trotzdem keine Minute von dem wundervollen Ball verpassen. Deshalb plane alle, trunken wie sie sind, erst Sekunden vor Mitternacht zu gehen. Es gibt nur ein Problem: Sie tanzen in einem Raum, in dem die Uhren keine Zeiger haben.
Wertschöpfung kann nicht von einem Unternehmen geschaffen werden, dass sein Leben lang Geld verliert, egal wie hoch zwischenzeitlich seine Bewertung auch gewesen sein mag.
Wir bevorzugen große Unternehmen, die eine dominante Stellung innehaben und deren Markenprofil schwer zu kopieren und von außerordentlicher Konstanz oder Zuverlässigkeit ist.
Wir haben Wirtschaftskrisen erlebt. Wir haben Kriege erlebt. Der Zuckerpreis geht mal nach oben, mal nach unten. Es ist viel passiert. Ist es nicht viel sinnvoller, darüber nachzudenken, ob sich ein Produkt aller Voraussicht nach halten kann und wirtschaftlich bleibt, als sich ständig die Frage zu stellen, ob man eine Aktie schnell kaufen und dann schnell wieder verkaufen sollte?
An der Wall Street wird Qualitätskontrolle nicht groß geschrieben. Den Investoren wird alles verkauft, was sie kaufen wollen.
Spekulieren ist am gefährlichsten, wenn es am einfachsten aussieht. Am unerfreulichsten bei alledem ist, dass der Kauf einer Option nichts mit dem Anteilsbesitz an einem Unternehmen zu tun hat. Optionen führen nur zu einem gigantischen Kapitaltransfer von den Unvorsichtigen zu den Wachsamen.
Mein Ansatz funktioniert nicht, weil er zutreffende Prognosen macht, sondern weil er mir erlaubt, falsche Prognosen wieder zu korrigieren.
Geduld ist die oberste Tugend des Investors. Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld.
Man erinnert sich daran, dass noch niemand auf seinem Sterbebett gesagt hat: Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen können. Kleine Gefälligkeiten sollte man nicht vergessen, an kleine Makel sich nicht erinnern.
Ein Abend der ernsten Konversation mit einem überlegenen Menschen ist besser als 10 Jahre Studium.
Technische Analyse darf nicht als Wissenschaft, sondern als Kunst gesehen werden.
Verkaufen. Kaufen. Verkaufen. Kaufen. Die Rufe der Trader erschallen mit einem Donner, der es mit dem da draußen aufnehmen konnte. Und die Soja-Kurse fielen langsam, aber sicher. Dann brachen sie aus wie ein tropisches Fieber. Es regnete tatsächlich in Chicago, aber kein Mensch baut in Chicago Sojabohnen an. Im Herzen des Anbaugebiets, etwa 300 Meilen südlich von Chicago war der Himmel immer noch blau, sonnig und außerordentlich trocken. Aber obwohl es in den Sojafeldern keine Niederschläge gab, regnete es doch in den Köpfen der Trader und das ist alles, was zählte. Denn in den Märkten haben nur diejenigen eine Bedeutung, auf die Märkte reagieren. Das Spiel wird mit Gedanken und Emotionen gespielt.
Um meine Aussage über den Stellenwert der Massenpsychologie zu erhärten, sollten Sie selbst darüber nachdenken, was passiert, wenn ein Stück Papier namens „Geld“ gegen irgendein Objekt, sei es Kleidung oder Nahrung, eingetauscht wird. Wie kann es sein, dass Papier, selbst eigentlich nur von sehr geringem Eigenwert, gegen Dinge mit bedeutend höherem Eigenwert eingetauscht werden kann? Der Grund ist in der Psychologie zu suchen, die allen Menschen gemein ist. Alle Menschen glauben nämlich, der Papierfetzen wird als „Geld“ akzeptiert und deshalb ist es auch so. Sobald diese weitverbreitete, psychologische Grundhaltung nicht mehr bestünde, sobald die Menschen also ihren Glauben an das Geld verlören, wäre es jedoch wertlos.
Anspannung, Furcht und Nervosität werden proportional zur Höhe der investierten Summe steigen und diese Emotionen werden sich auf Ihre Methoden und Sichtweisen auswirken.
Wenn wir das Alte hinterfragen, lernen wir das Neue.
Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.
„Die erste Morgenstunde ist das Ruder des Tages.“ So betrachtet ist der Eröffnungskurs das Ruder der Marktsitzung und gibt uns erste Anzeichen für die möglichen Tagestendenzen. Denn an diesem Zeitpunkt werden alle Gerüchte und Nachrichten gefiltert und zu einem einzigen Punkt verdichtet. Je ängstlicher der Trader ist, desto früher möchte er handeln. Zur Zeit der Markteröffnung könnte es also geschehen, dass die Leerverkäufer nach Deckung suchen, die Käufer ihre Positionen merklich vergrößern wollen, die Hedger vielleicht eine neue Position einnehmen oder eine alte abstoßen wollen etc… Nach den Anfangswirren der Markteröffnung haben sich die potentiellen Käufer und Verkäufer also mit dem Eröffnungskurs einen Bezugspunkt geschaffen. Es gibt viele Analogien zwischen Märkten und der Kriegsführung. Hier gibt uns der Eröffnungskurs einen ersten Ausblick auf das Schlachtfeld und erste Anzeichen für die Anwesenheit von feindlichen oder freundlichen Truppen. Das andere bestimmende Kursniveau ist der Schlusskurs. Die Margin Calls in den Terminmärkten basieren ebenfalls auf dem Schlusskurs. Viele Softwarepakete für den computergesteuerten Börsenhandel werden ebenfalls anhand der Schlusskurse kalkuliert. Wenn kurz vor oder zum Schlusskurs ein großer Kauf- und Verkaufsauftrag in den Markt kommt, der diesen Schlusskurs beeinflussen soll, nennen sie dieses Phänomen eine „Night Attack“. Wenn sie dasselbe Phänomen bei der Eröffnung ereignet, wird dies folglich als „Morning Attack“ bezeichnet. Sicherheitsstopps sollten am Anfang des Trades platziert werden, denn dann ist man noch am objektivsten. Sie sollten nur im Markt bleiben, solange Ihre Kurserwartungen erfüllt werden.
Alle Langzeittrends haben einmal als kurzfristige Bewegung angefangen Im Markt ist Hoffnung fehl am Platz. Der Markt sucht sich seinen eigenen Weg, ohne auf ihre Position zu achten.
Es gibt nichts Schlimmeres als falsch zu liegen, außer dauerhaft falsch zu liegen. Anstatt Ihres Kapitals sollten Sie lieber Ihre Erwartungshaltung liquidieren. Denn wenn sie ausgestoppt werden, geben sie einen Fehler zu. Es fällt den Menschen schwer, einen Fehler einzugestehen, denn das könnte ihren Stolz und ihr Prestige beeinträchtigen. Gute Trader versteifen sich nicht auf ihre Ansichten. Warren Buffet hat nur 2 Regeln.
Kapitalschutz Die erste Regel nicht vergessen
Stopps verkörpern die erste dieser Regeln. Ihre Ressourcen sind begrenzt, also sollten Sie versuchen, sie zu maximieren oder mindestens zu erhalten. Wenn Sie sich in einem Markt befinden, der sich gegen Ihre Position gewendet hat, ist es an der Zeit, auszusteigen und nach einer besseren Gelegenheit zu suchen. Sie sollten einen Stopp als den Preis betrachten, den Sie für Ihre fortdauernde Geschäftstätigkeit zahlen müssen.
„Der Verlust eines Hakens ist gut, wenn er einen Lachs gefangen hat.“ Wenn Sie ausgestoppt werden, sollten Sie das als verlorenen Haken betrachten. Vielleicht werden Sie schon mit dem nächsten Haken Ihr Glück finden.
Der hohe Stellenwert der Zahl 3 in der Kerzenanalyse: Während die Zahl 3 als Glücksbringer gilt, wird die Zahl 4 in Japan als Unheil verkündend betrachtet. Das japanische Wort für 4 ist „shi“ und hat somit denselben Klang wie das Wort für „Tod“. Viele Kerzenformationen werden nach 3 Kerzen abgeschlossen, danach ändert sich der Trend oder es der Markt tritt in eine Konsolidierung ein.
„Es gibt gute Zeiten für Käufe, es gibt gute Zeiten für Verkäufe und es gibt gute Zeiten, sich auszuruhen.“
„Steig nicht auf Bäume, um Fische zu fangen.“ „Etwas erzählt zu bekommen kann die eigene Erfahrung nicht ersetzen.“ „Ein umsichtiger Mann hat mehr als eine Sehne für seinen Bogen.“ „Lass ihn aufs Dach klettern und nimm dann die Leiter weg.“ „Ein einzelner Pfeil ist leicht gebrochen, ein Bündel von zehn aber nicht.“
Je stärker das Volumen, desto stärker ist auch die Kraft der Bewegung. Das Volumen ist wie der Wasserdruck in einem Gartenschlauch.
„Sie sollten nie versuchen, dem Markt Ihren Willen aufzuzwingen. Folgen Sie dem Trend lieber statt ihm vorherzusagen. Wenn Sie an einen Bullenmarkt glauben, gesellen Sie sich zu einer Aufwärtsbewegung dazu und wenn Sie einen Bärenmarkt erwarten, dann steigen Sie auf einen Abwärtstrend auf.“
Wie Sie selbst mit den Kerzen traden, hängt letztendlich von Ihrer Anlagephilosophie, Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Temperament ab. Das sind sehr individuelle Eigenschaften. Tief im Inneren des Menschen wohnen diese schlummernden Kräfte…Kräfte, über die er staunen würde, von deren Besitz er nie geträumt hat…Kräfte die sein ganzes Leben revolutionieren würden, wenn man sie weckte und in Gang setzte.
…Steve hatte Intel mehr als 2 Jahre gehandelt und wusste über die Aktie so viel wie die meisten Market Maker. Diese Einstellung war unter Tradern nicht weit verbreitet und Steve wusste das. Die meisten Day Trader springen einfach auf alles auf, was sich bewegt, aber das war nicht Steves Stil. Er legte Wert auf gute Vorbereitung…Ist Ihnen aufgefallen, wie zuversichtlich Steve war? Er war überhaupt nicht nervös. Während des gesamten Tradings war er entspannt und hatte sich unter Kontrolle. Steve war zuversichtlich, nicht überheblich und der Unterschied besteht in der Vorbereitung. Steve wusste, dass seine Realität und sein Geschick als Trader nichts mit der Börse oder mit irgendetwas zu tun haben, das außerhalb seiner Person lag.
Trading ist eine Beschäftigung, bei denen Sie alle Elemente Ihres Selbst zu einem harmonischen Lebensstil kombinieren können: persönliche Integrität, Selbsterkenntnis, Selbstvertrauen, Freiheit – und genug Geld, um Tag für Tag Ihren eigenen Weg zu gehen.
Sie müssen wissen, gegen wen Sie beim Trading antreten. Der Markt ist keine Kuschelparty; bei jeder Transaktion gibt es einen Käufer und einen Verkäufer. Zwei Ticks später hat jemand Geld verdient und jemand hat Geld verloren. Dieser Abschnitt Ihres Geschäftsplans sollte beweisen, dass Sie die Märkte und Ihre Konkurrenten sehr genau studieren.
Unabhängig von ihrem bevorzugten Tradingstil müssen Sie flexibel bleiben, um Ihre Gewinne zu maximieren. Je mehr Hilfsmittel Sie haben, desto besser werden Sie abschneiden. Also lernen Sie auf verschiedenen Zeitebenen, verschiedene Handelssysteme funktionieren. Lernen Sie die Kunst, eine Position zu drehen. Wenn Sie Short sind, lernen Sie, wie man die Position schließt und Long geht – und umgekehrt. Exzellente Trader verdienen mit Leerverkäufen nicht weniger als mit Käufer. Einige Trader wurden ruiniert, weil sie nie gelernt haben auf fallende Kurse zu setzen. Sie haben keine Werkzeuge, keine Taktiken oder Tradingpläne für Baissephasen und können die Short Seite nicht traden. Sie haben nie trainiert, wie man sich in einer Baisse verhält. Sie müssen diese Strategien und Taktiken entwickeln, bevor Sie diese brauchen.
Wenn Sie die Entdeckung selbst machen – sogar wenn Sie die letzte Person auf Erden sind, die das Licht sieht – werden Sie das nie vergessen.
Die Menschen sehen nur, was sie sehen wollen. Wenn Sie außergewöhnliche Mühen auf sich nehmen, dann werden Sie außergewöhnliche Ergebnisse erzielen.
Kapitalschutz durch Vermeidung dummer Handlungen ist eines der Geheimnisse eines wirklich guten Traders.
Selbst der Gerechte wird ungerecht, wenn er selbstgerecht wird. Hüte dich vor dem Entschluss, zu dem du nicht lächeln kannst. Wenn man Frieden will, dann muss man immer der sein, der zuerst die Hand reicht.
Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Um einen Ausweg zu finden, muss man auf dem Weg sein. Wer Gott definiert, ist schon Atheist. Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.
Misserfolg ist eine Gelegenheit, mit neuen Einsichten noch einmal zu beginnen.
Eine Regierung ist nicht der Ausdruck des Volkswillens, sondern der Ausdruck dessen, was ein Volk bereit ist zu ertragen. Wer wagt selbst zu denken, der wird auch selbst handeln.
Bloßes Ignorieren ist noch keine Toleranz. Immer die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kennst, falls es dann nicht kommt, dann hatte man wenigstens die kleinen Freuden.
Nur weil Ihr Trading Buch in den roten Zahlen ist, heißt das nicht, dass Sie sich nicht weiterentwickeln.
Genie und Wahnsinn liegen oft nah bei einander. Tanze immer mit der Person, die du zum Tanz aufgefordert hast. Wenn Sie Geld machen, dann bleiben Sie dabei: dieselben Regeln, dieselbe Logik, pfuschen Sie nicht daran herum.
In einem Test wurden Krebspatienten einer Chemotherapie unterzogen. Mehr als 60 % reagierten mit den typischen Symptomen auf diese „Behandlung“: Erbrechen, Übelkeit, Verlust von Haaren und Lustlosigkeit. – Doch alle hatten nur ein wirkungsloses Placebo erhalten. Ihr Glauben wirkt sich auf die Realität aus.
Was in diesem Geschäft funktioniert, das funktioniert – aber eben nur für einen beschränkten Zeitraum. Trust me – I do this all the time.
Trading Vorbereitung entspricht dem Training. Das eigentliche Trading ist der Spieltag. Spätestens wenn Sie nur noch ein sehr geringes Kapital haben, dann werden Sie sich wieder auf das Bewährte besinnen.
Wenn man mittendrin ist, kann man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Wenn man ausgestiegen ist, ist man wieder in der Lage klar zu denken.
Ich glaube, dass Verlieren weiteres Verlieren nach sich zieht. Wenn man anfängt zu verlieren, wird die ganze psychologische Einstellung negativ und das macht einen pessimistisch.
Gesellschaften mit mehr als 30 Mio. Aktien sind in der Regel bereits länger auf dem Markt, sie haben schon einige Splits hinter sich. Es geht einfach um Angebot und Nachfrage. Weil das Angebot größer ist, braucht man erheblich mehr Geld, um so eine Aktie zu bewegen.
Ein erfolgreicher Trader muss wissen haben. Aber der Besitz des Wissens macht einen nicht unbedingt zu einem erfolgreichen Trader.
Mit Geld kaufen wir uns Freiheit, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie erste ein bestimmtes Niveau des Reichtums erreicht haben, dann steigert das Ansammeln weiterer Dinge weder die Zufriedenheit noch Ihre Freiheit. Wenn Sie zu viele Dinge sammeln, dann verlieren Sie dadurch sogar Freiheit. Das Trading kann viel Freude bereiten, aber wie das Rauchen kann es zu einer Sucht werden.
Schließlich erreichen selbst die größten Bäume im Wald niemals den Himmel. Logik: Man kann A nicht mit A voraussagen. Wenn Sie das Marktgeschehen mit ihren eigenen Daten überlagern, dann geben sie dem Markt Anweisungen anstatt zuzuhören.
Tief in unserem Inneren wollen wir diese starken Tage verkaufen und die schwachen Tage kaufen. Schließlich wollen wir alle mal einen Discount. Doch im Trading Geschäft führt ein Discount schnell zum Bankrott. Wenn es eine gute Angewohnheit gibt, durch die sich Profis von Amateuren unterscheiden, dann ist es die Bereitwilligkeit, Stärke zu kaufen.
Wir jagen jetzt Stärke um zu kaufen und Schwäche zu verkaufen!
Es gibt in diesem Geschäft nur zwei relevante Dinge: erstens, dass man seine Verluste kontrollieren muss und zweitens, dass der Kurs völlig unvorhersehbar ist.
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden. Wer immer das letzte Wort haben will, sollte nur noch Selbstgespräche führen. Was immer du vorhast, tu es gleich. Es gibt nicht endlos viele Morgen. Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie. Die Menschen erkennen selten das eigene Glück, doch das der anderen entgeht ihnen niemals. Man bleibt jung, solange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann. Man muss versuchen glücklich zu sein. Und sei es nur, um den anderen ein Vorbild zu sein.
Man muss die Zuversicht und den Mut haben, sofort aktiv zu werden. Die beste Analyse, egal ob fundamental oder technisch, ist in den Händen eines unentschlossenen Traders „wertlos“. Wenn Sie zweifeln, dann beginnen Sie zunächst mit einer kleinen Position, die Sie danach allmählich ausbauen.
Was ist der Liqidationswert des Unternehmens? Sollte man innerhalb des nächsten Jahres alle Vermögenswerte verkaufen, wie viel könnte man dann dafür bekommen? Diese Information findet man auch, wenn in Yahoo oder BusinessWeek unter „companys assets“ (derzeitige Vermögenswerte des Unternehmens) nach einem Unternehmen nachschlägt. Würde man dann das Gesamtvermögen des Unternehmens nehmen und davon die Gesamtschulden abziehen, hätte man einen tollen Eindruck davon, was das Unternehmen wert ist, würde man es innerhalb des nächsten Jahres auflösen.
Die Integrität des Traders sollte bei allen Aspekten des Lebens eines Traders stark berücksichtigt werden. Integrität scheint die letzte Verteidigungslinie der meisten Trading-Unternehmen zu sein
Schließlich gibt es im Leben nur zwei Orte an dem man sein kann – auf dem Spielfeld oder auf der Tribüne. Ich bin lieber auf dem Spielfeld.
Die Experten scheinen damit beschäftigt zu sein, ihre Theorien zu belegen (oder zu widerlegen), als mit der Frage, ob sich ein Konzept traden lässt oder nicht. Da ich glaube, dass sich fast jedes Konzept traden lässt, dachte ich es wäre einfacher für mich, die Konzepte in allgemeinen Worten zu erörtern und danach zu zeigen, wie man sie traden könnte.
In jedem Arbitrage System muss man wissen, wann sich das Hintertürchen schließen wird und man muss wissen, wie man aus dem Sache wieder rauskommt, ohne sich finanziell zu ruinieren.
Genug ist besser als zuviel oder zuwenig!
Die wichtigsten Haussemärkte:
Hausse Ungefährer Zeitraum Reale Jahreserträge in % Einsenbahn Boom 1843 – 1853 12,5 Bürgerkrieg - Nachkriegszeit 1861 – 1881 11,5 Vor dem 1. Weltkrieg 1896 – 1906 11,5 Die wilden 20er 1921-1929 24,8 Boom nach 2. Weltkrieg 1949 – 1966 14,1 Hightech Boom 1982-2000 14,8
Die wichtigsten Baissemärkte:
Baisse Ungefährer Zeitraum Reale Jahreserträge in % Vor dem Krieg von 1812 1802 – 1815 2,8 Die 1. große Depression 1835 – 1843 -1,1 Die Ära vor dem Bürgerkrieg 1853 – 1861 -2,8 Die 1. Bankenkrise 1881 – 1896 3,7 Die 2. Bankenkrise 1906 – 1921 -1,9 Die 2. große Depression 1929 – 1949 1,2 Die Zeit der Inflation 1966 – 1982 1,2 Kampf gegen den Terror 2000 – Heute ?
Emotionale Reaktion:
Grundsätzlich wirken sich jegliche Reaktionen beim Day Trading negativ auf den Gewinn aus. Emotionale Reaktionen nehmen zu, wenn der Day Trader unsicher oder durch vorherige Gewinne leichtsinnig wird, wenn ihm echte Handelsentscheidungen oder die Fähigkeit zu distanzierten, objektiven Betrachtung des Marktes fehlen, wenn er im Wirrwarr der Information keinen Halt mehr findet oder einfach übermüdet ist.
Im Gegensatz zum langfristigen Investor, bei dem sich durchaus eine emotionale Bindung mit dem gekauften Wert und damit dem Unternehmen einstellen kann, lässt ein nur sekundenlanges Besitzen eines solchen Wertes keinen Spielraum für solche Vorlieben. Der gehandelte Wert wird zum nüchternen Objekt, durch den sich keine Identität des Traders herausbilden sollte. Gerade diese isolierte Rolle des Traders mag psychologisch gesehen dazu führen, dass ihm nur noch die Flucht in die Identität des „noch mehr“ bleibt. Der Trader muss wissen, dass er für die Zeit des Tradens eigentlich in einer Nische der Isolation und Frustration lebt, die nur dadurch überdeckt werden kann, dass er Gewinne erzielt. Es gibt in dieser Nische keine andere Daseinsberechtigung für den Trader! Es muss sich an das „noch mehr“ klammern! Dies kann aber verheerende Folgen haben. Erfolgreiches Day Trading erfordert daher eine konsequente Selbstkontrolle. Das Festhalten an der vorbereiteten Strategie bietet Halt in dieser synthetischen Welt. Klare Analysen und das Stoppmanagement bilden einen Schutz vor der Flucht in leere Euphorie.
Viele Trader neigen nach und nach dazu, entweder Stopps gar nicht mehr zu setzen oder zumindest gesetzte Stopps nicht einzuhalten. Dies wirkt sich insbesondere darin aus, dass Positionen immer noch nicht oder dann gar zum falschen Zeitpunkt glattgestellt werden, weil der Trader davon ausging, dass sich ja das Blatt vielleicht doch noch wendet. Lieber sollten Sie frühzeitig die Position glattstellen und auf einen möglicherweise größeren Gewinn verzichten, als der puren Gier freien Lauf zu lassen!
Andererseits muss der Trader seine Stoppniveaus ständig kritisch überprüfen, damit seine Positionen nicht in der Verlustzone glattgestellt werden, sofern der Kurs anfangs kleine Korrekturen vollzieht. Ein Stoppmanagement soll gerader das flatterhaft Hin und Her der Positionen vermeiden, in das der Trader bei Ungeduld verfallen kann. Seine Stimmungen sollte der Trader auch mit Stoppmanagement jederzeit ehrlich vor sich selber registrieren und bei Ungeduld, Euphorie oder Nervosität bereit sein, das Traden zu unterbrechen.
Gerade unerfahrene Trader verletzen bei länger anhaltenden Verlusten die elementarsten Prinzipien des Money Managements und setzen sich damit dem Risiko des Totalverlustes aus. Um die erlittenen Verluste wieder schnell auszugleichen, erhöhen sie einfach den Einsatz: ein höchst riskantes Unterfangen. Es gibt schließlich keine Gewähr dafür, dass die nächsten Trades erfolgreich verlaufen werden. Zudem bestand das Problem nicht im mangelnden Kapital, sondern in unzureichender Strategie. Auch ein idealer Trader erzielt eine Reihe von Verlusttrades. Er muss aber auch die Stärke besitzen, ggf. den Punkt des Nichterfolges und der Ausweglosigkeit zu erkennen, das Traden zu beenden, bzw. zu unterbrechen und anschließend seine Strategie neu zu analysieren.
Da immer noch Menschen die Entscheidungen traden, die schließlich zu Bewegungen auf dem Markt führen und Menschen durchaus auch starken Schwankungen ihrer Tagesform erlegen sind, kann es sehr schnell passieren, dass die eine oder andere Entscheidung auch schon einmal aus einem schlechten Gefühl heraus getroffen wird. Auch die Verarbeitung eines Verlustes wird an einen „guten“ Tag sicher anders ablaufen als einen „schlechten“. So kann man sich an einem schlechten Tag sicher auch einmal dabei beobachten, wie man verpassten Trades hinterher trauert oder gar frustriert ist.
Die größten Fehler beim Day Trading
Man wird vermuten, dass nur Anfänger viele Fehler beim Day Traden unterlaufen. Unerfahrenheit führt tatsächlich und zweifellos zu Fehlern. Andererseits sind aber auch erfahrene Trader für zahlreiche Fehler anfällig, weil sie oftmals elementare Dinge nicht mehr hinterfragen und weniger bereit sind zu einem Strategiewechsel sind. Der erfahrene Trader kann leicht seinen starren Schemata verfallen, die vielleicht in der Vergangenheit zum Erfolg führten, aber in den gegenwärtigen und zukünftigen Märkten wenige Chancen haben. Wie wäre es sonst zu erklären, dass früher manch einer seinen Beruf mit „Day Trader“ angab, aber heute davon nichts mehr zu hören ist? Gleichzeitig, ob man Anfänger oder ein erfahrener Trader ist: Day Trading verlangt eine ständige Reflexion über das eigene Tun, ansonsten droht die Gefahr der „Betriebsblindheit“.
Zum anderen muss der Trader seine Emotionen beherrschen. Euphorie, Stimmungen oder das Gefühl des „Hans im Glück“, können fatale Folgen haben. Der Day Trader muss aber schnell und sofort und ohne jeglichen Zeitverzug sicher entscheiden – und das unterscheidet ihn wesentlich von einem klassischen Investor, der sich für seine Entscheidung in seinem langfristigen Anlagehorizont mitunter einige Tage Zeit nehmen darf. Dabei kann er überstürzte Vorlieben überdenken und er wird schließlich zu einem für ihn rationalen „Gefühl“ gelangen, die richtige Entscheidung zu treffen. Der Day Trader hingegen kann diesen Prozess nicht durchlaufen. Er muss emotionale Einflüsse und Reaktionen von vornherein ausschalten.
„Ihr klagt über die vielen Steuern: Unsere Trägheit nimmt uns zweimal so viel ab, unsere Eitelkeit dreimal so viel und unsere Torheit viermal so viel.“
„Lieber eine schlechte Aktie zum richtigen Zeitpunkt als eine gute zum falschen Zeitpunkt.“
„Gewinne kann man – verlieren kann man, aber zurückgewinnen ist unmöglich.“
„Aktionäre sind dumm und unverschämt. Dumm, weil sie mir ihr Geld überlassen und unverschämt, weil sie auch noch Dividenden dafür haben wollen.“
„Ein Fehlsignal gehört zu den zuverlässigsten aller Chart Signale.“
„Dass uns eine Sache fehlt, sollte uns nicht davon abhalten, alles andere zu genießen.
„In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis mit, vielleicht etwas verpasst zu haben.“
Manche Menschen sprechen aus Erfahrung, manche sprechen aus Erfahrung nicht.
„Das Beste aller Güter, wenn es überhaupt Güter gibt, ist die Ruhe, die Zurückgezogenheit und ein Plätzchen, das man sein eigen nennen kann.“
„Im Grunde zählen auf dieser Welt nur die Dinge, die man nicht kaufen und nicht lernen kann.“
„Unter allen Lügnern der Welt sind die eigenen Ängste manchmal die Schlimmsten.“
„Du schaust in den Spiegel und merkst dass etwas fehlt. Du spürst, dass es deine Zukunft ist.
Guter Rat ist wie Schnee, je leiser er fällt, desto länger bleibt er liegen.
Das ärgerliche am Ärger ist, dann man sich schadet, ohne anderen zu nützen.
Das Kalte wird warm, der Reiche wird arm, der Narr gescheit: Alles zu seiner Zeit.
Das Glück bevorzugt den, der vorbereitet ist.
In jedem Winter steckt ein zitternder Frühling und hinter dem Schleier der Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.
Begeisterung erhebt das Leben über das Alltägliche und verleiht ihm erst einen Sinn.
Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt.
Wenn zwei Liebende einig sind, bedeuten Schwierigkeiten kein Hindernis.
Beklage nicht, was nicht zu ändern ist, aber ändere, was zu beklagen ist. Den Mitmenschen Freude zu machen ist doch das Beste, was man auf der Welt tun kann.
Eine Aktie kann nie zu billig sein, dass sie nicht mehr fallen könnte und sie kann nie zu teuer sein, dass sie nicht mehr steigen könnte.
Ein weiser Mensch hat das Geld im Kopf aber nicht im Herzen
Lieber weniger und dabei Zufriedenheit als viel und dabei Zank und Streit.
Wer glaubt ganz oben zu sein, ist schon auf dem Weg nach unten
Beide schaden sich selbst – der, der zuviel verspricht und der, der zuviel erwartet.
Frühere Zeiten hält man immer für die besseren
Der Kluge lernt, der Dummkopf erteilt gerne Belehrungen.
Es gehört manchmal mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
Erfolg verändert den Menschen nicht, er entlarvt ihn.
Wer sich heute freuen kann, der soll nicht warten bis morgen.
Glück ist ein Maßanzug. Unglücklich sind meist die, die den Maßanzug eines anderen tragen möchten.
Das größte Vergnügen im Leben besteht darin, das zu tun, von dem die Leute sagen, du könntest es nicht.
Man muss leben, als hätte man noch 150 Jahre Zeit. Stress ist der Feind des Lebens.
Was einer von seinem Wesenskern für Geld verkauft, bekommt er für Geld nicht wieder.
Ein Element des Erfolges, egal in welchem Beruf, ist die Lust am Handwerk.
Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
Wir können uns nicht aussuchen, wie wir sterben – oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.
Phantasie ist die Kunst aus Fehlern zu lernen, die man noch machen wird.
Wenn du zu deinem Vergnügen erst die Erlaubnis anderer Leute brauchst, dann bist du ein armer Tropf.
Man soll sich mehr um die Seele kümmern als um den Körper. Vollkommenheit der Seele richtet die Schwächen des Körpers auf, aber die Kraft des Körpers hilft der Seele nicht.
Es ist besser, etwas gehabt zu haben und verloren zu haben, als nie etwas gehabt zu haben.
Vergiss Kränkungen sofort – aber Freundlichkeiten niemals.
Das, was die meisten Menschen am notwendigsten für Ihr Alter sparen sollten, ist ein bisschen Jugend im Denken und Fühlen. Man muss durch schlechte Erfahrungen hindurchgehen und nicht drum herum.
Erinnerungen verschönern das Leben. Aber nur Vergessen macht es erträglich.
Zivilisation bedeutet, sich gegenseitig helfen.
Wer an das Gute im Menschen glaubt, der bewirkt das Gute in ihm.
Fürchte die Schatten nicht, sie bedeuten lediglich, dass irgendwo in der Nähe Licht brennt.
Wäre jeder Tag ein Feiertag, sich vergnügen wäre so ermüdend wie arbeiten.
Wenn man einem Mitmenschen all das durchgehen ließe, was man sich selbst erlaubt, wäre das Leben eine Hölle.
Wir möchten viel: Haben, Sein, Gelten. Dass einer alles hat: das ist selten.
Es gibt Dinge, für die es sich lohnt eine kompromisslose Haltung einzunehmen.
Wir Menschen verwenden unsere höchsten Kräfte zu albernen Resultaten.
Je weniger einer weiß, was er will, desto entschlossener ist er, es zu bekommen.
Beten sollst du nicht, damit dir Gott etwas gewähre und gebe, sondern weil er dir immer gibt, darum bete. Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie.
Gedanken, welche froh stimmen, tragen zur Gesundheit bei.
Loslassen: Etwas niederlegen können, ohne es als Niederlage betrachten zu müssen.
Wenn man nicht verlieren kann, verdient man auch nicht zu gewinnen. Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preisgeben.
Mit der Wahrheit ist es wie mit der Liebe: Wenn man sie bezahlt, ändert sie den Charakter. Mit imponieren nur die Ratschläge und Grundsätze, die der Ratgebende selbst beherzigt.
Je weniger einer weiß, was er will, desto entschlossener ist er, es zu bekommen. Sanftmütig ist der, wer den Nächsten und sich selbst erträgt.
Was willst du eigentlich? Frage dich das einmal in einer ruhigen Stunde und gib aufrichtig Antwort. Zur Größe kann man sich aufringen, aufschwingen, aufdulden, aber nicht aufblasen.
Wer zu handeln versäumt, ist noch keineswegs frei von Schuld. Niemand erhält seine Reinheit durch Teilnahmslosigkeit
Wenn wir die Welt schon nicht zum Paradies machen können, sollten wir sie wenigsten nicht zur Hölle werden lassen.
Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweißt, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht. Kaufe nur Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodell und Produkte du verstehst.
Reich wird, wer in Unternehmen investiert, die weniger kosten, als sie wert sind.
Kaufe eine Aktie, als würdest du das ganze Unternehmen kaufen. Strebe nicht nach dem schnellen Dollar. Suche nach Unternehmen, deren Aktien du ein ganzes Leben lang halten kannst.
Börsenblasen sind keine Missgeschicke, sondern Symptome eines Geschäftsumfelds, das durch schnelle technologische Innovationen und Begeisterung charakterisiert wird. Spiralen der Übertreibung verbreiten sich weiter und länger, als die Beobachter es verstehen können. Ganze Massen normaler Menschen glauben fälschlicherweise, dass sie die Wirtschaft und die Aktienmärkte verstehen. Selbst erfahrene Anleger gehen einem Geschäft nach, das sie gar nicht verstehen können.
Auch Baisse-Märkte sind keine Missgeschicke, sondern Symptome widerstreitender Kräfte – Anfänger ziehen sich zurück und Experten zeigen Anzeichen unangemessener Angst. Der Rest fühlt sich schlecht und diese Phase dauert länger als der anfängliche Spaß an der Party.
Das grundlegender Prinzip bleibt die Sicherheitsspanne – einen Preis zu bezahlen, der weit genug unter dem Wert liegt, um größere Verluste am Kapitalmarkt zu vermeiden. Das wichtigste Ziel ist es, das Kapital zu erhalten. Wenn man zu viel bezahlt, geht man das Risiko ein, die Unwägbarkeiten der Börsen und die Launen im Geschäft eines Unternehmens zu vergrößern. Dieses Prinzip ist verwandt mit dem vorrangigen Grundsatz der Medizin, in erster Linie nicht zu schaden (primun non nocere) – das heißt in erster Linie kein Geld verlieren.
Wenn die Verluste minimiert werden, erzeugen durchschnittliche Gewinne überdurchschnittliche Ergebnisse.
Value-Investoren sind Neuem gegenüber aufgeschlossen. Sie sind keine Techniker und betreiben auch kein Beratungsgeschäft. Sie wissen, wie man das richtige Hilfsmittel für eine bestimmte Aufgabe aussucht. Dieses Wissen setzt einen Sinn für Geschichte, Wirtschaft, Rechnungswesen voraus, ein gutes Urteilsvermögen und grundlegende psychologische Kenntnisse. Ferner wird ein spezielles Wissen benötigt, um bestimmte Geschäfte verstehen können – etwa versichungsmathematische Kenntnisse für Unternehmen aus der Versicherungsbranche, das Wissen um Verbraucherlieben für Firmen, die im Modesektor angesiedelt sind und eine Affinität für Informationen, wenn man in Medienunternehmen investieren möchte.
Die Komplexität des Rechnungswesens nimmt mit der Komplexität des Geschäfts zu. Value-Invetoren begrenzen die Auswahl ihrer Kapitalanlagen auf Geschäftszweige, die sie verstehen und deren Rechnungswesen sie verstehen können. Außerdem schätzen sie die Charakteristika der Abläufe im Rechnungswesen.
Es gibt vier Jahreszeiten an der Börse: die Zeit der Gier, der Hoffnung, der Verzweiflung und der Angst.
Lass jeden Vogel seine eigene Note singen. Nutze deine Chancen! Falls sie über keinen Killerinstinkt verfügen, sollten sie lieber nach Hause gehen. Dieses Geschäft ist nichts für passive Menschen, denen es scheinbar egal ist, ob sie gewinnen oder verlieren, die nicht in eine Vorreiterrolle schlüpfen, eine Herausforderung annehmen und weitermachen können. BILANZSBETRUG
An den Börsen wiesen die Manager hohe Werte für das Anlagevermögen aus und veröffentlichen diese Beträge auch in der Bilanz. Ebenso wurden im Geschäftsbericht entsprechend hohe, theoretische Gewinne präsentiert. In anderen Fällen behandelten die Manager geliehene Mittel nicht als Kredite, sondern als Kauf- und Verkaufstransaktionen.
Global Crossing Ltd. wurde auf den Bermudas in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, ging ein Jahr nach der Gründung an die Börse. Innerhalb kürzester Zeit wies Global Crossing eine Börsenkapitalisierung von fast 40 Milliarden Dollar auf. Zwei Jahre später war es bankrott, umgeben von Beweisen für Bilanzbetrug.
So wie viele andere in der Telekommunikationsbranche auch, hatte Global Crossing nie einen Geschäftsplan, nie einen soliden CEO und auch keine Cashflows. So wie viele Unternehmen, denen die Säulen des Lebensunterhaltes fehlten und die von Blutarmut gepeinigt wurde, verstärkte es die Akquisitionsaktivitäten. Man versuchte Größe zu kaufen, um die blockierten Geschäftspläne schnell zum Laufen zu bringen. Dank der verrückten Marktkapitalisierung hatte Global Crossing einen enorm aufgeblähten Barmittelbestand und konnte damit Unternehmenskäufe bezahlen, die die windigen Verkäufer mit Freude akzeptierten
Zu den häufigsten angewandten Tricks zählten Tauschgeschäfte von Kapazitäten. Folgendes Beispiel: Ein Unternehmen könnte einen Aufwand von 100 Dollar geltend machen, um Kapazitäten zu schaffen, die für ein anderes Unternehmen 120 Dollar wert waren und würde somit 120 Dollar bekommen. Die 120 Dollar wurden sofort als Erlös verbucht, während die Kosten auf einen Zeitraum von fünf Jahren zu je 20 Dollar verteilt wurden.
Das Unternehmen erhält im Gegenzug für 20 Dollar Kosten einen Erlös von 120 $ - ein Bruttogewinn von 100 $! Eine konservative Buchführung würde den Tausch lediglich als solchen behandelt haben, wobei kein Erlös verbucht worden wäre und die 100 $ durchaus als Kosten behandelt würden, wodurch das Endergebnis geringer ausfiele. Der Unterschied zwischen + 100 $ und – 100 $ ist wie Tag und Nacht.
Selbst bei weniger konservativen Buchführung könnten die 100 $ kapitalisiert werden, wobei im ersten Jahr nur Belastungen von 20 $ entstehen, doch der Unterschied zwischen einem Verlust von 20 $ und einem Gewinn von 100 $ ist wie Morgen und Abend.
Jedoch ist eine so aggressive Buchführung nicht von Dauer. Wenn man 100 $ an Erlösen in diesem Jahr gegen kapitalisierte Ausgaben von 20 $ auf die nächsten 5 Jahre verteilt werden, dann braucht man einen ähnlichen Betrag an steigenden Erlösen in den verbleibenden 4 Jahren, damit alles zusammenpasst. Für eine Weile wäre dies machbar, allerdings ist es ziemlich ermüdend. In der Telekommunikationsbranche der späten 90er Jahre bedeute dies, mehr Kapazitäten zu tauschen. Doch so wie Marathonläufer an die Grenzen der Belastbarkeit stoßen, geht auch den Vertretern der aggressiven Buchführung irgendwann einmal die Puste aus.
World Com: Das Unternehmen entschloss sich daraufhin, die Leitungskosten (das sind Beträge, die an lokale Telekommunikationsnetzwerke gezahlt werden, damit diese die Verbindung herstellen) als Anlagevermögen zu verbuchen und binnen kurzem wuchs dieser Bilanzposten auf mehr als 4 Mrd. $ an.
Leitungskosten werden normalerweise als betriebliche Ausgaben beschrieben, als Kosten, die die laufenden Einnahmen erwirtschaften. Somit sollten diese Aufwendungen als laufende operative Kosten verbucht werden. Sie hätten keinesfalls kapitalisiert werden (als Anlagevermögen geführt werden dürfen, das in der Zukunft hätte abgeschrieben werden können)Die Behandlung operativen Aufwands als Kapitalausgaben ist ein uralter Trick und die Bilanz somit unseriös machen.
Enron verletzte die Grundregeln der Verbuchungen von Erlösen, als es als Makler zwischen Käufern und Verkäufern von Energie auftrat. Die Honorare, die man für diese Aktivitäten erzielte, bestanden aus Provisionen, die als ein bestimmter Prozentsatz des Handelsumfangs kalkuliert wurden. Enron behandelte aber nicht nur diesen relativ geringen Prozentsatz an einem Handel als Erlös, sondern zusätzlich noch das Gesamtvolumen des Handels vermittelt wurde.
Xerox ging langfristige Leasingvereinbarungen ein, die es den Leasingnehmern ermöglichen, Maschinen vertragsgemäß zu nutzen und dafür regelmäßige Mietzahlungen zu leisten und ihnen darüber hinaus die Option einräumen, die Maschine zu kaufen. Eine ordentliche Verbuchung der Erlöse zeichnet die regelmäßigen Mietzahlungen dann auf, wenn die Zahlung eingegangen ist. Xerox verbuchte die gesamten Erlöse dann, wenn die Leasingverträge unterzeichnet waren, nicht aber über die gesamte Laufzeit hinweg.
Sunbeam, ein Hersteller von Kleingeräten und Campingausrüstungen. Die Verkäufe waren noch nicht abgeschlossen und dennoch verbuchte das Unternehmen den Umsatz als endgültig und wies Erlöse aus, indem es diese vorzeitig verbuchte.
Ein Unternehmen verkauft in der Regel Waren und Dienstleistungen auf Rechnung; es gewährt als einen Kredit: Deshalb nimmt es nicht den Kaufpreis im Gesamten ein, da Rechnungsbeträge noch offen sind. Der Verkaufspreis für Waren, die ein Kunde auf Rechnung erworben und noch nicht bezahlt hat, stellt in der Buchhaltung einen offenen Posten dar. In der Regel sind offene Posten innerhalb von 30,60 oder 90 Tagen auszugleichen. Die meisten Unternehmen, die auf Rechnung verkaufen, haben ein Mahnwesen, das die Kunden auf Kreditwürdigkeit überprüft und darauf achtet, dass die Zahlungen pünktlich eingehen. Sind die Kunden säumig, so schickt das Unternehmen Zahlungserinnerungen und verlangt die Begleichung der Rechnung. Wenn dies auch nach mehreren Versuchen nicht fruchtet, dann geht das Unternehmen davon aus, dass die Rechnung nie bezahlt wird. Offene Posten, die uneinbringlich sind, werden auf diese Weise zum Aufwand, der den laufenden Betriebskosten zuzurechnen ist.
Das bedeutet, dass das Management in jeder Periode abschätzen muss, welche Anteil des Erlöses aus offenen Rechnungen zu Aufwand werden könnte. Rücklagen
In den späten 90er Jahren verkauften Hersteller von Telekommunikationsausrüstung ihre Produkte an wenig kreditwürdige Unternehmen, wobei die Aussicht, dass die Rechnung bezahlt würde, sehr schlecht war. Dennoch wurden die Verkäufe verbucht, ohne entsprechende Rückstellungen zu bilden für die Wahrscheinlichkeit, dass ein Teil der verbuchten Erlöse niemals bezahlt würde. Bei Unternehmen, in denen offene Rechnungen eine wichtige Rolle spielen oder in denen die Abschreibungen besonders signifikant auf die Gewinne durchschlagen – in erster Linie Banken und Konsumgüterproduzenten – schenken Value Investoren diesen Punkten in der Bilanz und in den Erläuterungen im Geschäftsbericht zur Strategie des Managements besondere Beachtung.
Zu den Transaktionen zählten Deals zwischen Unternehmen, die Kabel-Abonenten und Wartungskunden „kauften“, damit sie ihre Programme und Dienstleistungen an die so gewonnen Kunden bringen konnten, im Tausch gegen Werbung für den Provider, seine Medien wie Druckererzeugnisse, Radiosendungen und Internetseiten. Kein Dollar wechselte den Besitzer, doch jede Seite legte fest, dass sie aus diesem Geschäft einen Erlös erzielt hatte. Solche Tauschgeschäfte mit einem Wert zu versehen ist schwierig und man kommt in Versuchung, den Umfang solcher Geschäfte eher aufzublähen als zu knapp auszuweisen.
Der Tausch von Kapazitäten wurde während der späten 90er Jahre auch in der Energie- und Elektrizitätsbranche praktiziert. Doch hier entwickelte sich eher eine stromlinienförmige Version, bei der der eigentliche Tausch nicht vollzogen wurde. Die Unternehmen ließen sich auf eine Art Kreisverkehr ein, also Scheintransaktionen, wobei die Gegenseite genau denselben Preis für die gleiche Sache bezahlte. Dieser Kreisverkehr bewirkte keinen wirtschaftlichen Vorteil.
Die Verschiebung der Ausgaben für das laufende operative Geschäft hin zu Kapitalausgaben kann auch umgekehrt funktionieren. Enorme Ausgaben wurden zu einem frühen Zeitpunkt getätigt, um die Performance eines späteren Zeitpunkts zu verbessern. Dies ist ein weit verbreiteter Schwindel, der auf Zielunternehmen angewendet wird. Wenn ein Unternehmen gekauft wird, kann es ausgeschlachtet werden, indem wesentliche Teile des Anlagevermögens verkauft werden, sodass die künftigen Buchungen der Ausgaben geringer werden.
Ein Teil dieser Taktik ist, so viele Ausgaben wie möglich als Akquisitionskosten zu verbuchen, nicht jedoch als Kosten des operativen Geschäfts. Dies verbessert scheinbar die Performance des Zielunternehmens und mindert die angeblich operativen Kosten des Unternehmens vor der Akquisition.
Ein Thema, das seit Jahrzehnten in den AGs der USA stark diskutiert wird, betrifft die Rechnungslegung bei einer Mehrheitsbeteiligung an einem anderen Unternehmen. Die GAAP erlaubten früher alternative Vorgehensweisen. Wenn Aktien die einzige Art der Bezahlung waren und weitere Bedingungen eingehalten wurden, konnten diese Geschäfte als Unternehmenszusammenschluss behandelt werden. Wenn Aktien die einzige Art der Bezahlung waren und weitere Bedingungen eingehalten wurden, konnten diese Geschäfte als Unternehmenszusammenschluss behandelt werden. Das Anlagevermögen und die Verbindlichkeiten wurden einfach addiert, ohne dass darum viel Aufhebens gemacht wurde oder permanent chaotische Korrekturen vorgenommen wurden.
Ansonsten wurde das Geschäft als Kauf betrachtet und musste wie alle anderen Käufe behandelt werden: Die Kosten – den Kaufpreis – wurden in der Bilanz des Käufers Posten für Posten auf der Grundlage des Anlagevermögens und der Verbindlichkeiten verbucht, die mitgekauft wurden. Wenn, wie es üblich ist, der Kaufpreis höher war als die Summe der einzelnen Posten, wurde der Überschuss als Firmenwert deklariert. Er würde wie eine Sachanlage behandelt, wobei ein Teil des Ganzen, über mehrere Jahrzehnte hinweg, als Aufwand verbucht würde. Das bedeutet, dass die jährlichen Ausgaben dafür an den Jahreserlösen zehren. Diejenigen, die lieber einen Zusammenschluss durchführen, betonten, dass der Firmenwert normalerweise den Wert erhöht und würden diese jährlich als Kosten gebucht, würde dies die Sache auf den Kopf stellen. Diejenigen, die lieber einen Kauf versuchen, betonten, dass zu den meisten Geschäften dieser Art ein Käufer und ein Verkäufer gehören, es sei keine Fusion unter Gleichen und die Buchführung sollte eigentlich die Realität darstellen.
Erst kürzlich gab es zwischen beiden Seiten einen Kompromiss. Die neue Regel besagt, dass Akquisitionen wie ein Kauf zu behandeln seien, wodurch ein Posten „Firmenwert“ entsteht, doch Aufwand entsteht nur dann, wenn dieser Firmenwert an Wert verliert, ansonsten nicht. Wer soll entscheiden, ob der Firmenwert abgeschrieben wurde?
Tatsächlich wurden auf Grund dieser Regel viele Abschreibungen vorgenommen. Die Aktionen bei AOL Time Warner zogen viel Aufmerksamkeit auf sich. Die Fusion dieser beiden Unternehmen wurde so verbucht, dass ein Konto für den Firmenwert eingerichtet wurde. Daraufhin fiel der Aktienkurs des Unternehmens so stark, dass die Buchhaltung entschied, der Firmenwert sei abgeschrieben. Das Unternehmen wurde mit 54 Mrd. $ belastet, bis dahin ein Rekord in der amerikanischen Geschichte.
Patente, Markenzeichen, Urheberrechte und andere immaterielle Vermögensteile haben immer einen Wert und werfen in der Buchführung schwierige Fragen auf. Deshalb haben sie in den Unternehmen und im Rahmen des Rechnungswesens an Bedeutung gewonnen. Wenn man diese Werte selbst entwickelt und vermarktet, verbucht man die entstehenden Kosten und belässt es dann dabei. Wenn man diese Werte kauft, dann werden die Kosten in der Bilanz erfasst. Ob sie amortisiert werden, wird ebenso bestimmt, wie es beim Firmenwert der Fall ist: Der Wert wird jährlich überprüft und wenn er gemindert wurde, dann wird er abgeschrieben, ansonsten bleibt alles so, wie es ist. Auch die Theorie dazu ist die gleiche – die meisten immateriellen Werte verlieren weder an Wert noch werden sie abgenutzt und es ist nicht erforderlich, Re- Investitionen zu tätigen. Geminderte immaterielle Werte werden entsprechend wertberechtigt.
Allerdings gibt es für immaterielle Werte mit einer festen Laufzeit eine Ausnahme, etwa die, wonach Patente (in den USA) nach 17 Jahren auslaufen. Über diesen Zeitraum hinweg muss ein Patent regelmäßig abgeschrieben werden. Die GAAP verlangen auch, dass immaterielle Werte ausgewiesen werden und sie regeln auch die Art und Weise, wie sie in den Rechnungslegungen behandelt werden. Dies ist sehr interessant zu lesen, da Unternehmen oft ein ansehnliches Vermögen an immateriellen Werten haben. Die Offenlegung zeigt auch, wie die Vermögensteile klassifiziert sind, wie sie bewertet und amortisiert wurden, ebenso die Einschätzung der Lebensdauer.
Unternehmen tauschen sehr häufig Zahlungsströme für Zinsen, wobei der Wert des Tausches von der Relation zwischen diesen beiden Zinssätzen abgeleitet wird. Die Unternehmen tauschen auch Verbindlichkeiten. Dazu gehören der Tausch von Währungen, des Ölpreises, anderer Versorgungsleistungen und unendlich viele andere Dinge, selbst das Wetter gehört dazu.
Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung verfügten in der 90er Jahren, dass Derivate zu ihrem fairen Wert verbucht und in der Bilanz als Vermögen oder Verbindlichkeiten aufgeführt werden müssen. Der faire Wert kann sich jedoch täglich ändern und es gibt nicht immer einen verlässlichen Markt, an dem man ihn messen kann. Hier sind Schätzungen erforderlich. Im Fall von Derivaten sind diese besonders schwierig, weil es nur begrenzte Aufzeichnungen aus der Vergangenheit gibt. In einem nicht untypischen Fall hielt Enron Anteile an einem polnischen Unternehmen, die es nicht verkaufen konnte und deshalb „verkaufte“ man dieses polnisches Unternehmen an eine dieser freundlichen Partnergesellschaften und verbuchte einen „Gewinn“. Dieser „Gewinn“ wurde im Geschäftsbericht ausgewiesen, doch Einzelheiten wurden nicht genannt.
Investitionen in Aktien (mit einem Stimmrecht von weniger als 20 %) werden in der Bilanz zum fairen Wert ausgewiesen, wobei die Gewinne, Verluste und Dividenden in der Regel in der Erlöskonten dargestellt werden. Mittelgroße Beteiligungen (20 – 50 % des Stimmrechts) werden als Kosten verbucht und dann jährlich korrigiert, um die Veränderungen im Eigenkapital der Investoren auf der Grundlage der Gewinne und Verluste darzustellen. Dabei werden Bardividenden als Umwandlung von Eigenkapital in Barmittel angesehen. Der Besitz von 50 % der Stimmrechte (oder mehr) ist mit Kontrollrechten verbunden und erfordert eine Verbuchung auf konsolidierter Grundlage, was bedeutet, dass alle Vermögensteile und Verbindlichkeiten des Subunternehmens in die Bücher der Muttergesellschaft übernommen werden, abzüglich der Minderheitsbeteiligungen, die von anderen gehalten werden.
Weshalb sollte man zum Beispiel über 49,5 % anstatt über höhere Beteiligungen? Das bedeutet eine einzige Zeile in der Bilanz des Investors „Aktienbeteiligungen“ zu korrigierenden Kosten, während im Finanzbericht der Muttergesellschaft nicht alle Posten der Tochtergesellschaft aufgeführt sind, einschließlich der Verbindlichkeiten. Das ist der Kern der Bilanzunwirksamkeit – bei der Vermögensteile für sie arbeiten, ohne dass Sie diese und die damit verbundenen Kosten in Ihrer Bilanz ausweisen müssen.
Aktienoptionen: kein Fall für die Buchführung Aus politischen Gründen brachten die GAAP niemals den Mut auf, Aktienoptionen im Geschäftsbericht als Kosten zu behandeln. Barauszahlungen an Mitarbeiten stellen ohne Zweifel einen Aufwand dar. Und ohne Zweifel muss das auch für die Bezahlung mit Aktien gelten. Das übliche Argument lautet, sie seien sehr schwierig zu bewerten. Doch dieses Argument ist eine Farce: Erstens wurden Methoden entwickelt und es gibt einen Markt auf den man bei der Bewertung zurückgreifen kann. Und zweitens ist diese Methode auch nicht schwieriger anzuwenden als viele andere Vorgehensweisen im Rechnungswesen und bei der Unternehmensbewertung. Dadurch wurde aber verhindert, dass Optionen als Aufwand gebucht werden.
„Die mit dem schnellen Geld kommen und verschwinden auch in der Hausse. Die soliden Typen aber überstehen auch die Baisse.“ Film Wall Street.
Buch Devisenhandel
Journal:
Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Berufen sind bei Trading Fehler ein Teil des täglichen Geschäfts und „gehören dazu“. Auch die professionellen Trader begehen ständig Fehler – gestehen sich diese auch ein. Im Gegensatz zu vielen Neulingen lernen sie aus diesen Situation und werden in der Zukunft den gleichen Fehler nicht noch einmal machen.
Viele Einsteiger konzentrieren sich vor allem auf die Gewinne und darauf, unter welchen Umständen sie diese realisieren konnten. Die Verluste und deren Ursache werden häufig vernachlässigt. Dadurch wiederholen viele Neulinge die gleichen Fehler immer wieder, sodass sich die Verluste weiter erhöhen.
Ein Journal enthält neben dem Einstiegs- und Ausstiegspunkt sowie dem jeweiligen Ausführungskurs sollte eine Erläuterung notiert werden, warum genau zu diesem Zeitpunkt und zu diesem Kurs gehandelt wurde. Weiterhin ist empfehlenswert, den Aufzeichnungen einen Chart beizufügen.
Ein Trading Tagebuch ermöglicht es, die abgeschlossenen Trades im Nachhinein noch einmal durchzugehen und zu analysieren. Es hilft, Fehler zu erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten.
Trading – Plan
Bei der Gründung einer Firma sollte es selbstverständlich sein, dass ein Geschäftsplan aufgestellt wird. Dieser enthält unter anderem einen Überblick, in welchen Geschäftsfeld die Firma tätig sein wird, somit sie handeln beziehungsweise was sie produzieren wird, über welches Kapital und welche Ausstattung sie verfügt und wie die Zielsetzung für die kommenden Jahre definiert ist. Ein Großteil der Firmen, die ohne einen ausgearbeiteten Geschäftsplan und nur mit einem vagen Konzept starten, ist nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwunden oder kommt gar nicht über die Startphase hinaus.
Das Sprichwort: „Ohne Plan plant man den Misserfolg.“ trifft auch auf das Trading zu. Ein Geschäftsplan ist daher nicht nur bei der Gründung eines Unternehmens, sondern auch beim Trading von außerordentlicher Wichtigkeit. Die größte Gemeinsamkeit unter den profitablen Tradern besteht in ihrer Herangehensweise an die Handelsthematik. Sie betrachten Trading entweder bewusst oder unbewusst als ein Geschäft und nicht als Hobby oder als Mittel zur Belustigung. Natürlich kann Trading Spaß machen. Wenn dieser Faktor aber im Vordergrund steht, sollte man lieber ins Spielcasino gehen. Das Gleiche gilt Hobbys: Im Regelfall sind sie ein kostspieliger Zeitvertreib, eher selten lässt sich mit ihnen Geld verdienen. Trader, die Trading als ein hartes Geschäft sehen und die Notwendigkeit eines Trading Plans erkannt haben, haben meist auch erkannt, dass Trading keine „get rich quick“ Methode ist. Die Bereitschaft zu harter Arbeit und der Wille zum Erfolg und die Überzeugung, wirklich traden zu wollen, müssen vorhanden sein, sonst wird man nach einiger Zeit Schiffbruch erleiden. Trading ist ein Business mit harter Konkurrenz und nur die engagiertesten Trader werden langfristig Geld verdienen.
Der Trading Plan stellt eine Art Leitfaden dar. Er hilft vor allem, definierte Ziele und die geplante Vorgehensweise nicht aus den Augen zu verlieren. Viele Einsteiger konzentrieren sich zu sehr auf belangslose Dinge und vernachlässigen die wirklich wichtigen Punkte. Ein Trading Plan verhindert, dass man sich verzettelt und vermittelt Disziplin bei der Durchführung. Viele Menschen tendieren dazu, sich eher an niedergeschriebene Regeln zu halten als an Regeln, die sie sich mental auferlegt haben. Weiterhin hilft ein Trading Plan die eigenen Stärken und Schwächen zu identifizieren.
In einem Trading Plan sollten alle Elemente aufgelistet werden, die im direkten oder auch nur indirekten Zusammenhang mit dem Handel stehen. Folgende Punkte sollte jeder Trading Plan abdecken:
Was wird gehandelt? Basiswerte
Wann wird gehandelt? Uhrzeit / Datum / Wochentag
Wo wird gehandelt? Börsenplatz
Wie wird gehandelt? Long / Short, Limit / Market
Wie viel wird gehandelt? Stückzahl
Warum wird gehandelt? Einstiegs – Setup
Der Trading Plan sollte so aufgeführt werden, dass auch ein Dritter nach den niedergeschriebenen Regeln handeln und die Handelsmethodik umsetzen könnte.
Zielsetzung:
Viele Einsteiger beginnen das Trading mit der Erwartung oder der Hoffnung vom ersten Trade an Geld zu verdienen. Häufig sind die Gewinnziele von über 100 % pro Jahr geplant. Diese Zahlen werden von den meisten Profis selbst nach jahrelangem Handel nicht erzielt.
Da man als Neuling im Normalfall über keinerlei Erfahrung verfügt sind die Erwartungen meist deutlich zu hoch gesteckt. Der Eindruck des „einfach Geldes“ wird unter anderen durch die Werbung der Trading Industrie geschaffen, Broker, Datenversorger und andere Anbieter stellen Trading in ihren Anzeigen häufig als Methode dar, mit der ohne großen Aufwand und relativ einfach viel Geld verdient werden kann. Gewinnen scheint für viele Neulinge daher selbstverständlich und unkompliziert, schließlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder der Markt steigt, oder er fällt.
Nahezu alle Berufe setzen eine Ausbildung oder ein Studium voraus. Trading stellt – entgegen der Annahmen der zumeist unbedarften Einsteiger – keine Ausnahme dar. Auch wenn zum Trading weder ein Abschluss noch eine Ausbildung nötig ist und bereits ein PC nebst einem Konto ausreichen, benötig ein erfolgreicher Trader dennoch eines: Wissen. Als Einsteiger zahlt man daher in der Regel einmal Lehrgeld in Form von Verlusten. Auch beim Trading gilt es, in seine Ausbildung zu investieren, um sich das nötige Wissen anzueignen und Erfahrungen durch das Traden zu erlangen.
Einsteiger sollten sich eines klar machen: Trading ist Minus – Summen – Spiel. Jeden Euro, den ein Trader gewinnt, muss ein anderer verlieren. Die Verluste sind in Wahrheit sogar leicht höher als die Gewinne, da dem Kreislauf ständig Geld durch die Gewinner entzogen wird, die hiermit beispielsweise ihren Lebensunterhalt finanzieren. Den Kreislauf muss also ständig Geld hinzufügt werden. Dies geschieht unter anderem auch durch den Eintritt von Einsteigern.
Die meisten Menschen agieren erfolgreicher und zielgerichteter, wenn sie ein festes Ziel vor Augen haben. Die Ziele sollten dabei nicht nur größenordnungsmäßig umschrieben, sondern auch zeitlich eingegrenzt werden und eine Vorgehensweise enthalten, wie das Ziel erreicht werden soll. Die Ziele müssen durchaus nicht immer monetäre Art sein, sondern können beispielweise auch auf die Entwicklung eines Handelssystems abzielen.
Die Zielsetzung sollte allerdings realistisch bleiben, damit man nicht demotiviert und enttäuscht wird. Auch sollten die monetären Ziele nicht zu kurzfristig definiert werden, da über kurze Zeiträume der Zufall einen großen Einfluss auf das Ergebnis hat. Erst auf lange Sicht kann der Vorteil einer Strategie über den Zufall (im Fachjargon auch Edge genannt) auszahlen. Für die ersten Monate sollte man sich erst einmal vornehmen, das Trading Kapital zu erhalten, bevor man das Generieren von Gewinnen denkt.
Disziplin:
Fragt man erfolgreiche nach Gründen für ihren Erfolg, so findet sich in den oftmals langen Begründungen immer wieder das Wort Disziplin.
Viele Trader erstellen häufig monatelangen Arbeit ein mechanisches Handelssystem, der sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwies, können diesen aber nicht in der Realität umsetzen. Stattdessen weichen sie ständig von ihrer erarbeitenden Logik ab. Ihnen fehlt es an Disziplin und Zuversicht, ein aussichtreiches Signal in die Realität umzusetzen. Statt sich an ihre Methodik zu halten, betreiben sie „second guessing“, d.h. sie versuchen, ihren Ansatz mit Hilfe ihres „Bauchgefühls“ zu verbessern. Häufig wird auch von Regeln, die das Money oder Risiko Management vorgeben, abgewichen. Bei „besonders aussichtsreichen“ Positionen riskieren viele Einstiegen deutlich mehr, als es ein sinnvolles Money und Risiko – Management zulassen. Besonders Neulinge tendieren zudem dazu, eine Position glattzustellen, sobald sie einen kleinen Gewinn aufweißt, anstatt das Erreichen des geplanten Kursziel abzuwarten.
Die aussichtsreichste Methode ist nutzlos, wenn nicht die Disziplin aufgebracht wird, die aufgestellten Regeln einzuhalten. Eine Hilfreiche Stütze ist das Niederschreiben eines Trading Plans.
Kontrolle:
Überschreitet ein Proptrader (Trader, der für eine Firma mit Firmenkapital handelt) sein tägliches Verlustlimit, kann er seinen Arbeitstag vorzeitig beenden. Begeht er immer wieder den gleichen Fehler oder hält sich nicht an vorgegebene Regeln, wird er bald seinen Job verlieren.
Eine der angenehmsten Nebeneffekte beim privaten Handel stellt sich für viele Einsteiger als eines der größten Probleme dar: die fehlende Rechenschaft gegenüber Stakeholdern oder Vorgesetzten. Als privater Trader ist man niemanden Rechenschaft schuldig. Vor allem Einsteiger haben mit diesen Punkt oftmals Probleme: Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man sich selbst kontrolliert. In einem regelmäßigen Intervall sollten die durchgeführten Trades durchgegangen und auf Fehler beziehungsweise Abweichungen vom Trading Plan untersucht werden.
Durch die Kontrolle wird man sich nicht nur besser an seine eigenen Regeln halten, sondern kann auch stetig seine Strategie verbessern und die Methodik auf Schwächen zu untersuchen. Dadurch trägt man der Tatsache Rechnung, dass sich der Markt ständig ändert und Strategien an die sich veränderten Marktverhältnisse angepasst werden müssen.
Geduld:
Viele Trader handeln nicht nur um des Erfolges wegen, sonder auch wegen des Nervenkitzels. Wenn sie nicht spätestens eine Stunde nach Handelseröffnung einen Trade abgeschlossen haben, werden sie ungeduldig und nehmen Möglichkeiten war, die ein schlechtes Reward/Risk Ration aufweisen. Bietet sich keine Gelegenheit wird häufig auch völlig ohne Grundlage gehandelt. Solche Trader neigen zum Overtrading. also zum Traden um den Trades willens.
Andere Trader dagegen bringen zu viel von der Tugend Geduld mit. Sie sind zu zögerlich und warten auf den perfekten Trader. Aus Angst von Verluste sind sie nicht der Lage den „Trigger zu ziehen“.
Stellt man bei sich selbst eine der beschriebenen Verhaltensweisen feststellen, sollte man für sich eine Höchst/Mindestanzahl an Trades festlegen, die man je Handelstag durchführen will. Es wird jeweils (nur) so lange gehandelt, bis die gewünschte Anzahl an Trades getätigt wurde. So zwingt man sich selbst zur Selektion beziehungsweise zum Durchführen von Trades.
Umsetzung:
Trader, die aktiv am Markt teilnehmen und täglich den Markt beobachten, sollten sich einen Tagesablauf erarbeiten und so an Routine gewinnen. Der tägliche Arbeitsplan sollte vom Hochfahren des PC über die anfängliche Analyse und die Nachbearbeitung am Abend alle wichtigen Schritte enthalten. Effektivität: „Die richtigen Dinge tun.“ Effizienz: „Die Dinge richtig tun.“ Robustheit ist die Fähigkeit eines Systems, seine Funktion auch bei Schwankung der Umgebungsbedingungen aufrecht zu erhalten, ohne dass Anpassungen am System nötig sind. Meist ist es sinnvoll anzugeben, wogegen das System robust ist (z. B. gegen Änderung der Umgebungstemperatur oder gegen Fehlbedienung). Die Zuverlässigkeit eines technischen Produkts oder Systems ist eine Eigenschaft, die angibt, wie verlässlich eine dem Produkt oder System zugewiesene Funktion in einem Zeitintervall erfüllt wird. Die Zuverlässigkeit eines Produkts kann entweder empirisch, durch die Ermittlung der Ausfallhäufigkeit, oder analytisch, aus der Ableitung der Zuverlässigkeitswerte der Teile des Produkts, ermittelt werden. Bei einfachen technischen Geräten wird in der Regel der empirische Ansatz gewählt. Bei komplexen industriellen Großanlagen kann der Zuverlässigkeitsnachweis hinsichtlich gefährlicher Zustände in aller Regel nur analytisch geführt werden. Technische Analyse Buch
1. Legen Sie die Haltedauer vor dem Einstieg fest Bevor sie eine Position eröffnen, sollten sie unbedingt die geplante Haltedauer festlegen. Vermischen Sie also auf keinen Fall die Zeithorizonte. Wenn Sie eine Position aufgrund eines 5 Minuten Chart eingegangen sind und Sie halten diese Position nach 4 Wochen noch immer, so haben sie eindeutig keinen legitimen Grund diese Position zu halten
2. Arbeiten Sie nicht nur auf einer Zeitebene Konzentrieren Sie sich nicht ausschließlich auf den Wochenchart oder den 5 Minuten Chart. Nicht jeder Markt kann auf jeder Zeitebene getradet werden. Viele Day Trader begehen den Fehler, ausschließlich kurzfristige Positionen zu eröffnen. Diese verursachen hohe Gebühren und fahren nur kleine Gewinne ein. Aber man braucht auch die großen Swings, um profitabel zu sein. Ungekehrt wird der gleiche Fehler gemacht: Viele Großinvestoren und auch Fonds konzentrieren sich einzig und alleine auf langfristige Bewegungen. Doch tritt eine Seitwärtsphase oder ein Bärenmarkt auftritt, wären sie besser mit kleinen, aber feinen Gewinnen gefahren!
3. Planen Sie jeden Trade Jeder Trade sollte geplant werden. Steigen Sie niemals impulsiv oder aufgrund eines Tipps in einen Trade ein. Tipps sind hilfreich, aber nur, wenn Sie noch eigene Nachforschungen und Analysen anstellen.
4. Warten Sie immer auf eine Bestätigung Wenn Sie eine Position aufgrund eines technischen Signals eröffnen, sollte dies stets nur mit einer entsprechenden Bestätigung erfolgen. Handeln Sie niemals blind und folgen Sie niemals nur einen einzigen Indikator.
5. Legen Sie den Stopp- Loss vor Positionseröffnung fest. Wie viel Sie maximal riskieren wollen, muss vor der Positionseröffnung bereits feststehen. Eröffnen Sie niemals einen Trade ohne ein Stopp Niveau. Ein einziger Fehler in dieser Sparte kann ihre ganzen Gewinne (und mehr) vernichten.
Nachhaltigkeit: „Regenerierbare lebende Ressourcen dürfen nur in dem Maße genutzt werden, wie Bestände natürlich nachwachsen. Es soll also immer etwas bewahrt werden zum Wohl der zukünftigen Generationen.“ Im allgemeinen Verständnis setzt sich der Begriff der Nachhaltigkeit aus drei Komponenten zusammen, die auch als Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit bezeichnet werden. Die ökologische Nachhaltigkeit umschreibt die Zieldimension, Natur und Umwelt für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Dies umfasst den Erhalt der Artenvielfalt, den Klimaschutz, die Pflege von Kultur- und Landschaftsräumen in ihrer ursprünglichen Gestalt sowie generell einen schonenden Umgang mit der natürlichen Umgebung. Die ökonomische Nachhaltigkeit stellt das Postulat auf, dass die Wirtschaftsweise so angelegt ist, dass sie dauerhaft eine tragfähige Grundlage für Erwerb und Wohlstand bietet. Von besonderer Bedeutung ist hier der Schutz wirtschaftlicher Ressourcen vor Ausbeutung. Die soziale Nachhaltigkeit versteht die Entwicklung der Gesellschaft als einen Weg, der Partizipation für alle Mitglieder einer Gemeinschaft ermöglicht. Dies umfasst einen Ausgleich sozialer Kräfte mit dem Ziel, eine auf Dauer zukunftsfähige, lebenswerte Gesellschaft zu erreichen. Regeln zum Positionsausstieg
1. Wenn Chart Formationen und oder andere Signale einen künftigen Trend gegen ihre Position anzeigen, ergreifen Sie Gegenmaßnahmen. Wenn Sie sich in einem Trade befinden und es erste Anzeichen gibt, dass der Markt drehen könnte, müssen sie handeln. Das Beste ist, seinen Stopp Loss enger zu ziehen und dadurch das Verlustrisiko zu minimieren. Schließen Sie allerdings nicht blindlings jede Position, sonst kommen Sie nie in die Gewinnzone.
2. Wenn Ihr Stopp erreich wird, dann steigen Sie aus Sollten die Kurse Ihren Stopp Loss erreichen, steigen Sie unverzüglich aus. Das ist der Sinn eines Stopp Loss. Trainieren Sie Ihre Disziplin und bewahren Sie Ihr Vermögen.
3. Wenn die Position von Beginn an gegen Sie läuft, schließen Sie den Trade Wenn die Position vom ersten Tag an herbe Verluste einfährt, schließen Sie die Position. Es ist unwahrscheinlich, dass das Setup, wegen dem Sie den Trade eingegangen sind, noch Gültigkeit besitzt. Steigen sie notfalls später zu einem „besseren“ Kurs erneut in die Position ein. 4. Wenn Sie nicht da sind, schließen Sie die Position Wen Sie verreisen oder sich nicht um Ihre Position kümmern können/wollen, schließen Sie Ihre Trades, bevor Sie längere zeit abwesend sind. Es könnte unter Umständen ein teurer Urlaub werden.
5. Seien Sie immer wachsam Werden Sie offenen Positionen niemals nachlässig. Verfolgen Sie sowohl Verlust- als auch Gewinnpositionen konstant, um den Marktverhältnissen entsprechend agieren zu können. Sie sollten zu jeden Zeitpunkt wissen, wann Sie die Position schließen werden und welchen Buchgewinn bzw. Buchverlust diese Position zurzeit aufweißt.
6. Eröffnen Sie, nachdem Sie ausgestoppt worden sind, nicht sofort eine Position Hüten Sie sich davor, kurz nachdem Sie aus dem Markt geschüttelt worden sind, wieder eine Position zu eröffnen. Dies kommt einem Nichtbeachten des Stopps gleich, da Sie wieder in derselben Verlustposition stecken.
7. Nehmen Sie niemals schnelle, kleine Gewinne mit Die Maxime lautet: „Verluste begrenzen, Gewinne maximieren“. Hüten Sie sich davor, Gewinnpositionen frühzeitig abzustoßen. Nehmen Sie niemals Gewinne innerhalb der ersten drei bis sechs Candles mit.
8. Verwenden Sie dynamische Stopp Loss Niveaus Passen Sie Ihren Stopp Loss der Kursentwicklung an. Ziehen Sie nach Kursgewinnen in einer Long – Position den Stopp Loss nach oben an. Minimieren Sie Ihr Risiko und sicher Sie Ihre Gewinne!
9. Vergrößern Sie niemals Ihr Risiko Bewegen Sie Ihren Stopp Loss nur dann, wenn Sie Ihr Risiko dezimieren. Vergrößern Sie niemals ihr anfängliches Verlustpotential.
10. Schließen Sie niemals eine Gewinn - Position ohne ein Ausstiegssignal Stellen Sie Gewinnpositionen erst nach einem konkreten Ausstiegssignal glatt. Allgemeine Handelsregeln 1. Rekapitulieren Sie Ihre Charts konstant Analysieren Sie täglich mehrere Charts und verfolgen Sie die Kursentwicklung nach ihrer Analyse weiter – selbst wenn Sie nicht investiert sind. Übung macht den Meister.
2. Führen Sie ein Handelsjournal Archivieren Sie jeden Trade inklusive Chart, den Sie eingegangen sind. Notieren Sie gewonnene Erkenntnisse, Gründe für den Einstieg, Stopp Niveau und Kursziel. Wenn die Position geschlossen wurde, evaluieren Sie Ihr Verhalten. Was können Sie beim nächsten Trade besser machen? Wo lagen die Fehler? Notieren Sie Nettogewinne und Nettoverlust. So sehen Sie, welche Trades dazu tendieren, in den Verlust zu laufen. Dadurch können Sie diese eliminieren.
3. Führen Sie ein Journal über Chart – Formationen Katalogisieren Sie Ihre Erfahrungen und Bemerkungen über bekannte oder von Ihnen entdeckte Chart – Formationen.
4. Entwickeln Sie einen Handelsplan Dies ist eine der wichtigsten und schwierigsten Regeln. Verfassen Sie Regeln für sich, unter welchen Umständen Sie wann Positionen schließen und öffnen. Erarbeiteten Sie Stopp Loss Techniken und definieren Sie, wann welche Technik zum Einsatz kommt. Stellen Sie sich vor, Sie seinen bei einem Hedge Fonds angestellt und Ihr Chef bittet Sie um einen schriftlichen Bericht Ihres Handelsstils.
5. Gewinnpositionen tendieren dazu, von Beginn an Gewinne zu verzeichnen. Das ist ein allgemeines Phänomen, das Sie in der strikten Begrenzung von Verlusten unterstützt.
6. Handeln Sie immer nach Ihrer eigenen Meinung Wenn Sie Short im DAX sind und die ganze Welt schreit, dass morgen der DAX durch die Decke geht, dann bleiben Sie investiert. Ändern Sie Ihre Positionen niemals aufgrund der Aussage eines anderen Marktteilnehmers – nicht einmal, wenn es Alan Greenspan ist. Ausnahme: Es ändert sich das technische Bild aufgrund der Aussage einer Position.
7. Kaufen Sie niemals eine Verlustposition nach Manche Marktteilnehmer meinen, man könne seinen Einstand „verbilligen“, wenn man eine Verlustposition aufstockt. Sie verbilligen Ihre Position auf diese Weise nicht, sondern verteuern sie, da Sie den potentiellen Verlust vergrößern.
8. Bleiben Sie am Ball Informieren Sie sich stets ausführlich. Lesen Sie Fachmagazine und Sachbücher, gehen Sie in Internetforen und besuchen sie Messen und Seminare. Dadurch bleiben sie stets über neue Techniken und Handelsansätze auf dem Laufenden. Stillstand ist Rückschritt. Rückschritt ist Verlust.
9. Ignorieren Sie die Massenmeinung über die künftige Kursentwicklung Es kann Ihnen egal sein, was Zeitungen, Fernsehen und Nachbarn über die Börse sagen. Niemand anders außer Ihnen entscheidet, wie Sie sich positionieren. Wenn Sie erkennen, dass die Masse wie Sie positioniert ist, müssen Sie die Position nicht unbedingt schließen! Lassen Sie sich nur nicht von der gerade vorherrschenden Meinung beeinflussen und konzentrieren Sie sich auf die Charts. Allgemeine Regeln
1. Untersuchen Sie, ob Sie wirklich traden wollen Bevor Sie ein erfolgreicher Trader sind, müssen Sie enorm viel lernen und Sie setzen sich großen finanziellen Risiken aus. Sie müssen in Ihre Ausbildung Geld und Zeit investieren. Es ist durchaus möglich, dass Sie in ihren Anfangszeiten zusätzlich kontinuierlich Geld verlieren. Bevor Sie sich der Herausforderung Börse stellen, fragen Sie sich, ob Sie das auch wollen.
2. Seien Sie kein Perfektionist Den perfekten Trade gibt es nicht. Verlieren ist Teil des Spiels und kommt konstant vor. Sehen Sie jeden Trade als einen von 10.000 auf einem langen Weg zum Erfolg an. Dadurch verliert ein einzelner Verlust – Trade an Bedeutung und Sie können Ihren Blick fürs Ganze schärfen. Sie werden an der Börse verlieren, die Frage ist nur, was unterm Strich steht.
3. Seien Sie ein Perfektionist Steht diese Regel nicht mit Regel 2 in Konflikt? Ganz und gar nicht! Führen Sie jeden Trade perfekt durch. Halten Sie sich mit eiserner Disziplin Ihre Regeln und halten Sie mit regelrecht religiöser Konsequenz Ihre Stopp Kurse ein.
4. Haben Sie keine Angst vor Verlusten Nichts wird Verluste mehr anziehen als die Angst davor. Beherrschen Sie Ihre Psychologie. Nehmen Sie das eine oder andere Psychologie – Börsenbuch in die Hand.
5. Seien Sie illoyal Um Ihre Flexibilität zu bewahren, müssen Sie Ihren Positionen gegenüber immer illoyal sein. Verlieben Sie sich nicht in ihre großen Gewinner – sonst schmelzen sie dahin. Sie müssen in der Lage sein, Ihre Meinung schnell zu ändern und sich dementsprechend zu positionieren.
6. Bleiben Sie bodenständig In starken Gewinnphasen kommt gerne das Super – Ich herausgesprungen – machen Sie ein paar Tage Pause, wenn Ihr Depot exorbitant angewachsen ist.
7. Machen Sie Pausen nach Verlustphasen Noch viel wichtige ist, nach Verlustphasen ein paar Tage Pause zu machen. Wenn Ihr Depot um 20 % geschrumpft ist, gönnen Sie sich eine Auszeit. Sie sind zu diesem Zeitpunkt nicht in Einklang mit den Märkten.
8. Werden Sie kein Fachidiot Es gibt noch andere schöne Dinge auf der Welt außer Börse.
Das Spiel der Spiele: Käufer vs. Verkäufer
Nur wer sich langsam bewegt, kann den Weg vor sich genau erkennen.
Geht ein Holzfäller in den Wald, dann wählt er einen Baum aus und fällt ihn. Genau so ist es beim Trading. Hat sich der Trader einen guten Überblick über die Gesamtsituation verschafft, dann muss er sich für eine Einstiegsmethode, einen Stopp und ein Kursziel zur Gewinnmitnahme entscheiden.
Ihr Tradingplan muss aus diesen drei Teilen bestehen: Einstieg, Stopp, Ausstieg
Trading Guide
Aktion und Reaktion
Jeder Aktion des Kurses entspricht eine Reaktion, sowohl im zeitlichen als auch im räumlichen Sinne. Die Reaktionen sind aber nicht unbedingt identisch. Unter Umständen entsprechen sie der Aktion zeitlich, aber nicht räumlich, oder umgekehrt. Darin liegt eine Methodik des Tradens verborgen und auch die Möglichkeit, ein Ungleichgewicht des Marktes festzustellen.
Nehmen wir zum Beispiel an, dass die Aktion aus einem Kursanstieg um 10 Punkte in 5 Tagen bestehen. Die entsprechende Reaktion wäre ein Verlust von 10 Punkten in 5 Tagen.
Wenn nun aber der Kurs in 5 Tagen nur um 5 Punkte nachgibt, dann hatte die Reaktion einfach zu wenig Zeit. Die nächste Aktion wird wahrscheinlich ein Anstieg um 5 oder 10 Punkte in den nächsten 5 Tagen sein, um die vorherige Aktion und Reaktion auszugleichen.
Korrektur
Der Kauf während einer Korrektur nach einem Zeichen der Stärke erlaubt es Ihnen auf einen fahrenden Zug aufzuspringen und dabei das Risiko gering zu halten, ausgestoppt zu werden. Beim Kauf in einer Korrektur während einer kurzfristigen Schwäche sollte ein Stopp von einer durchschnittlichen Spanne verwendet werden. Kaufen Sie bei Stärke ist, dann ist ein größerer Stopp erforderlich.
Die meisten Schübe korrigieren um ungefähr 50 %. Sie kaufen bei einer kurzfristigen Schwäche in Erwartung eines Umkehrpunktes. Ein Trade wird sicherer, wenn sie Ihre Position während einer Korrektur und nicht während des Ausbruchs eröffnen. Sie werden zwar einige große Kursbewegungen verpassen, aber Sie können Ihre Stopps mit geringerem Abstand platzieren.
Die Nachteile: Sie werden einige große Kursbewegungen verpassen, wenn sie auf die Korrektur warten, um ihre Position zu eröffnen. Sie wissen nicht, auf welchem Kursniveau während der Korrektur Sie Ihre Position eröffnen sollen Die Korrektur könnte sich als Trendwende herausstellen und so zu Verlusten führen.
Zusammenfassung Handelssysteme: Traden Sie nicht mit Rohstoff Handelssystemen, wenn Sie nicht über genügend Kapital verfügen. Um von den Vorteilen eines Handelssystems zu profitieren, müssen Sie seine Regeln mit geradezu religiöser Hingabe befolgen. Erkennen Sie die Grenzen der historischen Ereignisse. Glauben Sie nicht alles, was in den Broschüren der Anbieter steht. Stellen Sie dem Anbieter die „richtigen“ Fragen Bilden Sie sich selbst auf den Gebieten der Handelssysteme du der Technischen Analyse weiter.
Zeitrahmen:
Die Verwendung mehrerer Zeitrahmen stellte sich als grundlegender Fortschritt in der Technischen Analyse heraus, der die Ergebnisse beim Trading stark verbessern kann. Heute beobachten viele Trader mehr als nur einen Zeitrahmen während der Marktanalyse. Aber nur wenige haben diese Idee zu einer umfassenden, effizienten Trading – Methode weiterentwickelt, die analytische Raffinesse mit praktikabeln Regeln und Prinzipien vereint. Manche Markttechniker haben mit verschiedenen Zeitrahmen experimentiert andere nicht. Betrachten wir diese Konzept etwas genauer.
Was bedeutet der Begriff Zeitrahmen eigentlich? Ein Zeitrahmen ist eine regelmäßige Auswahl von Kursen in einer zeitlichen Abfolge, angefangen von einzelnen Ticks und Minuten bis hin zu Jahren, aber natürlich gibt es nach oben keine Begrenzung. Einen bestimmten Zeitrahmen zu wählen ist keine Hexerei. Alle Zeitrahmen sind eigentlich frei wählbar aus Gewohnheit anstatt auf Grund von wissenschaftlichen Erkenntnissen festgelegt. Theoretisch besteht zwischen einen Wochenchart und einen 9 Tage Chart kein wirklicher Unterschied, ebenso wenig wie der Tageschart dem 16 Stunden Chart überlegen ist.
Wie viele Zeitrahmen sollte ein Trader beobachten? Wenn drei Zeitrahmen besser sind als einer, sind dann nicht zwölf Zeitrahmen viel Mal besser? Theoretisch gibt es unzählige Zeitrahmen, angefangen vom Tickchart bis hin zur Unendlichkeit. Natürlich können wir niemals alle beobachten. Und glücklicherweise müssen wir das auch nicht.
Vergessen Sie nicht, dass zwei Zeitrahmen, die sehr nahe beieinander liegen, auch fast identische Resultate zeigen. Obwohl ein Trader vielleicht nicht genau weiß, welcher Zeitrahmen genau der richtige ist, so wird er doch erkennen, dass sich die Informationen zweier sehr eng beieinander liegender Zeitrahmen fast genau gleichen und somit für diese Zwecke nur von geringem Wert sind.
Die Fünffach – Regel hilft bei der Feststellung der gewählten Zeitrahmen für diese Art der Analyse. Diese Regel besagt, dass der nächstgelegene Zeitrahmen ungefähr fünf Mal länger sein soll als der fokussierte Zeitrahmen. Der zweite längere Zeitrahmen soll wiederum fünf Mal länger sein als der erste Zeitrahmen und so fort. Dementsprechend soll der kürzere Zeitrahmen sein als der fokussierte Zeitrahmen und so weiter.
Brauchbare Zeitrahmen: 30 Minuten / 1 Stunde / 1 Tag / 1 Woche / 1 Monat / 1 Quartal / 1 Jahr / 5 Jahre / 10 Jahre
Trader, die Unterstützung und Widerstand analysieren, werden viel erfolgreicher sein, wenn diese Bereiche der Unterstützung und des Widerstandes in verschiedenen Zeitrahmen koordiniert werden. Ein Tageswiderstand, der vom Wochenchart und/oder vom Monatschart bekräftigt wird, wird bis zu drei Mal stärker sein und besser halten als einer, der ohne diese Bestätigung alleine steht. Durch die Beobachtung eines kürzeren Zeitrahmens lässt sich feststellen, ob ein Widerstand oder eine Unterstützung stark oder schwach ist. Ein Trader, der den größeren Zusammenhang kennt und versteht, wird immer erfolgreichen sein als ein Trader, der nur einen Zeitrahmen betrachtet.
Man muss sein Niveau immer an sein Publikum anpassen.
Handels-Mythen
Mythos: Nur gute Handelssysteme kosten sehr viel Geld Fakt: Wir haben Systeme für 100 $ getestet, die erfolgreicher waren als bestimmte Systeme für 10.000 €. Es gibt keinen Heiligen Gral. Wird sind der Meinung, dass man für ein gutes Handelssystem nicht mehr als 3.000 $ bezahlen sollte.
Mythos: Die Märkte sind zu chaotisch, als dass ein einfacher Ansatz funktionieren könnte. Fakt: Die Märkte sind gar nicht so komplex. Entweder besteht ein Trend oder es besteht keiner. Wenn ein System zu intelligent konstruiert ist, dann versucht es, von jeder Kursbewegung zu profitieren. Wir haben einfache Systeme, die einen Trend erkennen und in diese Richtung gehen, während komplexere Systeme oft auf jede kleine Schwankung reagieren, aber dafür den vorherrschenden Trend verpassen.
Die Märkte sind zu verschieden, als dass ein einfacher Ansatz funktionieren könnte. Wir haben noch keinen einzigen Ansatz gesehen, der in jedem Markt funktioniert. Aber es gibt mehrere Systeme, die in den wichtigsten Märkten einsetzbar sind. Lässt sich ein System gut zum Handel mit dem Schweizer Franken einsetzen, dann sollte es sich auch ohne Modifikationen für den Handel mit Währungen eignen.
Mythos: Wird ein System auf verschiedenen Märkten angewendet, dann müssen die Parameter für jeden Markt eigens angepasst werden. Beruht ein System auf korrekten Marktprinzipien, dann sollte es auch ausreichend robust sein, um bei ähnlichen Parametern in verschiedenen Märkten zu bestehen. Natürlich wird es immer einige Einstellungen geben, die angepasst werden müssen. Ein 1.500 $ Stopp im S&P 500 unterscheidet sich gewaltig von einem 1.500 $ Stopp bei Mais. An Stelle von fixierten Parametern sollte Parameter verwendet werden, die sich dem Markt anpassen (wie zum Beispiel die Verwendung eines prozentualen Stopps an Stelle eines 1.500$ Stopps.) So kann die marktspezifische Optimierung umgegangen werden.
Mythos: Alle guten Systeme werden von millionenschweren THBs kontrolliert. Die meisten guten THBs verwenden Handelssysteme, die auch von jedem anderen Interessenten gekauft werden können. Viele bekannte THBs arbeiten mit der ganz einfachen Kanal – Ausbruch – Methode. Die Gründe für den oft bedeutend größeren Erfolg der THBs sind: a) Hinter ihren Trades steckt viel mehr Kapital und b) sie handeln so große Stückzahlen, dass sie von den Vorzügen der Portfolio Analyse und des Money Management profitieren können.
Die Märkte ändern sich ständig, daher müssen die Systeme regelmäßig aktualisiert werden. Ist ein System gut konstruiert und basiert es auf korrekten Marktprinzipien, dann sollte es jede Marktlage überleben. Vergessen Sie nicht: Der Markt ist in einem Trend oder nicht. Kein System wird immer nur Gewinne erzielen. Es wird Zeiten geben, in denen der Kurs keine eindeutige Richtung hat und dann kommt es bei allen Systemen zu Verlusten. Die Neuanpassung eines Systems führt zu Kurvenanpassung an die jüngsten Marktdaten. Wer weiß schon wie lange sich der Kurs noch auf dieselbe Weise verhalten wird.
Ich erwarte denselben Gewinn und Verlust, den das System bei Tests erzielt hat. Meiner Erfahrung nach können sie mit dem halben Gewinn und dem doppelten Verlust rechnen. 1) Eine Computersimulation kann die Gegebenheiten des Marktes nicht reproduzieren. 2) Jede Überprüfung anhand historischer Daten unterliegt in gewisser Weise einer Optimierung.
Rohstoffe & Jim Rogers
Nachdem ich die Grundregel des Investierens gelernt hatte – kaufe Wertvolles billig ein -, begann ich die Märkte und zwar alle Märkte, nach unterbewerteten Assets abzusuchen.
Als ich 1982 öffentlich sagte, die Aktienbaisse sei vorbei und es sei wahrscheinlich wieder an der Zeit in Aktien zu investieren, hielt man mich für verrückt. Das war ein gutes Zeichen. Mir war damals schon klar geworden, dass ich das meiste Geld verdient hatte, indem ich dort investierte, wo es sonst niemand tat und der Aktienmarkt wurde damals viel zu pessimistisch beurteilt.
Während der Börsenhysterie der späten 20er Jahre ließ sich Bernard Baruch eines Tages die Schuhe putzen und der Schuhputzer begann ihm Aktientipps zu geben. Als seine Schuhe wieder glänzten, ging Baruch zurück in sein Büro – und verkaufte alle seine Aktien.
Schließlich war ich alt genug, um zu wissen, dass man immer von der Herde kritisiert wird, wenn man sich von ihr entfernt. Man wird sogar beschimpft und als „Verrückter“ bezeichnet. Aber für einen Investor ist das eine positive Sache. Wenn ich mich von der Herde entfernt hatte, habe ich fast immer eine Menge Geld verdient. Wenn man neue Wege finden will, dann muss man den alten Weg verlassen.
Ohne Futures Märkte, wo die Rohstoffpreise ermittelt und reguliert werden, wären Dinge rar und oft auch zu teuer, die wir alle zum Leben brauchen.
Mais ist Mais, Blei ist Blei und sogar Gold ist nur eine Ware, deren Preis davon abhängt, wie viel von dem Zeug verfügbar ist und wie viele Leute es unbedingt haben wollen. Wenn Angebot und Vorräte reichlich sind, werden die Preise niedrig sein; aber wenn man zulässt, dass die Vorräte zur Neige gehen und die Nachfrage steigt, dann werden die Preise ebenso unvermeidlich steigen.
Sicherheit ist für jeden vernünftigen und verantwortungsbewussten Investor ein Fremdwort. Nur politische Ideologen und andere Verrückte glauben, sie seien im Besitz der Wahrheit.
1956 hatte der oberste Gerichtshof die Regierung dazu ermächtigt, den Erdgaspreis zu regulieren. Washington hielt den Preis derart niedrig, dass es für die Produzenten in Oklahoma wirtschaftlich sinnvoller war, das Gas abzufackeln, als es zu fördern, während sie Öl pumpten. Und natürlich gab es keine Anreize, neue Öl- und Gasvorkommen zu suchen, denn Energie war in den 50er und 60er Jahren reichlich vorhanden (und folglich billig). Die Explorer gingen Pleite und die Suche nach neuen Vorkommen kam zum Stillstand. Gleiches galt für die meisten anderen Rohstoffe – hohes Angebot niedrige Preise. Aber wenn die Vorräte bestimmter Rohstoffe auch noch so groß sind – falls sie nicht regelmäßig ergänzt werden, sind sie irgendwann erschöpft und die Preissteigerungen sind die Folge. Dann verschwanden alle diese riesigen Öl und Gasvorräte – und Ersatz gab es nicht, weil in dieser Branche seit Jahren niemand mehr Geld verdient hatte.
Erfahrene Trader rechnen mit Rückschlägen und wenn die Preise sinken kaufen sie noch mehr. Erfahrene Rohstofftrader wissen, dass sie sehr oft falsch liegen werden.
Hedging ist eine defensive Maßnahme.
Such dir eine Preisbewegung aus und hoffe, dass sie eintreten wird. Bei jedem Rohstoff dauert es seine Zeit, bis er entdeckt, angebaut, produziert oder verschifft ist. Die Exploration und Produktion energetischer Rohstoff kann Jahrzehnte dauern. 1969 wurden in der Nordsee Ölvorkommen entdeckt, aber dieses Öl kam erst 1977 auf den Markt. Sogar ein 1.000 Kilo Stier braucht von der Empfängnis bis zur Schlachtreife zwei Jahre; ein Kaffeestrauch braucht 3-5 Jahre, ehe er Früchte trägt. Deshalb dauern Haussephasen an den Rohstoffmärkten so lange.
Fragen zum Angebot von Rohstoffen:
Wie viele Tonnen an Reserven gibt es? Findet die Produktion in Gegenden statt, wo es Unruhe geben könnte? Wie hoch sind die aktuellen Lagerbestände? Wie viele Minen gibt es? Wie hoch ist das potentielle Angebot in den nächsten 10 Jahren?
Expandieren die alten Minen? Wann? Wie viel wird das kosten? Wie viel (Kupfer) wird die Produktionsausweitung bringen? Wie lange wird es dauern, bis das zusätzliche Angebot auf den Markt kommt?
Wie hoch ist dieses potentielle Angebot? Wie teuer sind Erschließung und Produktion? Wann werden diese neuen Angebotsquellen verfügbar sein? Wann wird das neue Angebot auf den Markt kommen?
Fragen zur Nachfrage von Rohstoffen:
Was ist der wichtigste Verwendungszweck dieses Rohstoffes? Welche der aktuellen Verwendungen wird weiter bestehen? Welche Alternativen gibt es, um den Rohstoff zu substituieren, falls der Preis stark steigt? Welche neuen Anwendungen könnten durch den technologischen Fortschritt entstehen?
Das römische Reich erlebte seinen Niedergang und Zerfall, wie es allen Reichen geht, höchstwahrscheinlich, weil es ein zu großes und zu weit entferntes Territorium mit zu vielen Truppen besetzt hatte. Das ist eine schwieriges und extrem teures Unterfangen und eine Geschichtslektion, die die USA, heute in mehr als 100 Ländern mit Truppen vertreten, nicht unbeachtet lassen sollten.
Wenn Ihnen jemand sagt, dass er nie etwas von ihrem Geld verlieren wird, dann sollten Sie auf dem Absatz kehrtmachen. Es ist unmöglich, auf jedem Markt immer zu gewinnen. Ein Käufer muss sich stets in Acht nehmen!
Kaum jemand bemerkt den Anfang einer Hausse. Wenn die Preise aber weiter steigen, riechen erfahrene Investoren den braten und im Lauf der Zeit werden immer mehr Marktteilnehmer optimistisch, weil die Preise trotz Konsolidierungen weiter anziehen. Jeder verdient Geld, das bleibt den nicht investierten nicht verborgen, auch sie werden nun angezogen. Schon bald geben ehemals vernünftige Leute ihre Jobs auf um Day Trader werden…
Effizienz: Mit dem kleinsten Aufwand den größten Nutzen erreichen.
Liquidität-Rendite-Sicherheit
Es gibt einige wenige ökonomische Grundmechanismen, die Anleger kennen und beherrschen sollten, weil sie unmittelbar Einfluss auf ihre Finanzen haben. Prinzipiell lassen sich Anlageprodukte nach 3 Faktoren beurteilen:
Liquidität – Rendite – Sicherheit
Abhängigkeit der Faktoren untereinander:
Höhere Rendite geringere Liquidität geringere Sicherheit
Höhere Liquidität geringere Rendite geringere Sicherheit
Höhere Sicherheit geringere Rendite geringere Liquidität
Die Geldtypen:
Souveräne haben eine positive Einstellung zum Geld und sind bestrebt, ihren hohen Lebensstandard und ihre finanzielle Unabhängigkeit zu wahren. Charakteristisch ist ihr hohes Maß an Eigenverantwortung und ihre Bereitschaft, kalkulierbare Risiken einzugehen. Sie verfügen über einen hohen Sachverstand in Geldangelegenheiten und sind in ihrem persönlichen Umfeld als Ratgeber gefragt. Ihre persönliche materielle Zukunft schätzen sie vergleichsweise optimistisch ein.
Ambitionierte Suchen das Gesprächsthema im Bekanntenkreis. Geld zu haben gibt ihnen das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit, es ist Vorraussetzung für Lebensqualität. Ambitionierte haben Spaß an Finanzthemen, informieren sich regelmäßig über Börsenkurse und sehen es als reizvolle Herausforderung in Geldangelegenheiten fit zu sein. Charakteristisch ist ihr hohes Maß an Autonomie und Eigenverantwortung sowie ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen. Ambitionierte sehen ihrer persönlichen Zukunft sehr optimistisch entgegen.
„Ich weiß, dass ich jetzt etwas sehr Böses machen werde, aber mein irrationales Ich ist stärker als mein Entschluss.“ Medea
Wie Medea diesen klassischen Ausspruch getätigt hat, kurz bevor sie ihre Kinder tötete, gestehe ich, dass ich Trades eingegangen bin, bei denen ich wusste, dass ich verlieren würde, mich aber tatsächlich nicht in der Lage gefühlt habe, anders zu handeln. Fast scheint es so, als ob in der Seele der sterblichen Trader irgendeine Kraft schlummert. Alles in allem wird Sie Ihre auf Angst beruhende innere Stimme von wesentlich mehr guten Trades abhalten, als dass Sie sich selbst für schlechte Trades entscheiden.
Vergessen Sie bitte niemals, dass es sich bei der Börsenspekulation in erster Linie um ein Geschäft handelt, dass sich im Kopf abspielt. Wenn das Denken nicht unbedingt zu ihren Stärken gehört oder es Ihnen schwer fällt, die richtigen Antworten zu finden, dann sollten Sie sich lieber aus dem Staub machen.
Es gibt 10 Marktsektoren: Grundstoffe, Zyklische Konsumgüter, Energie, Finanzdienstleister, Gesundheitswesen, Gewerbe, Technologie, Telekommunikationswesen und Versorger. Jeder dieser Sektoren kann aus 12 oder mehr Branchen bestehen. Zum Technologiesektor gehören Branchen wie das Computerwesen, Internet, Bürogeräte und Halbleiterelektronik. Zu den Finanzdienstleistern zählen zum Beispiel Banken, Versicherungen und Wertpapier Handelshäuser.
Wichtige Branchen:
Automobile Banken Biotechnologie Chemie Einzelhandel Energie Essen & Trinken Freizeit Gesundheit Halbleiter Hardware Immobilien Industrie Internet IT-Services Kommunikation Software Versicherungen
Man ist nur so reich wie man sich fühlt. Reich ist der, der weiß, dass er genug hat
Güterzugtheorie: Sobald ein Zug auf eine bestimmte Geschwindigkeit beschleunigt hat, ist es unmöglich, ihn abrupt zum Stehen zu kriegen. Sicherlich habe ich die Möglichkeit, die Notbremse zu betätigen. Trotzdem wird es eine bestimmte Zeit dauern, bis die Antriebskraft derart verringert wird, dass der Zug quietschend zum Stehen kommt. Trendverhalten
„Das Leben ist eine fortwährende Ablenkung, die nicht einmal zur Besinnung darüber kommen lässt, wovon sie ablenkt.
Das neue ist nicht immer das Bessere, aber das Bessere ist immer neu.
Eine Tonne Hektik ersetzt kein Gramm Dynamik
Gewohnheiten sind Fingerabdrücke des Charakters
Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist, sondern mich interessiert, was getan werden muss.
Der Machtlose entschädigt sich gern durch die Überzeugung, ein besserer Mensch zu sein.
Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, stellen wir fest, das wir genau das besitzen was wir uns wünschen.
Der größte Fehler im Leben den man machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Freude lässt sich nur voll auskosten, wenn sich ein anderer mitfreut.
Einen Tag lang ungestört in Muße zu verbringen, heißt, einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein.
Je länger man lebt, desto deutlicher sieht man, dass die einfachen Dinge die wahrhaft größten sind.
Trotz aller menschlichen Fortschritte des Geistes wird immer noch zu wenig gelesen.
Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann.
Wenn ein Mann etwas Blödsinniges tut, dann tut er es immer aus den edelsten Motiven.
Glück kann man mit Geld nicht kaufen, aber mit Geld kann man Anderen Glück kaufen.
Denke daran, dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.
Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meiste nur in die Höhe gucken und, was zu ihren Füßen liegt, nicht achten.
Man verliert die meiste Zeit damit, dass man Zeit gewinnen will. Am schwierigsten ist es, die Meinung geheim zu halten, die man von sich selber hat.
Der Humor nimmt die Welt hin wie sie ist, sucht sie nicht zu verbessern und zu belehren, sondern sie mit Weisheit zu ertragen.“
Investieren = Bullen reiten, Der Bulle versucht einen immer wieder abzuwerfen. Je kleiner der Hebel, desto fester sitzt man im Sattel. Man kann den Wert dadurch länger festhalten.
Selbsterfüllende Prophezeiung
Die sich selbsterfüllende Prophezeiung (engl. self-fulfilling prophecy) ist eine Vorhersage, die sich deshalb erfüllt, weil derjenige oder diejenigen, die an die Prophezeiung glauben, sich – meist unbewusst – aufgrund der Prophezeiung so verhalten, dass sie sich erfüllt. Im Gegensatz zur selbsterfüllenden Prophezeiung steht die selbstzerstörende Prophezeiung (engl. self-defeating prophecy, auch self-destroying prophecy), bei der der Betreffende sich so verhält, dass die Prophezeiung gerade nicht in Erfüllung geht. Beide Begriffe gehen zurück auf Robert K. Merton. Dieser bezeichnet den Denkfehler, die eigene Rolle zu übersehen und die Ereignisse dann als Beweis für die eigene Vorhersage anzuführen, pointiert als reign of error („Fehlerherrschaft“, als Wortspiel zu reign of terror „Schreckensherrschaft“).[ Selbsterfüllende Prophezeiung: Ein als Vorhersage getarntes, gezieltes Gerücht entfaltet eine Eigendynamik, die es schließlich wahr macht. Dieses Mittel wird u.a. bei Machtkämpfen in der Politik und der Wirtschaft eingesetzt. Der Glaube an die Vorhersage „Bei diesem Leistungstest werde ich versagen“ führt zu so verschlechterten Leistungen, dass das Vorhergesagte eintritt. Die Furcht vor der Konfrontation mit einem zu hohen Blutdruck lässt den Blutdruck bei vielen Menschen vor einer Messung derart ansteigen, dass tatsächlich erhöhter Blutdruck gemessen wird. Kritiker von Horoskopen machen darauf aufmerksam, dass Vorhersagen wie „Du wirst in dieser Woche eine junge Frau näher kennenlernen“ oder „Dir droht diese Woche ein Verkehrsunfall“ zu einer Änderung des Verhaltens derer führen könnten, die daran glauben: Sie sprechen zum Beispiel mutiger als sonst jemanden an oder fahren ängstlicher. Damit werde also nicht bewiesen, dass Horoskope real beweisbare gültige Voraussagen seien. Ein klassisches Experiment wurde 1968 von Robert Rosenthal an US-amerikanischen Grundschulen durchgeführt: Zunächst überzeugte er mit einem Scheintest das Kollegium davon, dass bestimmte, von ihm zufällig ausgewählte Schüler so genannte hochintelligente „Aufblüher“ seien, die in Zukunft hervorragende Leistungen zeigen würden. Bei einer Intelligenzmessung am Schuljahresende hatten sich die meisten dieser Schüler tatsächlich im Vergleich zu ihrem am Anfang des Schuljahres erfassten Intelligenzniveau stark verbessert (45 Prozent der als „Überflieger“ oder „Aufblüher“ ausgewählten Kinder konnten ihren IQ um 20 oder mehr Punkte steigern und 20 Prozent konnten ihn gar um 30 oder mehr Punkte steigern). Dieser nach ihm benannte Rosenthal-Effekt wurde seither viele Male repliziert. Selbstzerstörende Prophezeiung: Die Vorhersage eines Unglücks (etwa einer Brandkatastrophe) führt dazu, dass Maßnahmen eingeleitet werden, die dieses Unglück unmöglich machen. Ein Attentat wird vorhergesagt, weshalb Gegenmaßnahmen ergriffen werden, so dass das Attentat vereitelt wird. Die Prophezeiung des überwältigenden Wahlsieges durch eine populäre, politische Partei kurz vor dieser Wahl führt dazu,, dass aufgrund dessen ihre Wähler der Wahl fernbleiben, da ihnen der Wahlsieg auch ohne ihre Stimme sicher erschien.
Ein Erklärungsprinzip in der Soziologie Die „selbsterfüllende Prophezeiung“ ebenso wie die „selbstzerstörende Prophezeiung“ wurden von Robert K. Merton (1948) als soziale Mechanismen zur Erklärung der Auswirkungen bestimmter Einstellungen und Handlungsweisen analysiert, gemäß dem sog. Thomas-Theorem: "Wenn die Menschen Situationen als real definieren, sind sie in ihren Konsequenzen real." Merton demonstriert an exemplarischen Fällen, wie das soziale in Erscheinung Treten einer Prognose die ausschlaggebende Ursache dafür wird, dass diese Prognose wahr wird. So kann unter geeigneten Umständen das Auftauchen des Gerüchts über die Illiquidität einer Bank zu deren tatsächlichem Zusammenbruch führen; sei dieses Gerücht anfangs objektiv begründet oder nicht. Ein anderes Beispiel nimmt Merton aus dem Bereich der sozialen Vorurteile: so haben viele Angehörige der weißen Arbeiterklasse gegenüber Farbigen das Vorurteil, diese seien "Verräter an der Arbeiterklasse", weil sie als Lohndrücker am Arbeitsmarkt aufträten. Daher sollten diese auch von der Mitgliedschaft in Gewerkschaften ausgeschlossen werden. Dieses Vorurteil wirkt dann aber als eine Prognose, die sich selbst erfüllt. Denn dadurch, dass Farbige von der Gewerkschaftsmitgliedschaft ausgeschlossen werden, sind dieselben praktisch dazu gezwungen, sich als Lohndrücker zu betätigen. In der berühmten Studie "An American Dilemma" unter Leitung von Gunnar Myrdal wurden die Rassenvorurteile in den USA ebenfalls auf einen sich selbst verstärkenden Prozess von Vorurteilen zurückgeführt, die ihre eigene Bestätigung produzieren. Die Lebensbedingungen der farbigen Bevölkerung auf niederstem Standard führen zu Vorurteilen der weißen Bevölkerung gegenüber Farbigen, was wiederum dazu führt, dass Farbige diese Bedingungen nicht verlassen können. Die Ergebnisse der Studie haben dazu geführt, dass das Oberste Gericht gegen die Rassentrennung an den Schulen entschied, was als offizielle Anerkennung der Theorie der kumulativ-zyklischen Verursachung auszulegen ist. Jedwede öffentliche Verbreitung von Vorhersagen oder auch von Warnhinweisen vor möglichen Ereignissen kann zu erwünschten oder unerwünschten Änderungen in den Verhaltensweisen der Empfänger dieser Informationen führen, die selber den prognostischen Gehalt dieser Informationen verstärken oder reduzieren. Am bekanntesten ist diese Erscheinung bei Wahlprognosen, weshalb Wahlumfragen kurz vor dem Wahltermin in vielen Staaten gesetzlich untersagt sind. Wenn ein Verbraucher seine Präferenzen für ein bestimmtes Gut verändert, nur weil er die Konsumpräferenzen anderer Verbraucher beobachten kann, so wird dieser soziale Effekt in der Mikroökonomie als "Bandwagon-Effekt" bezeichnet. Ein entsprechendes Anlegerverhalten wird auch "Herdenverhalten" genannt. Als Problem der Methodologie Die Tatsache, dass veröffentlichte Prognosen auf das prognostizierte Systemverhalten zurückwirken, wird nicht selten als Argument vorgebracht, um die Prognostizierbarkeit solcher Systeme überhaupt für unmöglich zu bezeichnen. Methodologisch wird hierdurch ein komplexes Problem aufgeworfen, weil in den Prognosen der experimentalen Naturwissenschaften durch die genaue Einhaltung einer Versuchsanordnung die uns geläufige zweiwertige Logik oft reicht: Die Prognose ist dann je nach Versuchsausgang entweder wahr oder falsch (W|F). Für die Prognose in den Sozialwissenschaften wird aber zur Aufnahme aller Optionen der hörenden Betroffenen eine erkenntnistheoretisch mehr als zweiwertige Logik wie zum Beispiel die Günther-Logik benötigt. Beispiel: Auf die Prognose, ein Schiff werde morgen nach der Ausfahrt kentern, kann der Kapitän damit reagieren, dass er sich diesem „Entweder-Oder“ von Kentern oder Nichtkentern gar nicht stellt, sondern eine dritte Option wählt, nämlich im Hafen liegen bleibt - ein bereits von Aristoteles überlegtes Beispiel: Wie das logisch fassen? Günther setzt hier neben „W“ und „F“ den dritten Wert „V“ ein [s.a. : Polykontexturalitätstheorie]. Selbsterfüllende Prophezeiung und Attraktivitätsstereotyp Allgemeines Im Bereich der Differentiellen Psychologie taucht die selbsterfüllende Prophezeiung auch im Zusammenhang mit dem Attraktivitätsstereotyp (Was schön ist, ist auch gut) auf. Hierzu führten die Psychologen Snyder, Berscheid und Tanke 1977 eine Studie durch, die 1981 von den Psychologinnen Susan M. Andersen und Sandra L. Bem erweitert wurde. Die Studie soll zeigen, dass Stereotype aus dem Bereich der Attraktivitätsforschung zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden können. Aufgrund des vorherrschenden Stereotyps der physischen Attraktivität werden attraktiven Menschen mehr sozial erwünschte Charakterzüge wie Aufgeschlossenheit, Freundlichkeit und Geselligkeit zugeschrieben. Studien besagen, dass daher attraktive Menschen von ihren Mitmenschen entsprechend – ebenfalls offen, freundlich - behandelt werden und dementsprechend mit einem ähnlichen Verhalten reagieren, wodurch sie den Stereotyp bestätigen. Diese Verkettung kann man dann als selbsterfüllende Prophezeiung bezeichnen. Studie von Snyder, Berscheid, Tanke (1977) Durchführung Die Probanden waren 51 männliche und 51 weibliche Studenten, die sich untereinander nicht kannten. Aufgabe der Probanden war es, ein 10-minütiges Telefongespräch mit einem andersgeschlechtlichen Probanden zu führen. Die männlichen Probanden bekamen einen Fragebogen mit kurzen Informationen, den die Telefonpartnerin vorher ausgefüllt hatte. Dazu erhielten sie ein Foto, das angeblich die Telefonpartnerin darstellte. Tatsächlich waren es Fotos von Frauen, die zuvor nach Attraktivität bewertet worden waren. Die eine Hälfte der männlichen Probanden bekam die Fotos mit der besten Bewertung, die andere Hälfte erhielt die Fotos, die am schlechtesten bewertet worden waren. Vor dem Telefongespräch füllten die männlichen Probanden einen Fragebogen bezüglich des ersten Eindrucks der Telefonpartnerin aus, bei dem es um Attribute wie Intelligenz, physische Attraktivität und Freundlichkeit ging. Das folgende Telefonat wurde aufgezeichnet und anschließend von Psychologiestudenten analysiert, die nicht über die Hypothese und den tatsächlichen Hintergrund des Experiments informiert wurden. Bei der Analyse bewertete eine Gruppe nur die weibliche Tonspur, eine andere Gruppe nur die männliche.
Ergebnis Die Analyse der Fragebögen ergab, dass die männlichen Probanden bezüglich ihres ersten Eindrucks von allgemeinen Stereotypen beeinflusst wurden. Die Männer, die ein Foto einer als attraktiv bewerteten Frau erhalten hatten, erwarteten eine kontaktfreudige, humorvolle und aufgeschlossene Telefonpartnerin. Die Erwartung der Männer, die ein Foto einer als unattraktiv bewerteten Frau erhalten hatten, war dementsprechend negativ. Die Analyse der Tonspuren zeigte, dass die Frauen, die von ihrem Telefonpartner für attraktiv gehalten wurden, bei den bewertenden Psychologiestudenten den Eindruck erweckten selbstbewusst zu sein, die Konversation zu genießen und den Telefonpartner zu mögen. Das Gegenteil galt für die Frauen, die von ihrem Telefonpartner für unattraktiv gehalten wurden. Weiter konnte festgestellt werden, dass die männlichen Probanden, die ein Foto einer attraktiven Frau erhalten hatten, bei den Bewertern den Eindruck hinterließen, attraktiver und selbstbewusster zu sein, als die männlichen Probanden, die ein Foto einer unattraktiven Frau erhalten hatten. Fazit Das Ausmaß der Kontaktfreudigkeit und Offenheit, das von den männlichen Probanden ausging, bestimmte die Erwiderung solchen Verhaltens seitens der weiblichen Probanden. Die Interaktion wurde insofern von Stereotypen geleitet, als diese ihre eigene soziale Realität kreieren. Der Attraktivitätsstereotyp ist so stark, dass er zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden kann. Unsere Erwartung an eine attraktive Person hinsichtlich ihrer Geselligkeit, Offenheit und Freundlichkeit kann dazu führen, dass wir selbst offener und kontaktfreudiger auf diese Person zugehen und ihr Verhalten lediglich eine Reaktion auf unser Verhalten ist, wobei der Stereotyp wiederum durch diese Reaktion bekräftigt wird.
Nocebo-Placebo
Entdeckt wurde der Nocebo-Effekt, als nach Verabreichung wirkstofffreier Präparate – so genannter Placebos – negative, krank machende Auswirkungen auftraten. Wenn die negative Wirkung überwiegt, wird korrekterweise von einem «Nocebo» (statt Placebo) gesprochen. Im medizinwissenschaftlichen Sprachgebrauch werden heute im weiteren Sinne auch alle anderen Maßnahmen oder jegliche Einflussgrößen als Nocebo bezeichnet, die ohne naturwissenschaftlichen Nachweis einer spezifischen Wirkung eine negative Reaktion bewirken können. Dazu gehören u.a. (Fehl-)Diagnosen von Ärzten oder ausführliche Erläuterungen zu möglichen Nebenwirkungen (z.B. bei wissenschaftlichen Studien). Auch kann sich ein Nocebo-Effekt zu anderweitig erklärbaren Negativwirkungen addieren. Der Nocebo-Effekt soll nach einigen Erklärungshypothesen – über die aber kein aktueller wissenschaftlicher Konsens besteht – auch eine Rolle bei negativen Wahrnehmungen im Zusammenhang mit Funkmasten („Elektrosmog“) oder Atomkraftwerken spielen. Der Nocebo-Effekt – oft auch als negativer Placebo-Effekt bezeichnet – beruht, wie auch der Placebo-Effekt, unter anderem auf einer bestimmten Erwartungshaltung. Die Erwartungshaltung kann demnach auch unbewusst sein und auf Lernmechanismen wie z. B. Konditionierungen beruhen. So kann beim Patienten die Befürchtung aufgebaut werden, dass bestimmte äußere Einwirkungen „krank machen“. Diese Personen erkranken dann auch tatsächlich, beziehungsweise es können die entsprechenden Symptome bei ihnen beobachtet und auch gemessen werden. Einem anderen gängigen Erklärungsmodell zufolge handelt es sich dabei um eine negative selbsterfüllende Prophezeiung (self-fulfilling prophecy). Zu beachten ist, dass auch ein nachgewiesener Nocebo-Effekt nicht ausschließt, dass Dinge, durch die er ausgelöst wird, nicht zusätzlich per se schädigend sein können: Medikamente können beispielsweise neben den nur aufgrund einer Erwartung eingetretenen scheinbaren Nebenwirkungen auch tatsächliche, auf den Stoff zurückzuführende Nebenwirkungen haben. In der Praxis kann sonst der, ebenso wie der Placeboeffekt, ubiquitär auftretende Nocebo-Effekt leicht dazu führen, tatsächlich Schädliches als Einbildung abzutun – dies kann sich gleichermaßen auf die hier aufgeführten Auseinandersetzungen um Atomkraftwerke, Elektrosmog, allopathische, homöopathische oder naturheilkundliche Medikamente beziehen. Symptome Die von den Betroffenen beklagten Nebenwirkungen sind meist Erkrankungen, denen im Allgemeinen ein hoher Grad an psychosomatischen Ursachen zugeschrieben wird. So äußert sich der Nocebo-Effekt üblicherweise durch subjektive Symptome, wie beispielsweise Übelkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung oder Benommenheit. Daneben sind allerdings auch objektive Symptome diagnostizierbar. Dies sind vor allem Hautausschlag, erhöhter Blutdruck und erhöhte Herzfrequenz. Diese Symptome können leicht und von vorübergehender Natur, aber auch chronisch und im Extremfall sogar letal sein. Der Nocebo-Effekt zeigt sich am deutlichsten in einer krankmachenden Angst vor eingebildeten Gefahren. Nocebo-Symptome treten signifikant häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Bei älteren Menschen ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des Nocebo-Effektes höher als bei Jüngeren. Mechanismen Der dem Nocebo-Effekt zugrunde liegende psychische Mechanismus ist im wesentlichen unbekannt. Nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand spielen die Konditionierung und die Erwartungshaltung eine wesentliche Rolle. Es lassen sich auch physiologische Komponenten im Zusammenhang mit dem Nocebo-Effekt identifizieren. Offensichtlich spielt bei psychisch bedingten Schmerzen der in der Darmschleimhaut gebildete Botenstoff Cholecystokinin (CCK) eine Rolle. Er löst im Gehirn eine Schmerzreaktion aus und hat auch bei Phobien eine entscheidende Funktion. Dieser durch Angst ausgelöste Botenstoff ist vermutlich dafür verantwortlich, dass bei einer Medikamenteneinnahme dann gehäuft Nebenwirkungen auftreten, wenn der Patient diese erwartet. Beispiele Der Nocebo-Effekt lässt sich insbesondere in placebokontrollierten Doppelblind-Studien für die Neuzulassung eines Medikamentes beobachten. In diesen Studien werden alle Patienten über mögliche zu erwartende Nebenwirkungen des Wirkstoffes informiert – unabhängig davon, ob sie diesen Wirkstoff oder ein Placebo erhalten. Placebo-Empfänger klagen dann häufig über die entsprechenden, ihnen zuvor erläuterten Nebenwirkungen. Etwa ein Viertel aller Patienten, die in einer solchen Studie ein Placebo erhalten, klagt demnach über ungünstige Nebenwirkungen. Ein Beispiel ist das Auftreten einer Hypervagotonie, die sich in einer Doppelblindstudie eines Calciumantagonisten bei Patienten durch Herzrhythmusstörungen manifestierte, obwohl diese nur das Placebo erhalten hatten. In einer anderen Studie klagten 19 Prozent der Probanden, welche das Placebo in einer placebokontrollierten Doppelblind-Studie mit insgesamt 109 gesunden Probanden erhalten hatten, über Nebenwirkungen. In einer früheren Studie, in welcher 67 placebokontrollierte klinische Studien ausgewertet wurden, klagten durchschnittlich 23 Prozent der Probanden, die nur das Placebo erhalten hatten, über mindestens eine störende Nebenwirkung. Der Anteil an Probanden, der nach Einnahme des Placebos über Nebenwirkungen klagt, hat eine erheblich höhere Inzidenz von 27 bis 71 Prozent, wenn sie nach den Nebenwirkungen befragt werden. So wie zur Beurteilung der Wirkung eines Medikamentes in einer placebokontrollierten Doppelblind-Studie der Placebo-Effekt der Kontrollgruppe von der Wirkung des eigentlichen Wirkstoffes subtrahiert wird, kann der Nocebo-Effekt der Kontrollgruppe zur Ermittlung der eigentlichen Nebenwirkungen des Wirkstoffes prinzipiell ebenfalls subtrahiert werden. Der Nocebo-Effekt kann auch bei Tieren beobachtet werden. Beispiele aus klinischen Studien Framingham-Herz-Studie In der sehr breit und über Generationen angelegten Framingham-Herz-Studie des United States Public Health Service wurde festgestellt, dass Frauen, die von sich sagten, dass sie eher als andere Frauen an Herzkrankheiten erkranken, über einen Beobachtungszeitraum von 20 Jahren tatsächlich fast die vierfache Wahrscheinlichkeit zeigten, einen Myokardinfarkt oder plötzlichen Herztod zu erleiden – auch wenn die Ergebnisse mit den Variablen Tabakkonsum, hoher Blutdruck und hoher Cholesterolwert korrigiert wurden. Chemotherapie In einer klinischen Studie eines Chemotherapeutikums fielen einigen der Patienten, die Placebos erhalten hatten, die Haare aus. Sie glaubten, dass eine Chemotherapie immer zu Haarausfall führt. Ein Beispiel für die Konditionierung, beziehungsweise den Einfluss psychologischer Faktoren ist, dass sich bei Patienten, die eine Chemotherapie gegen Brustkrebs erhalten, eine profunde Übelkeit (Nausea) einstellen kann, wenn sie einen Raum betreten, der die gleiche Farbe wie der Infusionsraum hat, in dem sie die Chemotherapie erhielten. In einer Studie war dies bei einem Drittel der Patienten der Fall. Nahrungsmittelallergie Patienten, die über eine Nahrungsmittelallergie klagten, erhielten in einer Doppelblindstudie Injektionen von Kochsalzlösung, die ihnen – bewusst falsch – als Allergen beschrieben wurde. Ein Viertel dieser Patienten zeigte nach der Injektion allergische Reaktionen. Nebenwirkungen auf Arzneimittel In Italien wurde 2004 eine groß angelegte Studie mit insgesamt 600 Patienten durchgeführt, die zuvor über unerwünschte Arzneimittelwirkungen (Nebenwirkungen) bei der Einnahme von Arzneimitteln klagten. Ein Teil der Patienten erhielt ein Placebo, der andere Teil einen Wirkstoff, jeweils oral verabreicht. In der Gruppe, die das Placebo erhielt, stellte sich bei 27 % der Patienten der Nocebo-Effekt ein. Eine spätere Studie kommt zu ähnlichen Resultaten, allerdings mit einer deutlich niedrigeren Häufigkeit (3 %).
Kopfschmerzen durch nicht vorhandene elektrische Ströme In einer Studie aus den frühen 1980er Jahren wurde an 34 Studenten das folgende Experiment durchgeführt: Den Studenten wurde gesagt, dass ein elektrischer Strom durch ihren Kopf geschickt würde und dass es dabei zu Kopfschmerzen kommen könne. Ohne jeden Stromfluss klagten mehr als zwei Drittel der Studenten über Kopfschmerzen. 1993 wurde eine ähnliche Studie veröffentlicht. 99 Probanden wurden unterhalb des Auges an zwei Elektroden angeschlossen, die mit einem Gerät mit der Aufschrift „Schock-Generator“ verbunden waren. Den Probanden wurde erläutert, dass ein nicht messbarer Strom durch ihren Kopf geleitet werde. In Wirklichkeit erzeugte das Gerät jedoch nur einen beim Hochschalten lauter werdenden Ton. Das Ergebnis: 25 Probanden klagten über Schmerzen weitere 23 Probanden hatten punktuelle Schmerzen, verneinten aber ein Schmerzerleben bei nachträglicher Befragung 3 Probanden hatten andere Empfindungen wie Mundtrockenheit oder Verspannung im Nacken 7 Probanden hatten Schmerzen nur im Bereich der Elektroden 7 Probanden hatten Schmerzen im erweiterten Elektrodenbereich 11 Probanden hatten Schmerzen im Elektroden- und anderen Bereichen 28 Probanden hatten Schmerzen in anderen Bereichen des Kopfes Elektrosmog In einer über drei Jahre dauernden Studie der Universität Essex nahmen 44 Personen teil, die über gesundheitliche Beschwerden durch die Nähe von Mobilfunkanlagen klagten, sowie 114 Personen, die noch nie negative Auswirkungen durch Mobilfunk an sich bemerkt hatten. In einem Labor wurden diese Personen in verschiedenen Experimenten elektromagnetischen Strahlen mit Frequenzen im GSM- und UMTS-Bereich ausgesetzt. In der Doppelblindstudie wurde den Versuchsteilnehmern gesagt, dass eine Antenne mit der entsprechenden Strahlung für 50 Minuten in Betrieb sei. Die Probanden, die sich für strahlungssensibel hielten (aus der Gruppe der 44), klagten anschließend über Übelkeit, Kopfschmerzen oder grippeähnliche Symptome. Ebenso konnten die Ärzte bei den Betroffenen Änderungen der Herzfrequenz und der Hautfeuchtigkeit messen. Diese subjektiv empfundenen Beschwerden und messbaren Symptome waren allerdings ganz unabhängig davon, ob die Antenne tatsächlich in Betrieb war oder nicht. Zwölf Personen mussten wegen massiver gesundheitlicher Beschwerden den Test beenden. Voodoo-Fluch Ein Beispiel für einen extremen Nocebo-Effekt sind Todesurteile, die von Voodoopriestern verhängt werden. Dabei wird vermutet, dass die Opfer in ihrem Glauben vor Resignation und Angst erkranken und letztlich auch wirklich sterben. Selbstmordversuch mit Placebos Das Nocebophänomen ist nicht so gut untersucht wie die Placeboeffekte. Es scheint jedoch über die gleichen Wirkmechanismen „Erwartung“ und „Konditionierung“ ausgelöst zu werden. Aufsehenerregend ist ein Fallbericht eines Studenten, der in einem Suizidversuch einen kompletten Monatsvorrat eines Medikaments einnahm, an das er durch die Teilnahme an einer Medikamentenstudie gelangt war. Er kam in ärztliche Behandlung, und obwohl es sich bei dem Medikament nur um Placebotabletten handelte, war sein Zustand kritisch. Erst nachdem er von der wahren Natur der Tabletten erfuhr normalisierte sich seine Werte wieder. Epidemische Massenhysterien Zeigt eine einzelne Person deutliche Symptome einer Erkrankung, so wird dies von ihrem sozialen Umfeld wahrgenommen. Dies führt zu Anteilnahme und unter Umständen zu einer Übertragung der Symptome auf das Umfeld. In extremen Fällen kann daraus eine Massenhysterie entstehen. Ein Beispiel ist die Arjenyattah-Epidemie, die 1983 im Westjordanland auftrat und deren Ursache im wesentlichen dem Nocebo-Effekt zugeschrieben werden kann. Ein ähnliches Phänomen war der „Morbus Mohl“. Tierversuch In einem klassischen Tierversuch zur Hypothese der Konditionierung nach Pawlow wurde Ratten mit Saccharin versetztes Trinkwasser gegeben, bevor sie Cyclophosphamid injiziert bekamen. Cyclophosphamid bewirkt unter anderem eine Immunsuppression. Zur Überraschung der Experimentatoren hatte nach der Konditionierungsphase das Saccharin allein eine immunsuppressive Wirkung. Problematik So wie der Placeboanteil sich bei einer Verumbehandlung zur positiven Gesamtwirkung eines Medikamentes addiert, so ist der Nocebo-Effekt für einen nicht geringen Teil der unerwünschten Wirkungen von Arzneimitteln (Nebenwirkungen) verantwortlich. Ausgesprochen problematisch kann in diesem Zusammenhang das ausführliche Studium der Packungsbeilage von Medikamenten oder ein Gespräch mit dem Arzt oder Apotheker über Begleiterscheinungen sein. Insbesondere sensible oder depressive Menschen malen sich dabei oft die schlimmsten Szenarien aus. Der Nocebo-Effekt stellt für das Gesundheitssystem, und damit für die Volkswirtschaft, einen beträchtlichen Kostenfaktor dar. Nach einer Studie der University of Arizona betrugen 1995 alleine in den Vereinigten Staaten die Kosten für durch Arzneimittel bedingte Nebenwirkungen geschätzte 76,6 Milliarden $. Ein erheblicher, derzeit nicht zu beziffernder Anteil, wird dabei vom Nocebo-Effekt verursacht. Methoden der Alternativmedizin, wie beispielsweise die Homöopathie, beruhen aus Sicht der evidenzbasierten Medizin einzig auf dem Placebo-Effekt. Vertretern dieser Methoden wird vorgeworfen, die Patienten negativ gegenüber der wissenschaftlichen Medizin zu beeinflussen. Dies könne sich zulasten der konventionellen Wissenschaftsmedizin als Nocebo-Effekt auswirken. Dadurch würden objektiv anerkannte, bestens erprobte Arzneien weniger gut wirken, da der Patient Angst vor der darin enthaltenen Chemie habe oder dem Arzt misstraue. Die Wissenschaftssendung Quarks & Co behauptet, ohne dies näher zu belegen, dass Aufdrucke auf Tabakprodukten in den Tabak-Konsumenten möglicherweise die Erwartung auslöst, tatsächlich an Lungenkrebs zu erkranken. Dies erhöht, nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand über den Nocebo-Effekt, möglicherweise die Wahrscheinlichkeit, ein solches Krebsleiden zu entwickeln. Im Labor wurden bislang allerdings allein psychosomatische Symptome (Kopfschmerzen, Übelkeit) aufgrund des Nocebo-Effektes zweifelsfrei nachgewiesen. Ob Krebs zu den psychosomatischen Krankheiten gehört, ist dabei nach wie vor umstritten. Geschichte Der Begriff Nocebo wurde 1961 von Walter P. Kennedy geprägt und ist erheblich weniger bekannt als der Placebo-Effekt. Während über den Placebo-Effekt sehr viel veröffentlicht wurde und wird, gibt es beim Nocebo-Effekt signifikant weniger Literatur und wissenschaftliche Studien. Das wissenschaftliche Interesse hat seit dem Jahr 2000 deutlich zugenommen. In PubMed fanden sich bis zum 19. Februar 2009 insgesamt 99 Veröffentlichungen mit dem Schlüsselwort «Nocebo». Davon waren 72 nach 2000 veröffentlicht und lediglich 10 vor 1990. Klinische Studien gibt es nur sehr eingeschränkt. Mit ein Grund hierfür ist, dass es ethisch schwer vertretbar ist, Krankheiten bei gesunden Personen über den Nocebo-Effekt zu induzieren. Drei Viertel aller Patienten in den USA kannten im Jahr 2001 den Nocebo-Effekt nicht, beziehungsweise sind sich dessen nicht bewusst. Ähnlich hoch ist der Anteil bei den Beschäftigten im Gesundheitswesen.
Symbolische Gewalt
Die symbolische Gewalt ist ein vom französischen Soziologen Pierre Bourdieu entwickelter Begriff und bedeutet verkannte und damit anerkannte Gewalt, mit Hilfe derer die herrschende Sicht der sozialen Welt legitimiert sei. Der Begriff wird heute vor allem in der Geschlechtersoziologie diskutiert, wobei hier jedoch nur eine spezielle Form symbolischer Gewalt betrachtet wird. Bourdieu unterscheidet im Allgemeinen die symbolische Gewalt von der „nackten Gewalt“. Wann welche Gewalt zur Anwendung kommt, hängt vom Stand des Kräfteverhältnisses zwischen den beiden Parteien und der Integration und ethischen Integrität der sie umgebenden Gruppe ab. Symbolische Gewalt ist im Handlungsinhalt verborgen, der durch die äußere Handlungsform in der Praxis verneint wird. Dies geschieht jedoch nicht bewusst in Form eines rationalen Kalküls. Die Gewalt wirkt durch eine Art Komplizenschaft. Sie ist in den Habitus der Akteure verankert: entweder in Dispositionen zum Herrschen oder in Dispositionen zur Unterwerfung. Symbolische Gewalt kann ihrer symbolischen Stärke beraubt werden, indem die Willkür, mit der sie wirkt, bewusst gemacht wird, also die Verkennung der Doxa beseitigt wird. In enger Verbindung mit symbolischer Gewalt stehen symbolische Macht und symbolische Herrschaft. Symbolische Macht Symbolische Macht ist in diesem Zusammenhang eine Macht zur Durchsetzung der Anerkennung der Macht. Die Durchsetzung wird mittels Machtdemonstration durch Vorzeigen erreicht. Hierzu ist wiederum eine Akkumulation von symbolischem Kapital nötig. Durch symbolische Macht wird die Wahrheit als Macht, als Gewalt, als Willkür verkannt. Teilweise werden die beiden Begriffe symbolische Macht und symbolische Gewalt synonym gebraucht. In modernen Gesellschaften ist das Machtverhältnis an Stelle von persönlichen Beziehungen in institutionalisierten Positionen verankert. Symbolische Herrschaft Diese „sanfte“ Form von Gewalt ist eine Art der Ausübung von Herrschaft und Ausbeutung. Jene symbolische Herrschaft ist leichter durchzusetzen, da sie weniger auf Missbilligung stößt. Ebenso wie die Akkumulation von symbolischem Kapital nur durch eine Arbeit der Verschleierung legitimiert wird, beruht die symbolische Herrschaft, welche als legitim anerkannt ist, auf Verschleierung. Die männliche Herrschaft In seinem Werk „Die männliche Herrschaft“ untersucht Bourdieu eine besondere Form der symbolischen Herrschaft. Zwischen Männern und Frauen besteht ein enormer Unterschied in der Wahrscheinlichkeit des Zugangs zum öffentlichen Raum. Weiterhin sind Frauen im öffentlichen Raum systematisch unterhalb der Männer positioniert. Dies sei, so Bourdieu, auf die Sozialisation innerhalb einer Gesellschaft zurückzuführen, in denen der geschlechtliche Habitus ausgeprägt werde. Hieraus ergibt sich die Zweiseitigkeit des Herrschaftsverhältnisses. Im weiblichen Habitus seien Dispositionen zur Unterwerfung verankert. Im männlichen Habitus seien hingegen Dispositionen zum Herrschen verankert. Auf beiden Seiten sei dies jedoch unbewusst. Den symbolisch generierten Zuschreibungen unterstellt Bourdieu eine nur scheinbare Naturhaftigkeit. Die Einteilung in Geschlechter scheint dann naturgegeben zu sein. Es hat bereits Veränderungen in den Herrschaftsstrukturen gegeben: Die „männliche Herrschaft“ setzt sich nicht mehr mit der Evidenz des Selbstverständlichen durch. Jedoch werden, so Bourdieu, durch diese sichtbaren Veränderungen immer noch Kontinuitäten verborgen. Um das Herrschaftsverhältnis ganz aufzubrechen, bedürfe es, so Bourdieu, einer Revolution der symbolischen Ordnung, die sich nicht auf eine Bewusstseinskonversion beschränkt, sondern die Weltsichten verändert und bei den Dispositionen ansetzt. Symbolisches Kapital ist ein von Pierre Bourdieu geprägter soziologischer Begriff. Als Zeichen gesellschaftlicher Anerkennung und sozialer Macht bzw. sozialer Gewalt verleiht das symbolische Kapital Prestige, Reputation, Ehrenzeichen, Privilegien und Positionen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Verfügung über die anderen Kapitalsorten, den Akteuren und den verschiedenen Klassen vermittels einer bestimmten distinktiven Sprache und anderer körperlicher Ausdrucksformen wie Kleidung, Stil und Verhalten. Symbolisches Kapital kann nur dort erfolgreich eingesetzt werden, wo es von den Kontrahenten auf dem Hintergrund eines gemeinsamen kulturellen Musters als überlegen erkannt und anerkannt wird. Als Beispiel symbolischen Kapitals, welches als symbolische Gewalt genutzt wird, kann laut Bourdieu die männliche Herrschaft dienen: „Es ist jene sanfte, für ihre Opfer unmerkliche, unsichtbare Gewalt, die im Wesentlichen über die rein symbolischen Wege der Kommunikation und des […] Anerkennens oder äußerstenfalls des Gefühls ausgeübt wird.“ – Pierre Bourdieu
Andorra-Effekt
Der Andorra-Effekt (auch Andorra-Phänomen) ist ein Begriff aus der Sozialpsychologie, der insbesondere auch im Personalwesen eine Rolle spielt. Er besagt, dass sich Menschen oft an die Beurteilungen und Einschätzungen durch die Gesellschaft anpassen und dies unabhängig davon, ob diese ursprünglich korrekt gewesen sind oder nicht. Der Effekt beschreibt damit eine sich selbst erfüllende Vorhersage (engl. self-fulfilling prophecy), da sich eine Person mit der Zeit genau so verhält, wie man es ihr die ganze Zeit vorausgesagt hat, dies ohne die Vorhersage aber nicht getan hätte. Gesellschaftlich spielt der Effekt eine Rolle, wenn gegen eine gesellschaftliche Randgruppe (etwa Obdachlose, Drogenabhängige oder andere Minderheiten) bestimmte Vorurteile vorliegen und Personen dieser Randgruppe deswegen anfangen sich tatsächlich entsprechend den Erwartungen zu verhalten. Im Personalwesen kann der Effekt ebenfalls von Bedeutung sein. Wenn dort ein Mitarbeiter von seinen Kollegen stets negativ beurteilt wird oder ihm gegenüber eine negative Erwartung gehegt und dies dem Mitarbeiter bekannt ist, so kann dies dazu führen, dass sich die objektive Leistung des Mitarbeiters verschlechtert, da er sich den negativen Erwartungen anpasst beziehungsweise diese erfüllt. Umgekehrt kann die Leistung des Mitarbeiters auch steigen, wenn ihm entsprechend positive Erwartungen gegenüberstehen. Der Name des Effekts geht auf das Theaterstück Andorra von Max Frisch zurück. In diesem verändert sich die Persönlichkeit des Hauptcharakters (der von sich selbst glaubt, jüdischer Abstammung zu sein, was aber nicht zutrifft) durch die ständige Konfrontation mit negativen Vorurteilen seiner Mitmenschen. Nach und nach übernimmt sie dabei die negativen Eigenschaften, die den Juden in "Andorras" Gesellschaft nachgesagt werden. Erfolgt die Verhaltensbeeinflussung durch die Erwartungen einer konkreten Autoritätsperson (etwa eines Vorgesetzten, Lehrers, Arztes oder Versuchsleiters), spricht man stattdessen auch vom Rosenthal-Effekt.
Stereotype & Bedrohung
Bedrohung durch Stereotype (engl. stereotype threat) ist die Angst von Mitgliedern einer sozialen Gruppe, ihr Verhalten könnte ein negatives Stereotyp gegen diese Gruppe bestätigen. Dadurch kann es zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung kommen, wenn nämlich diese Angst das Verhalten im Sinne des Vorurteils beeinflusst. Insbesondere in Testsituationen kann sich die Angst leistungsmindernd auswirken. Bedrohung durch Stereotype kann zum Beispiel Angehörige ethnischer Minderheiten und Frauen treffen. Frauen Claude Steele ließ männliche und weibliche Studierende an einem Test der mathematischen Fähigkeiten teilnehmen. Der Hälfte der Stichprobe wurde kurz vor dem Test gesagt, dass es bei diesem Test in der Regel starke Geschlechtsunterschiede gebe. Tatsächlich schnitten die Frauen nun deutlich schlechter ab als die Männer. Die andere Hälfte der Stichprobe erhielt diese Aussage nicht. Bei dieser Gruppe gab es keine signifikanten Geschlechtsunterschiede. Ein Forschungsteam an der Harvard University hat zwei kulturell weit verbreitete Stereotypen und deren Wirkung auf die Leistung in einem Mathematiktest untersucht. Die beiden untersuchten Stereotypen waren zum einen die Annahme, dass Asiaten überdurchschnittlich gute mathematische Fähigkeiten besitzen und zum anderen, dass Frauen im Vergleich zu Männern minderwertige mathematische Fähigkeiten besitzen. In der Studie konnte gezeigt werden, dass asiatisch-amerikanische Frauen bei einem Mathematiktest bessere Leistungen erbrachten, wenn ihre ethnische Identität salient gemacht wurde, wohingegen sie schlechter abschnitten, wenn ihre Geschlechtsidentität aktiviert wurde. Angehörige von Nationen, die sich intellektuell als unterlegen betrachten Stevenson, Chen und Lee konnten eine Bedrohung durch Stereotype bei US-amerikanischen Kindern nachweisen. Sowohl 1980 als auch 1990 wurden Tests der mathematischen Fähigkeiten bei Kindern aus China, Japan und den USA vorgenommen. Zu beiden Zeitpunkten zeigten sich die US-amerikanischen Kinder den japanischen und chinesischen Kindern weit unterlegen. „Nur 4,1 % der chinesischen und 10,3 % der japanischen Kinder hatten (1990) so niedrige Werte wie das durchschnittliche amerikanische Kind.“ Als Stevenson und seine Kollegen Asiaten und Amerikaner baten, die Bedeutung von schulischem Fleiß und angeborener Intelligenz gegeneinander abzuwägen betonten die Asiaten die Bedeutung von Fleiß, die Amerikaner die Bedeutung von Intelligenz. Dass Amerikaner glaubten, dass sie Mathematik ohnehin nicht lernen könnten und dass sie den Asiaten genetisch unterlegen wären, trug zu deren schlechtem Abschneiden bei. Nonverbale Indikatoren vs. Selbstauskunft und homosexuelle Männer Bosson, Haymovitz und Pinel zeigten, dass es einen Unterschied geben kann zwischen selbst beschriebener Angst und durch nonverbale Indikatoren ausgedrückte Angst. Sie arbeiteten mit dem Stereotyp, dass homosexuelle Männer im Vergleich zu heterosexuellen Männern gefährlicher für Kinder seien. Die Teilnehmer füllten zunächst einen Fragebogen aus, wo neben anderen demographischen Daten bei der Hälfte auch nach der sexuellen Orientierung gefragt wurde. Danach wurden sie in ein Spielzimmer mit etwa zwanzig Vorschulkindern im Alter von vier bis sechs Jahren geschickt unter dem Bewusstsein auf Video aufgezeichnet zu werden. Dort sollten sie fünf Minuten lang in Kontakt kommen und sich an einigen ihrer Aktivitäten beteiligen. Bei der Auswertung zeigte sich, dass die homosexuellen Männer welche die sexuelle Orientierung angeben mussten deutlich stärkere nonverbale Anzeichen wie etwa Herumzappeln, Auf-der-Lippe-Herumkauen, nervöses Lächeln oder Nägelkauen zeigten und sie stellten sich zudem im Umgang mit den Kindern ungeschickter an, als jene die ihre sexuelle Orientierung nicht angeben mussten. Die Selbstauskunft zeigte dagegen keine Unterschiede. Bei heterosexuellen Männern zeigte sich dieser Unterschied nicht. Sie zeigten tendenziell etwas weniger nonverbale Anzeichen von Angst sobald sie ihre sexuelle Orientierung angeben mussten, im Umgang mit den Kindern zeigte sich aber kein Unterschied. Aufhebung der Bedrohung durch Stereotype Gelingt es, das negative Stereotyp mithilfe eines positiven aus dem Bewusstsein zu verdrängen, kann seine Wirkung effektiv vermindert werden. M. McGlone und J. Aronson (2006) unterzogen zwei Gruppen von Studierenden einem schwierigen mathematischen Test. In der Kontrollgruppe schnitten die Frauen signifikant schlechter ab als die Männer. Die Experimentalgruppe wurde vor dem Test daran erinnert, dass sie an einem "ausgewählten nordöstlichen College" seien. In dieser Gruppe gab es keine Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern. ANTIZIPATION Antizipation ist die Erwartung oder Erwartungshaltung. Ein Ereignis zu antizipieren heißt, anzunehmen, dass ein Ereigniseintritt wahrscheinlich ist. Als Beispiel sei die Aktienbörse angeführt, bei der die Fachleute sagen, dass zukünftige erwartete Ereignisse bereits in die Aktienkurse eingebrieft seien, d.h. im aktuellen Preis schon enthalten. Psychologen gehen davon aus, dass Optimisten erwartungsfroh in die Zukunft schauen. Freude oder Glück ist psychologisch gesehen nicht die Erfüllung einer Erwartung, sondern die Erwartung selbst. Hingegen kann ein lange herbeigesehntes freudiges Ereignis, wie etwa ein als lustvoll empfundener Konsumakt, finanzielle Zuwendung oder eine berufliche Beförderung, wenn es dann wirklich eintritt, gar nicht mehr richtig beglücken. Besonders bei Kindern ist die antizipatorische, also die vorwegnehmende Freude besonders stark ausgeprägt, denken wir an die Adventszeit und Weihnachten. Antizipation ist also eigentlich eher das Gegenteil einer direkten Bedürfnisbefriedigung. Wahrscheinlich liegt der Antizipation auch ein internalisierter atavistischer Komplex zugrunde, der in der frühen Kindheit durch Objekt-Verlust-Spielen hinsichtlich einer Konditionierung oder Disziplinierung trainiert wird. Zwar können Menschen durch geschickte (Marketing-) Psychologen oder Politiker auch hinsichtlich ihrer Antizipation manipuliert werden, doch lehrt die Erfahrung, dass Antizipation eher eine sinnvolle Tugend ist, möglicherweise mit stärkenden Auswirkungen auf das Immunsystem und in der Krebsabwehr: Wir dürfen hoffen und dies ist gesund. Empirisch gesehen haben Optimisten im Krankheitsfall die „besseren Karten in der Hand“. Antizipation ist also auch ein Teil unserer mentalen Verfassung.
Baskerville-Effekt
Der Begriff Baskerville-Effekt (The Hound of the Baskervilles effect oder kurz: Baskerville effect) fand seine erste Erwähnung im Dezember 2001 im British Medical Journal (Vol. 323, 22. bis 29. Dezember 2001). Amerikanische Forscher um David P. Phillips von der University of California, San Diego (Kalifornien/USA) berichteten dort, dass Amerikaner chinesischer und japanischer Abstammung besonders häufig am 4. Tag eines Monats einem Herztod erliegen. Bei Amerikanern anderer Herkunft zeigt sich dieser Effekt (Baskerville-Effekt) nicht, d. h. es ist bei ihnen keine derartige signifikante Häufung an einem bestimmten Tag des Monats festzustellen. Dieser erstaunliche Befund gründet sich auf umfangreiche Sterbedaten der vergangenen 25 Jahre. Warum ausgerechnet der Vierte? Die Vier gilt, ähnlich der 13 in unserem Kulturkreis, in China, Korea und Japan als Unglückszahl, der Vierte somit in gewisser Hinsicht als Unglückstag. Auf Mandarin (Hochchinesisch, Peking-Dialekt), Kantonesisch. Koreanisch und Japanisch werden die Worte »Tod« und »vier« nahezu identisch ausgesprochen. Einige asiatische Kliniken (und auch andere Gebäude) besitzen aus diesem Grunde keinen 4. Stock und keinen Raum 4. Manche Japaner vermeiden es, an dem 4. eines Monats zu reisen. Offenbar werden Abergläubische an diesen Tagen also in (zusätzlichen) psychischen Stress versetzt. Eine derartige emotionale Anstrengung ist – neben vielen anderen, wie etwa eine plötzliche Kälteexposition - eine typische infarktauslösende Situation. Warum „Baskerville“? Die Forscher nennen ihre Entdeckung den „Baskerville-Effekt“ und spielen dabei auf den Roman Der Hund der Baskervilles (1902) von Arthur Conan Doyle an. In dem Buch erleidet die Romanfigur Charles Baskerville unter außerordentlichem Stress einen todbringenden Herzinfarkt (Myokardinfarkt). Baskerville war wohlgemerkt höchst abergläubisch und litt an einer chronischen Herzerkrankung. Doyle wiederum war Arzt, was die Autoren der Studie zu der Frage veranlassten: Basiert seine Geschichte auf medizinischer Intuition oder auf dichterischer Freiheit? Laborstudien haben in der Vergangenheit einen Zusammenhang zwischen kardiovaskulären (d.h. Herz und Gefäße betreffende) Veränderungen und psychischem Stress bestätigt. Aus ethischen Gründen kann der Stress, denen die Versuchspersonen im Labor ausgesetzt sind, nur relativ gering sein. Die Wissenschaftler um David P. Phillips überlegten sich daher ein Versuchsdesign, welches die realen Verhältnisse bei höherem Stress widerspiegeln kann. Hypothese Wenn die Zahl 4 bei Chinesen und Japanern Stress verursacht, und wenn Arthur Conan Doyles medizinische Intuition korrekt war, so sollte am 4. eines jeden Monats ein Anstieg der Anzahl von Herztoden bei Amerikanern chinesischer und japanischer Herkunft zu beobachten sein. Überprüfung der Grundannahme Zunächst überprüften die Wissenschaftler, ob die Abneigung der Zahl 4 faktisch vorhanden ist. Hierzu machten sie sich die Tatsache zunutze, dass neue Telefonteilnehmer in Kalifornien gewisse Möglichkeiten haben, die letzten vier Ziffern ihrer neuen Telefonnummer selber zu bestimmen. Im Branchenverzeichnis Kaliforniens wurden nun die Telefonnummern chinesischer, japanischer und amerikanischer Restaurants herausgesucht und auf ihre letzten vier Ziffern hin untersucht. Tatsächlich besaßen die Rufnummern der asiatischen Restaurants signifikant weniger vieren als es statistisch zu erwarten gewesen wäre (366 beobachtet/475 erwartet). In der Kontrollgruppe war keine derartige Aversion gegen die Zahl 4 festzustellen (219/204). Datenlage Den Forschern standen die computerisierten Sterbedaten von 209.908 US-Amerikanern chinesischer und japanischer Herkunft und von 47.328.762 US-Amerikanern nichtasiatischen Ursprungs zur Verfügung. Diese Daten decken den Zeitraum von Januar 1973 bis Dezember 1998 ab und enthalten einen Verweis auf die Abstammung des Verstorbenen (racial code). Verwendung fanden bloß die Daten ab 1989, da erst diese den Status des Patienten (stationär/nicht-stationär) regelmäßig erfassten. Verglichen wurden die Sterbedaten der „weißen“ Kontrollgruppe mit jenen der Amerikaner chinesischer bzw. japanischer Abstammung. Von Bedeutung waren hierbei die Angaben über Patientenstatus, Todesursache, Geschlecht, Alter und Familienstand der verstorbenen Person. Jedem Verstorbenen japanischer/chinesischer Abstammung wurden 12 „amerikanische“ gegenübergestellt, bei denen alle oben aufgeführten Variablen identisch waren. WERTVORSTELLUNGEN Wertvorstellungen oder kurz Werte sind Vorstellungen über Eigenschaften (Qualitäten), die Dingen, Ideen, Beziehungen u. a. m. beigelegt werden. Es ist genetisch zu unterscheiden, ob diese Zuordnung (1.) von Einzelnen (sozialen Akteuren) oder von sozialen Gruppen von Menschen oder von einer Gesellschaft her als gemeinschaftlicher objektiver Wert erfolgt und den Wertenden wichtig und wünschenswert ist oder (2.) ob die Wertvorstellung lediglich von einer wertenden Einzelperson ausgeht (subjektiver ggf. psychologisch begründbarer Wert). Zu unterscheiden ist auch zwischen Werten als Mittel (z. B. Geld, Werkzeug, Gesetze), die ihren Wert durch ihre Funktion erhalten (äußere Werte) und Werten, die auf Werterfahrungen beruhen, die sich aufgrund von verarbeiteten Erlebnissen im Gefühl verankert haben (innere Werte wie z. B. Freundschaft, Liebe, Gerechtigkeit, Lust, Glück, Wohlbehagen, Harmonie, Bescheidenheit, Pflichterfüllung, Härte, Tapferkeit im Kampf, Disziplin). Man kann ferner zwischen materiellen Werten und immateriellen Werten unterscheiden. Werte sind die konstitutiven Elemente der Kultur, sie definieren Sinn und Bedeutung innerhalb eines Sozialsystems (Gruppe, Gesellschaft etc.) Werte können persönliche Werte (z. B. Taktgefühl, Vertrauenswürdigkeit, also was man an jemandem schätzt), materielle Werte (z. B. Geld, Macht, Eigentum), geistige Werte (Weisheit), religiöse Werte (Glaubensfestigkeit) oder sittliche Werte (Treue) sein. Werden persönliche und/ oder innere Werte praktisch umgesetzt, äußern sie sich als Tugend. Es ist durchaus möglich, dass anderen die gleichen „Werte“ unwert, abscheulich, verfolgenswürdig oder verächtlich vorkommen. Warum und wie so oder anders bewertet wird, bearbeiten die Sozialwissenschaften; wozu Werte dienen und welche Seinsweise sie besitzen – z. B. objektiv oder subjektiv, individuell oder allgemeingültig, durch Gefühle bedingt oder als objektive Wertqualitäten –, ist Gegenstand der Philosophie (vgl. Werttheorie). Vertreter der Wertphilosophie sind der Ansicht, dass die Wertfrage bereits seit den Anfängen des philosophischen Denkens der Frage nach dem Charakter und der Seinsweise der Werte gestellt worden sei, so vor allem in der Güterethik des Aristoteles.[1] Die antike Güterethik aristotelischen Ursprungs wurde auch in der Theologie aufgegriffen und im Rahmen der Moraltheologie weitergeführt. Aber erst in der Mitte des 19. Jahrhunderts wird der Begriff des Werts bei Hermann Lotze ein eigentlich philosophischer Begriff. Maßgebliche Bedeutung erhält der Begriff im Ansatz der materialen Wertethik von Max Scheler in den Jahren 1913 bis 1916. Scheler hat seine Wertethik ausdrücklich von der traditionellen Güterethik abgegrenzt.
Bochenski unterschied 1959 drei Gruppen...
Welche Werte als wichtig angesehen werden können, und was überhaupt von wert ist, ist keine empirische Frage und daher stets umstritten. Mit der Frage nach dem ontologischen Status von Werten beschäftigt sich in der Philosophie die Axiologie. Psychologie Der Wertbegriff wurde in der Psychologie „großzügig“ gehandhabt und „vielfach nur im Sinne der Umgangssprache“[4] gebraucht. Es war auch üblich, den in philosophischer Sichtweise eingesetzten Begriff aufgrund der Ergebnisse psychologischer Forschung zu erklären und zu variieren.[5] Er erhielt allerdings seit den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts aufgrund von Untersuchungen (z. B. Lewin, Hull, Tolman, Morris; Krech, Crutchfield, Taylor) eine definitorische Zweideutigkeit, „nach zwei Richtungen hin“ (Rolf Oerter) : 1. Werte als den Dingen oder Lebewesen eigene Bezugspunkte wirken anziehend oder abstoßend. 2. Ein mit der Kultur vermittelter Wert dient als „Richtlinie“ dem Menschen zum Verständnis bzw. zur Erkenntnis der Welt und wird in Folge dessen bei der Planung des Verhaltens zur Prämisse. Als hypothetisches Konstrukt einer Individuum-Welt-Beziehung wird der Wert entweder als Komplex von Wirkungsfaktoren der Welt auf das Lebewesen wahrgenommen oder im motivationalen Konzept des Individuums als Zielentwurf oder Korrektiv zur Gestaltung der Welt verwendet. Überwiegend war jedoch der Wertbegriff als dynamisches Konzept in der Literatur zu finden. In diesem, auf eine breitere Basis psychologischer Untersuchungen gestellten „Wertkonzept“ wurden die handlungsorientierten Bedeutungen der im deutschsprachigen Raum beschriebenen Begriffe „Werterleben“ und „Wertverwirklichung“ wiedergefunden. Soziale Normen Aus Werten (z. B. dem Wert der Achtung des Eigentums) lassen sich soziale Normen (konkrete Vorschriften für das soziale Handeln) ableiten – z. B. „Wer eine fremde bewegliche Sache, in der Absicht, sie sich anzueignen, wegnimmt …“. Allerdings gehen historisch konkrete Gebote wie „Du sollst nicht stehlen!“ oft ihren Wert-Abstraktionen voraus. Werte sind ein zentraler Bestandteil vieler Verhaltensvorschriften, jedoch sind sie nicht selber Verhaltensvorschriften. Werte sind attraktiv, während Normen restriktiven Charakter haben. „Die Norm sagt, was in einer Situation notwendig und allgemeingültig geschehen soll.“ Eine bestimmte Art der Verknüpfung von Handlungsbedingungen in einer Situation mündet in den Anspruch einer Forderung zum Tun. Wie verhält sich die soziale Norm bezogen auf die geistigen Dispositionen des Wollens? Zu den Normen gehört die Idealität. Ihnen liegen Entwürfe zugrunde, die als ideale Möglichkeiten im Geist beim Aufbau eines Lebenskonzeptes vorbereitet werden. Bezugspunkt dieser Normen ist „eindeutig der Wert als Kategorie der Selektion“. Die Befolgung der Normen „wird durch die negativen Konsequenzen ihrer Nichtbefolgung“ lanciert. „Die Normen des sozialen Umgangs verleihen den Verhaltensweisen Ordnung. Sie fungieren als Gruppenstabilisatoren.“ Mit gesellschaftspolitischem Blick bezieht sich Habermas 2004 wie selbstverständlich auf die Orientierung des Bürgers am Normativen; er verwendet für diese ethische Disposition den Begriff „Normbewusstsein“. Wertewandel Werte werden i. d. R. über die Sozialisation an nachfolgende Generationen weiter gegeben. Dies geschieht nicht vollständig, so lässt sich beispielsweise in den westlichen Industriegesellschaften innerhalb der letzten Jahrzehnte ein Wertewandel beobachten. Die Ursachen für den Wertewandel sind vielfältig (veränderte Umweltbedingungen, Konflikthaltung gegenüber anderen Generationen etc.). Werte unterscheiden sich von Einstellungen darin, dass Werte stabiler sind. Die Weitergabe materieller Werte regelt das Vertrags- und Erbrecht (inter vivos, „unter Lebenden“ bzw. mortis causa „Todes halber“). Wertekonflikte Das System aller Werte ist scheinbar nicht widerspruchsfrei bzw. einzelne Werte scheinen mit bestimmten anderen Werten in einem Konkurrenzverhältnis zu stehen. So wird gelegentlich postuliert, dass der Wert des Wohlstands im Konflikt mit dem Wert der Nachhaltigkeit oder der Wert der individuellen Freiheit mit anderen Werten (etwa der Gleichheit) steht. Eine differenziertere Betrachtung ergibt allerdings auch hier ein entsprechend differenzierteres Bild. So werden bei solchen Debatten oft verschiedene Zeit- und Abstraktionsebenen vermischt. Im obigen Beispiel etwa steht der Wert des Wohlstands nur kurzfristig im Konflikt mit dem Wert der Nachhaltigkeit; langfristig kann ohne Nachhaltigkeit auch kein Wohlstand generiert werden. Auch die Freiheit steht im Grunde nicht im Gegensatz zu anderen Werten, sondern mit anderen Freiheiten (bzw. der Freiheit anderer). Andererseits können in konkreten Situationen jedoch Werte miteinander in Konflikt treten, die abstrakt gesehen durchaus vereinbar scheinen. Es ist dann nicht möglich, sich so zu verhalten, dass man allen Werten gleichzeitig gerecht wird. Jedoch werden auch nicht alle Werte als gleichrangig angesehen, so dass auch in solchen Fällen meist eine mehr oder weniger klare Orientierung gegeben ist. Die jeweilige Gewichtung eines Wertes ist im Einzelfall sowohl situations- als auch kulturabhängig. Aber auch hier ist zu prüfen, ob es sich tatsächlich um eine Kollision von (abstrakt-generellen) Werten an sich, oder vielmehr nicht doch um einen (konkret-individuellen) normativen Zielkonflikt („Pflichtenkollision“) handelt (vgl. hierzu etwa die von Max Weber geprägte Unterscheidung zwischen Verantwortungs- und Gesinnungsethik). Universelle Werte In den 1980er Jahren hatte der Psychologe Shalom H. Schwartz die Frage aufgeworfen, ob es so etwas wie universelle Werte gibt. Er entwarf ein Wertemodell und postulierte eine Anzahl von Werten, die alle Menschen in unterschiedlichen Ausprägungen gemeinsam haben müssten. Seine Theorie ging davon aus, dass Werte von folgenden Termini bestimmt würden: A) Zielzustand vs. Verhalten: terminale und instrumentelle Werte; B) Interesse: kollektive, individualistische und gemischte Werte; C) Aktivationstypen: 3 universelle Forderungen von Werten an die menschliche Existenz: 1. Biologische Bedürfnisse 2. Voraussetzungen für soziale Interaktionen 3. Überleben und Wohlergehen der Gruppe Sein Modell umfasste 10 Wertegruppen: 1. Self-Direction (Selbstbestimmung) 2. Stimulation (Anregung, Ansporn) 3. Hedonism (Suche nach Glück und Genuss) 4. Achievement (Erfolg, das Erreichte) 5. Power (Macht, Kraft) 6. Security (genauer: Safety, Sicherheit, Schutz) 7. Conformity (Gruppenzusammengehörigkeit und Gruppendruck) 8. Tradition 9. Benevolence (Wohlwollen, guter Wille) 10. Universalism (weltweite Gültigkeit) Dann führte er zu diesem Modell eine extrem aufwändige Studie mit 20 teilnehmenden Ländern überall auf der Welt durch und konnte diese zehn Wertegruppen bei jeder Nation, Kultur und Sprache nachweisen. Es gibt also bestimmte Werte, die universelle Bedeutung haben und die Menschen der ganzen Welt gemeinsam haben. Einschränkend lässt sich zu Schwartz’ Konzept anmerken: Solche Untersuchungen stellen allerdings nur faktische Wertvorstellungen fest, beinhalten jedoch keine echte Allgemeingültigkeit, bzw. Objektivität, sondern allenfalls Tendenzen, da einzelne Individuen immer anders bewerten können und dies in der Praxis auch geschieht. Solche Relativität der Werte, Bewertungen und Werterfahrungen leitet sich daraus ab, dass das eigentliche „Wertvollsein“ ein subjektiver Faktor ist, der letztlich auf Urteilen und Fühlen beruht. Gefühle sind jedoch „kontingent“, d. h. sie gehören nicht notwendig zu den Wertobjekten, mit denen sie wahrgenommen werden (vgl. Wert, Werttheorie, Emotion, Emotionale Intelligenz). Mit dem andersartigen Konzept einer möglichst umfangreichen Minimalsynthese arbeitete das InterAction Council; 1997 konnte es – von politischen Prämissen und einer Bestandsaufnahme weltanschaulicher und religiöser Ideale ausgehend - ethische Optionen für den Alltag der Menschen vorschlagen. Diese Expertengruppe aus renommierten Politikern, Sozialwissenschaftlern und Vertretern weltweiter Religionsgemeinschaften legte den Vereinten Nationen und der Weltöffentlichkeit eine „Allgemeine Erklärung der Menschenpflichten“ als Ergänzung zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte vor. Dieser Erklärung liegen Wertvorstellungen zu Grunde, die ein Weltethos in der Bedeutung einer globalen Basisvereinbarung über gemeinsame ethische Werte, Maßstäbe und Haltungen zum Ziel haben. Danach gehöre es beispielsweise zur Pflicht des menschenfreundlichen Handelns, sich friedlich zu verhalten, andere Menschen verständnisvoll zu behandeln und hilfsbereit zu sein. Andere Wertvorstellungen der vorgeschlagenen Menschenpflichten sind: Akzeptanz der individuellen Gewissensentscheidung Lebensgestaltung in Wahrhaftigkeit und Toleranz Gleichwertigkeit von Mann und Frau Partnerschaft in der Ehe Ehrfurcht vor dem Leben (von Menschen, Tieren und Pflanzen) gerechtes und faires Verhalten, das auch einen angemessenen Umgang mit Eigentum betrifft absolute Unverletzlichkeit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Durchsetzung von Werten Problematisch ist auch, wie man die allgemein anerkannten Werte durchsetzt. Aus egoistischer Sicht ist es manchmal vorteilhafter, sich nicht an soziale Normen zu halten, insbesondere dann, wenn man eine gute Chance hat, nicht erwischt zu werden. Deswegen muss eine Gesellschaft ein Sanktionssystem aufbauen, damit aus Werten abgeleitete Normen möglichst gut von allen eingehalten werden. Ist dieser Druck zu groß, beschneidet man allerdings wieder die individuelle Freiheit des Einzelnen. Werte im Wirtschaftsleben Das Thema Werte hat in den letzten Jahren auch in der ökonomischen Diskussion – speziell auf betrieblicher Ebene – eine zunehmende (und neue) Beachtung gefunden. Diskutiert wird insbesondere über das Verhältnis von materiellen und immateriellen Werten in einer wissensbasierten Ökonomie und deren Bewertung (Stichworte u. a.: Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung, Wertemanagement, werteorientierte Personalführung, wertebalancierte Unternehmensführung). Werte aus Sicht der Wirtschaftsethik Der Wirtschaftsethiker Karl Homann definiert Werte als „formalisierte Zusammenfassungen bisheriger Erfahrungen mit menschlichem Wollen. […] Werte stellen den Versuch dar, bisher gemachte persönliche und mehr noch kollektive Erfahrungen in einer verallgemeinerten, oft systematisierten Weise so gegenwärtig zu halten, dass sie für die Lösung konkreter Probleme als Orientierungshilfe dienen können. […] Werte sind das aus der Tradition erwachsene Arsenal von Beurteilungsgesichtspunkten für menschliches Handeln und speziell für die darin eingelagerte Komponente des menschlichen Wollens. […] Werte […] haben grundsätzlich hypothetischen Charakter. […] Wie die Anwendung einer empirischen Hypothese auf konkrete Erscheinungen diese Erscheinungen erklären soll und darin zugleich die Hypothese überprüft, so soll die Heranziehung von Werten in Entscheidungen eine Lösung des konkreten Problems liefern und überprüft zugleich die herangezogenen Werte auf ihre Leistungsfähigkeit. Die dogmatische Vorstellung der sakrosankten Werte-Welt ist damit endgültig zerstört.“ Etwas leichter verständlich schreibt der Wirtschaftsethiker Bernd Noll: „In Werten dokumentiert sich das, was ein Individuum, eine Gruppe oder eine Gesellschaft als wünschenswert ansieht. Werte sind folglich Auffassungen über die Wirklichkeit, genauer: über die Qualität der Wirklichkeit. Sie beeinflussen damit die Auswahl unter möglichen Handlungszielen, Mitteln und Handlungsweisen.“
SELSBT Selbst ist ein uneinheitlich verwendeter Begriff mit psychologischen, soziologischen, philosophischen und theologischen Bedeutungsvarianten. Im introspektiven Sinn, also inbezug auf die Empfindung, ein einheitliches, konsistent fühlendes, denkendes und handelndes Wesen zu sein, dient er zur Reflexion, Verstärkung und Betonung des Begriffs Ich. Selbst als psychologischer Begriff William James unterschied das erkennende Selbst (self as knower, I, pure ego) vom erkannten Selbst (self as known, me, empirical ego). In dieser Tradition unterscheidet die Psychologie das (dem empirischen Ego entsprechende) Selbstkonzept, also die Antwort auf die Frage „Wer bin ich?“, vom Nachdenken über sich selbst, der Selbstaufmerksamkeit (self-awareness). Gemeinsam erzeugen sie das Gefühl einer Ich-Identität.[2] Im Anschluss an James hat der Soziologe Charles Cooley das Konzept des Looking-glass self entwickelt. Selbstkonzept Das Selbstkonzept ist das hauptsächlich auf Erinnerungen beruhende Wissen, wer ich bin. Als empirisches Destillat unterliegt es in der Lebenszeit erheblichen Veränderungen. Wie der sogenannte Spiegeltest zeigt, beginnen Kinder im Alter von etwa zwei Jahren mit der Entwicklung eines Selbstkonzeptes. Anfangs besteht es aus konkreten, beobachtbaren Eigenschaften wie Alter, Geschlecht, Haarfarbe usw. Im Laufe des Lebens kommen immer mehr Gedanken, Gefühle und abstrakte Konstrukte (Temperament, Nationalität, Religion usw.) dazu. William James unterscheidet materielle Anteile (mein Körper, meine Familie, meine Besitztümer usw.), soziale Anteile (die verschiedenen sozialen Rollen) und spirituelle Anteile (Einstellungen, moralische Urteile usw.). Eine andere Kategorisierung nimmt Sigrun-Heide Filipp vor, die deskriptive (Faktenwissen über die eigene Person wie „Ich habe einen Sohn“) von evaluativen (Bewertungen über eigene Eigenschaften wie „Ich bin eine gute Mutter“) Elementen trennt. Informationsquellen für das Wissen über sich selbst findet der Mensch 1. in der Beobachtung des eigenen Verhaltens (sog. reflexive Prädikatenzuweisung; s. Daryl J. Bems Selbstwahrnehmungstheorie) 2. in der Bewertung des eigenes Verhaltens (sog. ideationale Prädikatenzuweisung) 3. in Äußerungen von Mitmenschen (sog. direkte Prädikatenzuweisung) 4. in der Deutung der Reaktionen von Mitmenschen (sog. indirekte Prädikatenzuweisung) 5. im Vergleich mit Mitmenschen (sog. komparative Prädikatenzuweisung) Selbstaufmerksamkeit Die Aufmerksamkeit auf das eigene Selbst zu richten wird normalerweise vermieden, da der Vergleich des realen Selbst mit einem idealen Selbst unweigerlich zum unangenehmen Gefühl der kognitiven Dissonanz führt. Dennoch trägt die Selbstaufmerksamkeit zu der Empfindung einer konstanten Identität bei (vgl. Karl Jaspers Subjekt-Objekt-Spaltung).
Ordnungsfunktion Häufige oder besonders intensive, also prägende, Erfahrungen formieren sich zu Schemata, die beeinflussen, was wir wahrnehmen, wie wir darüber denken und woran wir uns erinnern. Das gilt auch für Selbst-Schemata. So werden Adjektive, die mit dem Selbstkonzept übereinstimmen, besser erinnert und schneller verarbeitet als widersprechende Adjektive (der sogenannte Self-Reference-Effekt). Allerdings führt die Vermeidung von Selbstaufmerksamkeit dazu, dass uns häufig stabile Schemata über unsere eigene Persönlichkeitseigenschaften fehlen. Selbstwertgefühl Selbstwertgefühl ist die subjektive Bewertung und Wahrnehmung der eigenen Person. Heute nimmt man eine hierarchische Gliederung an: Zum einen existiert ein generelles, übergeordnetes Selbstwertgefühl, zum anderen eine Reihe bereichspezifischer, untergeordneter und voneinander unabhängiger Selbstwerteinschätzungen. Einige Autoren fanden in Untersuchungen mittels Faktorenanalyse ein intellektuelles, ein emotionales, ein physisches und ein soziales Selbstwertgefühl. Andere konstatierten bei Kindergartenkindern soziales, kognitives und sportliches Selbstwertgefühl. Untersuchungen zeigen, dass die bereichsspezifischen Selbstwerte zeitlich stabiler und resistenter gegenüber momentanen Stimmungen und situativen Einflüssen sind, als das zeitlich weniger stabile generelle Selbstwertgefühl. GRUPPENDYNAMIK Der Begriff Gruppendynamik steht für: 1. Muster, in denen Vorgänge und Abläufe in einer Gruppe von Menschen erfolgen, 2. eine Methode, die gruppendynamische Vorgänge beeinflusst und erfahrbar macht, 3. die wissenschaftliche Disziplin, die diese Muster und Methoden erforscht. Prozess Der Prozess einer Gruppe umfasst die gesamte Entwicklung der Gruppe, die klassischen Phasen, die Verteilung der Rollen, die Bestimmung der Ziele und Aufgaben, die Bildung der Normen und Regeln, die Gestaltung der Kultur, die Verteilung von Macht, die Aufnahme neuer Mitglieder, der Umgang mit Dritten und anderen Gruppen. Jedes aktive Handeln in der Gruppe gehört zum Prozess und ist dynamisch. Phasen Jede Gruppe entwickelt sich in Phasen, deren Abfolge immer ähnlich verläuft. Siehe Hauptartikel Gruppenphasenmodell Bennis beschreibt drei Phasen: Dependenz – Abhängigkeit, Konterdependenz – Gegenabhängigkeit/Trotz, Interdependenz – reifes Miteinander. Dependenz 1. Dependenz - Flucht Hier geht es um die Abwehr von Angst. Äußerlich scheint die Gruppe nach einem gemeinsamen Ziel zu suchen, man ordnet sich bereitwillig der Autorität der Trainer unter und versucht deren Erwartungen zu erfüllen. Erfahrene Teilnehmer beanspruchen Führungsaufgaben, werden aber von anderen immer wieder sabotiert. 2. Konterdependenz - Kampf Hier geht es um die Macht. Die Macht der Trainer wird infrage gestellt, viel Diskussion über die Struktur, die Gruppe spaltet sich oft in zwei Teile, die einen versuchen Ordnung in das Chaos zu bringen, die anderen widersetzen sich. 3. Lösung (Katharsis) Inhalte und Themen werden zunehmend beachtet, Beziehungen werden geklärt und Erkenntnisse gewonnen, zwischen den Subgruppen bilden sich Kooperationen, die Gruppe einigt sich auf ein Ziel, Regeln werden aufgestellt. Interdependenz 4. Harmonie - Flucht Die Gruppe flüchtet in Harmonie und Solidarität, die Gruppengeschichte wird idealisiert, intensive Arbeit aller am gemeinsam gewählten Programm, Einigkeit über Rollen und Aufgaben, Abgrenzung nach außen. 5. Entzauberung - Kampf Konflikt zwischen persönlichen Wünschen und Gruppendruck, Infragestellung der Ziele und Regeln, Misstrauen untereinander, Spaltung in zwei Subgruppen, Machtkampf, viele Störungen. 6. Konsensbildung Gruppe wird arbeitsfähig, Rollen werden geklärt, Normen und Regeln werden flexibel und konstruktiv eingesetzt, Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und umgesetzt, Gruppenkultur bildet sich, Kontakt und Zusammenarbeit mit anderen Gruppen. Rollen In jeder Gruppe gibt es charakteristische Rollen. Raoul Schindler nannte sie: Alpha (der Anführer), Beta (die Spezialisten), Gamma (die Arbeiter),
Manche Rollen werden immer besetzt. Wenn...
Daneben gibt es noch weitere Rollen, die bestimmte Funktionen im Gruppenprozess erfüllen. Bekannt sind: der "Klassenkasper", der "Intrigant", der "Mitläufer", der "Beliebte". Solche Rollen werden im Gruppenprozess einzelnen Mitgliedern zugewiesen, sie haben erst in zweiter Linie auch mit den Persönlichkeitseigenschaften der Rollenträger zu tun.
GRUPPENZWANG Gruppenzwang (auch Gruppen- oder Konformitätsdruck, engl. unter anderem Peer pressure) ist Auslöser für eine Veränderung des Verhaltens oder der Einstellung von Personen innerhalb einer überstimmenden Gruppe. Häufig zeigt die Person betreffende Verhaltensweisen nur innerhalb der Gruppe. Normativer Einfluss Personen verhalten sich konform mit Gruppen, da sie bei anderen einen erwünschten Eindruck hinterlassen wollen. Viele Menschen fühlen sich unwohl oder unsicher, wenn sie andere Meinungen als die der Gruppenmehrheit vertreten. Sie meinen, damit bei anderen Gruppenmitgliedern Antipathie und Abneigung hervorzurufen. Der normative Einfluss bedeutet also, dass Personen sich konform verhalten, um von anderen Menschen als sympathisch beurteilt zu werden. Auch die Gesellschaft kann man als Gruppe sehen, die versucht, Abweicher zu integrieren, um sich nützliche Mitglieder zu formen (siehe Normativer sozialer Einfluss). Informativer Einfluss Wenn Menschen in bestimmten Situationen keine vollständigen Informationen zur Verfügung stehen, können andere Individuen als Informationsquelle dienen. Die Konformität kommt also dadurch zustande, dass man eine persönliche Unsicherheit beseitigen möchte, indem man sich auf die Meinung der Mehrheit verlässt und diese unter Umständen auch annimmt. Je schwieriger (oder unklarer) eine Situation ist, desto stärker ist auch die gezeigte Konformität (siehe Informativer sozialer Einfluss). Situation Wenn die Gruppe in einer schwierigen und hoffnungslosen Situation ist, niemand der Gruppe von außen hilft und keine objektiven Informationen vorliegen, wird der Konformitätsdruck erhöht. Persönlichkeit Wenn man ein hohes Bedürfnis nach Bestätigung und Gewissheit, sowie ein geringes Selbstwertgefühl hat, erhöht sich der Konformitätsdruck ebenfalls. Man fühlt sich in einer Gruppe gegenüber Außenstehenden stärker und besser. Gruppe Ein starkes Solidaritätsgefühl, die Zugehörigkeit zu einer Randgruppe, eine Rangordnung und hohe Meinungsübereinstimmung innerhalb einer Gruppe erhöhen den Konformitätsdruck. Je mehr dieser Faktoren zutreffen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Anpassung an die Gruppe.
SCHWARMVERHALTEN Der Begriff Schwarmverhalten bezeichnet das Verhalten von Fischen, Vögeln, Insekten und anderen Tieren, sich zu Aggregationen von Individuen – meist gleicher Art und Größe – zusammenzuschließen. Oft bewegen sie sich gemeinsam in eine Richtung. Es können sich jedoch auch Mischschwärme aus Tieren unterschiedlicher Arten und Größe bilden. Vorteile der Schwarmbildung ergeben sich bei der Nahrungssuche und im Schutz vor möglichen Fressfeinden, z. B. durch kollektive Wachsamkeit. Typische Schwarmtiere sind beispielsweise Heringe, Stare und Wanderheuschrecken. Die physiologische Basis, die es den Individuen eines Schwarm ermöglicht, sich in der beobachtbaren Synchronizität zu bewegen, wird in den Spiegelneuronen vermutet. Bei Landsäugetieren spricht man bei ähnlichem Verhalten von einer Herde, bei höheren Geschwindigkeiten von einer Stampede Interessante Ergebnisse brachten Computersimulationen von Schwärmen, die 1986 von Craig Reynolds zum ersten Mal wirklich modelliert wurden. Das Prinzip basiert auf drei Regeln, die die einzelnen Agenten (Individuen / Boids) beachten: 1. Bewege dich in Richtung des Mittelpunkts derer, die du in deinem Umfeld siehst (Kohäsion). 2. Bewege dich weg, sobald dir jemand zu nahe kommt (Separation). 3. Bewege dich in etwa in dieselbe Richtung wie deine Nachbarn (Alignment). Als Folge dieser Regeln auf Individuenebene ergibt sich eine Gesamtstruktur, nämlich der Schwarm. Man spricht von Emergenz. Eine Gruppe von Wissenschaftlern der Universität Leeds um Jens Krause erforschte, dass ein strukturelles Gedächtnis in Fisch- und Vogelschwärmen dafür sorgt, dass auf eine spezielle Schwarmformation immer eine ganz bestimmte nächste folgt. So ordnen sie sich zunächst in einen ungeordnet chaotischen Schwarm wie bei Mückenschwärmen und bilden als nächstes einen Torus. Der Physiker und Vogelforscher Andrea Cavagna aus Rom stellte in einem EU-Forschungsprojekt fest, dass Vögel sich an den sieben Nachbarvögeln ausrichten, was der höchsten Zahl entspricht, die Vögel unterscheiden können. Generell halten sie mindestens eine Flügelspanne Abstand zueinander. Bei Richtungsänderungen des Schwarms reagiert nicht unbedingt die Schwarmspitze, jedes Individuum kann eine Richtungsänderung hervorrufen und der ganze Schwarm organisiert sich hierdurch um. Bei Annäherung von Greifvögeln verdichtet sich der Schwarm, um das anvisieren eines Individuums zu erschweren. Manchmal wird sogar der Greifvogel vom Schwarm so eingeschlossen, das dieser sich flugunfähig abfallen lassen muss. Stört ein Greifvogel den schwarmauflösenden Anflug zum Schlafplatz, steigt der Schwarm wieder auf, oft bis zum Einsetzen der Dunkelheit. Viele Arten von Zugvögeln fliegen allerdings nicht in Schwärmen, sondern in V-förmigen Zügen oder, wie zum Beispiel die Kraniche, auch in langen Ketten schräg hinter einander. Computermodelle für Schwarmverhalten waren lange Zeit daran gescheitert, solche V-Formationen aus einem Schwarm zufällig angeordneter, vom Boden auffliegender Tiere zu berechnen. Valmir Barbosa und Andre Nathan (Universidade Federal do Rio de Janeiro) berichteten im Frühjahr 2007, das Problem gelöst zu haben: Durch die Kombination von bloß zwei Vorgaben für jedes Tier: 1. Nutze den Auftrieb, den der Flügelschlag eines vor dir fliegenden Vogels verursacht. 2. Nimm dabei eine Position ein, von der aus du ungestört nach vorn blicken kannst. Diese Modellrechnungen gingen von Schwärmen mit bis zu 35 Tieren aus, und egal, wie diese Tiere zunächst angeordnet wurden: Immer entstand schließlich eine ordentliche Formation. Typen der Weisheit der Vielen Surowiecki unterteilt Entscheidungen in drei Hauptgruppen auf, die er als Problemfelder klassifiziert: Kognition: Dieses Problemfeld umfasst Entscheidungen, bei denen es eine konkrete Lösung gibt, die durch den Einsatz der kognitiven Fähigkeiten erkannt werden kann. Surowiecki argumentiert, dass dies einer Gruppe viel genauer, schneller und unabhängiger von politischen Kräften gelingen könne als Experten oder Expertengruppen. Koordination: Koordination von Verhalten enthält die Optimierung der Nutzung eines Restaurants oder unfallfrei zu fahren. Das Buch enthält viele Beispiele aus der experimentellen Ökonomie, dieser Abschnitt beruht aber mehr auf natürlich vorkommenden Phänomenen, wie Fußgänger, die die Gehweg-Benutzung optimieren oder die Auslastung populärer Restaurants. Er untersucht, wie geteilte Überzeugungen/Normen innerhalb einer Kultur erstaunlich genaue Voraussagen über die Reaktionen anderer Mitglieder dieser Kultur erlauben. Kooperation: Wie Gruppen von Menschen ein Vertrauensnetzwerk aufbauen können, ohne dafür eine zentrale Kontrolle über ihr Verhalten oder eine direkte Durchsetzung der Regeln zu benötigen. Dieser Abschnitt spricht sich besonders für einen freien Markt aus. Elemente der Gründung der Weisheit der Vielen Nicht alle Gruppen sind weise. Beispiele für solche Überlegungen sind zum Beispiel aufgebrachte Menschenmengen oder Investoren an der Börse nach einem Börsenboom oder –crash. Untersuchungen sind dahingehend nötig um mehr Beispiele für fehlerhafte Gruppenintelligenz aufzudecken und zu vermeiden. Welche Schlüsselkriterien gibt es, eine weise Gruppe von einer irrationalen zu unterscheiden? 1. Meinungsvielfalt: Jeder Mensch besitzt unterschiedliche Informationen über einen Sachverhalt, so dass es immer zu individuellen Interpretationen eines Sachverhaltes kommen kann. 2. Unabhängigkeit: Die Meinung des Einzelnen ist nicht festgelegt durch die Ansicht der Gruppe. 3. Dezentralisierung: Hier steht die Spezialisierung im Mittelpunkt des Fokus, um das Wissen des Einzelnen anzuwenden. 4. Aggregation: Es sind Mechanismen vorhanden, um aus Einzelmeinungen eine Gruppenmeinung zu bilden.
Fehler kollektiver Intelligenz Surowiecki untersuchte Situationen, in denen die Gruppe einen sehr schlechten Ruf aufbaute und argumentierte, dass in diesen Situationen das Wissen oder die Zusammenarbeit fehlerhaft sei. Dies geschah seiner Ansicht nach dadurch, dass die Gruppenmitglieder zu sehr auf die Ansichten anderer Menschen hörten und ihnen nacheiferten, statt sich selbst ein Bild über die Situation zu machen und zu differenzieren. Er nennt verschiedene Details von Experimenten, wonach die Gruppengewohnheiten durch einen ausgewählten Sprecher bekannt werden. Er behauptet obendrein, dass der Hauptgrund für die intellektuelle Konformität einer Gruppe hauptsächlich darin besteht, systematische Fehlentscheidungen zu treffen. Wenn die entscheidende Instanz nicht in der Lage ist, die Gruppe zu akzeptieren, so führe das laut Surowieckis Aussagen dazu, dass das Personenrecht und das Recht zur Selbstinformation verloren gehen. Die Zusammenarbeit in der Gruppe kann auf diese Weise nur so gut, beziehungsweise eher schlechter als besser sein, als das klügste Mitglied (Die Möglichkeit besteht dem Anschein nach). Detaillierte Fallbeispiele schließen folgende Fehler ein: 1. Zentralismus: Das Unglück der Weltraumfähre Columbia, dessen Verschulden sich auf die bürokratische Hierarchie des NASA-Managements verschob, da es nichts von den Warnungen der Ingenieure gewusst haben will. 2. Meinungsunterschiede: Beispiel: Die US-amerikanische Gemeinschaft konnte das Attentat des 11. September 2001 nicht verhindern, da Informationen von einer Unterbehörde vermutlich nicht an eine andere weitergeleitet worden sind. Laut Surowiecki arbeiten Gruppen am besten, wenn sie sich ihre Arbeit selbst aussuchen und sich selbst Informationen, die sie benötigen, besorgen (in diesem Fall IQ-Forscher). Die Isolation des SARS-Virus dient als Beispiel für die Unmöglichkeit der Koordination von Forschung. Er legt die Isolation des Virus als ein Beispiel für den freien Datenfluss zur Koordinierung von Forschung, durch Labore rund um die Welt ohne einen zentralen Kontrollpunkt aus. 3. Ambivalenz: Wo Übergänge sichtbar werden und verlangsamt dargestellt werden, kann es zu einer Informationsflut kommen, welche die entscheidenden Individuen, unter der Berücksichtigung der getroffenen Wahl nicht bemerken: Vorausgesetzt dies geschieht, fällt es dem Einzelnen leichter, sein Benehmen auf die Gruppe abzustimmen, da er das Benehmen der Gruppe leicht kopieren kann.
GRUPPENPROZESS Ein Gruppenprozess ist eine Kette aufeinander folgender Schritte, die auf Teams bezogen sind. Deshalb wird auch vom Teamprozess gesprochen. Als Arten der Gruppenprozesse sind soziale und wirtschaftliche Gruppenprozesse zu unterscheiden, die einen Untersuchungsgegenstand der Organisationspsychologie darstellen. Die Abgrenzung eines sozialen Gruppenprozesses von der Gruppendynamik ist nicht ganz einfach. Das Wort „Prozess“ beschreibt ein Aufeinanderfolgen von Zuständen, die abhängig sind von den gegebenen Bedingungen und den wirkenden Einflüssen. Der Begriff Dynamik hingegen bezeichnet eine Kraft, die wirkt und eine Veränderung oder zumindest eine Umgestaltung des Ausgangszustandes hervorbringt. Demzufolge beschreibt das Wort Gruppenprozess die Entwicklung einer Gruppe, abhängig von den Rahmenbedingungen und sonstigen Gegebenheiten. Der wirtschaftliche Gruppenprozess grenzt sich vom Bereichsprozess (z. B. Prozess in einer Abteilung) und vom Gesamtprozess ab, der ein gesamtes Unternehmen betrifft Bedingungen und Einflüsse sozialer Gruppenprozesse Der größte Faktor, der z. B. auf eine lernende Gruppe einwirkt, ist die Leitung der Gruppe. Diese ist beispielsweise für die Organisation der Arbeitsmittel zuständig. Der Bogen erstreckt sich dabei von funktionierenden Stiften und Papier für jedes Gruppenmitglied bis zum Beamer und der Technik allgemein. Weiterhin besteht eine wichtige Aufgabe der Gruppenleitung in der Wahrnehmung der einzelnen Teilnehmer. So sind die eher stillen Vertreter zu ermuntern und die Vorlauten ein wenig zu bremsen (vgl. Teamführung). Allgemein sollten alle Gruppenmitglieder eine gleiche Chance auf Einbringung haben, was durch die Leitung zu steuern und zu kontrollieren ist. Auch die Ermöglichung der Zusammenarbeit und des Austausches der einzelnen Teilnehmer untereinander, die folglich zu einer Gruppe zusammenwachsen können, ist durch die Leitung zu fördern. So dienen beispielsweise Kennenlernspiele der schnellen Kontaktaufnahme zu Beginn eines Seminars und helfen, Grenzen und Hemmschwellen zu überwinden. Unterschiedliche Methoden ermöglichen eine sinnvolle und abwechslungsreiche Arbeit in der Gruppe. Dem(der) Gruppenleiter(in) obliegt es, im richtigen Moment die richtige Methode anzuwenden und damit den Prozess entsprechend steuern zu können. Dafür sind eine fundierte Kenntnis und ein breites Repertoire an Arbeitsweisen grundlegend und unabdingbar. Ebenso gilt es, feste Rahmenbedingung, in denen sich die Gruppe bewegen kann, zu stecken. Dazu zählen Verabredungen wie Anfangs-, Pausen- und Endzeiten sowie eine feststehende Örtlichkeit und andere organisatorische Bedingungen. In Bezug auf das zu behandelnde Thema, beispielsweise in einem Seminar, liegt erneut Verantwortung bei der Leitung. Zum einen sollte diese jeweils grundlegende Kenntnisse aufweisen und zum anderen eventuell Spezialisten einladen, wenn die eigenen Fähigkeiten zur Bearbeitung des gewählten Themas nicht genügen. Trotzdem müssen die zu behandelnden Inhalte von der Leitung vollständig akzeptiert und unterstützt werden, da sich eine abwehrende Haltung der Gruppenleitung auf die Teilnehmer übertragen würde und somit ein gutes und sinnvolles Arbeiten verhindert. Ergebnisse zu sozialen Gruppenprozessen Soziale Gruppenprozesse lassen sich in kurz- und längerfristige Prozesse einteilen. In der Praxis kommen sie als Prozesse der Gruppenentwicklung vor. Solche Prozesse stehen in Bezug zur Gruppenarbeit: Ein positiver Ausgang einer seminarbezogenen Gruppenarbeit oder eines lernbezogenen Gruppenprozesses ist beispielsweise in der umfassenden Beschäftigung und Auseinandersetzung mit einem Thema zu sehen. Auch die Aufnahme von Wissen kann und sollte zumeist auch aus einer Gruppenarbeit hervorgehen. Grundsätzlich ist dabei jedoch zu beachten, dass die einzelnen Mitglieder nur dann lernen, wenn sie sich in der Gruppe wohl fühlen. Ist eine Bedrohung oder ein Angriff auf die eigene Person zu spüren, wird es nicht zur Aufnahme von Wissen oder allgemein zur Integration in die Gruppe kommen. Ergebnisse zu wirtschaftlichen Gruppenprozessen Bei wirtschaftlichen Gruppenprozessen stehen sachlich-rationale Tatbestände im Vordergrund, z. B. bei teilautonomen Produktionsgruppen, Fertigungsinseln, Verkäufergruppen in Unternehmen. Hier steht der ökonomische Bezug der Gruppenprozesse im Focus und weniger das Lernen in Gruppen. Prozessbeispiel: In einer Verkäufergruppe werden Verkaufsgespräche geführt, Interessen beim Kunden geweckt, Wünsche ausgelöst und Verkaufsabschlüsse getätigt, die den Umsatz eines Unternehmens steigern. Werden Leistungen von betrieblichen Gruppen von einem Gruppenleiter zielbezogen geplant, realisiert und kontrolliert, kann von sachorientierter Teamführung gesprochen werden. Prozessorientierte Gruppenführung heißt, die Gruppenziele aus den Bereichszielen abzuleiten, die Wege zur Zielerreichung zu planen, das Geplante zu realisieren, zu kontrollieren und zu steuern. SAMSTAG 26.02.2011 PSYCHOLOGIE ABGESCHLOSSEN (201 Seiten) Wörter: 79.991 Gesamt Wörter pro Seite: 397 Durchschnitt / Drucken: Gedruckt bis Seite 148/Rest drucken
Nachhaltigkeit besteht aus Robustheit und Effizienz. Robustheit besteht aus Vielfalt. Effizienz besteht aus monopolartiger Konzentration. Die größte Nachhaltigkeit ist zwischen Robustheit und Effizienz, wobei der Punkt der größten Nachhaltigkeit näher bei der Robustheit als bei der Effizienz liegt.
Die Geldmenge wird durch Bankkredite vergrößert. Es wird Geld „erschaffen“. Die fälligen Zinsen für Kredit müssen aber aus der „realen“ bereits bestehenden Geldmenge verdient werden. Durch Konkurrenzkampf mit den anderen Wirtschaftsteilnehmern muss eine Leistung (Performance/Arbeit) erzielt werden, die die fälligen Zinsen bedienen kann. Die Bank kann kostengünstig Geld erschaffen, um dann ihren Anteil an der „realen“ Arbeit, d.h. der realen Wertschöpfung zu erhalten, obwohl für das erschaffene Geld keine Wertschöpfung im Sinne von Arbeit benötigt wurde. Es geschieht lediglich eine buchhalterische Buchung von Zahlen auf ein Konto.
Das ständige Beobachten wie viel ein Trade steigt oder fällt, ist eine destruktive Tätigkeit, die Trader schon riesige Gewinne gestohlen hat. Dieser Vorgang, der Geldzählen bedeutet, steigert nicht nur die Angst, er fördert auch Unsicherheit und hält einen ab, sich auf eine vernünftige Technik zu konzentrieren. Es ist die vernünftige Technik, die sie letztendlich profitabel werden lässt. Tatsache ist doch, dass die Konzentration auf den aktuellen Kontostand auf Kosten der Aufmerksamkeit geht. Stattdessen müssen Trader sichergehen, dass sie aufgrund der richtigen Techniken jeden Schritt richtig machen und wenn das der Fall ist, sollten sie sich nicht um die Gewinne kümmern müssen. Ihre Aktionen sollten von einem gut durchdachten Tradingplan bestimmt werden und nicht von den minütlichen Änderungen auf Ihrem Konto. Gute Techniken führen automatisch zu guten Gewinnen.