System-Bestandteile
Abb: profit strategy flowchart
Checkliste Peak Performance
Erklärungen Übersicht
- Mentale Gedankenmuster
- 5 Fehler beim Handel mit Optionen
- Hartes Dach / Harter Boden
- Münzwurfexperiment / Wahrscheinlichkeit
- Money Management Low Margin Konten / Hausse und Baisse Märkte
- Der natürliche Zyklus der Kursspannenveränderung
- Tails Thesen / Volumenspitzen
- Die Stadien der Kursbewegung
- Akkumulation – Die letzte Marktbereinigung
- Distribution – Der Höhepunkt der Verkäufe
- Trend – Definition / Parabolische Stopps
Disziplin
- Steigungsgerade / Steigungswinkel / Trendkanal / On- Balance- Volume
- Ausstiegsmöglichkeiten
- Interview Zielformulierung
- Dividenden Allgemein
- Optionsscheine Kennzahlen
- Korrelation Beta Faktor
- Steigungswinkel berechnen
- Aktion und Reaktion
- Zeitrahmen
- Rendite / Sicherheit / Liquidität – Dreiecksverhältnis
- Sektoren und Branchen
- Texas Hold´em Poker System
- Projektmanagement
- Controlling / Risikoanalyse
- Führungsstile / Gruppenarbeit
- Tote Pferde
- Wikipedia
- Über Tradingplan / Über Zielsetzung / Über Kontrolle / Über das Wesen eines Trends
- Zitate
25 Trading-Fehler
- ) Sie haben versäumt sich selbst und Ihre Mission zu definieren
- ) Sie haben versäumt, sich auf der Basis Ihrer Mission und Ihrer Selbstdefinition Ziele zu setzten
- ) Kein spezifisches Set von Tradingregeln entwickelt, die zu Ihrer Mission und Ihren Zielen passen
- ) Keine Regeln getestet oder simuliert
- ) Keine alltäglichen Aufgaben erledigt. Diese Aufgaben sind: Selbstanalyse, mentale Beschäftigung mit dem vergangenen Handelstag und möglichen Probleme, die tägliche Aufzeichnung des Tradings und die Beurteilung dieser Aufzeichnungen
- ) Einstieg, ohne zu wissen, wo Ihr Kapitalschutz ist. Damit verbunden ist, sich nicht an Ihre definierten Stopps zu halten
- ) Zu frühe Gewinnmitnahme
- ) Sie beobachten Ihr Trading nicht genau und lassen sich ablenken. Man darf bei Trading nicht müde oder erschöpft sein
- ) Man achtet darauf, was anderer tun und folgt dem Markt
- ) Sie lassen sich von der Spannung mitreißen, laufen Trades nach, Handeln zu hoch und vergessen Ihre Tradingregeln
- ) Ihre Position ist zu groß oder zu klein
- ) Sie lassen zu, dass Ihr Leben derart aus dem Gleichgewicht gerät, dass Ihr Trading dadurch sabotiert wird.
- ) Sie traden in Zeiten wichtiger Veränderungen in Ihre Leben
- ) Sie werden zu optimistisch und denken, Sie könnten den Markt voraussagen
- ) Sie lassen zu, dass Emotionen Sie an gutem Trading und an der Befolgung Ihrer Regeln hindern
- ) Sie bleiben in einer stagnierenden Positionen engagiert oder traden, wenn der Markt sich nicht bewegt und keine Chancen bietet
- ) Sie kennen das ECN, mit dem Sie traden, oder die von Ihnen benutzte Software nicht gut genug
- ) Sie halten einen IntradayTrade über Nacht (Margin Call)
- ) Sie traden nachbörslich, in den ersten 15 Minuten oder in der Zeit zwischen 12:30 und 15:30 Uhr
- ) Sie sammeln zu viele Infos und werden überwältigt
- ) Ihr Trading richtet sich nach Gerüchten, die Sie in Chatrooms oder in den Finanzmedien aufgeschnappt haben.
- ) Sie „verbilligen“ eine Verlustposition
- ) Sie vermischen 2 Tradingstile auf demselben Konto, ohne ehe Sie nur bei einem davon Kompetenz erreicht zu haben
- ) Verschiede Eingabefehler
- ) Sie haben keinen Plan, wenn etwas schief geht
Professionelles Trading
1. Persönlich Spirituell Moralisch Emotional Physisch Organisatorisch (Zeitmanagement und Aufzeichnungen)
2. Geschäftplan für den Tradingerfolg formulieren
3. Trading Schriftlicher Tradingplan Tägliche Tradingdisziplin Checkliste für jeden Tradingtag Tradingaufzeichnungen Tradingtagebuch
4.Ergebnisorientiere Zielgebiete Monatliche Profitabilität Renditen des Investments Maximaler Drawdown Maximale Zahl von Verlustmonaten pro Jahr
„Entwerfen Sie einen Plan, um den Sie selbst Goldman Sachs beneiden könnte.“
„Die Tradingperformance ist Ihre Performance. Sie reflektiert Ihr Training und ihre Kondition ebenso gut, als wären Sie ein trainierter Athlet, der an den Olympischen Spielen teilnimmt. Wer gut trainiert hat und einen guten Coach besitzt, wird auch gut abschneiden. Wer sich schlecht vorbereitet hat und wenig über sich weiß, wir sind schlechtes Ergebnis erzielen.“
12-Stufen Methode
Listen Sie Überzeugungen über die Märkte und Trading auf Sammeln Sie Marktinformationen Bestimmen Sie ihre Ziele Legen Sie einen Zeitrahmen und Ihren Tradingstil fest Finden Sie die besten historischen Muster innerhalb Ihres Zeitrahmen heraus und finden Sie heraus, was sie gemeinsam haben Verstehen Sie die Konzepte hinter den historischen Mustern und bestimmen Sie, wie Sie sie möglicherweise in Echtzeit bestimmen können Legen Sie Ihre Stopps und Transaktionskosten fest Entwickeln Sie ein Schema des Glattstellens Ihrer Trades zum Zweck der Gewinnmitnahmen und bestimmen Sie ihre Gewinnerwartung Suchen Sie nach R-Multiple-Trades Erhöhen Sie Ihre Gewinne durch angemessene Positionsgrößenbestimmung Suchen Sie ständig nach Möglichkeiten, Ihre Ergebnisse zu verbessern Stellen Sie Pläne für ein Worst-Case Szenario auf und gehen Sie Ihren Plan noch einmal vor jedem Trade durch.
Allgemeine Regeln
1. Untersuchen Sie, ob Sie wirklich traden wollen Bevor Sie ein erfolgreicher Trader sind, müssen Sie enorm viel lernen und Sie setzen sich großen finanziellen Risiken aus. Sie müssen in Ihre Ausbildung Geld und Zeit investieren. Es ist durchaus möglich, dass Sie in ihren Anfangszeiten zusätzlich kontinuierlich Geld verlieren. Bevor Sie sich der Herausforderung Börse stellen, fragen Sie sich, ob Sie das auch wollen.
2. Seien Sie kein Perfektionist Den perfekten Trade gibt es nicht. Verlieren ist Teil des Spiels und kommt konstant vor. Sehen Sie jeden Trade als einen von 10.000 auf einem langen Weg zum Erfolg an. Dadurch verliert ein einzelner Verlust – Trade an Bedeutung und Sie können Ihren Blick fürs Ganze schärfen. Sie werden an der Börse verlieren, die Frage ist nur, was unterm Strich steht.
3. Seien Sie ein Perfektionist Steht diese Regel nicht mit Regel 2 in Konflikt? Ganz und gar nicht! Führen Sie jeden Trade perfekt durch. Halten Sie sich mit eiserner Disziplin Ihre Regeln und halten Sie mit regelrecht religiöser Konsequenz Ihre Stopp Kurse ein.
4. Haben Sie keine Angst vor Verlusten Nichts wird Verluste mehr anziehen als die Angst davor. Beherrschen Sie Ihre Psychologie. Nehmen Sie das eine oder andere Psychologie – Börsenbuch in die Hand.
5. Seien Sie illoyal Um Ihre Flexibilität zu bewahren, müssen Sie Ihren Positionen gegenüber immer illoyal sein. Verlieben Sie sich nicht in ihre großen Gewinner – sonst schmelzen sie dahin. Sie müssen in der Lage sein, Ihre Meinung schnell zu ändern und sich dementsprechend zu positionieren.
6. Bleiben Sie bodenständig In starken Gewinnphasen kommt gerne das Super – Ich herausgesprungen – machen Sie ein paar Tage Pause, wenn Ihr Depot exorbitant angewachsen ist.
7. Machen Sie Pausen nach Verlustphasen Noch viel wichtige ist, nach Verlustphasen ein paar Tage Pause zu machen. Wenn Ihr Depot um 20 % geschrumpft ist, gönnen Sie sich eine Auszeit. Sie sind zu diesem Zeitpunkt nicht in Einklang mit den Märkten.
8. Werden Sie kein Fachidiot Es gibt noch andere schöne Dinge auf der Welt außer Börse.
9. Das Spiel der Spiele: Käufer vs. Verkäufer. Ihr Tradingplan muss aus diesen drei Teilen bestehen: Einstieg, Stopp, Ausstieg
HANDELSREGELN
1. Rekapitulieren Sie Ihre Charts konstant / Führen Sie ein Handelsjournal Analysieren Sie täglich mehrere Charts und verfolgen Sie die Kursentwicklung nach ihrer Analyse weiter – selbst wenn Sie nicht investiert sind. Übung macht den Meister. Archivieren Sie jeden Trade inklusive Chart, den Sie eingegangen sind. Notieren Sie gewonnene Erkenntnisse, Gründe für den Einstieg, Stopp Niveau und Kursziel. Wenn die Position geschlossen wurde, evaluieren Sie Ihr Verhalten. Was können Sie beim nächsten Trade besser machen? Wo lagen die Fehler? Notieren Sie Nettogewinne und Nettoverlust. So sehen Sie, welche Trades dazu tendieren, in den Verlust zu laufen. Dadurch können Sie diese eliminieren.
2. Führen Sie ein Journal über Chart – Formationen Katalogisieren Sie Ihre Erfahrungen und Bemerkungen über bekannte oder von Ihnen entdeckte Chart – Formationen.
3. Entwickeln Sie einen Handelsplan Dies ist eine der wichtigsten und schwierigsten Regeln. Verfassen Sie Regeln für sich, unter welchen Umständen Sie wann Positionen schließen und öffnen. Erarbeiteten Sie Stopp Loss Techniken und definieren Sie, wann welche Technik zum Einsatz kommt. Stellen Sie sich vor, Sie seinen bei einem Hedge Fonds angestellt und Ihr Chef bittet Sie um einen schriftlichen Bericht Ihres Handelsstils.
4. Gewinnpositionen tendieren dazu, von Beginn an Gewinne zu verzeichnen. Das ist ein allgemeines Phänomen, das Sie in der strikten Begrenzung von Verlusten unterstützt.
5. Handeln Sie immer nach Ihrer eigenen Meinung Wenn Sie Short im DAX sind und die ganze Welt schreit, dass morgen der DAX durch die Decke geht, dann bleiben Sie investiert. Ändern Sie Ihre Positionen niemals aufgrund der Aussage eines anderen Marktteilnehmers – nicht einmal, wenn es Alan Greenspan ist. Ausnahme: Es ändert sich das technische Bild aufgrund der Aussage einer Position.
7. Kaufen Sie niemals eine Verlustposition nach Manche Marktteilnehmer meinen, man könne seinen Einstand „verbilligen“, wenn man eine Verlustposition aufstockt. Sie verbilligen Ihre Position auf diese Weise nicht, sondern verteuern sie, da Sie den potentiellen Verlust vergrößern.
8. Bleiben Sie am Ball Informieren Sie sich stets ausführlich. Lesen Sie Fachmagazine und Sachbücher, gehen Sie in Internetforen und besuchen sie Messen und Seminare. Dadurch bleiben sie stets über neue Techniken und Handelsansätze auf dem Laufenden. Stillstand ist Rückschritt. Rückschritt ist Verlust.
9. Ignorieren Sie die Massenmeinung über die künftige Kursentwicklung Es kann Ihnen egal sein, was Zeitungen, Fernsehen und Nachbarn über die Börse sagen. Niemand anders außer Ihnen entscheidet, wie Sie sich positionieren. Wenn Sie erkennen, dass die Masse wie Sie positioniert ist, müssen Sie die Position nicht unbedingt schließen! Lassen Sie sich nur nicht von der gerade vorherrschenden Meinung beeinflussen und konzentrieren Sie sich auf die Charts.
TECHNISCHE ANALYSE
1. Legen Sie die Haltedauer vor dem Einstieg fest Bevor sie eine Position eröffnen, sollten sie unbedingt die geplante Haltedauer festlegen. Vermischen Sie also auf keinen Fall die Zeithorizonte. Wenn Sie eine Position aufgrund eines 5 Minuten Chart eingegangen sind und Sie halten diese Position nach 4 Wochen noch immer, so haben sie eindeutig keinen legitimen Grund diese Position zu halten
2. Arbeiten Sie nicht nur auf einer Zeitebene Konzentrieren Sie sich nicht ausschließlich auf den Wochenchart oder den 5 Minuten Chart. Nicht jeder Markt kann auf jeder Zeitebene getradet werden. Viele Day Trader begehen den Fehler, ausschließlich kurzfristige Positionen zu eröffnen. Diese verursachen hohe Gebühren und fahren nur kleine Gewinne ein. Aber man braucht auch die großen Swings, um profitabel zu sein. Ungekehrt wird der gleiche Fehler gemacht: Viele Großinvestoren und auch Fonds konzentrieren sich einzig und alleine auf langfristige Bewegungen. Doch tritt eine Seitwärtsphase oder ein Bärenmarkt auftritt, wären sie besser mit kleinen, aber feinen Gewinnen gefahren!
3. Planen Sie jeden Trade Jeder Trade sollte geplant werden. Steigen Sie niemals impulsiv oder aufgrund eines Tipps in einen Trade ein. Tipps sind hilfreich, aber nur, wenn Sie noch eigene Nachforschungen und Analysen anstellen.
4. Warten Sie immer auf eine Bestätigung Wenn Sie eine Position aufgrund eines technischen Signals eröffnen, sollte dies stets nur mit einer entsprechenden Bestätigung erfolgen. Handeln Sie niemals blind und folgen Sie niemals nur einen einzigen Indikator.
5. Legen Sie den Stopp- Loss vor Positionseröffnung fest. Wie viel Sie maximal riskieren wollen, muss vor der Positionseröffnung bereits feststehen. Eröffnen Sie niemals einen Trade ohne ein Stopp Niveau. Ein einziger Fehler in dieser Sparte kann ihre ganzen Gewinne (und mehr) vernichten.
Position aussteigen
1. Wenn Chart Formationen und oder andere Signale einen künftigen Trend gegen ihre Position anzeigen, ergreifen Sie Gegenmaßnahmen. Wenn Sie sich in einem Trade befinden und es erste Anzeichen gibt, dass der Markt drehen könnte, müssen sie handeln. Das Beste ist, seinen Stopp Loss enger zu ziehen und dadurch das Verlustrisiko zu minimieren. Schließen Sie allerdings nicht blindlings jede Position, sonst kommen Sie nie in die Gewinnzone.
2. Wenn Ihr Stopp erreich wird, dann steigen Sie aus Sollten die Kurse Ihren Stopp Loss erreichen, steigen Sie unverzüglich aus. Das ist der Sinn eines Stopp Loss. Trainieren Sie Ihre Disziplin und bewahren Sie Ihr Vermögen.
3. Wenn die Position von Beginn an gegen Sie läuft, schließen Sie den Trade Wenn die Position vom ersten Tag an herbe Verluste einfährt, schließen Sie die Position. Es ist unwahrscheinlich, dass das Setup, wegen dem Sie den Trade eingegangen sind, noch Gültigkeit besitzt. Steigen sie notfalls später zu einem „besseren“ Kurs erneut in die Position ein. 4. Wenn Sie nicht da sind, schließen Sie die Position Wen Sie verreisen oder sich nicht um Ihre Position kümmern können/wollen, schließen Sie Ihre Trades, bevor Sie längere zeit abwesend sind. Es könnte unter Umständen ein teurer Urlaub werden.
5. Seien Sie immer wachsam Werden Sie offenen Positionen niemals nachlässig. Verfolgen Sie sowohl Verlust- als auch Gewinnpositionen konstant, um den Marktverhältnissen entsprechend agieren zu können. Sie sollten zu jeden Zeitpunkt wissen, wann Sie die Position schließen werden und welchen Buchgewinn bzw. Buchverlust diese Position zurzeit aufweißt.
6. Eröffnen Sie, nachdem Sie ausgestoppt worden sind, nicht sofort eine Position Hüten Sie sich davor, kurz nachdem Sie aus dem Markt geschüttelt worden sind, wieder eine Position zu eröffnen. Dies kommt einem Nichtbeachten des Stopps gleich, da Sie wieder in derselben Verlustposition stecken.
7. Nehmen Sie niemals schnelle, kleine Gewinne mit Die Maxime lautet: „Verluste begrenzen, Gewinne maximieren“. Hüten Sie sich davor, Gewinnpositionen frühzeitig abzustoßen. Nehmen Sie niemals Gewinne innerhalb der ersten drei bis sechs Candles mit.
8. Verwenden Sie dynamische Stopp Loss Niveaus Passen Sie Ihren Stopp Loss der Kursentwicklung an. Ziehen Sie nach Kursgewinnen in einer Long – Position den Stopp Loss nach oben an. Minimieren Sie Ihr Risiko und sicher Sie Ihre Gewinne!
9. Vergrößern Sie niemals Ihr Risiko Bewegen Sie Ihren Stopp Loss nur dann, wenn Sie Ihr Risiko dezimieren. Vergrößern Sie niemals ihr anfängliches Verlustpotential.
10. Schließen Sie niemals eine Gewinn - Position ohne ein Ausstiegssignal Stellen Sie Gewinnpositionen erst nach einem konkreten Ausstiegssignal glatt.
BESTANDTEILE EINES HANDELSSYSTEMS
- ) Ein Set von Setup-Bedingungen für Screening Ihrer Aktien
- ) Einstiegsregeln für die Aktien auf Ihrer Beobachtungsliste
- ) eine Szenario für den schlechtesten denkbaren Fall, mit dem man einen Verlust von 1 R definieren kann
- ) Regeln für die Gewinnmitnahme
- ) Regeln für Positionsgrößenbestimmung
- ) Regeln zum Wiedereinstieg
Alle Fehler sind im Grunde genommen psychologischer Natur. Und daher können alle Fehler in vier Kategorien unterteilen:
- Fehler bei der Ausführung
- Fehler beim Einstieg und beim Setup
- Fehler beim Ausstieg
- Fehler bei den Positionsgrößen
Um Fehler beim Trading zu korrigieren, müssen Sie regelmäßig drei Dinge tun:
- ) Ihre Trades aufzeichnen
- ) auf Basis dieser Trades jeden Abend auf Ihren Tradingtag zurückblicken
- ) sich diese Dinge täglich ins Gedächtnis rufen, bevor sie traden
Die simpelste Lösung wäre ein Excel-Spreadsheet. Dieses Spreadsheet enthält neun Spalten, wobei jede Zeile einen einzelnen Trade repräsentiert:
- Datum und Uhrzeit
- Aktiensymbol
- Einstiegskurs
- Ursprüngliches Risiko (Stopp)
- Anzahl der Aktien
- Gesamtrisiko des Trades (R)
- Gesamtgewinn oder –Verlust, inklusive Gebühren
- Ihr R-Vielfaches
- Haltezeit
ZUSAMMENSETZUNG EINES HANDELSSYSTEMS
Genauso wie gute Mathematikkenntnisse nicht bedeuten, dass man auch gute Sprachkenntnisse hat und ein guter Autofahrer noch lange kein guter Automechaniker sein muss, so bieten gute Fähigkeiten beim Traden keine Garantie dafür, dass der Betreffende auch über gute analytische Fertigkeiten verfügt, und das gilt natürlich auch umgekehrt.
Während Sie bei der Arbeit sind, müssen Sie auch ihre eigenen Bedürfnisse und ihren gegenwärtigen Lebensstandard berücksichtigen, und zwar in finanzieller als auch in sonstiger Hinsicht. Beispielsweise werden Sie sich wohl keinen Formel-1 Rennfahrer für die Sonntagsausflüge mit Ihrer Familie engagieren, selbst wenn sie sich das durchaus leisten könnten. Sie werden sich dafür wohl auch keine Planiermaschine anschaffen. Wahrscheinlich werden Sie sich stattdessen für ein Auto entscheiden, das Ihren alltäglichen Bedürfnissen entspricht, auch wenn Sie vielleicht eine Kombi-Limousine oder einen Mini-Van ziemlich langweilig finden, wo Sie doch eigentlich eher ein Lamborghini-Typ sind.
Das Gleich gilt für Trading-Strategien: Zuerst müssen Sie herausfinden, wer sie sind und welche Art von Strategie zu Ihnen passt, selbst wenn es Ihnen vielleicht ein wenig langweilig erscheinen mag und Ihnen kaum die Möglichkeit bietet, spektakuläre Überholmanöver zu veranstalten. Trading ist nach meiner Erfahrung – zumindest was Systemtrading angebelangt – ebenso langweilig wie ein Baseballspiel zu verfolgen, ohne dabei ein Bier in der Hand und bereits einige intus zu haben. Das gilt sowohl für die öffentlichen Straßen, die keinerlei Abenteuer erlauben, als auch für das Trading. Beides bietet nicht die geeigneten Grundlagen für Spiel, Spannung und Spaß. Das Zusammenstellen einer Trading-Strategie würde ich folgendermaßen betrachten: Das eigentliche System mit seinen Kauf- und Verkaufsregeln bildet den Motor, und dabei kann es sich um eine schnelle Intraday Strategie, um ein System für einen bestimmten Markt (dem Motors vergleichbar, der 800km/h schafft) oder um ein langfristiges System handeln, das für alle Märkte eingesetzt werden kann (dem Motor einer langsamen, aber stetig arbeitenden Planierraupe vergleichbar).
Wenn ich die Auswahl getroffen habe, wende ich mich dem Geldmanagement zu, das mit dem Getriebe zu vergleichen ist. Dann versuche ich, das System auf mich abzustimmen und gestalte es so effizient und sicher wie möglich. Um mit dem Auto-Vergleich fortzufahren: Sie wissen bestimmt, dass Sie eine Katastrophe heraufbeschwören, wenn Sie einen Formel-1 Rennwagen mit dem Getriebe einer Kombi-Limousine versehen.
Wenn der Motor (das System) und das Getriebe (Geldmanagement) aufeinander abgestimmt sind und beide harmonisch arbeiten, sollte man sich mit dem Fahrwerk auseinandersetzen. Bei einer Trading-Strategie entspricht dies der Frage, welche Märkte man handeln möchte. Wenn Sie die Einzelteile eines Autos (die Gesamtstrategie) zusammengebaut haben, also den Motor (das System), das Getriebe (das Geldmanagement) und das Fahrwerk (die Märkte in ihrer Gesamtheit), dann fehlt Ihnen immer noch etwas: der Treibstoff und der Fahrer. Der Treibstoff stellt Ihre Zeit, Energie und Kapital dar. Der Fahrer sind Sie selbst. Aber bevor sie das Gefährt betanken und sich auf den Fahrersitz schwingen, müssen Sie sich vergewissern, ob es sich dabei auch tatsächlich um ein Fahrzeug handelt, das zu Ihnen passt (auch wenn Sie eigentlich ganz genau wissen, dass Sie im Grunde ein Ferrari-Typ sind.)
Peak Performance
1) Widme ich mich vorbehaltlos dem Trading? Verpflichte ich mich, zu tun, was erforderlich ist, auch wenn das einen Vollzeitjob bedeutet, um die notwendigen Arbeiten erledigen zu können.
2) Bin ich bereit, Zeit zur Selbstanalyse aufzuwenden, weil ich weiß, dass ich selbst der wichtigste Faktor meines Tradings bin?
3) Bin ich bereit, für die Selbstanalyse ebenso viel Zeit aufzuwenden wie für die Marktanalyse
4) Bin ich bereit, Verluste zu erleiden (kleine Beträge) und zwar bei mehr als 50 Prozent der Fälle, weil ich weiß, dass Profitabilität von der Gewinnerwartung abhängt und nicht davon, Recht zu behalten?
5) Bin ich bereit, den Versuch aufzugeben, die Märkte zu kontrollieren und mich stattdessen darauf zu konzentrieren, meine Ausstiegstechniken zu kontrollieren?
6) Bin ich bereit, meine Emotionen aufzuzeichnen und damit anzuerkennen, das sie von mir kommen und nicht vom Markt oder einer externen Situation?
7) Bin ich dazu bereit, meine emotionalen Muster zu finden und an Ihnen zu arbeiten?
8) Bin ich bereit herauszufinden, wer ich bin und was ich will, bevor ich an meinem Tradingsystem arbeite?
9) Bin ich bereit ein Handelssystem zu konzipieren, das perfekt zu meiner Persönlichkeit passt.
10) Bin ich bereit, zu mir passende Zielvorstellungen zu konzipieren, bevor ich mit dem Trading beginne.
11) Bin ich bereit, einen Algorithmus zur Positionsgrößenbestimmung zu entwickeln, um diese Ziele zu erreichen?
12) Bin ich bereit mein System zu simulieren, um herauszufinden, was ich bei wechselnden Marktbedingungen zu erwarten kann?
13) Bin ich bereits, Regeln zu entwickeln, die mein Verhalten bestimmen?
14) Bin ich bereit ein Tradingtagebuch zu führen?
15) Bin ich bereit jeden Tag auf meine Trades zurückzublicken, um bestimmen zu können, welche Fehler ich gemacht habe?
16) Bin ich bereit regelmäßig mental zu überprüfen, welche Fehler ich gemacht habe, wie ich Fehler korrigieren und die Dinge, die ich ohnehin schon gut mache, noch verbessern kann.
Mentale Muster
Denken: Zu viel ist nicht gut. Das hört sich für viele vielleicht seltsam an, aber die meisten Master Trader haben den Punkt, zu viel nachzudenken, bereits überwunden. Viel nachdenken ist ein Zeichen schlechter Vorbereitung und Unsicherheit.
Phantasie: Phantasie ist eine Fähigkeit, die sich in der Welt des Unrealen bewegt. Erfolgreiche Trader sind aber in der Realität, der Aktualität und den Tatsachen verwurzelt. Sie verarbeiten ständig das, was wirklich ist, und nicht das, was sein könnte. Sie phantasieren, raten und hoffen nicht.
Angst: Angst macht jede intelligente Aktion unmöglich. Sie zerstört nicht nur den Verstand, so dass dieser jede vernünftige Beurteilung unmöglich macht, sondern sie untergräbt auch jegliche Intuition, die für erfahrene Trader so wichtig ist. Angst ist ein Gift, das jedes Talent zerstört, welches für jede Errungenschaft, gleich welcher Art, notwendig ist.
Gier: Dieser Begriff wird am treffendsten mit dem Sprichwort bezeichnet: „Bullen und Bären verdienen Geld, Schweine dagegen nicht.“ Anstatt auf einmal einen Punktestand von 10.000 $ anzustreben, visiert der Master Trader zehnmal einen Punktestand von 1.000 $ an. Ein Gewinn von 1.000$ ist viel schneller erreicht, mit weniger Risiko und viel sicherer als ein riesiger 10.000 $ Gewinn.
Information: Je weniger desto besser. Zu viel Information hilft, die Phantasie anzustacheln. Vorstellungen beginnen sich zu entwickeln, und bevor Sie es merken, haben Sie die Meinung der Verteiler dieser Informationen übernommen. Man sollte immer daran denken, dass die Bedeutung von Informationen nicht in ihrer Aussage liegt. Die Bedeutung liegt vielmehr darin, wie andere darauf reagieren.
Erwartungen: Zu viele Erwartungen oder zu hohe Erwartungen sind sichere Merkmale eines unerfahrenen Neulings. Vernünftige Erwartungen sind immer okay, aber sie müssen abgesichert werden. Überzogene Erwartungen sind typisch für Trader, die nicht wissen, was sie tun. Sie sind Merkmale von Tradern, die noch keine Erfahrungen mit den Schwierigkeiten und Härten gemacht haben, die mit dem Erfolg einhergehen.
Übertriebene Analyse: Zu viel Herumtrödeln verhindert Aktionen und erhöht nur die Unsicherheit. Analysieren heißt auseinander pflücken, zerlegen. Denken Sie daran, dass eine Rose keine Rose mehr ist, wenn man sie zerlegt hat. Jeder erfolgreiche Trader, hat ein paar grundlegende, sehr einfache Arten, zu bestimmen, ob er verkaufen, kaufen, halten oder ignorieren soll. Er macht die Dinge nicht komplizierter als notwendig. Und er ist immer bereit „einfach“ zu handeln und zu warten, was passiert.
Hoffnung: Hoffnung ist eine gefährliche Sache für Trader. Sie ist der Erzfeind aller, die dazu tendieren, verlierende Positionen zu lange zu halten. Hoffnung fördert in diesem Fall genau dann Ignoranz, wenn Aktion erforderlich wäre. Sie bietet Trost und Zuspruch, wenn Stillsitzen das Letzte ist, was man tun sollte. Hoffnung ist wie eine Droge, die einem die Fähigkeit zu vernünftigen Denken raubt. Wer hofft, wird blind gegenüber den Tatsache und immer denen ausgeliefert sein, die sich mit dem Verkauf von Hoffnungen den Lebensunterhalt verdienen.
Optionen-Fehler
FEHLER Warum Verluste entstehen Wie man Verluste vermeidet Sich ausschließlich auf das Markttiming verlassen Man ignoriert die implizite Vola; das kann dazu führen, dass man beim Optionskauf zu viel bezahlt Sorgfältig analysieren, welche Optionen, eine historisch niedrige Vola besitzen Nur kurzfristige Optionen kaufen, die einen geringen Zeitwert haben Der Zeitwertverlust in den letzten 3 Monaten ist extrem und verursacht Verluste Optionen wählen, die mindestens noch 3 Monate laufen. Nur weit-aus-dem-Geld liegende Optionen kaufen. Das sind Optionen, die weiter als 5 % aus dem Geld liegen. Man ignoriert die Wahrscheinlichkeit, das führt zum Kauf von Optionen mit geringer Gewinnwahrscheinlichkeit und großen Spread Vor dem Einstieg, die Wahrscheinlichkeit, mit einem Option ins Geld zu kommen, beachten Zu komplexe Strategien anwenden / Zu einseitige Strategien verwenden/ Führt dazu, die Übersicht und das Risiko aus den Augen zu verlieren Ziele festlegen und dafür sorgen, dass die Position diese Ziele erreicht, ohne mehr Risiko einzugehen, als man tragen kann. Ein zu weitmaschiges Netz auswerfen / hohe Diversifikation Zu viel Zeitverlust bei der Suche unter illiquiden Optionen, großer Spread, keine gute Selektion. Sich auf Basiswerte mit aktiv gehandelten Optionen konzentrieren
MARKTSTRUKTUR
Ich kann ein Markttief mit einer einfachen Formel identifizieren: Sobald ein Kurstief (sprich das untere Ende eines Balkens) auftritt und die Tiefs von den Balken rechts und links davon jeweils preislich höher liegen als die des mittleren Balkens, repräsentiert der mittlere Balken und Zwischentief. Bei einen Zwischenhoch gilt die umgekehrte Formel. Kursverläufe gehen immer von Zwischenhoch zum Zwischentief
HARTER BODEN DEFINITION
Definition: 3. Der mittlere Balken muss eine tieferes Tief als die beiden benachbarten Balken rechts und links. 4. Die beiden benachbarten Balken rechts und links müssen beide ein höheres Hoch haben als das Hoch des mittleren Balken.
Wenn beide Bedingungen erfüllt sind, dann handelt es sich um einen „HARTEN BODEN“ Umkehrsignal/Einstiegssignal
HARTES DACH DEFINITION
Definition: 3. Der mittlere Balken muss ein höheres Hoch haben als beide benachbarten Balken rechts und links. 4. Die beiden benachbarten Balken rechts und links müssen beide eine tieferes Tief haben als das Tief des mittleren Balkens.
Wenn beide Bedingungen erfüllt sind, dann handelt es sich um ein „HARTES DACH“ Umkehrsignal/ Einstiegssignal
Münzwurf & Wahrscheinlichkeit
Die Wahrscheinlichkeit ist ein Maß der Sicherheit bzw. Unsicherheit bezüglich des Eintretens eines Ereignisses, das durch den Zufall bestimmt wird. Vereinfacht dargestellt drückt die Wahrscheinlichkeit einfach aus, wie häufig das betrachtete Ereignis bei 100 Versuchen vorkommt (Theoretisch bei unendlich vielen Versuchen). Bei einer zufälligen Generierung von Einstiegs- und Ausstiegspunkten würde sich langfristig eine Trefferquote von 50 % ergeben. Beim Einsatz einer Strategie verschieben sich aber die Wahrscheinlichkeiten für Gewinner und Verlierer. P(Gewinnwahrscheinlichkeit) = Zahl der günstigen Fälle / Anzahl der betrachteten Fälle
Betrachtet man nicht nur den folgenden Trade, sondern die nächsten zwei Trades, ergeben sich andere Wahrscheinlichkeiten: Man wird deutlich seltener zwei Gewinn - Trades in Folge haben als abwechselnd einen Gewinner und einen Verlierer. Die Wahrscheinlichkeit setzt sich aus den multiplizierten Wahrscheinlichkeiten beider Einzel-Events zusammen. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit zwei Gewinner in Serie zu haben bei 40/60 Gewinner/Verlierer bei 16 % (0,40 x 0,40). Für zwei Verlierer in Reihe ergibt sich eine Wahrscheinlichkeit von 36 % (0,60 x 0,60). Die verbleibenden 48 % entfallen auf das Szenario ein Gewinner und ein Verlierer. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei 100 Trades eine Serie von 7 Gewinnern / Verlierern auftritt, beträgt bei einer Trefferquote von 50 Prozent unter 1 Prozent (0,78 %). Die Wahrscheinlichkeit sinkt mit der Länge der Serie immer stärker, ist aber nach wie vor vorhanden. Diese Tatsache wird von vielen Einsteigern negiert. Je länger eine Serie ist, desto schwieriger ist es für Neulinge, diese emotional zu handhaben. Abhängig von der Marktrichtung können Serien von bis zu acht Verlierern in Folge auch bei den besten Handelssystemen auftreten. Die Wahrscheinlichkeit, einen Sechser im Lotto zu haben, beträgt 1:13.983.816 Prozentual hat jeder Spieler bei jeder Ziehung also eine Chance von 0,000007 Prozent, zu gewinnen. So hoch ist ungefähr vergleichsweise auch die Wahrscheinlichkeit, bei einer Trefferquote von 50 Prozent 18-mal in Folge zu gewinnen. Auch bei einer historischen Trefferquote von 50 Prozent sollten die vorangehenden Berechnungen nur als Richtmaß betrachtet werden. Die Trefferquote und Profitabilität jeder Strategie ist abhängig von der Marktphase, sodass sich Gewinne und Verluste häufen. In der Realität wird es somit häufiger zu längeren Serien kommen, als es mathematisch mit der langfristigen, durchschnittlichen Trefferquote vorhergesagt. Jeder einzelne Trade gleicht sozusagen einem Glücksspiel, da sein Ausgang vom Zufall abhängt. Auf lange Sicht wird sich die positive oder die negative Gewinnwahrscheinlichkeit einer Strategie durchsetzen, die zum Eingehen der Position geführt hat. Ziel eines Traders muss es sein, lange genug handeln zu können, um kurzfristige und durch den Zufall bestimmte Fluktuationen ohne großen finanziellen Schaden zu überstehen. Nur so kann er die langfristige Gewinnwahrscheinlichkeit seiner Strategie für sich zu nutzen.
Money Management
Definition: Low Margin Konten sind Konten, die einen größeren Hebel als 5 anbieten.
Das Börsenjahr wird in 4 Quartale, ausgehend vom 1. Januar des Jahres an, unterteilt. Ein Quartal entspricht 3 Monaten. Danach wird eine Summe festgelegt, die man bereit ist in einem Jahr zu VERLIEREN. Dieser Betrag sollte maximal 20 % des Gesamtvermögens betragen. Bei einem Vermögen von 100.000 € entspricht das einem Risiko von 1R = 20.000€
Dieser 20 % Anteil des Vermögens wird in 4 Tranchen auf das Tradingkonto überwiesen. Jeweils zum 1. Januar / 1.April / 1. Juli / 1.Oktober des Jahres werden 5 % des Vermögens auf das Tradingkonto überwiesen. Bei einem kleineren Prozentsatz des Vermögens z.B. 10 % wird diese Summe durch 4 geteilt und am entsprechenden Datum überwiesen.
Dieser Ansatz verhindert, dass man am Anfang der Tradingaktivität voll investiert ist. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit während des Jahres wieder zurückzukommen, falls das Konto einen Verlust bzw. Totalverlust erlitten hat. Es entsteht der Effekt der zeitlichen Streuung und der psychologische Druck ist nicht so stark, wenn Geld in Reserve gehalten wird.
Nach 4 Quartalen findet eine Abrechnung statt, wenn mehr Geld auf dem Konto ist, als bei der 1. Tranche überwiesen wurde, dann wird überschüssiges Kapital abgezogen. Wenn kein Kapital mehr vorhanden ist, dann muss eine Berechnung des aktuellen Vermögens vollzogen und ein neuer Euroanteil, gemessen am Gesamtvermögen, errechnet werden. Jedes neue Jahr startet mit der kleinsten Tranche. Im Laufe des Börsenjahres wird das Tradingkapital vergrößert.
DIE WICHTIGSTEN HAUSSEMÄRKTE
Hausse Ungefährer Zeitraum Reale Jahreserträge in % Einsenbahn Boom 1843 – 1853 12,5 Bürgerkrieg - Nachkriegszeit 1861 – 1881 11,5 Vor dem 1. Weltkrieg 1896 – 1906 11,5 Die wilden 20er 1921-1929 24,8 Boom nach 2. Weltkrieg 1949 – 1966 14,1 Hightech Boom 1982-2000 14,8
DIE WICHTIGSTEN BAISSEMÄRKTE
Baisse Ungefährer Zeitraum Reale Jahreserträge in % Vor dem Krieg von 1812 1802 – 1815 2,8 Die 1. große Depression 1835 – 1843 -1,1 Die Ära vor dem Bürgerkrieg 1853 – 1861 -2,8 Die 1. Bankenkrise 1881 – 1896 3,7 Die 2. Bankenkrise 1906 – 1921 -1,9 Die 2. große Depression 1929 – 1949 1,2 Die Zeit der Inflation 1966 – 1982 1,2 Kampf gegen den Terror 2000 – Heute ?
NATÜRLICHER ZYKLUS EINER KURSBEWEGUNG
Der Zyklus wiederholt sich jahrein, jahraus. Kleine Kursspannen werden von großen Kursspannen abgelöst – und diese wiederum von kleinen Kursspannen. Das funktioniert wie ein Uhrwerk – es ist der Schlüssel für erfolgreichen Handel.
Was nämlich die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und der Amateure auf die Börse zieht, sind starke Kursbewegungen. Die Öffentlichkeit und die Amateure glauben, dass die Intensität der Kursveränderung weiterhin so stark ausfallen wird. Meistens irren sie mit dieser Annahme. Es ist das typische Verlierer-Spielchen, in einen Markt einzusteigen, der für die letzten Tage „heiß“ war – dieser wird, nachdem die Öffentlichkeit auf diesen aufmerksam wurde, wahrscheinlich in eine Konsolidierungsphase bzw. eine Seitwärtsphase eintreten.
Wir halten nach Märkten Ausschau, die in der Vergangenheit hoch volatil waren und deren Kursspannen dafür bekannt sind besonders groß zu sein. Allerdings müssen diese Märkte in letzter Zeit kleine Kursspannen produziert haben, weil wir wissen, es wird bald eine große Kursspanne auftreten - und das in naher Zukunft.
Wir werden vor jeder großen Kursspanne mit sich verkleinernden Kursspannen vom Markt „gewarnt.“
Kleine Kursspannen zeugen große Kurspannen
Große Kursspannen zeugen kleinen Kursspannen.
Wenn Sie eine Long-Position halten und die Kurs unter den Eröffnungskurs purzeln, obwohl sie einen Balken erwarten, der saftige Gewinne einfährt: stellen Sie glatt Wenn Sie eine Short-Position halten und die Kurse sich weit über dem Eröffnungskurs festigen können, obwohl Sie einen Balken mit saftigen Verlusten erwarten, dann stellen Sie glatt. Versuchen Sie niemals, große Kursrücksetzer unterhalb des Eröffnungskurses zu kaufen in der Erwartung, dass der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs liegt.
Je kürzer Ihr Anlagehorizont, desto weniger Geld werden Sie verdienen, denn Gewinne brauchen Zeit um zu wachsen. Erfolgreiche Bauern pflanzen auch nicht an, nur um Minuten später die Erde wieder aufzubuddeln, um nachzusehen, wie sich die Ernte entwickelt. Sie geben der Pflanze Zeit zu wachsen. Wir Trader können viel von diesem Prozess des natürlichen Wachstums lernen. Erfolg an den Börsen folgt demselben Prinzip: Gut Ding braucht Weile. Immer wenn ich versucht hab herumzuhüpfen habe ich Geld verloren.
Um langfristig profitabel zu traden, kommt es nicht darauf an, wie aktiv sie traden, dass heißt in welchen Intervallen die Positionen eröffnen und wieder schließen, sondern ob sie wirklich nur die besten Gelegenheit beim Schopf packen.
TOPPING TAIL
Ein steigendes Topping Tail bildet ein höheres Hoch als die vorherige Kerze und weicht einer plötzlichen Abwärtsbewegung. Der Anstieg über das Hoch besteht nur aus dem Schatten der Kerze
Ein fallendes Bottom Tail bildet ein tieferes Tief als die vorherige Kerze und weicht einer plötzlichen Aufwärtsbewegung. Der Fall unter das Tief besteht nur aus dem Schatten der Kerze
Eine Kehrtwende ist nach einem Tail in der Regel etwas betonter
Tails zeigen, wo Glattstellungen auftraten
Ein Topping Tail deckt auf, wo professionelle Verkäufer Aktien an die Allgemeinheit abstoßen Ein Bottoming Tail deckt auf, wo professionelle Käufer billig einsammeln Ein Bottoming Tail ist am bemerkenswertesten, wenn er nach einigen sinkenden Balken auftritt Wenn ein Bottoming Tail nach einigen sinkenden Balken auftritt, wartet der Master Trader darauf, dass die Aktie wieder steigt. Ein Topping Tail ist am bemerkenswertesten, wenn er nach einigen steigenden Balken auftritt Wenn ein Topping Tail nach einigen Balken auftritt, wartet der Master Trader, bis die Aktie wieder fällt
Der Master Trader versucht, über dem Hoch eines Bottoming Tails nach einigen sinkenden Balken zu kaufen Der Master Trader versucht, unter dem Tief eines Topping Tails nach einigen steigenden Balken zu kaufen
VOLUMENSPITZEN
Das Volumen in seiner nützlichsten Form teilt uns mit, wann einer Aktie der Kauf- oder Verkaufstreibstoff ausgeht. Volumenspitzen nach einem starken Anstieg oder Abfall zeigen an, dass eine baldige Kurswende bevorsteht. Die wichtigste Aussage in dieser Regel: „nach einem starken Anstieg oder Abfall“.
Kursbewegungs-Stadien
Alle spekulativen Märkte durchlaufen die folgenden Stadien der Kursbewegung:
Akkumulation Phase
Anstieg oder Ausbruch
Distribution Phase
Abfall oder Einbruch
Der Chart enthält viele Informationen: Übersteigt die Nachfrage das Angebot, dann steigt der Kurs, bis ein Gleichgewicht hergestellt ist Der Chart ist auch ein Abbild von Angst und Gier.
Gier: „Hätte ich nur mehr davon gekauft, da hätte ich Millionen verdienen können.“ Angst: „Wenn der Kurs weiter so einbricht, dann verliere ich noch alles.“
Akkumulation Phase
Die Akkumulation beginnt oft mit einem Selling Climax. Eine Verkaufsspitze ist durch mehrere negative Balken mit großen Spannen gekennzeichnet, wobei der letzte Balken die größte Spanne bei stark steigendem Volumen zeigt. Darauf folgt ein scharfer Kursanstieg, der den letzten Run Down korrigiert. Diese scharfe Rallye ist eine Vorraussetzung für den Anfang einer Akkumulationsphase. Im Anschluss an diese Rallye testet der Markt das Tief mehrmals. Ein potentieller Einstiegspunkt für einen Kauf ist der dritte oder vierte Einbruch bzw. Test des ursprünglichen Selling Climax.
Wenn der Kurs nach längerer Zeit und mehreren Versuchen ein tieferes Tief bildet, dann ist es wahrscheinlich, dass es sich um eine letzte Marktbereinigung handelt, die dann den Run Up einleitet. Wenn beim ersten oder zweiten testen des Tiefs ein tieferes Tief gebildet wird, dann deutet das auf eine Fortsetzung des Abwärtstrends hin.
Am Ende der Akkumulation kann es zu einer letzten Marktbereinigung kommen. Diese zeigt sich als plötzlicher Einbruch des Kurses unter den gesamten Akkumulationsbereich bei gesteigerten Volumen. Darauf folgt ein ebenso schneller Anstieg, der den ganzen Verlust wieder wettmacht. Dann kommt oft ein relativ kleiner Kursverfall, der sich schnell umkehrt und mit großen Volumen und starkem Schub wieder ansteigt.
Die letzte Marktbereinigung stellt den Tradern eine Falle, die bei Erreichen eines neuen Tiefs glattstellen oder shorten. Diese Kursbewegung bildet ein V – Bottom.
Zusammenfassung:
- Der erste Anstieg nach einem Selling Climax (Verkaufsspitze) hält nicht lange an.
- Wenn Sie in der frühen Anfangsphase der Akkumulation kaufen, dann sind kleine Renditen bis zur Beendigung der Akkumulation wahrscheinlich
- Die besten Gewinnchancen bieten sich, wenn Sie nach dem 3. oder 4. Test des Tiefs gegen Ende der Akkumulationsphase kaufen
- Die größten Gewinne werden während des Run Up und dem Run Down gemacht.
Distribution Phase
Die Distribution beginnt normalerweise mit einer Kaufspitze. Eine Kaufspitze wird durch mehrere positive Balken mit relativ großen Spannen gekennzeichnet, wobei der letzte Balken die größte Spanne bei stark steigenden Volumen zeigt. Auf die Kursspitze folgt ein scharfer Kurseinbruch, der den letzten Sprung des Run Up korrigiert. Auf diesen rapiden Kurseinbruch folgt ein Antesten des vorherigen höchsten Kurses. Diese Bewegung kann entweder früh wieder nach unten drehen oder auch zu einem neuen, etwas höheren Hoch führen.
Jetzt geht der Markt in eine Phase über, in der sich Angebot und Nachfrage mehr oder weniger die Waage halten. Nach einem scharfen Kurseinbruch wird es zu mehreren Kursanstiegen mit darauf folgenden Reaktionen kommen.
Zusammenfassung
- Während der Distribution reagiert der Markt auf einen Kursverfall mit scharfen mehrtätigen Rallyes
- Wenn Sie in der frühen Anfangsphase der Distribution verkaufen, dann sind kleine Renditen bis zu Beendigung der Distributionsphase wahrscheinlich
- Die besten Gewinnchancen bieten sich beim 3. oder 4. Test des Buying Climax. Dies geschieht gegen Ende der Distributionsphase.
- Die größten Renditen werden während des Run Up und Run Down gemacht.
Trend Definition:
Um einen Trend zu bestätigen braucht man die letzten 2 Kerzen.
Wenn die zweite Kerze ein höheres Hoch und ein höheres Tief hat als die vorherige Kerze, dann beschreiben diese beiden Kerzen einen Aufwärtstrend.
Wenn die zweite Kerze ein tieferes Tief und ein tieferes Tief hat als die vorherige Kerze, dann beschreiben diese beiden Kerzen einen Abwärtstrend.
Trend Wechsel:
Um einen Trendwechsel zu bestätigen braucht man die letzten 3 Kerzen.
Wenn die zweite Kerze ein höheres Hoch und ein höheres Tief als die erste und die dritte Kerze hat, dann beschreiben diese drei Kerzen einen Trendwechsel.
Wenn die zweite Kerze ein tieferes Hoch und ein tieferes Tief als die erste und die dritte Kerze hat, dann beschreiben diese drei Kerzen einen Trendwechsel.
PARABOLISCHE STOPPS
Parabolische Stopps Die Parabel hat ihren Ursprung in einem vorherigen Tiefstwert und sie ist in Märkten mit Aufwärtsbewegung ein beschleunigender Faktor. Je länger der Trend andauert, desto mehr nähert sich die Parabel dem Kurs an. Es kommt bisweilen vor, dass der parabolische Stopp den Kursen ein bisschen zu nahe kommt, sodass man aus dem Markt genommen wird, während dieser weiter seinem Trend folgt. Eine Möglichkeit diese Rückschläge zu umgehen ist, den Beschleunigungsfaktor des parabolischen Stopps anzupassen, sodass sich dieser schneller oder langsamer bewegt als die tatsächlichen Marktkurse. Der Parabolische Stopp wird nur nachgezogen, wenn die aktuelle Kerze einen höheren bzw. tieferen Extrempunkt als die vorherige Kerze vorzuweisen hat. Stopp von morgen = Stopp von heute + Beschleunigungsfaktor (falls neuer EP)
Beispiel: Anfangsstopp ist 10 % vom Einstieg entfernt. 0,25 = Beschleunigungsfaktor
Erklärung: Größerer Beschleunigungsfaktor steigt schneller an Nach einem Tag liegt der Stopp 9,9 % vom Einstieg entfernt. Nach zwei Tagen liegt der Stopp 9,75 % vom Einstieg entfernt Nach drei Tagen liegt der Stopp 9,5 % vom Einstieg entfernt Nach vier Tagen liegt der Stopp 9 % vom Einstieg entfernt Nach fünf Tagen liegt der Stopp 8,4 % vom Einstieg entfernt Nach sechs Tagen liegt der Stopp 7,75 % vom Einstieg entfernt. Nach sieben Tagen liegt der Stopp 7 % vom Einstieg entfernt. Nach acht Tagen liegt der Stopp 6 % vom Einstieg entfernt. Nach neun Tagen liegt der Stopp 5 % vom Einstieg entfernt. Nach zehn Tagen liegt der Stopp 3,75 % vom Einstieg entfernt. . EP Hoch/Tief Parabolischer Stopps EP = der Extrempunkt, der vom Markt innerhalb eines Trades erreicht wurde. Wenn ein Trader Long-Positionen hält, dann ist der EP das höchste Hoch, das seit dem Beginn dieses Engagements erreicht wurde. Wenn ein Trader Short-Positionen hält, dann ist EP das tiefste Tief, das seit Beginn seines Engagements erreicht wurde
Statischer Stopp Nach jeder Kerze wird der Stopp um einen festen Prozentsatz nachgezogen. Auf Wochenbasis kann der Stopp z.B. jede Woche um 2 % verschoben werden. Auf Tagesbasis kann der Stopp z.B. jeden Tag um 1 % verschoben werden. Auf Intraday Basis kann der Stopp z.B. um 0,25 % je 10 Minuten verschoben werden. Durch diesen Stopp wird gewährleistet, dass nur die stärksten Trends gehalten werden.
Extrempunkt Stopp Der Stopp wird um den Punktbetrag des jeweiligen Extrempunktes nachgezogen. Wenn bei einer LONG Position, während der ersten Sitzung das höchste Hoch 1 Punkt Abstand zu meinem Einstieg hat, dann wird der Stopp um einen Punkt nachgezogen Danach wird der Stopp erst wieder weiter nachgezogen, wenn der Markt ein höheres Hoch als das vorherigen bilden kann. Wenn bei einer SHORT Position, während der ersten Sitzung das tiefste Tief 1 Punkt Abstand zu meinem Einstieg hat, dann wird der Stopp um einen Punkt nachgezogen Danach wird der Stopp erst wieder weiter nachgezogen, wenn der Markt ein tieferes Tief als das vorherigen bilden kann
SOLLTE MAN EIN HANDELSSYSTEM KAUFEN?
Sieht die hypothetische Überprüfung der historischen Daten von 10 Jahre gut aus? Sie werden sich wundern, wie oft Systeme angeboten werden, die nur über kurze Zeiträume getestet wurden. Die Rechtfertigung hierfür ist, dass die Märkte sich verändert hätten und die Daten von vor 10 Jahren nicht relevant seien. Oft zeigen Anbieter die Ergebnisse der jüngsten Vergangenheit, vor allem bei Märkten, die einen starken Trend aufweisen.
Sieht die hypothetische Überprüfung anhand historischer Daten realistisch aus? Bleiben Sie realistisch! Wenn es übertrieben erfolgreiche Systeme gäbe, dann hätten wir schon längst keine Börsen mehr. Es kann eine Optimierung vorliegen.
Wenn es sich um ein System für mehrere Märkte handelt, sind die Parameter dieselben? Verschiedene Parameter für verschiedene Märkte können auf eine Überoptimierung hinweisen. Die Parameter für verschiedene Märkte sollten ähnlich sein.
Gibt es glaubwürdige Erfolgsaufzeichnungen für die letzten 18 Monate? Der realisierte Erfolg sollte mindesten halb so groß sein wie beim Test der historischen Daten.
Erscheint das System logisch konstruiert und nicht übermäßig komplex? Systeme sollten möglichst einfach sein und auf Kursveränderungen basieren. Sehr komplexe Systeme sind in der Praxis schwer oder gar nicht anwendbar.
Scheint der Anbieter eher ein Techniker oder ein Verkäufer zu sein? Nachdem Sie mit dem Anbieter Kontakt aufgenommen haben, ruft er Sie ständig an und drängt Sie zum Kauf? Betont er andauernd die überragenden Gewinne seines Systems, oder lässt er seine tatsächlichen Erfolgsaufzeichnungen für sich sprechen?
Wurde das System von einem Dritten überprüft? Die Überprüfung durch dritte kann eine objektive Beurteilung abgeben. Jedoch ist es auch eine Praxis gewisse „Scheinkunden“ als Beweis der Gewinne anzuführen. Hier ist große Vorsicht geboten. Am Ende müssen Sie sich auf sich Ihr eigenes Urteil verlassen.
Trading Komponenten
1. Handelt der Lehrer jeden Tag? Wenn die Antwort „nein“ lautet, gehen Sie wieder oder hängen Sie den Hörer wieder auf. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Würden Sie für Flugstunden bezahlen, wenn der Lehrer gar nicht selbst fliegt. Wenn die Antwort „ja“ lautet, finden Sie heraus, ob es sich um einen erfolgreichen Trader handelt. Würden Sie Flugstunden bei einem nehmen, der bei jedem Flugversuch abstürzt?
2. Ist die von der Firma angebotene Ausbildung ungewöhnlich billig? Stellen Sie fest, warum sie so „unbezahlbares“ Wissen so billig anbieten. Tatsache ist, dass wenn Sie eine Harvard Ausbildung wollen, müssen Sie auch eine Harvard Ausbildung bezahlen. Sie erinnern sich, dass es keinen Ferrari für den Preis eines Fords gibt, egal wer der Autohändler ist oder für wie menschlich er sich hält.
3. Können Sie nach dem Seminar noch ein oder zwei Tag bleibe, um dem Lehrer beim Handel zuzusehen? Wir denken, dass das Trading Seminar nichts wert war, wenn Sie der Lehrer nicht zusehen lässt, wenn er in Aktion ist. Wer handeln und unterrichten kann, sollte nicht dagegen haben, wenn Sie ihm beim Handel zusehen. Wenn nicht, dann schreiben Sie die Firma ab.
4. Werden in dem Seminar echte Trading-Techniken gelehrt, oder wird Ihnen nur beigebracht, wie Sie eine bestimmte Trading-Software benutzen? Eine gute Trading-Technik wird immer wirksam sein, egal welche Trading-Software Sie benutzen. So eine Ausbildung ist am wertvollsten. Wenn wir von einer Trading-Ausbildung sprechen, dann sprechen wir nicht von einem Software-Trading. Wenn wir von einer Trading-Ausbildung sprechen wir von dem zeitlosen Wissen, das angewandt werden kann, egal ob der Trader seine Aufträge übers Telefon oder ein superschnelles ECN aufgibt. Das Hilfsmittel, das Sie zum Handel einsetzen, ist zwar wichtig, aber nicht das eigentlich Thema. Ein superschnelles Software-System in der Hand eines nicht ausgebildeten Traders ist nur ein schnellerer Weg in seinen Untergang. Schnelle Ausführung ist ein Vorteil, wenn Sie wissen was Sie tun. Ansonsten bringt es schneller die Defizite des Traders hervor.
5. Können Sie mit dem Lehrer in Verbindung bleiben? Das ist sehr wichtig, weil die immer breiter werdende Kluft zwischen dem Augenblick und Ihrem Ausbildungsseminar anfangs oft schwindenden Selbstvertrauen begleitet wird. Eine Firma, die Nachfolgeseminare gratis oder zum nominalen Preis anbietet, ist verantwortungsvoll und legt Wert darauf, dass Ihre Studenten Fortschritte machen.
FLAGGEN UND WIMPEL
Flaggen und Wimpel bestehen aus drei Segmenten
- ) Einen klar definierten, steilen Kursbewegung
- ) Einer Korrektur dieser Bewegung
- ) Einer Wiederaufnahme der ursprünglichen Bewegung
TRENDKANÄLE
Trendkanalsorten:
Höheres Hoch / Höheres Tief – Trend Day Tieferes Tief / Tieferes Tief – Trend Day
Höheres Hoch / Tieferes Tief – Outside Day Tieferes Hoch / Höheres Tief – Inside Day
Gleiches Hoch / Gleiches Tief – Box Day
Höheres Hoch / Gleiches Tief – ½ Trend Day Tieferes Tief / Gleiches Hoch – ½ Trend Day
AUSSTIEGSMÖGLICHKEITEN
Umkehr: Dieser Ausstieg erfolgt, wenn ein System festgestellt hat, dass der Kurs in die andere Richtung als ursprünglich festgestellt geht. Das System schließt dann die offene Position und korrigiert sich selbst, indem es eine neue Position in die entgegengesetzte Richtung eröffnet. Dieser Umstieg kann profitabel enden oder auch nicht. Das Problem dabei sind die Fehlsignale, die auftauschen, wenn das System dem Kurs nachläuft. Das System eröffnet eine neue Position und der Kurs ändert die Richtung, also kehrt das System die Position um und korrigiert den Fehler, aber gleich wieder dreht der Kurs wieder und verläuft in die ursprüngliche Richtung. Systeme, die auf einem solchen Umkehrstopp basieren, sind permanent im Markt und warten auf langfristig anhaltende Trends. Es gibt keine Stopp Loss Grenzen oder Kursziele. Der Kurs bestimmt Ein- und Ausstiege.
Schützender Stopp: Das System hat sich geirrt und schließt die Position mit einem geringen Verlust. Dieser Stopp bedeutet immer einen Verlust. Das Problem der schützenden Stopps liegt im frühzeitigen Ausstieg aus einem Trade. Es kommt vor, dass ein Trade durch einen weiter entfernten und nominal größeren Stopp den Drawdown aussitzen kann, um dann schließlich doch noch profitabel zu werden. Nichtsdestotrotz ist der schützende Stopp dazu da den Trader vor der Insolvenz zu bewahren. Deshalb ist die Ausführung des Stopps keine Katastrophe, sondern ein notwendiges Werkzeug um geschäftsfähig zu bleiben.
Kursziel: Das System hat eine im Voraus festgelegte Gewinnzone erreicht und die Wahrscheinlichkeit, dass der Gewinn weiter ansteigt, ist gering. Dieser Ausstieg schließt die Position im Gewinn, deshalb ist er so beliebt. Es ist aber leider so, dass die meisten profitablen Systeme Ihren Profit aus einigen wenigen großen Gewinnpositionen erwirtschaften. Sozusagen sind es die statistischen Ausreißer, die an der Börse das große Geld bringen. Wenn man mit einem festen Kursziel arbeitet, dann hat man keine Chance die Ausreißer zu erwischen.
Große Gewinner: Wirklich große Gewinn – Trades kommen selten und nur in großen zeitlichen Abständen vor. Viel öfter haben Sie Trades, die viel versprechend scheinen, aber Sie letztlich nur irritieren, weil sie nicht halten, was sie versprechen. Wenn Sie sich von all dem fern halten, befreien Sie nicht nur Ihren Geist, sondern entlasten auch Ihr Kapital und können stattdessen die großen Gewinn – Trades ausnutzen, die im Rahmen der durchschnittlichen Trades auftreten, während Sie sich gleichzeitig auch in anderen Märkten engagieren können.
Handelssystem: Auf das Trading bezogen bedeutet das: Damit sich ein Handelssystem sowohl als stabil als auch gewinnbringend erweist, sollten Sie sich bemühen jeden Trade so ähnlich wie möglich zu gestalten, selbst wenn dies bedeuten sollte, dass Sie Ihr Gewinn ab und zu beschneiden müssen. Wenn Sie so vorgehen, gewinnen Sie Zeit und sparen Geld, das Sie für andere Trades einsetzen können – Trades, mit denen Sie vertraut sind und umgehen können, ohne dabei in Panik zu geraten, was sich letztlich als lukrativer erweisen dürfte.
DISCIPLINE
D – Don´t forget old support and resistance levels (Vergessen Sie nie die alten Unterstützungs und Widerstandsniveaus). Alte Unterstützungen werden zum Widerstand und umgekehrt.
I – If…then sytem (Wenn… dann System). Wenn der Markt Ihre Erwartungen erfüllt, dann halten Sie ihre Position – andernfalls aussteigen.
S – Stopps immer benutzen
C – Consider options. (Alle Ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten in Betracht zu ziehen)
I – Intraday technicals are important even if you are not a day or a swing trader. (Intraday Signale sind wichtig, selbst wenn sie kein Day oder Swing Trader sind).
P – Pace trades to market environment. (Trades sollten der Marktumgebung entsprechen). Ändern Sie Ihren Börsenstil je nach Marktsituation.
L – Locals, never forget them. Vergessen Sie nie die Lokaltrader
I – Indicator, the more the better. Indikatoren – je mehr desto besser
N – Never trade in the belief the market is wrong. (Handeln Sie an der Börse nie in dem Glauben, der Markt sei im Unrecht.)
E – Examine the market´s reaction to news. (Beobachten Sie die Marktreaktion auf Nachrichten).
NASDAQ COMPOSITE BEAR MARKET
THEORIEN
Portfolio: Der Schwächste fliegt – der Stärkste siegt
Die Gewinnerpositionen werden gehalten – die Verliererpositionen werden liquidiert.
Zufall: Wenn mehrere Einzelwerte das gleiche Handelssignal und die gleiche Trendrichtung anzeigen, dann wird 1 Einzelwert per Los aus einem Topf gezogen Auslosung Fußball
Wenn mehrere Einzelwerte ein Investment Signal liefern dann wird 1 Einzelwert per Los aus einem Topf gezogen Auslosung Fußball
Es kann auch ein Zufalls - Trade ausgelost werden. Dazu wird aus allen Aktien in einem Index nur 1 Aktie als Basiswert ausgelost. Dann muss noch die Trendrichtung Long/Short ausgelost werden. Auslosung Fußball
Persönliche Aspekte
1. Denk immer an das Gebet Der Herr wird mir helfen, wenn ich ihn darum bitte. Ohne den Herrn kann ich nichts erreichen, mit ihm kann ich alles erreichen
2. Selbsterkenntnis Bin ich ein Glücksspieler? Setze ich mein Geld gerne im großen Stil aufs Spiel? Denke ich billig? Bedeuten mir Kurs oder Qualität mehr? Hasse ich sogar kleine Verluste? Ist der Kick genauso wichtig wie das Gewinnen? Bin ich geduldig? Wo liegt meine Hemmschwelle für Risiko?
3. Erkenne den Feind Wer sitzt am anderen Ende meines Trades? Übersehen Sie sich nie selbst, wenn Sie einen Schuldigen suchen
4. Besorge dir eine Ausbildung und zwar schnell Suchen Sie eine Qualitätsfirma, die ein Trainingsprogramm für Trader anbietet Lesen Sie die Tradingbücher, auf die es wirklich ankommt
5. Schütze dein wertvollstes Gut Beim Einstieg muss gleichzeitig ein Anfangsstopp beim Broker gesetzt werden
6. Einfachheit Würden Ihre Tradingtaktiken einen intelligenten 12 jährigen ernsthaft verwirren? Sind für Ihr Trading mathematische Berechnungen notwendig? Benötigen Sie einen Taschenrechner beim Trading? Benötigen Sie mehr als 3 Computerprogramme für die Ausführung ihres Trades Benötigen Sie mehr als 5 Minuten, um ihre Tradingstrategien aufzuschreiben
7. Lerne aus deinen Verlusten Führen Sie ein Tradingtagebuch? Führen Sie ein Tradingjournal?
8. Konzentriere dich nicht hauptsächlich auf niedrig bewertete Aktien Ein 2 € Anstieg, in einem Tag, ist für eine 60€ Aktie fast ein normales Ereignis. Ein 2€ Anstieg bei einer 10€ Aktie ist so selten, dass es wahrscheinlich am nächsten Tag in der Zeitung steht,
9. Keine Streuung Streuung schließt weder Verluste aus, noch erhöht sie die Chancen auf Gewinn. Sie bietet eventuell ein dickeres Kissen, wenn ein Trader falsch liegt, gleichzeitig vermindert es auch den Gewinn, wenn der Trader richtig liegt.
10. Erkenne, dass keine Action manchmal die beste Aktion ist Mangel an Geduld Unwissenheit, wann Nichtstun die beste Aktion ist. Wie viele Kauf- oder Verkaufsentscheidungen basieren auf einem festgelegten Plan und wie viele erfolgen, weil Sie nervös, gelangweilt oder von etwas anderem abgelenkt waren?
11. Erkenne, wann es Zeit ist, sich dankbar zu verabschieden Sie haben zweimal hintereinander verloren Die Börse wird laut S&P Future außerordentlich negativ Sie fühlen sich aus dem Gleichgewicht, unsicher, verwirrt, desorientiert und wissen nicht warum Ihr festgelegter Tradingplan bricht aufgrund eines plötzlichen Börsenereignisses zusammen Sie fühlen sich krank Ihr Gemütszustand ist erschöpft Sie beschäftigen sich gerade mit einem persönlichen Problem
12. Suchen Sie keine Entschuldigungen – sie haben noch nie etwas gebracht Sie müssen tief im Herzen wissen, dass das Endergebnis nur bei ihnen liegt.
MISSION DEFINITION
Was sind Ihre Leitsätze? (Welche Grundsätze sind für Sie so wichtig, dass Sie sie nicht ändern oder aufgeben wollen?) Was sind Ihre Werte? (Werte sind Vorlieben, die Ihnen wichtig sind, die Sie aber auch ändern könnten.)
Liste Sie die einflussreichsten Personen in Ihrem Leben auf. Was bewundern Sie an ihnen? Beschreiben Sie Ihr eigenen Stärken und Talente Welche Herausforderungen und Hindernisse gibt es in Ihrem Leben? Wie stark sind Ihre Beziehungen zu den Menschen, die Ihnen am nächsten stehen? Welchen Einfluss haben diese Personen derzeit auf Ihre Mission? Welchen Einfluss könnten sie in Zukunft haben? Versetzen Sie sich in die Zukunft. Wie wird Ihr Leben in einem, in drei und in fünf Jahren aussehen?
Was will ich mich mit meiner Zeit anfangen? Worauf werde ich mein Talent verwenden? Welchen Grundsätzen werde ich folgen? Welches Erbe will ich einmal hinterlassen?
Wie viel Zeit kann ich pro Tag, Woche oder Monat dem Trading widmen? Habe ich die nötige zusätzliche Zeit zur Vorbereitung auf jeden Tag? Kann ich jeden Tag 30 bis 60 Minuten erübrigen, bevor die Märkte eröffnen?
Wie viel Risikokapital habe ich zur Verfügung? Wie viel Geld muss ich jeden Monat verdienen? Welcher Teil muss davon vom Trading kommen? Habe ich noch andere Finanzquellen, auf die ich bauen kann, während ich lerne profitabel zu traden?
Wie groß sind meine Fähigkeiten am Computer? Bin ich diszipliniert? Weiß ich viel über die Märkte? Gibt es in meinem Leben, viele äußere Faktoren, die mein Trading negativ beeinflussen können? Worin besteht der „Vorteil“ meines Tradingstils, oder worin könnte er bestehen?
Warnung: Mit Geld kaufen wir uns Freiheit, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie erste ein bestimmtes Niveau des Reichtums erreicht haben, dann steigert das Ansammeln weiterer Dinge weder die Zufriedenheit noch Ihre Freiheit. Wenn Sie zu viele Dinge sammeln, dann verlieren Sie dadurch sogar Freiheit. Das Trading kann viel Freude bereiten, aber wie das Rauchen kann es zu einer Sucht werden. Schließlich erreichen selbst die größten Bäume im Wald niemals den Himmel.
Logik: Man kann A nicht mit A voraussagen. Wenn Sie das Marktgeschehen mit ihren eigenen Daten überlagern, dann geben sie dem Markt Anweisungen anstatt zuzuhören.
INVERVIEW: ZIELFORMULIERUNG
Ihre Motivation, das Ziel zu erreichen(was erregt Sie so bei dem Gedanken es erreicht zu haben?) Was müssen Sie lernen oder herausfinden, um es zu erreichen? Die Hindernisse auf dem Weg zum Ziel. Welche persönlichen Themen oder Überzeugungen könnten Ihren Fortschritt behindern? Welche extremen Faktoren wie Menschen, Ereignisse oder andere Dinge könnten das tun? Was brauchen Sie, um das Ziel zu erreichen – Zeit, andere Leute, Ausrüstung, Kapital etc.
Sie haben Ihre Mission schriftlich festgehalten Sie haben Selbsterforschung betrieben Und Sie haben eine Liste ihrer Überzeugungen angefertigt, vor allem derjenigen, die mit den Märkten und mit Trading zu tun haben. Wenn ich nur noch 6 Monate zu leben hätte, würde ich dann irgendwelche Punkte von der Liste streichen oder hinzufügen? Wenn ich ein Ziel aus dieser Liste aussuchen müsste und wüsste, dass ich es ganz bestimmt erreichen werde, für welches würde ich mich entscheiden?
Was leistet Ihr Geschäft für Ihre umfassende persönliche Mission? Was ist der Hauptzweck, das wichtigste Ziel des Geschäfts? Gehört das Geldverdienen zu den wichtigsten Zielen? Was sind die wichtigsten Werte, die das Geschäft abdeckt, wenn es erst einmal läuft?
Ihre persönliche Geschichte und Ihre Erfahrung beim Trading Eine kurze Zusammenfassung Ihrer Tradingstrategie
INTERVIEW: ZEIT?
Wie viel Zeit kann ich pro Tag, Woche oder Monat dem Trading widmen? Habe ich die nötige zusätzliche Zeit zur Vorbereitung auf jeden Tag? Kann ich jeden Tag 30 bis 60 Minuten erübrigen, bevor die Märkte eröffnen?
INTERVIEW: GELD?
Wie viel Risikokapital habe ich? Wie viel Geld muss ich jeden Monat verdienen? Welcher Teil davon muss vom Trading kommen? Habe ich noch andere Finanzquellen, auf die ich bauen kann, während ich lerne, profitabel zu traden?
INTERVIEW: TALENT?
Wie groß sind meine Fähigkeiten am Computer? Bin ich diszipliniert? Weiß ich viel über die Märkte? Gibt es in meinem Leben viele äußere Faktoren, die mein Trading negativ beeinflussen könnten? Worin besteht der „Vorteil“ meines Tradingstils, oder worin könnte er bestehen?
INTERVIEW: SELBSTEINSCHÄTZUNG
Wie viel Zeit kann ich pro Tag dem Trading widmen?
Mit wie vielen Ablenkungen kannst du rechnen, während du tradest?
Was denkst du, wie viel Zeit musst du in die Entwicklung deines Trading Systems, in deine persönliche psychologische Arbeit und in die Ausarbeitung deines Business Plans für deine Trading Geschäft stecken?
Wie gut kennst du dich mit Computern aus? Was musst du noch lernen, bevor du dieses Unterfangen angehst?
Was weißt du über Statistiken?
Wie würdest du deine Marktkenntnisse einschätzen? [Hierzu zählen unter anderem Kenntnisse von Trading-Mechanismen, was die Märkte bewegt, wie man Aufträge effektiv und kostengünstig durchführt, welche Indikatoren man benutzen könnte usw.]
Wo liegen psychologisch gesehen, deine Stärken und Schwächen, insbesondere in Hinblick auf die Entwicklung von Trading Systemen?
Wie sieht es mit deinen Stärken und Schwächen bezüglich persönlicher Disziplin aus?
Neigst du zu Zwängen(verhedderst du dich leicht vor Aufregung, wenn du tradest), leidest du unter persönlichen Konflikten (gab es in deiner Vergangenheit Konflikte im familiären Umfeld, in der Arbeit oder in vergangenen Trading Erfahrungen), oder gibt es irgendwelche emotionalen Probleme, die sich immer wieder bemerkbar machen, wie beispielsweise Angst oder Ärger?
Was musst du – ausgehend von deiner persönlichen Bestandsaufnahme - leisten oder lösen, bevor du mit dem Trading beginnst? Und wie wirst du dies tun?
INTERVIEW: EIGENE ZIELE
Worin hast du als Trader Vorteile? Welches spezielle Konzept, das dir einen Vorteil verschafft, verfolgst du beim Trading?
Wie viel Geld hast du persönlich? Wie viel von diesem Geld könntest du verlieren? Die meisten Fonds werden beispielsweise bei -50 % geschlossen. Wie sieht es bei dir aus? Wie viel Risiko kannst du bei einem bestimmten Trade eingehen?
Wie viel Geld musst du jedes Jahr machen? Brauchst du dieses Geld zum Leben?
Was ist, wenn du nicht genug Geld machst, um davon zu leben? Kann es sein, dass du sogar mehr verdienst, als du zum Leben brauchst, sodass dein Trading Kapital wachsen kann? Verkraftest du es, wenn du regelmäßig Geld von deinem Trading Kapital entnimmst, um deine Rechnungen zu bezahlen?
Gehst du die Sache realistisch an, oder erwartest du wie der beste Trader der Welt zu traden? Nehmen wir zum Beispiel an, du hast ein sehr gutes System, das in 50% der Fälle richtig liegt und Gewinne abwirft, die doppelt so groß sind wie die Verluste. Dennoch könnte es auch in diesem System vorkommen, das du 10 Verluste in Folge verzeichnest. Dein System funktioniert immer noch wie erwartet, aber du könntest leicht 10 Verluste in Folge haben. Würdest du damit klar kommen?
Hast du die Zeit und die Nerven kurzfristig zu traden?
Wie viele soziale Kontakte brauchst du? Wie viel Zeit brauchst du für soziale Kontakte?
Kannst du Tag für Tag selbstständig arbeiten? Brauchst du andere Menschen um dich herum? Inwieweit beeinflussen dich diese anderen Menschen?
Kannst du kurz sagen, welchen Prozentsatz deines Trading Kapitals du jedes Jahr voraussichtlich verdienst? Welches Risiko bist du bereit einzugehen, um das zu erreichen?
Was ist der größte Drawdown zwischen Spitzen- und Tiefstwert, den du hinnehmen würdest?
Wie wirst du wissen, dass dein Plan funktioniert und wie wirst du wissen, wann er nicht funktioniert? Was erwartest du von deinem System in unterschiedlichen Märkten: bei Trends, Konsolidierungen, hohe Volatilität?
Trading Komponenten
Welche Art von Kunden möchtest du? Privatkunden? Ein paar gute Freunde? Verschiedenen Terminverwalter? Anspruchsvolle Trader? Institutionelle Kunden?
Wie sind deine Kunden? Welche Ziele haben sie? Welchen Service bietest du ihnen? Versuchen sie beispielsweise, ihre Anlagen ganz speziell zu streuen, indem sie ihr Geld bei dir anlegen?
Da du mit dem Geld deiner Kunden tradest, wie viel Risiko können sie vertragen? Wann wäre es wahrscheinlich, dass sie ihr Geld zurückziehen?
Wie viele Gewinne können sie verkraften, bevor sie zu überschwänglich werden?
Welchen Gebühren erhebst du? Wie viel entnimmst du dem Kundenkonto jedes Quartal oder jeden Monat? Welche Erträge musst du erzielen, damit du einen Kunden zufrieden stellst, der diese Gebühr aufbringen muss?
Welches Tradingvolumen hast du? Wie willst du es erreichen? Was hast du vor, sobald du es erreichst? Inwieweit verändert dies dein Trading?
Was ist das Schlimmste, was in Bezug auf deine Kundenbeziehungen passieren kann? Wie kannst du dich darauf vorbereiten, dass es gar nicht so weit kommt? Wie gehst du mit Kundenproblemen oder Problemkunden um?
Wie gehst du damit um, wenn eine große Menge neuen Kapitals eingeschossen wird oder es zu einer großen Entnahme von Kapital kommt?
Trading Komponenten
Welche Art von Märkten willst du traden? Ist es angebracht, sich zu spezialisieren? Willst du nur liquide Märkte traden, oder interessieren dich auch illiquide Märkte?
Willst du erst einige Bedingungen aufstellen, bevor du in den Markt einsteigst? Falls ja, um welche Bedingungen handelt es sich?
Was denkst du über den Einstieg in die Märkte? Für wie wichtig hältst du Einstiegspunkte?
Welchen Anfangsstopp stellst du dir angesichts deiner Ziele für Ertrag und Drawdown vor? Wirst du in der Lage sein, wieder in den Markt einzusteigen, so dass du keine Marktbewegung verpasst?
Wie hast du vor deine Gewinne mitzunehmen? Trailingsstopp? Technische Stopps? Kursziele?
Wie verhältst du dich in Bezug auf Position Sizing?
Die größte Position hat das größte Risiko
Einer der schlimmsten Fehler, zu denen Trader neigen, ist es, mit einer großen Position zu beginnen, sagen wir mit einem Risiko von 1 R, und dieses Risiko allmählich zu reduzieren, wenn der Aktienkurs steigt. Sie beginnen zum Beispiel mit 1000 Aktien von QCOM und nehmen bei 500 Aktien einen schnellen Gewinn mit, weil Sie den Stopp hoch genug nachziehen, um sicherzustellen, dass Sie keinen Verlust erleiden. Dann verkaufen Sie vielleicht noch 250 Aktien mit einem Gewinn von 2 R und behalten die restlichen 250, mit denen Sie maximalen Gewinn anstreben. Was stimmt nicht? Das Problem bei dieser Strategie ist folgendes: Sie halten die größte Position, 1000 Aktien, zu dem Zeitpunkt, wenn das Risiko eines 1-R-Verlusts am höchsten ist.
Das Missverständnis des Glücksspielers
Wenn Sie ein 60-Prozent-System haben, dann liegt die Gewinnwahrscheinlichkeit jedes Trades bei 60 Prozent. Diese Wahrscheinlichkeit ändert sich auch durch eine Verlustserie nicht. Es sind noch immer 60 Prozent. Die Annahme, die Wahrscheinlichkeit eines Gewinnes steige nach einer Serie von Verlusten, kann zu Ihrem finanziellen Ruin führen – und bei vielen Tradern tut sie das auch.
Die beste Strategie zur Positionsbestimmung besteht darin, einen kleinen Prozentsatz (ein Prozent oder weniger) des Gesamtkapitals pro Trade riskieren. Zu diesem Zweck müssen Sie berechnen, wie hoch dieser Prozentsatz Ihres Depots in Währungseinheiten ist, und diesen Betrag dann durch R dividieren, um Ihre Positionsgröße zu bestimmen. Ihre Positionen sollten dann am größten sein, wenn sich der Trade zu Ihren Gunsten entwickelt. Watchlist von ausgewählten Aktien anlegen
Test zur Ermittlung Ihrer persönlichen Risikobereitschaft 1. Welchen Anteil an Ihren Gesamtvermögen (%) wird die geplante Anlage ausmachen? Weniger als 25 % 8 Punkte Zwischen 25 % und 50 % 7 Punkte Zwischen 51 % und 75 % 3 Punkte Mehr als 75 % 2 Punkte Punkte:
2. Welcher dieser Aussagen beschreibt am besten Ihre zu erwartenden Einkünfte in den nächsten 5 Jahren? (Angenommen Inflationsrate = 2 %) Ich erwarte, dass meine Einkünfte weit schneller steigen werden als die Inflationsrate 5 Punkte Ich erwarte, dass meine Einkünfte etwas schneller steigen werden als die Inflationsrate 3 Punkte Ich erwarte, dass meine Einkünfte genauso schnell steigen werden wie die Inflationsrate 2 Punkte Ich erwarte, dass meine Einkünfte geringer werden 1 Punkt Punkte:
3. Welcher Anteil Ihres monatlichen Nettovermögens wird zur Abzahlung von Schulden verbraucht? Weniger als 10 % 8 Punkte Zwischen 10 % und 25 % 7 Punkte Zwischen 25 % und 50 % 3 Punkte Mehr als 50 % 2 Punkte Punkte:
4. Wie viele Personen sind von Ihnen abhängig? Keine 4 Punkte 1 Person 3 Punkte 2-3 2 Punkte Mehr als 3 Personen 1 Punkt Punkte:
5. Haben Sie einen Notgroschen? (Mindestens 3-Netto Monatseinkommen) Nein 2 Punkte Ja, aber weniger als 6 Netto-Monatseinkommen 8 Punkte Punkte:
6. Wenn sie demnächst größere Ausgaben erwarten: Haben Sie einen Sparplan dafür? Ja, ich habe einen Sparplan dafür 8 Punkte Ich erwarte keine hohen Ausgaben 6 Punkte Ich beabsichtige einen Teil meiner Anlagegelder zu verwenden 5 Punkte Nein, ich habe keine Sparplan 2 Punkte Punkte: 7. Haben Sie schon mal Anleihen oder Rentenfondsanteile gekauft? Nein, ich würde mich wegen des Risikos schlechte fühlen 1 Punkte Nein, aber ich würde mich trotz des Risikos wohl fühlen 9 Punkte Ja, aber ich fühlte mich wegen des Risikos nicht wohl 2 Punkte Ja, ich fühlte mich trotz des Risikos wohl 10 Punkte Punkte:
8. Haben Sie schon mal Aktien oder Aktienfondsanteile gekauft? Nein, ich würde mich wegen des Risikos schlecht fühlen 1 Punkte Nein, aber ich würde mich trotz des Risikos wohl fühlen 9 Punkte Ja, aber ich fühlte mich wegen des Risikos nicht wohl 3 Punkte Ja, ich fühlte mich trotz des Risikos wohl 16 Punkte Punkte:
1. Welche dieser Aussagen beschreibt Ihre Gefühle bei der Auswahl einer Geldanlage? Ich würde ausschließlich Anlagen auswählen, die mit einem geringen Risiko verbunden sind 2 Punkte Ich ziehe einen Anlage-Mix vor, der vor allen Anlagen mit geringen Risiko enthält mit einem kleinen Anteil von Anlagen mit höheren Ertragschance 5 Punkte Ich ziehe einen ausgeglichenen Anlage-Mix vor, der aus Anlagen mit niedrigerem Risiko und mit höherem Risiko zusammengesetzt sind. 9 Punkte Ich bevorzuge einen aggressiven Anlage-Mix, der einen geringen Anteil mit niedrigem Risiko und einen hohen Anteil mit höherem Risiko enthält. 12 Punkte Ich würde nur Anlagen mit höherem Risiko auswählen, die größere Möglichkeiten bieten, eine hohe Rendite zu erzielen 16 Punkte Punkte:
10. Wenn Sie Ihre Chancen dadurch verbessern, dass Sie mehr Risiken eingehen, würden Sie mehr Risiken mit dem gesamten Geld eingehen 16 Punkte mehr Risiken mit einem Teil des Geldes eingehen 12 Punkte etwas mehr Risken mit dem gesamten Geld eingehen 5 Punkte kaum bereit sein, mehr Risiken einzugehen 2 Punkte Punkte:
11. In ungefähr wie viel Jahre werden Sie das Geld benötigen, das sie investieren wollen? In 2-3 Jahren 5 Punkte In 4-6 Jahren 25 Punkte In 7-10 Jahren 40 Punkte In 10-15 Jahren 45 Punkte In mehr als 15 Jahren 50 Punkte Punkte:
12. Erwarten Sie, dass Sie mehr als 1/3 des Geldes, das Sie investieren wollen, innerhalb der nächsten 10 Jahre für andere Zwecke brauchen? Ja, innerhalb von 3 Jahren 5 Punkte Ja, in 4-6 Jahren 25 Punkte Ja, ich 7-10 Jahren 40 Punkte Nein 50 Punkte Punkte:
Testauswertung: Punktzahl Geeignete Anlagestruktur Empfehlung 0-75 Punkte Sicherheitsorientierte Depot Der Schwerpunkt dieses Depots sollte in einer Größenordnung zwischen 50-60 % Anleihen bilden. Ca. 20 % des Anlagekapitals sollten im Geldmarkt bleiben. Der Rest kann in Aktien angelegt werden. Laufzeit: 2,5 – 5 Jahre Renditeziel: 4 -5 % pro Jahr 76-132 Ausgewogenes Portfolio Hier beträgt der Anteil von Anleihen ca. 60% Davon 70 % im Euro-Raum, 30 % International mit Schwerpunkt Dollar-Raum. 40 % des Depots bestehen aus Aktien, national und international. Laufzeit: 5 – 8 Jahre Renditeziel: 5 – 6 % pro Jahre 133-179 Vermögensaufbau Depot Der Aktienanteil erhöht sich hier auf 65 %. Der Anteil von Anleihen reduziert sich auf 35 %. Laufzeit: 8 – 10 Jahre Renditeziel: 6 – 7 % pro Jahr Über 179 Aktien-Portfolio Es besteht zu 100 % aus Aktien, davon ca. 70 % aus dem Euro-Raum, ca. 20 % aus den USA. Etwa 10 % werden in junge Industriestaaten angelegt. Laufzeit: 10 – 15 Jahre Renditeziel: 8 – 9 % pro Jahre
Dividenden Allgemein
Bardividende: Diese Form der Dividende ist in Deutschland am häufigsten. Sie wird normalerweise abhängig vom Gewinn des Unternehmens gezahlt: Die Ausschüttungsquote, also der Teil des Gewinns, der in Form einer Dividende an die Aktionäre fließt, sollte dabei meiste konstant bleiben. Die Bardividende wird dann abzüglich anfallender Steuern an die Aktionäre ausgeschüttet und auf deren Konten überwiesen. In Deutschland wird die Dividende normalerweise nur einmal im Jahr – meist am Tag nach der Hauptversammlung – ausgezahlt. In anderen Ländern gibt es die Zahlung auch zweimal pro Jahr, in den USA sind Quartalsdividenden weit verbreitet.
Für sie ist wichtig: Um Dividenden zu kassieren, müssen Sie als Anleger die Aktie normalerweise am Tag der Hauptversammlung zu Börsenschluss im Depot haben. Nur so bekommen Sie die Ausschüttung. Am nächsten Tag notiert die Aktie dann nämlich „ex-Dividende“, also ohne Dividendenanspruch. Entsprechend notiert die Aktie am Ex-Tag zur Eröffnung meist um die Dividende niedriger.
Dividendenbonus und Sonderdividende: Hier bekommen die Aktionäre einen Bonus, beispielsweise wenn ein Unternehmen über hohe liquide Mittel, also Cash verfügt. Ein Bonus wird allerdings nur selten gezahlt. Denn gewöhnen sich die Anleger an hohe Bonuszahlungen, zählen sie diese zur normalen Dividende hinzu und erwarten sie entsprechend Jahr für Jahr. Ist dann die überschüssige Liquidität einmal verbraucht und fällt der Bonus flach, dann empfinden dass die Anleger als echte Dividendenkürzung: Sie steigen aus, verkaufen die Aktien, der Kurs fällt.
Stockdividende: Gratisaktien/Berechtigungsaktien: Offene Rücklagen werden in Grundkapital umgewandelt. Die Aktionäre erhalten dann in einem bestimmten Bezugsverhältnis für jede alte Aktie Berichtigungsaktien. Das hat einen großen Vorteil: Durch die Gratisaktien wird der Preis der Aktie optisch niedriger.
Aktienrückkäufe: Immer mehr Firmen beteiligen ihre Aktionäre nicht über die Zahlung einer Dividende am Gewinn, sondern über Aktienrückkäufe. Das bringt zwar keine Überweisung aufs Konto, dafür aber normalerweise Kursgewinne.
OPTIONSSCHEINE KENNZAHLEN
Die Kennzahl Rho: Der beschriebene Zinseinflussfaktor auf den Optionsscheinpreis wird mit der Kennzahl Rho angegeben. Das Rho gibt die Veränderung des Optionsscheinpreises bei einer Änderung des Zinsniveaus an. Das Rho eines Call-Optionsscheins ist stets positiv, weil der Wert eines Call mit steigendem Zinsniveau ebenfalls zunimmt. Bei einem Put-Optionsschein hingegen ist das Rho immer negativ, weil ein Put mit steigenden Zinsen an Wert verliert.
Die Kennzahl Theta: Das Theta drückt aus, um welchen Betrag der theoretische Wert des Optionsscheins bei Konstanz aller weiteren Bewertungsparameter sinkt, wenn die Restlaufzeit des Optionsscheins um eine Einheit, zum Beispiel 1 Tag oder 1 Woche zurückgeht. Theta erlaubt somit eine Aussage über den Zeitwertverfalls des Optionsscheins. Bei nur noch sehr kurz laufenden Optionsscheinen sollte der Anleger den Zeitwertverfall genau beobachten, wobei dessen Intensität von der Moneyness des Optionsscheins abhängig und insbesondere bei am Geld notierenden Optionsscheinen in den letzten bei Monaten stark ausgeprägt ist.
Die Kennzahl Moneyness: Die Moneyness drückt das Verhältnis von aktuellem Kurs des Basiswertes zum Basispreis aus und quantifiziert somit die Werthaltigkeit eines Optionsscheins. Ebenso wie bei der Parität und der innere Wert misst auch die Moneyness, wie weit ein Optionsschein im Geld, am Geld bzw. aus dem Geld ist. Die Moneyness eines Optionsscheins ist größer als 1, wenn der aktuelle Kurs des Basiswertes über (Call) bzw. unter (Put) dem Basispreis liegt. Der Optionsschein befindet sich somit im Geld. Am Geld ist ein Optionsschein, wenn der aktuelle Kurs des Basiswertes gleich dem Basispreis ist. In diesem Fall ist die Moneyness gleich 1. Der Optionsschein hat eine Moneyness kleiner als 1, wenn der aktuelle Kurs des Basiswertes unter (Call) bzw. über (Put) dem Basispreis liegt. Der Optionsschein ist aus dem Geld.
Die Kennzahl Delta Sensitivitätskennzahl, die angibt, welchen Einfluss der Preis des Basiswertes auf den Wert der Option hat. Das Delta ist mathematisch die erste Ableitung des Optionspreises nach dem Preis des Basiswertes. So bedeutet ein Delta von 0,5 dass eine Veränderung des Basiswertes um 1 Euro (in linearer Näherung) eine Veränderung des Optionspreises von 50 Cent hervorruft. Das Delta ist insbesondere im Zusammenhang mit dem sog. Delta-Hedging wichtig. Die Kennzahl Gamma: Gamma einer Option gibt an, wie stark sich deren Delta (in linearer Näherung) ändert, wenn sich der Kurs des Basiswerts um eine Einheit ändert und alle anderen Größen sich nicht verändern. Mathematisch ist das Gamma die zweite Ableitung des Optionspreises nach dem Preis des Basiswertes. Für den Inhaber der Option (also sowohl für Long Call als auch für Long Put) gilt immer, dass Gamma ≥ 0 ist. Die Kennzahl findet auch bei Absicherungsstrategien in Form des Gamma-Hedging Berücksichtigung.
Die Kennzahl Vega Das Vega (manchmal auch Lambda oder Kappa, da Vega kein Buchstabe des griechischen Alphabets ist) einer Option gibt an, wie stark sich der Wert der Option ändert, wenn sich die Volatilität des Basiswerts um einen Prozentpunkt ändert und alle anderen Größen konstant bleiben. Die Kennzahl Hebel: Der Hebel wird errechnet, indem man den aktuellen Kurs des Basiswerts durch den aktuellen Preis der Option dividiert. Bezieht sich die Option auf ein Vielfaches oder einen Bruchteil des Basiswerts, muss dieser Faktor in der Rechnung entsprechend berücksichtigt werden. Man spricht hierbei vom Bezugsverhältnis.
Die Kennzahl Omega Man erhält durch Multiplikation des Deltas mit dem aktuellen Hebel eine neue Hebelgröße, die sich in den Kurstabellen meist unter der Bezeichnung Omega oder „Hebel effektiv“ findet. Eine Option mit einem aktuellen Hebel von 10 und einem Delta von 50% hat also „nur“ ein Omega von 5, der Schein steigt also etwa um 5%, wenn die Basis um 1% steigt. Auch hier ist jedoch wieder zu beachten, dass sowohl das Delta und das Omega und die meisten anderen Kennzahlen sich ständig ändern. Trotzdem bietet das Omega ein relativ gutes Bild von den Chancen der entsprechenden Option. Die Kennzahl Aufgeld: Das Aufgeld gibt bei einem Call-Optionsschein an, um wie viel teurer der Erwerb des Basiswerts durch Kauf und sofortige Ausübung des Optionsrechts zum Betrachtungszeitpunkt gegenüber dem direkten Erwerb des Basiswertes ist. Bei einem Put-Optionsschein gibt das Aufgeld an, um wie viel teurer der Verkauf des Basiswerts durch Kauf und sofortiger Ausübung des Optionsrechts zum Betrachtungszeitpunkt gegenüber dem Verkauf des Basiswerts ist. In der Regel wird zur besseren Einschätzung des Optionsscheins das Aufgeld bezogen auf ein Laufzeitjahr (jährliches Aufgeld) ausgewiesen. Ist der Optionsschein „in the money“, so drückt das Aufgeld den Zeitwert des Optionsscheins in Prozent des aktuellen Kurses des Basiswerts aus.
Die Kennzahl Break-even-Punkt Der Break-even-Punkt eines Optionsscheins lässt sich an einem bestimmten Kurs des Basiswerts festmachen: Diesen Kurs muss der Basiswert erreichen, um eine Ausübung des Optionsschein gemessen am Emissionskurs ohne Verlust zu ermöglichen.
Future Basis: Die Basis ist die Differenz zwischen dem Future-Preis und dem Kassapreis des Basiswerts. Sie kann positiv oder negativ sein. Am Fälligkeitstag sind Kassepreis und Future-Preis identisch; die Basis ist null.
Carry Basis: Die Differenz zwischen dem theoretischem Future-Preis und dem Kassapreis des Basiswerts wird theoretische Basis, „Carry-Basis“, genannt.
Future-Preis = Kassepreis + Finanzierungskosten - Erträge KORRELATION
BETA FAKTOR
Man spricht von einer perfekten Korrelation zweier Märkte, wenn die Kursänderung des zweiten Marktes anhand der Kursänderung des ersten Marktes exakt vorhergesagt werden kann. Zu einer absolut positiven Korrelation kommt es, wenn sich beide in dieselbe Richtung bewegen. Zu einer absolut negativen Korrelation kommt es, wenn sich die beiden Märkte in entgegen gesetzte Richtung bewegen. Betafaktor: Einfach ausgedrückt ist er ein Gradmesser, der angibt, wie stark die Aktie im Vergleich zum Markt schwankt. Bei einem Wert von 1,0 schwankt die Aktie so stark wie der Durchschnitt. Liegt der Wert unter 1,0 deutet dies auf weniger Schwankung hin, bei einem Wert von über 1,0 schwankt die Aktie stärker als der Durchschnitt. Ein negatives Beta bedeutet, dass sich die Rendite des Vermögensgegenstandes gegenläufig zum Gesamtmarkt entwickelt. Der Betafaktor eines Wertpapiers i gegenüber einem effizienten Marktportfolio M wird definiert als d.h. als der Quotient aus der statistischen Kovarianz der Renditeerwartungen des Wertpapiers i mit den Renditeerwartungen des Markt-Portfolio M zu der Varianz des Markt-Portfolios M oder - was das gleiche ist - als Produkt aus dem Korrelationskoeffizienten des Wertpapiers i zu dem Markt-Portefeuille M mit dem Verhältnis von Standardabweichung des Wertpapiers i zur Standardabweichung des Markt-Portefeuilles M. Das Beta eines Marktportefeuilles ist damit definitionsgemäß 1. Das β sagt aus, welche Änderung die erwartete Rendite eines individuellen Wertpapiers bzw. Wertpapier-Portfolios bei einer Änderung der Rendite des Markt-Portfolios um einen Prozentpunkt erfährt und zeigt damit einen linearen Zusammenhang zwischen der erwarteten Rendite einer risikobehafteten Investition und der erwarteten Rendite des Markt-Portfolios auf. Mit dem Betafaktor lassen sich drei Gruppen von Wertpapieren bilden: 1. β > 1 bedeutet: das Wertpapier bewegt sich in größeren Schwankungen als der Gesamtmarkt 2. β = 1 bedeutet: das Wertpapier bewegt sich gleich dem Gesamtmarkt 3. β < 1 bedeutet: das Wertpapier bewegt sich weniger stark als der Gesamtmarkt.
ON-BALANCE-VOLUME
On-Balance-Volume: Das OBV ist die Berechnung des kumulierten Gesamtvolumens, das aufgrund einer Gegenüberstellung des Volumens bei Kursanstiegen gegenüber dem Volumen bei Kursrückgängen entsteht. Wenn der Markt höher als am Vortag schließt, wird das Tagesvolumen als positiv bezeichnet und zum Gesamtvolumen des Vortages hinzuaddiert und wenn er unter dem Vortag schließt wird es als negativ bezeichnet und vom Gesamtvolumen des Vortage subtrahiert. So ergeben sich die Auf- und Abwärtsbewegungen des OBV. Die Kursrichtung sollte mit der OBV Richtung übereinstimmen, um einen Trend zu bestätigen Wenn die Kursrichtung nicht mit der OBV Richtung übereinstimmt, ist das eine Divergenz. Eine Divergenz ist auch bei Tiefst- und Höchstkursen festzustellen. Zeitrahmen: Wochenchart / Tageschart Bewertung der letzten 10 Kerzen
Steigungswinkel
Für größere Steigungswinkel dagegen, oder wenn ihre Größe exakt bestimmt werden soll, benötigt man die Umkehrfunktion des Tangens, das heißt die Arcustangens-Funktion: α = arctan(m). / m = 0,4 Im obigen Beispiel errechnet man:
Taschenrechner: SHIFT - Taste / tan – Taste / m = Steigung Bei negativen Steigungen ist hier zu beachten, dass –aufgrund der Punktsymmetrie der Arcustangens-Funktion– dann auch die Steigungswinkel α negativ werden. Bei der Angabe in Prozent (%) ist zu beachten, dass Steigung und Steigungswinkel nicht proportional zueinander sind, es also auch nicht möglich ist, Steigungen und Steigungswinkel mit einem einfachen Dreisatz ineinander umzurechnen. So entspricht beispielsweise der Steigung 1 (= 100 %) ein Steigungswinkel von 45°, der Steigung 2 (= 200 %) dagegen nur noch ein Winkel von rund 63,4°, und für einen Steigungwinkel von 90° schließlich müsste die Steigung ins Unendliche wachsen. Beispiel Steigungswinkel:
Bei einem fallenden Markt wird einfach nur ein negatives Vorzeichen eingefügt.
m = 0,1 Steigungswinkel = 5,7 Grad m = 0,5 Steigungswinkel = 26,6 Grad m = 0,7 Steigungswinkel = 35 Grad m = 1,00 Steigungswinkel = 45 Grad m = 2,00 Steigungswinkel = 64,4 Grad m = 10,00 Steigungswinkel = 84,3 Grad m = 100,00 Steigungswinkel = 89,4 Grad m = 1000,00 Steigungswinkel = 89,94 Grad
Aktion & Reaktion
Jeder Aktion des Kurses entspricht eine Reaktion, sowohl im zeitlichen als auch im räumlichen Sinne. Die Reaktionen sind aber nicht unbedingt identisch. Unter Umständen entsprechen sie der Aktion zeitlich, aber nicht räumlich, oder umgekehrt. Darin liegt eine Methodik des Tradens verborgen und auch die Möglichkeit, ein Ungleichgewicht des Marktes festzustellen.
Beispiel: Die Aktion besteht aus einem Kursanstieg um 10 Punkte in 5 Tagen. Die entsprechende Reaktion wäre ein Verlust von 10 Punkten in 5 Tagen.
Wenn nun aber der Kurs in 5 Tagen nur um 5 Punkte nachgibt, dann hatte die Reaktion einfach zu wenig Zeit. Die nächste Aktion wird wahrscheinlich ein Anstieg um 5 oder 10 Punkte in den nächsten 5 Tagen sein, um die vorherige Aktion und Reaktion auszugleichen.
Korrektur Der Kauf während einer Korrektur nach einem Zeichen der Stärke erlaubt es Ihnen auf einen fahrenden Zug aufzuspringen und dabei das Risiko gering zu halten, ausgestoppt zu werden. Beim Kauf in einer Korrektur während einer kurzfristigen Schwäche sollte ein Stopp von einer durchschnittlichen Spanne verwendet werden. Kaufen Sie bei Stärke ist, dann ist ein größerer Stopp erforderlich.
Die meisten Schübe korrigieren um ungefähr 50 %. Sie kaufen bei einer kurzfristigen Schwäche in Erwartung eines Umkehrpunktes. Ein Trade wird sicherer, wenn sie Ihre Position während einer Korrektur und nicht während des Ausbruchs eröffnen. Sie werden zwar einige große Kursbewegungen verpassen, aber Sie können Ihre Stopps mit geringerem Abstand platzieren.
Güterzugtheorie Sobald ein Zug auf eine bestimmte Geschwindigkeit beschleunigt hat, ist es unmöglich, ihn abrupt zum Stehen zu kriegen. Sicherlich habe ich die Möglichkeit, die Notbremse zu betätigen. Trotzdem wird es eine bestimmte Zeit dauern, bis die Antriebskraft derart verringert wird, dass der Zug quietschend zum Stehen kommt. Trendverhalten
Die Nachteile: Sie werden einige große Kursbewegungen verpassen, wenn sie auf die Korrektur warten, um ihre Position zu eröffnen. Sie wissen nicht, auf welchem Kursniveau während der Korrektur Sie Ihre Position eröffnen sollen Die Korrektur könnte sich als Trendwende herausstellen und so zu Verlusten führen.
ZEITRAHMEN
Die Verwendung mehrerer Zeitrahmen stellte sich als grundlegender Fortschritt in der Technischen Analyse heraus, der die Ergebnisse beim Trading stark verbessern kann. Heute beobachten viele Trader mehr als nur einen Zeitrahmen während der Marktanalyse. Aber nur wenige haben diese Idee zu einer umfassenden, effizienten Trading – Methode weiterentwickelt, die analytische Raffinesse mit praktikabeln Regeln und Prinzipien vereint. Manche Markttechniker haben mit verschiedenen Zeitrahmen experimentiert, andere nicht. Betrachten wir diese Konzept etwas genauer.
Was bedeutet der Begriff Zeitrahmen eigentlich? Ein Zeitrahmen ist eine regelmäßige Auswahl von Kursen in einer zeitlichen Abfolge, angefangen von einzelnen Ticks und Minuten bis hin zu Jahren, aber natürlich gibt es nach oben keine Begrenzung.
Einen bestimmten Zeitrahmen zu wählen ist keine Hexerei. Alle Zeitrahmen sind eigentlich frei wählbar aus Gewohnheit anstatt auf Grund von wissenschaftlichen Erkenntnissen festgelegt. Theoretisch besteht zwischen einen Wochenchart und einen 9 Tage Chart kein wirklicher Unterschied, ebenso wenig wie der Tageschart dem 16 Stunden Chart überlegen ist.
Wie viele Zeitrahmen sollte ein Trader beobachten? Wenn drei Zeitrahmen besser sind als einer, sind dann nicht zwölf Zeitrahmen viel Mal besser?
Theoretisch gibt es unzählige Zeitrahmen, angefangen vom Tickchart bis hin zur Unendlichkeit. Natürlich können wir niemals alle beobachten. Und glücklicherweise müssen wir das auch nicht.
Vergessen Sie nicht, dass zwei Zeitrahmen, die sehr nahe beieinander liegen, auch fast identische Resultate zeigen. Obwohl ein Trader vielleicht nicht genau weiß, welcher Zeitrahmen genau der richtige ist, so wird er doch erkennen, dass sich die Informationen zweier sehr eng beieinander liegender Zeitrahmen fast genau gleichen und somit für diese Zwecke nur von geringem Wert sind.
Die Fünffach – Regel hilft bei der Feststellung der gewählten Zeitrahmen für diese Art der Analyse. Diese Regel besagt, dass der nächstgelegene Zeitrahmen ungefähr fünf Mal länger sein soll als der fokussierte Zeitrahmen. Der zweite längere Zeitrahmen soll wiederum fünf Mal länger sein als der erste Zeitrahmen und so fort. Dementsprechend soll der kürzere Zeitrahmen sein als der fokussierte Zeitrahmen und so weiter.
Brauchbare Zeitrahmen: 10 Minuten / 1 Stunde / 1 Tag / 1 Woche / 1 Monat / 1 Quartal / 1 Jahr / 5 Jahre
LIQUIDITÄT – RENDITE – SICHERHEIT
Es gibt einige wenige ökonomische Grundmechanismen, die Anleger kennen und beherrschen sollten, weil sie unmittelbar Einfluss auf ihre Finanzen haben. Prinzipiell lassen sich Anlageprodukte nach 3 Faktoren beurteilen:
Liquidität – Rendite – Sicherheit
Abhängigkeit der Faktoren untereinander:
Höhere Rendite geringere Liquidität geringere Sicherheit
Höhere Liquidität geringere Rendite geringere Sicherheit
Höhere Sicherheit geringere Rendite geringere Liquidität
GELDTYPEN
Souveräne haben eine positive Einstellung zum Geld und sind bestrebt, ihren hohen Lebensstandard und ihre finanzielle Unabhängigkeit zu wahren. Charakteristisch ist ihr hohes Maß an Eigenverantwortung und ihre Bereitschaft, kalkulierbare Risiken einzugehen. Sie verfügen über einen hohen Sachverstand in Geldangelegenheiten und sind in ihrem persönlichen Umfeld als Ratgeber gefragt. Ihre persönliche materielle Zukunft schätzen sie vergleichsweise optimistisch ein.
Ambitionierte Suchen das Gesprächsthema im Bekanntenkreis. Geld zu haben gibt ihnen das Gefühl von Freiheit und Unabhängigkeit, es ist Vorraussetzung für Lebensqualität. Ambitionierte haben Spaß an Finanzthemen, informieren sich regelmäßig über Börsenkurse und sehen es als reizvolle Herausforderung in Geldangelegenheiten fit zu sein. Charakteristisch ist ihr hohes Maß an Autonomie und Eigenverantwortung sowie ihre Bereitschaft, Risiken einzugehen. Ambitionierte sehen ihrer persönlichen Zukunft sehr optimistisch entgegen.
KREDITE
Souveräne: Das Problem der Ver- und Überschuldung zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten. Auch wenn Souveräne nicht überschuldungsgefährdet sind, sollten Sie kritisch Ihre Kontostände sowie Ein- und Ausgänge überprüfen. Sorgen sie dafür, dass sie regelmäßig kleinerer Beiträge ansparen. Dann brauchen Sie keine Konsumentenkredite.
Ambitionierte: Auch Ambitionierte neigen nicht zur Überschuldung. Aber es trifft mittlerweile auch die Mittelschicht und viele Selbstständige. Bauen Sie also vor, damit Ihnen die schlechte Zahlungsmoral Ihrer Kunden keine Probleme bereiten kann. Achten Sie deswegen darauf, dass Sie immer einen Puffer in Ihrer Liquidität besitzen.
Pragmatiker: Eigentlich ist es einfach: Kaufen Sie nur, wenn Sie auch wirklich das Geld dafür auf der hohen Kante haben. Das gilt sicher nicht für eine Immobilie, aber für die anderen Träume im Leben, die uns lieb und teuer sind.
IMMOBILIEN
Souveräne: Die Finanzierung und Abwicklung einer Immobilienfinanzierung dürfte für Sie keine große Herausforderung darstellen. Fügen Sie Ihrem Altervorsorge-Portfolio den soliden Baustein Wohnimmobilie hinzu. Und gönnen Sie sich – ganz nebenbei – auf diese Weise ein höheres Maß an Lebensqualität. Aus steuerlichen Gründen könnte eine vermietete Immobilie ebenfalls infrage kommen.
Ambitionierte: Auch auf Ihrer Wunschliste dürfte eine eigene Immobilie stehen. Erfüllen Sie sich diesen Traum, berücksichtigen Sie aber die beschriebenen Sicherheitsnetze. Sie haben doch ansonsten schon ausreichend versorgt? Als weiterer Baustein könnte auch eine vermietete Immobilie sinnvoll sein.
Pragmatiker: Zu einer ausgewogenen Altervorsorge kann eine Immobilie gehören. Abgestellt auf Ihre Lebenspläne und –ziele sollten Sie entscheiden, ob dieses finanzielle Engagement für Sie mit seinen Vor- und Nachteilen infrage kommt. Ziehen Sie dann eine Wohnimmobilie in Erwägung, wenn Sie Ihre nächste Lebensphase am gleichen Wohnort verbringen wollen. Typischerweise dürften vermietete Immobilien eher weniger sinnvoll für Sie sein.
ALTERSVORSORGE
Souveräne: Ihre Altersvorsorge steht wahrscheinlich auf festem Fundament. Sie investieren in sichere und risikobewusste Finanzprodukte und wissen, wo Sie gerade stehen und hin wollen. Denken Sie auch daran, bei tief greifenden Änderungen in Ihrem Leben Ihre Strategie ernut zu überprüfen.
Pragmatiker: Damit es Ihnen im Alter gut geht, sind Sie bereit, einiges zu tun. Das ist gut so, denn es ist auch nötig. Überprüfen Sie, ob Ihre drei Säulen stark genug sind für eine erfüllte dritte Lebensphase. Wenn nicht, dann legen Sie Ihr Geld in einfach zu handhabenden und sicheren Finanzprodukten an.
GELDANLAGE
Souveräne: Sie haben schon in unterschiedlichen Geldanlagen investiert. Sie nutzen wahrscheinlich bereits die beschriebenen Produkte wie beispielsweise Festgeld, Aktien, Aktienfonds und Rentenfonds. Sie wissen, dass es sich lohnt, tiefer in das Thema Geld und Finanzen einzusteigen. Deswegen sollten Sie sich auch mit risikoreicheren Investments beschäftigen und dabei allerdings zunächst mit kleinen Beträgen „üben“.
Ambitionierte: Auch wenn Ambitionierte gerne einmal spekulieren, achten Sie in der Regel auf ein ausgeglichenes Portfolio. Ihr Schwerpunkt liegt bei vertrauten Produkten wie Sparverträge mit Banken, Bausparkassen und Fondsgesellschaften oder Immobilien zur Eigennutzung. Sie sehen Geld als wichtige Voraussetzung für Lebensqualität und soziale Anerkennung. Ambitionierte haben den höchsten Männeranteil der acht Geldtypen. Viele Männer neigen zum schnellen Ein- und Aussteigen. Doch denken Sie daran: „Hin und Her macht Taschen leer“.
GELD
Souveräne: Sachverstand, Interesse und Spaß an Finanzthemen sowie die Bereitschaft, kalkulierbare Risiken einzugehen, bilden die Basis Ihrer geldaktiven Einstellung. Es ist für Sie eine Herausforderung in Finanzfragen fit zu sein.
Ambitionierte: identifizieren sich in hohem Maße mit der Welt des Geldes und sehen es durchaus als persönlichen Prestigegewinn, wohl situiert, erfolgreich und in finanziellen Dingen kompetent zu sein. Bedenken Sie, dass die steuerliche Seite einer Anlage nur ein Aspekt von mehreren ist.
Sektoren & Branchen
Wichtige Marktsektoren:
Grundstoffe Zyklische Konsumgüter Energie Finanzdienstleister Gesundheitswesen Industrie / Gewerbe Technologie Telekommunikationswesen Versorger
Jeder dieser Sektoren kann aus 12 oder mehr Branchen bestehen.
Zum Technologiesektor gehören Branchen wie das Computerwesen, Internet, Bürogeräte und Halbleiterelektronik. Zu Finanzdienstleistern zählen zum Beispiel Banken, Versicherungen und Wertpapier-Handelshäuser.
Wichtige Branchen:
Automobile Banken Biotechnologie Chemie Einzelhandel Energie Essen & Trinken Freizeit Gesundheit Halbleiter Hardware Immobilien Industrie Internet IT-Services Kommunikation Öl / Gas Branche Software Versicherungen
Gesamtmarkt Portfolio: Ein marktbreites Portfolio besteht aus 5 – 15 Branchen. Eine Diversifikation innerhalb einer Branche ist aufgrund der hohen Korrelation bei den Titeln derselben Branche nicht empfehlenswert, wenn man eine ausgleichende Gesamtmarktrendite anstrebt.
POKER
Poker-System
Setup: 2 Bilder / Poket Pair
ASS + BUBE
Kombinationen: 7 Kombination von 169 möglichen 4 %
Wahrscheinlichkeit: Auf 100 Hände wird jede 25. Hand gespielt. 4 Hände
Setzlimit: Limit Poker
Maximaler Einsatz: 0,10 € pro Runde / 1 R = 0,50 € 5 x 0,10 Cent 5 % pro Runde
Cash: 10,00 € 1 R = 5 %
Hold´em: Wenn Setup eintrifft, dann wird die Hand bis zum Schluss gespielt
Fold´em: Jede andere Kombination wird sofort gefolded. Wenn Blinds bezahlt werden müssen, dann wird zur nächsten Gelegenheit gefoldet. No Pay.
Tische: 10 verschiedene Tische je 10,00 $ 100 $ benötigt.
Spieler: Minimum 4 weitere Spieler Maximal 7 weitere Spieler.
Handlimit: Maximal 100 Hände an einem Tag
Zeitlimit: Maximal 1 Stunde Poker am Tag
Gewinnziel: 20 % Rendite 2,00 € Poker wird beendet
Verlustbremse: -10 % Rendite -1,00 € Poker wird beendet
PROJEKTMANAGEMENT
Ein Vorhaben wird dann zu einem Projekt, wenn gilt:
Das Vorhaben hat eine klare, ergebnisorientierte und messbare Zielvorgabe Es ist zeitlich durch definierten Anfangs- und Endtermin begrenzt In der Regel handelt es sich um ein einmaliges Auftreten in genau dieser Konstellation Es gibt komplexe und ineinander Handlungsabläufe, die den Einsatz besonderer Methoden und Techniken erfordern Es stehen begrenzte Ressourcen zur Verfügung und es gib eine definierte Kapazität Eine inhaltliche Abgrenzung ist gegeben Unter Umständen zeichnet sich das Vorhaben durch eine hohe geschäftspolitische Wertung aus Oftmals ist das Vorhaben risikobehaftet Eine eigene Organisationsform ist erforderlich
Projekt-Management
1) Sicht von Unternehmen und Unternehmensleitung Für sie ist ein Projekt nur eine Aufgabe unter vielen, die sich hinsichtlich von anderen Aufgaben unterscheiden. Im „Projektportfolio“, also der Gesamtmenge aller Projekte sind jene Projekte zu priorisieren, die entweder besonders zeitkritisch zu sehen sind (operative Dringlichkeit), die den derzeit größten unternehmerischen Erfolg versprechen oder die strategisch besonders hoch bewertet werden.
2) Sicht der Projektleitung Für sie ist das gerade durchzuführende Projekt von höchster Priorität, denn der Projektleiter erhält klare zeitliche Eckwerte innerhalb derer der Projektauftrag erfolgreich zu erfüllen ist. Er ist also daran interessiert möglichst solche Mitarbeiter einzusetzen, die den Skill optimal erfüllen, sich ihrer Verantwortung im Projekt bewusst sind und ihre Aufgaben hoch motiviert angehen. Der Projektleiter hat natürlich auch ein Interesse an kurzen und transparenten Entscheidungswegen.
3) Sicht der Projektmitarbeiter Für sich stellt sich die Mitarbeit in einem Projekt nicht nur als persönliche Chance dar. Sie sind oft nicht für ein Projekt freigestellt, sondern tragen zusätzlich die Basislast ihrer Arbeit im regulären Geschäftsprozess. Sie reiben sich oft im Spannungsfeld zwischen aktueller und dringender Projektarbeit und längerfristigen Aufgaben auf. Ferner kann ein Mitarbeiter, der einem Projekt zugeordnet wird, vielfach sein persönliches Fortkommen im Unternehmen, nicht oder nur sehr schwer beurteilen.
Unterschiedliche Anforderungen und Erwartungshaltungen, die nicht formuliert und diskutiert werden, bergen Sprengstoff im Projekt. Nur wenn jeder den Standpunkt des anderen kennt und versteht können Konflikte vermieden und dauerhaft gelöst werden. Halten wir daraus fest, dass Projektmanagement folgendes benötigt:
Eindeutigen Zielformulierung Phasenweise Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle von Aufgaben, die Erreichen dieser (Teil-) Ziele führen. Mitarbeitmotivation und – führung Planung und Kontrolle von Ressourcen, Kapazitäten und Budgets Ständige Soll - Ist Analyse mit dem Ziel, frühest möglich Risiken zu erkennen, deren Auswirkungen auf den Projektablauf qualifiziert zu beurteilen und Alternativszenarien zu entwickeln zu können.
DIE PROJEKTIDEE
Realistische Darstellung der derzeitigen Situation Warum wird derzeit so und nicht anders gearbeitet? Wie effizient ist die derzeitige Situation? Wo sind Vorteile und Defizite erkennbar? Wir wirken sich diese Defizite in Bezug auf Projektdurchführung und Mitarbeitmotivation aus? Gibt es Verantwortliche für die derzeitige Arbeitsweise? Wie wird sich die Situation entwickeln, wenn keine Veränderungen durchgeführt werden? Welche Gefahren sind erkennbar, sofern der Status quo nicht verändert wird? Welche Nachteile ergeben sich daraus für das Unternehmen und die Mitarbeiter?
FEHLER BEIM PROJEKTSTART
Der Projektleiter und die Projektbeteiligten dürfen nicht zu spät benannt, informiert und eingewiesen werden. Zeitdruck und fehlende Ressourcen dürfen nicht zu ungenügender Vorbereitung und Planung führen. Auch die Vorbereitungsphase erfordert bereits Budget. Projektziele müssen klar und realistisch sein und auch kommuniziert werden. Chancen und Risiken des Projekts müssen untersucht werden und bekannt sein. Die Verantwortung und die einzelnen Komponenten sind klar zu regeln. Aufgabenteilung und Regeln zur Kommunikation zwischen den Projektbeteiligten sind ausdrücklich definiert. Alle Beteiligten sind ausreichend zu Projektmanagement-Methoden qualifiziert und sie wenden diese auch an. Konflikte zwischen Projekt und Linienmanagement werden bearbeitet und gelöst.
CHECKLISTE PROJEKTZIEL
Herrscht Einigkeit zwischen Projektleiter und internen / externen Auftraggeber in Bezug auf das Projektziel? Ist das Projekt hinreichend genau und allgemein verständlich formuliert, so, als wäre das Ziel bereits erreicht? Ist das Projektziel realistisch und realisierbar? Ist das Projektziel vollständig, eindeutig und widerspruchsfrei formuliert? Sind bei kontrollierter Zielunklarkeit Teilziele mit Abbruchkriterien formuliert? Bis wann soll das Projekt (Teil-) Ziel erreicht werden? Gibt es Pufferzeiten? Mit welchem Aufwand soll das Ziel erreicht werden? Ist das Erreichen des Ziels messbar? Wie soll das Projektziel (Teil-) gemessen werden? Sind bereits in der Vorphase Abbruchkriterien für das Gesamtprojekt erkennbar?
CHECKLISTE PROJEKTANSTRAG
Name des Projekts? Ziel des Projekts eindeutig beschrieben? Teilziele fixiert? Projekt hinreichend genau begründet? Auftraggeber bekannt? Projektleiter ernannt? Frühest möglicher Projektstart festgelegt? Endtermin des Projekts bestimmt? Budget vorgezeichnet? Personalkosten spezifiziert? Sachmittelkosten zusammengestellt? Kosten für externe Berate in welcher Höhe notwendig? Verantwortlichkeiten abgegrenzt? Weisungsbefugnisse erteilt? Risikofaktoren und Abbruchkriterien in Szene gesetzt? Projektphasenplan, Meilensteinplan und Kostenplan vorhanden? Projektorganisation geplant in Hinblick auf Mitarbeiterteam und benötigte Kapazitäten?
CHECKLISTE PROJEKTABSCHLUSS
Der Projektabschluss mit dem Kunden oder internen Auftraggeber ist vollzogen. Die Restpunkte aus der Vertragabwicklung sind definiert und ihre Erledigung organisiert. Eine eventuelle Nachbetreuung ist geregelt. Das Projekt ist vollständig in der Projektakte dokumentiert. Verträge (Kunden, Lieferanten)
Technische Unterlagen (für Kunden und intern)
Korrespondenz Sitzungsprotokolle Prüf- und Abnahmeberichte Übersicht über weitere Archivstandorte Projektionsorganisationsstruktur und Projektplanungsunterlagen Die Erreichung der Team- und Einzelziele ist innerhalb des Teams und mit dem (internen) Auftraggeber festgestellt. Termin-, Aufwand- und Kostenplan sind auf dem letzten Stand, Abweichungen von der ursprünglichen Planung vollständig und korrekt berechnet und dokumentiert. Die Auflösung der Projektorganisation und die Reintegration der Projektmitarbeiter ist geregelt Die Beendigung des Projekts ist im Unternehmen mitgeteilt Der Erfahrungsrücklauf ist gesichert. Erfahrungen Ausblick in die Zukunft Empfehlungen Fazit Liste der Projektteilnehmer, zumindest des Kernteams mit Erreichbarkeit Eine Liste der noch offenen Punkte (Claims, Risiken und Chancen) liegt vor. Restpunkte werden in Arbeitspaketen zusammengefasst Die Projektakte ist übergeben Der Projektleiter ist formell entlastet Die Projektorganisation ist aufgelöst, die Projektmitglieder (in Linientätigkeit) entlassen
CONTROLLING
Fragen, die sie sich immer vor Augen halten sollten, sind: Sind wir noch termintreu? Sind wir noch kostentreu? Decken sich bisherige Ergebnisse und Zielvorlagen? Führen die eingeleitenden Maßnahmen dazu, dass wird auf dem richtigen Weg bleiben?
Strategisches Controlling Das strategische Controlling weist über das Einzelprojekt hinaus, vielmehr sind die Priorität und die strategische Bedeutung des Projektes im Rahmen des unternehmerischen Projektportfolios zu betrachten. Ferner ist durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass der Erfolg gewährleistet wird und die Projektaufträge und die Projektziele bei einer eventuellen strategischen Neuausrichtung entsprechend modifiziert werden.
Operatives Controlling Das operative Controlling findet auf der Projektebene statt und befasst sich im Wesentlichen mit den projektbezogenen Kosten und Investitionen und stellt die Entwicklung des Projektbudgets dar.
Nutzencontrolling Das Nutzencontrolling ist ein permanenter Analyseprozess von Effizienz, Risiko, Chancen und Effektivität, in welchen die Frage nach dem Sinn des Projektes nicht tabuisiert werden sollte. Man unterscheidet messbaren Nutzen wie Qualität, Funktionalität, Umsatzveränderung durch das Projekt, Marktanteile. und nicht messbaren Nutzen wie Einflüsse auf Wohlbefinden und Image.
Qualitatives Controlling Auch das qualitative Controlling erfolgt als permanenter Prozess durch den Projektleiter im Sinne der Qualitätsrichtlinien für Zielerreichung, Realitätsbezug, Korrektheit der Durchführung.
Ergebnis Controlling Das Ergebnis-Controlling ist ein periodisch wiederkehrender Prozess der Soll – Ist Analyse anhand des Termin- und Meilensteinplans sowie der Aufwand und Kapazitätsentwicklung. Besonders wichtig in der Ergebnisüberwachung ist frühzeitig zuerkennen, wie sich das Projekt bei Soll – Ist Diskrepanzen entwickelt. Im Projekt entstehen neue Risiken und Probleme, das Umfeld stellt neue oder veränderte Anforderungen, neue Mitarbeiter kommen hinzu, bewährte Mitarbeiter verlassen das Projekt, Spielregeln ändern sich, die Motivation nimmt ab oder zu.
Prozess Controlling Im Prozess-Controlling steht das Einhalten der Feinplanung mit Terminen und Ressourcen (Arbeiten und Kapazitäten) im Vordergrund. Um alle Bereiche zu kontrollieren und im Auge zu behalten, müssen sinnvolle Information fließen.
RISIKOANALYSE
Welche Risikoarten sollten betrachtet werden? Terminrisiken Kapazitätsrisiken Fachlich-technische Risiken Finanzielle Risiken Vertragliche Risiken Umfeldbedingte Risiken
Fünf Schritte zur Risikoerkennung und Problemlösung
Schritt 1: Lokalisierung Ermitteln Sie die risikobehafteten Arbeitspakete und diejenigen Vorgänge, die mit ihnen in unmittelbarer logischer Abfolge stehen. Stellen Sie fest, um welche Art Risiko es sich handelt.
Schritt 2: Bewertung Jedes Risiko birgt einen potentiellen Schaden in sich, dessen Höhe entscheidenden Einfluss auf die weitere Vorgehensweise hat. In der Regel können Schäden vorausgesehen werden, wenn sich das Projektteam an – die zu Beginn vereinbarten – Spielregeln hält. So ist beispielsweise ein Terminverzug nicht zwangsläufig bereits ein Schaden. Wie bewerten Sie einen potentiellen Schaden? Versuchen Sie herauszubekommen, welche Ergebnisverschlechterung im schlimmsten aller anzunehmenden Fälle eintreten kann.
Schritt 3: Ursachenanalyse Fragen Sie sich als erstes was Sie daran hindert, das angestrebte Ziel zu erreichen. Das Erkennen der Ursache legt erst den Grundstein, geeignete Gegenmaßnahmen zu entwickeln.
Schritt 4: Toleranzentscheidung Der Projektleiter stellt sich die Frage, ob sich der Schaden in einem Bereich bewegt, in welchem er planerisch und fachlich entscheiden kann oder ob es notwendig ist, die zuständigen Gremien zu informieren und eine Entscheidung herbeizuführen. Sollte das nicht der Fall sein, entwickelt er zuerst einen Katalog möglicher Maßnahmen und präsentiert diesen an geeigneter Stelle. Die Dringlichkeit des Problems muss geschildert und klar gemacht werden, dass die Verantwortung an höhere Stelle weitergegeben wird.
Schritt 5: Korrektive und präventive Maßnahmen Nach dem Eintreten des Schadens sind meist nur noch Korrekturen durchführbar. Diese beziehen sich auf den Terminplan, den Ressourcenplan, den Kostenplan und das Umfeld des Projekts. Als Prämisse gilt: Nicht überreagieren und keinen blinden Aktionismus anordnen! Leiten Sie genau die Korrekturen ein, die zur Behebung des Schadens notwendig sind und führen Sie diese schnell und konsequent und mit der notwendigen Härte durch. Analysieren Sie die Auswirkungen und ergreifen Sie die präventiven Maßnahmen, die notwendig sind um ein Folgerisiko so weit wie möglich frühzeitig zu erkennen und dessen Auswirkungen zu minimieren.
Schritt 6: Kontrolle und Revue Die Maßnahmen sind in der Projektakte zu dokumentieren und nicht nur den Betroffenen ist die Handlungsweise zu erklären, sondern alle Mitglieder im Team sollten von der Entscheidung profitieren. Der Verantwortliche muss die Durchführung der eingeleiteten Maßnahmen innerhalb des Projektmanagements hervorheben und Arbeitsanweisungen erlassen, um das Risiko des erneuten Auftretens dieses Schadens zu minimieren.
FÜHRUNGSSTILE
Unterweisen Die Unterweisung ist stark aufgabenbezogen und wenig mitarbeiterbezogen. Dieses Führungsverhalten ist durch eindeutige Anweisungen an den Mitarbeiter gekennzeichnet. Der Reifegrad des Mitarbeiters ist in diesem Fall sehr gering, d.h. er hat wenig Wissen, Engagement und Selbstvertrauen bezüglich der Aufgabe.
Anleiten Anleiten ist gleichermaßen stark aufgabenbezogen und stark mitarbeiterbezogen. Der Vorgesetzte sollte Mitarbeiter anleiten, wenn die Fähigkeit noch gering ausgeprägt, die Leistungsbereitschaft, bezogen auf die Aufgabe, jedoch hoch ist. Der Vorgesetzte leitet und überwacht die Aufgabenbewältigung des Teams noch stark. Allerdings sollte er aufgrund des starken Mitarbeiterengagements Vorschläge der Gruppe einholen und Entscheidungen besprechen. Bereits erkennbare Fortschritte sollten verstärkt werden, um das starke Engagement zu erhalten.
Unterstützen Dies ist wenig aufgabenbezogen, aber stark mitarbeiterbezogen Verfügt das Team zwar über ein hohes Maß an Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Aufgabenbewältigung, aber ist das Engagement für einen bestimmten Auftrag gering, so ist das unterstützende Verhalten notwendig. Unterstützen bedeutet, den Mitarbeiter bei Entscheidungen Hilfestellungen zu geben, sie zu ermutigen und sie zu fördern. Diese Art des Führungsverhaltens ist besonders wichtig, wenn es darum geht, Schwierigkeiten der Gruppe oder einzelnen Mitarbeiter, die sich auf die Tätigkeit auswirken, sinnvoll zu bewältigen, seien sie arbeitsbedingt oder aus dem Privatbereich. Dieses Vorgehen ist aus Sicht der Personalpflege besonders wichtig.
Delegieren Delegieren ist gleichermaßen wenig aufgabenbezogen und wenig mitarbeiterbezogen. Dieser Führungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass der Vorgesetzte seinen Mitarbeitern die Verantwortung für die zu lösenden Probleme und für zu treffende Entscheidungen voll überträgt. Dieser Stil ist angebracht, wenn der einzelne Mitarbeiter sehr hohe Fähigkeiten besitzt und bezüglich der Aufgabenstellung ein sehr starkes Engagement zeigen.
STÖRFAKTOREN BEI GRUPPENARBEIT / TEAMARBEIT
Mangelnde oder fehlende Kommunikation Es redet mehr als eine Person zu gleicher Zeit. Die anderen können die Botschaft nicht verstehen. Gruppenmitglieder mit weniger Durchsetzungsvermögen oder rhetorischen Fähigkeiten kommen nicht zu Wort und verzichten darauf, ihre Argumente einzubringen. Information und Argumente gehen verloren.
Autoritätsprobleme Die Aufmerksamkeit gegenüber einem Teammitglied wird oft durch dessen hierarchische Stellung beeinflusst. Mangel an Fachkenntnissen, Information und Argumenten zu Problemen werden verdeckt, dafür gewinnen sach- und problemfremde Momente Einfluss und verschlechtern nicht nur den Entscheidungsprozess, sondern hemmen Motivation und Kommunikation
Beziehungsprobleme Werden Beziehungsprobleme zwischen Gruppenmitgliedern ignoriert, so kann es dazu führen, dass Informationen und Argumente nicht gehört oder berücksichtigt werden. Beziehungsprobleme werden auf die Inhalts- und Sachebene übertragen.
Entscheidungen Oft wird in Projekten unwichtigen Entscheidungen zuviel Aufmerksamkeit gewidmet. Legen Sie den Fokus auf die Entscheidungen, die zur Durchführung des Projekts essentiell notwendig sind.
Äußerungen von abweichenden Meinungen Wie an mehreren Stellen erwähnt, ist es für den kreativen Prozess im Projekt unerlässlich, auch Querdenkertum zuzulassen. Oft werden geniale Einfälle von anderen Teammitgliedern lächerlich gemacht und somit geopfert. Man hat dann nicht mehr den Mut, das vorhandene Potential an Phantasie und Kreativität für ungewöhnliche Problemlösungen zu nutzen. Es mangelt an konstruktiver Konfliktbereitschaft.
In jeder Gruppe gibt es charakteristische Rollen Alpha (der Anführer) Beta (die Spezialisten) Gamma (die Arbeiter) Omega (der Sündenbock) Daneben gibt es noch weitere Rollen, die bestimmte Funktionen im Gruppenprozess erfüllen. Bekannt sind: der "Klassenkasper", der "Intrigant", der "Mitläufer", der "Beliebte".
Tote Pferde
Ein Dakota Indianer steigt ab, wenn das Pferd tot, aber in unseren modernen Projekten…
besorgen wir uns eine stärkere Peitsche wechseln den Reiter sagen: „was ist passiert, wir haben das Pferd doch immer geritten“. gründen einen Arbeitskreis um das Pferd zu analysieren erkundigen uns wie andere mit toten Pferden umgehen erhöhen den Qualitätsstandard für das Reiten toter Pferde bilden eine Task Force um das Pferd wiederzubeleben schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an kaufen externe Reiter ein, die besser mit toten Pferden umgehen können. schirren mehrere tote Pferde zusammen um schneller zu werden erhöhen das Budget um die Leistung des Pferdes zu erhöhen kaufen etwas hinzu, dass tote Pferde schneller werden lässt. erklären, dass unser Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist als das der Konkurrenz.
SCHWARMVERHALTEN 1. Bewege dich in Richtung des Mittelpunkts derer, die du in deinem Umfeld siehst (Kohäsion). 2. Bewege dich weg, sobald dir jemand zu nahe kommt (Separation). 3. Bewege dich in etwa in dieselbe Richtung wie deine Nachbarn (Alignment). Bei Richtungsänderungen des Schwarms reagiert nicht unbedingt die Schwarmspitze, jedes Individuum kann eine Richtungsänderung hervorrufen und der ganze Schwarm organisiert sich hierdurch um.
WEIHEIT DER VIELEN
Welche Schlüsselkriterien gibt es, eine weise Gruppe von einer irrationalen zu unterscheiden? 1. Meinungsvielfalt: Jeder Mensch besitzt unterschiedliche Informationen über einen Sachverhalt, so dass es immer zu individuellen Interpretationen eines Sachverhaltes kommen kann. 2. Unabhängigkeit: Die Meinung des Einzelnen ist nicht festgelegt durch die Ansicht der Gruppe. 3. Dezentralisierung: Hier steht die Spezialisierung im Mittelpunkt des Fokus, um das Wissen des Einzelnen anzuwenden. 4. Aggregation: Es sind Mechanismen vorhanden, um aus Einzelmeinungen eine Gruppenmeinung zu bilden.
SELBSTERFÜLLENDE PROPHEZEIUNG
Die sich selbsterfüllende Prophezeiung (engl. self-fulfilling prophecy) ist eine Vorhersage, die sich deshalb erfüllt, weil derjenige oder diejenigen, die an die Prophezeiung glauben, sich – meist unbewusst – aufgrund der Prophezeiung so verhalten, dass sie sich erfüllt.
ANDORRA EFFEKT
Der Andorra-Effekt (auch Andorra-Phänomen) ist ein Begriff aus der Sozialpsychologie, der insbesondere auch im Personalwesen eine Rolle spielt. Er besagt, dass sich Menschen oft an die Beurteilungen und Einschätzungen durch die Gesellschaft anpassen und dies unabhängig davon, ob diese ursprünglich korrekt gewesen sind oder nicht. Der Effekt beschreibt damit eine sich selbst erfüllende Vorhersage (engl. self-fulfilling prophecy), da sich eine Person mit der Zeit genau so verhält, wie man es ihr die ganze Zeit vorausgesagt hat, dies ohne die Vorhersage aber nicht getan hätte. Gesellschaftlich spielt der Effekt eine Rolle, wenn gegen eine gesellschaftliche Randgruppe (etwa Obdachlose, Drogenabhängige oder andere Minderheiten) bestimmte Vorurteile vorliegen und Personen dieser Randgruppe deswegen anfangen sich tatsächlich entsprechend den Erwartungen zu verhalten.
BEDROHUNG DURCH STEREOTYPE
Bedrohung durch Stereotype (engl. stereotype threat) ist die Angst von Mitgliedern einer sozialen Gruppe, ihr Verhalten könnte ein negatives Stereotyp gegen diese Gruppe bestätigen. Dadurch kann es zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung kommen, wenn nämlich diese Angst das Verhalten im Sinne des Vorurteils beeinflusst. Insbesondere in Testsituationen kann sich die Angst leistungsmindernd auswirken. Bedrohung durch Stereotype kann zum Beispiel Angehörige ethnischer Minderheiten und Frauen treffen. ANTIZIPATION Antizipation ist die Erwartung oder Erwartungshaltung. Ein Ereignis zu antizipieren heißt, anzunehmen, dass ein Ereigniseintritt wahrscheinlich ist. Als Beispiel sei die Aktienbörse angeführt, bei der die Fachleute sagen, dass zukünftige erwartete Ereignisse bereits in die Aktienkurse eingebrieft seien, d.h. im aktuellen Preis schon enthalten. Psychologen gehen davon aus, dass Optimisten erwartungsfroh in die Zukunft schauen. Empirisch gesehen haben Optimisten im Krankheitsfall die „besseren Karten in der Hand“. Antizipation ist also auch ein Teil unserer mentalen Verfassung. Freude oder Glück ist psychologisch gesehen nicht die Erfüllung einer Erwartung, sondern die Erwartung selbst. Hingegen kann ein lange herbeigesehntes freudiges Ereignis, wie etwa ein als lustvoll empfundener Konsumakt, finanzielle Zuwendung oder eine berufliche Beförderung, wenn es dann wirklich eintritt, gar nicht mehr richtig beglücken. Besonders bei Kindern ist die antizipatorische, also die vorwegnehmende Freude besonders stark ausgeprägt, denken wir an die Adventszeit und Weihnachten.
NOCEBO - PLACEBO
Der Nocebo-Effekt – oft auch als negativer Placebo-Effekt bezeichnet – beruht, wie auch der Placebo-Effekt, unter anderem auf einer bestimmten Erwartungshaltung. Die Erwartungshaltung kann demnach auch unbewusst sein und auf Lernmechanismen wie z. B. Konditionierungen beruhen. So kann beim Patienten die Befürchtung aufgebaut werden, dass bestimmte äußere Einwirkungen „krank machen“. Diese Personen erkranken dann auch tatsächlich, beziehungsweise es können die entsprechenden Symptome bei ihnen beobachtet und auch gemessen werden. Einem anderen gängigen Erklärungsmodell zufolge handelt es sich dabei um eine negative selbsterfüllende Prophezeiung (self-fulfilling prophecy). Zu beachten ist, dass auch ein nachgewiesener Nocebo-Effekt nicht ausschließt, dass Dinge, durch die er ausgelöst wird, nicht zusätzlich per se schädigend sein können: Medikamente können beispielsweise neben den nur aufgrund einer Erwartung eingetretenen scheinbaren Nebenwirkungen auch tatsächliche, auf den Stoff zurückzuführende Nebenwirkungen haben. In der Praxis kann sonst der, ebenso wie der Placeboeffekt, ubiquitär auftretende Nocebo-Effekt leicht dazu führen, tatsächlich Schädliches als Einbildung abzutun – dies kann sich gleichermaßen auf die hier aufgeführten Auseinandersetzungen um Atomkraftwerke, Elektrosmog, allopathische, homöopathische oder naturheilkundliche Medikamente beziehen. BLINDSTUDIE
Eine Blindstudie ist eine Form des Experiments, bei der die Versuchspersonen nicht wissen, ob sie der Experimental- oder der Kontrollgruppe angehören. Dadurch wird der Einfluss von Erwartungen und Verhaltensweisen, die durch diese Information ausgelöst würden, eliminiert. Blindstudien sind in der medizinischen und psychologischen Forschung besonders weit verbreitet
BASKERVILLE EFFEKT
Amerikanische Forscher um David P. Phillips von der University of California, San Diego (Kalifornien/USA) berichteten dort, dass Amerikaner chinesischer und japanischer Abstammung besonders häufig am 4. Tag eines Monats einem Herztod erliegen. Die Vier gilt, ähnlich der 13 in unserem Kulturkreis, in China, Korea und Japan als Unglückszahl, der Vierte somit in gewisser Hinsicht als Unglückstag. Auf Mandarin, Kantonesisch, Koreanisch und Japanisch werden die Worte »Tod« und »vier« nahezu identisch ausgesprochen. Bei Amerikanern anderer Herkunft zeigt sich dieser Effekt (Baskerville-Effekt) nicht, d. h. es ist bei ihnen keine derartige signifikante Häufung an einem bestimmten Tag des Monats festzustellen. Dieser erstaunliche Befund gründet sich auf umfangreiche Sterbedaten der vergangenen 25 Jahre. WERTVORSTELLUNGEN Werte können persönliche Werte (z. B. Taktgefühl, Vertrauenswürdigkeit, also was man an jemandem schätzt), materielle Werte (z. B. Geld, Macht, Eigentum), geistige Werte (Weisheit), religiöse Werte (Glaubensfestigkeit) oder sittliche Werte (Treue) sein. Werden persönliche und/ oder innere Werte praktisch umgesetzt, äußern sie sich als Tugend. Es ist durchaus möglich, dass anderen die gleichen „Werte“ unwert, abscheulich, verfolgenswürdig oder verächtlich vorkommen.
SELSBT Informationsquellen für das Wissen über sich selbst findet der Mensch 1. in der Beobachtung des eigenen Verhaltens (sog. reflexive Prädikatenzuweisung) 2. der Bewertung des eigenes Verhaltens (sog. ideationale Prädikatenzuweisung) 3. in Äußerungen von Mitmenschen (sog. direkte Prädikatenzuweisung) 4. in der Deutung der Reaktionen von Mitmenschen (sog. indirekte Prädikatenzuweisung) 5. im Vergleich mit Mitmenschen (sog. komparative Prädikatenzuweisung) Die Aufmerksamkeit auf das eigene Selbst zu richten wird normalerweise vermieden, da der Vergleich des realen Selbst mit einem idealen Selbst unweigerlich zum unangenehmen Gefühl der kognitiven Dissonanz führt. Dennoch trägt die Selbstaufmerksamkeit zu der Empfindung einer konstanten Identität bei.
Häufige oder besonders intensive, also prägende, Erfahrungen formieren sich zu Schemata, die beeinflussen, was wir wahrnehmen, wie wir darüber denken und woran wir uns erinnern. Das gilt auch für Selbst-Schemata. So werden Adjektive, die mit dem Selbstkonzept übereinstimmen, besser erinnert und schneller verarbeitet als widersprechende Adjektive (der sogenannte Self-Reference-Effekt).
Selbstwertgefühl ist die subjektive Bewertung und Wahrnehmung der eigenen Person. Heute nimmt man eine hierarchische Gliederung an: Zum einen existiert ein generelles, übergeordnetes Selbstwertgefühl, zum anderen eine Reihe bereichspezifischer, untergeordneter und voneinander unabhängiger Selbstwerteinschätzungen. GRUPPENZWANG Gruppenzwang (auch Gruppen- oder Konformitätsdruck, engl. unter anderem Peer pressure) ist Auslöser für eine Veränderung des Verhaltens oder der Einstellung von Personen innerhalb einer überstimmenden Gruppe. Häufig zeigt die Person betreffende Verhaltensweisen nur innerhalb der Gruppe. Personen verhalten sich konform mit Gruppen, da sie bei anderen einen erwünschten Eindruck hinterlassen wollen. Viele Menschen fühlen sich unwohl oder unsicher, wenn sie andere Meinungen als die der Gruppenmehrheit vertreten. Sie meinen, damit bei anderen Gruppenmitgliedern Antipathie und Abneigung hervorzurufen. Der normative Einfluss bedeutet also, dass Personen sich konform verhalten, um von anderen Menschen als sympathisch beurteilt zu werden. Auch die Gesellschaft kann man als Gruppe sehen, die versucht, Abweichler zu integrieren, um sich „nützliche“ Mitglieder zu formen
Die Konformität kommt also dadurch zustande, dass man eine persönliche Unsicherheit beseitigen möchte, indem man sich auf die Meinung der Mehrheit verlässt und diese unter Umständen auch annimmt. Je schwieriger (oder unklarer) eine Situation ist, desto stärker ist auch die gezeigte Konformität.
Wenn man ein hohes Bedürfnis nach Bestätigung und Gewissheit, sowie ein geringes Selbstwertgefühl hat, erhöht sich der Konformitätsdruck ebenfalls. Ein starkes Solidaritätsgefühl, die Zugehörigkeit zu einer Randgruppe, eine Rangordnung und hohe Meinungsübereinstimmung innerhalb einer Gruppe erhöhen den Konformitätsdruck. GRUPPENDYNAMIK Jede Gruppe entwickelt sich in Phasen, deren Abfolge immer ähnlich verläuft 1. Dependenz - Flucht Hier geht es um die Abwehr von Angst. Äußerlich scheint die Gruppe nach einem gemeinsamen Ziel zu suchen, man ordnet sich bereitwillig der Autorität der Trainer unter und versucht deren Erwartungen zu erfüllen. Erfahrene Teilnehmer beanspruchen Führungsaufgaben, werden aber von anderen immer wieder sabotiert.
2. Konterdependenz - Kampf Hier geht es um die Macht. Die Macht der Trainer wird infrage gestellt, viel Diskussion über die Struktur, die Gruppe spaltet sich oft in zwei Teile, die einen versuchen Ordnung in das Chaos zu bringen, die anderen widersetzen sich.
3. Lösung Inhalte und Themen werden zunehmend beachtet, Beziehungen werden geklärt und Erkenntnisse gewonnen, zwischen den Subgruppen bilden sich Kooperationen, die Gruppe einigt sich auf ein Ziel, Regeln werden aufgestellt.
4. Harmonie - Flucht Die Gruppe flüchtet in Harmonie und Solidarität, die Gruppengeschichte wird idealisiert, intensive Arbeit aller am gemeinsam gewählten Programm, Einigkeit über Rollen und Aufgaben, Abgrenzung nach außen.
5. Entzauberung - Kampf Konflikt zwischen persönlichen Wünschen und Gruppendruck, Infragestellung der Ziele und Regeln, Misstrauen untereinander, Spaltung in zwei Subgruppen, Machtkampf, viele Störungen.
6. Konsensbildung Gruppe wird arbeitsfähig, Rollen werden geklärt, Normen und Regeln werden flexibel und konstruktiv eingesetzt, Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und umgesetzt, Gruppenkultur bildet sich, Kontakt und Zusammenarbeit mit anderen Gruppen.
GESELLSCHAFTLICHE KLASSEN
Einerseits die Bourgeoisie bzw. die Klasse der Kapitalisten, welche die zur Produktion notwendigen Produktionsmittel (Boden, Fabriken, Maschinen etc.) besitzen, und die heute im Allgemeinen Arbeitgeber genannt werden. Andererseits das Proletariat, d. h. die Klasse der Arbeiter(Angestellten), die keine eigenen Produktionsmittel besitzen und deshalb gezwungen sind, Lohnarbeit zu verrichten, um ihre Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Dieser Lohn sei in etwa so bemessen, dass der Proletarier seine Arbeitskraft „reproduzieren“ kann (Essen, Wohnen, Erholung), jedoch anderseits nicht selbst Produktionsmittel kaufen kann, wodurch er von der Lohnarbeit abhängig bleibe. Zwangsarbeit Eine dritte Klasse ist das Kleinbürgertum, d. h. die Klassen der Kleinunternehmer und Selbstständigen. Diese Klasse jedoch werde vom Großbürgertum zunehmend verdrängt und letztlich ins Proletariat hinabgedrängt Außerdem existiere ein Sub- oder Lumpenproletariat aus Obdachlosen, Bettlern und Tagelöhnern. MEHRWERT
Die Anhäufung (Akkumulation) des gesellschaftlichen Reichtums erfolge im Kapitalismus also stets nur über die Ausbeutung fremder Arbeitskraft als Lohnarbeit. Der Kapitalist zahle dem Arbeiter nur einen Teil des von ihm im Produktionsprozess geschaffenen tatsächlichen Wertes als Lohn aus – das reale Mehrprodukt der gesellschaftlich verrichteten Arbeit komme aber nicht der Gesellschaft insgesamt zugute, sondern werde privat als Mehrwert angeeignet.
Die Profitrate sinkt aufgrund der Konkurrenz der Kapitalisten untereinander, die sich stets unterbieten müssen, um auf dem Markt bestehen zu können. Um diese durch stetig sinkende Einnahmen entstehenden Kosten auszugleichen, müsse der Kapitalist auf der anderen Seite Ausgaben einsparen – vornehmlich durch Senkung der Produktionskosten, d. h. durch Lohnsenkungen der Arbeiter oder durch Verlängerung der Arbeitszeit sowie Steigerung der Arbeitsproduktivität.
Im Kapitalismus sei die Arbeit auf grundlegende Weise entfremdet und pervertiert. Die Arbeit im Kapitalismus werde nicht im Interesse der Schaffung von Gebrauchswerten verrichtet, und noch weniger zur Verwirklichung kreativer Schöpferkraft, sondern lediglich zur Erzielung von Tauschwerten. Der Arbeiter könne über seine Arbeitskraft nicht frei verfügen, sondern müsse sie nach den Vorgaben des Kapitalisten einsetzen, für den er arbeitet. Die Güter, die er so produziert, erlebe der Arbeiter nicht mehr als seine eigenen, sondern als fremde; er könne sich in den Ergebnissen seiner eigenen Tätigkeit nicht wiedererkennen. Die Arbeit gehört nicht zu dem Wesen des Arbeiters, da er seine Arbeit nicht bejaht, sondern verneint, sich nicht wohl, sondern unglücklich fühlt, keine freie physische und geistige Energie entwickelt, sondern seine Physis abkasteit und seinen Geist ruiniert. Der Arbeiter fühlt sich daher erst außer der Arbeit bei sich und in der Arbeit außer sich. Zu Hause ist er, wenn er nicht arbeitet, und wenn er arbeitet, ist er nicht zu Haus. Die Arbeit ist daher nicht die Befriedigung eines Bedürfnisses, sondern sie ist nur ein Mittel, um Bedürfnisse außer ihr zu befriedigen.
FETISCHWARE
Je weniger die Menschen sich in den Produkten ihrer Arbeit wiedererkennen und sie als von ihnen selbst gemachte Produkte begreifen können, desto selbständiger erscheinen ihnen diese Produkte selbst. Insbesondere in der Form des Geldes und des Kapitals – beide nichts weiter als akkumulierte, angehäufte Waren in abstrakter Form – erscheinen die Produkte der menschlichen Arbeit als verselbständigte, „automatische Subjekte“. Die Verwandlung von Geld in mehr Geld, auf dessen Prinzip der Kapitalismus beruhe, erscheine als selbständige Bewegung des Geldes (etwa in der Form des scheinbar selbsttätigen Zinses), nicht als Resultat menschlicher Arbeit. Dadurch werden, so Marx, die dinglichen Objekte zu Subjekten, und umgekehrt die menschlichen Subjekte zu ohnmächtigen Objekten. Die Warenproduzenten werden von ihren Produkten beherrscht.
So werden die Produkte zu Fetischen, zu scheinbar magischen Gegenständen. Gleichwohl sei eben dieser Anschein bloßer Schein. Auch wenn die Arbeit nicht mehr wahrgenommen wird, bleibe sie die eigentlich wertschöpfende Instanz und die Ursache aller Bewegung.
ROSENTHAL EFFEKT
Der Rosenthal-Effekt: Hat ein Lehrer bereits eine (vorweggenommene) Einschätzung der Schüler (etwa dumm, klug usw.), so wird sich diese Ansicht im späteren Verlauf auch bestätigen. Der Lehrer wird ein Mittelschichtskind meistens für einen besseren Schüler halten als ein Kind der Unterschicht oder Arbeiterklasse. Bernstein verglich Sprachstichproben von Personen aus der Mittelschicht und der Arbeiterklasse. Auch bei Konstanthaltung der Intelligenz zeigten sich Unterschiede in Satzlänge, Wortlänge und Pausenlänge. Die Sätze von Arbeitern waren kürzer, sie benutzten kürzere Wörter und ließen kürzere Pausen zwischen zwei Wörtern (vermutlich, weil der kleinere Wortschatz weniger Auswahlmöglichkeiten bietet und somit die Wortwahl beschleunigt) Arbeiter reden weniger über Raum, Zeit und kausale Kontingenz – das beinhaltet Diskussionen über mögliche Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge von Geschehnissen in der Lebenswelt der Arbeiter. Die Sprache der Arbeiter ist sozio-zentriert, das heißt, dass sie über die Dinge reden, die für soziale Gruppen, denen sie angehören, relevant sind. Akademiker dagegen reden eher über abstrakte Dinge ohne persönlichen Bezug. Auffällig ist, dass diese Unterschiede im frühen Kindesalter noch nicht so ausgeprägt sind. Sie werden jedoch im Verlauf der Entwicklung immer ausgeprägter, und am ausgeprägtesten sind sie im Erwachsenenalter. Im Alter von 24 Monaten zeigen sich bereits Unterschiede zu Gunsten der Kinder aus den Mittelschichten. Bei diesen kann nun ein größerer Wortschatz gemessen werden. Mit drei Jahren ist der Wortschatz von Mittelschichtskindern schon dreimal so groß, wie der von Kindern aus der Unterschicht. Oerter geht in seinem Buch Moderne Entwicklungspsychologie von der Annahme aus, dass Kinder aus der Unterschicht in ihrem Lernverhalten stärker auf Lob und Anerkennung reagierten als Kinder aus der Mittelschicht. Kinder der Mittelschicht hingegen hätten eine intrinsische Motivation und Freude an der Aufgabe selbst, weniger an der Anerkennung, so Oerter. Zudem käme es darauf an, wie ein Kind gelobt werde. Zigler und Kanzler berichten, dass Kinder aus der Arbeiterklasse eher auf personenbezogenes Lob, Akademikerkinder aber eher auf leistungsbezogenes Lob reagierten. Als personenbezogenes Lob gelten z.B. „gut!“ (in der Originaluntersuchung: „good!“) und „ausgezeichnet!“ (Originaluntersuchung: „fine!“). Als leistungsbezogenes Lob gelten „richtig!“ („right!“) und „korrekt!“ („correct!“) In Deutschland zeigen verschiedene Studien zur Bildungforschung, darunter ein Bericht des Bundesbildungsministeriums, dass Jungen bei gleichem Wissensstand und gleichen Leistungen häufig schlechtere Noten als Mädchen erhalten. Nach Ansicht des Institutes für Schulentwicklungsforschung kann diese Benachteiligung auf „ein stärkeres Wohlverhalten oder eine größere Angepasstheit“ der Mädchen zurückzuführen sein. Untersuchungen zufolge „beträgt der Mädchenbonus für angepassteres Verhalten, aktivere Mitarbeit und ,selbstgesteuertes Lernen' bei gleichen Leistungen durchschnittlich eine Note“.
SYMBLOSCHES KAPITAL
Symbolisches Kapital ist ein von Pierre Bourdieu geprägter soziologischer Begriff. Als Zeichen gesellschaftlicher Anerkennung und sozialer Macht bzw. sozialer Gewalt verleiht das symbolische Kapital Prestige, Reputation, Ehrenzeichen, Privilegien und Positionen. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Verfügung über die anderen Kapitalsorten, den Akteuren und den verschiedenen Klassen vermittels einer bestimmten distinktiven Sprache und anderer körperlicher Ausdrucksformen wie Kleidung, Stil und Verhalten. Symbolisches Kapital kann nur dort erfolgreich eingesetzt werden, wo es von den Kontrahenten auf dem Hintergrund eines gemeinsamen kulturellen Musters als überlegen erkannt und anerkannt wird. Als Beispiel symbolischen Kapitals, welches als symbolische Gewalt genutzt wird, kann laut Bourdieu die männliche Herrschaft dienen. Im weiblichen Habitus seien Dispositionen zur Unterwerfung verankert. Im männlichen Habitus seien hingegen Dispositionen zum Herrschen verankert. Auf beiden Seiten sei dies jedoch unbewusst. Den symbolisch generierten Zuschreibungen unterstellt Bourdieu eine nur scheinbare Naturhaftigkeit. Die Einteilung in Geschlechter scheint dann naturgegeben zu sein. Diese „sanfte“ Form von Gewalt im Gegensatz zu „nackter Gewalt“ ist eine Art der Ausübung von Herrschaft und Ausbeutung. Jene symbolische Herrschaft ist leichter durchzusetzen, da sie weniger auf Missbilligung stößt. Ebenso wie die Akkumulation von symbolischem Kapital nur durch eine Arbeit der Verschleierung legitimiert wird, beruht die symbolische Herrschaft, welche als legitim anerkannt ist, auf Verschleierung. Einige Ergebnisse von Bourdieus empirischen Arbeiten: Er zeigte, dass in Frankreich trotz der formalen Wahlfreiheit in Fragen des ästhetischen Geschmacks künstlerische Präferenzen – wie zum Beispiel klassische Musik, Rock und Chanson – stark mit der („kulturellen“) Klassenzugehörigkeit korrelieren. Er wies – alltägliche Beobachtungen einbringend – nach, dass Feinheiten der Sprache wie Akzent, Grammatik, Aussprache und Stil einen wesentlichen Faktor in der sozialen Mobilität darstellen, beispielsweise beim Erreichen eines besser bezahlten und höherbewerteten Berufs. Die von Bildungspolitik und Arbeitslosigkeit ausgelöste Bildungsdynamik bezeichnete er als „Inflation der Bildungsabschlüsse“ oder „Bildungsexpansion“. Die Schulabschlüsse verlieren dadurch an Wert, und auch die Absolventen aus niedrigeren Schichten haben schlechte Möglichkeiten, ihr durch Schulbildung erworbenes kulturelles Kapital angemessen umzusetzen (vgl. Bildungsparadox). Durch die zunehmende neoliberale Globalisierung sind nach Bourdieu atypische Arbeitsverhältnisse zur Regel geworden. Diese Prekarisierung trifft nicht nur marginalisierte Gesellschaftsgruppen, sondern zunehmend auch solche mit noch gesichertem Einkommen. Das organisierte Gegeneinander der Lohnabhängigen ist Bestandteil der neoliberalen Hegemonie. Die „strukturelle Gewalt“ der Konkurrenz soll aufgegeben werden zu Gunsten eines Erkennens der gemeinsamen Interessen. Der Ausdruck Bildungsparadox oder Qualifizierungsparadox bezeichnet den Effekt, dass durch eine Erhöhung des Bildungsniveaus einer Gesellschaft die damit angestrebte Erhöhung der Berufschancen nicht erreicht wird. Traditionelle Privilegien bessergestellter Familien bleiben erhalten und werden dadurch sogar verstärkt.
ADAM SMITH
Arbeitsteilung entwickelte sich aufgrund der angeborenen Neigung des Menschen zum Tausch: Wie das Verhandeln, Tauschen und Kaufen das Mittel ist, uns gegenseitig mit fast allen nützlichen Diensten, die wir brauchen, zu versorgen, so gibt die Neigung zum Tausch letztlich auch den Anstoß zur Arbeitsteilung. Nur der Mensch hat nach Adam Smiths Beobachtung die natürliche Neigung zum Tausch: Jene Eigenschaft ist allen Menschen gemeinsam, und man findet sie nirgends in der Tierwelt, …. Niemand hat je erlebt, dass ein Hund mit einem anderen einen Knochen redlich und mit Bedacht gegen einen anderen Knochen ausgetauscht hätte… Unter dem Marktpreis versteht Smith den tatsächlichen Preis, zu dem eine Ware gewöhnlich verkauft wird, …. Er kann entweder höher oder niedriger als der natürliche Preis oder ihm genau gleich sein. Ein überhöhter Marktpreis vergrößert das Angebot, wodurch der Marktpreis sinkt. Ein zu niedriger Marktpreis vermindert das Angebot, wodurch der Marktpreis steigt. Aus diesem Grund ist der natürliche Preis gleichsam der zentrale, auf den die Preise aller Güter ständig hinstreben. Dieser Mechanismus wird üblicherweise mit der unsichtbaren Hand des Marktes umschrieben. Den freien Wettbewerb behindernde Monopole und Kartelle hielt Smith für besonders schädlich. Berühmt ist die Stelle im Wohlstand der Nationen. Geschäftsleute des gleichen Gewerbes kommen selten, selbst zu Festen und zu Zerstreuungen, zusammen, ohne dass das Gespräch in einer Verschwörung gegen die Öffentlichkeit endet oder irgendein Plan ausgeheckt wird, wie man die Preise erhöhen kann. Solche Zusammenkünfte kann man aber unmöglich durch ein Gesetz unterbinden.
Smith war gegen ein generelles Zinsverbot. Wie die Erfahrung lehrt, hat das Zinsverbot das Übel des Wuchers noch vergrößert, anstatt es zu verhindern. Er war der Ansicht, dass ein Höchstzins verhindert, dass das Kapital eines Landes jenen soliden Geschäftsleuten entzogen wird, die es höchstwahrscheinlich mit Gewinn und Vorteil verwenden.
JEAN-BAPTISTE SAY
Say: „Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage selbst.“ Keynes: „Die Nachfrage schafft sich sein eigenes Angebot.“ Say schrieb 1803 in seinem Werk Traité d'economie politique: Wenn der Produzent die Arbeit an seinem Produkt beendet hat, ist er höchst bestrebt es sofort zu verkaufen, damit der Produktwert nicht sinkt. Nicht weniger bestrebt ist er, das daraus eingesetzte Geld zu verwenden, denn dessen Wert sinkt möglicherweise ebenfalls. Da die einzige Einsatzmöglichkeit für das Geld der Kauf anderer Produkte ist, öffnen die Umstände der Erschaffung eines Produktes einen Weg für andere Produkte.
KONSUMFAKTOREN Keynes nennt für den Konsum der Haushalte eine ganze Reihe weiterer Einflussfaktoren. Da diese aber unter „normalen Umständen“ („normal terms“) wenig variabel sind oder sich im Durchschnitt der Haushalte weitgehend ausgleichen, vernachlässigt er für seine weitere Theorie diese Faktoren. Er zählt folgende Faktoren auf: die Spanne zwischen Brutto- und Nettoeinkommen die Änderung von Vermögenswerten die Änderung der Zeitpräferenz der Zinssatz (allerdings in Höhe und Richtung kaum a priori bestimmbar) die Einkommensverteilung die Erwartung über zukünftige Einkommensentwicklung. Weitere denkbare Faktoren, die er nicht betrachtet, sind: höhere Ausgaben oder geringere Einnahmen in der Zukunft (etwa Bildung, Rente) mit dem Wunsch nach gleichmäßigem Konsum („Foresight“) niedrigere Zeitpräferenz als der Realzins: Wunsch nach Zinseinkünften („Calculation“) Wunsch nach kontinuierlich ansteigendem Konsum („Improvement“) Unabhängigkeit („Independence“) Eigenkapital für Start-Ups oder Spekulation („Enterprise“) Vermögen vererben („Pride“) Geiz: der negative Nutzen beim Konsum als solchem („Avarice“).
NACHFRAGE NACH LIQUIDEN MITTELN (KASSENHALTUNG)
Eine wichtige Neuerung stellt auch Keynes Analyse der Kassenhaltung dar. Mit ihr versuchte Keynes zu erklären, weshalb die Wirtschaftsteilnehmer einen Teil ihres Geldvermögens in Formen halten, die keinen Zins bringen (Bargeld, Sichteinlagen). Für diese Liquiditätspräferenz („liquidity preference“) nennt Keynes vier Beweggründe („motives“): 1. Einkommensmotiv („income motive“) für die Überbrückung der Zeit zwischen Einnahme und Ausgabe des Einkommens 2. Geschäftsmotiv („business motive“) für die Überbrückung der Zeit zwischen Einkauf und Verkauf einer Ware 3. Vorsorge- oder Vorsichtsmotiv („precautionary motive“): Vorsorge für unvorhersehbare Ausgaben 4. Spekulationsmotiv („speculative motive“) aus der Erwartung günstigerer künftiger Gelegenheiten zur Anlage des Geldes.
ROHSTOFFE - JIM ROGERS
Nachdem ich die Grundregel des Investierens gelernt hatte – kaufe Wertvolles billig ein -, begann ich die Märkte und zwar alle Märkte, nach unterbewerteten Assets abzusuchen.
Als ich 1982 öffentlich sagte, die Aktienbaisse sei vorbei und es sei wahrscheinlich wieder an der Zeit in Aktien zu investieren, hielt man mich für verrückt. Das war ein gutes Zeichen. Mir war damals schon klar geworden, dass ich das meiste Geld verdient hatte, indem ich dort investierte, wo es sonst niemand tat und der Aktienmarkt wurde damals viel zu pessimistisch beurteilt.
Während der Börsenhysterie der späten 20er Jahre ließ sich Bernard Baruch eines Tages die Schuhe putzen und der Schuhputzer begann ihm Aktientipps zu geben. Als seine Schuhe wieder glänzten, ging Baruch zurück in sein Büro – und verkaufte alle seine Aktien.
Schließlich war ich alt genug, um zu wissen, dass man immer von der Herde kritisiert wird, wenn man sich von ihr entfernt. Man wird sogar beschimpft und als „Verrückter“ bezeichnet. Aber für einen Investor ist das eine positive Sache. Wenn ich mich von der Herde entfernt hatte, habe ich fast immer eine Menge Geld verdient. Wenn man neue Wege finden will, dann muss man den alten Weg verlassen.
Ohne Futures Märkte, wo die Rohstoffpreise ermittelt und reguliert werden, wären Dinge rar und oft auch zu teuer, die wir alle zum Leben brauchen.
Mais ist Mais, Blei ist Blei und sogar Gold ist nur eine Ware, deren Preis davon abhängt, wie viel von dem Zeug verfügbar ist und wie viele Leute es unbedingt haben wollen. Wenn Angebot und Vorräte reichlich sind, werden die Preise niedrig sein; aber wenn man zulässt, dass die Vorräte zur Neige gehen und die Nachfrage steigt, dann werden die Preise ebenso unvermeidlich steigen.
Sicherheit ist für jeden vernünftigen und verantwortungsbewussten Investor ein Fremdwort. Nur politische Ideologen und andere Verrückte glauben, sie seien im Besitz der Wahrheit.
1956 hatte der oberste Gerichtshof die Regierung dazu ermächtigt, den Erdgaspreis zu regulieren. Washington hielt den Preis derart niedrig, dass es für die Produzenten in Oklahoma wirtschaftlich sinnvoller war, das Gas abzufackeln, als es zu fördern, während sie Öl pumpten. Und natürlich gab es keine Anreize, neue Öl- und Gasvorkommen zu suchen, denn Energie war in den 50er und 60er Jahren reichlich vorhanden (und folglich billig). Die Explorer gingen Pleite und die Suche nach neuen Vorkommen kam zum Stillstand. Gleiches galt für die meisten anderen Rohstoffe – hohes Angebot niedrige Preise. Aber wenn die Vorräte bestimmter Rohstoffe auch noch so groß sind – falls sie nicht regelmäßig ergänzt werden, sind sie irgendwann erschöpft und die Preissteigerungen sind die Folge. Dann verschwanden alle diese riesigen Öl und Gasvorräte – und Ersatz gab es nicht, weil in dieser Branche seit Jahren niemand mehr Geld verdient hatte.
Erfahrene Trader rechnen mit Rückschlägen und wenn die Preise sinken kaufen sie noch mehr. Erfahrene Rohstoff - Trader wissen, dass sie sehr oft falsch liegen werden.
Hedging ist eine defensive Maßnahme.
Such dir eine Preisbewegung aus und hoffe, dass sie eintreten wird. Bei jedem Rohstoff dauert es seine Zeit, bis er entdeckt, angebaut, produziert oder verschifft ist. Die Exploration und Produktion energetischer Rohstoff kann Jahrzehnte dauern. 1969 wurden in der Nordsee Ölvorkommen entdeckt, aber dieses Öl kam erst 1977 auf den Markt. Sogar ein 1.000 Kilo Stier braucht von der Empfängnis bis zur Schlachtreife zwei Jahre; ein Kaffeestrauch braucht 3-5 Jahre, ehe er Früchte trägt. Deshalb dauern Haussephasen an den Rohstoffmärkten so lange.
Fragen zum Angebot von Rohstoffen:
Wie viele Tonnen an Reserven gibt es? Findet die Produktion in Gegenden statt, wo es Unruhe geben könnte? Wie hoch sind die aktuellen Lagerbestände? Wie viele Minen gibt es? Wie hoch ist das potentielle Angebot in den nächsten 10 Jahren?
Expandieren die alten Minen? Wann? Wie viel wird das kosten? Wie viel (Kupfer) wird die Produktionsausweitung bringen? Wie lange wird es dauern, bis das zusätzliche Angebot auf den Markt kommt?
Wie hoch ist dieses potentielle Angebot? Wie teuer sind Erschließung und Produktion? Wann werden diese neuen Angebotsquellen verfügbar sein? Wann wird das neue Angebot auf den Markt kommen?
Fragen zur Nachfrage von Rohstoffen:
Was ist der wichtigste Verwendungszweck dieses Rohstoffes? Welche der aktuellen Verwendungen wird weiter bestehen? Welche Alternativen gibt es, um den Rohstoff zu substituieren, falls der Preis stark steigt? Welche neuen Anwendungen könnten durch den technologischen Fortschritt entstehen?
Das römische Reich erlebte seinen Niedergang und Zerfall, wie es allen Reichen geht, höchstwahrscheinlich, weil es ein zu großes und zu weit entferntes Territorium mit zu vielen Truppen besetzt hatte. Das ist eine schwieriges und extrem teures Unterfangen und eine Geschichtslektion, die die USA, heute in mehr als 100 Ländern mit Truppen vertreten, nicht unbeachtet lassen sollten.
Wenn Ihnen jemand sagt, dass er nie etwas von ihrem Geld verlieren wird, dann sollten Sie auf dem Absatz kehrtmachen. Es ist unmöglich, auf jedem Markt immer zu gewinnen. Ein Käufer muss sich stets in Acht nehmen!
Kaum jemand bemerkt den Anfang einer Hausse. Wenn die Preise aber weiter steigen, riechen erfahrene Investoren den braten und im Lauf der Zeit werden immer mehr Marktteilnehmer optimistisch, weil die Preise trotz Konsolidierungen weiter anziehen. Jeder verdient Geld, das bleibt den nicht investierten nicht verborgen, auch sie werden nun angezogen. Schon bald geben ehemals vernünftige Leute ihre Jobs auf um Day Trader werden…
Effizienz: Mit dem kleinsten Aufwand den größten Nutzen erreichen.
Trading Komponenten
Bei der Gründung einer Firma sollte es selbstverständlich sein, dass ein Geschäftsplan aufgestellt wird. Dieser enthält unter anderem einen Überblick, in welchen Geschäftsfeld die Firma tätig sein wird, somit sie handeln beziehungsweise was sie produzieren wird, über welches Kapital und welche Ausstattung sie verfügt und wie die Zielsetzung für die kommenden Jahre definiert ist. Ein Großteil der Firmen, die ohne einen ausgearbeiteten Geschäftsplan und nur mit einem vagen Konzept starten, ist nach kurzer Zeit wieder vom Markt verschwunden oder kommt gar nicht über die Startphase hinaus.
Das Sprichwort: „Ohne Plan plant man den Misserfolg.“ trifft auch auf das Trading zu. Ein Geschäftsplan ist daher nicht nur bei der Gründung eines Unternehmens, sondern auch beim Trading von außerordentlicher Wichtigkeit. Die größte Gemeinsamkeit unter den profitablen Tradern besteht in ihrer Herangehensweise an die Handelsthematik. Sie betrachten Trading entweder bewusst oder unbewusst als ein Geschäft und nicht als Hobby oder als Mittel zur Belustigung. Natürlich kann Trading Spaß machen. Wenn dieser Faktor aber im Vordergrund steht, sollte man lieber ins Spielcasino gehen. Das Gleiche gilt Hobbys: Im Regelfall sind sie ein kostspieliger Zeitvertreib, eher selten lässt sich mit ihnen Geld verdienen. Trader, die Trading als ein hartes Geschäft sehen und die Notwendigkeit eines Trading Plans erkannt haben, haben meist auch erkannt, dass Trading keine „get rich quick“ Methode ist. Die Bereitschaft zu harter Arbeit und der Wille zum Erfolg und die Überzeugung, wirklich traden zu wollen, müssen vorhanden sein, sonst wird man nach einiger Zeit Schiffbruch erleiden. Trading ist ein Business mit harter Konkurrenz und nur die engagiertesten Trader werden langfristig Geld verdienen.
Der Trading Plan stellt eine Art Leitfaden dar. Er hilft vor allem, definierte Ziele und die geplante Vorgehensweise nicht aus den Augen zu verlieren. Viele Einsteiger konzentrieren sich zu sehr auf belangslose Dinge und vernachlässigen die wirklich wichtigen Punkte. Ein Trading Plan verhindert, dass man sich verzettelt und vermittelt Disziplin bei der Durchführung. Viele Menschen tendieren dazu, sich eher an niedergeschriebene Regeln zu halten als an Regeln, die sie sich mental auferlegt haben. Weiterhin hilft ein Trading Plan die eigenen Stärken und Schwächen zu identifizieren.
In einem Trading Plan sollten alle Elemente aufgelistet werden, die im direkten oder auch nur indirekten Zusammenhang mit dem Handel stehen. Folgende Punkte sollte jeder Trading Plan abdecken:
Was wird gehandelt? Basiswerte Wann wird gehandelt? Uhrzeit / Datum / Wochentag Wo wird gehandelt? Börsenplatz Wie wird gehandelt? Long / Short, Limit / Market Wie viel wird gehandelt? Stückzahl / Gesamtvolumen Warum wird gehandelt? Einstieg / Ausstieg – Setup Wie lange wird gehandelt? Anlagezeitraum
Der Trading Plan sollte so aufgeführt werden, dass auch ein Dritter nach den niedergeschriebenen Regeln handeln und die Handelsmethodik umsetzen könnte. Die aussichtsreichste Methode ist nutzlos, wenn nicht die Disziplin aufgebracht wird, die aufgestellten Regeln einzuhalten. Eine hilfreiche Stütze ist das Niederschreiben eines Trading Plans.
ÜBER DIE ZIELSETZUNG
Viele Einsteiger beginnen das Trading mit der Erwartung oder der Hoffnung vom ersten Trade an Geld zu verdienen. Häufig sind die Gewinnziele von über 100 % pro Jahr geplant. Diese Zahlen werden von den meisten Profis selbst nach jahrelangem Handel nicht erzielt.
Da man als Neuling im Normalfall über keinerlei Erfahrung verfügt sind die Erwartungen meist deutlich zu hoch gesteckt. Der Eindruck des „einfach Geldes“ wird unter anderen durch die Werbung der Trading Industrie geschaffen, Broker, Datenversorger und andere Anbieter stellen Trading in ihren Anzeigen häufig als Methode dar, mit der ohne großen Aufwand und relativ einfach viel Geld verdient werden kann. Gewinnen scheint für viele Neulinge daher selbstverständlich und unkompliziert, schließlich gibt es nur zwei Möglichkeiten: entweder der Markt steigt, oder er fällt.
Nahezu alle Berufe setzen eine Ausbildung oder ein Studium voraus. Trading stellt – entgegen der Annahmen der zumeist unbedarften Einsteiger – keine Ausnahme dar. Auch wenn zum Trading weder ein Abschluss noch eine Ausbildung nötig ist und bereits ein PC nebst einem Konto ausreichen, benötig ein erfolgreicher Trader dennoch eines: Wissen. Als Einsteiger zahlt man daher in der Regel einmal Lehrgeld in Form von Verlusten. Auch beim Trading gilt es, in seine Ausbildung zu investieren, um sich das nötige Wissen anzueignen und Erfahrungen durch das Traden zu erlangen. Einsteiger sollten sich eines klar machen: Trading ist Minus – Summen – Spiel. Jeden Euro, den ein Trader gewinnt, muss ein anderer verlieren. Die Verluste sind in Wahrheit sogar leicht höher als die Gewinne, da dem Kreislauf ständig Geld durch die Gewinner entzogen wird, die hiermit beispielsweise ihren Lebensunterhalt finanzieren. Den Kreislauf muss also ständig Geld hinzufügt werden. Dies geschieht unter anderem auch durch den Eintritt von Einsteigern.
Die meisten Menschen agieren erfolgreicher und zielgerichteter, wenn sie ein festes Ziel vor Augen haben. Die Ziele sollten dabei nicht nur größenordnungsmäßig umschrieben, sondern auch zeitlich eingegrenzt werden und eine Vorgehensweise enthalten, wie das Ziel erreicht werden soll. Die Ziele müssen durchaus nicht immer monetäre Art sein, sondern können beispielweise auch auf die Entwicklung eines Handelssystems abzielen.
Die Zielsetzung sollte allerdings realistisch bleiben, damit man nicht demotiviert und enttäuscht wird. Auch sollten die monetären Ziele nicht zu kurzfristig definiert werden, da über kurze Zeiträume der Zufall einen großen Einfluss auf das Ergebnis hat. Erst auf lange Sicht kann der Vorteil einer Strategie über den Zufall (im Fachjargon auch Edge genannt) auszahlen. Für die ersten Monate sollte man sich erst einmal vornehmen, das Trading Kapital zu erhalten, bevor man das Generieren von Gewinnen denkt. Effektivität: „Die richtigen Dinge tun.“ Effizienz: „Die Dinge richtig tun.“ Robustheit ist die Fähigkeit eines Systems, seine Funktion auch bei Schwankung der Umgebungsbedingungen aufrecht zu erhalten, ohne dass Anpassungen am System nötig sind. Meist ist es sinnvoll anzugeben, wogegen das System robust ist (z. B. gegen Änderung der Marktbedingungen oder gegen Fehlbedienung).
ÜBER DIE KONTROLLE
Überschreitet ein Proptrader (Trader, der für eine Firma mit Firmenkapital handelt) sein tägliches Verlustlimit, kann er seinen Arbeitstag vorzeitig beenden. Begeht er immer wieder den gleichen Fehler oder hält sich nicht an vorgegebene Regeln, wird er bald seinen Job verlieren.
Eine der angenehmsten Nebeneffekte beim privaten Handel stellt sich für viele Einsteiger als eines der größten Probleme dar: die fehlende Rechenschaft gegenüber Stakeholdern oder Vorgesetzten. Als privater Trader ist man niemanden Rechenschaft schuldig. Vor allem Einsteiger haben mit diesen Punkt oftmals Probleme: Aus diesem Grund ist es wichtig, dass man sich selbst kontrolliert. In einem regelmäßigen Intervall sollten die durchgeführten Trades durchgegangen und auf Fehler beziehungsweise Abweichungen vom Trading Plan untersucht werden.
Durch die Kontrolle wird man sich nicht nur besser an seine eigenen Regeln halten, sondern kann auch stetig seine Strategie verbessern und die Methodik auf Schwächen zu untersuchen. Dadurch trägt man der Tatsache Rechnung, dass sich der Markt ständig ändert und Strategien an die sich veränderten Marktverhältnisse angepasst werden müssen.
Geduld: Viele Trader handeln nicht nur um des Erfolges wegen, sonder auch wegen des Nervenkitzels. Wenn sie nicht spätestens eine Stunde nach Handelseröffnung einen Trade abgeschlossen haben, werden sie ungeduldig und nehmen Möglichkeiten war, die ein schlechtes Reward/Risk Ration aufweisen. Bietet sich keine Gelegenheit wird häufig auch völlig ohne Grundlage gehandelt. Solche Trader neigen zum Overtrading. also zum Traden um den Trades willens.
Andere Trader dagegen bringen zu viel von der Tugend Geduld mit. Sie sind zu zögerlich und warten auf den perfekten Trader. Aus Angst von Verluste sind sie nicht der Lage den „Trigger zu ziehen“.
Stellt man bei sich selbst eine der beschriebenen Verhaltensweisen feststellen, sollte man für sich eine Höchst/Mindestanzahl an Trades festlegen, die man je Handelstag durchführen will. Es wird jeweils (nur) so lange gehandelt, bis die gewünschte Anzahl an Trades getätigt wurde. So zwingt man sich selbst zur Selektion beziehungsweise zum Durchführen von Trades.
Umsetzung: Trader, die aktiv am Markt teilnehmen und täglich den Markt beobachten, sollten sich einen Tagesablauf erarbeiten und so an Routine gewinnen. Der tägliche Arbeitsplan sollte vom Hochfahren des PC über die anfängliche Analyse und die Nachbearbeitung am Abend alle wichtigen Schritte enthalten.
Zuverlässigkeit eines technischen Produkts oder Systems ist eine Eigenschaft, die angibt, wie verlässlich eine dem Produkt oder System zugewiesene Funktion in einem Zeitintervall erfüllt wird. Die Zuverlässigkeit eines Produkts kann entweder empirisch, durch die Ermittlung der Ausfallhäufigkeit, oder analytisch, aus der Ableitung der Zuverlässigkeitswerte der Teile des Produkts, ermittelt werden. Bei einfachen technischen Geräten wird in der Regel der empirische Ansatz gewählt. Bei komplexen industriellen Großanlagen kann der Zuverlässigkeitsnachweis hinsichtlich gefährlicher Zustände in aller Regel nur analytisch geführt werden
ÜBER DAS WESEN EINES TRENDS
Eine Lektion, die wir von den großen Tradern und Börsianern lernen können, ist die, dass der Misserfolg in den Finanzmärkten auf dem Mangel an Disziplin und Wissen beruht und das Trading ein Geschäft und eine Tätigkeit ist, die nicht so sehr auf einzelnen Entscheidungen beruht, sondern eher als Arbeitsprozess betrachtet werden sollte. Das auf Geschick aufbauende Trading stellt einen Arbeitsvorgang dar, der mit Aufgaben verbunden ist wie zum Beispiel der technischen Analyse und dem Geld- und Portfoliomanagement.
Besser ist es, sich mit dem jeweiligen Arbeitsvorgang auseinanderzusetzen, sodass jede Entscheidung nicht nur eine Entscheidung an sich ist, sondern als Teil eines größeren Planes angesehen wird, der eine bestimmte Zeit in Anspruch nimmt. Wir verwenden ganz bewusst den Begriff „Arbeit“, da man sich nach heutigem Verständnis des Finanzwesens nur auf die Einzelentscheidungen und die Verteilung des Vermögens konzentriert, während die fehlende Variable darin besteht, nicht zu hinterfragen, wie dieses Vermögen überhaupt zustande gekommen ist. Eine Folge davon ist die weit verbreitete Vorstellung, dass die Fluktuationen des Marktes eine Quelle des Vermögens darstellt und dass ein Vermögen gemacht oder vernichtet wird, wenn sich die Kurse bzw. Preise auf- und abbewegen. Das ist nicht der Fall.
Die Preise sind das Produkt und nicht die Ursache des Vermögens. Preise und Umsätze (Volumen) sind daher lediglich materialisiertes Vermögen, das durch den gesamten Arbeitsvorgang der Akteure in der Wirtschaft verursacht und geschaffen wird. Daher muss man sich anstrengen, arbeiten und kämpfen, um aufgrund der Preisveränderungen zu einem Vermögen zu gelangen, denn sonst betreibt man lediglich ein Glücksspiel und verliert letztendlich.
Der auf Regeln beruhende Trading-Ansatz ist im Wesentlichen auf die Vorstellung zurückzuführen, dass sich die Preise zumindest teilweise in vorhersagbaren Trends bewegen, sodass man sich größtenteils auf der richtigen Seite befindet und eher Geld gewinnt als verliert, wenn man sich an die entsprechende Strategie oder an den besagten Arbeitsprozess hält.
Maschinen werden mit Hilfe von Darlehen angeschafft, in Betrieb gehalten und mit Rohmaterialien versorgt. Auch der Kauf der Produkte wird von den Konsumenten durch Darlehen bzw. Kredite finanziert – Häuser und Autos werden gekauft und auch im Ausland wird von ausländischen Kunden Geld ausgegeben. Dank der Bereitstellung von Krediten können einzelne Personen und die Wirtschaft als Ganzes das erforderliche Kapital beschaffen, das sie für die Erfüllung ihrer „Bedürfnisse“ benötigen. All unsere „Bedürfnisse“, wie sie von der Verhaltensökonomie definiert werden, können den Markt selbst nicht dazu veranlassen Trends auszubilden. Die Fähigkeit des Marktes, Trends zu entwickeln, ist vielmehr davon abhängig, in welchem Umfang und in welcher Höhe er Darlehen/Kredite anzuziehen vermag.
Die Bedeutung von Darlehen für das Verständnis der Märkte kann durch den Vergleich zwischen unserer kapitalistischen Gesellschaft und der Naturalwirtschaft im alten Ägypten veranschaulicht werden. Die Naturalwirtschaft im Reich der Pharaos funktionierte auf recht einfache Weise. Der Pharao musste lediglich seine Peitsche und seine Macht einsetzen, um Arbeiter und Materialien für den Bau von Pyramiden bereitzustellen. Die Cheops-Pyramide erforderte 600.000.000 Tage menschlicher Arbeitskraft und was schließlich nach 20 Jahren Bauzeit fertig gestellt wurde, stellte sozusagen einen gebundenen Vermögenswert dar.
In unserer Wirtschaft gibt es keinen Pharao, der durch die Macht seines Wortes ein Heer von Arbeitskräften befehligt. In unserer Gesellschaft werden Arbeitskräfte und Materialien durch Geld beherrscht. In einer Naturalwirtschaft wird Geld als konkreter und „unvergänglicher“ Bestand betrachtet, wobei sich dessen Menge nur dann verändern kann, wenn noch mehr Gold oder andere wertvolle Materialien aus dem Boden ausgegraben oder erobert werden. Mit dem Lebenszyklus von Geld und Darlehen in einer modernen kapitalistischen Gesellschaft verhält es sich so, dass es mit der Ausgabe eines Bankkredits geboren wird und sein Leben beendet, wenn die Person, die den Kredit aufgenommen hat, diesen zurückzahlt. Geld selbst stellt an sich weder einen Wert noch Macht dar, vielmehr besteht dieser Wert lediglich in dem, was durch Geld repräsentiert wird: Die Macht über Arbeitskräfte und Materialien.
Wenn jedoch ein Kredit auf unproduktive Weise für Arbeitskräfte und Materialien eingesetzt wird (z.B. um eine Pyramide bauen zu lassen), dann entspricht der damit verbundene Kapitalverlust tatsächlich einer Vergeudung der Arbeitskräfte. Außerdem schadet es der Gesellschaft, wenn Kredite, die nicht zurückbezahlt werden können, weil die Banken dadurch abgeschreckt werden, neue Kredite für Investitionen zu vergeben.
Was Kreditnehmer zu zahlen haben, um Arbeitskräfte und Materialien einsetzen zu können, sind die jährlichen Zinsen. Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass die Schulden getilgt werden, verlangen die Banken häufig eine Sicherheit für die Kreditgewährung. Diese Restriktionen haben eine funktionale Bedeutung, weil sie die Kreditnehmer dazu zwingen sicherzustellen, dass durch den Einsatz von Arbeitskräften und Materialien produktive Ergebnisse erzielt werden, damit genügend Erträge erwirtschaften werden können, um die Zahlung der Zinsen und die Rückzahlung des Kreditbetrages zu gewährleisten und außerdem noch einen Überschuss zu produzieren. Die Bedingungen für die Kreditvergabe würden also den Bau von Pyramiden unmöglich machen. Trotzdem gibt es in unserer modernen Welt Tausende von „Pyramiden“, wobei die unsichtbaren gefährlicher sind, weil sie nur durch weitere Darlehen fortgeführt werden können.
Transaktionen in realen Märkten für Güter, Waren, Dienstleistungen und Produktionsverfahren sind mit Einnahmen und Produktionsabläufen verbunden. Transaktionen in Finanzmärkten beinhalten Vermögensgegenstände. Die Transaktionen in den realen Märkten stellen eine wirtschaftliche Aktivität dar, die im Bruttosozialprodukt erfasst wird. Die Transaktionen in den Finanzmärkten sind hingegen keine produktiven Aktivitäten und somit haben sie keinen Anteil am Bruttosozialprodukt. Wenn also Veränderungen von Vermögenswerten oder des Bruttosozialproduktes mitgeteilt oder prognostiziert werden, muss die gesamte Kreditschöpfung in den realen und Finanzteil aufgeteilt werden. Eine Anzahl von Aktien ist im Vergleich zu Produktionsabläufen relativ festgelegt. Daher wird eine größere Nachfrage im realen Markt vor allem durch ein größeres Angebot befriedigt, während das Angebot im Finanzmarkt beschränkter ist, sodass eine größere Nachfrage zwangsläufig zu einer Preiserhöhung führen wird.
Die Spekulation im Aktienmarkt mit ständig steigenden Kursen, wie es vor dem Börsencrashs 1929 der Fall war, stellt eine unsichtbare Pyramide dar. Die Steine dieser Pyramide sind der Bestand an finanziellen Mitteln und die menschlichen Gefühle. Die Pyramide von 1929 verbrauchte unvorstellbare und unkontrollierbare Mengen an Kreditgeldern. In zwei Jahren stiegen die Darlehen von Brokern an der NYSE auf 5 Milliarden Dollar, was die Aktienkurse in die Höhe trieb. Diese Pyramide verursachte unzählige Probleme. Die Kreditgelder hätten auf produktive Weise eingesetzt werden können, was aber nicht der Fall war. Vor allem führte es dazu, dass die Kreditgeber beträchtliche Verluste erlitten, was in der Folgezeit zum Rückgang der Produktion und zum Verlust von Arbeitsplätzen führte.
Während der Wert von Gütern der klassischen Wirtschaft wie Rohstoffe und Fertigprodukte durch ihre Knappheit bestimmt war, bestimmen die Güter der New Economy ihren Wert in erster Linie durch deren Verbreitungsgrad und sind daher vor allem Kommunikationsmittel (Telefon, E-Mail, Fax, Internet), die sich erst dann als nützlich erwiesen haben, wenn möglich viele Menschen Zugang dazu haben.
Damit ist auch verbunden, dass das Geld in den realen Märkten ausgegeben worden wäre, in die Finanzmärkte übertragen wird. Insgesamt ist eine Situation des rasanten Wirtschaftswachstums geschaffen worden, die mit einer sehr niedrigen Inflationsrate einerseits, aber mit aufgeblähten Finanzmärkten andererseits einhergeht.
In Zeiten, in denen die Banken viele Kredite für spekulative Zwecke (in Form der Margin, die für Börsengeschäfte und insbesondere für Leerverkäufe von Aktien als Sicherheitsleistung erforderlich ist und als Kredit von den Banken finanziert wird, bis die Aktienposition z.B. durch das Gegengeschäft, also den Rückkauf aufgelöst wird, was allerdings im Falle eines Verlustes einen Minusbetrag bedeutet.) gewähren, wie es in den 1920er Jahren der Fall war und auch heutzutage zu beobachten ist, tritt eine realwirtschaftliche Inflation ein, obgleich die Verbraucherpreise überhaupt nicht davon betroffen zu sein brauchen.
Die Banken weiten ihre Kredite oft auf die realen Vermögenswerte oder Finanzanlagen als gesicherte Darlehen aus, wobei eine Erhöhung der Sicherheit die Kreditvergabe erleichtert. Somit ist die unsichtbare Pyramide der extremen Veränderung von Vermögenspreisen (meist Aktienkurse und Immobilienpreise) immer von der mit Vermögenswerten zusammenhängenden Erhöhung der Kreditvergabe durch die Bank abhängig. Eines ist jedoch paradox: Während einzelne Banken die Preise von Vermögenswerten als unabhängig von ihren Aktivitäten betrachten, führen steigende Preise von Vermögenswerten zu einer Ausweitung der mit den Vermögenswerten verbundenen Krediten, was eine gesteigerte Nachfrage nach finanziellen Vermögenswerten auslöst. Die technische Analyse kann in vier wichtige Bereiche unterteilt werden: Kapitalentwicklung, Kapitalstrom, Marktstimmung und die Mikrostruktur des Marktes.
Kurzfristige Trends werden durch Anleger hervorgerufen, die sich auf die Margin stützen, was dazu führt, dass die Marktpreise über das hinausgelangen, was die Wirtschaft auf lange Sicht verkraften kann. Daher betrachtet man einen Trader, der eine beträchtliche Hebelkraft nutzt, als schwache Hand. Immer dann, wenn der Bestand eines Traders, der eine starke Hebelkraft einsetzt, in seinem Wert schrumpft, muss er einen Teil seiner Position mit Verlust verkaufen. Wenn der Anteil an Aktien, die sich in starken Händen befinden, ungewöhnlich hoch ist, nimmt der Markt eine starke Position ein. Je länger als die Akkumulationsphase dauert, desto größer ist die Anzahl der starken Hände und umso breiter ist die Basis, die den Anstieg der Preise ermöglicht.
Das bedeutet: Je kurzfristiger die Kredite sind, desto größer die Unsicherheit bezüglich der materiellen Faktoren und umso unberechenbarer ist auch der Markt, weil diese kurzfristigen Kredite mehr Angst und Panik hervorrufen und sich als soziale Faktoren auf die Trader auswirken.
Wir müssen erkennen, dass die Märkte berechenbar und lukrativ sein können, wenn wir eine Möglichkeit finden, sie durch entsprechende Messinstrumente zu erfassen, was sich in Geld umwandeln lässt. Dann müssen Sie „nur“ noch wissen, mit welchem Ausmaß Sie es zu tun haben, sodass Sie erkennen können, wie man willkürlich erscheinende Kursbewegungen voneinander unterscheiden kann. Natürlich sind die Methoden der technischen Analyse und die statistischen Kennziffern, die wir benutzen sehr grob und schwerfällig und auch nicht gerade anspruchsvoll, aber wenn man weiß, wie Trends in Gang kommen, und man die Rahmenbedingungen kennt, um eine Analyse durchzuführen und außerdem über ein Regelwerk verfügt, wie sie bei mechanischen Handelssystemen gängig sind, dann können wir die allgemeinen Unterschiede zwischen einem Aufwärtstrend und einem Abwärtstrend erkennen, und wir können auch feststellen, ob sich ein Markt in einem Studium der Berechenbarkeit befindet oder nicht.
Nehmen wir an, die Wirtschaft (oder der Bereich, an dem Sie interessiert sind) ist ein Supertanker, der in einer bestimmten Richtung auf dem Ozean unterwegs ist. Aber dieser Tanker hat kein Öl geladen, sondern ist voller Menschen, wobei Sie ebenfalls dazugehören. Dabei ist jeder auf seine Weise an dem interessiert, was vor sich geht, und das gilt auch für Sie. Es kann sich um andere Trader, Börsenmakler, Analysten, Bauern, Arbeiter oder um Familienmitglieder, Verwandte oder Freunde dieser Leute handeln. Nehmen wir weiter an, die für dieses Schiff verantwortlich ist, beispielsweise Alan Greenspan, ist der Ansicht, dass dieses Schiff in die falsche Richtung fährt, oder es ist eine Komplikation aufgetreten, die ihn dazu veranlasst, den Kurs zu ändern. Selbst wenn er die Maschinen in die Gegenrichtung in Gang setzen lässt, wird das Schiff aufgrund seiner gewaltigen Masse und Dynamik noch viele Kilometer den Kurs in die ursprüngliche Richtung beibehalten.
Selbst wenn alle mit der Entscheidung dieses Mannes einverstanden sind und auf der Stelle umkehren wollen, wird das Schiff nicht dazu in der Lage sein, seine Richtung umgehend zu ändern. Wunschdenken hat nichts mit dem tatsächlichen Verhalten des Marktes zu tun und kann auch nicht die Ergebnisse Ihres Tradings beeinflussen. Nun nehmen wir an, dass Sie als Trader nicht auf dem Schiff, sondern an Land sind. Sie sehen das Schiff am Horizont und verfügen über die gleichen Informationen wie alle, die sich an Bord des Schiffes befinden. Worauf würden Sie wetten: dass es noch viele Kilometer, Minuten oder Tage in die gleiche Richtung fährt, oder dass es seinen Kurs sofort ändert und die entgegen gesetzte Richtung einschlägt? Natürlich täten Sie besser daran, sich für die erste Möglichkeit zu entscheiden, denn ein Supertanker lässt sich nicht sofort umlenken. Das trifft ebenso auf die Wirtschaft und auch auf deren Teilbereiche, wie beispielsweise eine Aktie zu. Zuweilen können merkwürdige Dinge geschehen – Ausnahmen von dieser Regel können einigen Glücklichen Ruhm und ein Vermögen einbringen, aber es bleiben dennoch Ausnahmen von der Regel. Allgemein betrachtet, sollten Sie sich lieber mit dem Strom des momentanen Geschehens anpassen. In Bezug auf die Finanzmärkte bedeutet dies, dass Sie Ihre Trades in Übereinstimmung mit der Richtung des Trends platzieren. Platzieren Sie einen langfristig orientierten Trade, mit dem Sie versuchen, den Anfang eines Trends zu erwischen, aber steigen Sie möglichst bald aus, wenn Sie merken, dass der Markt nicht die von Ihnen gewünschte Richtung einschlägt. Das gilt auch dann, wenn die Situation nicht mehr eindeutig ist und die kurzfristige Volatilität, die Sie zum Einstieg veranlasst hat, nicht mehr klar ersichtlich ist. Wenn Sie aber sehen, dass sich das Wetter verschlechtert, oder wenn Ihnen Regen oder Nebel die Einschätzung der Situation erschwert, sollten Sie Ihre Filter vor einem Einstieg warnen. Aber zunächst müssen Sie wissen, worauf Sie zu achten haben, wie Sie diese Faktoren erfassen und wie Sie das Beste darauf machen können. DENKFEHLER
Begründungsrechtfertigung: Das „weil“ muss sein! Dieses unscheinbare Wörtchen ist der Schmierstoff des Zwischenmenschlichen. Verwenden Sie es inflationär.
Entscheidungsermüdung: Entscheiden ist also anstrengend. Nach all dem Vergleichen und Abwägen ist man erschöpft. Als Entscheidungsträger werden Sie anfälliger für erotische Verführungen. Als Konsument werden Sie anfälliger für Werbebotschaften und Impulskäufe.
Berührungsdenkfehler: Verbindungen zwischen Personen und Dingen(Reliquien) – selbst wenn sie längst vergangen oder nur materieller Art sind wie bei Fotos – lassen sich kaum ignorieren.
Durchschnittsproblem: Wenn jemand das Wort „Durchschnitt“ sagt, werden Sie hellhörig. Versuchen Sie die dahinterliegende Verteilung zu ergründen. In Bereichen, wo ein einzelner Extremfall fast keinen Einfluss auf den Durchschnitt hat – macht das Konzept Sinn. In Bereichen, wo ein einzelner Extremfall dominiert – sollten Sie auf das Wort „Durchscnitt“ verzichten.
Motivationsergründung: Die Erfahrung zeigt, dass gerade junge Leute nicht käuflich sind. Wollen Sie, dass Ihre Kinder die Schulaufgaben erledigen, ihr Musikinstrument üben oder auch mal den Rasen mähen, dann winken Sie nicht mit Geld. Sie geben stattdessen ein fixes Taschengeld pro Woche. Ansonsten werden sich die Kleinen bald weigern, abends ins Bett zu gehen – es sei denn, Sie bezahlen etwas dafür.
Wenn du nichts zu sagen hast, sage nichts: Geplapper maskiert Nichtwissen. Ist etwas nicht klar ausgedrückt, weiß der Sprecher nicht, wovon er spricht. Die sprachliche Äußerung ist der Spiegel der Gedanken. Klare Gedanken – klare Aussagen. Unklare Gedanken – Geplapper. Einfachheit ist der Endpunkt eines langen, beschwerlichen Weges, nicht der Ausgangspunkt.
Will Rogers Phänomen: Angenommen Sie sind zum Manager von drei Hedgefonds befördert worden, die vorwiegend in privat gehaltene Unternehmen investieren (Private Equity). Fonds A hat eine sensationelle Rendite. Fonds B eine mittelmäßige und Fonds C eine miserable. Sie möchten der Welt beweisen, dass Sie der weltbeste Fondsmanager sind.Was tun? Sie verkaufen einige Beteiligungen, die bisher die Durchschnittsrendite des Fonds A heruntergezogen haben, aber immer noch lukrativ genug sind, um die Durchschnittsrendite der Fonds B und C zu steigern. Weil sich das alles intern abspielt, fallen nicht mal Gebühren an. Natürlich verdienen die drei Hedgefonds zusammengerechnet keinen Euro mehr – aber man wird sie für ihr glückliches Händchen feiern.
Information Bias: Versuchen Sie, mit dem Minimun an Information durchs Leben zu kommen. Sie werden bessere Entscheidungen treffen. Was man nicht wissen muss, bleibt wertlos, selbst wenn man es weiß.
Clustering Illusion: In Sachen Mustererkennung sind wir übersensibel. Bleiben Sie also skeptisch. Glauben Sie, ein Muster gefunden zu haben, rechnen Sie erst mal mit einem reinen Zufall. Wenn Ihnen dieser zu schön erscheint, um wahr zu sein, suchen Sie sich einen Mathemaiker und lassen Sie die Daten statistisch durchtesten.
Aufwandsbegründung: Wer viel Energie in eine Sache steckt, wird das Ergebnis überbewerten. Wer die Aufwandsbegründung mal kennt, kann sich selbst zu Nüchternheit zwingen. Wenn immer Sie in etwas viel Zeit und Arbeit investiert haben, betrachten Sie das Ergebnis – und nur das Ergebnis – aus der Distanz.
Das Gesetz der kleinen Zahlen: Seien Sie vorsichtig, wenn Studien etwas Besonderes über kleine Unternehmen, Haushalten, Städte, Rechenzentren, Schulen etc. Herausgefunden haben. Was hier als überraschende Erkenntnis ausgegeben wird, ist in Wahrheit ein völlig normales Ergenis der Zufallsverteilung.
Erwartungen: Erwartungen mögen aus der Luft gegfriffen sein – ihre Wirkung ist aber sehr real. Sie haben die Kraft, die Realität zu verändern. Kann man sich dem entziehen? Kann man ein erwartungsloses Leben führen? Nein. Aber man kann vorsichtiger damit umgehen. Steigern Sie die Erwartungen an sich selbst und an die Menschen, die Ihnen lieb sind. Damit erhöhen Sie Ihre Motivation. Gleichzeitig senken Sie die Erwartungen an alles, was Sie nicht kontrollieren können – z.B. den Aktienmarkt. Die beste Art sich gegen böse Überraschungen zu schützen, ist es, Überraschungen zu erwarten.
Affektheuristik: Sie treffen komplexe Entscheidungen, indem Sie Ihr Gefühl konsultieren. Sie tauschen die Frage „Was denke ich darüber?“ mit der Frage „Wie fühle ich mich dabei?“ Natürlich würden Sie das spontan nie zugeben.
Introspection Illusion: Nichts ist überzeugender als die eigenen Überzeugungen. Wenn sie um jeden Preis daran festhalten, ist das nur natürlich – aber auch gefährlich. Vertrauen Sie sich selbst zu sehr und zu lange, kann das Erwachen umso brutaler sein. Seien Sie deshalb umso kritischer mit sich, je stärker Sie von etwas überzeugt sind. Als kluger Mensch brauchen Sie kein Dogma. Seien Sie ihr eigener Ketzer.
Die Unfähigkeit Türen zu schließen: Wir sind davon besessen, auf möglichst vielen Hochzeiten zu tanzen, nichts auszuschließen und für alles offen zu sein. Erfolg bringt uns das nicht. Wir müssen lernen Türen zu schließen. Legen Sie sich eine Lebensstrategie zu – analog zu einer Firmenstrategie, die ja nichts anderes ist als eine bewusste Entscheidung, gewisse Möglichkeiten außer Acht zu lassen.
Neomanie: Natürlich wird es immer wieder „Zaubertechnologien“ geben. Doch den meisten wird ein kurzes Leben beschieden sein. Der „Bullshit Filter“ der Geschichte wird sie entfernen.
Schläfereffekt (Propaganda): Das Wissen um die Quelle zerfällt schneller als die vorgebrachten Argumente. Anders ausgedrückt: Das Hirn vergisst relativ schnell, woher die Informationen kamen (Propagandaministerium), aber es vergisst nicht so schnell die Information (der Krieg ist nötig und eine gute Sache). Deshalb gewinnen Informationen aus einer unglaubwürdigen Quelle mit der Zeit an Glaubwürdigkeit. Die entwertende Komponente schmilzt schneller dahin, als der Inhalt der Botschaft vergessen wird. Versuchen Sie sich bei jedem Argument, das Ihnen geläufig ist, an die Quelle zu erinnern. Wer sagt das? Und wieso wohl? Gehen Sie vor wie ein Ermittler, der sich die Frage stellt: Cui bono? Wem nützt es? Das ist viel Arbeit und macht ihr Denken langsamer, dafür klarer.
Alternativblindheit: Wenn Sie vor die Wahl zwischen A und dem Status quo(kein MBA, leere Wiese, keine Operation) gestellt werden, tendieren Sie dazu, A mit dem Status quo zu vergleichen. Das ist falsch. Machen Sie sich die Arbeit, und vergleichen Sie A immer auch mit B, C, D, E und F.
Social Comparison Bias: Unterstützen Sie Talente, die besser Sind als Sie. Kurzfristig bringen Sie Ihren Status in Gefahr, doch langfristig können Sie nur gewinnen, denn die Verfolger werden Sie irgendwann ohnehin überrunden. Bis es soweit ist, sollten Sie sich besser gut mit ihnen stellen.
Primär- und Rezenzeffekt Eindrücke in der Mitte wirken unterdurchschnittlich – sei es die Mitte einer Rede, eines Verkaufsgesprächs, eines Buches. Beurteilen Sie Dinge, nicht nach dem ersten Eindruck. Er täuscht – in die eine oder andere Richtung. Versuchen Sie, alle Aspekte eines Menschen unvoreingenommen zu beurteilen.
Aderlasseffekt: Theorien kollabieren nie unter dem Gewicht ihren eigenen Fehler. Sie kollabieren erst, wenn eine andere, scheinbar bessere Theorie vorhanden ist. Wir befinden uns im Leben zwischen zwei Jobs, zwei Wohnungen oder Beziehungen – niemals aber zwischen zwei Ansichten. Stoßen wir eine weg, nehmen wir sofort eine neue an. Wir wissen nicht, wie sich Nichtwissen anfühlen soll. Darum sind wir besser im Theorienfinden als im Zugeben unserer Ignoranz.
Not invented here Syndrom Wir sind von unseren eigenen Ideen betrunken. Um wieder nüchtern zu werden, halten Sie ab und zu Abstand und betrachtgen Sie die Qulaität Ihrer Einfälle zurückblickend. Welche Ideen der letzten 10 Jahre? Welche waren wirklich herausragend? Eben.
Der Schwarze Schwan: Der Schwarze Schwan ist zum Symbol für das Unwahrscheinliche geworden. Bewegen Sie sich in Bereichen, wo ein positiver schwarzer Schwan sie mitreißen kann. Werden Sie Künstler, Erfinder oder Unternehmer mit einem multiplizierbaren Produkt. Vergeblich auf einen Schwarzen Schwan warten Sie hingegen, wenn Sie Ihre Zeit verkaufen(Angestellter). Negativer Schwarzer Schwan: Verschulden Sie sich nicht, legen Sie Ihre Ersparnisse so konservativ wie möglich an und gewöhnen Sie sich auch im Erfolgsfall nicht an einen teuren Lebensstandard.
Domain Dependance: Was man in einem Gebiet meisterhaft beherrscht, lässt sich nur schwer auf ein anderes übertragen. Das gilt auch für Schulwissen. Denken Sie an den damaligen Klassenbesten.
Falscher Konsenz Effekt: Gehen Sie davon aus, dass Ihre Sicht der Dinge von der Allgemeinheit nicht getragen wird. Mehr noch, gehen Sie davon aus, dass jene, die anders denken, keine Idioten sind. Seien Sie nicht ihnen gegenüber skeptisch, sondern zuerst gegenüber sich selbst.
Geschichtsfälschung: Sie erinnern sich wie eine Blitzlichtaufnahme an den Moment, wo Sie Ihrem Lebenspartner zu ersten Mal begegnet sind. Gehen Sie davon aus, dass die Hälfte davon nicht stimmt. Unsere Erinnerungen sind mit Fehlern behaftet. Die Konsequenzen können harmlos sein – oder fatal.
In-group / Out-Group Bias Voruteile und Abneigungen gegen alles Fremde sind eine Tatsache. Die Identifikation mit einer Gruppe verzerrt Ihre Sicht auf die Tatsachen.
Ambiguität Risiko heißt: Die Wahrscheinlichkeiten sind bekannt. Sie können entscheiden, ob Ihnen das Risiko zu hoch ist oder nicht. Im Falle von Unbestimmtheit geht das nicht. Die Ökonomie befindet sich im Reich der Unbestimmtheit . Es gibt nicht Milliarden vergleichbare Währungen aus deren Geschichte wir die Wahrscheinlichkeit ableiten können.
Default Effekt: Wir haben eine starke Tendenz am bestehenden festzuhalten, selbst wenn Sie uns zum Nachteil sind.
Angst vor Reue Die Angst vor Reue drängt uns bisweilen zu irrationalen handeln. Um in der Zukunft nicht das schreckliche Gefühl der Reue zu empfinden, tendieren wir dazu, den Kopf nicht allzuweit aus der Masse zu strecken. Sogenannte „letzte Chance“ Angebote und die Angst vor Reue kann ganze Lebensläufe umkrempeln.
Salienz Effekt Salienz bezeichnetz ein auffäliges Merkmal, ein herausstechendes Attribut, eine Besonderheit, die „ins Auge“ springt. Saliente Infrmationen haben einen überpropotionalen Einfluss auf Ihr Denken und Handeln. Versteckte, sich langsam, entwickelnde, leise Faktoren nehmen Sie zu wenig ernst. Lassen Sie sich nicht von Auffälligkeiten blenden. Sammeln Sie die emtale Energie, um gegen scheinbar offensichtliche Erklärungen anzukämpfen.
Die andere Seite des Wissens. Das bedeutende Wissen liegt im Praktischen. Legen Sie Ihre Ehrfurcht vor dem Wort ab.
House Money Effekt Mit gewonnenem, gefundenen, geerbeten Geld gehen wir leichtfertiger um als mit erarbeitendem. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie Geld gewinnen oder Unternehmen Ihnen etwas schenken. Die Gefahr ist groß, dass Sie bald mehr zurückschenken.
Handlungsaufschub Ist die Tendenz , unangenehme, aber wichtige Handlungen zu verschleppen. Selbstkontrolle ist nicht permanent aufrechtzuerhalten. Es braucht Phasen, in denen man sich entspannt, sich treiben lässt und die Batterien wieder auflädt. Am besten gegen Handlungsaufschub wirken externe Fristen. Bei persönlichen Fristen funktionieren nur, wenn die Aufgabe in klare Teilschritte aufgeteilt wird. Neujahrsvorsätze ohne klare Teilziele sind zum Scheitern verurteilt.
Neid Neid ist eine stupide Sünde, denn es ist die einzige bei der man keinen Funken Spaß haben kann. Viel Schmerz und kein Spaß. Warum würde sich das jemand antun wollen?
Personifikation: Seien Sie vorsichtig, wenn Ihnen Einzelschicksale serviert werden. Fragen Sie nach den Fakten und der statistischen Verteilung dahinter. Wenn Sie selber Menschen bewegen, aufrütteln, motivieren wollen, dann sorgen Sie dafür, dass es ordentlich menschelt.
Was mich nicht umbringt Trugschluss Es ist ein Illusion zu glauben, dass uns Schreckliches guttut. Eine Krankheit und mag sie noch so eine Erfahrung sein, hinterlässt Spuren am Körper. Ebenso ein Unfall oder ein Burn Out. Ist wer „Fukushima“ oder den Wirbelsturm Katrina überlebt hat, „gestärkt“ für die Zukunft? Man hat eine Erfahrung gemacht. Doch statt sich damit zu trösten, dass einem diese beim nächsten Wirbelsturm zugutekommen wird, wäre es intelligenter, aus dem Gefahrengebiet wegzuziehen.
Aufmerksamkeitsblindheit: Etwas Überraschende kann noch so groß und anders sein, wir sehen es vielleicht nicht. Groß und anders zu sein genügt nicht. Es muss erwartet werden.
Strategische Falschangaben: Oft wird nicht das beste Projekt finanziert, sondern das, dass auf dem Papier am besten aussieht. Wer am meisten heiße Luft produziert, der bekommt das Projekt. Handelt es sich bei strategischen Falschangaben um dreiste Lügen? Eigentlich schon. Nur übersehen wir diese Lügen systematisch.
Zu viel denken: Handelt es sich um eingeübte, vor alle motorische Fähigkeiten oder geht es um Fragen, die wir schon 1000 Mal beantwortet haben, dann denkt man besser nicht nach. Das Nachdenken würde die intuitive Lösungsfindung sabotieren.
Planungsirrtum: Wir können nicht planen! Erster Grund: Wunschdenken. Zweitens: Wir konzentrieren uns zu sehr auf das Projekt und blenden die projektfernen Einflüsse aus. „Wir haben den Plan umgesetzt. Das Ergebnis ist ein Disaster.“ Nehmen Sie sich 5-10 Minuten um ein kurze Geschichte des Disasters zu schreiben. Die fiktiven Stories werden Ihnen zeigen, wie die Dinge laufen können.
Deformation professionnelle: Jedermann ist Gefangener seiner wenigen Gedankenmodelle. Versuchen Sie deshalb, 2-3 zusätzliche Gedankenmodelle hinzuzufügen, die außerhalb Ihres Fachbereichs liegen.
Zeigarnik Effekt: Es bedeutet, dass man detaillierte Pläne hat, wie man mit unaufgeräumten Dingen fertig wird. Schritt für Schritt. Am besten schriftlich. Erst, wenn alles aufgeschrieben und in detaillierte Aufgaben gefasst ist, geben die Inneren Stimmen Ruhe. Das Adjektiv „detailliert“ ist wichtig. „Geburtstagsparty meiner Frau organisieren“ oder „neuen Job suchen“ sind unbrauchbar. Man kann solche Aufgaben in 20 bis 50 Einzelschritte herunterbrechen.
Fähigkeitsillusion: Es gibt Menschen, die tatsächlich von Ihren Fähigkeiten leben: Piloten, Klempner, Anwälte... Dann gibt es Bereiche, wo Fähigkeiten zwar notwendig, aber nicht entscheidend sind: Firmengründer, Manager. Und es gibt Bereiche, wo der Zufall regiert: Die Finanzindustrie zum Beispiel, die durchdrungen ist von der Fähigkeitsillusion.
Feature Positive Effekt Wir haben Schwierigkeiten, Nichtgeschehnisse zu denken. Wir sind blind für das, was nicht ist. Wir realisieren, wenn Krieg herrscht – denken aber nicht an die Absenz von Krieg, wenn Frieden herrscht. Würde uns es ab und zu gelingen an die Absenz zu denken, wären wir wohl glücklicher.
Rosinenpicken Wir sind Meister darin zu zeigen, was wir alles geleistet haben. Aber schlecht darin, zu zeigen, welchen Nutzen wir nicht geliefert haben. Fragen sie unbedingt nach den „nicht gepickten Rosinen“, nach den gescheiterten Projekten und unerreichten Ziele. Daraus lernen Sie vielmehr als aus den Erfolgen. Prüfen Sie, ob sich die uprsprünglichen Ziele ins Luft aufgelöst haben. Dafür hat man in den Zwischenzeit still und heimlich eigene Ziele gesetzt – die man natürlich alle erreicht.
Die Falle des einen Grundes Solange wir an den „einen Grund“ glauben, wird es uns immer gelingen, Triumpfe oder Katastrophen auf einzelne Menschen zurückzuführen und sie als „Verantwortliche“ abzustempeln. Die Jagd nach einem Sündenbock eignet sich hervorragend zur Ausübung von Macht – ein Spiel, das die Menschen seit Jahrtausenden spielen.
Intention to treat Seien Sie auf der Hut: Prüfen Sie sofort, ob Studienteilnehmer – Unfallfahrer, bankrotte Firmen, schwer kranke Patienten – aus irgendwelchen Gründen die Stichprobe stillschweigend verlassen haben. Falls dem so ist, sollten Sie die Studie dem Mülleinmer anvertrauen.
News Illusion: Gründe für den Newsverzicht: Unser Gehirn reagiert stark auf skandallöse, schockierende, personenbezogene, laute schnelle, wechselnde News – und schwach auf abstrakte, komplexe und deutungswürdige Informationen. Die Risiken, von denen Sie in der Presse lesen, sind nicht die wahren Risiken. News sind irrelevant. Sie dürften in den letzten 12 Monaten etwa 12.000 Kurznachrichten verschlungen haben – etwa 30 pro Tag. Nennen Sie eine davon, die es Ihnen erlaubt hat eine besserer Entscheidung – für Ihr Leben, Ihre Karriere, ihr Geschäft zu treffen, als wenn Sie diese News nicht gehabt hätten. Zeitverschwendung. Ein durchschnittlicher Mensch verschwendet einen halben Arbeitstag pro Woche mit News.
ZITATE
Ihr klagt über die vielen Steuern: Unsere Trägheit nimmt uns zweimal so viel ab, unsere Eitelkeit dreimal so viel und unsere Torheit viermal so viel.“
„Lieber eine schlechte Aktie zum richtigen Zeitpunkt als eine gute zum falschen Zeitpunkt.“
„Gewinne kann man – verlieren kann man, aber zurückgewinnen ist unmöglich.“
„Aktionäre sind dumm und unverschämt. Dumm, weil sie mir ihr Geld überlassen und unverschämt, weil sie auch noch Dividenden dafür haben wollen.“
„Ein Fehlsignal gehört zu den zuverlässigsten aller Chart Signale.“
„Dass uns eine Sache fehlt, sollte uns nicht davon abhalten, alles andere zu genießen.
„In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis mit, vielleicht etwas verpasst zu haben.“
Manche Menschen sprechen aus Erfahrung, manche sprechen aus Erfahrung nicht.
„Das Beste aller Güter, wenn es überhaupt Güter gibt, ist die Ruhe, die Zurückgezogenheit und ein Plätzchen, das man sein eigen nennen kann.“
„Im Grunde zählen auf dieser Welt nur die Dinge, die man nicht kaufen und nicht lernen kann.“
„Unter allen Lügnern der Welt sind die eigenen Ängste manchmal die Schlimmsten.“
„Du schaust in den Spiegel und merkst dass etwas fehlt. Du spürst, dass es deine Zukunft ist.
Guter Rat ist wie Schnee, je leiser er fällt, desto länger bleibt er liegen.
Das ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.
Das Kalte wird warm, der Reiche wird arm, der Narr gescheit: Alles zu seiner Zeit.
Das Glück bevorzugt den, der vorbereitet ist.
In jedem Winter steckt ein zitternder Frühling und hinter dem Schleier der Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.
Begeisterung erhebt das Leben über das Alltägliche und verleiht ihm erst einen Sinn.
Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt.
Wenn zwei Liebende einig sind, bedeuten Schwierigkeiten kein Hindernis.
Beklage nicht, was nicht zu ändern ist, aber ändere, was zu beklagen ist. Den Mitmenschen Freude zu machen ist doch das Beste, was man auf der Welt tun kann. Eine Aktie kann nie zu billig sein, dass sie nicht mehr fallen könnte und sie kann nie zu teuer sein, dass sie nicht mehr steigen könnte. Ein weiser Mensch hat das Geld im Kopf aber nicht im Herzen
Lieber weniger und dabei Zufriedenheit als viel und dabei Zank und Streit.
Wer glaubt ganz oben zu sein, ist schon auf dem Weg nach unten
Beide schaden sich selbst – der, der zuviel verspricht und der, der zuviel erwartet. Frühere Zeiten hält man immer für die besseren
Der Kluge lernt, der Dummkopf erteilt gerne Belehrungen.
Es gehört manchmal mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben.
Erfolg verändert den Menschen nicht, er entlarvt ihn.
Wer sich heute freuen kann, der soll nicht warten bis morgen.
Glück ist ein Maßanzug. Unglücklich sind meist die, die den Maßanzug eines anderen tragen möchten.
Das größte Vergnügen im Leben besteht darin, das zu tun, von dem die Leute sagen, du könntest es nicht.
Man muss leben, als hätte man noch 150 Jahre Zeit. Stress ist der Feind des Lebens.
Was einer von seinem Wesenskern für Geld verkauft, bekommt er für Geld nicht wieder.
Ein Element des Erfolges, egal in welchem Beruf, ist die Lust am Handwerk.
Wenn Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann vor allem das Recht, anderen Leuten zu sagen, was sie nicht hören wollen.
Wir können uns nicht aussuchen, wie wir sterben – oder wann. Aber wir können entscheiden, wie wir jetzt leben.
Phantasie ist die Kunst aus Fehlern zu lernen, die man noch machen wird.
Wenn du zu deinem Vergnügen erst die Erlaubnis anderer Leute brauchst, dann bist du ein armer Tropf.
Man soll sich mehr um die Seele kümmern als um den Körper. Vollkommenheit der Seele richtet die Schwächen des Körpers auf, aber die Kraft des Körpers hilft der Seele nicht.
Es ist besser, etwas gehabt zu haben und verloren zu haben, als nie etwas gehabt zu haben.
Vergiss Kränkungen sofort – aber Freundlichkeiten niemals.
Das, was die meisten Menschen am notwendigsten für Ihr Alter sparen sollten, ist ein bisschen Jugend im Denken und Fühlen. Man muss durch schlechte Erfahrungen hindurchgehen und nicht drum herum.
Erinnerungen verschönern das Leben. Aber nur Vergessen macht es erträglich.
Zivilisation bedeutet, sich gegenseitig helfen.
Wer an das Gute im Menschen glaubt, der bewirkt das Gute in ihm.
Fürchte die Schatten nicht, sie bedeuten lediglich, dass irgendwo in der Nähe Licht brennt.
Wäre jeder Tag ein Feiertag, sich vergnügen wäre so ermüdend wie arbeiten.
Wenn man einem Mitmenschen all das durchgehen ließe, was man sich selbst erlaubt, wäre das Leben eine Hölle.
Wir möchten viel: Haben, Sein, Gelten. Dass einer alles hat: das ist selten.
Es gibt Dinge, für die es sich lohnt eine kompromisslose Haltung einzunehmen.
Wir Menschen verwenden unsere höchsten Kräfte zu albernen Resultaten.
Je weniger einer weiß, was er will, desto entschlossener ist er, es zu bekommen.
Beten sollst du nicht, damit dir Gott etwas gewähre und gebe, sondern weil er dir immer gibt, darum bete. Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie.
Gedanken, welche froh stimmen, tragen zur Gesundheit bei.
Loslassen: Etwas niederlegen können, ohne es als Niederlage betrachten zu müssen.
Wenn man nicht verlieren kann, verdient man auch nicht zu gewinnen. Die Hoffnung aufgeben bedeutet, nach der Gegenwart auch die Zukunft preisgeben.
Mit der Wahrheit ist es wie mit der Liebe: Wenn man sie bezahlt, ändert sie den Charakter.
Mir imponieren nur die Ratschläge und Grundsätze, die der Ratgebende selbst beherzigt.
Je weniger einer weiß, was er will, desto entschlossener ist er, es zu bekommen.
Sanftmütig ist der, wer den Nächsten und sich selbst erträgt.
Was willst du eigentlich? Frage dich das in einer ruhigen Stunde und gib aufrichtig Antwort. Zur Größe kann man sich aufringen, aufschwingen, aufdulden, aber nicht aufblasen.
Wer zu handeln versäumt, ist noch keineswegs frei von Schuld. Niemand erhält seine Reinheit durch Teilnahmslosigkeit
Wenn wir die Welt schon nicht zum Paradies machen können, sollten wir sie wenigsten nicht zur Hölle werden lassen.
Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweißt, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.
Kaufe nur Aktien von Unternehmen, deren Geschäftsmodell und Produkte du verstehst.
„Das Leben ist eine fortwährende Ablenkung, die nicht einmal zur Besinnung darüber kommen lässt, wovon sie ablenkt.
Das neue ist nicht immer das Bessere, aber das Bessere ist immer neu.
Eine Tonne Hektik ersetzt kein Gramm Dynamik
Gewohnheiten sind Fingerabdrücke des Charakters
Ich beschäftige mich nicht mit dem, was getan worden ist, sondern mich interessiert, was getan werden muss.
Der Machtlose entschädigt sich gern durch die Überzeugung, ein besserer Mensch zu sein.
Wenn wir uns auf uns selbst besinnen, stellen wir fest, das wir genau das besitzen was wir uns wünschen.
Der größte Fehler im Leben den man machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen.
Freude lässt sich nur voll auskosten, wenn sich ein anderer mitfreut.
Einen Tag lang ungestört in Muße zu verbringen, heißt, einen Tag lang ein Unsterblicher zu sein.
Je länger man lebt, desto deutlicher sieht man, dass die einfachen Dinge die wahrhaft größten sind.
Trotz aller menschlichen Fortschritte des Geistes wird immer noch zu wenig gelesen.
Ich habe mir meine besten Gedanken ergangen und kenne keinen Kummer, den man nicht weggehen kann.
Wenn ein Mann etwas Blödsinniges tut, dann tut er es immer aus den edelsten Motiven.
Glück kann man mit Geld nicht kaufen, aber mit Geld kann man Anderen Glück kaufen.
Denke daran, dass etwas, was Du nicht bekommst, manchmal eine wunderbare Fügung des Schicksals sein kann.
Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meistens nur in die Höhe gucken und, was zu ihren Füßen liegt, nicht achten.
Man verliert die meiste Zeit damit, dass man Zeit gewinnen will.
Am schwierigsten ist es, die Meinung geheim zu halten, die man von sich selber hat. Der Humor nimmt die Welt hin wie sie ist, sucht sie nicht zu verbessern und zu belehren, sondern sie mit Weisheit zu ertragen.
Investieren = Bullen reiten, Der Bulle versucht einen immer wieder abzuwerfen. Je kleiner der Hebel, desto fester sitzt man im Sattel. Man kann den Wert dadurch länger festhalten. So lange du lebst – lerne. Warte nicht, dass das Alter Weisheit bringt. Wer das Leben zu ernst nimmt, braucht eine Menge Humor, um es zu überstehen. Interessante Selbstgespräche setzen einen klugen Partner voraus. Wer selbst keinen inneren Frieden kennt, wird ihn auch in der Begegnung mit anderen nicht finden. Ausdauer ist edler als Stärke und Geduld edler als Schönheit. Das Dasein ist köstlich, man muss nur den Mut haben, sein eigenes Leben zu führen. Ein großer Gedanke kennt keine Grenzen. Man muss jedem Hindernis Geduld, Beharrlichkeit und eine sanfte Stimme entgegen stellen. Wir machen immer einen Fehlen: Wir investieren Gefühle statt sie zu verschenken. Es ist unmöglich Staub wegzublasen, ohne dass jemand zu husten anfängt. Die Lebenskunst besteht darin, zu wissen, wie man sich an Wenigem erfreut und vieles erträgt. Was du jetzt für ein Hindernis hältst, wir dir später ein wertvolles Heilmittel sein. Das Leben ist wie Fahrradfahren. Man muss sich ständig weiterbewegen, wenn man das Gleichgewicht nicht verlieren will. Wenn die Leute sagen sie hätten ihr Herz verloren haben in Wirklichkeit den Verstand verloren. Nichts ist so gefährlich wie das Allzumodernsein. Man gerät in Gefahr, plötzlich aus der Mode zu kommen. In zweifelhaften Fällen entscheide man sich für das Richtige… In Zukunft wird sich die Utopie beeilen müssen, wenn sie die Realität einholen will. Viele die ihr ganzes Leben auf die Liebe verwenden können weniger über sie sagen, als ein Kind das gestern seinen Hund verloren hat. Ausdauer ist edler als Stärke und Geduld edler als Schönheit Die Männer, die mit den Frauen am besten auskommen, sind dieselben, die wissen, wie man ohne sie auskommt. Glück hängt nicht davon ab, dass wir bekommen was wir nicht haben, sondern davon, wie gut wir nutzen, was wir haben Diejenigen, die sich weise auf das beschränkt haben, was ihnen möglich schien, sind niemals einen Schritt vorangekommen.
Menschen kümmern sich gern um die Angelegenheit anderer Menschen, nehmen sich aber nur wenig Zeit sich um sich zu kümmern.
Wenn du etwas wirklich willst, findest du einen Weg, wenn nicht, findest du Ausreden.
Nicht das Problem ist die Schwierigkeit, sondern unsere Sichtweise.
Dem unverbesserlichen Pessimisten ist jeder Misserfolg recht, um Recht zu behalten.
Eine Angewohnheit kann man nicht aus dem Fenstern werfen. Man muss sie die Treppe herunterboxen, Stufe für Stufe
Selbsterkenntnis ist ein Abenteuer, das in unerwartete Weiten und Tiefen führt.
Freiheit ist für die Gesellschaft, was die Gesundheit für den Einzelnen ist.
In einem wankenden Schiff fällt um, wer stillsteht, nicht wer sich bewegt.
Zuerst ignorieren sie sich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Wer Weisheit übt, legt Anderen keinen Zwang auf.
Wer auf frischen Wind hofft, darf nicht verschnupft sein, wenn er kommt.
Jeder ist seines Glückes Schmied – doch leider haben die wenigsten auch nur die einfachsten Grundregeln des Schmiedes begriffen.
Ein Kompromiss ist die Kunst, einen Kuchen so zu teilen, dass jeder glaubt, er habe das größte Stück bekommen.
Wer es der Jugend zu leicht macht, macht es ihr schwer…
Moderne Geschichte sollte man nur mit dem Bleistift schreiben.
Auf die Dauer der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an.
Mode ist die bereitwillige Bejahung der rätselhaften Tatsache, dass heute etwas schön ist, was gestern hässlich und was morgen unerträglich sein wird.
Gesundheit bekommt man nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel. Wirklich reich sind nur die Leute, die mit der Zeit nicht sparen müssen
Die höchste Form des Glücks ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit. Wenn der Mensch zur Ruhe gekommen ist, dann wirkt er.
Es ist das Schicksal des Genies, unverstanden zu bleiben. Aber nicht jeder Unverstandene ist ein Genie. Versuche niemals jemanden so zu machen, wie du selbst bist. Du solltest wissen, dass einer von deiner Sorte genug ist. Der beste Weg, einen Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein. Der Mensch möchte vor den Folgen seiner Laster bewahrt werden, aber nicht vor den Lastern selbst. Furcht besiegt mehr Menschen als irgendetwas anderes auf der Welt. Selbstaufopferung ist das wirkliche Wunder, aus dem alle anderen Wunder entspringen. Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will. Wer Reue zeigt, den soll man nicht an seine früheren Sünden erinnern.
Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib ihm Macht. Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste. Der Schwache kann nicht verzeihen. Verzeihen ist eine Eigenschaft des Starken. Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt. Viele Menschen wissen, dass sie unglücklich sind. Aber noch mehr Menschen wissen nicht, dass sie glücklich sind. Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten. Die beste und sicherste Tarnung ist immer noch die blanke und nackte Wahrheit. Die glaubt niemand! Sage nicht alles, was du weißt, aber wisse immer, was du sagst. Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist. Was du liebst, lass frei. Kommt es zurück, gehört es dir - für immer. Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern dass man nie beginnen wird, zu leben. Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. Stärke wächst nicht aus körperlicher Kraft - vielmehr aus unbeugsamen Willen. Der Vorteil der Klugheit besteht darin, dass man sich dumm stellen kann. Das Gegenteil ist schon schwieriger. Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist deine Chance. Wer glaubt, ein Christ zu sein, weil er die Kirche besucht, irrt sich. Man wird ja auch kein Auto, wenn man in eine Garage geht.
Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.
Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung. Auch wenn alle einer Meinung sind, können alle Unrecht haben. Wenn du im Recht bist, kannst du dir leisten, die Ruhe zu bewahren; und wenn du im Unrecht bist, kannst du dir nicht leisten, sie zu verlieren. Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selbst. Er gibt auch anderen eine Chance. Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will. Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten. Wer das Leben nicht schätzt, der verdient es nicht
Es gibt keinen Weg zum Frieden, denn Frieden ist der Weg.
Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur.
Weil Denken die schwerste Arbeit ist, die es gibt, beschäftigen sich auch nur wenige damit.
Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.
Eine Stolz getragene Niederlage ist auch ein Sieg.
Der schlimmste aller Fehler ist, sich keines solchen bewusst zu sein
Wer der Meinung ist, dass man für Geld alles haben kann, gerät leicht in den Verdacht, dass er für Geld alles zu tun bereit ist.
Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.
Nehmen Sie die Menschen, wie sie sind, andere gibt's nicht.
Egal wie weit der Weg ist, man muss den ersten Schritt tun.
Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug
Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt.
Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.
Allein sein zu müssen ist das Schwerste, allein sein zu können das Schönste
Ein Optimist ist ein Mensch, der ein Dutzend Austern bestellt, in der Hoffnung, sie mit der Perle, die er darin findet, bezahlen zu können
Sorgen ertrinken nicht in Alkohol. Sie können schwimmen
Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon
Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 Jahren zehnmal so reich sind, als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehnmal so glücklich.
Schenken heißt, einem anderen etwas geben, was man am liebsten selbst behalten möchte
Nichts macht uns feiger und gewissenloser als der Wunsch, von allen Menschen geliebt zu werden Arm ist nicht, wer wenig hat, sondern wer viel braucht
Ein Experte ist ein Mann, der hinterher genau sagen kann, warum seine Prognose nicht gestimmt hat
Überlege einmal, bevor du gibst, zweimal, bevor du annimmst, und tausendmal, bevor du verlangst
Toleranz ist der Verdacht, dass der andere Recht hat
Nichtstun macht nur dann Spaß, wenn man eigentlich viel zu tun hätte.
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht
Es wird niemals so viel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd
Gesunder Menschenverstand: eigentlich nur eine Anhäufung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat.
Der Tod lächelt uns alle an, das einzige was man machen kann ist zurücklächeln!
Es gibt kein großes Genie ohne einen Schuss Verrücktheit.
Erfahrungen vererben sich nicht - jeder muss sie allein machen
Wer wirklich Autorität hat, wird sich nicht scheuen, Fehler zuzugeben.
Ein ausgeglichener Mensch ist einer, der denselben Fehler zweimal machen kann, ohne nervös zu werden.
Man braucht zwei Jahre um sprechen zu lernen und fünfzig, um schweigen zu lernen.
Ein freundliches Wort kostet nichts, und dennoch ist es das Schönste aller Geschenke.
Kein Mensch ist so beschäftigt, dass er nicht die Zeit hat, überall zu erzählen, wie beschäftigt er ist.
Tue soviel Gutes, wie du kannst, und mache so wenig Gerede wie nur möglich darüber
Wie alt man geworden ist, sieht man an den Gesichtern derer, die man jung gekannt hat.
Nachrichtensprecher fangen stets mit 'Guten Abend' an und brauchen dann 15 Minuten, um zu erklären, dass es kein guter Abend ist.
Der Optimist hat nicht weniger oft unrecht als der Pessimist, aber er lebt froher.
Die meisten Menschen wollen lieber durch Lob ruiniert als durch Kritik gerettet werden
Was man ernst meint, sagt man am besten im Spaß
Ein kluger Mann widerspricht nie einer Frau. Er wartet, bis sie es selbst tut
Jeder schließt von sich auf andere und vergisst, dass es auch anständige Menschen gibt
Meine Pünktlichkeit drückt aus, dass mir deine Zeit so wertvoll ist wie meine eigene
Hohe Bildung kann man dadurch beweisen, dass man die kompliziertesten Dinge auf einfache Art zu erläutern versteht
Das Lächeln, das du aussendest, kehrt zu dir zurück.
Ich stehe Statistiken etwas skeptisch gegenüber. Denn laut Statistik haben ein Millionär und ein armer Kerl jeder eine halbe Million.
Ausdauer wird früher oder später belohnt – meistens aber später.
Wenn man alle Gesetze studieren sollte, so hätte man gar keine Zeit, sie zu übertreten.
.Alt ist man dann, wenn man an der Vergangenheit mehr Freude als an der Zukunft hat
Die wahre Lebensweisheit besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. Man kann die Erfahrung nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in der Welt ist
Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen
Nur die Lüge braucht die Stütze der Staatsgewalt, die Wahrheit steht von alleine aufrecht
Der Tod eines Mannes ist eine Tragödie, aber der Tod von Millionen nur eine Statistik
Das Merkmal eines kleinen Menschen ist, dass er hochmütig wird, wenn er merkt, dass man ihn braucht
Erfolg besteht darin, dass man genau die Fähigkeiten hat, die im Moment gefragt sind
In der Politik ist es manchmal wie in der Grammatik: Ein Fehler, den alle begehen, wird schließlich als Regel anerkannt.
Jede Kanone, die gebaut wird, jedes Kriegsschiff, das vom Stapel gelassen wird, jede abgefeuerte Rakete bedeutet letztlich einen Diebstahl an denen, die hungern und nichts zu essen bekommen, denen, die frieren und keine Kleidung haben. Eine Welt unter Waffen verpulvert nicht nur Geld allein. Sie verpulvert auch den Schweiß ihrer Arbeiter, den Geist ihrer Wissenschaftler und die Hoffnung ihrer Kinder.
Suche nicht die großen Worte, eine kleine Geste genügt
Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk, aber keinen Sonnenaufgang
Die meisten Menschen denken hauptsächlich über das nach, was die anderen Menschen über sie denken
Keiner sollte eine Drohung aussprechen, die er nicht halten kann. Das macht einen schwach.
Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.
Solange man selbst redet, erfährt man nichts.
Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern.
Es gibt Diebe, die nicht bestraft werden und einem doch das kostbarste stehlen: die Zeit.
Wem genug zu wenig ist, dem ist nichts genug
Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht
Wenn man seine Ruhe nicht in sich findet, ist es zwecklos, sie andernorts zu suchen
Das gefährlichste aller Rauschgifte ist der Erfolg.
Der sittliche Mensch liebt seine Seele, der gewöhnliche sein Eigentum.
Siege, aber triumphiere nicht.
Richtig verheiratet ist der Mann erst dann, wenn er jedes Wort versteht, das seine Frau nicht gesagt hat
Drei Dinge helfen, die Mühseligkeiten des Lebens zu tragen: Die Hoffnung, der Schlaf und das Lachen
Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will
Du hast die Wahl. Du kannst dir Sorgen machen, bis du davon tot umfällst. Oder du kannst es vorziehen, das bisschen Ungewissheit zu genießen
Der Mut ist wie ein Regenschirm. Wenn man ihn am dringendsten braucht, fehlt er einem
Eine schöne Uhr zeigt die Zeit an, eine schöne Frau lässt sie vergessen
Ohne schlechte Menschen gäbe es keine guten Anwälte
Von einer Frau kann man alles erfahren, wenn man keine Fragen stellt. Wenn man 50 Dollar Schulden hat, so ist man ein Schnorrer. Hat jemand 50.000 Dollar Schulden, so ist er ein Geschäftsmann. Wer 50 Millionen Dollar Schulden hat, ist ein Finanzgenie. 50 Milliarden Dollar Schulden haben - das kann nur der Staat
Ein Friedlicher ist einer, der sich totschießen lässt, um zu beweisen, dass der andere ein Aggressor gewesen ist. Am liebsten erinnern sich die Frauen an die Männer, mit denen sie lachen konnten
Wer interessieren will, muss provozieren
Die Frauen machen sich nur deshalb so hübsch, weil das Auge des Mannes besser entwickelt ist als sein Verstand.
Wenn du die Absicht hast, dich zu erneuern, tu es jeden Tag
Bankraub: eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank.
Das Geheimnis der Macht besteht darin, zu wissen, dass andere noch feiger sind als wir
Der Mensch kann wohl die höchsten Gipfel erreichen, aber verweilen kann er dort nicht lange.
Die Tränen lassen nichts gewinnen, wer schaffen will, muss fröhlich sein
Soldaten: Männer, die offene Rechnungen der Politiker mit ihrem Leben bezahlen.
Arbeite klug, nicht hart
Mein Vater gab mir den besten Rat meines Lebens. Er sagte: „Was du auch tust, auf keinen Fall darfst du mit 65 aufwachen und darüber nachdenken, was du versäumt hast
Beliebtheit sollte kein Maßstab für die Wahl von Politikern sein. Wenn es auf die Popularität ankäme, säßen Donald Duck und die Muppets längst im Senat.
Keine Schuld ist dringender, als die, Dank zu sagen.
Die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei ist nur schwer zu ziehen: Stecken Sie sich einen Ring in Ihre Nase, und Sie sind eine Wilde; stecken Sie sich zwei Ringe in Ihre Ohren, und Sie sind zivilisiert.
Gegner glauben uns zu widerlegen, wenn sie ihre Meinung wiederholen und auf die unsrige nicht achten.
Ein großer Teil der Sorgen besteht aus unbegründeter Furcht.
Ein Schmeichler ist ein Freund, der dir unterlegen ist oder vorgibt, es zu sein
Der Ärger ist als Gewitter, nicht als Dauerregen gedacht; er soll die Luft reinigen und nicht die Ernte verderben
Die Frau kontrolliert ihren Sex, weil sie für Sex all das bekommt, was ihr noch wichtiger ist als Sex
Eifersucht ist Angst vor dem Vergleich
Bescheiden können nur die Menschen sein, die genug Selbstbewusstsein haben
Alles ist gut. Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist. Nur deshalb. Das ist alles, alles! Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort im selben Augenblick
Doppelt lebt, wer auch Vergangenes genießt
Auch Quellen und Brunnen versiegen, wenn man zu oft und zu viel aus ihnen schöpft
Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart. Wer sichere Schritte tun will, muss sie langsam tun
Ein Mensch würde nie dazu kommen, etwas zu tun, wenn er stets warten würde, bis er es so gut kann, dass niemand mehr einen Fehler entdecken könnte
Betrügen und betrogen werden, nichts ist gewöhnlicher auf Erden
Es gibt sicher viele Gründe für die Scheidung, aber der Hauptgrund ist und bleibt die Hochzeit
Tue nie etwas halb, sonst verlierst du mehr, als du je wieder einholen kannst
Wenn ein Kolonialwarenhändler in seinem kleinen Laden so viele Dummheiten und Fehler machte wie die Staatsmänner und Generäle in ihren großen Ländern, wäre er in spätestens vier Wochen bankrott
Man beherrscht die Menschen mit dem Kopf. Man kann nicht mit dem Herzen Schach spielen Große Veränderungen in unserem Leben können eine zweite Chance sein
Wie lächerlich und weltfremd ist der, der sich über irgendetwas wundert, das im Leben vorkommt
Autoverkäufer verkaufen Autos, Versicherungsvertreter Versicherungen. Und Volksvertreter?
Ein klassisches Werk ist ein Buch, das die Menschen loben, aber nie lesen
Wir sind leicht bereit, uns selbst zu tadeln, unter der Bedingung, dass niemand einstimmt
Nicht jeder Schatz besteht aus Silber und Gold
Früher litten wir an Verbrechen, heute an Gesetzen.
Eine Frau ist im Stande, zwei Tage lang von nichts anderem zu leben als von einem hübschen Kompliment
Wer sich seiner eigenen Kindheit nicht mehr deutlich erinnert, ist ein schlechter Erzieher.
Neid ist die Eifersucht darüber, dass sich Gott auch mit anderen Menschen außer uns beschäftigt
Die deutsche Sprache sollte sanft und ehrfurchtsvoll zu den toten Sprachen abgelegt werden, denn nur die Toten haben die Zeit, diese Sprache zu lernen
Selbstironie ist das klügste Stilmittel, um Unterhaltung zu machen.
Nicht mit Erfindungen, sondern mit Verbesserungen macht man Vermögen
Wirtschaftswissenschaft: das einzige Fach, in dem jedes Jahr auf dieselben Fragen andere Antworten richtig sind
Männer sind Geschöpfe, die wie Sparbüchsen den größten Lärm machen, wenn am wenigsten in ihnen steckt
Es gibt drei Möglichkeiten, eine Firma zu ruinieren: mit Frauen, das ist das Angenehmste; mit Spielen, das ist das Schnellste; mit Computern, das ist das Sicherste
Der Computer arbeitet deshalb so schnell, weil er nicht denkt
Politik machen: den Leuten soviel Angst einjagen, dass ihnen jede Lösung recht ist
Wer gutes tun will, muss es verschwenderisch tun
Ist es ein Fortschritt, wenn ein Kannibale Messer und Gabel benutzt?
Um zu Besitz zu gelangen, sind die Menschen tapfer, um ihn zu bewahren, werden sie feige Das Schlimmste in allen Dingen ist die Unentschlossenheit.
Der Sklave will nicht frei werden. Er will Sklavenaufseher werden
Bank: eine Einrichtung, die dir so lange Geld leihen wird, als du beweisen kannst, dass du keins brauchst
Beim Menschen ist kein Ding unmöglich, im Schlimmen wie im Guten
Wahlen allein machen noch keine Demokratie
Es gibt Menschen, die sich immer angegriffen wähnen, wenn jemand eine Meinung ausspricht
Man sollte niemals zu einem Arzt gehen, ohne zu wissen, was dessen Lieblingsdiagnose ist
Wenn Sie die Bewunderung vieler Männer gegen die Kritik eines einzigen eintauschen wollen, dann los, heiraten Sie!
Der große Sport fängt da an, wo er längst aufgehört hat, gesund zu sein.
Frauen tun für ihr Äußeres Dinge, für die jeder Gebrauchtwagenhändler ins Gefängnis kommt
Alles, was sich zu lange hinschleppt, ehe es zu etwas nur irgend Sichtbarem wird, verliert an Interesse.
Alte Knaben haben genauso ihr Spielzeug wie die jungen, der Unterschied liegt lediglich im Preis
Die Medien sind wie moderne Pranger. Wir haben in der deutschen Gesellschaft zu viele Schiedsrichter und zu wenige Spieler
'Man kann nicht allen helfen', sagt der Engherzige und hilft keinem
Man darf niemals 'zu spät' sagen. Auch in der Politik ist es niemals zu spät. Es ist immer Zeit für einen neuen Anfang
Im Entwurf, da zeigt sich das Talent, in der Ausführung die Kunst
Ich glaube an die Gewaltlosigkeit als einziges Heilmittel
Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser
Die kleinsten Sünder tun die größte Buße
Der Friede beginnt im eigenen Haus
Wer stark ist, kann sich erlauben, leise zu sprechen
Ehe: der originelle Versuch, die Kosten zu halbieren, indem man sie verdoppelt.
Wenn ein Film Erfolg hat, ist er ein Geschäft. Wenn er keinen Erfolg hat, ist er Kunst.
Treue kann man nicht verlangen. Treue ist ein Geschenk.
Habgier im Alter ist eine Narrheit. Vergrößert man denn seinen Reiseproviant, wenn man sich dem Ziel nähert?
Atheisten: Leute, die einen Glauben, den sie nicht haben, glühend verteidigen
Autoren sollten stehend an einem Pult schreiben. Dann würden ihnen ganz von selbst kurze Sätze einfallen
Nationen, die man unterworfen hat, muss man entweder glücklich machen oder vernichten.
Gläubiger haben ein besseres Gedächtnis als Schuldner.
Man darf anders denken als seine Zeit, aber man darf sich nicht anders kleiden.
Sex ist sehr unkompliziert, wenn man von keinem Komplex, sondern von einem Bedürfnis geleitet wird
Wenn man die Natur einer Sache durchschaut hat, werden die Dinge berechenbar
Jede Generation lacht über Moden, aber folgt den Neuen treu
Frauen, die sich zu schnell erobern lassen, organisieren den Widerstand später im Untergrund.
Lebenskünstler leben von den Zinsen eines nicht vorhandenen Kapitals
Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt - er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.
Um verlorenes Hab und Gut werden die echtesten Tränen geweint
Wer gut wirtschaften will, sollte nur die Hälfte seiner Einnahmen ausgeben, wenn er reich werden will, sogar nur ein Drittel
Eine Frau muss schweigen können. Eine Ehe ohne Schweigen ist wie ein Auto ohne Bremsen
Nichts ist im Menschen, auch im scheinbar 'aufgeklärtesten', fester verwurzelt als der Glaube an irgendwelche Autoritäten
Unter Gleichberechtigung verstehen die Frauen gleiches Recht mit dem Mann überall dort, wo sie keine Vorrechte haben
Armut ist keine Schande - Reichtum auch nicht
Aktiengesellschaft: raffinierte Einrichtung zur persönlichen Bereicherung ohne persönliche Verantwortung.
Verfallstage
An den großen Verfallstagen laufen an der Terminbörse Eurex die Terminkontrakte, d. h. Futures und Optionen, wie folgt aus: STOXX-Familie zwischen 11:50 bis 12:00 Uhr DAX, TecDAX jeweils um 13:00 Uhr, MDAX um 13:05 Uhr (XETRA-Mittagsauktion) Aktien um 17:30 Uhr (Beginn XETRA-Schlussauktion) Verfall bedeutet, dass zu den genannten Zeiten die Abrechnungspreise festgestellt werden, anhand deren die Optionen und Futures bewertet werden (Settlement price). Beispiel: Für DAX-Futures (FDAX) und DAX-Optionen (ODAX) bedeutet das, dass um 13:00 Uhr der DAX-Kursstand von der Börse ermittelt wird und damit das offizielle Maß für alle an diesem Tag auslaufenden Terminkontrakte auf den DAX ist. Für den FDAX wird vor dem Verfall täglich um 17:30 ein Settlement price ermittelt
Weltweit fällt der Hexensabbat an allen wichtigen Börsen auf denselben Tag. Es verfallen also auch Kontrakte auf andere Indizes, internationale Aktien, Rohstoffe, Währungen etc
Der Hexensabbat findet stets am 3. Freitag des 3. Monats eines Quartals statt Große Verfallstage 2011: 18.3.11 / 17.6.11 / 16.9.11 / 16.12.11 Dem großen Verfallstag steht der kleine Verfallstag gegenüber, der auf den dritten Freitag jedes Monats bzw. bei Feiertagen auf den nachfolgenden Handelstag fällt. An diesem Tag laufen einige Serien von Terminprodukten aus.
BÖRSENKALENDER
VIDEOTEXT
Sender N-TV: Detaillierter Tages und Wochenüberblick von Marktnachrichten Videotextseite 436 / 437
BÖRSENKALENDER
INTERNET
Internet Seite: http://www.comdirect.de/inf/news/kalender.html
Finanznachrichten Seiten: http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-aktien http://www.finanzen.net http://www.aktiencheck.de/ http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE69E0G420101015 http://www.vem-aktienbank.de/index.php?id=243 http://www.boersen-zeitung.de/ http://www.wallstreet-online.de/
FWB Präsenz
Grundsätze für die Börsenpreisfeststellung
Die Feststellung eines Börsenpreises erfolgt auf der Basis der Marktlage Die Marktlage am Referenzmarkt muss berücksichtigt werden Meistausführungsprinzip: Es ist derjenige Preis festzustellen, zu dem der größte Umsatz bei minimalem Überhang der dem Skontroführer vorliegenden Orders innerhalb der zuletzt veröffentlichten Taxe stattfindet. Preiskontinuität: Können mehrere Börsenpreise festgestellt werden, so ist der Preis festzustellen, welcher möglichst nahe zum zuletzt festgestellten Börsenpreise liegt (unter der Berücksichtung der Tendenz) Gleichbehandlungsgrundsatz: Alle Order, die zum Zeitpunkt der Preisfeststellungen vorliegen, werden gleich behandelt
Parketthandel / Skontroführer
Die Vermittlung der dem Skontroführer erteilten Orders hat grundsätzlich Vorrang vor einem Selbsteintritt. Zur Vermeidung von Teilausführungen kann vom Vermittlungsvorrang abgewichen und ein Meistausführungsprinzip abweichender Börsenpreis festgestellt werden, wenn
Der Gegenwert der potentiellen Teilausführung wirtschaftlich wenig sinnvoll ist, d.h. die Teilausführung einer Order 3.000 € oder in von der Geschäftsführung bestimmten Wertpapieren 10.000 € unterschreiten würde oder Der Gegenwert der potentiellen Teilausführung weniger als 10 % des Volumens der Order darstellt Ein Abstand zum nächsten ausführbaren Limit von mindestens 20 % der Taxenbreite, welche bei Eingang der Order gültig war, eingehalten wird
Teilausführungen mit einem Gegenwert von unter 500 € pro Order, dürfen nur im Benehmen mit der Handelsüberwachungsstelle vorgenommen werden.
Eigen- und Aufgabegeschäft
Eigen- und Aufgabegeschäft des Skontroführers in den ihm zugewiesenen Papieren dürfen nicht tendenzverstärkend wirken
Eigengeschäft: Der Makler oder Skontroführer wird über seine Depotbank zum Kontrahenten Ausgabegeschäft: Makler muss die Benennung des fehlenden Kontrahenten innerhalb bestimmter Fristen vornehmen
Möglichkeit des Maklers, sich bei der Vermittlung die Benennung des Kontrahenten auf der Kauf- oder Verkaufsseite zu einem späteren Zeitpunkt vorzubehalten.
Benennung des Verkäufers, bis zum Schluss der nächsten Börsenversammlung Benennung des Käufers, spätestens am zweiten Börsentag nach dem Abschlusstag vor Börsenschluss
ERMITTLUNG DES ERSTEN BÖRSENPREISES
Taxe soll möglichst mit einführenden Kredit- und Finanzinstitut (Konsortialführer) abgestimmt werden, soweit dieses zum Ausgleich eines eventuell vorhandenen Überhanges bereit ist. Annahmeschluss frühestens 15 Minuten nach Ausruf der Eingabe der ersten Taxe Sofern das einführende Institut nicht zum vollständigen Marktausgleich bereit ist, darf der Skontroführer diesem keine weiteren Informationen aus dem Orderbuch mitteilen.
Mindestanforderungen an die Stellung von Taxen und Ausführung in Aktien
Einstellung einer Taxe mit Volumen vor Handelsbeginn um 9:00 Uhr (Frühe Taxe) Anteil der Handelszeit des Präsenzhandels eines Handelstages, für die eine Taxe eingestellt ist (Taxen-Präsenz) Einhaltung vorgegebener maximaler Spreads (Taxen-Breite) Einhaltung vorgegebener Mindestvolumina Einhaltung einer maximalen Ausführungszeit Ausführung von Order innerhalb der Taxen (Ausführungsqualität) Anteil von Teilausführungen
Aktien werden nach Anzahl der order pro Tag und Preisniveau in Liquiditätsklassen eingeteilt, unterschiedliche Parameter je Liquiditätsklasse
Börsenplatz Düsseldorf
Verbindliche Quotes: Skontroführer muss alle von ihm betreuten liquiden Wertpapiere aktuelle Quotes zu veröffentlichen. Der akutelle Quote gilt für das angezeigt Volumen als handelbares Angebot Liquiditätssicherung und Vollausführung: Skontroführer ist verpflichtet, Kundenausfträge bis zu den im festgelegten Regelwerk Quality Trading festgelegten Garantievolumen bzw. bis zu dem mit den Quotes angezeigten Volumen oder Stückzahlen voll auszuführen Leistungsangebot im maklergeschützten Handel ist nahezu vollständig im Regelwerk Quality Trading und damit verbindlich vorgeschrieben
XETRA
Designated Sponsor Überbrückt temporäre Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage Stellt auf Anfragen Geld-Brief-Spannen (Quotes) Kein Monopolist, Rolle für alle Teilnehmer offen Keine wesentlichen Informationsvorteile gegenüber anderen Markteilnehmern Leistungsabhängige Reduktion der Börsenentgelte
Aufgaben und Pflichten des Designated Sponsors Mindestquotierungsvolumen & maximaler Spread abhängig von der Liquidität der jeweiligen Aktie Mindestquotierungsdauer im fortlaufenden Handel, mind. 50 % der effektiven Handelszeit (Monat) Teilnahmeverpflichtung in Auktionen und Volatilitätsunterbrechungen Eingabe eines Quotes kurz nach Beginn der Aufrufphase Haltes des Quotes bis zur Preisermittlung Änderung des Quotes (Volumen und Limit) möglich
Handelsformen Fortlaufender Handel: Nur Round-Lot-Orders Offenes, anonymes Orderbuch mit kumulierten Stückzahlen/Anzahl der Orders pro Limit Laufende Preisermittlung Orderausführung nach Preis-/Zeitpriorität Schutzmechanismen: Volatilitätsunterbrechung / Erweiterte Volatilitätsunterbrechung
Handelsformen Auktion: Handel aller Ordergrößen (Odd-Lot und Round-Lot Orders) Festgelegte Struktur: Aufrufphase mit zufälligen Ende / Preisermittlung Teilweise geschlossenes, anonymes Orderbuch Ermittlung der Auktionspreises nach dem Meistausführungsprinzip Schutzmechanismen: Market-Order Unterbrechung/ VolaUnterbrechung/Erweiterte Volatilitätsunterbrechung
DER FINANZMARKT
Börsenhandel: Organisierter Markt mit feststehenden Regeln: Kontrahierungszwang Aufsichtsorgane Valuta T+2 Preisbildungsregeln Preistransparenz
Außerbörslicher Handel (OTC): Nicht lokalisierter Markt ohne feste Handelszeiten, auf dem per Bildschirm oder Telefon gehandelt wird (OTC – Over the Counter)
Individuelle Vertragsausgestaltung HANDELSPHASEN
Vorhandelsphase/Nachhandelsphase: Orderbuch geschlossen Eingabe/Ändern/Löschen von Orders Bearbeitung von Trade Confirmations (nur Nachhandelsphase)
Auktionen: Teilweise geschlossenes Orderbuch (indikativer Preis und best bid/ask bzw. Volumensangaben) Alle Order (Odd Lots und/oder Round Lots) außer Orders mit entsprechender Handelbeschränkung Market Order Unterbrechung und Volatilitätsunterbrechungen
Fortlaufender Handel: Offenes Orderbuch Round Lot außer Orders mit entsprechenden Handelsbeschränkungen Volatilitätsunterbrechungen
PREISBILDUNG
Grundsatz: Nur vorhandene Limite und der Referenzpreis können als Börsenpreis ermittelt werden. (Ausnahme Midpoint im Marktmodell XXL).
Auktion: Meistausführungsprinzip: Ermittlung des Auktionspreises entsprechend dem Limit mit dem Limit mit dem höchstens ausführbaren Ordervolumen im Orderbuch Bei nicht eindeutiger Orderbuchsituation, wird der Überhang oder der Referenzpreis herangezogen Befinden sich nur Market Order im Orderbuch, erfolgt die Ausführung zum Referenzpreis.
Fortlaufender Handel: Kernregel: Ausführung nach Preis/Zeit Priorität Market Orders, die sich ausführbar gegenüberstehen (nicht ausgeführte Market Order im Orderbuch), werden zum Referenzpreis ausgeführt.
TICK SIZE
Minimale Preisveränderung (Tick Size) Für Preislimite bis 0,25 € generell 0,001 € (0,1 Cent) Für Preislimite oberhalb 0,25 € beträgt die Tick Size 0,01 (1 Cent)
Für folgende Aktien ist die Tick Size auf 0,005 € (0,5 Cent) festgesetzt (vielleicht nicht mehr ganz aktuell)
Dt. Telekom DTE Infineon IFX
BMA AG BWM
Commerzbank CBK Daimler DAI Deutsche Bank DBK Dt. Lufthansa LHA Dt. Post DPW
PREISBILDUNG FORTLAUFENDER HANDEL
Bereits im Orderbuch befindlich Orders horizontal Neu eingehende Order vertikal
Market Order Limit Order Market und Limit Order Kauf Market Order Referenzpreis Niedrigstes Verkaufslimit Referenzpreis oder Verkaufslimit (Minimum) Verkauf Market Order Referenzpreis Höchstes Kauflimit Referenzpreis oder Kauflimit (Maximum) Kauf Limit Order Referenzpreis oder Kauflimit (Minimum) Niedrigstes Verkaufslimit Referenzpreis oder Limite (Minimum) Verkauf Limit Order Referenzpreis oder Verkaufslimit (Maximum) Höchstes Kauflimit Referenzpreis oder Limite (Maximum)
WERTPAPIERLEIHE – DEFINITION
Überlassung von Wertpapieren kurzfristig und gegen Entgelt für eine bestimmte Zeit Uneingeschränkter Eigentumsübergang und Entleiher Anspruch des Verleihers auf Rückübertragung von Wertpapieren gleicher Art und Güte Sachdarlehen in Wertpapieren gemäß §§ 607 – 609 Bürgerliches Gesetzbuch
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GENUSSSCHEIN DEFINITION
Der Genussschein stellt die verbriefte Form eines Genussrechts dar. Die genaue Definition und Ausgestaltung des Genussscheins ist vom jeweiligen Rechtssystem abhängig. Es handelt sich um ein gesetzlich nicht geregeltes Wertpapier, welches je nach individueller Ausgestaltung der verbrieften Rechte eher einer Aktie und damit Eigenkapital oder aber einer Anleihe und damit Fremdkapital ähnelt. Genussscheine werden in der Regel nachrangig ausgestaltet, d.h. die Verbindlichkeiten werden im Falle einer Insolvenz erst nach den Forderungen der anderen Fremdkapitalgläubiger bedient. Wie eine Anleihe auch, gewähren die „Genüsse“ in der Regel die Rückzahlung des Anlagebetrages zum Nennwert am Laufzeitende sowie einen jährlichen Zinsanspruch. Die Höhe dieser nicht garantierten Verzinsung hängt aber – wie die Dividende bei der Aktie – vom Jahresgewinn des emittierenden Unternehmens ab. Oftmals wird bei Genussscheinen eine Verlustbeteiligung bis zur Höhe des Kapitaleinsatzes vereinbart. Genussscheine sind ein Instrument der Mezzanine-Finanzierung, da sie Eigenkapital- und Fremdkapitalcharakteristika aufweisen. Wirtschaftlich wird Genusskapital als Eigenkapital angesehen, vor allem aufgrund der Nachrangigkeit und der gewinnabhängigen Verzinsung. Dennoch beinhaltet ein Genussschein kein Mitspracherecht bei der Geschäftsführung und kein Stimmrecht. Steuerlich werden Genussscheine als Fremdkapital behandelt, wenn für den Investor keine Beteiligung am Gewinn und Liquidationserlös des Unternehmens vereinbart ist. In diesem Fall sind die Ausschüttungen als Betriebsausgabe steuerlich abzugsfähig. Daher schließen viele Genussscheine in Deutschland eine Beteiligung am Liquidationserlös aus. Genussscheine kommen als Inhaber-, aber auch als Namenspapiere vor und haben in der Regel eine begrenzte Laufzeit, die mit Kündigung und Rückzahlung oder mit Fristablauf endet. Für die Ausgabe von Genussscheinen durch Aktiengesellschaften ist in Deutschland mindestens eine Dreiviertelmehrheit in der Hauptversammlung erforderlich, außerdem steht den Aktionären ein Bezugsrecht zu. Gleichwohl ist die Emission von Genussscheinen an keine bestimmte Rechtsform geknüpft. Genussscheine können börsentäglich veräußert werden. Stückzinsen werden bei Genussscheinen nicht berechnet: Sie werden „flat“ notiert; stattdessen beinhaltet der jeweilige Kurs den rechnerisch aufgelaufenen Zins. Kreditinstitute unterschiedlicher Rechtsformen können das durch die Emission von Genussscheinen erhaltene Kapital unter bestimmten Voraussetzungen dem haftenden Eigenkapital hinzurechnen. Genussrechte sind in § 10 Abs. 5 KWG geregelt. Genussrecht Genussrecht ist ein juristischer Begriff aus dem deutschen Schuldrecht. Ein Genussschein ist eine Anlageform, die z. B. Rechte am Reingewinn einer Gesellschaft übergibt. Das Stimmrecht ist dabei immer ausgeschlossen. Die Rendite ist oft recht hoch, bei einer Insolvenz oder einer Liquidation erfolgt die Rückzahlung der Einlage des Genussscheininhabers aber erst nach vollständiger Befriedigung aller anderen Gläubiger. Der Totalverlust der Einlage ist also möglich. Zivilrechtliche Grundlagen Ein Genussrecht ist ein rein schuldrechtliches Kapitalüberlassungsverhältnis. Mit Abschluss des Genussrechtsvertrages verpflichtet sich der Genussrechtsinhaber, dem Genussrechtsemittenten das Genussrechtskapital zur Verfügung zu stellen. Im Gegenzug werden dem Genussrechtsinhaber Vermögensrechte gewährt, die in der Regel auch Gesellschaftern des Emittenten zustehen, wie z. B. eine gewinnabhängige Vergütung, eine Beteiligung am Liquidationserlös oder Optionsrechte. Eine Ausstattung mit Verwaltungsrechten, insbesondere mit Stimmrechten, ist hingegen nicht möglich. Der Begriff des Genussrechts wird in den deutschen Gesetzen mehrfach (z. B. § 221 Abs. 3 AktG, § 8 Abs. 3 Satz 2 KStG) verwendet, eine gesetzliche Definition fehlt indes. Genussrechte können als Genussscheine in Form von Inhaber- oder Namenspapieren wertpapiermäßig verbrieft werden. Genussrechte sind eine Beteiligungsform, die ausschließlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz (hier genannt Partizipationskapital) möglich ist. In diesen Rechtsordnungen wird die Existenz des Genussrechts als Beteiligungsform vorausgesetzt (insbesondere im Steuerrecht), aber nicht ausdrücklich der mögliche Inhalt von Genussrechts-Bedingungen geregelt. Andere Rechtsordnungen kennen die Beteiligungsform Genussrecht nicht. Selbst bei einer sog. Rechtswahl in den Beteiligungsbedingungen – die immer nur Wirkungen im Innenverhältnis von Unternehmen zu Anlegern/Investoren zeigt – beurteilt sich das Außenverhältnis zu den anderen Gläubigern des Unternehmens immer nach nationalem Recht. Die Laufzeit der Genussrechts-Beteiligung kann unterschiedlich geregelt werden. Entweder wird ein fixer Beendigungszeitpunkt gewählt oder eine Mindestlaufzeit im Sinne einer Kündigungsausschlussfrist. In letzterem Fall kann der Anleger/Investor unter Beachtung der in den Genussrechts-Bedingungen geregelten Kündigungsfrist die Beteiligung durch Kündigung beenden. Zur Endfälligkeit der Genussrechte wird der Buchwert (also der in der Bilanz des Unternehmens ausgewiesene Wert) des Genussrechtskapitals zurückgezahlt. Die Höhe des Buchwertes ist regelmäßig die Höhe des eingezahlten Kapitals (Ausnahme: thesaurierende Genussrechte, Eingreifen der Verlustbeteiligung). Der Anleger/Investor wird im Rahmen einer Genussrechts-Beteiligung immer an dem Ergebnis des Unternehmens beteiligt. Bezugsgröße für die Berechnung der Ergebnisbeteiligung kann sowohl das Jahresergebnis (Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag) oder das Bilanzergebnis (Bilanzgewinn/Bilanzverlust) sein. Die Ergebnisbeteiligung hat direkte Auswirkungen auf die Ausschüttungen an den Anleger/Investor und auf die Höhe des Rückzahlungsbetrags. Die Genussrechts-Bedingungen regeln, unter welchen Voraussetzungen und in welcher Höhe Ausschüttungen erfolgen (sog. Gewinnbeteiligung). Üblicherweise setzen Ausschüttungen auf das Genussrechtskapital einen ausreichenden Jahresüberschuss oder einen Bilanzgewinn voraus. Wenn diese Voraussetzung nicht erfüllt ist, erfolgt für das Geschäftsjahr keine Ausschüttung. Üblich ist jedoch ein Anspruch der Genussrechtsgläubiger auf Nachzahlung ausgefallener Kupons aus den Gewinnen der Folgejahre. Wesentliches Merkmal von Genussrechten ist die Verlustbeteiligung. Diese Verlustbeteiligung dient gleichzeitig als Abgrenzungskriterium zu anderen Beteiligungsformen wie bspw. einem partiarischen Darlehen. Die Verlustbeteiligung regelt, wie ein etwaiger Jahresfehlbetrag/Bilanzverlust von dem Genussrechtskapital zu tragen ist. Sofern das Unternehmen einen Jahresfehlbetrag in einem Geschäftsjahr erwirtschaftet oder einen Bilanzverlust ausweist, nimmt das Genussrechtskapital an diesem Verlust bedingungsgemäß teil, zumeist im gleichen Verhältnis wie das gesamte verlusttragende haftende Eigenkapital. Der so ermittelte Verlustanteil wird von dem in der Bilanz ausgewiesenen Genussrechtskapital abgezogen. Sofern in den Folgejahren positive Jahresergebnisse erwirtschaftet werden, sind diese regelmäßig zunächst zur Wiederauffüllung der Rückzahlungsansprüche des Genussrechtskapitals bzw. des Buchwertes zu verwenden. Sofern nach einer Verlustbeteiligung die Gewinne der Folgejahre nicht ausreichen, um den von dem Genussrechtskapital zu tragenden Verlustanteil auszugleichen/wiederaufzufüllen, so bekommt der Anleger/Investor zur Endfälligkeit nicht die volle Höhe seines zur Verfügung gestellten Kapitals zurück. Wirtschaftliche Stellung Da das Genussrecht auf der einen Seite rein schuldrechtlicher Natur ist, auf der anderen Seite allerdings mit Vermögensrechten ausgestattet ist, die typischerweise nur Gesellschaftern gewährt werden, hat das Genussrecht wirtschaftlich eine Stellung zwischen Eigenkapital und Fremdkapital. Es gehört somit neben den Vorzugsaktien, der stillen Gesellschaft, den partiarischen Darlehen und den Wandel- und Optionsanleihen zu den hybriden Finanzierungsformen bzw. Mezzanine-Finanzierungen. Genussrechte können im extremen Falle (insbesondere bei Verlusten der Emittentin zum Ende der Laufzeit) riskante Kapitalanlagen sein, die sich nach Angaben einiger Anlegerschützer für die Vermögensbildung und Altersvorsorge von Privatanlegern nicht eignen. Siehe auch Stiller Teilhaber. Handelsrechtliche Bilanzierung Üblicherweise werden Genussrechte als Fremdkapital bilanziert. Ein eigener Posten „Genussrechtskapital“ kann gemäß § 266 Abs. 3 HGB gebildet werden. Der IDW (Institut der Wirtschaftsprüfer e. V.) hat in der Stellungnahme 1/1994 Kriterien aufgestellt, die bei Erfüllung einen Ausweis als Eigenkapitalersatz rechtfertigen: Erfolgsabhängigkeit der Vergütung Teilnahme am Verlust bis zur vollen Höhe und Langfristigkeit der Kapitalüberlassung (mind. 5 Jahre) Nachrangabrede, d. h. Nachrangigkeit der Forderung im Insolvenz- oder Liquidationsfall gegenüber allen Gläubigern. Die laufende Vergütung des Genussrechtskapitals wird in der Gewinn- und Verlustrechnung als „Zinsen und ähnliche Aufwendungen“ erfasst. Dies ist auch dann so, wenn das Genussrecht als Eigenkapital ausgewiesen wird. Eine Verlustbeteiligung wird durch die Bildung eines Ertragspostens „Erträge aus Verlustübernahme“ erfasst
Rechnungslegung HGB In der Rechnungslegung nach HGB orientiert man sich wie gewohnt am dort vorherrschenden Vorsichtsprinzip. Demnach ist eine Bilanzierung im Eigenkapital erst dann möglich, wenn das zur Verfügung gestellte Kapital eine „ausreichende“ Haftungsqualität aufweist. Dies ist (Stand 1994) erst dann gegeben, wenn die folgenden vier Voraussetzungen kumulativ erfüllt sind:[2] 1. Nachrangigkeit: Im Insolvenz- bzw. Liquidationsfall darf ein Rückzahlungsanspruch erst gegeben sein, nachdem alle anderen Gläubiger, deren investiertes Kapital nicht als Eigenkapital klassifiziert wurde, bedient wurden. Es muss damit als „Haftsubstanz“ zur Verfügung stehen. 2. Verlustteilnahme bis zur vollen Höhe: Eine Verrechnung eingetretener Verluste mit Bestandteilen des bilanziellen Eigenkapitals, welches vor Ausschüttung besonders geschützt ist, darf erst erfolgen, wenn das Genussrechtskapital (o. ä.) verbraucht ist. 3. Erfolgsabhängigkeit der Vergütung: Vergütungen für das zur Verfügung gestellte Kapital erfolgen nur, soweit das Eigenkapital nicht die besonders geschützten Eigenkapitalbestandteile unterschreitet. 4. Längerfristigkeit der Kapitalüberlassung: Das Kapital muss für einen längeren Zeitraum überlassen werden, während dessen für den Emittenten und Investor die Rückzahlung ausgeschlossen ist. Darüber, wie lange das Kapital zur Verfügung gestellt sein muss, um als „langfristig“ eingestuft zu werden, äußert sich der HFA des Instituts der Wirtschaftsprüfer in seiner Stellungnahme nicht. Nach hM sind allerdings mindestens fünf Jahre erforderlich. Eine Umqualifikation von Eigen- in Fremdkapital während der Laufzeit ist nicht erforderlich. Damit ist die Restlaufzeit bei der Kategorisierung in Eigen- oder Fremdkapital unerheblich. Rechnungslegung IFRS In der internationalen Rechnungslegung nach den International Financial Reporting Standards (IFRS), ehemals International Accounting Standards (IAS), erfolgt die Zuordnung zu Eigen- oder Fremdkapital aufgrund der tatsächlichen Vertragsgestaltung. Tendenziell sieht IAS 32 - Financial Instruments: Disclosure and Presentation (Finanzinstrumente: Angaben und Darstellung) aber eher eine Zuordnung zum Fremdkapital vor, was zu einer hohen Ergebnisvolatilität führen kann. Begriff der Mündelsicherheit Laut der Rechtsgrundlage § 1807 BGB und dazu ergangenen Verordnungen gelten als mündelsicher unter anderem: inländische Hypotheken, Grund- und Rentenschulden Bundesschatzbriefe, Bundes- und Länderanleihen sonstige festverzinsliche Papiere mit Landes- oder Staatsgarantie Pfandbriefe Konten bei für geeignet erklärten Sparkassen beziehungsweise Banken klassische Sparbücher und Tagesgeldkonten Genussscheine Chancen: Ausschüttungsgewinne Genussscheine berechtigen den Inhaber nach den beschriebenen Genussscheinbedingungen zum Bezug der regelmäßigen Ausschüttung. (Siehe Kapitel Ausschüttung und Rendite) Kursgewinne Der Anleger hat neben den Ausschüttungsgewinnen die Möglichkeit, durch Kursgewinne die Rendite seiner Genussscheine zu steigern. Kauft er während der Laufzeit zu einem Kurs unter 100% und wartet er bis zur Fälligkeit, bei der eine Rückzahlung zu 100% vollzogen wird, so kann er die Kursdifferenz als Gewinn verbuchen. Ebenfalls Kursgewinne realisiert der Genussscheinanleger, wenn er während der Laufzeit zu einem höheren Kurs als dem Kaufkurs verkauft. Hierbei garantiert die Börsenhandelbarkeit von Genussscheinen die Qualität und Transparenz des Handels sowie eine faire und marktgerechte Preisermittlung. Genussscheine Risiken: Bonitäts- und Marktrisiko Die Bonität des Emittenten ist ein wesentliches Kriterium bei der Anlage in Genussscheine. Verschlechtert sie sich, sind Kurseinbußen nahezu zwangsläufig die Folge. Investoren, die ihre Anlage nicht auf Endfälligkeit ausgerichtet haben, sind zinsänderungsbedingten Kursrisiken ausgesetzt. Die Sensitivität gegenüber Zinsänderungen ist von der Laufzeit des Genussscheins abhängig. Je länger die Laufzeit, desto höher ist das Risiko für den Anleger bei Zinsänderungen. Ausschüttungsrisiko Die Ausschüttung von Genussscheinen ist an die Gewinnsituation des Emittenten gebunden. Bei einem Verlust fällt somit die Ausschüttung aus. Erreicht der Emittent später wieder die Gewinnzone, weisen viele, jedoch nicht alle Emissionen einen Nachzahlungsanspruch aus. Dieser Anspruch besteht üblicherweise nur während der Laufzeit der Genussscheine. Rückzahlungs- und Haftungsrisiko Verluste beim Emittenten können bei entsprechender Gestaltung des Genussscheins auch zu einer Aussetzung oder Reduzierung der Rückzahlung führen. Der Eigenkapitalcharakter kommt auch in der Nachrangigkeit der Titel zum Ausdruck. Das heißt, der Kapitaleinsatz wird erst dann zurückgezahlt, wenn alle anderen Gläubigeransprüche befriedigt wurden. Dann noch übrige Mittel erhalten auch die Genussscheininhaber, und zwar vorrangig vor den Aktionären. Liquiditätsrisiko Das Emissionsvolumen bei Genussscheinemissionen ist deutlich geringer als bei Anleihen. Oft werden Engagements auch auf Endfälligkeit ausgerichtet, so dass nur ein Teil des Emissionsvolumens dem Börsenhandel zur Verfügung steht, mit den entsprechenden Folgen für die Marktliquidität.
FUN AND PROFIT
PSYCHOLOGIE
PSYCHOLOGIE
Inhaltsverzeichnis:
Verhaltenspsychologie 2-20 Diverses 20-25 Börsenthesen 26-31 Phantasie ist wichtiger als Wissen 32-36 Spiel der Spiele 37-40 Bärenmarkt 41-44 Market Wizards- 44-53 Erfolg mit Optionsscheinen 54-61 Master Trader Konzept 62-65 Missions Definition 66-70 Kunst der Day Tradens 71-131 Trading Guide 133-135 Larry William / Larry Livingston 135-136 Mission 137-142 / Strategisches Investieren 143 / Candlesticks 144-145 Diverse 146-147 Zitate 152 -158 Devisenhandel 159-162
Technische Analyse 163 – 165
Diverse 166 – 177 Wikipedia 178 – 213 Projektmanagement 214 - 222
EMOTIONEN ODER KÖRPER
Die meisten Menschen neigen dazu, Gefühle seien Reaktionen auf Ereignisse oder Handlungen. Das würde also heißen, etwas passiert, und Ihr Gehirn arbeitet die emotionale Reaktion aus – Trauer Wut Glück usw. Dann sagt das Gehirn dem Körper, wie er reagieren soll – sich zusammenreißen, Blut zu pumpen, die Atemfrequenz zu erhöhen usw.
William James war einer der Ersten, der postuliert hat, dass wahre Kausalität wohl tatsächlich vom Körper zum Gehirn fließen kann. Aus James´ Sicht schätzt das Gehirn die Situation so schnell ein, dass wir keine Zeit haben, uns bewusst zu werden, wie wir uns eigentlich fühlen sollen. Stattdessen überprüft das Gehirn den Körper nimmt Ergebnisse auf (d.h. schwitzende Haut, höhere Herzschlag usw.) und schließt dann auf die Emotion, die den physischen Signalen entspricht, die der Körper erzeugt hat.
Wenn Sie das selbst ausprobieren möchten, versuchen Sie, das Gesicht zu machen, das dem Gefühl entspricht, das Sie erleben wollen. Versuchen Sie beispielsweise zu lächeln. Wenn Sie mit einem Lächeln dasitzen und sich auf Ihr Lächeln konzentrieren, dann dürften Sie sehr schnell die positiven Gefühle spüren, die ein Lächeln mit sich bringt.
Laut Gilbert und Gill sind wir Realisten des Augenblickes. Das bedeutet, dass wir dazu tendieren, unserer ersten emotionalen Reaktion zu vertrauen und die so entstandene ursprüngliche Meinung „erst später gelegentlich und mit größter Anstrengung“ korrigieren. Wenn wir z.B. mit dem Fuß gegen einen Felsen stoßen oder mit dem Kopf gegen die Stange schlagen verfluchen wir den Gegenstand, obwohl er kaum etwas hätte beitragen können, um uns vor unseren Fehler zu schützen.
SELBSTBEHERRSCHUNG IST WIE EIN MUSKEL
Leider lässt eine große Anzahl von Forschungsergebnissen darauf schließen, dass unsere Fähigkeit, mithilfe von Selbstbeherrschung, den kognitiven Vorgang derart zu beeinflussen, sich gegen unsere emotionalen Reaktionen durchsetzen zu können, begrenzt ist. Jede Selbstbeherrschungsbemühung verringert die zur Verfügung stehende Energie für spätere Bemühungen dieser Art.
Ergebnisse: 1. In einer emotionalen Notlage tendieren Menschen dazu, Möglichkeiten mit einem hohen Risiko und einer großen Belohnung zu wählen, auch wenn diese objektiv einer schlechtere Wahl sind. Dies scheint auf ein Versagen der Denkfähigkeit zurückzuführen zu sein, das durch die emotionale Notlage ausgelöst wurde.
2. Wenn die Selbstachtung bedroht ist, ärgern sich Menschen und verlieren die Fähigkeit sich selbst zu steuern. Insbesondere Menschen mit einen hohen Meinung von sich selbst, ärgern sich oft als Reaktion auf einen Angriff auf ihren Stolz. Um zu beweisen, wie großartig sie sind, vernachlässigen sie die normale und rationale Art und Weise, das Leben zu bewältigen. Wenn die Selbststeuerung versagt, können sich Menschen auf verschiedenen Weise so verhalten, dass sich ihre eigentlichen Absichten zunichte gemacht werden, indem sie beispielsweise versuchen, eine Befriedigung sofort und nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erhalten. Die Selbststeuerung scheint nur von beschränkt verfügbaren Mittel abzuhängen, ähnlichen wie bei Stärke und Energie, weshalb sich Menschen nur bis zu einem bestimmten Grad steuern können.
3. Eine Wahl oder Entscheidung zu treffen führt dazu, dass diese Mittel verbraucht werden. Wenn die Mittel beispielsweise nach einer Reihe wichtiger Entscheidungen verbraucht sind, wird das Selbst müde und leer und die späteren Entscheidungen können sehr wohl kostspielig oder unsinnig sein.
4. Das Zugehörigkeitsbedürfnis ist ein zentrales Merkmal der Motive der Menschen und wenn die Befriedigungen dieses Bedürfnisses dadurch verhindert werden, dass wir von anderen Menschen nicht akzeptiert werden, hört der Mensch auf richtig zu funktionieren. Die Zahl irrationaler und die, eigentlichen Absichten, zunichtemachender Handlungen nimmt nach einer Ablehnung zu.
Als Herdentier konstruiert
Konträre Strategien bedeuten für den Anleger, sich sozialem Schmerz auszusetzen. Um eine solche Strategie umsetzen zu können, würde man die Aktien kaufen, die alle anderen verkaufen und man würde die Aktien verkaufen, die alle anderen kaufen. Das ist sozialer Schmerz. Die Umsetzung einer solchen Strategie wäre so, als ob man sich ständig den Arm brechen würde – das macht keinen Spaß.
„Zu kaufen, wenn andere verzweifelt verkaufen und zu verkaufen, wenn andere gierig sind zu kaufen, erfordert größte innere Stärker und mach sich am meisten bezahlt“ Sir Templeton
Halb Mensch, halb Affe ?
Diese Voreingenommenheiten gelten für mich, für sie und für alle anderen auch Seien Sie sich Ihrer Meinung nicht so sicher, besonders, wenn es sich um eine Vorhersage handelt. Sie wissen weniger, als die zu wissen meinen Versuchen Sie sich auf die Tatsachen zu konzentrieren nicht auf die Storys. Mehr Information bedeutet nicht bessere Informationen Hören Sie auf die, die nicht Ihrer Meinung sind. Schauen Sie sich Ihrer Fehler an, sie sind nicht nur Pech Sie haben es nicht die ganze Zeit gewusst, Sie meinten nur es zu wissen Beurteilen Sie die Dinge danach, wie statistisch wahrscheinlich sie sind, nicht wie sie zu sein scheinen Große und beeindruckende Ereignisse, an die man sich gut erinnern kann, sind weniger wichtig, als man meint Verwechseln Sie nicht gute Firmen nicht mit guten Anlagen, oder ein gutes Gewinnwachstum mit einer guten Rendite Nehmen Sie Informationen nicht für bare Münze, rekapitulieren Sie genau, wie sie Ihnen dargeboten wurden. Was sind Sie bereit zu zahlen, damit ein unerwünschter Zustand nicht und dafür ein gewünschter Zustand eintrifft? Verkaufen Sie die verlustbringenden Anlagen und behalten Sie die gewinnbringenden Anlagen
VOREINGENOMMENHEIT NR 1 :
Ich weiß es besser, weil ich mehr weiß
3 Fragen: Sind Sie ein guter Autofahrer? Sind Sie gut in Ihrem Beruf? Sind Sie ein guter Liebhaber?
Bei unzähligen Befragungen, hat bisher nur ein Mann zugegeben kein guter Liebhaber zu sein. Dies weißt auf den Kern der zwei häufigsten Voreingenommenheiten, auf die wir stießen – Überoptimismus und übersteigertes Selbstvertrauen. Dies geht auf die Illusion von Kontrolle und die Illusion von Wissen zurück.
Die Illusion des Wissens: Mehr Informationen sind nicht bessere Informationen
Die Illusion des Wissens bedeutet, dass die Menschen häufig meinen, dass die Richtigkeit ihrer Prognosen bei mehr Information zunimmt. „Das größte Hindernis für Entdeckungen ist nicht fehlendes Wissen, sondern die Illusion des Wissens“ Mehr Informationen sind nicht notwendigerweise bessere Informationen. Worauf es ankommt, ist was sie aus diesen Informationen machen, nicht, wie viel Sie davon haben.
Buchmacherexperiment (8 Buchmacher machen Prognosen) zeigt, dass die Richtigkeit (Trefferquote) eine ziemlich flach verlaufende Linie ist, ohne Rücksicht auf den Umfang der Daten zur Bewertung, die den Buchmachern zur Verfügung standen.
Die Zuversicht der Buchmacher nahm aber bei einer höheren Zahl an Daten zu. Bei fünf Daten waren die Richtigkeit und die Zuversicht eng miteinander verbunden. Als jedoch 40 unterschiedlichen Daten angegeben wurde, belief sich die Richtigkeit immer noch auf 15 % doch die Zuversicht war über 30 % gestiegen.
Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass professionelle Anleger ebenso wie Buchmacher im Allgemeinen viel zu zuversichtlich sind. „Die Experten mögen zwar mehr wissen, als die Nichtexperten, doch es ist auch wahrscheinlicher, dass sie noch überzuversichtlicher sind als die Nichtexperten.“
Illusion der Kontrolle
Die Illusion der Kontrolle bezieht sich auf die Meinung, das Ergebnis unkontrollierbarer Ereignisse beeinflussen zu können. Menschen zahlen beispielsweise vierundeinhalb Mal mehr für ein Lotterielos, das Zahlen enthält, die sie selbst wählen, als für eine Zufallsauswahl der Zahlen. Die Menschen akzeptieren eine Wette auf den Wurf einer Münze eher vor deren Wurf, wenn das Ergebnis noch nicht feststeht, als danach, als ob sie beeinflussen könnten wie oft sich die Münze in der Luft dreht. Auch hier spielen Informationen eine Rolle. Je mehr Informationen man hat, desto stärker tendiert man dazu zu glauben, dass alles unter Kontrolle ist.
VOREINGENOMMENHEIT NR. 2:
Groß ist ungleich wichtig
Jede Information kann nach zwei Kriterien beurteilt werden – nach Kraft und nach Bedeutung. Eine Verwechslung dieser beiden Kriterien kann leicht zu Über- Unterreaktion führen. Nehmen wir zum Beispiel an, Sie haben mit einem Bewerber ein Einstellungsgespräch, das voll mit glühenden Bekundungen der Fähigkeiten des Bewerbers in fast allen Lebensbereichen ist. Zu dumm, dass das Schreiben von der Mutter des Kandidaten verfasst wurde.
Die Kraft der Information ist das hohe Maß der hoch gelobten Charakterzüge. Die Bedeutung dieser Information ist sehr gering, weil der Briefschreiber eine Quelle ist, die stark voreingenommen ist.
VOREINGENOMMENHEIT NR. 3
Zeig mir was ich sehen will
Wir haben die sehr schlechte Angewohnheit, nach Informationen zu suchen, die uns zusagen. Dieses Verlangen nach bestätigenden Infos heißt Bestätigungstendenz. Als Karl Popper seine , als überprüfen, sei eine Hypothese aufzustellen und dann den restlichen Tag damit zu verbringen, alle Infos zu sammeln, die mit der Hypothese nicht zu vereinbaren sind. Wir neigen dazu uns eine Meinung zu bilden und den restlichen Tag damit zu verbringen alle Infos zu suchen, die uns Recht geben.
Unsere natürliche Tendenz ist es, den Menschen zuzuhören, die unserer Meinung sind. Wir hören es gern, wenn andere unsere Meinung bestätigen. Wir bekommen dann dieses warme, unbestimmte Gefühl der Zufriedenheit. Leider ist dies nicht die beste Art Entscheidungen zu treffen. Stattdessen sollten wir auf die hören, die am wenigstens mit uns übereinstimmen. Nicht damit wir unsere Meinung ändern, sondern damit wir die entgegen gesetzte Meinung kennenlernen. Wir sollten nach dem logischen Fehler in der entgegen gesetzten Meinung suchen. Wenn wir so einen Fehler nicht finden können, dann sollten wir nicht so überzeugt an unserer Meinung festhalten, wie wir es wahrscheinlich tun.
Ein zusätzliches Problem bei dem Versuch diesen Weg einzuschlagen ist, dass wir oft unter dem Hostile Media Bias leiden. Wir suchen also nicht nach Infos, die uns zusagen, sondern tendieren zusätzlich dazu, die Quellen von Informationen, die unserer Meinung widersprechen als voreingenommen zu betrachten!
VOREINGENOMMENHEIT NR. 4
Kopf war können, Zahl war Pech
Unsere Selbstachtung ist ziemlich anfällig und einer der wichtigsten Mechanismen zum Schutz unser Selbstschild ist die Neigung zur Selbstzuschreibung. Darunter versteht man die Tendenz, gute Ergebnisse seien Können und schlechte Ergebnisse scheinen Pech zu sein. Das ist eine der wichtigsten Beschränkungen, auf die der Anleger treffen dürfte. Dieser Mechanismus hindert uns daran, Fehler einzugestehen und verhindert auch oft, dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.
VOREINGENOMMENHEIT NR. 5
Das habe ich mir gleich gedacht.
Eine der gefährlichsten Voreingenommenheiten, auf die wir in der Verhaltenpsychologie treffen, ist der Rückschaufehler. Das bezieht sich darauf, dass wir uns, nachdem etwas geschehen ist, sicher sind, es vorher gewusst zu haben. Wenn alle meinen, die Vergangenheit vorhersagen zu können, dürften sich natürlich auch sicher sein, die Zukunft vorhersagen zu können. Die Rückschau ist daher einer der dynamischsten Antriebe der Überschätzung der Richtigkeit des eigenen Urteils. Wie ich bereits erwähnte, ist die Rückschau einer der gefährlichsten Tendenzen, wenn man Verhaltenspsychologie lehrt, denn die Gefahr besteht, dass man sich, nachdem man das gelesen hat: “Na das war interessant… aber das habe ich mir gleich gedacht.“
VOREINGENOMMENHEIT NR. 6
Das irrelevante hat Wert als Signal
Wenn wir uns mit Ungewissheit konfrontiert sehen, neigen wir dazu, uns als Krücke an das Irrelevante zu klammern. Die Aufnahme von Irrelevanten erfolgt oft unbewusst.
Ein Beispiel betrifft die Lösung der Fakultät der Zahl acht(8). Sie wird den Teilnehmern auf zwei verschiedenen Arten vorgelegt als: 1x2x3x4x5x6x7x8 oder als 8x7x6x5x4x3x2x1. Die durchschnittliche Antwort nach dem ersten Lösungsweg war 512, die durchschnittliche Antwort nach dem zweiten Lösungsweg war 2250. Bei der Lösungsbildung scheinen die Personen sich also nur auf die anfänglichen Zahlen zu konzentrieren. Übrigens lautet die Antwort 40320.
Ein weiteres Beispiel von Verankerung zeigt, dass Immobilienmakler an Verankerung leiden, wenn sie die Preise von Häusern bestimmen. Sie gingen mit zwei Gruppen von Immobilienmaklern zum selben Haus und gaben ihnen die genau gleichen Infos, außer dass der ursprüngliche Listenpreis der Immobilie für jede Gruppe anders war. Sie wurden gebeten verschiedene Preise anzugeben. Der Unterschied zwischen den beiden Gruppen betrug im Durchschnitt mehr als 12 %, obwohl Sie dasselbe Haus schauten. Abb. 2.6 S. 67
VOREINGENOMMENHEIT NR. 7
Ich kann mir danach, wie etwas aussieht, ein Urteil bilden
Die Repräsentativität wird oft in Anlagen angewendet. Meinen Anleger beispielsweise, dass gute Unternehmen gute Investitionen machen? Falls ja, dann ist das möglich ein Beispiel für Repräsentativität.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Analysten zweimal der Repräsentativität ausgesetzt sind. Erstens wird vorhergesagt, dass Unternehmen, die in den fünf Jahren zuvor ein hohes Wachstum erzielten, auch in den nächsten Jahren weiterhin ein sehr hohes Wachstum der Gewinne verzeichnen werden. Die Analysten schauen sich also die Entwicklung der Unternehmen in der Vergangenheit an und sagen dieses wird sich auch weiterhin großartig entwickeln oder dieses Unternehmen ist schlecht und bleibt weiter schlecht.
Zweitens verstehen Analysten nicht, dass das Gewinnwachstum in einem Zeitraum von fünf Jahren sehr wahrscheinlich zum langfristigen Durchschnittssatz zurückkehren wird, statt sich weiter davon zu entfernen. Die Grundrate für eine derartige Rückkehr ist sehr hoch.
VOREINGENOMMENHEIT NR. 8
Ich habe das anders in Erinnerung
Unsere Gehirne sind weder Supercomputer noch gute Aktenschränke. Sie ähneln eher Haftzetteln, die in den Papierkorb geworfen werden, die wir dann auseinanderzufalten und zu lesen zu versuchen! Doch wir halten unser Gedächtnis für vollkommen wie farbige Postkarten. Die psychologisch gesehene Wahrheit ist, dass das Gedächtnis ein mentaler Vorgang ist. Was darin Eingang findet, ist die Wahrheit doch das ist nicht das Einzige, was Eingang findet, es ist auch nicht das Wichtigste. Im Allgemeinen erinnern sich die Leute eher an lebendige, weit verbreitete oder aktuellere Infos.
Die Wirkung der Aktualität wird dadurch verstärkt, dass sich die Menschen gerne auf ihren eigenen Erfahrungen verlassen und weniger auf die Statistiken oder die Erfahrungen anderer.
Unmittelbar erfahrene Infos lösen emotionale Reaktionen aus, was indirekt erhaltene Infos nicht tun. „Wenn die Menschen anhand ihrer unmittelbarer Erfahrungen die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen abschätzen werden sie wahrscheinlich den unwahrscheinlichen Ereignissen, die ihnen passiert sind, mehr Bedeutung beimessen und die Bedeutung der Ereignisse, die sie nur mittelbar erfahren haben, unterschätzten.
Die persönliche Erfahrung wird doppelt so stark gewichtet wie mittelbar erhaltene Erfahrungen. All das bedeutet, dass die Erfahrungen der Anleger ein wichtiger Bestimmungsfaktor für ihre Wahrnehmung der Wirklichkeit sind.
Die emotionale Wirkung von Infos spielt auch eine Rolle. Als z.B. gefragt wurde, was in den USA die wahrscheinlichere Todesursache sei, Angriffe von Haifischen oder Blitze, entschieden sich viele für Angriffe von Haien. Warum? Weil man sich an Haiattacken leicht erinnert und weil sie für das Gedächtnis leicht abrufbar sind. Tatsächlich sind die Chancen 30 Mal höher, von einem Blitz als von einem Hai getötet zu werden.
VOREINGENOMMENHEIT NR. 9
Wenn sie sagen, dass es so ist, dann muss es wohl stimmen
Jeder ordentliche Meinungsforscher kann genau die gewünschte Antwort herausziehen, indem er einfach die Frage in verschiedenen Rahmen stellt.
Enge Rahmung: Stellen Sie sich vor, Sie bereiten sich auf den Ausbruch einer ungewöhnlichen asiatischen Krankheit vor, die etwas 600 Menschen töten soll. Zwei verschiedene Optionen zur Bekämpfung der Krankheit wurden vorgeschlagen:
Bei Durchführung von Option A werden 200 Menschen gerettet. Bei Durchführung von Option B besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33 %, dass 600 Menschen gerettet werden und eine Wahrscheinlichkeit von 66% dass keiner von den 600 gerettet wird.
Für welche Option wären Sie?
Als Kahnemann und Tversky diese Frage stellten, fanden sie heraus, das 72 % der Befragten für Option A waren. Gleiche Aufgabe bei folgendem Ergebnis:
Wenn Option C durchgeführt wird sterben 400. Wenn Option D durchgeführt wird, besteht eine Wahrscheinlichkeit von 33 %, das niemand stirbt und eine Wahrscheinlichkeit von 66%, dass 600 sterben werden.
Man fand heraus, dass nur 22 % der Befragten Option C den Vorzug gaben. Der kluge Leser stellt fest, dass Option A und C dieselbe und dass Option B und D dieselbe sind. Die Art und Weise wie die Frage präsentiert wurde, verursachte jedoch diese merkwürdige Präferenzumkehr.
Die Wichtigkeit des Rahmens ist wahrscheinlich auf die Grenzen der Erkenntnisfähigkeit zurückzuführen. Unser Gehirn kann nur begrenzt Infos verarbeiten. Wir leiden insbesondere an etwas, das man Unaufmerksamkeitsblindheit nennt. Unaufmerksamkeitsblindheit ist ein Phänomen, bei dem die Menschen Reize die vor ihren Augen erscheinen, dann nicht wahrnehmen, wenn sie mit einer Aufgabe beschäftigt sind, die viel Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt.
VOREINGENOMMENHEIT NR. 10
Ein Verlust ist erst dann ein Verlust, wenn ich ihn mache
Stellen Sie sich vor, Sie hätten vor einigen Jahren eine Flasche Wein für 15 € gehabt. Der Wein ist jetzt stark im Preis gestiegen, sodass eine Flasche in einer Auktion mehr als 150 € bringen würde. Die häufigste Antwort ist auf beide Fragen ein klares Nein. Wenn man in dieser Situation ist, ist man im Allgemeinen nicht bereit, den Wein zu kaufen oder zu verkaufen.
Die Handlungsträgheit ist bekannt als Status quo Bias. Es ist auch ein Beispiel für den Besitztumseffekt. Einfach gesagt, bedeutet der Besitztumseffekt, dass man etwas, sobald man es besitzt, einen höheren Wert zuschreibt, als andere es tun würden.
Der Besitztumseffekt ist das Widerstreben der Besitzer, sich von ihrem Besitz zu trennen. Denken Sie an diese Effekte, wenn Sie das nächste Mal ein Unternehmen ins Auge fassen. Wenn Sie bereits Aktien dieser Gesellschaft haben, könnten Sie das Unternehmen sogar deshalb höher bewerten, als gerechtfertigt wäre, weil Sie dessen Aktien bereits besitzen. In eine Besprechung mit der Unternehmensleitung dürften Sie in der Erwartung gehen, dass die Unternehmensleitung sagt:“ Die Firma ist toll, ihr Geld ist super angelegt.“
Sowohl der Status quo Bias als auch der Besitztumseffekt ist Teil eines allgemeinen Themas, das als Verlustaversion bekannt ist. Psychologen haben schon vor langem festgestellt, dass sich Menschen über Gewinne und Verluste sorgen und nicht um die Höhe (ein völliger Gegensatz zur allgemeinen BWL Theorie). Insbesondere fand man heraus, dass Menschen Verlust weit stärker als Gewinne positiv empfinden. Im Allgemeinen scheinen Menschen Verluste 2 bis 2,5 Mal negativer als sie Gewinne positiv finden.
Odean entdeckte, dass die einzelnen Anlegen im Durchschnitt. 15 % aller gewinnbringenden Positionen verkauften, aber nur 9 % aller verlustbringenden Positionen. Die Wahrscheinlichkeit, dass der einzelne Anleger eine gewinnbringende Aktie verkauft, ist also 1,7 Mal höher, das dass eine verlustbringende Aktie verkauft wird.
Frazzini analysiert die Bestände und Transaktionen von Investmentfonds in den Jahren 1980 bis 2002. Quer durch alle Fonds stellte er fest, dass 17,6 % alle Gewinne realisiert wurden, aber nur 14,5 % aller Verluste. Die Wahrscheinlichkeit, eher eine gewinnbringende als verlustbringende Aktie zu verkaufen, war also bei Profis 1,2 Mal höher.
Er erstellte eine Rangfolge der Investmentfonds nach der Wertentwicklung der letzten 12 Monate. Die Fonds mit der besten Wertentwicklung sind die mit dem höchsten Prozentsatz der realisierten Verluste. Bei den Fonds mit der besten Wertentwicklung, eher eine gewinnbringende als eine verlustbringende Position zu verkaufen, weniger als 1,2 Mal so hoch. Die Fonds mit der schlechtesten Wertentwicklung hatten den niedrigsten Prozentsatz der realisierten Verluste.
16 REGELN
- Diese Urteilsfehler gelten für mich, für sie und alle anderen.
- Sie wissen weniger, als sie zu wissen meinen
- Versuchen Sie sich auf die Tatsachen zu konzentrieren nicht auf die Storys
- Mehr Infos bedeuten nicht gleich bessere Infos
- Überlegen Sie, ob eine Info große Kraft und eine geringe Bedeutung oder wenig Kraft und eine große Bedeutung hat.
- Suchen Sie Infos, die Ihre Meinung nicht bestätigen
- Ihre Fehlschläge sind nicht nur Pech. Überprüfen Sie Ihre Fehler, um ihre Leistung zu verbessern
- Sie haben es nicht die ganze Zeit gewusst, Sie meinen nur, dass Sie es wussten
- Wenn Sie vom Urteilsfehler nicht wegkommen, dann ändern Sie ihre Urteilsfehler – wir wissen dass sich die Menschen auf Irrelevantes versteifen, deshalb lassen Sie uns das Unwichtige durch das Relevante ersetzen. Stellen Sie einen sinnvollen Bewertungsrahmen zusammen
- Beurteilen Sie die Dinge danach, wie statistisch wahrscheinlich sie sind und nicht wie sie erscheinen
- Geben Sie ihrer persönlichen Erfahrung nicht zu viel Gewicht
- Große anschauliche, leicht im Gedächtnis behaltende Ereignisse sind weniger wichtig, als Sie meinen
- Nehmen Sie Infos nicht als bare Münze, denken Sie sorgfältig darüber nach, wie sie Ihnen präsentiert wurde
- Bewerten Sie etwas nicht einfach deshalb höher, weil Sie es besitzen
- Verkaufen Sie Verlierer und behalten Sie Ihre Gewinner
- Sobald du glaubst gut zu sein, hörst du auf besser zu werden
TUN SIE MAL WAS AUßERGEWÖHNLICHES
Im Allgemeinen tendieren Menschen in einem kalten (emotionslosen) Zustand dazu, den Einfluss emotionaler Situationen auf Intensität und Dauer (Impact Bias) zu überschätzen Die Menschen unterschätzten jedoch den Einfluss emotionaler Situationen auf ihre Auswahl, Handlungen und Präferenzen (Empathielücken). Impact Bias lässt sich in unserem Verhalten leicht erkennen. Die Menschen sagen voraus, dass sie nach dem Ende einer Liebesbeziehung sehr lange sehr unglücklich sein werden. Psychologen haben jedoch herausgefunden, dass Menschen bald zu ihrem normalen Glückszustand zurückfinden. Die Rückkehr zu „normal“ geschieht viel eher, als die Menschen glauben. Empathielücken dürften an den Finanzmärkten eher ein Problem sein als der Impact Bias. Wenn wir nach dem Essen gesättigt sind, können wir uns nicht vorstellen wieder hungrig zu werden. Doch wenn wir Hunger haben, können wir uns nicht vorstellen wie es ist mit vollem Magen zu sitzen. Wir extrapolieren anscheinend einfach unseren gegenwärtigen Zustand in die Zukunft. Wenn wir also einen klaren Kopf haben, meinen wir uns auf eine bestimmte Weise zu verhalten. Doch in einem aufgewühlten Zustand verhalten wir uns völlig anders. Eine Gruppe Männer wurde gefragt wie erregend sie sexuelle Vorstellungen wie Fesselspiele fänden. Waren die Männer nicht erregt belief sich der Anteil der positiven Antworten auf 36 % im erregten Zustand schoss der Prozentsatz auf 53 %. Bedauerlicherweise erkannten die Männer nicht, dass sie jede sexuelle Handlung für besser hielten, als sie erregt waren. In Bezug auf den Markt können Regeln für den Handelsstil, auf die man sich schon vorher festgelegt hat, die beste Hoffnung dafür sein, den Urteilsfehler zu vermeiden.
DIE GRENZEN DES LERNENS
Wir alle meinen, dass wir beim Lernen überragend sind. Schließlich haben die meisten von uns jahrelang die Uni besucht und mehr als ein Dokument erhalten, aus dem hervorgeht, wie gut wir bei der Anhäufung von Wissen sind. Mich interessiert jedoch das Lernen aus in der Vergangenheit begangen Fehlern. Hier ist der Befund beeindruckend. Wir sind nicht gut, wenn wir unsere Fehler verstehen sollen. Wir gestehen uns im Allgemeinen nicht einmal ein, dass wir einen Fehler gemacht haben, ganz zu schweigen, dass wir aus ihnen lernen. Unser Verstand hat eine ganze Skala mentaler Tricks entwickelt, die angewandt werden können, um uns vor der hässlichen Wirklichkeit unserer schlechten Entscheidungen zu schützen. 4 Hauptschwierigkeiten. Erstens der Urteilsfehler der Selbstzuschreibung. Das entspricht unserer Gewohnheit, alle guten Ergebnisse unseren Fähigkeiten zuzuschreiben und die schlechten unserem Pech. Diese Neigung zur Selbstzuschreibung hindert uns daran, unsere Fehler als Irrtum anzuerkennen. Entscheidungen und die hinter diesen Entscheidungen stehende „Logik“ schriftlich festzuhalten, kann helfen, diesen Urteilsfehler abzumildern. Der Rückschaufehler ist ein zweiter, oft verwendeter geistiger Verteidigungsmechanismus. Der Rückschaufehler bezieht sich darauf, dass wir uns alle, nachdem etwas passiert ist, absolut sicher sind, dass wir die ganze Zeit schon gewusst zu haben, dass es passieren würde. Sobald die Leute die Antwort kennen, scheint es Ihnen unmöglich, sich irgendein anderes Ergebnis vorzustellen. Genau wie bei der Selbstzuschreibung macht uns der Rückschaufehler blind für Fehler. Auch hier kann eine schriftliche Aufzeichnung früherer Überzeugungen dabei helfen, diesen Urteilsfehler entgegen zu wirken. Unsere Welt basiert auf Wahrscheinlichkeiten. Wir leben also in einer Welt von Ungewissheit, wo Ursache und Wirkung nicht immer transparent sind. Wir haben die Gewohnheit zu glauben, dass wir die Ereignisse weit stärker beherrschen können, als es tatsächlich der Fall ist. Wir schreiben daher die Ergebnisse unseren Handlungen zu, obwohl diese Ereignisse sehr wohl nichts mit uns zu tun haben können. Die Illusion von Kontrolle ist dann besonders groß, wenn es viele Wahlmöglichkeiten gibt, man bei der Lösung einer Aufgabe einen schnelles Erfolg hatte, die Aufgabe bekannt, eine große Zahl von Infos vorhanden und man persönlich beteiligt ist.
Die größte finanzielle Hürde beim Lernen aus unseren Fehlern kommt durch unsere Fähigkeit, die Tatsachen so zu verdrehen, dass sie zu unseren Überzeugungen passen. Wenn wir also auf die Waage im Badezimmer stellen und sie uns zeigt, dass wir zugenommen haben, steigen sie wieder herunter nur für den Fall, dass wir nicht richtig auf der Waage standen. Wenn sie uns hingegen eine angenehme Überraschung beschert hätte, würden wir das akzeptieren und die Ergebnisse annehmen. Wir gehen auf ähnliche Weise durchs Leben und akzeptieren die Ergebnisse unserer Handlungen, die uns genehm sind und prüfen kritisch anderen, die uns nicht gefallen. Auch das hindert uns wiederum daran, aus unseren Fehlern zu lernen.
DIE SKINNER TAUBEN
Skinners Theorie: „Auf das Verhalten folgt eine Konsequenz und die Art der Konsequenz ändert die Tendenz des Organismus, dieses Verhalten in der Zukunft wiederholen.“
Skinner stellte gerne Versuche mit Tauben darf. Er brachte einige hungrige Tauben in einen Käfig der an einem automatischen Mechanismus angeschlossen war, der die Tauben in regelmäßigen Abständen ohne irgendeinen Bezug auf ihre Handlungen fütterte. Skinner entdeckte, dass die Tauben die Bereitstellung von Futter mit allen möglichen zufälligen Handlungen in Zusammenhang brachten, die sie ausführten, als sie gefüttert wurde und dass sie fortfuhren, diese Handlungen auszuführen.
Skinner behauptete, die Tauben glaubten, den automatischen Mechanismus mit ihren „Ritualen“ zu beeinflussen und dass das Experiment auch Rückschlüsse auf das menschliche Verhalten zulasse. Man könnte behaupten, das Experiment zeigt eine Art Aberglauben.
Der Vogel verhält sich so, als ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen seinem Verhalten und der Bereitstellung von Futter gäbe, obwohl es einen derartigen Zusammenhang nicht gibt. Beim Menschen gibt es viele Analogien. Rituale, um sein Glück beim Kartenspiel zu wenden, sind ein gutes Beispiel. Einige zufällige Verbindungen zwischen dem Ritual und günstigen Folgen genügen, um zu einem Verhalten zu führen und dieses Verhalten trotz vieler Fälle ohne Verstärkung beizubehalten.
Könnte es sein, dass sich Anleger wie Skinners Tauben verhalten und daraus lernen, wenn sie die Reaktionen der Welt auf ihre Handlungen beobachten? Das ist sicherlich möglich.
ZUSAMMENFASSUNG
„Erfahrung ist ein guter Lehrer, doch sie stellt schrecklich hohe Rechnungen“ Wir haben die 4 größten Hindernisse, die sich dem Lernen aus unseren Fehlern in den Weg stellt, kurz dargestellt.
Erstens erkennen wir unsere Fehler nur selten, weil wir sie unsere Pech und nicht unseren schlechten Entscheidungsfindung zuschreiben.
Zweitens können wir, wenn wir zurückblicken, nur selten das, was wir zuvor glaubten, von dem trennen, was wir jetzt wissen.
Drittens kommt es wegen der Illusion von Kontrolle oft dazu, dass wir annehmen, dass die Ergebnisse die Folge unserer Handlungen sind.
Viertens sind wir geschickt dabei, das Feedback, das wir erhalten, so zu verzerren, dass es mit unserer eigenen Meinung über unserer Fähigkeiten übereinstimmt.
DIE SIEBEN TODSÜNDEN DES FONDSMANAGEMENTS
SÜNDE 1: Das Erstellen von Prognosen (Hochmut)
Eine Fülle von Belegen lässt darauf schließen, dass es uns einfach unmöglich ist, Vorhersagen zu treffen. Der Hauptgrund für diese Unfähigkeit liegt darin, dass wir alle zu optimistisch und zu zuversichtlich sind. Wir haben beispielsweise herausgefunden, dass ca. 75 % der Fondsverwalter glauben, dass sie ihre Arbeit überdurchschnittlich gut machen! Dabei spielt es keine Rolle, ob sie die künftige Entwicklung von Anleihen, Aktien, Gewinnen oder irgendetwas anderes voraussagen – wir sind uns unserer Fähigkeit, die Zukunft vorhersehen zu können, einfach viel zu sicher.
SÜNDE 2: Die Illusion von Wissen (Völlerei)
Allzu oft hat es den Anschein, das uns nach immer mehr Infos dürstet. Die Anleger scheinen zu glauben, dass sie mehr wissen müssen, als alle anderen, um überdurchschnittliche Ergebnisse zu erzielen. Diese Überzeugung kommt aus der Weltanschauung der Theorie der effizienten Märkte Wenn die Märkte effizient sind, kann man sie nur schlagen, wenn man mehr weiß als alle anderen, wenn man also mehr Infos hat oder die Zukunft kennt. Alles, was über einen ziemlich geringen Umfang von Infos hinausgeht, scheint eher unsere Zuversicht zu stärken als die Richtigkeit unserer Prognosen zu verbessern.
SÜNDE 3 Treffen mit der Unternehmensführung (Wollust)
Warum nimmt ein Treffen mit der Unternehmensführung einen so wichtigen Platz in der Fondsverwaltung ein? Bei einem Treffen mit der Unternehmensführung müssen mind. 5 psychologische Hürden überwunden werden, wenn ein Treffen mit der Unternehmensleitung einen Vorteil bringen soll.
Erstens sind mehr Infos nicht bessere Infos
Zweitens leiden Manager auch an kognitiven Illusionen, weshalb ihre ANSICHTEN VON EINER hohen Voreingenommenheit gekennzeichnet sein dürften.
Drittens leiden wir oft an der Bestätigungstendenz – also an der Gewohnheit, nach Infos, zu suchen, die unserer Meinung übereinstimmen. Statt also eine Menge harter Fragen zu stellen, die unserer Argumente überprüfen, tendieren wir dazu nette Suggestivfragen zu stellen, die die Antworten hervorrufen, die wir hören wollen.
Viertens haben wir die angeborene Neigung, Autoritätspersonen Folge zu leisten. Da Mitglieder eines Vorstandes kaum weiter aufsteigen können, kann man sich leicht Situationen vorstellen, in denen Analysten und Fondsverwalter sogar leicht eingeschüchtert werden.
Fünftens können wir schlecht Wahrheit von Täuschung unterscheiden. Wir alle glauben Lügner erkennen zu können, doch die Daten sagen etwas anderes. Wir sind nicht besser als das Zufallsprinzip. Selbst wenn Sie sich also mit dem Vorstand treffen, werden Sie nicht in der Lage sein zu unterscheiden, ob Ihnen die Wahrheit erzählt wird oder nicht.
SÜNDE 4. Sie glauben alle anderen auszutricksen (Missgunst)
„Da ich jetzt verstehe, worum es in der verhaltensorientierten Finanzlehre geht, kann ich alle anderen austricksen“. Für mich heißt das, dass die zwei häufigsten Verhaltensmerkmal, nämlich der bereits erwähnte zu große Optimismus und die zu große Zuversicht, nicht erkannt wurden.
SÜNDE 5: Enge Zeithorizonte und zu oft durchgeführte Handelsgeschäft (Habsucht)
Da viele Anleger letztlich das Rauschen im Äther mit Nachrichten verwechseln und versuchen, einander auszutricksen, endet sie bei so lächerlich engen Zeithorizonten. Die durchschnittliche Haltedauer beträgt in NYSE 11 Monate! Innerhalb von 11 Monaten unterliegt die Rendite lediglich den Kursränderungen. Das hat nichts mit dem inneren Wert oder abgezinsten Cashflow zu tun. Das resultiert einfach nur aus Personen, die Wetten auf Aktien abschließen, die spekulieren und nicht investieren.
SÜNDE 6: Alles für wahr halten, was man liest (Trägheit)
Wir alle lieben Storys. Aktienhändler erfinden Storys, die den Anleger wie der Gesang der Sirenen auf die Felsen lockt. Meisten nähren sich diese Hoffnungen auf Wachstum und die Anleger finden den Reiz von Wachstum fast unwiderstehlich.
Die lächerlichsten Entschuldigungen oder Geschichten reichen aus, um zu Ergebnissen zu kommen. Man bat beispielsweise die Menschen, die in einer Schlange auf einen Kopierer warteten, ob sie sich hineindrängeln dürften. Manchmal boten sie „Placebo“ Ausrede wie „sie müssten Kopien machen“ gelegentlich wurde eine Ausrede weggelassen Selbst wenn keine Ausrede vorgetragen wurde, ließen 42 % der Leute denjenigen vor sich in die Schlage. Wenn man die Ausrede mit in Betracht zieht, ließen 60 % der Leute die Person vor. Wir müssen gegenüber Storys, die uns aufgetischt werden, skeptisch sein.
SÜNDE 7: Auf Gruppen basierende Entscheidungen
Die letzte Todsünde ist die Überzeugung, dass Gruppen bessere Entscheidungen treffen als Einzelne. Das Traummodell einer Gruppe ist, dass sich deren Mitglieder treffen, Ideen austauschen und zu vernünftigen Schlussfolgerungen kommen. Man scheint sich dabei vorzustellen, dass die Urteilsfehler der Gruppenmitglieder einander ausgleichen.
Leider haben Sozialpsychologen in den vergangenen 30 Jahren aufgezeigt, dass die in einer Gruppe getroffene Entscheidung zu den schlechtesten überhaupt zählen. Weit entfernt davon, dass die Urteilsfehler einander ausgleichen, vergrößern die Gruppen diesen Fehler letztlich! Gruppen tendieren dazu, die Zahl der abweichenden Meinungen zu verringern und sie bewegen die Mitglieder der Gruppe nach Diskussionen dazu, größeres Vertrauen in ihre Entscheidungen zu legen (ohne die Richtigkeit zu erhöhen). Tatsächlich genießen Mitlieder von Gruppen in den anderen Augen anderer Mitglieder oft den Status größerer Glaubwürdigkeitskompetenz, wenn sie Infos weiter geben, die mit der Gruppenmeinung übereinstimmen. Die Gruppe als Grundlage für eine Entscheidung in Bezug auf die Aufteilung von Mitteln für Vermögenswerte oder Aktienauswahl, scheint als ungeeignet.
MERKMALE GUTER FONDSMANAGER
MERKMAL 1: Hohe Konzentration der Portfolios
Entgegen den Verlautbarungen der klassischen Finanzwirtschaft haben diese Anleger oft stark konzentrierte Portfolios. Mit Portfoilio-Diversifizierung können sie nichts anfangen. Der Tracking Error hat für diese Gruppe wenig oder keine Bedeutung
Bei allen diesen Fonds befinden sich im Durchschnitt beinahe 40 % der Vermögenswerte in den zehn besten Beständen. Im Durchschnitt werden 25 Aktien gehalten.
MERKMAL 2: Sie brauchen nicht alles zu wissen
Die Anleger in dieser Gruppe scheinen sich bewusst zu sein, dass sie sich auf einige wichtige Infos konzentrieren müssen, statt sich mit Marktlärm zu betäuben. „Der Fonds hat keine besseren Infos; der Trick besteht darin öffentlich erhältlich Infos besser zu verwenden“.
MERKMAL 3: Die Bereitschaft Kasse zu halten
Derzeit halten sie circa 11% Kasse, fast dreimal soviel wie vom durchschnittlichen Investmentfonds gehalten wird. Die allgemeine Bereitschaft Kasse zu halten, ist das Ergebnis des Fehlens von Anlagemöglichkeiten. „Kasse zu halten ist unbequem, aber nicht so unbequem, wie etwas Dummes zu tun.“
MERKMAL 4: Weite Zeithorizonte
Unsere ausgewählten Fondsgesellschaft weisen alle einen langen Zeithorizont auf. Die durchschnittliche Haltezeit von Aktien liegt bei diesen Fonds bei über 5 Jahren. Die längste Frist beträgt 17 Jahre, die kürzeste 3 Jahre. Alle schneiden im Vergleich zur durchschnittlichen Haltzeit von Aktien der Investmentbranche von nur 1 Jahr günstig ab.
Munger und Buffet behaupteten: „Wenn die Arbeit beim Kauf einer Stammaktie richtig gemacht wurde, kommt fast nie der Zeitpunkt zum verkaufen.“
MERKMAL 5: Schlechte Jahre hinnehmen
Fast alle Fonds auf unserer Liste haben Zeiten negativer Erträge oder unterdurchschnittliche Performance. Viele von ihnen erlebten während New Economy Zeit große Rücknahmen, aber „Ich würde lieber die Hälfte meiner Aktionäre verlieren als die Hälfte des Geldes meiner Aktionäre“
MERKMAL 6: Bereit sein Fonds zu schließen
In einer Welt, in der die Vergütung von Managern oft in der Höhe der verwalteten Gelder anhängt, zeugt das obige Zitat leider von ungewöhnlich ethischen Verhalten. Tatsächlich legten viele dieser Fonds ein ungewöhnlich hohes ethisches Verhalten und ein hohes Maß an Selbstbeherrschung insoweit an den Tag, als viele dieser Fonds für neue Anlegergelder geschlossen wurden. Die Manager sind sich wohl bewusst, dass der Größe des Fonds, die sie ohne Probleme verwalten können, Grenzen gesetzt sind.
Über die Trennung von Spekulation und Investition
Graham: „wir bezweifeln jedoch, dass der Charakter vieler Menschen hergibt, so eine Anlagestrategie konsequent zu folgen, ohne auf den des lustvollen Verderbens der Marktspekulation abzugleiten. Der Hauptgrund für diese Gefahr ist, dass die Unterschiede zwischen der Investition in Aktien und der Spekulation mit Aktien ungreifbar sind, um die menschliche Natur unter Kontrolle zu halten. Doch wenn der Investor dasselbe Medium verwendet wie der Spekulant, dann ist die Trennlinie zwischen dem einen Ansatz und dem anderen nur durch die geistige Einstellung gegeben und daher verhältnismäßig unsicher.
Der Investor wird am besten durch die Einstellung gegenüber den Bewegungen des Aktienmarktes vom Spekulanten unterschieden. Der Spekulant ist vorrangig daran interessiert, die Marktbewegung vorwegzunehmen und davon zu profitieren. Der Investor ist vorrangig geeignete Wertpapiere zu geeigneten Kursen zu erwerben und zu halten. Spekulanten sind oft wegen ihrer Ignoranz erfolgreich.. in einer boomenden Hausse ist Wissen überflüssig und Erfahrungen sind nur hinderlich.“
Über das Wesen einer zu hohen Volatilität
Graham: „Wenn Sie ein vorsichtiger Anleger oder ein verständiger Geschäftmann sind, werden Sie dann zulassen, dass die täglichen Infos des Mr.Market Ihre Meinung über den Wert Ihrer Beteiligung am Unternehmen in Höhe von 1000 $ bestimmen? Sie mögen froh sein, an ihn zu verkaufen, wenn er Ihnen einen lächerlich hohen Preis nennt und gleichermaßen froh sein zu kaufen, wenn sein Preis niedrig ist. Die restliche Zeit wird es klüger sein, wenn Sie sich eine eigene Vorstellung vom Wert Ihrer Bestände zu machen.
Ein Anleger mit einem Bestand an soliden Aktien sollte davon ausgehen, dass deren Kurse schwanken und sollte sich weder wegen größerer Rückgänge Sorgen machen noch über größere Anstiege in Aufregung geraten. Er sollte nicht vergessen, dass die Marktkurse zu seinem Nutzen da sind, von denen er profitieren oder die er ignorieren kann.“
Keynes: „Man darf seine Einstellung gegenüber Wertpapieren, die täglich am Markt bewertet werden, nicht durch diese Tatsache beunruhigen lassen oder seinen Sinn für Verhältnismäßigkeit verlieren.
Um bei diesen Wettkampf der Gerissenheit die Grundlage der konventionellen Bewertung für einige Monate vorherzusehen, statt die voraussichtlichen Erträge einer Investition während einer langen Zahl von Jahren, sind nicht einmal Tölpel nötig, um die Wänste der Profis zu füllen; die Profis könnten diesen Wettkampf unter sich ausfechten.“
Über Unsinn von Prognosen
Graham warnte: Es gibt mehrere Gründe warum wir uns nicht sicher sein können, dass die frühere Entwicklung der Gewinne auch in Zukunft weitergehen wird. In einem allgemeinen wirtschaftlichen Sinn muss durch das Gesetz der abnehmende Erträge und des zunehmenden Wettbewerb jede scharf ansteigende Wachstumskurve letztendlich abflachen. Da gibt es die Flut und Ebbe der Konjunktur, woraus die besondere Gefahr hervorgeht, dass die Gewinnkurve kurz vor einem ernsten Rückschlag am beeindruckendsten aussieht.“
Über die Rolle der guten Unternehmensführung und des Agency Problems
Keynes: „Mit der Trennung von Eigentum und Geschäftsführung, die heute vorherrscht, und mit der Entwicklung organisierter Anlagemärkte ist ein neuer wichtiger Faktor aufgetreten, der das Anlegen bisweilen erleichtert aber auch die Instabilität des Systems stark erhöht.“
Graham: „ Unserer Meinung nach kann ein Großteil des Schadens darauf zurückgeführt werden, dass vergessen wird, dass Unternehmen bloß das Eigentum der Aktionäre sind; dass Führungskräfte nur die bezahlten Mitarbeiter der Aktionäre sind und dass die Direktoren praktisch Treuhänder sind, deren rechtliche Pflicht darin besteht, nur im Interesse der Eigentümer des Unternehmens zu handeln.“
Über die Wichtigkeit (und den Schmerz), konträr zu handeln
Graham: „Wenn Sie der Überzeugung sind, dass der Wertansatz an sich schon stichhaltig ist, dann konzentrieren Sie sich ganz auf diesen Ansatz. Halten Sie an ihm fest und lassen sie sich nicht von den Moden und Illusionen und der Jagd nach dem schnellen Dollar. Lassen Sie mich betonen, dass man kein Genie sein muss, um als Wertanalyst Erfolg zu haben. Was man braucht ist eine halbwegs gute Intelligenz, zweitens solide Grundsätze für die Durchführung der Geschäfte und drittens und am wichtigsten einen stabilen Charakter“.
JP Morgan:“ Der Charakter des Menschen ist entscheidend bei der Kreditvergabe. Bei meiner Christenpflicht. Wem ich nicht traue, der kriegt kein Geld von mir“
Keynes: „Das ist der Lebensbereich und Tätigkeitsbereich, dessen Siege, Sicherheit und Erfolg immer einer Minderheit und nie einer Mehrheit gehören. Wenn sich jemand findet, der ihre Meinung teilt, dann ändern Sie Ihre Meinung.“ Über die Fehler der Profis
Keynes: „Alle Erfahrung der Welt zeigt, dass es dem Ruf besser tut, auf konventionelle Weise zu scheitern, als unkonventionell Erfolg zu haben.“
Über Grenzen der Arbitrage
Keynes: „Der Markt kann länger irrational sein, als Sie oder ich zahlungsfähig sind.“
Über die Wichtigkeit langer Zeithorizonte
Keynes: „…dass er Kauf einer Anlage wie eine Ehe sein sollte, die man nur im Todesfall oder auch anderen schwerwiegenden Gründen auflöst und so dem gegenwärtigen Übeln wirksam Abhilfe schaffen könnte. Denn dadurch wäre der Anleger gezwungen, sein Gedanken auf die langfristigen Aussichten und nur auf diese zu richten.“
Über die Gefahren des Überverkomplizierens
Graham warnte: „ In den 44 Jahren meiner Erfahrungen an und des Nachdenken über die Wall Street habe ich nie die verlässliche Berechnungen des Werts von Aktien gesehen, die über einfaches Rechnen oder die elementarste Algebra hinausgingen. Wann immer jemand die Infinitätsrechnung ins Spiel bringt, kann man das als Warnsignal nehmen, dass der Betreffende versucht hat, die Erfahrung durch Theorie zu ersetzen und auch der Spekulation den trügerischen Anstrich der Anlage zu geben.
Über den Umgang mit der Geschichte
Keynes: „Die Ideen der Ökonomen und politischen Philosophen sind, sowohl wenn sie Recht haben als auch wenn sie sich irren, mächtiger als allgemeiner verstanden wird. Die Welt sogar wird von wenig sonst regiert. Männer der Praxis, glauben sie seien gänzlich frei von geistiger Beeinflussung, sind gewöhnlich Sklaven eines nicht mehr lebenden Ökonomen. Verrückte mit Amtsgewalt, die im Äther stimmen hören, nähren ihren Wahnsinn aus den einige Jahre zuvor verfassten Schriften eines akademischen Schreiberlings.“
Sechs Hauptmerkmale:
- Konzentrierte Portfolios
- Befasst sich mit dem Unternehmensrisiko, nicht der Kursvolatilität
- Bereitschaft zur Kassenhaltung bei fehlenden Anlagemöglichkeiten
- Weite Zeithorizonte
- Hinnahme schlechter Jahre
- Bereitschaft, die Höhe seiner Mittel zu begrenzen
Wissen ist ungleich Verhalten
In einem Beispiel sagten 91 % der Männer, sie wüssten dass die Verwendung von Kondomen helfen könnte, die Ausbreitung von HIV zu verhindern, doch nur 70 % gebrauchten ein Kondom. Bei den Frauen war die Lage noch schlechter. 92 % sagten, sie wüssten, dass Kondome bei der Verhinderung der Übertragung von HIV nützlich seien, doch nur 63 % verwendeten welche.(Rauchen, Drogen etc.) Spaß
Der letzte Stolperstein, den ich hier erwähnen möchte, ist einfach Spaß. Keynes meinte: „ Das Spiel des professionellen Anlegers ist unerträglich langweilig und fordert demjenigen zu viel ab, der vom Spieltrieb völlig frei ist, während derjenige, der ihn hat, diese Neigungen entsprechende Tribut zollen muss.“
Paul Samuelson sagte: „ Anlegen sollte langweilig sein, nicht aufregend sein. Anlegen sollte eher so sein, als würde man zusehen wie Farbe trocknet oder wie Gras wächst. Wenn Sie Aufregung brauchen, dann nehmen sie 1000 $ und gehen nach Las Vegas.“
Nein ehrlich ich werde brav sein
Lassen Sie mich mit einem letzten Wort der Warnung enden: Am Anfang haben wir alle die besten Absichten. Doch wie eine Redensart sagt, ist der Weg zur Hölle mit guten Absichten gepflastert. Beispiel: Man bat Teilnehmer einen Bogen auszufüllen. Sie sollten angeben wie wahrscheinlich es sei, dass sie Blut spendeten (Skala 1-9). Im Allgemeinen waren die Teilnehmer viel zu zuversichtlich. Die vorhergesagte Wahrscheinlichkeit, Blut zu spenden, stieg viel schneller in Bezug auf die Stärke der momentanen Absichten, als das tatsächliche Ergebnis anzeigte. Das bedeutet, dass die momentanen Absichten einen übermäßigen Einfluss auf die Vorhersage das Verhalten haben, jedoch nicht auf das Verhalten selbst.
So leicht es also anscheinend ist, zu sagen, „Ich werde ein guter Wertanleger sein“, so unwahrscheinlich ist es, dass dies jemals der Fall sein wird.
„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“
„Lebe jetzt, zahl später.“ D-Man
DIE ANATOMIE DER SPEKULATIONSBLASE
Blasenmodell:
Verlagerung -> Kreditbeschaffung ->Euphorie ->Kritische Phase/finanz. Not- >Abscheu
Verlagerung
Die Verlagerung ist in der Regel ein exogener Schock, der dazu führt, dass in manchen Sektoren Profitchancen entstehen, während sie in anderen Sektoren verschwinden. Solange die entstehenden Chancen größer sind als die verschwundenen, werden Investments und Produktion zunehmen, um diese neuen Chancen zu nutzen. Es wird wahrscheinlich sowohl in finanziellen als auch in physische Assets investiert. Es entsteht ein Boom.
Kreditbeschaffung
Dann verschärft sich der Boom durch monetäre Expansion und oder Kreditbeschaffung noch weiter. Geld und Kredit gelten in diesem Model als endogene Faktoren des Systems. Bei jedem gegebenen Bankensystem können monetäre Zahlungsmittel nicht nur innerhalb des existierenden Bankensystems erweitert werden, sondern auch durch die Gründung neuer Banken, die Entwicklung neuer Kreditinstrumente und die Expansion persönlicher Kredite außerhalb des Bankensystems.
Früher oder später übersteigt die Nachfrage nach dem Asset das Angebot, was zur ganz natürlichen Reaktion eines Preisanstieges führt. Die steigenden Preise lösen weitere Investments aus (real und finanziell). Eine positive Feedbackschleife entsteht. Neue Investitionen führen zu Einkommenssteigerungen, die wiederum weiter Investments auslösen.
Euphorie
„Euphorie“ ist der angemessene Ausdruck, wenn sich die Spekulation auf Kursanstiege zur Investition für Produktion und Umsätze gesellt. Im Grunde genommen handelt es sich hier um Momentum-Trading oder um die Theorie vom „größten Narren“ beim Investieren. Übermäßiges Trading kann reine Spekulation sein, eine Überschätzung der erwarteten Renditen oder eine exzessive Erhöhung der Einsätze.
Kritische Phase/ Finanzielle Not
Die kritische Phase tritt ein, wenn Insider beschließen ihre Gewinne mitzunehmen und sich vom Markt zurückziehen. Signifikante Insiderverkäufe waren kennzeichnend für das Börsengeschehen 2000 und 2001. Finanzielle Not besteht, wenn eine Firma über die Möglichkeit nachdenken muss, ihre finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen zu können. „Das spezifische Signal, das die Krise auslöst, kann die Pleite einer Bank oder eines Unternehmens, das sich übernommen hat oder auch die Aufdeckung eines Schwindels sein.“
Das Auftreten von Schwindel oder Betrug scheint in hohem Maße prozyklisch zu sein. Betrug folgt Keynes Gesetz, dass sich Nachfrage sich ihr eigenes Angebot schafft.(im Gegensatz zu Saw´s Gesetz, dass Angebot seine eigene Nachfrage schafft).
Abscheu
Abscheu ist das letzte Stadium des Blasenzyklus. Der Ausdruck bezieht sich auf die Tatsache, dass die Menschen sich bei den Ereignissen in die sie verwickelt waren, so schmerzhafte Narben zugezogen haben, dass sie es nicht mehr über sich brachten, sich überhaupt an der Börse zu engagieren. Abscheu hat natürlich mit dem schlimmsten der aktuellen Modewörter zu tun – Kapitulation. Als Kapitulation bezeichnet man allgemein den Punkt, an dem der letzte Bulle aufgibt und das Handtuch wirft. Abscheu ist offensichtlich nicht genau das Gleiche, weil sie nach der Kapitulation auftreten kann (und dies auch tut).
Karl Marx: „ Menschen schaffen ihre eigene Geschichte, aber tun dies nicht nach eigenem Gefallen oder unter Umständen, die sie selbst gewählt haben, sondern unter Bedingungen, die von der Vergangenheit vorgegeben sind. Die Überlieferungen aller vergangenen Generationen lasten wie ein Albtraum auf dem Geist der Lebenden.
UMSTÄNDE, DIE GUTE MENSCHEN ZU SCHLECHTEN MENSC...
Moralische Rechtfertigung – Verhalten wird so umgedeutet, dass es nicht mehr als unmoralisch gilt. Die deutlichsten Beispiele sind Kriege, in denen der Feind als unmoralischer Unterdrücker gesehen wird, was diejenigen rechtfertigt, die diesen Krieg führen Euphemistische Benennung – Die Sprache ist sehr wichtig, weil sie unsere Gedanken formt und prägt. Wenn man schädlichen Verhalten die richtige Bezeichnung gibt, kann es anscheinend respektabel wirken. Beispiel sind der Euphemismus „gefallen“ für ermordet oder gestorben, „Umsiedlung“ für Massenmord oder „Kollateralschaden“ für das Töten von Zivilisten. Vorteilhafter Vergleich – Die Sichtweise eines bestimmten Verhaltens wird dadurch geprägt, womit es verglichen wird. Bilanzbetrug sieht im Vergleich zu Mord vielleicht harmlos aus. Die Verlagerung der Verantwortung – Dies ist die wichtigste Erkenntnis aus Milgrams Studien. Die Menschen scheinen in der Lage zu sein ihr eigenes moralisches Urteil auszusetzen, wenn eine „legitimierte“ Autorität die Verantwortung für ihre Handlungen übernimmt. Hier handelt es sich um die Rechtfertigung: „ Ich habe nur Befehle befolgt.“ Die Verteilung von Verantwortung – In der Gruppe fällt unmoralisches Verhalten leichter, daher kommt es, dass sich Menschen in der Gruppe wesentlich grausamer verhielten, als wenn sie persönlich für ihre Handlungen verantwortlich gemacht wurden. Nichtbeachtung oder Verzerrung der Konsequenzen – Es fällt leichter, sich falsch zu verhalten, wenn die Konsequenzen ignoriert oder minimiert werden. Aus der Sicht eines Managers ist ein Aktionär ein recht abstraktes Konzept und daher können die Folgen einer Schädigung des Aktionärs leicht minimiert werden. Vergleichbar damit ist der Einsatz moderner Kriegswaffen aus sehr großer Entfernung. Entmenschlichung – Es fällt viel leichter, jemanden zu verletzen oder ihm zu schaden, wenn man ihn nicht als Mensch betrachtet. (Tier, Monster, Mörder, Terrorist)
WENN ES SIE GLÜCKLICH MACHT…
Setzen Sie Glück nicht mit Geld gleich. Menschen gewöhnen sich relativ schnell an Veränderungen. Trainieren Sie regelmäßig. Regelmäßiges Training schafft zusätzlich Energie, stimuliert den Körper und den Geist. Haben sie Sex (vorzugsweise mit jemanden den sie lieben). Sex wird immer wieder als eine der wichtigsten Beiträge zum Glück gesehen. Also los! Widmen Sie engen Freundschaften viel Zeit und Mühe. Enge Freundschaften erfordern Arbeit und Anstrengung, aber was das Glückgefühl betrifft, zahlt sich das wirklich aus Legen Sie Pausen ein, um nachzudenken und über die guten Dinge im Leben zu meditieren Suchen Sie Arbeit, die ihrer Begabung und Interesse entspricht. Genießen Sie ihren Job! Gönnen Sie Ihrem Körper den Schlaf, den er braucht Streben Sie nicht nach Glück als Selbstzweck, genießen Sie den Moment Übernehmen Sie Kontrolle in Ihrem Leben, setzen Sie sich erreichbare Ziele Denken Sie daran, diese Regeln zu befolgen
Lao Tse: „Jage nach Geld und Sicherheit „Das Ausmaß der Fortschritte bezüglich Und dein Herz wird nie zur Ruhe kommen materieller Dinge machte bei der Strebe nach dem Beifall der Menschen Einschätzung der Menschen bezüglich Und du wirst ihr Gefangener sein Ihres Wohlbefindens keinen Unterschied“ Tu deine Arbeit, dann tritt beiseite. Das ist der einzige Weg zur Gelassenheit“
Psychologie:
In einem dunklen Raum, wo panisch um Hilfe geschrien wird, veranlasst eher zur Aktion, als wenn in dem Raum Jubel (Euphorie) ausbricht. Panik = fallende Kurse haben höhere Volatilität, da in der Panik mehr Fehler gemacht werden Es entsteht eine Hektik, d.h. höhere Intraday Renditen.
Mein Tradingstill muss auch per Telefon oder Zuruf funktionieren! Kursinformation kann auch nur aus Zeitung oder Videotext kommen. Dieser Tradingstil bietet wenige Informationen, was einen zu optimistischen Ausblick auf die Kursbewegung verringert, denn leider steigern mehr Infos zwar die Zuversicht aber jedoch nicht die Genauigkeit (siehe Buchmacher, Analysten, Experten etc.)
Money Management
Überall auf der Welt schränken die Kasinos ihre Verluste ein, indem sie ein Maximalbetrag festlegen, den der Spieler in jedem Spiel auf eine bestimmte Entscheidung setzen kann. Ein guter Aktienhändler sollte seine Verluste genauso einschränken. Können Sie sich einen Dealer vorstellen, der es einem Zocker plötzlich erlaubt mehr zu setzen, weil er ein gutes Gefühl hat, dass der Kunde verlieren wird.
Der Chef würde ihn umgehend feuern, weil er eine Grundregel des Money Management gebrochen hatte. Er hatte zuviel riskiert.
CECI N´EST PAS LE MARCHÉ
Larry Williams Buch S.25 ; S.26 Münzchart und Temperaturchart kopieren;
« Ceci n´est pas le marché »,
sondern es sind jediglich LINIEN auf einem Stück Papier, die ein abstraktes Bild von einem Kursverlauf zeichnen.
In meinem Kopf entsteht die Vorstellung, dass so der Aktienmarkt aussieht Repräsentativität
Der Markt sind vielmehr die offenen und zukünftigen KAUF/VERKAUF Orders (Limit, Market, Stopp);
Der Chart (historische Kursverlauf) enthält keine Informationen für das zukünftige Kursverhalten;
Es werden auf Tagesbasis tausende Kursfeststellungen auf einen Strich oder einen Balken oder Kerze(Das ist keine Kerze) zusammengefasst. Dass heißt, die Darstellung ist sehr verzerrt.
Trotzdem verführt ein Chart, durch seine zahlreichen vermeidlich historischen „Infos“, zu hohem Optimismus und Zuversicht. Es ist eine Illusion des Wissens.
Markteinschätzung:
Je höher der Marktwert ist, desto höher ist die auf Punkten basierende Volatilität
Jeder, der in einen Markt einsteigt, wird auf lange Sicht nur dann erfolgreich sein, wenn es ihm beim Ausstieg gelingt größere Gewinne als Verlust aufzuweisen.
Die Preise/Kurse verhalten sich nicht rational bedeutet, dass eine Kursbewegung von 1350 bis 1000 Punkten nicht zwangsläufig in Ticks(Mindestschwankungen) erfolgt.
Der potentielle Gewinn ist keine lineare Funktion des potentiellen Risikos. Die Aussage, dass sie umso mehr gewinnen, je mehr sie riskieren, trifft nicht zu.
Das Risiko, das sie eingehen, hat nichts mit der Methode zu tun, nach der sie handeln.
Diversifikation reduziert nicht unbedingt den Kapitalrückgang.
Gib dem Trade das Doppelte deines Zeitrahmens, um sich in die gewünschte Richtung zu bewegen. Wenn das nicht geschieht, steige aus. ZeitStopp/TimeStopp
Die Aufgabe der Spekulation ist: Such dir eine Preisbewegung aus und hoffe, dass sie eintritt.
IPO New Economy: Wenn die Gesellschaft beispielsweise eine Marktkapitalisierung von einer Milliarde $ hatte, wurden nur Aktien im Wert von 50 Mio. $ auf den Markt gebracht; der Rest verblieb bei den Insidern und wurde vertragsgemäß 6 Monate lang gehalten. Somit kamen nur 5 % ins Floating und der Markt war eng. Extreme Preissteigerungen waren kurzfristig unvermeidbar.
Mein Ansatz funktioniert nicht, weil er zutreffende Prognosen macht, sondern weil er mir erlaubt, falsche Prognosen zu korrigieren.
Eine Investition in Wissen bringt die besten Zinsen.
Genug ist besser als zuviel/ Wenn sich alle Experten einig sind, dann ist Vorsicht geboten.
Auch für hervorragende Unternehmen kann man zuviel bezahlen.
In den letzten Tagen hatte ich folgende Umfrage auf dieser Seite gestartet: Beim Thema Trading oder bei den Themen Aktienkurse und Börse im Allgemeinen werden oft im Zusammenhang auch die Themen Wahrscheinlichkeiten, Spieltheorie, die Theorie vom Effizienten Markt, Random Walk usw. angesprochen. Eine der häufigsten Fragen, die dabei gestellt wird, ist die folgende. Angenommen ich habe eine ideale, fehlerfreie Münze und werfe sie 100 Mal. Bei den ersten 99 Würfen kommt jedes Mal “Zahl”. Wie hoch ist ungefähr die Wahrscheinlicheit, dass beim nächsten Mal “Kopf” geworfen wird. 50% (87%, 124 Votes) 99% (7%, 10 Votes) 1% (6%, 8 Votes) Total Voters: 142 Loading … Als erstes möchte ich Euch für die erfreulich aktive Teilnahme danken. Die Anzahl der abgegebenen Stimmen in nur vier Tagen lag mit 142 deutlich über meinen Erwartungen. Noch besser ist aber, dass das Ergebnis genau meinen Erwartungen entspricht. Warum nun diese Umfrage? Ich will hier gar nicht groß darauf eingehen, was Zufallsexperimente mit dem Trading zu tun haben (oder auch nicht zu tun haben), sondern einen ganz anderen Aspekt kurz beleuchten: Unser Verständnis und unseren Umgang mit dem abstrakten Begriff der Wahrscheinlichkeit. Die richtige Antwort lautet natürlich 1%. Damit haben nur 4.2% aller Teilnehmer die Frage richtig beantwortet. Ja, ja, ich höre Euch schon alle aufschreien “Nein, das stimmt nicht. Jeder Wurf ist unabhängig von den vorhergehenden Ergebnisse immer 50/50.” Aber der Reihe nach. Diejenigen, die die Frage mit “99%” beantwortet haben, haben sich entweder eine Spaß erlaubt, oder sind wie viele andere Trader und vor allem Spieler dem sogenannten Spielerfehlschluss erlegen. Dieser Spielerfehlschluss ist ein logischer Fehler, bei dem eine Person denkt, dass ein Zufallsereignis wahrscheinlicher wird, wenn es lange nicht mehr eingetroffen ist. So könnte man hier denken, dass nach 99 mal Zahl die Wahrscheinlichkeit für “Kopf” deutlich erhöht sei. Viele Spieler erliegen diesem Fehlschluss z.B. beim Roulette: “Es kam jetzt vier Mal ‘rot’. Als nächstes muss ja jetzt ’schwarz’ kommen. Ich verdoppele meinen Einsatz!” Das macht man dann so lange, bis das Tischlimit erreicht ist. Kommen wir zur nächsten Antwort “50%”. Bei einem Zufallsexperiment ist die Wahrscheinlichkeit unabhängig davon, welche Ereignisse wie oft bereits eingetreten sind. “Die Münze hat kein Gedächtnis.” sagt man so schön. Jedes Mal, wenn ich die Münze werfe, kommt mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% “Kopf”, und mit 50% “Zahl”, sofern ich eine ideale Münze habe, die statistisch gesehen keine Seite bevorzugt (z.B. durch ungleiche Gewichtsverteilung) und auch nicht auf ihrem Rand stehen bleibt. Nur wenn man die Gesamtheit mehrer Würfe betrachtet, gibt es andere Wahrscheinlichkeiten. So ist die Wahrscheinlichkeit, bei den nächsten zwei Würfen jeweils “Kopf” zu werfen, nur 0.5*0.5 = 1/4 = 25%. Und mir ist ganz klar, warum bei “50%” die meisten Antworten zu finden sind. Dadurch, dass ich die Frage mit der Aussage “Angenommen ich habe eine ideale, fehlerfreie Münze…” einleite, wird unser Gehirn gleich in die Richtung gelenkt, unser erlerntes Wissen anzuwenden. Mit diesem kleinen Satz kann man unserem Denken gewissermaßen Scheuklappen aufsetzen, es ins direkte Arbeiten bringen und so vom weiteren Nachdenken abhalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer idealen Münze 99 Mal nacheinander “Zahl” kommt liegt bei etwas mehr als 10-30, was noch unwahrscheinlicher ist als zweimal die gleichen sechs Zahlen beim Lotto an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden. Es ist daher viel wahrscheinlicher, dass meine Annahme falsch ist, die Münze sei ideal und fehlerfrei. Die richtige Antwort ist also “1%”, da die Münze wahrscheinlich manipuliert ist. Und jetzt mal ehrlich: Wenn bei einem Hütchen- oder Taschenspieler auf dem Jahrmarkt 99x “Zahl” kommt, würdet Ihr wirklich mit 50/50 beim nächsten Wurf auf “Kopf” setzen? Und genau darum ging es mir bei dieser Umfrage. Man muss als Trader immer wieder seine eigenen Annahmen dahingehend überprüfen, ob sie unter den gegebenen Fakten noch richtig sein können. Und beim Trading machen wir immer Annahmen: Angenommen, der Markt ist effizient und seine Bewegungen normalverteilt, wieso kommt es dann zu einen sell off wie in der letzten Woche? Angenommen, die Gewinnerwartungen für 2009 sind richtig, warum ist der Kurs der Aktie so niedrig? Angenommen mein “Lieblingsexplorer” findet wirklich Öl, warum fällt der Kurs immer weiter? Als Trader müssen wir immer offen sein, über den Tellerrand schauen und unsere eigenen Annahmen in Frage stellen.
Taschenspielertrick
Die Leute gucken was auf einer Seite passiert und sind abgelenkt, während sie verpassen, was tatsächlich im Verborgenen passiert. (Politik, Börse, Zauberer, Diebe).
BÖRSENTHESEN
„Ich bin ein Teil der Börse! Die Menschen sind die Börse(Die Menschen sind die Kirche etc.)
Herr, gib mir die Kraft, die Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Demut, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann und die Weisheit den Unterschied zu erkennen.
„Jeder kann ein Sieger sein, wenn er gewinnt. Der wahre Maßstab eines Mannes zeigt sich in einer Situation, wenn alles schief geht und er dennoch den Mut hat weiter zu machen.“
„Wenn Action wichtig ist, dann verlangt ein ausgeglichenes Dasein nach Zeiten des Nichtstuns.“
„Mentale Klarheit gewinnen wir oft, wenn wir alle Aktion eingestellt haben und zu einem neutralen Beobachter werden.“
„Wenn du nicht weißt woher du kommst, weißt du auch nicht wohin du gehst.“
Fehler: 1. Chronisches Zögern 2. Angst auf den Abzug zu drücken 3. Zu schnelles Zugreifen bei Gewinnen 4. Unfähigkeit einen Verlust einzustecken
„Wenn Sie lernen die Börse zu respektieren, dann wird sie Sie auch respektieren.“
„Wir handeln mit Leuten, nicht mit Aktien.“
„Lernen Sie professionell zu verlieren, der Rest wird sich ergeben.“
„Das Leben eines Traders sollte jeden Tag neu beginnen.“
„Es ist keine Schande Fehler zu machen, solange man aus ihnen lernt.“
„Nur weil Ihr Tradingbuch in den roten Zahlen ist, heißt nicht, dass Sie sich nicht weiterentwickeln.“
„Unglück macht uns weiser, zu früh erfahrenes Glück macht unglücklich.“
„Die Qualität Ihres Lehrers bestimmt die Qualität Ihrer Ausbildung.“
„Wenn kein Wert vorhanden ist, dann wird über den Preis konkurriert.“
„Jede Aktie ist ein Angestellter, wer kein Geld verdient, wird gefeuert.“
„Niemals Zeitrahmen wechseln oder vermischen.“
„Wenn Börsianer versuchen einen Tradingstil zu übernehmen, der gegen ihre eigene innere Überzeugung geht, können die Ergebnisse katastrophal sein.“
„Diversifikation schließt weder Verluste aus, noch erhöht sie die Chance auf Gewinn. „Verpasstes Geld ist manchmal besser als verlorenes Geld.“
„Du kannst Entschuldigungen suchen, du kann Geld verlieren, aber nicht beides.“ „Sie müssen tief im Herzen wissen, dass das Ergebnis jeder Aktion bei Ihnen liegt.“
„Trading muss immer als Kampf betrachtet werden, zuallererst als Kampf mit sich selbst, aber auch gegen andere Börsenteilnehmer.“
„Machen Sie den Chart und die Menge wird folgen.“
„Alle großen Börsenindizes lügen! Die Baisse und Hausse ist in Aktien viel stärker.“
„Im Allgemeinen ist es besser nach der Eröffnung zu kaufen.“
„Es zahlt sich selten auch Gewinne vor der Eröffnung mitzunehmen.“
„Schlechte Börsenzeit: 11:15 a.m. bis 2:15 p.m. Ostküstenzeit.“
„Vor der Dämmerung ist es am dunkelsten.“
„Die Wall Street Gurus liegen oft falsch.“
„Auf Erträge wetten ist ein Spiel für Anfänger.“
„Warum zahlt sich ein Aufzahlen bei Aktien aus? Denken Sie daran, dass alle Aktien schlecht sind, solange sie nicht steigen.“
„Buy Low, Sell High ist für Daytrader die falsche Methode. Um billig kaufen zu können, müssen Sie sich auf Aktien konzentrieren, die nach unten gehen, obwohl wir wollen, dass sie steigt.“
Fragen: „Wie kann ich aus dem was jetzt passiert einen Vorteil ziehen?“ „Wie kann ich mich auf die Chancen vorbereiten, die in Zukunft auftauchen?“
„Es ist gewinnbringender die schlechten Zeiten auszusetzen, anstatt in den guten Zeiten aufzustocken.“
„Trader leben in ihren eigenen Welt, jeder Gipfel und jedes Tal gehört ihnen.“
„Ja, Entschuldigungen sind schnell gemacht. Aber sie haben keinem noch einen Cent gebracht.“
„Was ist, wenn es nicht funktioniert? Bin ich darauf gefasst diesen Betrag meines kostbaren Kapitals zu verlieren oder sollte ich mit weniger einzusteigen oder vielleicht abwarten? Bin ich diszipliniert genug, gemäß meinem Plan auszusteigen?“
„Es heißt ein ängstlicher Mensch vor der Gefahr hat, ein Feigling hat während der Gefahr Angst und ein mutiger Mensch nach der Gefahr Angst.“
„Das Leben beginnt in einer neutralen Position zwischen Gewinnen und Verlieren – es fürchtet weder Verluste, noch sehnt es sich nach Gewinnen. Doch sobald ein Mensch sich seiner bewusst wird, entstehen auch Angst und Gier. Doch wenn man die die Gier abschüttelt (und damit die Angst, die sich aus Mangel ergibt), erreicht man eine ganz spezielle Einheit mit allem. Und genau hier kommen große Trader und Investoren ins Spiel.
Jeder Akt hat sowohl gute als auch schlechte Ergebnisse. Somit hat auch jeder Akt im Leben sowohl positive als auch negative Folgen – Gewinne und Verluste sozusagen, es kommt nur auf den Blickwinkel an. Das Beste was wir tun können ist, beide zu akzeptieren, während wir uns dem Leichteren zuwenden.“
„Das Überraschende dabei ist, dass die Tätigkeit ein für sich passendes System zu finden, eine rein mentale Tätigkeit ist. Und man muss solange an seinem System feilen, bis man sich als Trader damit wohlfühlt. Man muss sei Kriterien für Wohlbefinden kennen.
„Es kann zwar durchaus sein, dass sie mehrere Jahre opfern müssen, um das Traden zu lernen und um einen Business Plan sowie dazu passende Systeme zu entwickeln, doch sobald Sie dies geschafft haben, könnten Sie meines Erachtens finanziell unabhängig sein.“
„Selektive Wahrnehmung kann dazu führen, dass unserer Ansichten die nützlichsten Informationen aussondern. Ein Trader oder Investor, der sich jeden Markt auf der Welt gleichzeitig anschaut, hat es leicht mit rund 1 Mio. Informationseinheiten pro Sekunde zu tun. Die Aufnahmefähigkeit unserer Wahrnehmung ist streng limitiert. Selbst unter idealen Bedingungen liegt diese Kapazität irgendwo zwischen fünf und neun Informationsbrocken pro Sekunde.“
„Fortschritte im Wissen ergeben sich für uns eher dadurch, dass wir versuchen, etwas an unserer Theorien zu bemängeln, als dadurch, dass wir versuchen, sie zu stützen.“
„Somit betrachtet die meisten von uns lediglich das tägliche Balkendiagramm und akzeptieren, dass es die Tradingaktivitäten eines Tages präsentiert. In Wirklichkeit handelt es sich lediglich um eine Linie auf einem Blatt Papier – nicht mehr und nicht weniger. Wir gehen davon aus, dass es den Markt repräsentiert. Man könnte es eine Verallgemeinerung der Marktaktivitäten an einem Tag nennen, aber das ist schon die beste Bezeichnung dafür.
Indikatoren sind lediglich Verzerrungen von Rohdaten, die angeblich irgendetwas repräsentieren sollen.
Erfahrene Trader und Investoren wissen, dass das Abschätzen der Zuverlässigkeit von Daten zu den größten Problemen zählt, die Trader haben können. Die meisten Datenanbieter sind in Bezug auf tägliche Balkendiagramme recht genau, doch wenn man beginnt, Daten über Ticks, fünfminütige Charts, etc. zu verwenden, dann ist es mit der Genauigkeit schnell vorbei.“
„Wenn man dafür bekannt ist, dass man in der Öffentlichkeit Ratschläge erteilt, dann wird man schnell als Experte betrachtet, egal wie genau oder ungenau diese Ratschläge sind. Schließlich wird das meiste Geld damit verdient, dass man den Menschen gibt, was sie wollen, anstatt ihnen das zu geben was sie brauchen.“
„Die Medien versuchen ständig den Markt zu erklären, selbst wenn sie rein gar nichts über den Markt wissen. Wenn z.B. der Dow Jones um mehr als 100 Punkte nachlässt, dann sind am nächsten Tag die Zeitungen voll von zahllosen Erklärungen. Dies könnte sich in Ihrer Lokalzeitung dann in etwa wie folgt anhören: blabla… Am nächsten Tag steigt der DJIA um mehr als 100 Punkte. In der Zeitung ließt man etwas wieder das Gegenteil: blabla….
„Je mehr Sie das von Ihnen verwendete Konzept verstehen, desto weniger wird es nötig sein, dass sie historische Tests durchführen. Zweitens würde ich Ihnen sehr an Herz legen, dass Sie im Geiste verschiedene Szenarien durchspielen, zu denen es im Markt kommen könnte. Einige Katastrophenszenarien mögen zwar abwegig erscheinen, doch wenn sie verstehen können, wir ihr System mit solchen Ereignissen umgehen würde, wenn es tatsächlich dazu kommen sollte, dann verstehen Sie Ihr Konzept sehr gut.“
„Postdictive Error bedeutet, dass man bei seinen Test Infos verwendet, die zum Zeitpunkt der Entscheidung noch gar nicht vorgelegen hätten.“
„Wenn Sie ein System erstellen, dann sollte es immer Ihr Ziel sein, es so entwerfen, dass es kurzfristig ein möglich kleines Risiko birgt, damit man die langfristige Erwartung des Systems erreichen kann. Die meisten Trader neigen dazu, mit viel zu großen Positionsgrößen zu agieren, die sie kurzfristig gesehen, nicht vor solchen Katastrophen schützen.“
„Sobald eine Person eine Prognose erstellt, spielt das Ego kräftig mit und man kann nur schwer akzeptieren, wenn im Verlauf eines Trades etwas passiert, das von dieser Prognose abweicht.“
„Wenn du einem Trader, der versucht mit einem neuen System anzukommen, eine bestimmte Anregung geben könntest, welche wäre das?“ Er antwortete mir:“ „Dass er mindestens 50 Prozent der Zeit, die er in die Entwicklung seines Systems investiert, damit verbringt, seine Ziele zu formulieren. Sobald Sie dies getan haben, können Sie entscheiden, ob Ihre Ziele realistisch sind. Falls ja, können Sie danach ein Tradingsystem entwickeln, um diese Ziele zu erreichen.“
„Wer zum Beispiel 30 Prozent oder mehr verdienen muss, nur um zu überleben, versetzt sich in eine unhaltbare Lage und gibt darüber hinaus seinem Tradingkapital keine Chance zu wachsen.“
„Ich plane alles. Ich erstelle Worst-Case Szenarios und wir spielen sie einfach als Übung durch. Für jedes Szenario beschreibe ich sowohl den besten als auch den schlimmsten Fall.“
„Um ein gutes Model zu entwickeln, muss man einige Personen finden, die das, was man modelliert, gut können.“
„Persönliche Bestandsaufnahme: Fähigkeiten, Temperament, Zeit, Mittel, Stärken, Schwächen.“
„Wer bin ich? Die Antwort auf diese Frage ist die Grundlage für alles andere, was sie tun, also denken Sie ernsthaft darüber nach.“
„Versagen wird nur durch eines bestimmt und das ist die Angewohnheit, unwichtige Dinge wichtig zu nehmen. Um zu gewinnen muss ich erstmal alles verlieren.“ „Zuerst müssen Sie verstehen, dass alles was ihnen je beigebracht wurde, aus Überzeugungen (Glauben) besteht, inklusive jedes Satzes, den Sie bisher in diesem Buch gelesen haben. Alles was scheinbar eine Tatsache ist, ist noch immer relativ und hängt davon ab, wie man die Situation auslegt. Inwieweit es sich um Tatsachen handelt, hängt von Vermutungen ab, die man anstellt, sowie dem Blickwinkel, von dem aus man die Situation aus betrachtet – und bei beidem handelt es sich ebenso um Überzeugungen(Glauben).
Wenn man so wie jeder eine „Illusion“ tradet, dann ist dies besonders gefährlich, wenn man es nicht weiß. Wenn Sie ein offenes Wesen haben, dann fangen Sie an, über die Märkte zu lesen.
Es gibt kein richtig oder falsch, sondern nur Glaubenssätze und die Bedeutung, die man ihnen beimisst. Sie sollten lediglich darauf achten, dass Ihnen ihre Glaubenssätze auch nutzen, dass heißt, dass sich dadurch Ihr Leben verbessert.“
„Mehrere unabhängig voneinander agierende Systeme, die zum großen Ganzen passen, würden einen hervorragenden Businessplan ausmachen. Außerdem könnte man einige Systeme mehr entwickeln, die man verwenden könnte, wenn sich das große Ganze ändert.“
„Ich bezeichne mich gerne als einen Trader, der bereit ist, die besten Hilfsmittel zu verwenden, die es gibt, um seine Arbeit zu erledigen.“
„Sollten Sie jemals zwei oder mehrere gute Ideen haben, dann fahren Sie fast immer besser, wenn Sie sie alle durchführen, anstatt in die Entweder-Oder Falle zu tappen.“
„Wer zu früh aktiv wird, kann aus einer genauen Prognose leicht einen Verlust-Trade machen.
„Je simpler das System, desto besser wird es auf dem Markt funktionieren. Viele verschiedene Indikatoren können aber auch von Vorteil sein, wenn jeder dieser Indikatoren auf einem anderen Datentyp basiert. Das liefert uns einen entscheidenden Unterschied zwischen Filtern und Setups: Filter basieren normalerweise auf denselben Daten und Sie sollten Sie im Rahmen Ihres Systems meiden.“
„Wenn es wahr ist, dass es für jeden Verkäufer im Markt einen Käufer gibt, wie können sich die Kurse dann auf und ab bewegen? In einer perfekten Welt, würden sich beide Parteien stets ausgleichen, da auch der Preis(Wert) der Aktie (Ware) bekannt wäre. Der Grund für die preisliche Bewegung ist, dass eine der beiden Parteien – einen kleinen Fehler macht. Eine der beiden Parteien ist bereit für den Einstieg (Ausstieg) eine Prämie (Agio) zum aktuellen Marktgebot (Geld-Brief) zu zahlen. ---> aggressives Kaufen / Verkaufen
Dieses Ungleichgewicht ist kein Volumenüberhang oder Defizit, sondern ein Ungleichgewicht im Zeitraum des Handlungsbedarfs.“
„Ohne die Bündelung von Talent, Planung und entsprechender Umsetzung wurde noch nie etwas Großes erreicht. In diesem Geschäft ist es nicht anders: Je mehr Sie sich darauf konzentrieren, was sie tun, desto erfolgreicher werden sie.“
„Geschäftsleute die einen Kreditantrag stellen benötigen einen Businessplan, eine Prognose über die Entwicklung des Geschäfts und darüber wie man den Kredit zurückzahlen können.“
Erfolgreiches Trading basiert auf einer Kombination aus Handelssystemen und der Kontrolle der eigenen Gedanken und Emotionen. Um erfolgreich zu sein, müssen Sie viel über sich selbst wissen und über die Psychologie in den Märkten in denen Sie sich bewegen. Bis Sie damit nicht erfolgreich umgehen können, wird Ihr Trading nicht besonders gut sein.“
In diesem Geschäft kann man nur Geld oder Ego verlieren – nichts anders. Was ist Ihnen wichtiger?
Märkte können sich in Sekundenschnelle in Bewegung setzen, was die meisten Menschen nicht können. Das ist der Grund, warum so viele bei diesem vermeintlich einfachen Spiel scheitern.
Plane den Trade und trade dann den Plan!
1 Kalenderjahr entspricht 7 Börsenjahren.
Es ist absolut notwendig, die Fähigkeit zu besitzen, seine Meinung zu ändern. Sturköpfe haben in diesem Geschäft rein gar nichts verloren. Kein Dogma.
Es ist kein Kinderspiel einem System zu folgen. Wenn man einen Vorteil im Spiel hat, dann erhöhen sich die Chancen auf den Sieg je länger man spielt.
Lassen Sie mich einen Vergleich ziehen: Da ist ein Bankräuber, dessen Komplize ihm sagt, dass er ausreichend Zeit hat, um den Tresor zu plündern. Also fängt er an, munter das Geld einzusammeln, auf das er gehofft hat. Aber dann ruft der Komplize, dass die „Bullen“ kommen. Ein Bankräuber würde das nehmen, was er schon hat und flüchten. Seine Pläne haben sich geändert. Hier besteht der Unterschied zwischen Tradern und Bankräubern: Trader würden in der Bank bleiben, in der Hoffnung, es handle sich um einen Fehlalarm.
Gesundheitstipp: Nehmen Sie keine Drogen, nicht trinken und gehen Sie nicht zur Arbeit.
Jeder größere Verlust, den ich beim Trading erlitten habe(und davon hatte ich wirklich genug) stammte von dem Glauben, dass mein aktueller Trade ein großer Gewinner werden würde, sodass ich mich nicht an die Spielregeln gehalten habe.
Ratten die hungrig sind, gehen(motiviert durch Gier) bei der Nahrungssuche ein größeres Risiko ein als Ratten, die nicht hungrig sind. Wir Trader sind wie hungrige Ratten motiviert durch Gier.
Plane deine Abschlüsse und weiche nicht mehr davon ab, lass dich nicht zur falschen Zeit von Emotionen in den Abgrund stürzen.
Was sich wirklich bewährt ist, Einfachheit zu bewahren und einzusehen, dass Perfektion oder auch nur annähernde Perfektion in diesem Geschäft nicht existiert.
Die Eigenschaft nicht die Nerven zu verlieren, wenn das Team am Verlieren ist, ist die Eigenschaft, das Ruder in einer aussichtslosen Lage noch mal rumzureißen. Dies macht den wahren Champion aus. Wir müssen Punkte erzielen können, wenn wir hinten liegen. Es besteht ein großer Unterschied zwischen dem emotionalen Zustand des breiten Publikums und eines Profis.
PHANTASIE IST WICHTIGER ALS WISSEN
Denn weder Volkswirtschaftslehre noch Finanzlehre ist eine Wissenschaft. Sie sind eine Kunst. Man muss Inspiration haben, Erfahrung und wieder Erfahrung, gemischt mit vielen Watschen und meine Bücher sorgfältig studiert haben.
Die am meisten gebrauchten Wörter an der Börse sind: vielleicht, hoffentlich, möglich, zwar, ich glaube, ich meine, aber, wahrscheinlich, das scheint mir… Alles, was man glaubt und sagt, ist bedingt und kann auch anders gesehen werden.
Meistens verändern sich erst die Kurse und die rasch erfundenen Begründungen werden nachgeliefert. Die Börse benimmt sich oft wie ein Alkoholiker; auf gute Nachrichten weint sie, auf schlechte lacht sie. Die Erklärungen folgen immer im nach hinein. Die Börsen oder Devisenkurse machen eine Bewegung herauf oder herunter und nachher erklären die Spieler, Spekulanten, Anlageberater und Analysten – oft mit gegensätzlichen Argumenten, warum es einfach so kommen musste. Die Kurse machen erst die Nachrichten – die dann weiterberichtet werden.
Je höher die Umsätze an der Börse sind, bei steigenden Kursen, desto mehr Papiere wechseln von den „starken“ in die „schwachen“ Hände, d.h. von psychologisch festen zu schwankenden Börsenteilnehmern.
Denn lieber bin ich ein ungeschulter Spekulant, der seinen Buckel über 70 Jahren in 70 Börsen herumführte, als ein geschulter Wirtschaftsprofessor, der noch nie 24 Stunden auf dem Börsenparkett verbrachte.
Ich habe Freunde, die sich, wenn sie 100 € in der Tasche haben, als Millionäre fühlen und auch solche, die wie bei Meerwasser „immer durstiger werden, je mehr sie davon trinken.“
Seit ich ruiniert bin, kenne ich meine Schwächen / Money can´t buy me love (50 Cent)
Nachdem Volpone, der Geizhals, aus Venedig verbannt worden ist, erbt der kluge und lebenslustige Mosca sein Haus mit allen Schätzen und ruft: „ Die Fenster auf, die Türen auf! Luft und Licht und Menschen herein! Es riecht noch nach Angst, es muffelt nach Geiz und Habsucht und bösen Reden. Kein Wort mehr von Geld! Wir wollen jetzt lustig sein, von Volpones Schüsseln schmausen von seinen Weinen trinken, über alle Narren lachen und über die Geldnarren am meisten…! Vorwärts! Munter! Musik! Musik!
Der Spekulant darf tatsächlich niemals Schulden machen, will er unbelastet seinen Ideen folgen können. Man muss Geduld haben bei seinen Engagements und fast auf ihnen einschlafen können. (Der wahre Spekulant muss allerdings wie ein Krokodil mit offenen Augen schlafen).
Die Kurse steigen, wenn die Käufer unter stärkerem psychologischen und materiellen Druck stehen als die Verkäufer.
Man kommt ans Ziel, aber nie auf gerader Linie.
Kurse drücken nur in Ausnahmefällen den realen Wert aus, sondern spiegeln das Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Egal, woher das Angebot kommt, wenn es kommt, dann fallen die Kurse. Es wäre interessant einmal alle Kauf- Verkaufsorders eines Tages darauf zu untersuchen, welche Beweggründe die Käufer und Verkäufer hatten. Nehmen wir an, ein Wert steigt bis zu einem Niveau, mit dem die Anleger gerechnet haben. Damit gelangt er aber in eine Gefahrenzone. Vom Augenblick an übt nämlich der angemessene Kurs nicht mehr die gleiche Anziehungskraft auf die Spekulation aus. Es gibt nur wenige Kaufinteressenten und diejenigen, die das Papier bereits im Besitz haben, versuchen es nun bei den erwarteten und eingetretenen hohen Preisen loszuwerden, um ihre Nutzen sicherzustellen. Dann wollen alle gleichzeitig durch ein und dieselbe Tür. Die Baisse ist da, obwohl die erwarteten Ergebnisse eingetroffen sind oder vielleicht gerade deswegen. In der Börsensprache nennt man dies FAIT ACCOMPLI
Dem Fait accompli kommt in der Kursentwicklung eine ganz besondere Bedeutung zu. Nehmen wir an, es besteht Kriegsgefahr. Viele Anleger verkaufen ihre Werte. Aber am Tag der Kriegserklärung steigen die Kurse plötzlich gegen alle Erwartung. Bei Kriegsausbruch 1939 war dies typisch für alle Börsen.
Jeder Börsenzyklus besteht aus drei Phasen:
- Der Phase der Korrektur
- der Phase der Anpassung
- der Phase der Übertreibung
Wie soll sich nun der Spekulant in diesen drei Phasen verhalten?
In der dritten Phase, d.h. in der Übertreibungsphase des Bearmarktes, sollte er kaufen und auch nicht erschrecken, wenn die Preise weiter zurückgehen. Denn wie die alten Börsianer schon auf der Budapester Getreidebörse sagten: „Wer den Weizen nicht hat, wenn er zurückgeht, hat ihn auch nicht, wenn er steigt.“ In der ersten Phase der Aufwärtsbewegung sollte er weiterkaufen, denn der Tiefpunkt ist überwunden. In der zweiten Phase, sollte er eigentlich nur Zuschauer sein, nur passiv mit der Bewegung gehen und sich seelisch darauf vorbereiten, in der dritten Phase bei der allgemeinen Euphorie aus dem Markt auszusteigen. Das heißt, bei der zyklischen Börsenbewegung, sollte man zu zwei Dritteln gegen die Tendenz und zu einem Drittel mit der Tendenz gehen. Man muss sehr trainiert, misstrauisch, zynisch und auch ein wenig eingebildet sein, um sich der Massenhysterie entziehen zu können und zu sagen: „Ihr seid alle Dummköpfe, nur ich weiß etwas oder jedenfalls weiß ich es besser! Deshalb gelingt es an der Börse nur einer Minderheit erfolgreich zu spekulieren. Die Mehrheit zählt ja zu den Verlierern. Man muss nur nicht die Lage richtig beurteilen – es müssen auch alle andern falsch liegen.
Nur eine sehr lange Erfahrung gibt einem, was man das Fingerspitzengefühl nennt. Auch der erfahrene, mit allen Wassern gewaschene Spekulant kann sich irren. Er muss sich sogar oft irren, um die notwendige Erfahrung zu sammeln. Ein Börsenspekulant, der in seinem Leben nicht mindestens zweimal pleite war, ist dieser Bezeichnung nicht würdig. Wir sind alle in einem dunklen Raum aber gewiss wird sich jener, der sich schon seit Jahrzehnten in diesem Raum befindet, besser zurechtfinden als einer, der erst vor kurzem eingetreten ist.
Die Hausse steigt sanft, sie erklimmt Absatz um Absatz, ohne dass man es eigentlich merkt, während der Börsenkrach plötzlich und mit der Heftigkeit göttlicher Rache kommt.
Der Gewinn ist nur eine Illusion, allein der Verlust ist Realität
Eines Tages kam sein Sekretär voller Aufregung zu ihm: „Die Papiere gehen dramatisch zurück!“ Seine Antwort: „Die Papiere gehen zurück? Soll ich mich aufregen? Ich war drei Jahre in Auschwitz…“
Wenn alle verkaufen wollen, dann entsteht der berühmte Flaschenhalseffekt, die deutschen Börsen sind zu klein für solche enormen Beträge.
„Immer Angst haben, nie erschrecken.“
An der Börse sind drei Jahre nicht genug, um ein Gurudiplom zu erwerben, dafür braucht man mindesten 40 Jahre.
Der Computer ist beim spekulieren ebenso unschuldig wie das Besteck, mit dem man einen faulen Fisch isst. Das Übel ist allein der stinkende Fisch.
Wer handelt schon antizyklisch? Immer nur eine Minderheit! Und wer nach dem 87er Crash eingestiegen ist, hat heute Supergewinne in seinen Büchern stehen.
„Ein guter Anzug und ein maßgeschneidertes Hemd können sogar aus einem Börsianer einen Gentleman machen.“
Welcher Aberwitz sich hinter dem Begriff „Portfolio Insurance“ verbirgt, habe ich bereits beschrieben: Man versichert sein Haus, indem man es verkauft.
„Jeder, der sich wohl fühlt, ist eigentlich ein Kranker, nur weiß er es nicht.“
„Das ist ein niedriges Niveau wie das „Wenn der Hahn kräht auf dem mist, ändert sich´s Wetter oder´s bleibt, wie es ist.“
Die Spieler, die auf Nummer „todsicher“ gespielt haben, werden enttäuscht und bestraft. Denn natürlich kauften die meisten zum höchsten Kurs. Andernfalls wäre dieser ja nicht zustande gekommen.
Genau zu diesem Zeitpunkt, wenn die Börse „talk of the town“ ist, muss man unbedingt aussteigen.
In anderen kapitalistischen Ländern kommen auf 10 Hartgesottene 90 Zittrige; in der Bundesrepublik stehen nur 5 Hartgesottene 95 Angsthasen gegenüber. Eben die deutschen Tugenden wie Disziplin und Tüchtigkeit sind an der Börse eher abträglich, denn Spekulieren ist in diesem Sinne keine Arbeit, es ist eher eine Kunst, etwas Intuitives.
„Die Deutschen arbeiten nicht nur viel, sondern auch gern. Recht geschieht ihnen.“
…Er bemühte sich, durch Geheiminformationen herauszubekommen, in welcher Höhe jeweils Kreditengagements an der Börse bestanden. Wenn er wusste, dass viele Hunderte Millionen, ja Milliarden in einer Haussespekulation engagiert waren, spielte er natürlich auf Baisse. Er wiederholte immer wieder. Die technische Verfassung des Marktes ist entscheidend; wenn alle Papiere von den „schwachen Händen“ gehalten werden, dann muss der Krach kommen.
Jeden Tag sterben Kinder in der 3. Welt und dich beschäftigt was ein dritter von dir hält?
Wenn man sich schon in Sachen wie die Börse einläst, dann soll es sich doch wenigstens lohnen. So dachten schon die frommen Juden: „Wenn schon Schweinefleisch, dann muss es vor Fett triefen.“ Die meisten Börsianer haben leiden die hässliche Eigenschaft herumzuprotzen, wenn ihre Papiere ein paar Punkte gestiegen sind. Mit dem Gewinn geben sie an, den Verlust verschweigen sie. Sie haben alles vorausgesehen und wiederholen: „Ich habe es dir doch gesagt!“
Spekulanten sind Börsianer, die ihr Vermögen aber auch ihren Ruin mit der Börse machen. Sie gehen ein Abenteuer ein und riskieren dabei die eigene Haut. Der Spekulant hat – mehr als andere Menschen – Ideen, Einfälle und Visionen und erwägt pausenlos die Pro und Kontras der Dinge, die ihm begegnen, zieht daraus Konklusionen und kauft und verkauft irgendeine beliebige Aktie. War seine Überlegung richtig, bekommt er seinen Lohn (von der Börse), war sie falsch, zahlt er (der Börse) eine Geldstrafe. Der Spekulant braucht Erfahrung, um immer wieder analoge Situationen ins Gedächtnis zu rufen.
„Ein guter Priester lernt bis zu seinem letzten Tag.“
„Le client, voilà l´ennemi“
Wenn man seine finanziellen Engagements wirklich vom Aberglauben abhängig macht, so ist man ein Spieler. Das war ich als junger Mann; ich weiß, was spielen ist und habe unter Schmerzen gelernt. (Merke: Das in der Spekulation gemachte Geld ist Schmerzensgeld; zuerst kommt der Schmerz, dann das Geld).
Charts individueller Aktien haben eine gewisse Bedeutung, denn aus ihren Bewegungen lassen sich unter Umständen Rückschlüsse ziehen, die sonst nicht möglich gewesen wären. Wenn zum Beispiel die Kurskurve einer Aktie gegen die generelle Tendenz geht, so kann dies auf Transaktionen der Großaktionäre hinweisen. Diese wissen, dass es der Firma schlecht geht und wollen ihre Aktien abladen. Charts für den gesamten Markt hingegen, sind etwa so sinnvoll wie der Einfall des Chefarztes einer Klinik, statt der Fieberkurve über dem Bett eines jeden Patienten eine Durchschnittskurve aller Patienten zu erstellen.
Sicherlich genießt der Roulettespieler das Gewinnen. Aber schon sein zweitgrößtes Vergnügen ist der Verlust, denn sein Vergnügen ist der Nervenkitzel, nicht das Geld. Das Vergnügen der Spieler ist die Herausforderung des Schicksals. „Ich kenne einen der hat Geld wie Heu, aber oft seine Fahrkarte in der Straßenbahn nicht entwertet. Sein Spiel geht so: Habe ich entwertet und der Schaffner kommt nicht, habe ich Pech gehabt; kommt er, habe ich Glück gehabt. Habe ich die Karte nicht entwertet und werde kontrolliert ist das besonderes Pech, werde ich aber nicht kontrolliert, so habe ich das große Los gezogen.“
„Selbstverständlich setzt beim Roulette niemand mehr auf Rot, wenn die Kugel bereits zehnmal bei Rot stehen geblieben ist.“
Hat man Papiere, so zittert man sie könnten fallen; hat man keine, so zittert man, sie könnten steigen. Darum bin ich der Überzeugung, dass nach jeder Börsendepression, in der die Menschen ein wahrer Ekel vor Aktien und vor der Börse befällt, wieder Zeiten folgen, wo alle Wunden der Vergangenheit vergessen sind und die Menschen sich wieder von der Börse anlocken lassen, wie die Motten vom Licht.
Man könnte den Börsianer mit einem Alkoholiker vergleichen, der nach einem schweren Rausch am nächsten Tag in seinem Katzenjammer beschließt, nie wieder ein Glas Alkohol in die Hand zu nehmen. Aber am Nachmittag trinkt er doch wieder einen Cocktail und dann noch einen und noch einen und um Mitternacht ist er wieder genauso betrunken wie vorher.
Denn bei einer Gesellschaft, die sogar ich einschüchtern kann, bleibe ich gerne Kunde, aber niemals Partner.
Der Werdegang der Spekulanten – wie auch immer sie aussehen – begann jedenfalls gleich. ungefähr so, wie ein unschuldiges Mädchen manchmal zum ältesten Beruf der Menschheit gelangt: Zuerst ist es Neugier, dann Vergnügen, Leidenschaft sogar und zum Schluss nur noch Geldgier. Ich bin glücklicherweise erst in der zweiten Phase. Noch immer ist die Börse eine Leidenschaft.
Welch ein fürstlicher Beruf! Keine Angestellten, kein Chef. Kein Zwang zu freundlichen Lächeln, kein Hin und herhandeln, keine nervösen Kunden wie bei Bankiers oder Maklern. Ein Edelmann, der über sein Zeit frei verfügt, eingehüllt in den Rauch seiner Zigarre, bequem im Sessel sitzend, denkt er nach, fern vom Lärm der Geschäftemacher. Seine Werkzeuge: Telefon, Radio und Zeitungen, die er freilich zu lesen weiß – zwischen den Zeilen.
Das Chartlesen ist meiner Ansicht nach eine Wissenschaft, die vergebens sucht, was Wissen schafft.
Von der Dummheit der anderen kann der Spekulant oft mehr profitieren, als von seiner eigenen Klugheit. Man kann auch von einem Dummkopf etwas lernen, besonders, was man nicht tun soll.
Folgen Sie unter keinen Umständen den Tipps der Banken. Das ist genauso wie in meinem Stammbistro: Wenn der wirt „Boeuf à la mode“ empfiehlt, weil er noch 5 Portionen in der Küche stehen hat und loswerden will, so bestelle ich justament dieses Gericht nicht.
Der Bankier handelt mit Geld, der Kaufmann mit konkreten Waren. Ihre Interessen sind nicht dieselben; der Bankier kassiert Zinsen, je höher umso besser, der Kaufmann muss Zinsen zahlen, je niedriger, desto besser; der erste sucht die Sicherheit einer Anlage und der zweite die Phantasie. Entweder man ist das eine oder das andere; beide stehen sich „antagonistisch“ gegenüber. „Zwei mal zwei ist fünf weniger eins“
„Hat man 24 Stunden früher recht als die anderen, so gilt man 24 Stunden lang als närrisch.“
„Man kann an der Börse verdienen, viel verdienen, eventuell reich werden, man kann aber auch alles verlieren, viel verlieren und auch zugrunde gehen. Aber nie kann man durch Börsenspiel ein Pro-Jahr-Einkommen in festen Prozentsätzen sicherstellen.“
Ein Freund von mir war börsensüchtig. Er arbeitete in der Stahl und Eisenbranche und wickelte während des Koreakrieges Millionengeschäfte ab. Er tat sich groß damit, sein Geld mit Fleiß und Schweiß zu verdienen. In seinen Augen waren wir Börsianer Nichtstuer, Faulenzer und Parasiten der Wirtschaft. Eigentlich hatte er Recht, obwohl ich mich bestimmt nicht schäme, niemals gearbeitet zu haben und trotzdem ein sehr angenehmes und bequemes Leben geführt zu haben.
„So ist es gut, so ist es recht, niemandes Herr und niemandes Knecht!“ Das ist mein Erfolg.
SPIEL DER SPIELE
Schon mehrmals war ich völlig abgebrannt, doch einen Totalverlust habe ich nie erlitten. Sonst stünde ich nicht da, wo ich mich heute befinde. Ich wusste immer, dass ich wieder eine Chance bekommen und den gleichen Fehler kein zweites Mal begehen würde. Ich habe eben an mich geglaubt. Die Spekulation an der Börse ist ein hartes und schwieriges Geschäft. Der Akteur muss stets auf dem Posten sein, sonst verliert er seinen Job.
…denn nur wenn ich Geld verlieren, lasse ich mich überzeugen, dass ich etwas falsch mache.
„Ehre deinen Kunden und Du wirst reich“, lautet ein altes Sprichwort
Es ist eine unvergleichliche Erfahrung, alles zu verlieren, um zu lernen, was man falsch gemacht hat. Weiß man dann endlich, was man nicht tun darf, um Verluste zu vermeiden, fängt man an zu lernen, was man tun muss, um Gewinne zu erzielen. Können Sie mir folgen? Sie fangen an zu lernen.
Es heißt, solange man Gewinne mitnimmt wird man nicht arm. Es stimmt: Man wird zwar nicht arm – aber man wird mit einem Vier-Punkte Gewinn in einem Bull-Markt auch nicht reich.
Der absolute Dilettant weiß überhaupt nichts und jeder – auch er selbst – weiß das. Hat er dann die nächste Wissensstufe erreicht, glaubt er, er wisse schon eine ganze Menge und erweckt diesen Anschein auch bei anderen. Er ist schon zum „Dilettanten mit Erfahrung“ avanciert, der zwar nicht den Markt selbst, aber doch einige Bemerkungen über den Markt – von Dilettanten, die noch mehr wissen als er – studiert hat. Der Dilettant, der noch eine Wissensstufe erklommen hat, weiß schon, wie er sich durch ein paar Methoden, die die absoluten Dilettanten eben erst herausfinden, gelegentlich vor Verlusten schützen kann. Und genau dieser Dilettant, der kein blutiger Anfänger mehr ist - weniger der absolute Dilettant – ist das ganze Jahr über die wirkliche Einnahmequelle der Commission Houses. Er kann sich durchschnittlich 3,5 Jahre halten, während ein absoluter Anfänger einen Zeitraum von 3-30 Wochen an der Wall Street durchhält. Natürlich ist es der Dilettant, der schon einiges weiß, der stets die berühmten Trading-Aphorismen und all die Gesetze der Spekulation zitiert. Er weiß um all die „Tu-das-nicht“-Regeln der erfahrenen Börsianer – mit Ausnahme der wichtigsten. Sei kein Dilettant!
Dieser Dilettant im Fortgeschrittenstadium glaubt, er sei reifer und erfahrener geworden, da nun bei fallenden Kursen kauft. Er wartet sie ab. Wie günstig er eingekauft hat, misst er daran, um wie viel Punkte der Kurs der entsprechenden Aktie gegenüber ihrem Höchststand gefallen ist. In den großen Bullenmärkten kauft der wirkliche Dilettant, der die Börsenregeln nicht kennt sowie das Verhalten der Aktie in der Vergangenheit, blindlings. Zunächst verdient er gut, bis er sein Geld durch eine unvermeidliche Gegenreaktion des Marktes auf einen Schlag verliert. Doch der „vorsichtige“ Dilettant macht es so wie ich, als ich glaubte, ich würde intelligent spekulieren – unter Rückgriff auf die Intelligenz anderer.
Auch bei Fullerton ging das übliche Publikum ein und aus. Alle Wissensstufen waren vertreten. Nur einer unter ihnen war anders: Ein älterer Herr. Er erteilte niemals ungefragte Ratschläge und prahlte auch nicht mit seinen Gewinnen. Er konnte gut zuhören, er schien auch nicht sonderlich heiß auf Tipps zu sein; er fragte den jeweiligen Wortführer nie, was sie gehört hätten oder wüssten. Doch wenn jemand ihm einen Tipp gab, bedankte er sich bei Tippgeber. Manchmal auch ein zweites Mal, wenn sich der Tipp als richtig erwiesen hatte. Anderseits beklagte er sich niemals, wenn er möglicherweise hereingefallen war. Niemand wusste also, ob er einen bestimmten Tipp nun befolgt hatte oder nicht. Bei Fullerton hielt sich das Gerücht, dass er wohlhabend sei und es sich durchaus leisten konnte, sich in großen Positionen zu engagieren. Doch verdiente die Brokerfirma offensichtlich keine hohen Provisionen an ihm… „Ich gab ihm dem Climax Motors Tipp. Er hat 500 Aktien gekauft, 7 Punkte Gewinn gemacht und ich sage ihm, er soll jetzt verkaufen und sie wieder kaufen, wenn es eine Gegenreaktion gibt, die jetzt überfällig ist. Und was antwortet er mir? Er sagt, wenn er verkauft, würde er seinen Job verlieren. „Entschuldigen Sie, Mr. Hartwood, ich sagte nicht, ich würde meinen Job verlieren“, fiel ich Old Turkey ins Wort. „Ich sagte, ich würde meine Position verlieren, d.h. meinen Standpunkt aufgeben. Wenn Sie erst so alt sind wie ich und ebenso viele Haussen und Kursstürze erlebt haben wie ich, wissen Sie, dass es sich niemand leisten kann, seinen Standpunkt aufzugeben – nicht einmal John D. Rockefeller. Ich hoffe, der Kurs der Aktie fällt und dass sie dann wesentlich billiger zurückkaufen können, mein Lieber. Ich selbst kann meine Trades jedoch nur unter Einbringung meiner langjährigen Erfahrung durchführen. Der Preis war hoch genug und ich bin keineswegs gewillt, ein zweites Mal Lehrgeld zu bezahlen. Ich bin Ihnen jedoch dankbar für Ihren Tipp, als wenn ich das Geld schon auf der Bank hätte. Wir befinden uns in einem Bull-Markt, wie Sie wissen.“
Ich denke, ich habe mit meinen Börsenerfahrungen einen großen Satz nach vorn gemacht, als ich endlich erkannte, dass Turkey mit seinen Worten: „Sie wissen schon, wir befinden uns in einem Bull-Markt!“ In Wirklichkeit wollte er sagen, dass man nicht mit den einzelnen Kursschwankungen, sondern mit den großen Bewegungen des Marktes und an der Börse das große Geld verdienen konnte – d.h. nicht indem man die Kurse, die aus dem Börsenticker kamen las und interpretierte, sondern durch die Größenbestimmung des Gesamtmarktes und die Erfassung des Trends.
Old Turkey hatte mit seinen Äußerungen und seiner Handlungsweise völlig Recht. Er hatte nicht nur den Mut, zu seiner Überzeugung zu stehen, sondern er brachte vielmehr auch die von Intelligenz zeugende Geduld zum unbeirrten Weitermachen auf. Niemand kann alle Kursschwankungen ausnutzen. In einem Bull-Markt besteht die Spekulation darin, dass man kauft und den Wert behält, bis man glaubt, der Bull-Markt nähere sich dem Ende.
Eines der hilfreichsten Börsenprinzipien ist dabei auch, nicht versuchen zu wollen, die letzten bzw. die ersten acht Punkte mitzunehmen. Denn das sind die teuersten Punkte, die es gibt. Sie haben Börsenspekulanten insgesamt schon so viele Mio. Dollar gekostet, dass man damit einen Beton-Highway von einem Ende des Kontinents zum anderen bauen könnte.
Ohne Vertrauen in die eigene Urteilskraft kommt man in diesem Geschäft nicht weit.
Doch jetzt mit ausreichendem Kapital, Erfahrung und Selbstvertrauen – hatte ich es so eilig, den neuen Schlüssel zum Erfolg auszuprobieren, dass ich nicht bemerkte, dass die Tür noch ein zweites Schloss in Gestalt des Faktors Zeit besaß. Es war ganz natürlich, dass ich es übersehen hatte. Und ich musste das übliche Lehrgeld zahlen – einen ganz schönen Betrag für jeden Schritt nach vorn. Das ist eben die Strafe, wenn man zu früh losrennt! Ich war zu sehr darauf erpicht, mir selbst zu beweisen, dass es sich um echte Dollars und nicht nur um eine Fata Morgana gehandelt hatte. Ich hätte ganz einfach darauf zu gehen müssen und nicht losrennen sollen. Und so lernte ich, dass man zu Beginn eines Bear-Marktes richtig liegt und auf Baisse spekuliert – gut daran tut, solange keine großen Bestände zu verkaufen, bis man sich sein kann, dass eine Fehlspekulation ausgeschlossen ist. Beginnt man zur richtigen ZEIT, wird eine profitable Position niemals ernsthaft gefährdet; Ausdauer und Beharrlichkeit fallen dann nicht schwer. Für mich bedeutete dies einen Papierverlust von ca. hunderttausend Dollar. Ich wollte einen schnellen Trade; den hatte ich jetzt! Stellt man fest, dass man falsch liegt, ist das einzig Sinnvolle, die richtige Position zu beziehen und die falsche aufzugeben.
Kurzum, ich hatte gelernt, dass ich für das Geld, das ich verdiente, auch etwas tun musste. Ich spekulierte nicht mehr blind; ich war auch nicht mehr damit beschäftigt, die Technik der Spekulation beherrschen, sondern vielmehr damit, mir meinen Erfolg mit dem eingehenden Studium der Dinge und durch klares Denken zu verdienen.
Und natürlich schmerzen Fehler, die einem an der Börse unterlaufen in doppelter Hinsicht: Man spürt sie in der Brieftasche und sie verletzen die Eitelkeit.
„Ich kann einfach nicht mehr schlafen!“ „Weshalb denn nicht?“, wollte der Freund wissen. „Ich habe so viele Baumwoll-Kontrakte, dass mir der Gedanke daran den Schlaf raubt. Ich bin fix und fertig und sehr nervös. Was kann ich dagegen nur tun?“ „Verkaufe so viele, dass Du wieder ruhigen Gewissens einschlafen kannst“, riet ihm der Freund.
Wer an der Börse Geld verdient, gibt es meistens auch gern schnell aus. Doch wer auf einmal Geld verliert, gewöhnt sich nur schwer daran, nicht mehr so viel ausgeben zu können.
Im Aktienmarkt riskiert man sein halbes Vermögen und denkt dabei weniger nach, als bei der Auswahl eines Autos der mittleren Preisklasse.
Sie wissen schon, ein professioneller Spekulant hat es nicht auf große, sondern auf sichere Gewinne abgesehen. Dem Profi geht es in erster Linie darum, das Richtig zu tun – dann erst ums Geld; denn er weiß, dass sich der Erfolg von selbst einstellt, wenn er alle anderen Faktoren gebührende Beachtung schenkt.
„Schwer zu sagen, bevor man nicht gesetzt hat!“ Ich musste wissen, ob ich an der Börse richtig lag oder nicht – und nur die Abrechnungen meines Brokers konnten am Monatsende den entsprechenden Beweis zu liefern.
Verkaufen Sie stets, womit Sie Verlust machen und behalten Sie die Position, mit der Sie im Gewinn liegen.
Doch nicht immer lässt es das Schicksal zu, dass man die Höhe des Lehrgeldes selbst bestimmt. Es sorgt für die erzieherische Ohrfeige und präsentiert seine eigene Rechnung – wohl wissend, dass an sie bezahlen muss, egal wie hoch sie ausfällt.
Doch sieht man sich die Durchschnittskunden, die in Commission Houses ein- und ausgehen, einmal näher an, so wird einem klar, dass Verluste dann vorprogrammiert sind, wenn man hofft, dass die Börse die offenen Rechnungen bezahlt. Man verliert mit Sicherheit alles.
Man musste sich schon selbst sehr gut kennen, um an der Börse erfolgreich zu sein. Es bedurfte einer langen Lernphase, bis ich schließlich wusste, zu welchen Torheiten ich imstande war. Manchmal glaubte ich, dass das Lehrgeld eines Spekulanten nicht hoch genug sein konnte, um zu lernen, stets auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben und sich nichts einzubilden. Denn der Ruin manch eines „vollkommenen“ Traders stand im direkten Zusammenhang mit seinem Eingebildetheit – eine teure Krankheit, überall und für jeden, doch ganz besonders für einen Spekulanten an der Wall Street.
Ganz emotionslos kam ich zu den Überzeugung, dass ich nie etwas Nützliches zustande bringen würde, solange ich mir Sorgen machte und die werde ich mir solange machen, solange ich eben Schulden hatte – d.h. solange ein Gläubiger die Möglichkeit hatte, mir Ärger zu bereiten oder mich an meiner finanziellen Gesundung zu hindern.
Es gibt Zeiten, in denen man ebenso wenig dafür kann, Geld zu verdienen, als dafür, dass man nass wird, wenn man bei Regenguss ohne Schirm vor die Tür geht.
Versuchen Sie nie beim Höchststand der Kurse zu verkaufen. Das ist nicht klug. Verkaufen Sie erst nach einer Gegenreaktion des Marktes, wenn sich der Wert danach nicht erholt.
Baron Rothschild: „Ich kaufe nie, wenn die Kurse ganz unten sind und ich verkaufe immer zu früh!“
Humor ist, wenn man trotzdem lacht! Die Spieler kommen und gehen – das Spiel aber bleibt immer dasselbe.
Den Gewinn verdanke ich vielmehr meiner professionellen inneren Einstellung zu den Comodity-Börsen und diese Einstellung gründete sich auf meine jahrelange Erfahrung in diesem Geschäft. Ich befasste mich eingehend mit den Dingen, weil es mein Job war, Trades durchzuführen. In dem Moment, in dem mir der Ticker bestätigte, dass ich richtig lag, war es meine Pflicht als Trader meinen Bestand zu erhöhen. Und ich erfüllte meine Pflicht. Das war alles.
Ein Broker Veteran sagte zu mir: Wenn ich auf Bahnschienen entlang gehe und sehe, dass mir ein Zug mit 100 km/h entgegenkommt, laufe ich dann weiter auf den Schienen? Nein, mein Freund, ich trete zur Seite. Und ich klopfe mir wegen dieses so klugen und vorsichtigen Schrittes nicht einmal selbst auf die Schulter.
Der Trader muss weit in die Zukunft schauen, doch der Broker verdient seine Provision eben jetzt. Broker leben von den Provisionen, die das Publikum bezahlt.
Bei einem ungerechtfertigten Kursrückgang würde die Aktie schon bald unter ihren wirklichen Wert fallen; aus diesem Grunde würde sie neue Käufer finden, wodurch der Kursrückgang gestoppt würde. Ein Baissier kann nur das große Geld verdienen, wenn er in ihr bei einem zu hohen Kurs Short geht. Allerdings hängen die Insider diesen Umstand nicht an die große Glocke.
Ich bin fest davon überzeugt, dass die Verluste des Publikums ganz erheblich verringert werden könnten, wenn die anonymen Meldungen der Presse verboten werden würden. Ich meine damit Erklärungen, die in der Absicht abgegeben werden, das Publikum zum Kauf zu veranlassen oder von der Glattstellung abzuhalten. Gleichgültig, wie groß der zuvor begangene Fehler auch sein mochte. Ich musste die Situation nutzen. Dies war meine Chance Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Trader wusste ich, dass sich die Linie des geringsten Widerstands von oben nach unter verlagert hatte. Ein Spekulant muss an sich selbst glauben und seinem eigenen Urteil vertrauen. Nachdem ich viele Jahre an der Wall Street verbracht und Millionen verdient und wieder verloren hatte, möchte ich folgendes betonen: Die großen Gewinne habe ich nicht mit Denken verdient. Es war meine Beharrlichkeit. Ich habe mich einfach nicht irre machen lassen! Ich kenne eine Menge Leute, die genau zum richtigen Zeitpunkt richtig lagen und mit dem Kauf oder dem Verkauf Ihrer Aktien begannen, als sich die Kurse auf einem Niveau befanden, das eigentlich das größte Gewinnpotential bieten müssen. Und sie machten genau dieselbe Erfahrung wie ich. Das große Geld war damit nicht zu verdienen. Trader, die den Markt richtig einschätzen und das Standvermögen haben, unbeirrt weiterzumachen, sind selten zu finden. Dies zu lernen, fiel mir am Schwersten. Doch erst wenn der Börsenspekulant dies richtig begriffen hat, kann er das große Geld verdienen. Es stimmt schon: Hat sich ein Trader die entsprechenden Trading-Kenntnisse erst einmal angeeignet, verdient er ein paar Millionen Dollar leichter, als ohne Kenntnisse ein paar hundert.
Dies ist zurückzuführen, dass ein Spekulant – obwohl er die Dinge vielleicht klar erkennt – ungeduldig wird oder von Zweifeln heimgesucht wird, wenn der Markt sich Zeit lässt, sich so zu entwickeln, wie er eigentlich müsste. Old Turkey hatte mit seinem Äußerungen und seiner Handlungsweise völlig Recht. Er hatte nicht nur den Mut, zu seiner Überzeugung zu stehen; er brachte vielmehr auch die von Intelligenz zeugende Geduld zum unbeirrten Weitermachen auf. Niemand kann alle Kursschwankungen ausnutzen. In einem Bull-Markt besteht die Spekulation darin, dass man kauft und den Wert behält, bis man glaubt, der Bull-Markt nähere sich seinem Ende.
Dreimal in weniger als zwei Jahren pleite zu gehen – das war wirklich kein Renommé, auch wenn sich diese Erfahrung als äußerst lehrreich erwies.
Es kommt auf den Boden an, auf den die „News“ fallen. Und so trug die Börse dem Ausmaß der Katastrophe einfach nicht Rechnung; Wall Street „wollte“ sie nicht zur Kenntnis nehmen. Bis zum Börsenschluss hatten die Kurse Ihr vorheriges Niveau eingestellt. Es war zum Verzweifeln, wie verblendet die Wall Street reagierte.
Als ich die Abrechnung erhielt, stellte ich fest, dass mich Ed Hardings wohlgemeinte Intervention vierzigtausend Dollar gekostet hatte. Eigentlich kein hoher Preis für einen Mann, der nicht den Mut gehabt hatte, zu seiner eigenen Überzeugung zu stehen! Ich war billig davon gekommen. Eine wirklich preiswerte Lektion.
Ich selbst habe noch nie an ein blindes Spekulieren geglaubt. ob ich nun risikofreudig spekuliere oder aber hundert Aktien kaufe: In beiden Fällen muss ich mein Handeln begründen können.
Ein anständiger Mensch sollte zwar Dankbarkeit empfinden, doch sollte er sich andererseits dagegen wehren, sich von diesem Gefühl der Dankbarkeit fesseln zu lassen. „Noblesse oblige!“ – doch nicht an der Börse, denn der Ticker ist nicht loyal und großzügig, außerdem belohnt er Loyalität nicht.
Der Aktienmarkt boomte und es war geradezu meine Pflicht, diese Hausse auszunutzen. Schon seit vielen Jahren war es meine Gewohnheit, alle Märkte bzw. Börsen zu beobachten und mich eingehend mit ihnen zu befassen. Eine Aktie, die sich nicht so verhielt wie sie sollte, kaufte ich auch in einer Hausse nicht. Gelegentlich ging ich in einem eindeutigen Bull-Markt in einer Aktie Long und stellte dann fest, dass sich andere Aktien derselben Gruppe anders verhielten. Daher stellte ich den entsprechenden Bestand wieder glatt
SPEKULATIONSBLASE - NEW ECONOMY
Immer mehr Ideen wurden geboren und an der Börse zu Geld gemacht. Die Banken umgarnten die Unternehmer und rieten zum Gang an die Börse. An die Börsen zu gehen war zu dieser Zeit „in“. Viele Unternehmen gingen an die Börse: Der Neue Markt in Deutschland feierte seine Renaissance und legte Kurssteigerungen hin, die jenseits der bisherigen Erfahrung lagen. Es gab Pioniere am neuen Markt, wie Bertrand, Mobilcom und EM TV. Wer im Januar 1998, 10.000 € in diese Aktie von EM TV investierte, hatte im Februar 2000 eine Summe von 2,1 Mio. € in seinem Depot.
Der Trick war einfach: Die Banken hatten begriffen, dass man nur 5 % der Aktien am Markt ausgibt. Dadurch bildet man einen engen Markt und wenn viel Geld in eine enge Aktie fließt, führt das eben zu astronomischen Kurssteigerungen. Um die luftigen Höhen für einen bestimmten Zeitraum aufrechtzuerhalten zu können, band man die Mitarbeiter, die in der Regel eine Menge Aktien statt Gehalt bekamen, an eine Sperrfrist von sechs Monaten und mehr. In dieser Zeit wurde kräftig die Werbetrommel gerührt und wer die beste PR-Abteilung hatte, sah seine Aktien an der Börse am heftigsten ansteigen.
Die meisten Aktien verdoppelten sich am ersten Tag und so wurden Neuemissionen zur begehrtesten Spezies an der Börse. Jeder wollte sie haben und nur die wenigsten Anleger waren von Anfang an dabei. Die Banken hatten da eine sehr eigene Ansicht, wie mit Neuemissionen umzugehen war. Da die Kursrakete am Emissionstag praktisch garantiert war, wurden die Aktien sorgfältig verteilt. Wenn sie ein großer und somit wichtiger Kunde, bekamen sie ggf. ein anständiges Paket zugeteilt, das wie ein Geldgeschenk zu sehen war, denn schon am 1. Handelstag hatte sich Aktie oft verdoppelt.
Es entstand eine wahre Gier nach Neuemissionen und es gar nicht selten vor, dass eine Aktie mehr als zehnfach überzeichnet war. Es schien, als läge unendlich viel Geld bereit, um in die Unternehmen und ihre fixen Ideen zu fließen. Es war eine Phase, wie sie uns aus der Pionierzeit der Eisenbahn oder aus den Goldenen Zwanzigern in den Geschichtsbüchern übermittelt wird. Jeder wollte Aktien haben, es war wie ein Virus, der alle Schichten unserer Gesellschaft erfasste. Akademiker, Handwerk, Taxifahrer, Schüler, Studenten, einfach jeder wollte dabei sein, um sich am Manna des schnellen Reichtums zu laben. Menschen, die kürzlich erst gelernt hatte, wie man das Wort Börse buchstabierte, gehörten plötzlich alle dazu und waren Bestandteil einer Gesellschaft, die zwar in der Regel keinen Unterschied zwischen operativen und tatsächlichen Gewinnen kannte, aber kräftig im Börsenrausch der späten 90er mitmischte.
Anfang 2000 erreichte der Wahnsinn seinen Höhepunkt. Neuemissionen waren nun die begehrteste Sache auf der Welt, da sie sich nun nicht mehr nur verdoppelten, sondern bis zu 1000 % am ersten Handelstage zulegten.
Im Jahre 1999 steigt der Nasdaq Composite (COMPX) das fünfte Jahr in Folge und legten den größten Jahresgewinn seiner Geschichte hin. Der Index stieg das 5. Jahr in Folge und legte den größten Jahresgewinn seiner Geschichte hin. Der Index stieg in diesem Jahr um gigantische 85 % und die ganze kapitalistische Welt befand sich im Geldrausch. Im März 2000 veröffentlichte die US-Zeitung Barrons eine Liste mit 200 AGs, die täglich Geld verbrannten und bald Pleite gehen sollten. Diese Liste wurde als Sensationsgier gewertet. Am 10. März 2000 schloss der Nasdaq Composite bei 5048, dem höchsten Punkt seiner Geschichte – und ab diesem Tag sollte alles anders werden.
CRASH – NEW ECONOMY
Am 4. April 2000, nun vier Wochen nach dem Hoch im Nasdaq Composite, erreichte der Index ein Tagestief bei 3649. Bis dahin hatte der 28 % verloren und nun kam der gemeinste Schachzug der Geschichte: Er erholte sich noch am selben Tag und schloss bei 4148. Die Spanne zwischen Hoch und Tief betrug 12 % an diesem Tag und das Volumen betrug 2,8 Milliarden Aktien, was historisch gesehen ein Spitzenvolumen war.
Was den Charttechniker serviert wurde, war ein bilderbuchartiger Selling Climax und es war ein Zeichen, dass die großen Spieler den Markt nach oben zogen. An dieser Stelle war es äußerst Angebracht bullish zu werden, denn aus den vergangenen 10 Jahren hatte man gelernt, dass die großen Spieler immer wussten, was sie taten.
Doch dieses Mal lief alles anders. Der COMPX stieg weitere 3 Tage an und fiel anschließend wieder, um am 8. Handelstag nach dem „Selling Climax“ ein neues Tief markieren.
Der Crash dauerte fast zwei Jahre bis zum Ende 2002, wo der NASDAQ COMPOSITE einen Tiefststand von 1100 Punkten markierte.
Der Crash vom Höchststand zum Tiefststand –80 % betragen und somit wurde der gesamte vorherige Anstieg korrigiert.
SCHÄFCHENWIESEN
Jeder der vier großen Upswings des jüngsten Bärenmarktes endete erst, wenn sich eine Schäfchenwiese gebildet hatte. Es bedeutet: Der Upswing hatte sich über ein psychologisch wichtiges Niveau begeben. Es sind jene Niveaus, die von den Massenmedien propagiert und von Charttechnikern einfach erkannt werden. Sobald dieses Niveau durchbrochen wird, steigt regelmäßig das Volumen an und die Tage des Upswings sind bald gezählt.
TOPPING-OUT
Wichtig ist, dass im Zuge des Topping-outs von vielen Marktteilnehmern eine Seitwärtskonsolidierung propagiert wird und die Hoffnung eines Ausbruchs nach oben propagiert. Im selben Atemzug werden Aktien, die neue Hochs bilden, in den Vordergrund gestellt und jene, die ihren Bärenmarkt bestätigen werden weitestgehend ignoriert. Die Schäfchen richten sich im Rahmen des Topping-outs immer entschiedener auf der langen Seite aus und die Wölfe, sprich das Smart Money, nutzen diese Nachfrage, um Shorts zu platzieren, also sich auf der kurzen Seite zu positionieren.
Die Phase des Topping-outs macht so manchen Shortseller verrückt, da der Markt immer wieder zu scharfen, mehrtätigen Rallyes ansetzt und die Shorties in den Wahnsinn treibt. Es dauert zwischen 6 Wochen und 4 Monate, bis das Topping-out vollendet ist und der Markt seinen gnadenlosen Marsch in Richtung Süden.
Verstand oder Emotionen?
Die Gehirnwäsche findet zur Hochblüte des Topping-outs statt und das erste Quartal ist wie geschaffen für diese Zeit. Analysten hauen mit Vorliebe gegenseitige Wirtschaftwachstumsprognosen von 3 % und mehr um die Ohren. Aktien, die 100 % und mehr gelaufen sind, werden breitflächig heraufgestuft. Jeden Januar werden von allen Banken Ausblicke für das neue Börsenjahr präsentiert und die sind alles andere als bearish. Die Kursziele liegen in der Regel zwischen 0 und 60 % über dem aktuellen Niveau. Es ist selten, dass eine negative Jahresprognose abgegeben wird.
Nun nehmen Sie diese Prognosen, fügen die Bildung neuer Hochs diverser Aktien hinzu und stellen sich noch vor, dass sie jeden Tag im Fernsehen hören, wie schön es erst sein wird, wenn der Markt seine Konsolidierung beendet hat und nach oben ausbricht. Es ist fast unmöglich, sich dieser Gehirnwäsche zu entziehen, schließlich reden intelligente Menschen mit Erfahrung von einer Sache, die ihnen liegen sollte. Immerhin sind es Profis! Es ist fast unmöglich, sich diesem Mainstream zu widersetzen, es sei denn, Sie erkennen den Pulsschlag des Bären und können sich dadurch sicher sein, dass es noch am Leben ist.
Wichtig ist, dass Sie den Weg gehen, denn sie kennen und sich nicht von ihren Emotionen leiten lassen. Wenn das Bauchgefühl rebelliert, ist man schnell versucht, eine emotionale Entscheidung zu treffen.
Der Bauch verarbeitet in diesem Fall Informationen, die ihm durch unsere Sinnesorgane zugeführt werden. Er spricht das definitiv nicht mit uns ab! Dennoch versucht er uns zum handeln zu bewegen und nicht selten handeln wird. An der Börse kann uns dieses Verhalten eine Menge Geld kosten. Unsere Augen sehen, dass wichtige Widerstände nach oben durchgebrochen werden, unser Bauch kann sich daran erinnern, dass die gut ist. Kurz darauf schauen wir in den TV und unsere Ohren nehmen optimistische Laute wahr. Anschließend entscheidet sich unser Bauch, gierig zu sein und tyrannisiert unser Hirn. Er nötigt uns, die Motorik freizugeben und zu kaufen! Doch kaum haben wir die Return-Taste gedrückt oder den Banker angerufen, macht er sich wieder aus dem Staub und lässt uns sitzen – mit einem hirnlosen Schuss aus der Hüfte.
Wenn sie nun behaupten, dass sie diese Abfolge nicht kennen, dann glaube ich ihnen das nicht. Wir haben alle ein Bauchgefühl und müssen uns täglich seine Gemeinheiten gefallen lassen, weil wir und zu wenig mit ihm auseinander setzen.
Versuchen Sie, ihren Bauch besser kennen zu lernen und fragen sie sich vor jeder Transaktion, welche Rolle ihr Bauch in der Sache einnimmt. Reden Sie von mir aus mit ihm oder geben Sie ihm abschreckende Bezeichnungen aus dem Tierreich, aber lassen Sie sich nicht von ihm überwältigen. Erinnern Sie sich immer wieder an die Wechselwirkung zwischen Logos(Hirn) und Eros(Bauch)!
Bevor man eine These formuliert, ob positiv oder negativ, muss man definieren, ab wann die These als verworfen zu gelten hat. Dies trifft nur bei einer Minorität der Marktteilnehmer zu. Es muss ein Stopp definiert werden. Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um ein Kursniveau handeln.
Rebalancing
Wenn Pensionsfonds ihre Quote anpassen, spricht man von Rebalancing und das ist neutral zu werden. Es ist weder gut noch schlecht und die Effekte sind kurzfristiger Natur, denn wenn der Markt ansteigt, werden die Fonds früher oder später wieder Aktien verkaufen müssen, um die Gewichtung wieder anzupassen. Das heißt, wenn der Aktienanteil wächst und der Rentenanteil schrumpft, müssen wieder Aktien verkauft und Renten gekauft werden. Rebalancing, findet also in beide Richtungen statt und nicht nur aus Bonds in Aktien. Wirklich positiv ist es erst dann, wenn die Asset Allocation zugunsten von Aktien geändert werden.
MARKET WIZZARDS
„Ich musste erleben, dass ich keine Arbeit fand, obwohl ich mich für Jobs vorstellte, für die ich überdurchschnittlich gut qualifiziert war. Zum Schluss wurde mir klar, dass ich diese Jobs nicht bekam, weil ich sie überhaupt nicht wollte…Ich stellte fest, dass es einfacher war, diesen gehobenen Job zu bekommen, weil die Leute merkten, dass ich ihn wirklich wollte. Ich fand heraus, dass man bessere Chancen hat, das zu bekommen, was man will, wenn man zielbewusst darauf zustrebt, weil man sich dann einfach mehr Mühe gibt.“
„Was wirklich geschah war, dass der Preis künstlich niedrig gehalten wurde und eine Binsenweisheit besagt, dass ein künstlich niedrig gehaltener Preis eine Knappheit zur Folge hat. Es entwickelte sich also ein Mangel an Sperrholz.“
„Nach dieser schrecklichen Erfahrung habe ich mich nie wieder richtig übernommen.“
„Wenn man Zweifel hat, sollte man aussteigen und eine Nacht darüber schlafen. Das habe ich oft gemacht und am nächsten Tag war dann alles klar. Wenn man mittendrin ist, kann man vor lauter Bäumen den Wald nicht sehen. Wenn man ausgestiegen ist, ist man wieder in der Lage klar zu denken“
„Im Endeffekt braucht man Mut, um an seiner Position festzuhalten und ein Risiko einzugehen. Wenn es soweit kommt, dass man den Handel nur durchführt, weil „OTTO“ es auch getan hat, dann wird man nicht den Mut haben, daran festzuhalten. Dann braucht man erst gar nicht damit anfangen.“
„Wie viele Tage ist der Markt auf oder absteigend gewesen?“
„Man muss auf jeden Fall seine Position zurückziehen, wenn der Markt relativ zu allen anderen schwach ist. Wenn die Nachrichtenlage hervorragend ist und der Markt dennoch nicht steigt, dann sollte man umgehend leer verkaufen.“
„Objektivität! Ein Trader darf keine Scheuklappen haben. Wenn Sie jemanden finden, der für wirklich alles aufnahmefähig ist, dann ist das jemand, der die seltene Gabe hat ein guter Trader zu werden.“
„Um ein erfolgreicher Trader zu sein, muss man auch den Mut haben: den Mut etwas zu riskieren, etwas zu versuchen, den Mut, Fehler zu machen; den Mut, Erfolg zu haben; und den Mut weiterzumachen, wenn einem der Wind ins Gesicht bläst.“
„Wenn man nur noch fürs Trading lebt, wird aus dem Reiz eine Strapaze. Wenn man keine anderen Interessen hat, übersteht man es nicht. Letztlich passiert es dann, dass man entweder zu riskant handelt oder übermäßig empfindlich auf zwischenzeitliche Misserfolge.“
„Ich habe gehofft, eine Menge Geld mit dieser Position zu verdienen, aber es klappt nicht, darum steige ich aus.
„Ich bin der Meinung, wenn man das Trading eines Marktes beherrscht, man tatsächlich auch alle anderen traden kann. Die Prinzipien sind immer dieselben. Trading ist Gefühlssache. Es ist Massenpsychologie, Gier und Angst. Es ist in jeder Situation dasselbe.“
„Meine Entscheidung, die Short-Seite meiner Spread-Position mitten in einer Paniksituation aufzugeben, beweist ganz klar, dass ich das Risiko völlig ignoriert habe. Ich hatte den klaren Kopf verloren.“
„Trader sind starke, unabhängige und extrem widersprüchliche Naturen. Sie sind in de Lage, Standpunkte zu vertreten, die andere nicht einzunehmen gewillt sind. Sie haben genügend Disziplin, sich geduldig eine maßgeschneiderte Position auszusuchen. Ein Trader, der gierig ist, wird immer scheitern. Die Positionsgröße entscheidet über den Verbleibt im Geschäft.“
„Wenn alle denken, dass es keinen Grund für einen Breakout am Maismarkt gibt und plötzlich passiert es dann doch, dann ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass hier eine wichtige Ursache zu Grunde liegt. Je mehr ein Chartmuster von Spekulanten beobachtet wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Fehlsignalen kommt. Je mehr der Markt das Abbild von Aktivitäten nichtspekulativer Teilnehmer ist, desto größer ist die Bedeutung.“
„Für jede Position, die ich eröffne, lege ich vorher einen Stopp fest. Das ist die einzige Methode ruhig schlafen zu können. Ich weiß schon, wo ich aussteige, bevor ich einsteige. Die Größe einer Position bei einem Trade hängt vom Stopp ab und der Stopp wird auf technischem Wege ermittelt. Ich setze meine Stopps immer außerhalb irgendwelcher technischer Barrieren.“
„Die emotionale Belastung im Trading ist beträchtlich: ich schwebe täglich in der Gefahr, Millionen von Dollar zu verlieren. Wenn man diese Verluste persönlich nimmt, darf man kein Trader sein.“
„Zum Beruf eines guten Traders gehört es, sich in verschiedene Situation hineinzudenken. Ich versuche, mir im Geiste verschiedene Entwürfe zu machen, wie die Welt aussehen könnte und warte dann auf denjenigen, der eintrifft. Ich spiele alle erdenklichen Szenarien durch.“
„Ich versuche mich strikt an meine Regel zu halten, nicht mehr als 1 % meines Gesamtportfolios für einen einzigen Trade zu riskieren. Zweitens untersuche ich die Beziehungen meiner Trades zueinander, um Verlustmöglichkeiten zu reduzieren. Wenn man 8 Positionen mit ausgeprägten Gemeinsamkeiten hält, handelt man im Grunde genommen eine einzige Position achtfacher Größe.“
„Je schlechter die Ausführung bei Market Order, umso besser der Trade.“
„Einzelhandel: Der Gewinn liegt im Einkauf“ „Es ist sehr wichtig gründliches Wissen über Risikokontrolle zu haben. Kleine Positionen, kleine Positionen, kleine Positionen, das ist mein zweiter Ratschlag. Von jeder Position, die man für richtig hält, sollte man zumindest die Hälfte abziehen. Nach meiner Erfahrung handeln Anfänger 3-5 zu hoch. Sie bürden sich bei einem Trade, bei dem sie nur 1-2 % riskieren sollten ein 5-10 % Risiko auf.“
„Bei vielen Tradern ist es gar nicht so ausschlaggebend, ob Ihr erster Trader erfolgreich war oder nicht, sondern ob sie ihren ersten großen Profit mit fallenden oder steigenden Kursen machten. Solche Leute haben die Angewohnheit, entweder permanent Bullen oder Bären zu sein – und das ist äußerst schlecht. Beide Richtungen müssen gleich gut entwickelt sein. Es darf keine verstärkte psychologische Befriedigung von der einen oder der anderen Seite geben. Wenn das doch der Fall ist, dann geht das Trading irgendwann schief.“
„Daraus lernte ich, dass man im Falle eines kontinuierlichen Verlustes aussteigen, nach Hause gehen, ein Schläfchen halten oder sonst etwas machen muss, damit zwischen dieser Situation und der nächsten Entscheidungen ein wenig Zeit verstreichen kann. Wenn man in der Klemme steckt, muss man den Kopf aus der Schlinge ziehen. Ich lernte, dass eine bestimmte Verlustgröße das Urteilsvermögen beeinflusst: man muss also etwas Zeit zwischen einem Verlust und dem nächsten Trade verstreichen lassen.“
„Ich habe immer gesagt, dass man Regeln fürs Trading in einer Zeitung veröffentlichen könnte und kaum einer wäre in der Lage, sie zu befolgen. Denn die Grundlagen sind Ausdauer und Disziplin. Fast jeder kann eine Liste mit Regeln machen. Was sie nicht können, ist, Ihnen das Selbstvertrauen zu geben, um sich an diese Regeln zu halten, selbst für den Fall, dass die Dinge einmal nicht so gut stehen.“
„Man sollte immer damit rechnen, dass das Unerwartete eintrifft und sich auch auf das Extreme gefasst machen. Man darf nie irgendwelche Grenzen stecken, die eine Marktbewegung einengen. Auch das Unerwartet und das Unmögliche kommen immer wieder vor.“
„Wenn ein System aufgrund unserer Untersuchungen nicht sowohl bei Bohnen als auch bei Bonds anwendbar ist, ist es für uns nichts wert.“
„Es arbeitet gegen einen, wenn man sich zu sehr in die Resultate vertieft. Entscheidungen im Trading sollten wenig mit Emotionen zu tun haben. Man muss seine Perspektive im Auge behalten. Das Leben besteht nicht nur aus Trading. Für mich bedeuten erhöhte Emotionen außerdem einen Mangel an Selbstvertrauen für das, was ich tue. Fühlt man sich zu gut, wenn die Dinge gut laufen, dann fühlt man sich unweigerlich zu schlecht, wenn man falsch liegt.“
„Man lernt am meisten aus seinen Fehlern, nicht aus seinen Erfolgen.“
„Zuerst einmal, darf man nie glauben, dass man dem Markt überlegen ist. Zweitens darf man sich NIEMALS ÜBERNEHMEN. Mein Hauptproblem war nicht die Anzahl der Punkte, die ich an den Trades verlor, sondern, dass ich im Verhältnis zum Kapital der von mir verwalteten Konten viel zu viele Kontrakte handelte. Die Konten verloren ca. 60-70 % ihres Wertes an diesem einen Trade.
„Zu diesem Zeitpunkt fragte ich mich: Du Idiot, warum hast du für einen Trade alles aufs Spiel gesetzt? Warum strebst du nicht mehr danach im Leben, glücklich zu sein, anstatt dich zu quälen? Ich beschloss nicht aufzugeben. Ich war entschlossen von vorn anzufangen und zu kämpfen. Ich nahm mir vor, bei meinem Trading künftig sehr diszipliniert und geschäftsmäßig vorzugehen. Ich konnte nur daran denken, was ich an den 400 Kontrakten verdienen würde. Ich verschwendete nicht einen Gedanken darauf, was ich daran verlieren könnte.“
„Die wichtigste Regel fürs Trading ist, extrem defensiv und niemals extrem offensiv zu handeln. Ich weiß, wo meine Risikogrenzen zu liegen haben. So habe ich schon alles für den Ausstieg vorbereitet.“
„Man kann sich jeden Markt vornehmen und für 1-2 Tage ein wenig Unruhe hineinbringen, vielleicht sogar für eine Woche. Wenn man in einen Markt genau zum richtigen Punkt einsteigt und dann noch ein wenig Feuer dahinter macht, kann man leicht die Illusion eines Bullen-Marktes erzeugen. Die Kurse würden jedoch sofort fallen, sobald man aufhört zu kaufen, es sei denn, der Markt ist aus sich aus stark. Man kann den besten Kleiderladen mit der tollsten Sommermode auf der Saks Fifth Avenue in Anchorage in Alaska eröffnen, aber wenn niemand die Klamotten kaufen will, geht man pleite.“
„Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen schmeißen.“
„Es kümmert mich nicht, welche Fehler ich vor 3 Sekunden im Markt begangen habe. Mir ist wichtig, was ich im nächsten Moment tun werde. Ich versuche, mich nicht emotional an der Markt zu binden.“
„Alles lässt sich 100 Mal schneller zerstören als aufbauen. Es dauert einen Tage, um etwas niederzureißen, woran 10 Jahre lang gebaut wurde.“
„Ich könnte nicht sagen, dass ich Erfolg hatte, weil ich besser war als andere. Mit Gottes Segen war ich zur rechten Zeit am rechten Platz und darum empfinde ich eine enorme Verpflichtung mit anderen zu teilen.“
„Ab einem bestimmten Punkt muss man zugeben einen Fehler gemacht zu haben. In diesem Fall lieferte mir mein System einen vernünftigen Grund, um aus meiner Verlustposition auszusteigen.“
„Es ist auch eine große Hilfe, das langfristige Ziel im Auge zu behalten, das man aufgrund gründlicher Vorarbeit ermittelt hat. Dieses langfristige Ziel kombiniert mit einem Schutzstopp, den man jeweils nachzieht, wenn die Position ist die erwartete Richtung läuft.“
„Geduld - Wenn man einen guten Trade abgeschlossen hat, muss man auch in der Lage sein, ihn auch festzuhalten.“
„Man spielt nicht jede Hand und hält nicht an jeder Karte fest, weil sich dann die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass man verliert. Man sollte die gute Hand spielen, aber die schlechte Hand abgeben und lieber auf den Einsatz verzichten.“
„Es gibt viele alte Trader und viele kühne Trader, aber es gibt sehr wenige alte kühne Trader.“
„Letztendlich ist auch System-Trading gefühlsbedingt. Der Manager muss immer noch selbst entscheiden, wie viel Risiko er eingeht, welche Märkte er handelt und wie weit er den Trading-Einsatz im Verhältnis zum Gesamtkapital erhöhen oder verringern will. Diese Entscheidungen sind sehr wichtig, oftmals wichtiger als das Timing des Trading.“
„Wichtige Dinge. 1. der langfristige Trend / 2. das aktuelle Chartmuster / 3. ein guter Einstiegespunkt für den An- oder Verkauf.“
„Wenn ich kaufen würde, dann läge mein Einstiegspunkt über dem Markt. Ich versuche einen Punkt zu bestimmen, an dem ich erwarte, dass das Markt-Momentum stark in die Richtung meines Trades läuft, damit ich ein möglich kleines Risiko eingehe. Ich versuche nicht, ein Hoch oder ein Tief zu bestimmen.“
„Ich bin ein Trader, der sich alles selbst erarbeitet hat, der aber laufend sich selbst und andere beobachtet.“
„Der Verlust einer Position ist schmerzhaft, aber es ist vernichtend die Nerven zu verlieren.“
„Ich betrachte das Deuten von Chart einwenig wie Surfen. Man muss nicht viel über Gezeiten, über Turbulenzen und dynamischen Fluss wissen, um eine gute Welle zu erwischen. Man muss nur in der Lage sein, ein Gefühl dafür zu haben, wann es passieren wird und dann den Drang zu haben, zur rechten Zeit zu handeln.“
„Gute Trader traden. Gute Verfasser von Börsenbriefen schreiben Börsenbriefe.“
„Ein Kursmonitor auf dem Schreibtisch ist genau dasselbe wie ein Spielautomat auf dem Schreibtisch, am Ende füttert man ihn den ganzen Tag. Ich bekommen meine Kurse jeden Tag nach Börsenschluss.“
„Gewinnen oder Verlieren, alle bekommen vom Markt, was sie wollen. Es gibt Leute, die gern verlieren, sie gewinnen durch das Geldverlieren. Es gibt Leute, die lieben die Aufregung, das Gefühl ein Märtyrer zu sein, das Mitleid, dass man von seinen Freunden bekommt und das Gefühl im Mittelpunkt zu stehen. Es ist außerdem möglich, dass man sich mit Menschen besser versteht, wenn man mit ihnen auf derselben finanziellen Ebene befindet. Manche haben auch ein inneres Bedürfnis, eine Schwelle des Erfolges nicht zu überschreiten – eine Vorstellung, die wirklich schwer zu verdauen ist. Die Art, in der Leute traden, spiegelt wahrscheinlich Ihre Vorlieben besser wider, als sie zugeben wollen.“
„Ich beurteile Erfolg nicht, ich feiere ihn. Ich glaube, dass Erfolg damit zu tun hat, dass man seine Berufung findet und ihr folgt, ohne auf finanzielle Vorteile zu achten.“
„Leute entwickeln Systeme, sie machen aber auch Fehler. Einige werden ihr System ändern oder von einem zum anderen überwechseln, da jedes System Verlustphasen hat. Wieder andere werden nicht Lage sein, Trading-Signale wahrzunehmen.“
„Mit dem Risiko ist nicht zu spaßen, man darf sich keine Fehler erlauben. Wenn man sein Risiko nicht kontrolliert, ist man irgendwann erledigt.“
„Der Spekulant hat den Vorteil, nicht spielen zu müssen. Er hat die Wahl, nur dann Einsätze zu machen, wenn der Vorteil auf seiner Seite ist.“
„Wenn man das Risiko nicht ganz genau anschaut, wird man davon überrumpelt.“
„Wenn du Fahrrad fährst, versuche nie, dich mit eine Auto anzulegen. Du würdest sowieso den kürzeren ziehen.“
„…Wir arbeiten für einen Mann, der sich eben noch in einem Minenfeld befand und der dann seine Augen zugemacht hat und einfach durchgelaufen ist. Jetzt glaubt er, dass man aus jedem Minenfeld herauskommt, wenn man die Augen schließt und losrennt.“
„Man muss sich darüber im Klaren sein, dass das Resultat umso ungewisser ist, je mehr man riskiert.“
„Wenn man einen Fehler macht, dann muss man an dem Fehler arbeiten und ihn nicht noch vergrößern.“
„Wenn man in der Lage ist, sich emotionell ein wenig zu distanzieren, ist man meistens besser dran. Manchmal ist es besser sich mit einer Menge Bargeld in der Tasche zurückzulehnen und die Situation zu überdenken.“
„Alles, was ich auf diese Party mitbringe, sind die Fehler der letzten 28 Jahre.“
„Einer der größten Anreize in diesem Geschäft rührt daher, dass manchmal selbst der größte Trottel Erfolg haben kann. Das ist verhängnisvoll, weil es eben den Eindruck erweckt, dass man auch ohne Fachwissen erfolgreich sein kann – und das ist ein großer Irrtum. Der wichtigste Rat, den ich also jedem geben würde, ist der, sich darüber im Klaren zu sein, dass dies ein konkurrenzreiches Geschäft ist. Wenn man sich entschließt, eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen, muss man mit der Konkurrenz von Leuten rechnen, die diesem Geschäft den Großteil dieses Lebens gewidmet haben. In vielen Fällen werden Professionelle auf der Gegenseite eines Trades stehen und sie werden meisten Gewinner sein.
„Die Balance zwischen Selbstvertrauen und Demut lässt sich am besten durch umfangreiche Erfahrung von Fehlern erlernen. Man sollte Respekt für die Person auf der anderen Seite des Trades haben. Man sollte sich immer fragen: Warum will er verkaufen? Weiß er etwas, was ich nicht weiß? Im Endeffekt muss man intellektuell mit sich selbst und anderen ehrlich sein.“
„Nicht einige, nicht die meisten, sondern alle Aktien waren gekauft worden, nachdem sie einen neunen Höchststand erreicht hatten. Man muss den Anfang eines bedeutenden Kursanstiegs finden, damit man nicht 6 oder 9 Monate mit einer Aktie verschwendet, die auf der Stelle tritt.“
„Meine Philosophie ist, dass alle Aktien schlecht sind. Es gibt keine guten Aktien, es sei denn, sie steigen im Kurs.“
„Wenn man nicht bereits ist, seine Verluste klein zu halten, sollte man besser erst gar keine Aktien kaufen. Würden Sie ein Auto ohne Bremsen kaufen?“
„Das Ziel ist doch, mit Aktien Gewinn zu machen und nicht, sich aufzuregen, wenn der Kurs weiter steigt, nachdem man ausgestiegen ist. „Ich schau mir nicht alle 700 Aktien an, aber 4000 Charts pro Woche sehe ich mir sicher an. Man darf nicht vergessen, dass es etwa 1500 bis 2000 Aktien gibt, die unter 10 € gehandelt werden und die möchte ich mir gar nicht erst anschauen.“
„Meine Einstellung ist die, dass ich immer besser vorbereitet sein will als meine Konkurrenz. Darauf bereite ich mich dergestalt vor, indem in jeden Abend alle meine Hausaufgaben erledige.“
„Die Menschen scheinen zu wissen, wie sie mit ihrem Versagen umgehen müssen, weil sie es selber verursachen. Es verwandelt sich beinahe in einen Teufelskreis, in dem man versagt, damit aber ganz gut zurechtkommt und sich darin auch noch wohlfühlt.“
„Ich wurde zum Gewinner, als ich in der Lage war, die Bedürfnisse meines Ego vom Geldverdienen zu trennen. Als ich akzeptierten konnte, dass ich Fehler mache. Bis dahin hatte mich die Erkenntnis, dass ich Fehler machte, mehr aufgeregt als die finanziellen Verluste. Ich versuchte die Dinge mit der Brechstange zu erzwingen.“
„Bei der Marine Ausbildung lernt man niemals stillzuhalten, wenn man angegriffen wird. Eine der Taktiken aus dem Handbuch für Offiziere ist, entweder vorzustoßen oder sich zurückzuziehen. Selbst ein Rückzug kann noch eine Offensive sein, weil man immer noch handelt. Das Wichtigste ist, dass man noch genug Pulver für den Gegenangriff bereithält.“
„Meine größten Rückschläge habe ich im Anschluss an meine größten Gewinne erlebt. Ich war einfach zu unvorsichtig.“
„Das Tolle an dem Job des Traders ist, dass man sich immer noch verbessern kann. Ganz gleich wie erfolgreich man ist, man weiß genau wie oft man daneben liegt. Als Trader ist man gezwungen, sich mit seinen Fehlern auseinander zu setzen, weil die Zahlen niemals lügen.“
„Man muss seine Grenzen kennen und sich daran halten. Ich kann Qualen bis zu einem Punkt ertragen, aber wenn ich diesen Punkt erreicht habe, dann steige ich aus.“
„Der Druck, den eine verlustreiche Position erzeugt, kann einen verrückt machen.“
„Eine der besten Regeln, die man im Trading lernen kann, ist, nichts, absolut nichts zu tun, es sei denn, es gibt etwas zu tun. Man sollte stillsitzen, bis man etwas Neues gefunden hat. „Die Panik, die Hysterie an sich, ist nur ein Auslöser, der mich darauf stößt nachzuschauen, was vor sich geht. Das bedeutet noch nicht, das ich irgendetwas tun werde.“
„Ich lernte, dass es besser ist nichts zu tun und zu warten, bis das Konzept und der Preis so gut sind, dass man im Falle eines Fehlers kaum etwas verliert.“
„Wenn wir etwas kaufen wollten und kein Geld mehr zur Verfügung hatten, schauten wir uns unser Portefeuille an und warfen die für uns am unattraktivsten Positionen raus. Sie wissen wie Amöben wachsen – sie wachsen in eine Richtung und wenn sie Auf Widerstand stoßen, wachsen sie in die andere Richtung.“
„Für langfristige Investments, sollte man allerdings für gewöhnlich ein paar Jahre warten, bis der Markt wieder eine Basis geschaffen hat.“
„Man sollte so flexibel und wendig sein, um in alles investieren zu können.“
„Ich treffe vielleicht 3-5 Entscheidungen pro Jahr und an denen halte ich dann auch fest.“
„Ich glaube, dass es eine Menge Leute gibt in diesem Geschäft, die Freude daran haben zu beobachten, wenn andere Geld verlieren.“
„Es ist das Schwierigste, was es gibt, an Profiten festzuhalten. Denn sobald man ein Ziel erreicht hat, ist das nächste Ziel gewöhnlich dasselbe wie das vorherige: Geld verdienen. Demzufolge ist das Erreichen des zweiten Ziels für viele Leute nicht mehr so zufrieden stellend und so lösen sie einen Selbstzerstörungsprozess aus, der zu Verluste führt.“
„Darum muss man sich selbst kennen – um seine Gefühle kontrollieren zu können. Wenn man das nicht tut, ist man nach einem großen Erfolg im 7. Himmel. Man ist nicht darauf vorbereitet, wenn der Markt einen an der nächsten Ecke wieder unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückholt.“
„Die meisten Trader hören sich andere Meinungen nicht an; sie wollen nur ihre eigene Meinung kundgeben. Bei mir ist es anders, weil ich tatsächlich zuhöre, was sie sagen und wie sie es sagen.“
„Erfolg hat man, wenn man gelassen bleibt und keinen Erfolg hat man, wenn man hektisch wird.“
„Niemals einen Verlierer auch noch nachkaufen.“
„Man darf den Gewinn oder Verlust nicht an der Realität messen.“
„Effizienz heißt, man steigt in einen Trade ein und macht sein Geld so schnell wie möglich mit dem kleinstmöglichen Risiko.“
„Wenn man ein gutes Trading-System hätte, könnte man damit Millionen verdienen. Warum wird es also für 29,95 € verkauft?“
„Du musst diszipliniert sein. Du musst informiert sein. Wenn du dich daran hältst, kannst du hier Geld verdienen. Vielleicht wirst du nicht reich dabei, aber 300 € pro Tag kann man verdienen und das sind am Ende des Jahres 75.000 €. So musst du es betrachten.“
„Ich staffele meine Positionen bei Ein- und Ausstieg, damit ich mein Risiko verteilen kann. Ich platziere ungern gleich von Anfang an einen großen Auftrag.“
„Vorrausschauen und planen. Bloß nicht reagieren.“
„Das komplette Profil eines Verlust Traders beschreibt eine Person, die stark gestresst ist, sich aber schlecht von Stress schützen kann; eine negative Einstellung zum Leben hat und immer das Schlimmste voraussetzt; eine sehr konfliktreiche Persönlichkeit hat; die Schuld auf andere schiebt, sobald etwas schief geht. Eine solche Person versteht nicht, ihr Verhalten zu steuern und neigt eher dazu der Masse zu folgen. Verlust Trader neigen dazu außerdem schlecht organisiert und ungeduldig zu sein. Die meisten Verlust-Trader sind nicht ganz so schlecht wie das komplette Profil. Sie weisen nur einen Teil des Verliererprofils auf.“ „Eine einfache Methode die Gemütsverfassung zu kontrollieren besteht darin, einfach die Körperhaltung, die Atmung und die Muskelanspannung zu kontrollieren. Wenn man diese Faktoren ändert, wird man wahrscheinlich feststellen, dass sich die geistige Einstellung ebenfalls ändert.“
Geld ist NICHT wichtig Es ist okay in den Märkten zu verlieren Trading ist ein Spiel Geistiges Training ist wichtig für den Erfolg Ich werde in jedem Fall gewinnen
„Das Beste, was ein Investor tun kann, wenn etwas schief geht ist, herauszufinden, wie er oder sie dieses Resultat hervorgerufen hat.“
Ich bin UNGEDULDIG in den Märkten Die Märkte machen mich ärgerlich Ich bin im falschen Moment zu ängstlich Ich bin zu optimistisch in Bezug auf die Ergebnisse
„Die Manipulation der Denkweise ist das, was die meisten Leute Disziplin nennen.
Das Signal wahrnehmen Erkennen, dass es Ihnen bekannt ist. Ein gutes Gefühl dabei haben
„Die Leute können so lange nicht befolgen, was ich ihnen rate, bis sie ernsthaft danach streben, ein guter Trader zu werden.“
- ) Alle Interviewpartner hatten das große Verlangen, erfolgreiche Trader zu werden und mussten in vielen Fällen erhebliche Hindernisse überwinden, um dieses Ziel zu erreichen.
- ) Alle machten den Eindruck, als seien sie sich sicher, über einen längeren Zeitraum hinweg gesehen, weiterhin gewinnen zu können. Praktisch ohne Ausnahme betrachteten alle ihr eigenes Trading als die beste ich sicherste Anlagemöglichkeit für ihr Kapital
- ) Jeder Trader hatte eine Methode gefunden, die für ihn richtig war und hielt sich strikt daran. Es ist bemerkenswert, dass das Wort Disziplin das meisterwähnte Wort war.
- ) Die Top-Trader nehmen ihr Trading sehr ernst, die meisten widmen Marktanalysen und Trading-Strategien täglich einen bedeutenden Teil ihrer Zeit.
- ) Strikte Risikokontrolle ist eines der Grundelemente der Trading-Strategien, aller die interviewt worden sind.
- ) Viele Trader brachten in verschiedenster Weise zum Ausdruck, wie wichtig es ist, Geduld zu haben und darauf warten zu können, dass eine günstige Gelegenheit für einen Trade auftaucht.
- ) Wie wichtig es ist, unabhängig von der Masse zu handeln, war ebenfalls ein Punkt der häufig erwähnt wurde.
- ) Alle Top-Trader waren sich im Klaren darüber, dass Verlieren ein Bestandteil des Spiels ist.
- ) Alle waren mit Leib und Seele dabei.
Wir Fachleute erklären nicht, wir zelebrieren. Die Rituale wollen erfüllt sein. Wir geben vor zu rechnen, doch wir schrecken ab. Wir erklären Formeln mit Formeln und Fachwörter mit Fachwörter. Dann aber, wenn die Laien nur noch stauen und nicken, anstatt zu begreifen, haben wir unsere Honorare verdient. Da wir die Menschen nicht dort abholen, wo sie sich befinden, nämlich mitten in ihrem Leben, gehen unsere Worte durch sie hindurch. Das war es also. Ob Ökonomiestudium, Pilotenprüfung oder „alles über Optionsschein“: Wir lehren nicht, wir zelebrieren „Heilige Messen“.
Bevor man sich mit den Spekulationen beschäftigt, sollte man über das Schlimmste, was passieren kann, nachdenken: den Totalverlust.
Zahlreiche Politiker aller Couleur haben denn auch alles daran gesetzt, die Spekulationen an sich zu brandmarken. Doch wissen die meisten von ihnen nicht, wovon sie reden (Papageieneffekt) und suchen lediglich des Volkes Zustimmung nach neuerlichen Steuererhöhungen.
Wir spekulieren täglich, ohne dass uns dies bewusst wird. Beim Kauf einer Ware oder Dienstleistung setzen wir nämlich unser verdientes Geld aufs Spiel, weil wir glauben, dass uns das entsprechende Gut mehr wert ist als Geld. Würde dies nicht so sein, so würden wir das Geld behalten.
„Alle Wünsche werden klein, neben dem gesund zu sein.“
Es gibt keinen festen Plan für Erfolg, alles Handeln unterliegt den Prinzipien des Versuchs und Irrtums.
Doch niemand gäbe so ohne weiteres, seinem Zeitungshändler, den er schon jahrelang kennt, einen Tausender, weil der ihm zwischen Tür und Angel erklärt, dass er eine Kapitalerhöhung plant. Auch wenn der Zeitungshändler noch versprechen würde, dass er das gesamte Geld auch „wirklich“ zurückbezahlen wolle- wir hätten ein flaues Gefühl im Magen. Kaufen wir jedoch morgen zu einem x-beliebigen Zeitpunkt an der Börse irgendeine Aktie, garantiert uns kein Mensch dieser Welt, dass wir je wieder diesen Preis erzielen werden. Würde uns aber der Zeitungshändler sagen: „Mal schauen, ob Sie das Geld irgendwann wiederbekommen“, hätte er verloren, niemand würde ihm Geld geben. Auch im Börsengeschäft wird das nicht ausdrücklich erwähnt, doch dies ändert nichts an der Tatsache, dass es so ist.
Die Banken, so könnte man schadenfroh lächeln, haben sich an ihrer eigenen Kompetenz kräftig verschluckt. Weil man die eigenen Aktienfonds, Schuldverschreibungen oder Versicherungen verkaufen wollte, hatte man sich zum multifunktionalen Vermögensmanager aufgeschwungen. Wer so kompetent erscheinen will, so die Gerichte, soll auch so kompetent die Verantwortung (also den Schaden) tragen. Die Folgen: Mit allen Mitteln versuchen die Banken sich abzusichern, um ja nicht mehr haftbar gemacht zu werden.
An Lottoannahmestellen könnte ein Warnhinweis stehen: „Ihre Chancen bewegen sich gegen Null. Wer sein ganzes Vermögen setzt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit sein ganzes Vermögen los“, würde sich niemand vom Tippen abhalten lassen. Aber der Händler in der Lottoannahmestelle spielt sich auch nicht als Vermögensberater auf. Alle Erwachsenen sind für ihr Tun und Unterlassen selbst verantwortlich.
Optionsscheine
Der Begriff „Option“ kommt aus dem Lateinischen und kann mit „freie Wahl“ übersetzt werden. Die Menschen gehen nicht unter, weil sie die freie Wahl haben, sondern wenn sie keine Wahl mehr haben.
Es heißt, ein Spekulant profitiere von der Not anderer. So ist es: Der Polizist, der Arzt, der Feuerwehrmann, der Soldat, Werkstatt, etc. – alle profitieren von der Not anderer.
Sind Spekulanten erfolgreich? Auch das kann man wie folgt bejahen: Die Mehrheit der am Markt tätigen Spekulanten ist erfolgreich. Er herrscht hier nämlich so etwas wie eine monetäre Selektion. Diejenigen, die sich in der Mehrheit der Fälle verspekulieren, spuckt der Markt wegen Zahlungsunfähigkeit aus, oder sie geben auf, weil sie auf ihr Vermögen bezogen wohl noch nicht zahlungsunfähig sind, jedoch klug genug zu wissen, dass sie, wenn sie so weitermachen, zahlungsunfähig würden. Und bedenken Sie bitte: Hat sie der Markt ausgespuckt, würde ihm dies noch nicht mal auffallen.
Denn immer gilt: nicht alles auf eine Karte setzen Kein All-In an der Börse
Börsianer, die schon ein wenig Erfahrung haben und täglich das Börsengeschehen verfolgen, wissen dann auch, dass an den Verfallstagen der Terminbörsen die Kurse die Tendenz haben, verrückt zu spielen.
Wie im Aktienhandel und überall in der Wirtschaft brauchen Sie jemanden, der diametral entgegen gesetzten Interessen vertritt, sonst wird es nichts mit dem Handel Kontrahent.
Wer ganz sicher geht, hat auch keine Gewinn, wer sich überversichert, läuft Gefahr, Verluste, zu machen. Warren Buffet empfiehlt immer, sich an der Börse als Teilhaber eines Unternehmens, in das man investiert, zu sehen, quasi als Mitunternehmer. Wer sich stets so sieht, wird wissen, dass es keine sicheren Geschäfte gibt. Wenn man mit dieser Perspektive Probleme hat, dann sollte man versuchen, die Beamtenlaufbahn einzuschlagen und das verdiente Geld und die latente Person darauf setzen, dass man lange lebt und gesund bleibt.
Im Englischen assoziiert man dann auch „Securities“ mit Sicherheit, „Stocks“ mit Bestand und „Warrants“ mit Garantie.
Billig ist eine Information nicht, wenn man sie umsonst per Post zugeschickt bekommen, sondern billig ist sie nur, wenn man mit geringem Zeitaufwand alle entscheidenden Merkmale des Produktes erkennt und versteht.
Bedenken wir auch gleichzeitig, dass die Summe der verkauften Optionsscheine wesentlich größer ist als die der zurückgegebenen oder eingelösten und somit der Bank beachtliches Kapital in die Kasse spült.
„Und ist der Handel noch so klein, so bringt er doch mehr als Arbeit ein“ Spread
Hätte der Emittent nicht die Chance eines ordentlichen Kaufmanns auf Gewinn, gäbe es Optionsscheine bei der Bahnhofsmission.
„Eines Tages bekommt ein Kaufmann ein Angebot zum Kauf einer Kiste von 1000 Jeans zum Spottpreis von einem Euro pro Hose. Sofort greift er zu, ruft seinen Kollegen an und bietet die Kiste für 2000 € an. Der ist ebenfalls begeistert und verkauft die Kiste sofort weiter an einen Freund, der ihm 4000 € bezahlt. Der wiederum geht ans Telefon und verkauft die Kiste mit den Hosen einem weiteren Geschäftsmann, aber für 8000 €. Und so geht es weiter. Irgendwann kostet die Kiste Jeans 32000€.
Der letzte Erwerber öffnet die Kiste, weil er die Jeans in seinem Laden anbieten will. Es sind genau 1000 Jeans. Bei näherer Betrachtung fällt ihm jedoch auf, dass alle nur 1 Hosenbein haben. Empört ruft der Geschäftsmann den Verkäufer an: „Hören Sie einmal! Gerade habe ich die Kiste aufgemacht…!“
Der andere unterbricht verwundert: „Was heißt aufgemacht? Sie sollen die Kiste nicht aufmachen, sondern weiterverkaufen!
Konsumentenrente versus Produzentenrente
Wenn Sie eine Ware kaufen, dann war Ihnen diese Ware mindestens soviel wert. Erhöht der Verkäufer den Preis, so stellt er im Normalfall einen Rückgang der verkauften Menge fest. (Stellt er ihn nicht fest, hat er das Produkt in der Vergangenheit zu billig verkauft.) Dieser potentielle Rückgang setzt sich so lange fort, bis alle potentiellen Käufer vom Tausch absehen. So funktioniert das auch beim Aktienhandel, nur dass dort die „vielen Köche“ den Preisen ganz schön zu schaffen machen. Bevor der letzte Käufer nun abgeschreckt ist, wird bei Ihnen selbst der entscheidende Cent bereits gekommen sein: Man sieht vom Kauf ab, sucht sich ein alternatives Produkt oder einen anderen Händler. So funktioniert das beim Aktienhandel nicht immer: Die Menschen zahlen überhöhte Preise, weil gerade alle diese bezahlen Mode
Frage: Würden Sie sich geehrt fühlen, wenn Ihnen der reichste Mann dieser Welt ein Aktienpaket verkauft? Überlegen Sie einmal, warum er so reich ist und warum er gerade Ihnen dieses Aktienpaket gönnt.
Ist also dieser letzte Cent erreicht, an dem Sie gerade noch Geld gegen Ware tauschen, so wäre das, was die Ökonomen Konsumentenrente nennen, vielleicht noch mit einem halben Cent bezifferbar.
Kostet die Ware jedoch nur die Hälfte, so greife Sie zu, weil Sie glauben, ein Schnäppchen gemacht zu haben. Ziehen Sie dann den bezahlten Preis von Ihrem subjektiven Höchstpreis ab, kennen Sie die Größe der Konsumentenrente. Es spielt keine Rolle, ob Sie diesen Höchstpreis kennen oder eher intuitiv zugreifen. Entscheidend ist, dass die Ökonomie nach diesem Prinzip funktioniert.
Was für den Konsumenten die Konsumentenrente ist, ist für den Händler die Produzentenrente. Der Händler handelt mit der Ware nur deshalb, weil ihm jede andere Tätigkeit weniger wert erscheint. Senkt man nun den Preis der Ware immer mehr, verringert sich der Gewinn, bis beim Produzenten (in diesem Fall der Händler) der Cent erreicht ist, wo er das Handtuch wirft und sich einem anderen Betätigungsfeld zuwendet.
Idealtypisch müsste man also einen Preis haben, bei dem sich Konsumentenrente und Produzentenrente die Waage halte – eine gerechte Welt oder ein freier Markt in dem alle Informationen gleichmäßig verteilt sind. Das ist eher unwahrscheinlich.
Auf dem Aktienmarkt wird ebenfalls zu einem beliebigen Zeitpunkt der Cent erreicht zu dem keiner mehr bereits ist, für eine bestimmte Aktie diesen Preis zu zahlen. Die Kurskurve knickt ab.
Optionsscheine verfallen aber nun mal nach spätestens 2 Jahren und wenn die Rechnung noch nicht abgeschlossen ist, endet das Geschäft mit einem Totalverlust.
Kalkulierter Informationsverzicht. Wer sich mit seinen Mitteln und Möglichkeiten Informationen beschaffen oder errechnen kann, dies aber nicht tut, verzichtet darauf. Auf dieser Grundlage suchen sich Menschen ihre Partner aus, wählen Regierungen, kaufen Aktien und Optionsscheine. Immer dann, wenn die Informationsbeschaffung mehr kostet, als der eventuelle Einfluss oder Schaden, sollten Sie auf Informationsbeschaffung verzichten. Auch kann eine fundierte Information an der Börse Verluste sparen helfen. Die Information hilft Ihnen jedoch nicht, auf der richtigen Seite der Spekulation zu stehen.
Die Investition in ein Unternehmen ist eine Wertbekundung des Anlegers. Er richtet sich nur niemand danach.
Damit der Stillhalter Ihnen eine Aktie über eine halbes Jahr zum Kauf bereithält, verlangt er das, was er für das Geld „risikolos“ an Zins bekommen hätte, wenn er nicht in Aktien investiert wäre. Der Zins ist übrigens eliminiert, wenn sich mit dem Basiswert innerhalb der entsprechenden Laufzeit, die gleiche (prognostizierte) prozentuale Dividendenrendite zu Gunsten des Stillhalters gegen rechnen lässt. Denn die Dividende kassiert ja der Stillhalter, also der Emittent des Optionsscheins.
Das Rho eines Calls ist stets positiv, weil der Wert eines Call mit steigendem Zinsniveau ebenfalls zunimmt. Bei einer Put hingegen ist das Rho immer negativ, weil ein Put mit steigenden Zinsen an Wert verliert.
Theta ist der sichere zeitabhängige Verfall des Optionsscheins.
Nun „wetten“ die Versicherungen beim Abschluss einer Risikolebensversicherung, dass die Versicherungsteilnehmer das Ende der Laufzeit noch erleben und sie deshalb die Versicherungssumme nicht bezahlen müssen. Eigentlich sind ja alle froh, dass sie die Wette verlieren und deshalb ist dieser Geschäftszweig auch meistens völlig beschwerdefrei.
Trotzdem kann es sein, dass jemand die Versicherung abschließt und dann immer nächsten Moment tot umfällt. Würde also die Versicherung mit Ihnen allein so eine Wette wirklich eingehen? Nein. Denn sie kennt dieses Risiko und wird es nicht tragen wollen. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit, dass der gesunde 40 jährige die Laufzeit überlebt, groß ist, steht die übliche Prämie in keinem gesunden Verhältnis zum Verlustrisiko.
Durch den Umstand, dass die Versicherung nicht nur dem Einzelnen, sondern einer Vielzahl von Menschenleben versichert, spielt das einzelne Schicksal keine Rolle mehr. Statistisch gesehen sind die durchschnittlichen Mortalitätsfälle nur leicht schwankend und deshalb berechenbar. Ein Lebensversicherer wird die Risikopatienten überhaupt nicht aufnehmen. Ein Emittent wird keine Optionsscheine „schreiben“, bei denen die Risiken von vornherein unkalkulierbar sind. Ist die Lebensversicherung einmal abgeschlossen und das Chaos bricht aus, müssten im Vertrag einige Klauseln verankert sein, damit der Betrag angepasst werden kann. Beim Optionsschein gibt es solche „Klauseln“ – fragt sich nur, ob die Käufer das auch nachvollziehen können.
Die Schwankungsbreite des Underlyings nennt man also Volatilität, was so viel wie Flatterhaftigkeit heißt. Flattert ein Optionsschein ins Geld, ist der Patient aus der Sicht des Emittenten noch nicht tot. Erst dann, wenn der Schein so weit im Geld liegt, dass die Höhe der bezahlten Prämie überschritten ist, fängt der Emittent an, die Wette zu verlieren.
Nun könnt man Optionsscheine auflegen, die so sicher sind, dass nahezu keine Wette verloren ging. Das wäre dann kaufmännisch nicht sinnvoll. Denn wenn die Kunden nicht mehr die Jubelrufe einzelner Gewinner hören, tendiert die Hoffnung gegen null und sie wollen keine Optionsscheine mehr kaufen.
Der Emittent von Optionsscheinen will an den Risikoprämien nicht unbedingt verdienen. Er verdient am Handel (durch den Spread) und lässt sich, sein in Basiswerten „brachliegenden“ Kapital, auch noch verzinsen.
Trotzdem gibt es nur eine Garantie in der Marktwirtschaft, die die Bäume nicht in den Himmel wachsen lässt und das sind der Wettbewerb der Anbieter und die Entscheidungsfreiheit der Konsumenten.
Der visuelle Eindruck, dass eine Aktie stark schwankt, liegt oft am Bezugsrahmen, in dem der entsprechende Chart abgebildet ist. Je nach Skalierung können auch kleinste Schwankungen grafisch als große Berg und Talfahrt dargestellt werden. Computerprogramme füllen die ihnen angebotenen Fenster immer maximal aus, deshalb trügen die Darstellungen von wenig Volatilen Werten nach oben und eine starke Vola erscheint gedrückt. Die große DAX-Anzeige der Börse in Frankfurt macht nichts anderes.
Wer bei 180 Tagen Restlaufzeit mit etwa 69 % Wertverfall zu kämpfen hat, dessen Basiswert muss schon kräftig in die richtige Richtung gehen.
Spekulanten tun sich einen großen Gefallen, wenn sie die Tatsachen nicht bewerten, sondern die Sachverhalte so hinnehmen, wie sie sind.
Ein Optionsschein kostet soviel, wie viel der Emittent dafür verlangt.
- Man macht selten alles richtig, dafür fehlen Zeit und Lust
- Man kann alles richtig machen und trotzdem verlieren
- Man kann Instrumente und Techniken der Risikoabsicherung genauso falsch handhaben wie alles andere.
- Man muss die grundlegenden Vorraussetzungen so verändern, dass der Schaden begrenzt ist, wenn die „Stricke reißen“
Die korrekt in der Prämie berechnete Vola lässt die Gewinnchancen stagnieren. Eine zu hoch berechnete Vola senkt die Gewinnwahrscheinlichkeit, eine zu niedrige Bewertung erhöht die Chancen der Käufer auf Gewinn.
Schwankungsbreite verkennen? Leicht vergessen Sie dabei nämlich die Eigenschaften des Marktes. Nach oben gehen die Kurse oft langsam und stetig. Das bedeutet jedoch eine Volatilitätsabnahme, während nach unten die Kurse zum Beispiel durch Panikverkäufe oft rapide fallen. Das bedeutet Volatilitätszunahme.
Alles das, was der Emittent feststellen kann, kann auch der Emittent feststellen. Alles, was der Käufer spekuliert, spekuliert der Emittent.
Die Investitionsquote darf pro Schein nur etwa ein Zehntel des für Optionsscheine zur Verfügung stehenden Kapitals sein.
Risikobereitschaft: Beherzigt man bei einer Spekulation die Begrenzung des Kapitalvolumens nicht, kommt man schnell in die Lage eines Menschen, der am verhungern ist, aber noch 10 € besitzt. Der Nutzwert der 10 € wäre wohl, noch für 10 Tage Essen zu kaufen und deshalb 10 Tage länger zu leben. Doch dann hätte sich dieser Nutzwert endgültig erschöpft – man würde 10 Tage später verhungern. Nimmt man nun an, dass man mit 100 € nicht nur 10 Tage länger leben könnte, sondern das nötige Kapital hätte, sich aus dem Elend zu befreien, um sich wieder reproduzieren zu können. Dann stellt sich die Frage nach der jeweiligen Risikobereitschaft, die erfahrungsgemäß mit existentiellen Ängsten steigen sollte. Sie kann auch sind, was zur Lethargie führen würde, oder unkontrolliert explodieren, was zu Panik führt.
Ihre Risikobereitschaft sollte nicht aus der Not entstehen, sondern sie muss im Verhältnis zu den Kosten und freien Erwartungen stehen und darf auf keinen Fall handlungsunfähig machen.
Wer in sich stets die Weisheit vermisste, mit Aktien auf der richtigen Seite zu stehen, wird mit Optionsscheinen diese Weisheit nicht bekommen, sondern die begangenen Dummheiten eher wiederholen und dann verstärken. Als würde man von Bier auf Schnaps wechseln, weil Bier so betrunken macht.
Lokführer und Jagdflieger haben eines gemeinsam: Sie haben einen Knopf in ihren Maschinen, der durch Drücken erst einmal eine jede Strategie beendet, OHNE sie zu ersetzen. Beim Lokführer bedeutet dies eine sofortige Vollbremsung und im Jagdflugzeug katapultiert sich der Pilot mit dem Schleudersitz aus der fliegenden Kiste.
Man kann an der Börse jederzeit alle Posten liquidieren, ohne etwas zu verpassen. Denn die Anzahl der verpassten Gewinne ist unendlich groß, die Anzahl der vermiedenen Verluste beschränkt sich jedoch fatal auf die Größe der Liquidität.
Ein Freund von mir ging zu seiner Bank und hob 120 000 € (alles was auf den Konten lag) ab. Die erste Reaktion der Bankangestellten war: „Das geht aber nicht!“ Darauf mein Freund: „Dann hole ich die Polizei(Anwalt)!“ Es ging dann doch.
Wenn Sie sich erinnern, kaufen Spekulanten dann, wenn niemand das Gut oder den Wert haben will, in Zeiten also, in denen die Menge steigt und damit die Preise fallen.
Wenn sich also die Wirklichkeit diametral gegen unseren Willen richtet, so nützt es nichts, wie ein Kleinkind mit dem Fuß aufzustampfen und „trotzdem“ zu rufen.
Klassisch, ohne die Möglichkeit der Optionsscheine, würden Sie also das für ein einzelnes Long-Engagement vorgesehene Kapital splitten und in 5 Tranchen nachkaufen. Sie verhalten sich somit wie ein Händler, der einen günstigen Posten Herrensocken kauft, doch genügend Kapital in Reserve hält, um noch günstigere Einkäufe zu tätigen, falls er die Gelegenheit dazu haben sollte. Der fatale Fehler wäre zu „wissen“, dass der Wert nun seinen „Boden“ gefunden hätte und aus diesem Grund voll investiert zu sein.
Jede Akkumulation (Sparen) von Geld ist eine Spekulation auf den Fortbestand der eigenen Existenz.
Besonders industriell gefertigte Produkte und Wertpapiere werden oftmals im Laufe der Zeit um einen wesentlich höheren Prozentsatz billiger, als die durchschnittliche Inflation entwertet.
Wer mit seinen Aktieninvestments im Gewinn wäre und diesen realisiert, stünde 1. vor dem Problem, das neu anlegen zu müssen (als ob das ein Naturgesetz wäre) 2. könnte dann an einem eventuell weiteren Aufschwung nicht partizipieren.
Sind Sie zu früh ausgestiegen, gibt es kein Gesetz der Welt, das Ihnen verbietet, wieder einzusteigen. Sie riskieren ja auch ständig das zu späte Aussteigen (im Verlust), das zu frühe Einsteigen im Vorhof der Spekulation usw. Warum also sollte nun der „Irrtum im Gewinn“ ein anderes Problem, eventuell ein größeres, darstellen als die zahlreichen Irrtümer im Verlust.
Was würde ein Kaufmann machen, der mit dem Handel vom Herrensocken bereits für seine Verhältnisse gutes Geld verdient hat? Sicher würde er nicht hingehen und nun bei zunehmender Gefahr, dass der Markt zusammenbricht, seine Gewinne in Herrensocken investieren. Damit handelt er sich doch neurotisch auf die „sicher“ kommende falsche Seite. Der Kaufmann würde also das entsprechende Umlaufvermögen verringern, damit, wenn der Markt zusammenbricht, nicht so viel Ware lagert. Oder meint jemand, dass man mit einer Versicherung, die den Preis für die Herrensocken garantiert, Geschäfte machen?
Fazit: Nie die Hauptspekulationsrichtung aus den Augen verlieren! Es gibt zahlreiche alte Hasen im Börsengeschäft, die nur aus diesem Grund Tagebuch führen.
Denn Desorientierte sollten nicht ständig mit anderen Desorientierten kommunizieren. Doch würden Sie einem Desorientierten raten, sich an der Börse zu engagieren? Weil Sie glauben, dass Desorientierte mit Optionsscheinen sicher leben können? Dann haben Sie das falsche Buch gelesen.
Kompensieren Sie niemals Verluste – vermeiden Sie sie, indem sie das Finanzinstrument glattstellen!
Ein ausreichend diversifiziertes Depot benötigt ein klares Verlustmanagement und fordert alle drei Monate ein wenig Beachtung. Wer über die langen Jahre hinweg alle drei Monate einmal in sein Depot geschaut und dann je nach Situation ausstieg, laufen ließ, reduzierte oder aufstockte, hat keine schlechte Performance – trotz unsicherer Zeiten, Terror, Hausse und Crash. Für Menschen, die sich täglich mit der Börse beschäftigen ist das ein Phänomen.
Wer sich Optionsscheine kauft, muss Spaß am Marktgeschehen und Freude am Gewinnen an sich und nicht so sehr am nominalen Zuwachs haben. Traden mit Optionsscheinen, ob stündlich, täglich, wöchentlich, immer oder ab und zu, muss man durchs Machen verstehen lernen. Nicht die Fachbücher haben die großen Spekulanten in ihre Position gebracht, sondern Glück und das wachsende Gefühl für den richtigen Moment.
Wer nach dieser Lektüre sein ganzes Vermögen in Optionsscheine anlegt, dem ist nicht zu helfen. Verliert er sein gesamtes Kapital, so ist das auch nicht schlimm, sondern möglicherweise sogar gut. Wer weiß schon, was er mit noch mehr Geld angestellt hätte.
Wer also einigermaßen seinen Verstand beisammen hat, wird das glatte Eis der Börse nur vorsichtig betreten. Er wird wissen, dass man sich arg lang legen und sogar einbrechen kann. Was aber sagt die Mutter, wenn Kinder beim Laufen lernen hinfallen? „Steh wieder auf, ist nicht so schlimm.“ Deshalb: Stehen Sie wider auf, wenn Sie gefallen sind. Die Möglichkeiten, Ziele und Richtungen, gibt es an der Börse viele…
Die Börse ist keine Einbahnstrasse! Hausse und Baisse wechseln sich mehr oder weniger regelmäßig ab. Wer auf Dauer erfolgreich sein will, muss ich der Lage sein, sowohl von den Auf, als auch von den Abwärtsbewegungen an der Börse zu profitieren.
MASTER TRADER KONZEPT
Ordentliches Trading ist in vieler Hinsicht ein Nebenprodukt des ordentlichen „Denkens“. Es erfordert nicht nur viele Monate, sondern Jahre unablässiger Bemühungen, um wirkliche Börsenerkenntnisse zu erlangen, sondern man muss auch erst alle vorstellbaren Verlustmöglichkeiten durchlaufen und erfahren, bevor sich die Meisterschaft einstellt. Die traurige Wahrheit ist, dass Schmerzen, die Agonie, die Narben des erfahrenen Traders in der Regel sehr langwierig und tief sind. Wenn angehende Börsenasse nicht über ein großes Maß an Mut verfügen – oder wenn sie zu wenig entschlossen oder ohne Leidenschaft sind – und wenn sie nicht bereit sind, alles aufs Spiel zu setzen, dann werden sie einfach nicht durchhalten. Diejenigen, die sich wirklich nach Börsenerfolg sehen, müssen mit ihrem Blut, ihrem Geld und einem großen Teil ihres Lebens zahlen. Das Lehrgeld ist hoch. Das steht außer Zweifel. Aber der Gewinn derjenigen, die bereit sind, dieses Lehrgeld zu bezahlen, ist unermesslich. Erfolgreiche Trader genießen eine Unabhängigkeit, die sich die meisten gar nicht vorstellen können. Ein Notebook und ein Telefonanschluss geben ihnen die Freiheit, von jedem beliebigen Ort der Erde zu handeln und Gewinne zu machen. Sie können in 2 Stunden mehr Geld verdienen, als die meisten Leute in einem Monat. Wenn Sie also wirklich bereits sind, diesen Preis zu zahlen, ist das der beste Rat, den ich ihnen geben kann. Entwickeln Sie einen Plan, suchen Sie einen Mentor, von dem sie lernen können und geben sie niemals auf! Fassen Sie den festen Entschluss, dass Sie entweder siegen oder untergehen.
Als aktive Börsenteilnehmer bewegt sich unser ganzes Dasein um die nächsten 2 bis möglicherweise 10 Tage. Wenn wir Recht haben, werden wir einen Haufen Geld verdienen. Wenn wir Unrecht haben – und das passiert manchmal – werden wir uns schnell aufrappeln und weitermachen.
Fragen sollten vor und nach der Schlacht gestellt werden, nicht während der Schlacht. Wenn Sie im Schützengraben (in einem Trade) stecken, müssen Sie sich unbedingt an Ihren Plan (Ihre Tradingstrategie) halten, der auf Ihren Karten (Charts) basiert. Denken Sie darüber nach. Würden Sie sich in einem Schützengraben wohlfühlen mit jemand, der ständig nervöse Fragen stellt?
Gehen Sie nie mit einem stumpfen Messer zu einem Pistolenduell!
Tradingmeisterschaft kann niemals erreicht werden, ohne vorher ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung erlangt zu haben.
Die Börse hat eine unweigerliche Tendenz, alles abzuschütteln, was wir die „schwachen Hände“ nennen, kurz bevor sie wieder einen Trend nach oben folgt. Der hohe Grad an Frust oder Euphorie bei den Kunden der Broker ist tatsächlich ein erstaunliches Börsenbarometer, das manche clevere Trader zur Bestimmung von Hochs und Tiefs benutzen.
Wenn die Strategie gut ist, dann passt das Geld auf sich selber auf.
…Dieser Gentleman war der Gefangene einer Ideologie, die die sehr verbreitet Anschauung vertritt, nur durch den Kauf von fallenden Aktien Geld gemacht wird. Es interessierte ihn gar nicht, dass unsere Ergebnisse das Gegenteil bewiesen. Seine Loyalität galt einer Vorstellung nicht irgendwelchen Ergebnissen. Sobald wir das erkannten, dämmerte mir, dass wir dies alle schon mal getan hatten. Ich kann Ihnen gar nicht aufzählen, wie oft ich den Fehler gemacht habe, mit einer Aktie SHORT zu gehen, weil ich dachte, dass sie zu schnell stieg. Es ist einfach eine Umkehrung. Am Ende zählt nur die Brokerabrechung, keine Ideologie. Jeder Trader erkennt irgendwann, dass die besten Trades diejenigen sind, die fast augenblicklich Gewinn zeigen.
Es sind die Leute, die Menschen, die eine Aktie bewegen, nicht die Tatsachen.
Nach einem gewissen Fortschritt wird sich das Richtige auch richtig anfühlen.
Sicherheit ist ein Märchen. Sie existiert im normalen Leben ebenso wenig wie an der Börse.
Wer die Kunst des Tradings erlernt hat, hat zweifellos auch gelernt weiterzumachen, wenn es so aussieht, als ob alles schief ginge. Alle Trader erleben in ihrer Entwicklung Zeiten, in denen sie durch die Hölle gehen, wenn die Börse selbst nichts anderes vorzuhaben scheint, als sie bei jedem Schritt zu demütigen.
Das Individuum das Aktivität anstrebt, erreicht und ausführt, wird in unserer Gesellschaft zum Ideal. An der Börse ist es aber wichtig ein Faulenzer und Müßiggänger zu sein, da das Geld nicht durch „Arbeit“, sondern durch „Denken“ verdient wird. Das „Nichtstun“ ist vielleicht das wichtigste Element an der Börse. Wer viele Trades eingeht, steigert nur seine materiellen und psychologischen Kosten, ohne die Wahrscheinlichkeit auf Gewinn zu erhöhen. Es ist die Kunst, auf eine günstige Gelegenheit zu „warten“ und zu „beobachten“. Der Einstieg in eine Aktie dauert maximal 1 Minute. Danach hat kommt wieder „Nichtstun“ und das „warten“ auf die Entwicklung der Aktie. „Nichtstun“ bestimmt 99 % der Börsenzeit.
Nur, weil Sie den Werkzeuggürtel eines Schreiners haben, sind Sie noch kein Schreinermeister.
Wir dürfen der Vergangenheit nicht so viel Bedeutung beimessen, dass sie unsere Zukunft verdirbt.
Die ausgereiften Trader wissen, dass das Ergebnis nicht annähernd so wichtig ist wie die Weiterentwicklung.
Er erfolgreiche Selfmade-Trader hat keine positive Einstellung, weil er gewinnt. Er gewinnt, weil er sich traut, eine positive Einstellung zu haben. Denken sie immer daran!
Letztendlich waren es meine Verlust-Trades, die mich veranlassten, jede Taktik, jede Technik, und jede Gewinnstrategie herauszufinden, die ich bis heute anwende. Meine Gewinne ließen mich in der Bar vor meinen Freunden angeben, was zugegebenermaßen sehr unprofessionell ist. Aber es waren meine Verluste, die mich an den Schreibtisch zurückbrachten, was eine außerordentlich profitable Beschäftigung ist.
Verlieren, weil man sich an einen festgelegten Plan hält ist kein Verlieren. Jedes Mal, wenn Sie sich an ihren Plan halten, wird ihre Disziplin stärker und die Kraft der Entschlossenheit wächst.
Jeder Verlust fängt klein an. Jeder Gewinn fängt klein an.
13. Denk immer an das Gebet Der Herr wird mir helfen, wenn ich ihn darum bitte. Ohne den Herrn kann ich nichts erreichen, mit ihm kann ich alles erreichen
14. Selbsterkenntnis Bin ich ein Glücksspieler? Setze ich mein Geld gerne im großen Stil aufs Spiel? Denke ich billig? Bedeuten mir Kurs oder Qualität mehr? Hasse ich sogar kleine Verluste? Ist der Kick genauso wichtig wie das Gewinnen? Bin ich geduldig? Wo liegt meine Hemmschwelle für Risiko?
15. Erkenne den Feind Wer sitzt am anderen Ende meines Trades? Übersehen Sie sich nie selbst, wenn Sie einen Schuldigen suchen
16. Besorge dir eine Ausbildung und zwar schnell Suchen Sie eine Qualitätsfirma, die ein Trainingsprogramm für Trader anbietet Lesen Sie die Tradingbücher, auf die es wirklich ankommt
17. Schütze dein wertvollstes Gut Beim Einstieg muss gleichzeitig ein Anfangsstopp beim Broker gesetzt werden
18. Einfachheit Würden Ihre Tradingtaktiken einen intelligenten 12 jährigen ernsthaft verwirren? Sind für Ihr Trading mathematische Berechnungen notwendig? Benötigen Sie einen Taschenrechner beim Trading? Benötigen Sie mehr als 3 Computerprogramme für die Ausführung ihres Trades Benötigen Sie mehr als 5 Minuten, um ihre Tradingstrategien aufzuschreiben
19. Lerne aus deinen Verlusten Führen Sie ein Tradingtagebuch? Führen Sie ein Tradingjournal?
20. Konzentriere dich nicht hauptsächlich auf niedrig bewertete Aktien Ein 2 € Anstieg, in einem Tag, ist für eine 60€ Aktie fast ein normales Ereignis. Ein 2€ Anstieg bei einer 10€ Aktie ist so selten, dass es wahrscheinlich am nächsten Tag in der Zeitung steht,
21. Keine Streuung Streuung schließt weder Verluste aus, noch erhöht sie die Chancen auf Gewinn. Sie bietet eventuell ein dickeres Kissen, wenn ein Trader falsch liegt, gleichzeitig vermindert es auch den Gewinn, wenn der Trader richtig liegt.
22. Erkenne, dass keine Action manchmal die beste Aktion ist Mangel an Geduld Unwissenheit, wann Nichtstun die beste Aktion ist. Wie viele Kauf- oder Verkaufsentscheidungen basieren auf einem festgelegten Plan und wie viele erfolgen, weil Sie nervös, gelangweilt oder von etwas anderem abgelenkt waren?
23. Erkenne, wann es Zeit ist, sich dankbar zu verabschieden Sie haben zweimal hintereinander verloren Die Börse wird laut S&P Future außerordentlich negativ Sie fühlen sich aus dem Gleichgewicht, unsicher, verwirrt, desorientiert und wissen nicht warum Ihr festgelegter Tradingplan bricht aufgrund eines plötzlichen Börsenereignisses zusammen Sie fühlen sich krank Ihr Gemütszustand ist erschöpft Sie beschäftigen sich gerade mit einem persönlichen Problem
24. Suchen Sie keine Entschuldigungen – sie haben noch nie etwas gebracht Sie müssen tief im Herzen wissen, dass das Endergebnis bei nur bei ihnen liegt.
FUNDAMENTALDATEN
Fundamentaldaten können dort manipuliert werden, wo sie entstehen, nämlich im Unternehmen. Wenn man kein Insider in dem Unternehmen selbst ist, dann ist eine Beurteilung von manipulierten Daten schwierig. Außerdem sagen Unternehmenszahlen etwas über die vergangene Geschäftszeit und die Beziehung zum Aktienkurs schwankt extrem. In Bullenzeiten sind die Aktienbewertungen viel höher als die Bilanzsumme(Agio), wobei in Bärenzeiten auch Preise unter Unternehmenswert bezahlt werden(Discount). Die täglich auftretenden volatilen Schwankungen im Aktienpreis sind nicht durch das operative Geschäft der Unternehmen zu begründen. Der Aktienpreis wird maßgeblich durch Angebot und Nachfrage am Aktienmarkt bestimmt.
Der Chinesische Markt ist aufgrund seiner Wachstumsraten interessant. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer Aufwertung ihrer Landeswährung gegenüber dem Dollar und dem Euro, was zu Währungsgewinnen führen könnte. Ein Nachteil ist das kommunistische Regime und der stark reglementierte Markt. Die politischen Faktoren und ein enger Markt könnten nachteilig sein.
Spring nicht auf den fahrenden Zug auf keinen Rallyes hinterherlaufen Geduld haben Warte bis der Zug anhält und dann steig wieder ein wie ein normaler Mensch ;) Warte auf kleine Kursspannen, damit ich von den großen profitieren kann
CHARTDATEN
Ein Kurs bedeutet ein BEZAHLTER PREIS und ist in dem Moment Vergangenheit, wenn er festgestellt wird. Deshalb ist ein Buchgewinn, der auf BEZAHLTER PREISEN basiert auch in dem Moment, wenn er festgestellt wird Vergangenheit und sagt somit nichts über den aktuellen oder zukünftigen Wert des Aktienbestands aus. Der BEZAHLTE PREIS bezieht sich außerdem auf eine konkrete und begrenzte Stückzahl. Jedoch sind Charts die Fußspuren des Geldes, die zeigen, welche Preise sich als die besten und schlechtesten Einstieg in den Markt erwiesen haben. Die Daten sind öffentlich und werden von der Börse festgestellt, damit kann die Verfassung des Papiers objektiver geschätzt werden.
Die Börse wird die Börsenteilnehmer bzw. mich solange demütigen bis ich ihr den nötigen Respekt zolle und die falsche Position aufgebe.
Die Spekulation besteht darin, zu erraten welchen Preis andere Spekulanten für ein Papier in Zukunft bereit zu bezahlen sind.
„Sprechen Sie sanft und tragen sie einen großen Stock bei sich. So werden sie weit kommen.“
Missions Definition
Was sind Ihre Leitsätze? (Welche Grundsätze sind für Sie so wichtig, dass Sie sie nicht ändern oder aufgeben wollen?) Was sind Ihre Werte? (Werte sind Vorlieben, die Ihnen wichtig sind, die Sie aber auch ändern könnten.)
Liste Sie die einflussreichsten Personen in Ihrem Leben auf. Was bewundern Sie an ihnen? Beschreiben Sie Ihr eigenen Stärken und Talente Welche Herausforderungen und Hindernisse gibt es in Ihrem Leben? Wie stark sind Ihre Beziehungen zu den Menschen, die Ihnen am nächsten stehen? Welchen Einfluss haben diese Personen derzeit auf Ihre Mission? Welchen Einfluss könnten sie in Zukunft haben? Versetzen Sie sich in die Zukunft. Wie wird Ihr Leben in einem, in drei und in fünf Jahren aussehen?
Was will ich mich mit meiner Zeit anfangen? Worauf werde ich mein Talent verwenden? Welchen Grundsätzen werde ich folgen? Welches Erbe will ich einmal hinterlassen?
Wie viel Zeit kann ich pro Tag, Woche oder Monat dem Trading widmen? Habe ich die nötige zusätzliche Zeit zur Vorbereitung auf jeden Tag? Kann ich jeden Tag 30 bis 60 Minuten erübrigen, bevor die Märkte eröffnen?
Wie viel Risikokapital habe ich zur Verfügung? Wie viel Geld muss ich jeden Monat verdienen? Welcher Teil muss davon vom Trading kommen? Habe ich noch andere Finanzquellen, auf die ich bauen kann, während ich lerne profitabel zu traden?
Wie groß sind meine Fähigkeiten am Computer? Bin ich diszipliniert? Weiß ich viel über die Märkte? Gibt es in meinem Leben, viele äußere Faktoren, die mein Trading negativ beeinflussen können? Worin besteht der „Vorteil“ meines Tradingstils, oder worin könnte er bestehen?
Zielformulierung:
Ihre Motivation, das Ziel zu erreichen(was erregt Sie so bei dem Gedanken es erreicht zu haben?) Was müssen Sie lernen oder herausfinden, um es zu erreichen? Die Hindernisse auf dem Weg zum Ziel. Welche persönlichen Themen oder Überzeugungen könnten Ihren Fortschritt behindern? Welche extremen Faktoren wie Menschen, Ereignisse oder andere Dinge könnten das tun? Was brauchen Sie, um das Ziel zu erreichen – Zeit, andere Leute, Ausrüstung, Kapital etc.
Sie haben Ihre Mission schriftlich festgehalten Sie haben Selbsterforschung betrieben Und Sie haben eine Liste ihrer Überzeugungen angefertigt, vor allem derjenigen, die mit den Märkten und mit Trading zu tun haben. Wenn ich nur noch 6 Monate zu leben hätte, würde ich dann irgendwelche Punkte von der Liste streichen oder hinzufügen? Wenn ich ein Ziel aus dieser Liste aussuchen müsste und wüsste, dass ich es ganz bestimmt erreichen werde, für welches würde ich mich entscheiden?
Was leistet Ihr Geschäft für Ihre umfassende persönliche Mission? Was ist der Hauptzweck, das wichtigste Ziel des Geschäfts? Gehört das Geldverdienen zu den wichtigsten Zielen? Was sind die wichtigsten Werte, die das Geschäft abdeckt, wenn es erst einmal läuft?
Ihre persönliche Geschichte und Ihre Erfahrung beim Trading Eine kurze Zusammenfassung Ihrer Tradingstrategie
Sie müssen sich mit den wichtigsten Hindernisse abfinden, die Tradern im Weg stehen“, sagte der alte Mann. „Diese Hindernisse sind Ihre Verluste zu akzeptieren und sich darüber kein Sorgen zu machen. Genießen Sie einfach den Prozess des Tradings, Gewinne und Verluste gehören dazu. Sie ärgern sich vielleicht über Ihre Verluste, aber denken Sie daran, dass das nur ein Gefühl ist. Mit dem Prozess des Tradings hat es nichts zu tun. Das Akzeptieren von Verlusten gehört zu diesem Prozess.“
Es ist nicht angemessen, wenn man mit dem Trading anfängt und sagt: „Eigentlich bin ich Anwalt oder Arzt oder irgendetwas und trade nur so nebenbei.“ Können Sie sich vorstellen, dass unsere Gesellschaft jemanden toleriert, der sagt: „Ich werde Gehirnchirurgie zu meinem Hobby machen?“
„Man kann den Markt nicht traden. Man kann nur seine eigene Meinung über den Markt traden.“
Die Früchte seiner Arbeit kann nur ernten, wer niemals aufgibt.
Eines der größten Geheimnisse des Tradingerfolgs besteht in der Annahme, dass Sie selbst dafür verantwortlich sind, was an der Börse mit Ihnen passiert. Viele großartige Trader, mit denen ich gearbeitet habe, waren immer der Meinung, die Börse sei eine hervorragende Universität, wo man die Geheimnisse des Geldverdienens lernen kann. Wenn man bereit ist zu lernen, profitiert man immer mehr. Wenn man es nicht ist, dann macht man immer wieder die gleichen Fehler. Sie müssen sich folgende Frage stellen: „Will ich von der Börse lernen oder nicht?“
VERANTWORTUNG ÜBERNEHMEN
Widmen Sie sich völlig dem Trading und der inneren Suche, die für Ihr erfolgreiches Trading wichtig ist.
Erforschen Sie sich, um zu wissen, wer Sie tief in Ihrem Inneren wirklich sind. Sie müssen also Ihre psychologischen Themen und Ihre Emotionen kennen.
Verstehen Sie die psychologischen Neigungen, die die Menschen an die Börse mitbringen. Zum Beispiel der Wunsch nach Kontrolle und den Wunsch „Recht“ zu haben, der manchmal wichtiger wird als das Geldverdienen selbst. Sie müssen diese Neigungen nicht nur kennen, sondern sich auch verpflichten, sie zu überwinden.
Achten Sie darauf, wie Ihre Emotionen Ihr Leben bestimmen können und seien Sie bereit, die Verantwortung für Ihre Selbstkontrolle zu übernehmen.
Entwickeln Sie einige Zielvorstellungen, die Sie an der Börse verwirklichen wollen. Diese Zieldefinition macht 50 % der Aufgabe aus, ein Tradingsystem zu entwickeln.
Entwerfen Sie ein System, das zu diesen Zielvorstellungen passt. Zu Ihrer Verantwortung gehört es auch, dass Sie wissen, wie man ein solches System konzipiert und willens sind, es zu befolgen. Wenn Sie an Ihrem System arbeiten, um Ihre Ziele zu erreichen, müssen Sie immer daran denken, dass die Positionsgrößenbestimmung dessen wichtigster Teil ist.
Entwickeln Sie Regeln, die Sie befolgen wollen, wenn Sie Ihr System traden. Verantwortung bedeutet auch zu verstehen, dass Ihr System vielleicht in 60 % aller Fälle zu einem Verlust führt, denn Geldverdienen hat nichts damit zu tun, bei einem bestimmten Trade richtig zu liegen. Verlusttrades gehören einfach zum Spiel.
Definieren Sie Parameter für einen Fehler. Ein Fehler bedeutet, dass Sie Ihre Regeln nicht beachtet haben. Verantwortung heißt, dass Sie sich dazu verpflichten, keine Fehler zu machen. Und das ist schwer, wenn Sie sich nicht auch den oben genannten Dingen gewidmet haben.
ENTSCHULDIGUNGEN
Statt zu sagen: „Mein System taugt nichts“, könnten Sie zum Beispiel sagen: „Ich habe noch nicht definiert, wer ich bin und was ich an den Märkten zu verreichen versuche. Daher habe ich auch nicht das richtige System gefunden.“
Statt zu sagen: „Ständig werde ich von den Market Makern übervorteilt“, könnten Sie sagen: „Ich reagiere zu emotional, kenne mein System nicht gut und habe nicht gelernt es adäquat umzusetzen. Außerdem habe ich das Verhaltensmuster der Market Maker nicht studiert.“
Statt zu sagen: „Der Markt ist zu volatil für mich“, könnten Sie zu denken beginnen: „Ich rege mich immer auf, wenn der Markt sich gegen mich wendet.“
Die Formulierung: „Meine Frau versteht mein Trading nicht“ könnten Sie durch diese ersetzen: „Wenn meine Frau sich beklagt, dass sie mein Trading nicht versteht, werde ich wütend und das schadet meiner Performance.“
Und statt nach besserer Ausrüstung zu suchen, könnten sie Ihre Reaktionen auf die Ausrüstung erforschen, die Sie derzeit besitzen.
EMOTIONEN
Wenn wir älter werden, lernen wir unsere Emotionen zu beurteilen. Manche sind gut, andere schlecht. Angst und Wut gelten zum Beispiel allgemein als schlecht. Emotionen sind nicht gut oder schlecht, sie sind einfach da. Zum Beispiel lieben manche Leute die Angst. Deshalb fahren sie Achterbahn und sehen sich Horrorfilme an. Und sie sehen sich gerne Nachrichten, die negative Emotionen wecken, weil sie glauben, diese Emotionen lägen außerhalb ihrer selbst. Emotionen sind neutral. Wenn Sie ein Gefühl aber schlecht beurteilen, werden Sie es nicht empfinden wollen. Stattdessen unterdrücken Sie schlechte Emotionen. Das Ergebnis ist, dass diese unterdrückten Gefühle immer und immer wieder hochkommen.
Wenn Sie eine Art von Zorn verspüren, dann stellen Sie sich vor, was an der Börse passiert. Sie steigen mit einem Stopp in eine Position ein. Der Markt wendet sich sofort gegen Sie und löst Ihren Stopp aus. Er erweist sich als Tagestief und Sie sind draußen. Sofort kommt diese aufgestaute Wut wieder hoch und die Stimme sagt: „Sie haben es mir weggenommen.“ Am Ende des Tages hätten Sie einen Gewinn von 3000 €.
Folglich gehen Sie wütend nach Hause, brüllen Ihre Frau an und verpassen dem Hund einen Fußtritt. Aber hat Ihre Reaktion etwas damit zu tun, das Sie ausgestoppt wurden? Nein, sie hatte mit aufgestauter Wut und dem Bedürfnis zu tun, ihren Ausbruch zu rechtfertigen.
Der erste Schritt zur Lösung solcher emotionaler Probleme besteht darin, sich ihrer bewusst zu werden. Wenn sie die Ereignisse analysieren und sich fragen: „Wie komme ich in solche Situation?“, dann werden Sie sich wiederholende Muster erkennen. Und diese Bewusstwerdung ist ein wichtiger Schritt, sich von solchen emotionalen Flüchen zu lösen.
VON JÄGERN UND FARMERN
Vorraussetzungen: Ihre Trader Persönlichkeit Jäger oder Farmer
Menschen, die anfangen, sich mit der Börse zu beschäftigen, kümmern sich gewöhnlich erstmal um die besten Tipps, Chartformation, fundamentalen Kennzahlen, Techniken, großer Trader, diverse Anlagestrategien und um vieles mehr. Das ist durchaus sinnvoll.
Doch am Anfang sollte zunächst eine andere Frage stehen: Wer bin ich und welche Disziplin, welches Strategien und Vorgehensweisen sind für meine Person, für meinen Charakter geeignet? Das ist eine der wichtigsten und entscheidenden Fragen schlechthin.
Wenn Sie 1,45 m groß sind und Hochspringer werden wollen, haben Sie einfach ein Problem. Es gibt Menschen, die sind bessere Ausdauersportler, andere sind bessere Kraftsportler. Bei Sport leuchtet es sofort ein, dass bestimmte persönliche Vorraussetzungen für manche Sportarten geeigneter sind als andere. Auch an der Börse gibt es verschiedene Disziplinen, die jeweils bestimmte Fertigkeiten erfordern und somit für manche Menschen besser als schlechter geeignet sind:
In der altbekannten Börsenliteratur wird unter anderem zwischen Lang-, Mittel-, Kurzfristanleger unterschieden. Dazu lesen Sie solche bedeutungsvollen Sätze wie: „Sie müssen einfach herausfinden, welcher Zeitrahmen passt! Klasse!
Zum „WIE“ wird meistens ein nerviges, zeitraubendes und insbesondere teurer Prozedere vorgeschlagen: „Testen Se es aus“, heißt es da.
Bei den meisten Anlegern führt diese „Technik“, jedoch zu dem Problem, dass kein Geld mehr da ist, bevor die Testphase abgeschlossen wurde. Eine Möglichkeit sich darüber klar zu werden, welchen Zeitrahmen man wählt kann man die Anleger in zwei Gruppen unterscheiden:
Unsere Gesellschaft besteht aus zwei Gruppen: JÄGER und Farmer
Aus der Entwicklungsgeschichte kenn wir zwei große Gruppen: Jäger und Farmer. Zunächst waren die Menschen in kleinen Familienverbänden Jäger und Sammler, bis später Ackerbau und Viehzucht immer größere und komplexere gesellschaftliche Strukturen ermöglichten.
Interessant ist, dass gleichzeitig auch eine elementare Veränderung im Menschen selbst stattgefunden haben muss. Ein Jäger braucht ganz andere Veranlagungen, Fähigkeiten und Fertigkeiten als ein Farmer. Aber obwohl nunmehr viele tausend Jahre landwirtschaftlicher Kultur die Menschheit prägten, sind die Jägereigenschaften in uns allen noch vorhanden.
Je nach Charakter werden bei denen einen die Farmereigenschaften dominieren und bei anderen die Jägereigenschaften. Ihre Aufgabe auf den nächsten Seiten wird es sein, zu welcher Gruppe Sie am ehesten gehören. Gelingt Ihnen das, werden Sie in einem zweiten Schritt auf einfache Art und Weise bestimmen können, welcher Anlagezeitraum für Sie geeignet ist. Somit ersparen Sie sich das kostenintensive „Ausprobieren“.
Vielleicht werden Sie sogar allen mithilfe dieser Herangehensweise verstehen, warum bei Ihnen unter Umständen bisher so viel an der Börse falsch gelaufen ist.
Ich werden nun einmal die typischen Eigenschaften von Jägern und Farmer auflisten, um die Einordnung zu erleichtern. Dabei handelt es sich bewusst um „EXTREME“. Die meisten von Ihnen werden wahrscheinlich von beiden Seiten etwas in sich wiederfinden. Es geht in diesen Fällen darum, welche Seite überwiegt.
DER JÄGER
Um als Jäger in einer Savanne oder in einem Urwald erfolgreich zu sein, muss man über eine schnelle, intuitive Auffassungsgabe und über schnelle Reflexe verfügen. Meistens sind diese Vorraussetzungen mit einer hohen Intelligenz und eine starken Intuition verknüpft. Jäger sind meistens nervöse Menschen, immer getrieben, immer aus der Suche. Selbst wenn sie hin und wieder auch gern äußerlich ruhig erscheinen, brodelt es doch ständig in ihnen. Sie sind sozusagen ständig auf dem Sprung zum Angriff.
Jäger suchen stets neue Herausforderungen, an denen sie sich messen können. Aber sie sind auch sehr kreativ darin, neue Ideen, Projekte, Systeme zu entwickeln. Sie müssen sie auf die eine oder andere Art immer wieder neu erfinden. Im Extremfall sind zu viele Gedanken da, die derart unkoordiniert sind, dass sie kaum zu vernünftigen Ergebnissen führen.
Menschen bei denen die Jägereigenschaft dominiert, sind eher Einzelgänger. Zwar leben viele in Familienstrukturen, da sie sich den gesellschaftlichen Erwartungen beugen, doch kommt es immer wieder zu Ausbrüchen. Das hängt auch damit zusammen, dass sie oft von einer inneren Unzufriedenheit belastet sind. Träume von einem anderen Leben, anderen Ländern etc. sind ihre ständigen Begleiter.
Ein Jäger fühlt sich in unserer von Farmern geprägten Gesellschaft selten wohl, hat häufig das innere Gefühl, alles sei irgendwie falsch, er passe in diese strengen Regeln und Hierarchien nicht hinein. Um dem aus Jägersicht beständigen Druck zu entfliehen, neigen sie dazu in soziale Schwierigkeiten zu geraten: Suchtverhalten (Spiel- Alkohol-, Drogen-, oder Börsensucht), wechselnden Beziehungen, wechselnde Jobs etc. Das liegt auch daran, dass Jäger sich schwertun, in zeitlich organisierten Abläufen zu arbeiten. Stundenpläne, vorbestimmte Zeitabläufe sind für Jäger kaum zu bewältigen und stressen ihn ungemein. So wird auch der Außenwelt diese immerwährende innere Ruhe- und Rastlosigkeit deutlich.
Sobald ein Jäger Kontakt mit der Börse bekommt, begreift er intuitiv, dass er auf etwas Großes gestoßen ist, etwas, das „genau das Richtige“ für ihn ist. Doch es werden Probleme über Probleme folgen. Schließlich ist die Börsenliteratur voll von nützlichen Tipps für „Farmer“. Viele Tipps haben etwas mit zeitlicher Disziplin und Organisation zu tun. Zwar versteht der Jäger diese Tipps und hält sie für sinnvoll, er kann sie wenn überhaupt nur kurzzeitig umsetzen. Und so ist er gezwungen, alle Erfahrung selbst zu machen, was natürlich dazu führt, dass er sehr schnell Geld verliert. Oft sind Jäger schon pleite, bevor sie überhaupt ihre Fähigkeiten gewinnbringend einsetzen können.
Doch obwohl er dieses Geld verliert, wird ihn die Börse nicht loslassen! Denn sie hat alles, wonach ein Jäger sich sehnt. Börse ist die modernste und vielleicht auch edelste Form der Jagd in unserer Gesellschaft. Bevor wir aber dazu kommen, wie ein Jäger erfolgreich sein kann, zunächst zu den Farmer, um den Unterschied klarzumachen.
DER FARMER
Farmer sind die „Bewahrer“ unsere Gesellschaft, sie sind weniger impulsiv als Jäger. Sie verfügen über ein hohes Organisationstalent, können langfristig planen, haben ein genaues Zeitgefühl. Schließlich müssen sie wissen, was es bedeutet, dass in 6 Monaten die Ernte reif ist. Sie haben tatsächlich ein anderes Zeitgefühl als Jäger, es ist kontinuierlicher. Farmer genießen es, Dinge wachsen und gedeihen zu sehen. Prozesse begleiten, die einen kontinuierlichen Erfolg erzielen. Im Gegensatz zu Jägern haben sie die herausragende Fähigkeit Unternehmen auf lange Sicht zu führen (nicht aufzubauen, dazu sind Jäger besser geeignet), vorhandene Strukturen zu erweitern und zu optimieren. Sie verfügen über ein ausgezeichnetes Verständnis von sozialen Geflechten (Familien, Vereine, Politik).
Farmer sind Menschen, die Sparbücher besitzen und Bausparverträge. Sie planen weit in die Zukunft. Sie sind oft ausgezeichnete Familienmenschen, die sehr gut abgesichert sind. Farmer lieber die Welt, wenn sie funktioniert, wie sie schon immer funktioniert hat. Sie scheuen Veränderungen, mögen keine Hektik, hassen Chaos.
Viele Beamte, aber auch Lehrer, sind Farmer. Da diese Farmer-Fertigkeit unabdingbar für die Führung einer großen, komplexen Gesellschaftsform wie ein Staat ist, verwundert es nicht, dass die Politik von Farmer, also auch besonders von Beaten und Lehrern geprägt ist.
DER UNTERSCHIED
Der entscheidende Unterschied auf gesellschaftlicher Ebene ist demnach, dass Farmer sich um das Gemeinwohl kümmern, während Jäger eher Einzelgänger sind bzw. lose Gruppen ohne tiefe soziale Bindung bevorzugen. So kam es, dass fast nur Farmer an dem Prozess einer Gesellschaftsbildung beteiligt waren und sind. Die Eigenschaften des Farmers passen perfekt zu den Notwendigkeiten eines stabilen Sozialgefüges. Jäger könnten eine derart komplexe Gesellschaft nicht aufrechterhalten. Jägermentalitäten als Staatsoberhäupter sind tendenziell gefährlich, da ein Jäger immer bereit ist, die eigene Existenz (bzw. die Existenz des Staates) anderen Zielen zu opfern. Farmer werden im Sinne des Gemeinwohls entscheiden.
Dieser Unterschied hat dazu geführt, dass unsere Gesellschaft auf Farmerstrukturen aufgebaut ist, die es einem Jäger erheblich erschweren, in ihr zurechtzukommen. Die Jäger gerieten somit ins Hintertreffen und versuchen seitdem sich irgendwie zurechtzufinden.
Und obwohl wir in Europa schon sehr lange in einer Farmergesellschaft leben, gibt es auch hier immer noch zahlreiche ausgeprägte Jägermentalitäten. Jäger, die sich oft erstaunlich gut in einer für sie passenden Nische angepasst haben. Es verwundert nicht, dass eine dieser Nischen oft die Börse ist. Außerhalb der Nische wirken diese Jäger oft einwenig deplatziert, zuweilen asozial und ein wenig verrückt. Zumindest hat die Gesellschaft oft Schwierigkeiten mit ihrer unverbindlichen Art zu leben und zu denken.
Wahrscheinlich können es Sie es sich schon denken: Jäger neigen eher zum kurzfristigen Traden, Farmer eher zum langfristigen investieren. Am deutlichsten wird der Unterschied beim Zeitempfinden.
DIE LINEAR FLIEßENDE ZEIT DER FARMER
Der Farmer hat, wie bereits gesagt, ein vergleichsweises, kontinuierliches Zeitgefühl. Ihm ist ein genaues Verhältnis der Struktur der Zeit zu Eigen. Minuten, Stunden, Wochen, Jahre – mit diesen Zeiträumen kann er sehr gut umgehen und planen. Dieses kontinuierliche Zeitempfinden resultiert aus der Notwendigkeit, sich bei Ackerbau an den Tages- wie Jahreszeiten und dem Wachstum der Früchte zu orientieren. Alles läuft in einem gleichmäßigen, stetigen Rhythmus ab. Die Dinge im Leben eines Farmers bewegen und entwickeln sich fast ausschließlich linear, ohne sprunghafte Änderungen. So weiß der Farmer genau, was es bedeutet, dass in 6 Monaten die Ernte reif ist. Er kann bis dahin genau einteilen, was zu tun ist. Aber er muss auch den täglichen Tagesablauf strukturieren können, um mit seinen Arbeiten jeden Abend fertig zu werden.
All das führte zu diesem im Vergleich zum Jäger linearen Zeitempfinden des Farmers. Das qualifiziert ihn zu einem ausgezeichneten „Planer“, einem Strategen der Zeit, einem großen Organisator, der größere Projekte „beherrschen“ kann.
DIE RELATIVE UND SPRUNGHAFTE, CHOATISCHE ZEIT D...
Der Jäger besitzt kein kontinuierliches Zeitempfinden. Auf der Jagd hat er zum Beispiel eine Unmenge Zeit, die mit Warten verbracht werden muss. Stellen Sie sich dazu eine Katze vor, die scheinbar gelangweilt auf der Lauer liegt, bewegungslos, fast schlafend. Das kann Stunden dauern, doch sobald eine Beute auftaucht explodiert diese scheinbar regungslose Gestalt in einem Feuerwerk blitzschneller und zielgenauer Bewegungen. Aus diesem so friedlich wirkenden Kuscheltier wird von einer Sekunde zur anderen eine gefährliche Raubkatze.
Wenn Sie sich diese beiden Prozesse anschauen, ist einfach naheliegend, dass ein Jäger über zwei höchst verschiedene Zeitwahrnehmungen verfügen muss: Beim Warten muss die Zeit verfliegen, sonst würde er sich zu Tode langweilen. Sobald er in Angriffsmodus umschaltet, muss seine Zeitwahrnehmung extrem ausdehnen, damit er viele Dinge in kürzester Zeit erfassen und entsprechend reagieren kann.
Hätte der Jäger das gleiche Zeitempfinden wie ein Farmer, würde er sich den Zeiten des Wartens langweilen und während der Jagd wäre er zu langsam.
Diese sehr unterschiedlichen Zeitwahrnehmungen machen es einem Jäger nahezu unmöglich, größere „Zeiträume“ zu erfassen. Er kann Zeit nicht organisieren, da sie für ihn derart relativ ist, dass er sie nicht in kleinere Einheiten gleicher Größe aufteilen kann. Das wäre aber notwendig, um sie zu organisieren. Aus diesem Grund haben Jäger große Schwierigkeiten mit Terminen, die sie gern einfach vergessen, tatsächlich ausblenden. Sie haben Schwierigkeiten ihre Arbeit in kleinere Strukturen auszuteilen, um sie über den Tag zu verteilen. Sie arbeiten impulsiv, unstrukturiert, ungleichmäßig. So sehr diese Eigenschaften in den meisten Jobs stören, so perfekt passen sie zu der Börse, zum kurzfristigen Traden.
Die Börse funktioniert nämlich sehr ähnlich, es gibt im Intraday Verlauf lange Phasen, in denen nichts passiert. Dann wieder explodieren plötzlich die Kurse und der Trader muss in Sekundenschnelle viele Entscheidungen auf einmal treffen. Die Börse ist nur wenigen zeitlichen Strukturen unterworfen (Börsenöffnungszeiten, Konjunkturdaten etc.) die ein Jäger gut überblicken kann.
ERGIEHAUSHALT BEIM JÄGER UND FARMER
Ähnlich wie mit der Zeit so geht ein Jäger auch mit seinen Kräften um. Da er im Moment des Angriffs, der eigentlichen Jagd, einen unglaublichen Energieschub braucht, neigt ein Jäger dazu, die Zeit der Nichtjagd eher träge zu erleben. Auch darin unterscheidet er sich vom Farmer, der gern „die ganze Zeit über“ beschäftigt ist und aus diesem Grund mit seinen Kräften haushalten muss. Der Jäger kann zwar mehr Aufgabe erledigen, braucht aber anschließend auch wesentlich länger, um sich zu erholen.
Ein Jäger arbeitet 15 Minuten sehr intensiv und erledigt in diesem Zeitraum eine Aufgabe, anschließend braucht er 45 Min. um sich zu regenerieren. Der Farmer braucht für die gleiche Aufgabe dagegen 45 Min. Anschließend genügen ihm allerdings nur 15 Min. Zeit für die Regenerationsphase, da er wesentlich sparsamer mit seinen Energien umgegangen ist. Beide brauchen für die gleiche Aufgabe inkl. Erholungsphase unter dem Strich: 1 Stunde.
Dieses Beispiel verdeutlicht, warum das Day-Trading für die Mentalität der Jäger besser geeignet ist. Sie können mehr Energie, Aufmerksamkeit und Intelligenz in kurzer Zeit zur Verfügung stellen. Den Rest der zeit verbringen sie stundenlang eher träge von den Monitoren sitzend. Dabei werden sie ein starkes Gefühl der Zeitverkürzung erleben. Die Stunden sogar Tage fließen vorbei, als gäbe es sie nicht.
Ähnlich wie die Katze kann der Jäger jedoch – sobald er ein vermeintliches Einstiegssignal entdeckt – von einer Sekunde zur andern unglaubliche Kräfte entwickeln.
LERNEN SIE, MIT IHRER ART DES ENERGIEVERBRAUCHS...
Wenn in Ihnen die Jägereigenschaften dominieren, sollten Sie auf Ihren Energiehaushalt achten. Es hilft zu begreifen, dass man zwar in kurzer Zeit viel schaffen kann, dann aber auch längere! Phasen der Ruhe braucht. Oft tun Jäger jedoch alles, um diese Ruhephasen zu vermeiden, sie laufen dabei aber Gefahr auszubrennen. Das ist gerade in der Finanzbranche ein bekanntes Phänomen, das oft mit den oben beschriebenen Eigenschaften zu tun hat.
Beim Day-Trading sollten Sie sich also viele Phasen der Ruhe gönnen. Es ist keine Faulheit, sondern eine notwendige Erholung, die Ihnen erst wieder die nötigen verbrauchten Energien erneuert, bei dem nächsten Signal wieder über all Ihre Dynamik verfügen zu können.
Das ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Oft stellen gerade Jäger auch zu viel Energie in dieser Angriffsphase zur Verfügung. Diese Überreaktion lähmt letztlich und schadet mehr, als dass sie hilft.
In einem weiteren Schritt in Ihrer Tradingkarriere werden Sie diese Angriffenergie kaum noch benötigen. Mit der Zeit werden Sie Ihnen Ihre Intuition ermöglichen, mit geringstem Aufwand größten Erfolg zu erzielen. Dazu aber später mehr.
FARMER UND BÖRSE
Wer eine Familienmentalität hat, wird sich lange überlegen, viel Geld an den Börsen zu investieren. Meistens wagen Farmer erst in der Nähe von großen Hochpunkten einzusteigen. Nachdem die Börsenkurse über Jahre nach oben strebten. Erst dann ist auch ein Farmer endlich davon überzeugt, dass die Börse etwas ganz Sicheres ist.
Mit hoher Disziplin wird alles gelesen und analysiert – die Geschäftsberichte werden studiert, gesammelt, abgeheftet, indiziert. Und erst anschließend wird investiert und gewartet, dass die Saat aufgeht – mitunter Jahre! Ein Farmer kann sich von einer Position eher schlecht trennen, neigt dazu, eine intensive Beziehung zu dem Unternehmen aufzubauen. Ein Farmer wird somit irgendwann alles über das Unternehmen wissen, in das er investiert ist. Er nimmt das Unternehmen sozusagen in seine Familie auf.
Wenn zu viele Farmer an die Börse kommen, ist dies ein sicheres Zeichen dafür, dass die Börsen kurz vor einem Crash stehen. Wenn aber nur noch Jäger und Zocker im Markt sind, ist das ein Zeichen, dass eine Hausse bevorsteht.
Farmer erleiden oft schnell große Verluste, wenn sie erst ganz zum Schluss einer Hausse an die Börse kommen und lieber halten als verkaufen. Wenn sie große Verluste gemacht haben, kommen sie zu der Einsicht, dass Börse nichts für sie ist.
Das ist jedoch eigentlich sehr bedauerlich. Wenn diese Farmer nämlich dabeiblieben, weil sie etwa eine Verluststrecke durchhalten oder sie aber das Glück hatten, zum richtigen Zeitpunkt zur Börse gekommen zu sein, können sie aufgrund ihrer Disziplin und ihrer Beharrlichkeit zu beachtlichen Wohlstand bringen. Warren Buffet ist wohl der bekannteste Vertreter der Farmerriege. So gesehen haben es Farmer leichter an einem Jäger an der Börse reich zu werden. Dazu müssen sie lediglich lernen, mit Ihren Fertigkeiten umzugehen. Sehr wichtig ist, dass sie auch mal eine Akte verkaufen, also dies wie ein erwachsen gewordenes Kind aus der Familie entlassen. Ein weiterer Vorteil ist, dass in der Börsenliteratur unzählige Tipps, Systeme und Hinweise für Farmer zu finden sind.
Vom Jagdtrieb erfasst, geben sie zudem nie auf: Selbst, wenn sie auf dem Boden der Tatsachen liegen, werden sie immer noch versuchen, Mittel und Wegen zu finden, weiter zu jagen. So verwundert es nicht, dass alle großen kurzfristigen Trader zwischendurch auch einmal fast pleite waren. Jäger besitzen gar nicht erst die Disziplin, nach großen Verlusten aufzuhören oder überhaupt aufzuhören. Eben das macht sie so anfällig für Suchtverhalten. Und sie Börse wird für Jäger zu einer Sucht.
Wenn ein Jäger die Börse entdeckt, ist es um ihn geschehen. Im schlimmsten Fall wird er auch noch seinen letzten Cent an die Börse bringen, nur um endlich Jagdglück zu haben. In diesem Moment ist er stilles und endgültiges Opfer seines Jagdtriebes geworden.
Solange der Jäger nicht weiß, dass er ein Jäger ist, wie er funktioniert, warum sein Leben bisher derart hart an der Gesellschaft vorbeigelaufen ist, wird er keine Chance haben, diesen Prozess, diesem Teufelskreis zu entfliehen. Aber genau das ist notwendig, um aus einer Jägermentalität einen höchst erfolgreichen Trader zu machen.
JÄGER UND DIE BÖRSE
Kurzfristige Trader sind oft Jäger, keine Farmer. Sie suchen eine Chance, sie wittern sie, sie fühlen sie. Aber Jäger hassen es, lange investiert zu sein. Sie verlieren nämlich viel zu schnell die Geduld. Jäger neigen dazu, Positionen, die sie zu lange halten, aus den Augen zu verlieren, schlechtweg zu vergessen. Wie eine Katze, die mit der Maus spielt, bevor sie sie frisst, geht es auch dem Jäger im Prinzip mehr um die Jagd als um die Beute. Positionen, die zu lange gehalten werden, landen schlimmstenfalls im „Langfrist Depot“, das man bei einem Jäger eher als Müllhalde bezeichnen kann.
Jäger beschäftigen sich ungern mit Unternehmenskennzahlen, ihre Konzentrationsfähigkeit reicht nicht aus, einen Geschäftsbericht an einem Stück zu lesen und zu analysieren. Aus ähnlichen Gründen neigen sie dazu, sich nicht mit komplexen wirtschaftlichen Zusammenhängen zu beschäftigen. Insgesamt werden fundamentale Daten gern vernachlässigt – das ist für sie alles zu kompliziert und aufwendig. Auch aus diesem Grund ist Day-Trading für sie die bessere Wahl, da es hier mehr auf Charttechnik ankommt.
Jäger lieber es, einzusteigen und schnell wieder auszusteigen, am besten mit einem Gewinn. Sie wollen keine Aktien heiraten oder diese in ihre Familie integrieren.
WEITERE TYPISCHE MERKMALE VON JÄGERN/TRADERN
Jäger sind dabei immer bereit, alles über Bord zu schmeißen, was sie bis eben noch für bare Münze genommen haben, was ihnen eben noch wichtig war. Leider sind sie auch immer wieder bereit alles zu riskieren – ihr ganzes Geld, ihren Beruf, ihre Familie – allein, um den Jagdtrieb auszuleben. Denn auch bei der Jagd haben sie schon immer ihr eigenes Leben aufs Spiel gesetzt, um die Gruppe zu ernähren. Das ist eine der gefährlichsten Seiten des Jägers. Eine Seite, die viele großartige Jägermentalitäten an den Börsen in den Ruin getrieben hat. Meistens dann, wenn es ohnehin schlecht läuft riskieren Jäger einfach zu viel.
Jäger verabscheuen Regelmäßigkeiten, sie verabscheuen Disziplin, sie verabscheuen Bürokratie, sie hassen bestimmte Tagesabläufe. Sie wollen einfach nur jagen! Und für Jagen sind sie auch geschaffen.
Natürlich leidet unten diesen Eigenarten auf der anderen Seite die Gründlichkeit. Es geht zunächst darum, schneller zu sein, nicht besser! Es geht darum zu jagen, nicht aufzubauen. Und so werden viele Verluste gemacht, weil der Jäger einmal vom Jagdtrieb übermannt, nicht sauber genug gearbeitet hat.
Unsoziales Verhalten:
Jäger leben, wenn kein Partner das Leben organisiert, in Wohnungen, in denen man das Gefühl hat: Hier kann man sich eigentlich nicht heimisch fühlen. Warum auch: Der Jäger ist immer bereit, weiterzuziehen, dem Objekt des Jagdtriebes hinterher. Er hat keine Bezugspunkte, kein eigentliches zu Hause, ihm sind schmückende und verzierende Dinge meistens bis auf wenige Ausnahmen egal.
Da Jäger nicht wirklich gut mit Farmer auskommen, suchen sie sich auch andere Jäger als „lockere“ Freunde und stehen, da sie die verpflichtenden Rituale des Alltags meiden, oft ein wenig abseits der Gesellschaft.
Exzessive Ausdauer, ruinöses Durchhaltevermögen und Sucht: Eine weitere Stärke der Jäger, die allerdings selten geschult ist: Sie können eine fast unmenschliche Ausdauer an den Tag legen, doch nur, wenn sie auf der Jagd sind. Ansonsten ist ihre Aufmerksamkeitsspanne, wie schon beschrieben extrem kurz. Sie können selten einen Film bis zum Ende anschauen, langes Zuhören fällt Ihnen schwer.
Es wird sich vieles ändern
Sie werden jetzt sicherlich schon wissen, welchem Charakter sie mehr entsprechen. Und vielleicht verstehen einige unter Ihnen schon jetzt, was ich damit meinte, als ich schrieb. Dieses Kapitel allein schon kann Ihr Verhalten an der Börse verändern. Denn die Erkenntnis, ob Sie ein „Jäger“ oder „Farmer“ sind, kann dazu beitragen, viele falsche und teure Wege gar nicht erst zu gehen. Vielleicht reicht allein das Wissen um diese Unterscheidung, um zu verstehen, warum so vieles in Ihrem Börsenleben bisher falsch gelaufen ist.
Mehr noch, dieser Vergleich kann Ihnen helfen, Ihre Fertigkeiten, Ihre Begabungen zu schulen – sowohl als Farmer als auch als Jäger.
WORTE AN DIE FARMER
Als Farmer können Sie sich mit Geldmanagement, mit langfristigen Strategien beschäftigen. Sie können ein Tagebuch schreiben, in dem alle Ihre Investments aufgelistet, Pläne zu entwerfen. Sie werden mit diesen höchst vernünftigen Tipps langfristig Erfolg haben, wenn Sie in der Lage sind, kurzfristige Rückschläge auszusitzen. Suchen Sie sich alles, was Sie über diese Aktien finden können. Werden Sie ein Investor. Legen Sie Ordner an, heften Sie die Informationen ab und hegen und pflegen Sie diese Aktien. Trennen Sie sich erst von ihnen, wenn sie die Ernte einfahren oder wenn die Ernte verdorben ist. Das muss ein Farmer lernen – sich von etwas zu trennen. Dann werden Sie ein ruhiges Leben haben. Sie werden Ihre Gewinne wachsen sehen, sofern Sie zufällig eine Börsenphase erwischen, die bullish ist und das sind nun einmal die besten. Doch das Wichtigste ist: Sie werden sich dabei gut fühlen.
WORTE AN DIE JÄGER
Als Jäger hingegen werden Sie nun wissen, warum Ihnen eben diese Strategien und Tipps, die in so vielen Büchern empfohlen werden, bisher nicht gebracht haben. Sie können sie nicht umsetzen, obwohl Sie deren Sinn durchaus verstanden haben. Sie sind aufgrund ihrer Mentalität nicht in der Lage, ein ausgefeiltes Geldmanagement durchzuhalten oder in einem Tradingtagebuch feinsäuberlich festzuhalten, was Sie so den ganzen Tag wann zu welchen Kursen mit welchem Erfolg getan haben.
Nur wenn der Jäger seine Strategien an seinen Charakter anpasst, kann er seine Stärken in Erfolg umwandeln. Und nur wenn er das tut, hat er eine Chance, sogar eine sehr große, an den Börsen erfolgreich zu werden. Nur wenn endlich Börsenbücher für Jäger und nicht nur für Farmer geschrieben werden, kann sich eine neuartige Tradergemeinde entwickeln, die ihre scheinbaren gesellschaftlichen Schwächen in Stärken umzuwandeln.
In Prinzip können Sie das Wort „Jäger“ in den folgenden Kapiteln mit dem Wort „Trader“ gleichsetzen. Gefahren, die speziell aus den Charaktereigenschaften des Jägers resultieren:
Das folgende Kapitel ist in erster Linie für Menschen geschrieben, bei denen der Jägercharakter sehr dominant ausgeprägt ist. Aber natürlich werden sich auch alle anderen in mehr oder weniger abgeschwächter Form je nach der Stärke der einzelnen Jägereigenschaften wiederkennen.
Für einen Jäger ist die Börse die Erfüllung seines immer schon gefühlten Verlangens nach der Jagd und damit Himmel und Hölle zugleich. Er neigt dazu, sehr euphorisch zu werden, wenn er gewinnt. Auf der anderen Seite reagiert er zutiefst deprimiert, wenn er verliert. Diese extremen Stimmungsschwankungen entstehen, da der Gewinn, sprich die Beute zu erlegen, das eigentliche, erklärte Lebensziel ist. Auch wenn überall zu lesen ist, dass Traden emotionslos erfolgen soll, so sind gerade diese Emotionen, am Anfang sehr wichtig, um den Trader überhaupt mit dem Virus „Börse“ zu infizieren.
BÖRSENWAHN UND DESSEN FOLGEN
Vernachlässigung sozialer Kontakte:
Viele Menschen, die mit dem kurzfristigen Traden anfangen, geraten so am Anfang in eine Art Börsenwahn. Börse wird zum zentralen Thema des Lebens. Das führt dazu, dass viele Trader alles in ihrem Umfeld vernachlässigen. Da besonders bei Jägern die meisten sozialen Kontakte ohnehin nicht besonders stabil sind, wird es ihnen leicht fallen, sich ganz und gar der Börse zu verschreiben. Dabei wird oft unterschätzt, wie wichtig soziale Kontakte für die psychische Stabilität sind. Und diese ist wiederum wichtig für den Börsenerfolg.
Gerade Menschen, die sich über die Beschäftigung mit der Börse immer mehr von der Umwelt abschotten, neigen dazu, sich nicht immer förderlichen Gedankenwelten zu verlieren. Bekanntes Beispiel sind natürlich die Verschwörungstheoretiker, die anfangen, die seltsamsten Modelle zu kreieren. Hier können soziale Bindungen helfen, den Kontakt zur Realität nicht zu verlieren.
Aber man muss nicht einmal derart ins Extreme gehen, Börse ist ein fast perfektes Medium, um paranoiden Denkstrukturen aufzubauen. Immer wieder höre ich von Tradern, dass sie sich sicher sind, dass jemand gegen sie tradet. Oder es wird vermutet, dass andere Trader nur darauf warten, dass man eine Position in den Markt legt, um diese abzuluchsen. Die simpelste Form: Jeder Stopp wird von anderen „gezogen“. Das kann zwar bei größeren Positionen eintreten, aber bei den Positionsgrößen, mit denen die meisten Trader arbeiten ist dies eher unwahrscheinlich.
Das ist „gefährliches Denken!“ Auch hier können Kontakte, zum Beispiel zu anderen Tradern, helfen, sich nicht in solche Hirngespinste zu verlieren.
Verzerrte Zeit
Hinzu kommt, dass Jäger, wie oben bereits beschrieben, über ein ausgesprochen verzerrtet Zeitgefühl verfügen. Beim Traden befällt sie ein äußerst angenehmes, fast euphorisches Gefühl der Zeitverkürzung. Sie können Stunden, Tage sogar Jahre vor ihren Monitoren verbringen, ohne wirklich zu bemerken, wie schnell die Zeit vergeht und dabei im Extrem sogar den Kontakt zur Außenwelt komplett verlieren. Es gibt Beispiele von Tradern, die mehr oder weniger verwahrlosen. Es wird nicht mehr auf das Äußere geachtet, die Ernährung wird dramatisch schlechter. Junkfood wird konsumiert, Kaffee und Zigaretten. Um nachts in den Schlaf zu finden oder um „runterzukommen“ wird Alkohol in großen Mengen konsumiert. Auch das ist der Anfang einer gefährlichen Entwicklung.
Wenn sie solche Tendenzen bemerken, sollten Sie aufpassen. Es ist nicht zu unterschätzen, wie sehr Traden auf lange Sicht eine vergleichsweise robuste Gesundheit erfordert. Körperlich Fitness ist eine der Grundlagen für langfristigen Tradingerfolg.
Auch hier kann der Vergleich mit dem Jäger helfen: Für einen Jäger sind körperliche Fitness und eine gesunde Lebensweise unabdingbar, damit sie überleben.
Exzessives ruinöses Trading
Es gibt in diesem Kontext noch einen letzten Punkt, der auch typisch für Menschen mit dominanten Jägereigenschaften ist. Ein Jäger hat nur eine Chance: entweder die Beute oder er. Erlegt er keine Beute, wird er verhungern. Die Jagd hat also für ihn etwas Existentielles.
EIN TRADER HAT NUR EINE EINZIGE WAHL: ENTWEDER ...
Aus diesem Grund neigen Jäger dazu, exzessiv an der Börse zu traden. Damit ist gemeint, dass sie immer bereit sind, auch ihr letztes Hemd zu investieren in der vagen Hoffnung, den letzten großen Coup zu landen. Das kann in dem unsinnigen Versuch enden, sozusagen auf dem Boden liegend im letzten Moment den sprichwörtlichen Spieß doch noch umzudrehen und ihn in den Bauch des Opfers zu rammen. Oder anders: kurz vorm Verhungern noch mit letzter Kraft Beute zu machen. Ich habe viele Trader erlebt, die, als es eng wurde, alles auf eine Karte gesetzt haben, hopp oder topp.
Doch selbst wenn so eine Vorgehensweise einmal funktioniert, wird dies lediglich dazu führen, dass die Risikobereitschaft insgesamt ansteigt. Dieses Spiel wird nach einer ersten positiven Erfahrung natürlich fortgeführt. Meistens kommt es somit ein wenig später zu dem endgültig ruinösen Trader. Doch viel häufiger geht dieses „Alles oder Nichts“ Spiel direkt beim ersten Mal schon schief.
So sehr auch dieser Hang zum „Alles oder Nicht“ in Ihnen schreit, geben Sie diesem niemals nach!
Seien Sie wachsam
Lassen Sie es also niemals so weit kommen, dass die Börse zum uneingeschränkten Lebensinhalt wird. Die Jagd, so einladend sie auch sein mag, darf immer nur ein Teil des Lebens sein. Traden darf nicht zum Lebensinhalt werden, ansonsten fängt irgendwann die eigentliche Beute, also die Börse, an, Jagd auf Sie zu machen.
Die Chance auf ein erfülltes Leben
Wenn Sie es schaffen, diesen gefährlichen Prozessen zu entgehen, haben Sie mit der Börse etwas gefunden, das Sie den Rest Ihres Lebens begeistern kann. Ganz nebenbei kann Ihnen die Börse sogar den nötigen Wohlstand verschaffen, ein Leben zu führen, das Ihnen den nötigen Freiraum lässt.
Die Börse wird Ihnen dabei jeden Tag neue Herausforderungen bieten. Der Markt wird Ihnen immer wieder ein williges Opfer sein, das sich jagen lässt, ohne Ihnen jemals Gewissensbisse zu verursachen. Und glauben Sie mir, die Börse kann die perfekte, heimtückische und intelligente Beute sein, die Sie finden können.
Trading Komponenten
Wenn Sie die folgenden Regeln nicht beachten, dann macht die Börse Jagd auf sie. Aus dem Jäger wird der Gejagte. Als Gejagter fühlt man sich nicht nur ziemlich mies, sondern gibt außerdem keine gute Figur ab.
Zum Beispiel, wenn man seinen Freund zum 15. Mal um Geld bitten muss, weil es dieses Mal wirklich der ultimative Trade ist, der all die Sorgen mit einem Schlag wegwischen wird. Oder wenn Sie sich im Bücherladen wiederfinden mit einem Dutzend Ratgebern wie „In drei Schritten zum Reichtum“ unter dem Arm. Den ultimativen Tiefpunkt haben Sie erreicht, wenn Sie in Internetforen kleinlaut nachfragen, wie denn die anderen Trader ihren Partnern das verloren Vermögen erklären. Damit all das nicht geschieht, gibt es einfache Regeln, die Sie schützen können.
ANSCHUBFINANZIERUNG –SORGEN SIE FÜR AUSREICHEND...
Ich werde immer wieder von Menschen gefragt, die sich entschlossen haben, Trader zu werden, wie viel Geld man braucht, um an der Börse erfolgreich traden zu können. Das ist meistens so gemeint: Wie viel Kapital muss ein Trader „einsetzen“, damit er eine Rendite erzielen kann, von der sich leben lässt?
Diese Frage ist an sich schon falsch gestellt, denn sie geht von der irrigen Annahme aus, dass man sich lediglich kurz einarbeiten müsse, um den Rest des Lebens ausgesorgt zu haben.
Die Realität sieht leider anders aus: Sie werden unter Umständen sogar mehrere Jahre brauchen, um als Day-Trader dauerhaft erfolgreich zu sein. Es gibt manche, die schaffen es eher, weil vielleicht die Umstände günstig sind oder sie einfach verdammt viel Glück haben. Der eine oder andere ist vielleicht auch ein Naturtalent. Doch das sind die Ausnahmen.
Rechnen Sie grob damit, dass Sie, bevor Sie an Rendite denken können, erst einmal 25.000 – 40.000 € in Ihre Ausbildung investieren müssen. Das Problem ist, dass man tatsächlich erst den Schmerz von Verlusten erleiden muss, um wirklich zu wissen, wovor man sich schützen soll. Verluste sind wie Schrammen, die Sie vorsichtig werden lassen, die Ihnen verdeutlichen, was Sie vermeiden müssen (z.B. Verluste anwachsen zu lassen).
Betrachten Sie diese Investition als Lehrgeld. Und wenn Sie verzagen, weil Ihnen die Summe doch sehr hoch vorkommt, prüfen Sie nochmals ernsthaft Ihre Motive für den Traderberuf.
Veranschaulichen Sie sich dabei Folgendes: Als Trader werden Sie zu einer Art Elite gehören, denn nur die Besten werden langfristig an den Märkten überleben. Auch Manager in der Wirtschaft betrachten sich als Elite. Und für angehende Manager ist es oft selbstverständlich, ihren MBA an einer renommierten Business School zu machen, vorzugsweise in den USA. Allein für die reinen Studiengebühren zahlen viele bereitwillig diesen Preis…
Theoretische Mindestsumme:
Die absolute Mindestsumme, die ein erfahrener Trader für den Erfolg benötigt, ist relativ niedrig. Sie beläuft sich auf die Summe, welche man braucht, um 3 volatile Future-Kontrakte zu kaufen, also ca. 6000 – 12.000 € plus einen Wert, der die ersten möglichen Verlustphasen abdecken kann.
Wenn Sie allerdings schon so weit gekommen sind, von sich zu behaupten zu können, Sie seien ein erfahrener Trader, haben Sie mit Sicherhit in Ihrem Traderleben schon deutlich mehr als 25.000 € verloren.
Am einfachsten wäre es natürlich, wenn Sie über so viel Vermögen verfügen, dass Sie allein von den Zinsen leben können und auch noch Geld übrig haben, dass Sie jeden Monat verlieren können. Nur, warum sollte man dann noch traden.
RISKIEREN SIE NIE ALLES
Grundsätzlich ist es beim Trading unerlässlich, sich um den Vermögenserhalt zu kümmern. Riskieren Sie nie Ihr ganzes Vermögen, sogar dann nicht, wenn Ihnen der Trade des Jahrhunderts zu begegnen scheint. Gerade Anfänger lassen sich leicht verleiten, zu viel von ihrem Vermögen in zu viele Positionen zu stecken. Es wird alles gekauft, was erfolgversprechend erscheint.
Sie müssen an den Börsen jedoch immer mit dem Unmöglichen rechnen. Und wenn das eintritt, müssen sie immer noch genug Kapital in der Hinterhand haben, um schlimmstenfalls von vorn anzufangen zu können.
Und glauben Sie mir, das Unerwartete wird geschehen – irgendwann. Was wäre, wenn Sie das entscheidende Long-Signal kurz vor dem 11.September 2001 entdeckt hätten. Dieses unerwartete Ereignis hat einige Trader arm gemacht
Sie dürfen niemals mit dem Rücken zur Wand stehen und das tun Sie, wenn Ihre Investitionsquote zu hoch ist. Auch wenn Anfänger nur über wenige 1000 € verfügen, also in einem Trade Ihr gesamtes letztes Geld einsetzen wollen, LASSEN SIE ES SEIN.
Machen Sie in diesem Fall lieber einen Luxusurlaub und genießen Sie die tolle Zeit, das wird sicherlich eine angenehmer als die Erfahrung, einen dummen Fehler gemacht zu haben.
Die Börse ist höchst ungerecht, sie gibt denjenigen großzügig, die es eigentlich nicht brauchen und nimmt denjenigen alles, die es am nötigsten haben.
Das ist eine typische Eigenart der Börse. Sogar Sie immer dafür, dass Ihr Vermögen nicht ganz in der Börse verschwinden kann. Rechnen Sie in diesem Zusammenhang immer damit, dass genau das Schlimmste, das nicht geschehen darf, eintreten wird.
SICHERN SIE IHRE LEBENSUMSTÄNDE AB!
Wenn Sie Gewinne „brauchen“, um leben zu können, kommt bald Angst auf, wenn es einmal nicht so läuft wie erwartet. Solche Phasen tauchen immer wieder auf. Angst ist jedoch der Tod jeden Traders. Sorgen Sie also dafür, dass zumindest Ihre Grundausgaben abgesichert sind. Entweder durch einen Job oder durch Rücklagen.
Wenn Sie mit existentieller Angst traden, werden sie versuchen, nur noch die Trades zu machen, die Ihnen „sicher“ erscheinen. Die Erfahrung zeigt aber, dass diese Trades nur selten zum Erfolg führen. Denn es sind oft die Trades, die jeder vorsichtige Trader auch sieht und wir kennen das Spiel an der Börsen: Die Masse liegt gerne falsch. Aus diesem Grund gehen diese scheinbaren so sicher Trades häufiger nicht auf. Zudem hat man mit Angst im Bauch häufig zu langsam, weil zu unentschlossen. Das führt dazu, dass Ihnen die besten Trades davonlaufen, ohne dass Sie dabei sind. Angst lähmt und führt zu den falschen Entscheidungen.
Angst hat schon viele Trader in den Ruin getrieben. Machen Sie diese Erfahrung nicht auch noch!
Mit Angst kann man nicht traden!
Wenn Sie Ihre Grundausgaben abgesichert haben, können Sie auch eine längere Pause einlegen, wenn der Markt nicht so läuft, wie Sie das gedacht haben. Auch das ist ganz normal. Es werden immer wieder Phasen auftreten, in denen Sie mit dem Markt nicht zurechtkommen. Diese können sogar mehrere Monate dauern. Solche Phasen müssen Sie finanziell durchstehen können.
Verhindern Sie, dass Ihre Lebensumstände Sie zwingen, Geld an den Börsen verdienen zu MÜSSEN, um die Miete zahlen zu können.
SO FINDEN SIE EINE MACHBARE STRATEGIE
Wenn Sie schon den Jäger als Metapher bemühen, können wir auch die Börse als Dschungel bezeichnen. Diesen „Dschungel“ Börse müssen Sie kennenlernen wir Ihre eigene Westentasche. Dabei ist es hilfreich, am Anfang zunächst immer wieder kleine Schritte in diesem Dschungel zu wagen. Nur so können Sie vermeiden, dass Sie sich zu sehr verletzen.
Glauben Sie mir, Sie werden sich noch viele Schrammen holen, bevor Sie zu den besten Tradern gehören. Doch dürfen solche Schrammen nicht zu großen Wunden werden, die Ihnen die Kraft nehmen! Also müssen Sie Vorsorge treffen.
Doch der entscheidende Fehler ist, dass Trader immer wieder zu große Positionen eingehen, weil sie unbedingt schnell reich werden wollen. Vergessen Sie den schnellen Reichtum. Sie wollen Trader werden und dazu müssen Sie erst einmal lernen, in diesem Börsendschungel zu überleben – um mehr geht es nicht am Anfang! Wenn Sie lang genug überlebt haben, können Sie immer noch Ihre Positionsgrößen erhöhen. Sie müssen also gerade am Anfang ein wenig herumexperimentieren, um die für Sie geeignete Positionsgröße herauszufinden.
Es geht im ersten Schritt immer nur um das Überleben im Börsendschungel!
Eine einfache Strategie:
Wenn Sie jedoch unsicher sind, ob Sie mit Ihrem Geld richtig haushalten können, gibt es einen kleinen Trick. Überlegen Sie wie viel Geld Sie in diesem Jahr verlieren wollen! Ich meine wirklich verlieren, denn gehen Sie davon aus, dass Sie es tun werden! Das ist schon einmal eine realistische Einstellung.
Teilen Sie daraufhin die Summer durch vier, für vier Quartale. Mehr kann ein Trader emotional nicht überblicken. Richten Sie sich ein Traderkonto ein und überweisen Sie genau das Geld für ein Quartal auf dieses Konto. Mehr nicht.
Wenn das Geld für ein Quartal verbraucht ist, machen Sie für dieses Quartal Schluss. Sie haben sich in diesem Fall im „Dschungel“ derart verletzt, dass Sie sich erst erholen müssen.
Trainieren Sie um im nächsten Quartal besser zu machen!
In dieser Zeit des Wartens können Sie trainieren, machen Trockenübungen, vielleicht machen Sie sogar ein paar Trades auf dem Papier. In dieser Zeit können Sie auch Bücher und anderes lesen. Sie glauben nicht, wie motivierend es sein kann zu trainieren, wenn Sie wissen, dass es nach kurzer Zeit weiter geht. Schließlich wollen Sie im nächsten Quartal nicht schon wieder die ganze Summe innerhalb eines Tages verlieren.
Und so kann auch diese Zeit des Wartens eine erfüllte und hoch produktive Zeit sein. Starten Sie wieder, sobald das neue Quartal anfängt. Überweisen Sie die nächste Summe und das Spiel geht von vorne los. Im Prinzip ist diese Strategie vergleichbar mit Studiengebühren, die Sie zahlen, um lernen zu dürfen.
ZIEHEN SIE NUTZEN AUS VERLUSTEN
Nur der Schmerz wird Sie lehren, gründlich zu arbeiten!
Noch einmal zum Thema Verluste und Schmerzen: Wenn die Wunden, die der Markt Ihnen zufügt Sie nicht endgültig in die Knie zwingen, wird der Schmerz zum Lehrmeister. Interpretieren Sie Verluste um. Fühlen Sie die körperlichen Schmerzen, die ein Verlust bereitet. Wo findet er in Ihrem Körper statt? Verzagen Sie nicht, wenn Sie wieder Geld verloren haben, sondern lernen sie daraus.
Es ist Ihre Beute, die Ihnen die Schmerzen zufügt und es geht schließlich darum, eben diese Beute besser kennenzulernen. Jede Narbe, die Sich Ihnen hinterlässt, macht Sie erfahrener. Bedanken Sie sich für jeden Schmerz. Dieser Schmerz ist ein Geschenk an Sie. Eine Verletzung, die Sie daran erinnert, diesen Fehler nicht noch mal zu machen. Sie können die Beute nicht kennenlernen, wenn Sie die Beute nicht kennenlernen.
Und was wäre das für eine langweilige Jagd, würden Sie die Beute schnell erlegen und immer nur gewinnen? Seien Sie doch froh darüber, dass die Börse Ihnen immer und immer wieder zeigt, wie gefährlich sie ist. Stellen Sie sich einen Jäger vor, der ausschließlich Schafe auf der kleinen und eingezäunten Weide jagen dürfte. Es würde schnell dick, faul und träge werden und bald jeden Spaß am jagen verlieren. Wahrscheinlich würde er sich schon sehr bald wünschen, in der freien Wildbahn zu jagen.
Auch wenn man es nicht glauben will, doch dem Jäger geht es mehr um die Jagd als um die Beute selbst. Und auch beim traden werden Sie erfahren, dass es irgendwann mehr um das Traden als um den Gewinn gehen wird – zumindest wenn Sie eine ausgeprägte Jägermentalität verfügen.
Wenn es Ihnen, aber um mehr als nur um Reichtum geht, gibt es nichts Schlimmeres, als „endgültig“ zu siegen. Wenn Jäger keine Herausforderung mehr spüren, müssen sie sich bald ein neues Jagdrevier suchen. Doch keine Sorge, an den Börsen wird das nicht nötig sein.
Also der Schmerz ist wichtig, er ist gut. Es gibt nicht zu jammern. Es gilt, ihn zu spüren und ihn zu transformieren, ihn in noch mehr Geschicklichkeit und Tradingverstand umzusetzen.
BLEIBEN SIE IMMER WACHSAM
Bilden Sie sich keine Meinung in der Art, dass etwas stets funktioniert! Immer wieder bilden sich an den Börsen Regelmäßigkeiten, doch es gibt keine Garantie, dass diese Regelmäßigkeit, nachdem Sie diese erkannt haben, weiter besteht.
Ihre Beute, die Börse, lernt genau so schnell wie Sie! Wenn nicht sogar schneller. Sie wird sich immer und jederzeit auf alles einstellen, das funktioniert. Sie reagiert intuitiv.
Wenn also viele Trader, die gleichen Techniken anwenden, wird die Börse das bemerken und sich umstellen. In solchen Fällen funktioniert sehr bald das Althergebrachte nicht mehr. Das mussten schon viele Trader schmerzhaft erkennen, besonders jene, die nach festen Systemen arbeiten wollten – vergessen Sie das!
Tiger im Nacken
So müssen zudem immer gerade auf die Dinge gefasst sein, die alle anderen für unwahrscheinlich halten. Ihr Geld, das sich auf dem Markt befindet, kann jederzeit direkt angegriffen werden. Von allen unerwarteten Seiten aus. Schärfen Sie also Ihre Sinne! Sie müssen lernen, es zu „fühlen“, wann Ihr Geld und damit Ihre Unversehrtheit in Gefahr geraten. Denn Ihr „Verstand“ und die von unserer Gesellschaft hochgejubelte Logik haben im kurzfristigen Trading keine Chance. Was wäre das auch für ein Tiger, den sie vorher sehen und der Ihnen die Zeit lässt, logisch zu überlegen und Pläne auszuarbeiten, wie Sie nun handeln müssen. Nein, bis Ihr Verstand nach dem Blick in die Augen eines Tigers angefangen hat zu arbeiten, befindet er sich schon im Magen desselben.
JAGEN SIE DORT, WO KEIN ANDERER JAGD!
Jagen Sie nicht auch noch die Beute, hinter denen alle anderen her sind. Stellen Sie sich das wie bei einer englischen Fuchsjagd vor. In der Meute werden Sie mit großer Wahrscheinlichkeit leer ausgehen, jemand anderes erlegt den Fuchs! Sie haben nur geholfen!
Der richtige Jäger geht eigene Wege abseits der breiten Mainstream-Meinungen. Er kennt die Börse und weiß, dass die Beute dort zu fangen ist, wo kein anderer jagt.
Wenn alle in Richtung Süden laufen, gehen Sie in Richtung Norden. Denn Sie wissen, die beste Beute versteckt sich vor dem Lärm der Masse und wird da zu finden sein, wo es am wenigsten rumort.
An den Börsen ist es ganz typisch, dass gewisse Themen zunächst von Experten, dann von Börsenbriefen oder Internetblogs, gefolgt von den Börsenmedien und zum Schluss von den Massenmedien aufgenommen und verarbeitet werden.
Wenn Sie also in den großen Zeitungen auf einmal lesen: „Kaufen Sie Gold“, ist das Thema schon komplett durch das Dorf getrieben. Meistens werden Sie dann mit dieser Anlage keinen Gewinn oder sogar größere Verluste machen.
Wenn Sie überall lesen, dass jetzt Solar-Aktien oder Biotech-Aktien die künftigen Outperformer sind, sind Sie auch schon zu spät. Versuchen Sie möglichst an den Anfang dieser Hypes zu kommen.
Im Day-Traden ist es ähnlich. Wenn die Aufwärtsbewegung im Tagesverlauf schon weit fortgeschritten ist, werden Sie nur selten eine Chance haben, auf der Long-Seite noch Gewinne zu machen. Eher geraten Sie in eine Konsolidierung und werden unglücklich ausgestoppt. Auch hier muss man versuchen, möglichst früh in eine Bewegung hineinzukommen oder aber die Konsolidierung abzupassen.
VERLIEREN SIE NIE DEN RESPEKT VOR DER BÖRSE
Versuchen Sie, sich immer wieder bewusst zu werden, wie ernst das Traden ist!
Ich weiß das schreibt sich so leicht. Jägermentalitäten haben jedoch oft ein sehr seltsames gestörtes Verhältnis zu Geld. Geld ist ihnen oft zu unwichtig. Deswegen kann es helfen, sich wirklich immer wieder klarzumachen: Es geht um Ihre Unversehrtheit, um Ihr Leben – und zwar bei jedem Trade – nicht nur um Geld!
Nur, wenn sich das immer wieder ins Bewusstsein rufen, habe Sie die nötige Nervosität und Aufmerksamkeit. Hängen Sie sich notfalls ein Bild von einem Tiger neben den Monitor, der sie immer wieder daran erinnert, was die Börse eigentlich ist.
Verlust von Realität
Leider kommt es bei vielen Tradern mit der Zeit zu einer Realitätsstörung. Dadurch, dass man beständig mit großen Beträgen jongliert, verliert man den Kontakt zu dem eigentlichen Wert, der hinter diesen Beträgen steht. Es wird zu einem Computerspiel. Interessanterweise regt es viele Trader weniger auf, 1000 Euro an den Börsen zu verlieren, als ein Knöllchen(Schwarzfahren) zu erhalten.
Es ist zwar grundsätzlich richtig, beim Traden entspannt zu bleiben, doch Ihnen muss trotzdem immer gegenwärtig bleiben, dass Sie jeden Cent, den Sie verlieren, auch wieder gewinnen müssen. Wenn Sie zu sehr wie in einem Computerspiel fühlen, kann es sein, dass Sie den Wert Ihrer Verluste unterschätzen und das führt unweigerlich irgendwann in den finanziellen Ruin.
Machen Sie sich immer wieder bewusst, dass Sie um jeden Cent kämpfen müssen, als wäre es Ihr letzter. Trading ist ein hartes Geschäft, das keine Fahrlässigkeiten verzeiht.
ÜBERTRADEN SIE DEN MARKT NICHT
Dies ist vielleicht die wichtigste aller Regeln, denn hier werden die meisten Fehler gemacht.
Jäger lieben es zu beobachten! Lernen Sie das und fühlen Sie sich dabei wie eine Katze, die auf der Lauer liegt. Beobachten Sie die Märkte, bis Ihre Chance kommt. Einen heftigen Einbruch, eine Massenpanik, dann schlagen Sie zu! Dann zeigt die Börse Breitseite und ist angreifbar.
Warten und Geduld sind das wichtigste Gut beim Traden
Die meisten gehen aber eher dann eine Position ein, wen sie gerade „Lust“ oder ein wenig „Zeit“ haben. Der Jagdtrieb ist größer als die Geduld. Kein Jäger würde aus Langeweile in den Dschungel gehen, sondern nur, wenn er seine Sippe versorgen muss. Nicht wenn Sie Zeit haben, sondern nur, wenn Sie vollkommen auf Jagd eingestellt sind, dürfen Sie traden!
Warten Sie auf die besten Chancen, warten Sie auf den Zeitpunkt, an dem die Börse durch irgendetwas aus der Reserve gelockt wird. Dann können Sie die wirklich guten Trades machen.
Lernen Sie die Gewohnheiten der Beute kennen
Achten Sie darauf, wann Ihre Beute am einfachsten zu erlegen ist. Jeder Index, jede Aktie hat verschiedene Zeitpunkte, an denen die wichtigen Kursbewegungen stattfinden. So wie eine Raubkatze bestimmte Gewohnheiten entwickelt, so entwickelt auch die Börse Gewohnheiten.
Kontrollieren Sie den Trieb
Ein anderes Problem ist, dass einige einfach nicht vom Markt weg bleiben können. Sie müssen immer und jederzeit irgendwie investiert sein. Es gibt unzählige gute Trader, die diese Unart ruiniert hat. Definieren Sie notfalls Ihren Jagdinstinkt als eine Art Sucht, die Sie immer wieder zu etwas zu zwingen Lassen Sie sich nicht zwingen!
REGEL 10 GROßZÜGIG BEI ERFOLG
TEILEN SIE DIE BEUTE
Ein Jäger jagt nicht nur für sich selbst. Er jagt, um seine Gruppe zu versorgen.
Wenn Sie also Beute machen, geben Sie etwas ab. Essen Sie sich satt und spenden Sie einen kleinen Teil des Gewinns, oder geben sie, wenn Sie gerade einen guten Trade hatten, einem Bettler etwas ab. Lassen Sie die Gemeinschaft an Ihrer Beute teilhaben. Probieren Sie es aus, Sie werden spüren, wie sehr Ihnen dies ein Gefühl tiefster Zufriedenheit verschafft.
Der Farmer hat durch seinen Gemeinschaftssinn und seine Effizienz in der Produktion eine hohe Daseinsberechtigung und daher eine große gesellschaftliche Anerkennung. Ein Jäger erwirtschaftet einen vergleichsweise kleinen Ertrag. Dafür sind die Produkte des Jägers exklusiver: Hirschkeule oder Bärenfell erhält die Sippe nicht jeden Tag.
Teilt der Jäger seinen Luxus nicht mit den anderen, so wird er bald als Schmarotzer geächtet. Heutzutage werden somit gerade die Jäger an den Börsen, die Spekulanten, gern als vermeintliche Börsewichte verteufelt. Vielleicht ist auch das der Grund, warum so viele erfolgreiche Trader und Investoren wie Soros, Templeton, oder Buffet große Summen spenden.
NUTZEN SIE DIESE UNGLAUBLICHE CHANCE
Im Gegensatz zu vielen anderen kann die Börse Jägern zu einem sinnerfüllten Leben verhelfen. Sie kann Ihnen alles geben, was das Leben spannend macht. Mehr noch als Geld und Luxus.
Die Börse kann Ihnen einen Sinn im Leben geben, ein Ziel. Sie wollen ab heute einer der besten Jäger im Börsendschungel werden.
Es ist eine große Herausforderung, eine große Vision, die Ihnen viele höchst interessante und spannende Jahre verschaffen kann.
Die Börse ist Ihre große Chance!
Nutzen Sie diese!
DIE BÖRSE MACHT REICH
Reich ist derjenige, der weiß, dass er genug hat!
Die Börse ist ein sicherer Weg zu nachhaltiger Armut!
Die erste Illusion, der wahrscheinlich alle, vornehmlich männlichen Börsenneulinge verfallen, ist die, an den Börsen schnell und unkompliziert reich zu werden.
Die meisten brauchen eine Weile, um zu begreifen, dass das leider eine ziemlich irrige Vorstellung ist. Andere begreifen es nie.
Spielen Sie lieber Lotto, dort ist die Chance schnell reich zu werden viel höher.
Der „Beruf“ des Traders gehört zu den härtesten Professionen. Sie müssen bereit sein, Ihr Leben ganz der Börse zu widmen. Sie müssen bereit sein, mit Versagen umzugehen. Sie müssen bereit sein, einen großen Teil ihrer persönlichen und sozialen Freiheit der Börse zu opfern. Und Sie müssen einen tiefen Blick in Ihr Innerstes wagen, etwas, wozu nur wenige Menschen bereit sind.
Und dann wird die Börse auch noch zu einer Art Sucht. Eine Sucht, die Sie genauso fertig machen kann, wie Alkohol oder Heroin. Sie werden diese Sucht in all Ihren Facetten spüren und nur wenn Sie sich einer Sucht gewachsen fühlen, haben Sie eine Chance. Nur wenn Sie ein Kämpfer sind, haben Sie eine Chance.
BLÜMCHENLITERATUR
Vielleicht meinen Sie nun, ich übertreibe. Schließlich liest man überall in den Büchern wie viele es geschafft haben. Ich bin seit vielen Jahren Trader und habe in dieser Zeit viele andere Trader kennen gelernt. Mehr als 98 % dieser Trader sind bis heute erfolglos.
Würden diese Menschen, die an den Lippen eines Tradergurus hängen, die Realität sehen, sie würden wahrscheinlich ihre letzte Hoffnung verlieren, reich zu werden. Das ist keineswegs eine neue Erkenntnis, es gibt dazu eine alte Börsenweisheit:
„Investoren sind Menschen, die mit einem Rolls-Royce(Mercedes, BWM) auf der Wall Street vorfahren, um sich von Analysten Anlagetipps zu holen, die selbst mit der U-Bahn gekommen sind.“
HINTER DEM GLAMOUR STEHT ENTSETZEN
Sicher die Börse hat wenige Menschen reich gemacht, aber die meisten enden kläglich, mit Schulden und einer angeknacksten Psyche. Nur davon berichtet keiner. Niemand erzählt von dem unendlichen Leid, das so viele ereilt hat, nachdem sie mit der Börse konfrontiert wurden. Es gibt keine Bücher mit dem Titel: „Wie ich mit Aktien Haus und Hof verspielt habe und meine Familie in die Armut trieb“. Wer sollte solche Bücher auch lesen wollen. Die Menschen brauchen Hoffnung und Träume, auch wenn sie noch so absurd sind. Es ist eben diese Hoffnung, welche viele Menschen am Leben hält.
EINE ENTTARNENDE FRAGE
Fragen Sie sich, wie viele Storys Sie aus der Literatur und den Medien kennen, von Menschen, die durch Trading an den Börsen tatsächlich reich geworden sind. Streichen Sie diejenigen raus, die nicht mit eigenem Geld reich geworden sind. Streichen Sie die raus, die später noch wieder verarmt sind. Es bleiben großzügig 1000 Trader übrig.
Nun vergleichen Sie diese Zahl mit den Millionen und Abermillionen, die seit dem Start der Börsen das Gleiche versuchen. Setzen Sie diese Zahlen zueinander in Relation.
Die Wahrscheinlichkeit dies zu schaffen liegt ungefähr bei der Quote Lottomillionär zu werden. Und das Buch „Wie sind in 3 Schritten zu Lottomillionär“ wird sicher keiner kaufen.
Doch Sie wollen Trader werden. Und Trader zu sein bedeutet, dass Sie erst einmal klar sehen, was ist. Sie müssen das Medium, mit dem Sie sich beschäftigen, vorurteilsfrei kennenlernen. Nur so haben Sie eine Chance. Man muss nicht blauäugig ins Verderben laufen.
GNADENLOSE SELBSTÜBERSCHÄTZUNG
Ich weiß nicht wie viele Ehen, Beziehungen und Familien durch die Börse kaputt gegangen sind, doch ich habe viele solcher Geschichten gehört und im Kollegenkreis miterleben müssen. Aber wen schreckt das schon ab? Das liegt an einer vornehmlich dem Mann sehr typischen Eigenschaft, die besonders bei den Jägern sehr ausgeprägt ist: gnadenlose Selbstüberschätzung.
Die Welt hinter all diesem Börsen-Glamour ist schmutzig und abstoßend. Verlieren gehört nicht nur dazu, es ist nun einmal das, was an den Börsen am häufigsten geschieht. Wenn Sie das Gefühl haben, der Einzige zu sein, der immer nur verliert, wird das bald demotivierend. Wenn Sie jedoch begreifen, dass das der Weg zum Ziel ist, ist es motivierend.
SELBST BANKEN VERBIETEN IHREN ANGESTELLTEN DAS ...
Fragen Sie sich doch einmal, warum einige Banken ihren Analysten und ihren Angestellten vertraglich untersagen, zu viele „Trades“ pro Monat zu machen. Einfach deshalb, weil die Banken aus Erfahrung wissen, dass die Leute in finanzielle Schieflage geraten und so auf sonderbare Gedanken kommen könnten.
Wer sollte besser wissen als die Banken, die die Entwicklung auf den Traderkonten miterleben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit des Ruins ist und welche gravierende Auswirkung die Börsensucht haben kann! Nur mit solchen drastischen Maßnahmen kann vermieden werden, dass Bankangestellte in den Bann des kurzfristigen Tradens geraten, sich ruinieren und unberechenbar werden.
WER AUSSTEIGEN MUSS, WIRD ERFINDERISCH
Auslöser war der Anruf einer dieser „Top-Trader“. Ich hatte ihm in der Anfangszeit oft via Telefon gemeinsam getradet und viel gelernt. Was mich verwunderte Er mach ständig Gewinne und ich nur Verluste. Aber klar, ich war halt zu langsam, hatte noch nicht so viel Ahnung war neu, verstand vieles nicht – so dachte ich.
Irgendwann schlief der Kontakt ein, es war einfach zu frustrierend für mich! Ein Jahr später rief dieser Trader bei mir an und fragte, ob ich eigentlich ausreichend versichert sei. Als ich ihn fragte, warum er denn nicht mehr Trade, sagte er: „Ach, es war mir einfach zu langweilig – es hat mir keinen Spaß mehr gemacht – ich brauche etwas Neues.
Jeder, der an der Börse getradet hat, weiß, dass dies Blödsinn ist. Insbesondere kann ich mir kaum vorstellen, dass Versicherungen verkaufen, eine spannendere Alternative ist. Nein, dieser Trader war schlichtweg pleite.
Stimmt, er hatte immer nur die Gewinntrades schnell mitgenommen. Lief es gegen ihn, hörte ich nur den Satz: „Die Position halte ich, die kommt schon wieder.“ Die Positionen aber, aus denen er nicht herauskam, landeten im „Langfristdepot“, einer Art Endlager für Fehlspekulationen. Und hier dürften die dramatischen Verluste all die kleinen Gewinne aufgefressen haben. Plötzlich erkannte ich, dass dieser Trader nie Verluste realisierte! Eine kleine psychische Schwäche, die Unfähigkeit zu verlieren, hatte ihm das Genick gebrochen und aus einem brillanten Trader einen Versicherungsverkäufer gemacht.
Ich habe in den Jahren an der Börse noch viele solcher Geschichten erlebt. Gerade das Internet hat eine ganz neue Ära des Tradens geschaffen, aber auch eine ganz neue Ära des Scheiterns.
Ein anderer Top Trader an dessen Qualitäten wirklich niemand zweifelte, rief mich an um zu fragen, ob ich einen Job für ihn habe. Er habe finanzielle Schwierigkeiten und zauberte eine absurde Geschichte aus dem Hut. Bei diesem Trader war ich mir sicher, denn er hat ein Jahr lang in einer starken Hausse auf fallende Märkte getradet, das hält niemand finanziell durch. Ich konnte mir deswegen lebhaft vorstellen, was ihm widerfahren war – er hatte sich vollkommen verspekuliert und war pleite.
WER ERZÄHLT SCHON DIE WAHRHEIT
Vielleicht fragen Sie sich nun, warum diese Trader denn nur solche zum Teil äußerst durchsichtigen Geschichten erfinden?
Haben Sie noch nie etwas „geschönt“ aus Verzweiflung? Erzählen Sie nicht auch lieber eigene Erfolgsgeschichten als Verluste einzugestehen?
Es ist ein Teil der Sucht namens Trading. Genauso wie sich ein Alkoholiker zunehmend in Lügen verstrickt, so geraten die meisten Trader ebenfalls in diese Falle. Vielleicht kennen Sie einen armen Alkoholiker, von denen jeder weiß, dass er Alkoholiker ist, der selbst aber immer noch verzweifelt versucht, es vor dem Freundeskreis und der Verwandtschaft geheim halten.
Und genauso, wie die erste Lüge des Alkoholikers zum finanziellen und sozialen Ruin führt, kann die erste Lüge des Traders das Gleiche bewirken. Dabei ist es unmöglich, einen Alkoholiker auf seine Lügen anzusprechen, wie einen Trader auf seine Lügen zum Thema Geld. Sie werden nicht glauben, wie viele Männer ihren Frauen verheimlichen, was sie bisher genau an den Börsen verloren haben. Nicht wenige unter Ihnen werden es mir jedoch glauben, denn Sie haben es selbst schon getan.
Der erste Schritt zur Sucht, zur dunklen Seite des Tradings ist, sich selbst und seiner Umwelt etwas vorzumachen, was die Verluste betrifft. An dem Tag, an dem Sie Ihre Ehrlichkeit aufgeben, haben Sie den ersten Schritt in den Ruin getan! Traden erfordert uneingeschränkte Klarheit, erfordert das Bewusstsein über Erfolg und Misserfolg und was noch viel wichtiger ist: Ehrlichkeit zu sich selbst!
„Wer nicht zu seinen Verlusten steht, wird niemals zu den Gewinnern gehören!“
DAS PYRAMIDENSPIEL
Wenn Sie erkennen, in welcher Höllenmaschine Sie sich begeben haben, sobald Sie das Parkett der Börsen betreten, werden Sie plötzlich ganz winzig. Sie fühlen, wie unbedeutend ihre läppischen 10.000€, 100.000€, oder sogar 1 Mio. € sind.
Doch nur dann haben Sie eine Chance zu erkennen, dass die Börse ein großes Raubtier ist, das nichts anderes tut, als möglichst schnell möglichst viele kleine Trader zu erlegen.
ZAHLENSPIELE
Um eine Million zu verdienen, müssen Sie 1000 anderen Tradern satte 1000€ abnehmen. Stellen wir uns, sie verdienen jeden Tag an der Börse 1000€, dann brauchen Sie, um eine Million Euro zu verdienen, immerhin mehr als 4 Jahre (bei 250 Handelstagen).
Wenn ein Fonds eine Milliarde verdienen will, muss er 1000 Tradern je 1 Mio. € abnehmen! Und zwar die eine Million €, welche diese Trader sich in 4 Jahren mit 1000€ am Tag mühsam verdient haben. Insgesamt saugt dieser Fonds also 4000 Jahre Arbeit auf.
Oder was meinen Sie wie schwer es ist, einer Million Menschen je 1000€ abzunehmen.
Stellen Sie sich vor ein guter Trader verdient jeden Monat 20.000€ im Futureshandel. Das bedeutet, er muss an jedem von 20 Handelstagen jemanden finden, dem er dadurch, dass er besser, intelligenter, schneller ist, 1000€ abnehmen. Oder 200 Menschen jeweils 100€ abluchsen. Jeden Tag, Monat für Monat. Das hört sich nach einem unglaublichen Aufwand an, oder? Ja, das ist es auch!
Und so erkennen Sie vielleicht, warum es so unendlich schwer ist, an den Börsen im kurzfristigen Bereich reich zu werden.
ES MUSS GELD VERLOREN WERDEN
Aber noch etwas resultiert aus dieser Aufzählung: Es ist nur logisch, dass an den Börsen die allermeisten Teilnehmer Geld verlieren MÜSSEN!
Trading ist also nicht etwas, an dem viele Leute Geld verdienen können. Nein, die Börse ist genau das absolute Gegenteil dessen! Die Börse ist eine Höllenmaschine, die erfunden wurde, um viel Geld auf freiwillige Weise umzuverteilen. Aber hey, Sie brauchen nicht bei diesen Spiel mitzuspielen, das steht Ihnen frei!
Natürlich sollten sie wissen, worauf Sie sich einlassen, WENN Sie es tun!
Wollen Sie immer noch an den Börsen ihr Glück wagen? Wollen Sie an diesem Pyramidenspiel teilnehmen? Fühlen Sie sich stark genug, jeden Monat 20 Menschen ihre „letzten“ 1000€ aus der Tasche zu luchsen – weil Sie einfach besser sind? Besser als Ihr Nachbar, besser als ich, besser als die Trader in den Banken, besser als die alten Trader, die seit 20 Jahren nicht anderes machen?
SIND SIE BESSER? WIRKLICH BESSER?
Meinen Sie wirklich, dass all diese Zeit und Energie aufbringen wollen, die nötig sein wird, besser als alle anderen zu werden, um in dieser Pyramide ganz nach oben zu kommen? Meinen Sie wirklich, dass ausgerechnet SIE das schaffen?
Ja? GUT
Dann haben Sie schon einmal eine Eigenschaft, die höchst wichtig ist! Sie lassen sich nicht zu sehr von Ängsten und Sorgen beeinflussen und vertrauen auf Ihre Kraft, sich gegen andere zu behaupten. Das sind Eigenschaften, die Sie brauchen, um beim Börsenspiel mitmischen zu können.
ICH KANN DIE MÄRKTE BEHERRSCHEN
Ich habe in meinen Jahren als Trader viele Kollegen erlebt, die ihren Intellekt oder ihr fehlerfreies Tradingsystem angepriesen haben. Auffällig war immer wieder die Unfähigkeit zur Selbstkritik.
Wenn die Börse nicht mehr das tut, was diese Menschen denken, wollen sie die Börse zwingen, es zu tun. Da die Börse auf Dauer unbezwingbar ist, können Sie sich denken, wohin das führen muss: Ohne eine kritische Betrachtung, ohne ein gehöriges Maß an Fähigkeit zur Selbstkritik sind Sie den Börsen hilflos ausgeliefert.
DEMUT IST DIE ABSOLUTE VORRAUSSETZUNG FÜR DEN E...
Nein, der Markt wird Sie, wird jeden Demut lehren. Erst wenn Sie erkannt haben, dass dem Markt Gott und König in einer Person ist und Sie nichts weiter als ein kleines, unbedeutendes Rädchen in dieser Maschine sind, haben Sie eine Chance.
Demut ist die absolute Voraussetzung für den Erfolg an den Börsen. Sie müssen geschmeidig sein wie eine Katze und sich immer den neuen Umgebungen der Börse anpassen.
Wenn der Markt nicht das tut, was Sie denken, müssen Sie denken, was der Markt Ihnen vorgibt. Sie haben nie Recht, nur der Markt hat Recht. Immer und jederzeit. Es ist tatsächlich das Sinnvollste, ganz aufzuhören, etwas über die Zukunft des Marktes wissen zu wollen. Stellen Sie einfach fest, dass der Markt sich eben so oder eben ganz anders entwickeln kann.
Erkennen Sie, dass Sie nie wissen können, wohin der Markt läuft
WISSEN IST NICHT ALLES
Das Problem ist. Es gibt sehr viele mögliche Zusammenhänge und noch mehr Einflussfaktoren. Die Börse ist so unendlich vielen Faktoren/Parametern unterworfen, dass der menschliche Verstand schlichtweg überfordert ist. Das gesamte Wissen nützt nichts in der Sekunde, in der Sie entscheiden müssen, nun in den Markt zu gehen oder nicht.
Plötzlich stehen Sie ganz alleine da und der ach so hoch geschätzte Verstand kann Ihnen auch nicht mehr weiterhelfen, er wird verzweifelnd hin und her überlegen und meistens aus einem spontanen Impuls zur Entscheidung kommen.
UND DANN?
Dann entscheidet etwas anderes, ob dieser Trade aufgeht: Glück. Und nur mit Glück ist es schwer an den Börsen reich zu werden, ähnlich schwer wie bei Lotto.
BÖRSE MACHT SPAß
Wir leben in einer Spaßgesellschaft. Wir alle wollen Spaß in jeder Form. Da wir nicht mehr für unseren Lebensunterhalt jagen müssen, ist uns langweilig. Spaß muss her! Ein nicht unerheblicher Anteil der Trader liebt gerade den Nervenkitzel.
Es gibt unzählige Phantasien über das Leben eines Traders. Ich sehe in den Augen meiner Zuhörer oft eine Art Sehnsucht, wenn ich sage, dass ich Trader bin(meistens sage ich deshalb, dass ich Journalist bin, weil sonst zu viele Fragen auftauchen). Ich habe immer wieder das Gefühl, der Trader hat in unserer Gesellschaft etwas von einem Piraten. Frei und unabhängig in einem unablässigen Kampf mit der großen Meer der Börse.
Aber genauso, wie die Filme eine romantische Version des Piratenlebens zeigen, das sicherlich alles andere als lustig war, ist das auch eine idealisierte Vorstellung des Tradens.
BÖRSE MACHT KEINEN SPAß
Börse macht keinen Spaß, nicht, wenn sie versuchen wollen, davon zu leben. Die Börse wird dann zu Ihrem ständigen Begleiter. Sie stehen morgens auf und der erste Gedanke sind die Märkte. Sie werden sich unwohl fühlen, wenn Sie die Märkte nicht verfolgt haben. Sie werden den letzten Gedanken mit dem Markt verbringen, bevor Sie einschlafen und in Ihren Träumen wird der Markt auch gegenwärtig sein.
Ihre Frau oder Ihr Mann wird allein schon anhand Ihres Verhaltens erkennen können, wie sich die Börse an diesem Tag für Sie entwickelt hat.
Die Börse macht keinen Spaß. Die Börse ist eine immerwährende Herausforderung, ein ständiger Kampf. Sie kann sinnvoll werden, sie kann aus Ihrem Leben etwas Besonderes machen, aber nur dann, werden Sie zu den Besten gehören. Und daran müssen Sie arbeiten, ohne falsche Illusionen.
Sie kann aber Ihr Leben aber genauso zu Ihrer ganz persönlichen Hölle werden lassen
IST DIE BÖRSE CHAOS?
Stellen Sie sich vor, Sie haben über Jahre an den Börsen geschuftet, wissen alles über Charttechnik und Indikatoren, über Bilanzen und Konjunkturdaten und über Zyklen und Trend. Je mehr Sie lernen, je mehr Sie getestet haben und verworfen haben, desto mehr keimt in Ihnen der vage Verdacht. „Es gibt kein zuverlässiges System, das im kurzfristigen Bereich dauerhaft Gewinne produziert.“
Doch diese Gedanken können die wenigsten zulassen. Wenn man Charttechniker erzählt, dass man mit der klassischen Charttechnik allein nicht weit kommt, hagelt es wütende Proteste. Wenn man einem Erfinder von auf Computer basierenden Tradingsystemen erzählt, dass auch diese nur in bestimmten Börsenphasen funktionieren, wird der von den unglaublichen Erfolgen von des einen oder anderen Systems zu berichten. Das ist der Grund, warum in Internetforen und Investmentmessen so oft aggressiv argumentiert wird. Je aggressiver jemand seine eigene Technik verteidigt, desto mehr versucht er, seine Zweifel zu verdrängen. Doch irgendwann wird aus den Zweifeln Gewissheit:
„Der ganze Mist funktioniert nicht dauerhaft!“
Ich habe in meiner Zeit an der Börse sehr viele Trader und Analysten gesehen, die gute Ideen eine Weile sehr erfolgreich umgesetzt haben. Aber ich habe auch immer wieder erleben dürfen, wie diese Ideen, Systeme, Techniken in anderen Börsenphasen große Verluste generieren und manchen in den Ruin geführt haben. Man konnte eine klare Regelmäßigkeit erkennen: „Je größer die Gewinne in der, in denen die jeweilige Herangehensweise funktioniert, desto größer die Verluste in den anderen Phase.“ Keine Frage, es gibt einen unbestreitbaren Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko.
DER GROßE HAKEN
Stellen wir uns einmal vor, es gäbe ein System, eine Ordnung an den Börsen. Wenn es einem Menschen gelingen sollte, diese Ordnung zu entdecken, meinen Sie nicht, dass auch viele andere ebenfalls recht bald diese Ordnung entdecken würden? Überlegen Sie sich einfach, welches ungeheure, menschliche Potential an Intelligenz und Kapital sich tagein, tagaus mit Börsen beschäftigt. Keine Frage, sobald Gesetzmäßigkeiten zu erkennen wären, würden mit der Zeit mehr Menschen diese erkennen und benutzen.
UND DANN?
Es geht an den Börsen vereinfacht gesehen um 3 Dinge: Einstiegssignal, Haltedauer, Ausstiegssignal Mehr ist es nicht. Bleiben wir beim Einstiegssignal: Wenn immer mehr Menschen das Einstiegssignal entdecken, schwindet die Anzahl derjenigen die zu diesem Zeitpunkt verkaufen. Es könnte sein, dass es sehr bald nicht mehr genug Verkäufer da sind, zumal andere Trader den entstehenden Kaufdruck anhand der Umsätze erkennen und ebenfalls aufspringen würden.
Diesen Prozess, dass sich ein Einstiegssignal zeitlich nach vorn verschiebt und dann auflöst, kann man an den Börsen immer wieder beobachten, wenn Regelmäßigkeiten auftreten, die irgendwann auch den Massenmedien auffallen.
DIE FEHLENDE DISTANZ ZU DEM SYSTEM
Der eigentliche Grund für diesen Prozess ist, dass es an der Börse derjenige, der dieses System analysiert, in dem Moment, wo er aufgrund seiner Analysen Käufe oder Verkäufe tätigt, die Börse verändert. Selbst, wenn er nicht investiert beeinflusst er dadurch den Umsatz und somit die Börse. Das System, das die Börse vorhersagen will, wird damit zum Teil des Systems, das es analysiert und beeinflusst damit die eigenen Ergebnisse. Das bedeutet aber: Es müsste sich von sich selbst distanzierend, die Auswirkungen seines eigenen Handelns auf alle anderen in die Berechnung einbeziehen. Darüber hinaus müsste es noch berechnen, wie bald alle anderen das eigene System entdecken werden und welche Auswirkungen das wiederum auf das eigene System hätte.
Auch damit sind wir doch schlussendlich wieder bei dem Versuch, die Weltenformel zu finden, deren Entdeckung das Ende der Börse wäre…
„Die einzige Regel an der Börse ist, dass es keine Regeln gibt.“
Nur wenn Sie diese Logik, verinnerlich, werden Sie den in diesem Buch vorgestellten Weg verstehen. Wenn ein Trader kurz davor ist zu begreifen, dass die Börse chaotisch ist, dass es nie Sicherheit, ein Gewinnversprechen geben wird, kann dass ein frustrierender Moment sein. Einige werden zynisch, andere steigen aus. Das ist umso bedauerlicher, da diejenigen kurz vor dem entscheidenden Punkt aufgeben.
UNSICHERHEIT IST ERST DER ANFANG
Denn wenn ein Trader dieses Gesetz der Regellosigkeit der Börse nachhaltig begreift, hat er eine große Chance. Allerdings muss er akzeptieren, dass es an den Börsen nie Sicherheit gibt! Er ist beständig mit Unsicherheit konfrontiert.
Dem Börsianer ist vor jedem Trader bewusst, dass er nicht den geringsten Schimmer hat, ob dieser Trade gut oder schlecht ausgehen wird. Es mag sein, dass die Wahrscheinlichkeiten auf einer Seite stehen, aber für diesen einen Trade gibt es keine Sicherheit.
Das ist tatsächlich nur etwas für Menschen, die eine Jägermentalität haben. Menschen, die aus ihrem Alltagstrott heraustreten und sich dem Chaos der Börse zu stellen. Menschen, die bereit sind, sich die Tage und Nächte um die Ohren zu schlagen, unendlich viel Zeit zu opfern, um ihrer Beute auf die Schliche zu kommen.
Diese Erkenntnis kann ganz nebenbei auch von der Annahme zu befreien, dass wir einen Fehler gemacht haben. Nicht immer, wenn ein Trade scheitert, war ein Fehler die Ursache. Manchmal kann man dann sagen: „Ich habe mir eigentlich nichts vorzuwerfen.“
Die Börse ist nahezu „unendlich“ vielen Einflüssen unterworfen
CHAOS VERLANGT NACH INSPIRATION
Die erfolgreichen Trader verwenden die Mittel der Analyse wie der Maler Pinsel und Farbe. SIE benutzen diese Medien, sie lassen sich jedoch nicht vom Pinsel und der Farbe benutzen. Es sind lediglich Handwerkszeuge, welche dazu dienen, erfolgreich zu sein. Reine Harmonielehre kann auch ein Musikstück niemals zu einer großen Komposition machen, es bedarf immer einer „Inspiration“ des Menschen
SIE SIND DIE BÖRSE
Um zu verstehen, worum es hierbei geht, ist es wichtig zu erkennen, dass Traden etwas mit Ihnen, mit Ihrer Art und Ihrer Persönlichkeit zu tun hat. Sobald Sie als Trader den Kreis der Börsen betreten haben, verbinden Sie sich mit diesem großen Spiel namens Börse. Sie werden ein Teil von dem weltweiten Netzwerk aller Trader, Investoren, Banken und Institutionellen. Und es ist Ihre Persönlichkeit, die teilnimmt, Ihre Charakterzüge, Ihre Stärken und Schwächen. Die Aktionen, die Ihren Entscheidungen folgen, werden in den Börsenalltag assimiliert und sie werden einige Zeit das Geschehen an den Börsen mitbestimmen.
Ein Beispiel: Es kann theoretisch sein, dass eine Verkaufsorder von Ihnen der entscheidende Tropfen ist, der in einem Auswärtstrend das Fass zum Überlaufen bringt und zu einem massiven Einbruch führt. Ihre Aktion kann die eine wichtige charttechnische Marke nach unten brechen lassen, so dass eine Verkaufspanik ausgelöst wird, die vielleicht sogar einen weltweiten Crash verursacht. Stellen Sie sich das wie ein Lawine vor, deren Anfang ein kleines Stückchen war. Hier ist die Parallele mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings, der einen Tornado auslösen.
Für Sie bedeutet das, dass jede Ihrer Transaktionen einen nicht unerheblichen Anteil an dem Gesamtgeschehen der Börse hat – jeder noch so unbedeutend erscheinende Betrag wirkt sich auf das Wesen Börse als Ganzes aus.
IHRE AKTION BEEINFLUSST ALLE ANDEREN
Wenige Trader machen sich beim Traden bewusst, dass durch ihren Kauf oder Verkauf ein neuer Kurs gestellt wird, der sofort überall auf der Welt von Millionen Marktteilnehmern gesehen werden kann. Gerade Menschen, welche diese Aktie beobachten, werden eventuell sogar aufgrund dieses neues Kurses eine Entscheidung treffen, so oder so zu handeln.
Sie kennen das vielleicht von sich selbst: Wenn Sie in eine Aktie einsteigen wollen, beobachten Sie den Kursverlauf, vielleicht auch die Markttiefe. Irgendwann werden Sie einsteigen. Sie waren nur noch auf entsprechendes Signal. In diesem Moment kann es sein, dass bereits eine neue Order, die jemand in den Markt gelegt hat, dazu führt, dass Sie nun auch endlich einsteigen. Und Ihre Order wird den entstehenden Kaufdruck in diesem Fall zusätzlich erhöhen.
Normalerweise denken die Trader, die mit geringen Summen handeln, nicht darüber nach, dass jede noch so kleine Order einen Einfluss hat. Die meisten haben unbewusst das Gefühl, dass Ihr Handeln und der Kursverlauf überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Diese Einschätzung ist, wie gesagt grundlegend falsch!
Denn diese gewisse Anzahl anderer Trader, die durch Ihren neuen Kurs eine Aktion tätigen, wird mit dieser Aktion neue Kurse verursachen, welche wiederum weitere Anleger zu neuen Aktionen bewegen. Sie haben einen kleinen Stein ins Rollen gebracht. Zwar nur einen kleinen Stein unter vielen rollenden Steinen, doch er ist in der Lage, andere Steine anzustoßen.
Machen Sie sich also zunächst bewusst, dass jede noch so kleine Transaktion einen nicht abschätzbaren Einfluss auf die gesamte Börse hat!
Sie beeinflussen demnach die Börse durch Ihre Gedanken, Ihre Ansichten und Ihr Handeln. Durch ihr Handeln wird der Kursverlauf direkt beeinflusst. Ihre Ansichten beeinflussen sie indirekt, zumindest, wenn Sie Ihre Ansichten mit anderen Menschen diskutieren. Ihre Gedanken sind Vorläufer von Handlungen und Ansichten, also sind es eigentlich schon Ihre Gedanken, die Einfluss haben.
Aber selbst, wenn Sie zum Beispiel nach einem Crash lange Zeit nichts mehr tun, oder sich von der Börse verabschieden, beeinflusst dieses Nichtstun die Börse. Die Umsätze sinken und das kann einen gravierenden Einfluss auf den Kursverlauf haben.
Persönliche Aspekte
Nun stellen Sie sich alle die Gehirne vor, die Charaktere und Persönlichkeiten, die weltweit an den Computern sitzen oder sich in den letzten verbliebenen Börsensälen tummeln und sich an diesem gigantischen Spiel beteiligen. Jeder verändert sich seine Gedanken, Ansichten und sein Handeln oder Nichthandeln das Wesen der Börse auf eine ganz bestimmte Art und Weise. Die Börse saugt somit all die Ängste, die Ideen, die Neurosen, die Charakterschwächen und Stärken, die Erfahrungen und das Wissen eines jeden Teilnehmers in sich auf. Aus dieser Masse an Einflüssen, entsteht in der letzten Verdichtung eine Kursbewegung. Das sind die Linien, die wir auf unseren Charts ablesen.
Der Kursverlauf einer Aktien ist damit letzten Endes die absolute Essenz aller menschlichen Einflüsse, Gedanken, Gefühle und Energie der handelnden Teilnehmer.
DER VERGLEICH MIT DEM KÖRPER
Stellen Sie sich nun einmal vor, alle Zellen Ihres Körpers hätten ein eigenes Bewusstsein, eine eigene Intelligenz, wüssten aber nicht, dass sie Zellen eines Körpers sind. Sie wüssten nicht einmal, dass sie an einem großen Prozess beteiligt sind, den wir als „lebenserhaltende Funktionen“ wahrnehmen. Ohne Wissen über die höhere Funktionalität Ihres Daseins würde sich jede Zelle dabei höchst individuell und intelligent fühlen, so wie wir Menschen es tun. In gewissen Bereichen des Körpers sind sogar auch Zellen begrenzt frei beweglich.
Die Gesamtheit dieser Zellen ist in unserer – übergeordneten – Wahrnehmung ein Körper. Nur durch die Zusammenarbeit all dieser Zellen an einem großen Projekt „Mensch“ existieren wir. Aus einer Masse von kleineren Einheiten entsteht somit etwas Neues, Größeres, in gewisser Weise Eigenständiges.
Das Interessanteste an diesem Beispiel ist, dass jeder Mensch, da er die Gesamtheit der Zellen darstellt, gewisser Weise durch jede Tätigkeit einer jeden Zelle, beeinflusst ist. Als Mensch ist er darauf angewiesen, dass die Zellen ihre Funktion erfüllen – tun Sie das nicht oder falsch, kann er beeinträchtigt oder krank werden.
Umgekehrt sind aber auch die Zellen abhängig von den Tätigkeiten, die der Mensch vornimmt: Ernährung, Sport etc.
Denkt man das weiter, so kann man zu der Ansicht gelangen, dass es eigentlich zwischen Zellen und Mensch in diesem Beispiel keinen Unterschied gibt. Der Mensch spiegelt sich in jeder Zelle wieder und umgekehrt.
Übertragen wir dieses Beispiel auf die Börse: Millionen von Tradern und Spekulanten arbeiten an einem Projekt namens Börse. Daraus entsteht etwas Neues, Eigenständiges und etwas Übergeordnetes. Ein Wesen, das ähnlich wie der Körper zwar aus der Tätigkeit der einzelnen Einheiten entsteht und am Leben erhalten wird, aber in gewisser Weise eigenständig agiert.
Folgt man dieser Sichtweise, merkt man, dass jeder Marktteilnehmer mit allen anderen in Kontakt steht, so wie die oben genannten Zellen des Menschen in verschiedenen Situationen miteinander über komplizierte Mechanismen in Wechselwirkung stehen. Natürlich wird das dem einzelnen Trader nicht bewusst sein.
Die Börse hat eine Art Persönlichkeit. Diese Persönlichkeit ist die Essenz aus allen psychologischen Eigenarten der beteiligten Personen und damit in gewisser Weise bestimmbar. Ein Beispiel: Die Börse neigt zu Hysterie, also zu Übertreibungen.
Die Börse ist lernfähig. Unter Lernfähigkeit wird die Eigenschaft eines Organismus verstanden, Informationen speichern zu können und diese für die eigenen Zwecke nutzbar zu machen. Die Börse speichert die Infos zwar nicht selbst, dafür aber die Teilnehmer (ähnlich wie der Mensch nicht Informationen speichert, sondern entsprechende Gehirnzellen).
Die Börse kann vergessen. Immer wieder sieht man, dass die Börse vergesslich ist, wenn Ereignisse zu lange zurück liegen. Die Vergesslichkeit der Börse liegt zum einen an der Vergesslichkeit der Teilnehmer, zum anderen aber auch daran, dass alle Teilnehmer irgendwann die Beschäftigung mit der Börse aus verschiedensten Gründen aufgeben.
DAS ENTFREMDET COMPUTERSPIEL
Die meisten Traden sitzen hingegen vor den Monitoren und fühlen sich, als ob sie etwas beobachten, das unabhängig von ihnen dort draußen geschieht. Häufig wird die Börse sogar unbewusst als eine Art Computerspiel verglichen. Das zeigt, wie entfremdet die Menschen diesem „Wesen Börse“ sind, weil sie alleine zu Hause agieren und nicht wie früher die vielen anderen Händler auf dem Parkett erleben und geschweige denn die Millionen anderen Trader an der Monitoren auf der ganzen Welt berücksichtigen. Sie sehen nicht die emotionalen Wogen der Angst und Gier, welche die Massen der Markteilnehmer ereilen. Sie sehen nicht die Reaktionen auf den Gesichtern, hören nicht die Freudenschrei und Flüche. Schon gar nicht begreifen sie sich selbst als eine Art Zelle eines großen Organismus.
Diese eingebildete Distanz, diese Fehleinschätzung ist viel häufiger die Ursache der allgemeinen Erfolglosigkeit, als man glauben mag.
TEIL DES GANZEN
Jeder Trader verschmilzt mit diesem großen Wesen und schwingt in dessen Wellenschlag zwischen den Hochs und Tiefs mit. Er wird mit seinem ersten Trade zum untrennbaren Teil des Ganzen. Es ist überaus wichtig zu verstehen, dass Sie und Ihre ganze Persönlichkeit bereits zu einem Teil der Persönlichkeit und damit des Wesens Börse geworden sind. Sie müssen begreifen, dass zwischen Ihnen und der Börse kein Unterschied mehr besteht. Sie sind die Börse und die Börse ist Sie! So sehr Sie sich auch bemühen. Sie werden niemals an der Börse handeln können, ohne Teil der Börse zu sein.
DIE FEHLENDE OBJEKTIVITÄT
Aber auch die Computerprogramme sind ein Teil des Gesamtwesens der Börse und werden so auf faszinierende Art und Weiser „belebt“. Denn sobald diese Computer real Einstiegssignale oder Ausstiegssignale berechnet haben, die auch gehandelt werden, befindet der Computer sich innerhalb der Sphäre der Börse. Ein Computer, der handelt, wird zu einem Subjekt des Wesens der Börse und hat keine Chance mehr auf Objektivität.
Und das ist das eigentlich witzige an dieser Situation. Der Trader, der bemerkt hat, dass er nicht objektiv genug gehandelt hat, greift auf den Computer zurück, um diese Schwäche auszugleichen. Doch in letzter Konsequenz hat der Computer das gleiche Problem.
Zunächst einmal müssen Sie sich vollkommen damit abfinden, dass Sie an der Börse niemals objektiv sein werden. Je kurzfristiger Sie traden, desto wichtiger ist das zu begreifen.
VERZERRTE WAHRNEHMUNG, EIN ZWEIFEL AN DER REALITÄT
Ihre Wahrnehmung wird auch von der gesamten Realität im höchsten Maß subjektiv verzerrt. Das, was Sie als Börse wahrnehmen, nimmt niemand anders so wahr wie Sie. Es ist sozusagen Ihre ganz eigene Börse. Und damit sagt Ihr Bild, das Sie von der Börse haben, sehr viel über Sie und Ihren Charakter und Ihre Persönlichkeit aus, aber nur sehr wenig über die Börse selbst.
DER UNGLÜCKLICHE SCHREINER
Stellen Sie sich zwei Menschen vor: Der eine besaß in der Kindheit ein großes Baumhaus aus Holz, in dem er viele Sommertage mit Freunden verbrachte. Darin erlebte er die intensivsten und schönsten Stunden seiner Jugend.
Der andere ist in seiner Kindheit im Wald von einem umstürzenden Baum getroffen worden und lag mehrere Stunden in Todesangst und mit unsäglichen Schmerzen unter diesem Baum, bis er gerettet wurde.
Beide Menschen werden emotional mit dem Wort Baum etwas jeweils vollkommen Unterschiedliches verbinden. Die gesamte Gefühlswelt, die Bilder, die Erfahrungen könnten unterschiedlicher kaum sein. Es ist zwar ein und dasselbe Wort, aber doch werden damit zwei ganz unterschiedliche Realitäten beschrieben. Würden diese beiden Jungs über Bäume reden, fände kaum eine sinnvolle Kommunikation statt.
Stellen wir uns vor, beide müssten den Beruf ihres Vaters erlernen: Schreiner. Der Erste würde wahrscheinlich ein begnadeter Schreiner werden. Mit großer Leidenschaft und Hingabe, würde er sich dem Formen und bearbeiten des Holzes widmen.
Für den anderen Jungen wäre dieser Beruf ein wahrscheinlich lebenslanger Kampf. Allein der Geruch des Holzes würde ihn immer, vielleicht nur unbewusst, an sein Kindheitstrauma erinnern. Wer von diesen beiden Jungen wird wahrscheinlich erfolgreicher in seinem Beruf sein?
WOHLSTAND UND GELD
Nun geht es nicht nur diesen beiden Jungs, so, sondern uns allen. Wir alle nehmen die Dinge auf höchst unterschiedliche Art und Weise wahr. Besonders deutlich wird das Thema Geld und Wohlstand. Viele Menschen haben, ohne es zu wissen, ein gestörtes Verhältnis zu Geld. Das liegt immer noch an unserer christlichen Kultur, in der Armut als ein „hohes Gut“ empfunden wird. Reichtum wird hingegen oft unbewusst in unserem tiefsten Inneren als etwas Verwerfliches angesehen, egal, wie sehr wir uns auch nach Reichtum sehen. „Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt. Wer kann dann noch gerettet werden? Bei den Menschen ist es unmöglich, aber nicht bei Gott. Denn bei Gott sind alle Dinge möglich.“
Geld bzw. Reichtum hat etwas Verwerfliches. Böse hat etwas mit Geld zu tun. Die Menschen, die sich mit Börse beschäftigen, jagen dem Geld hinterher. Börse muss demnach verwerflich sein. Leider sind das meistens vollkommen unbewusste Mechanismen. Und so würden sich viele Menschen wundern, was sie tief in Ihrem Inneren für eine Einstellung zu Geld haben. Wenn Sie jedoch mit einer solchen Einstellung versuchen, Trader zu werden, ist das vergleichbar mit dem traumatisierten Jungen, der Schreiner wurde.
Persönliche Aspekte
Das ist nicht alles: Sämtliche Nachrichten, die Geschehnisse an den Börsen und in der Wirtschaft, werden von jedem Menschen auf höchst unterschiedliche Art und Weise ganz subjektiv wahrgenommen. Jeder Mensch besitzt zu jedem Wort seine eigene Erfahrung, die das Erleben des Worts zu etwas sehr Persönlichem macht.
Zwar beschreiben Wörter oft Sachen oder Sachverhalte, aber diese sind fast immer auch mit Gefühlen und Erfahrungen verbunden.
DAS WORT „SCHULDEN“
Wenn Sie in einer Familie aufgewachsen sind, in der „Sparen“ als der beste Umgang mit Geld gepriesen wurde und in der Schulden inakzeptabel waren, werden Sie später mit dem Wort „Sparen“ sehr angenehme Gefühle verbinden und mit dem Wort „Schulden“ unangenehme.
Wenn Sie nun den Begriff Staatsverschuldung lesen, koppelt sich dieses Wort direkt mit diesem unangenehmen Gefühl.
Stellen Sie sich vor, Sie sind in einer Unternehmerfamilie groß geworden. Ihr Vater war immer bis über beide Ohren verschuldet, einfach, weil er immer investieren musste, Steuern sparen konnte und expandieren wollte. Als Kind dieser Familie werden Sie Luxus mit Schulden verbinden. Auf einmal ist das Wort „Schulden“ etwas sehr positiv gewertet. Wenn dieses Kind als Erwachsener „Staatsverschuldung“ hört, wird er dieses Wort mit ganz anderen Gefühlen wahrnehmen Stellen wir uns nun vor, dieses beiden sind mittlerweile Börsianer und lesen einen Artikel über Krise und Staatsverschuldung. Wie naheliegend ist es, dass der eine die hohe Staatsverschuldung als klares Indiz für die Verwerflichkeit des Systems, vielleicht sogar Grundlage der Krise und baldigen Untergang interpretiert, während der andere vielleicht auf die Idee kommt, man müsse sich in dieser Krise noch mehr verschulden, um über neue Investitionen wie Wachstum zu generieren.
WER HAT RECHT?
Passen Sie genau auf, was Sie jetzt denken, es kann nämlich gut sein, dass sich Ihr Ego von einer dieser Thesen angegriffen fühlt! Je nachdem, wie Sie gestrickt sind, kann es sogar sein, dass Sie nicht Eiligeres zu tun haben, als das gesamte Beispiel umzuinterpretieren: „Schlechtes Beispiel, Totaler Unsinn.“ Oder wenn Sie sich bestätigt fühlen: „Gutes Beispiel, dass müsste ich weitergeben!“
Aber Achtung: Uns ist der Inhalt des Beispiels, also die Staatsverschuldung, in diesem Zusammenhang vollkommen egal. Und ist auch die Frage: „Wer hat Recht?“ vollkommen egal.
AUSWIRKUNGEN AUF INVESTITIONEN
Uns interessiert vielmehr die Frage: Welche der beiden oben kreierten Personen würde nun wie investieren?
Es ist doch klar, dass der Sparen eher auf fallende Kurse setzt, da er nun endgültig vom Zusammenbruch des Systems überzeugt ist und der Schuldenmacher eher auf steigende Kurse setzen wird, da er meint, der Staat handle richtig.
Beide haben gehandelt, weil sie mit einem einzigen Wort zwar sehr starke, aber vollkommen unterschiedliche Emotionen verbinden. Doch diese Emotionen sagen nichts darüber aus, was tatsächlich an den Börsen geschehen wird!
NACHRICHTENVERARBEITUNG
Es ist also so, als ob all diese Informationen, mit denen wir täglich konfrontiert werden, durch eine Art Filter der eigenen Persönlichkeit drängten. Das heißt, das, was letzten Endes als Information in Bewusstsein drängt, ist bereits eine höchst subjektive Information.
Natürlich wird uns Menschen normalerweise nicht bewusst, wie wenig wir von der eigentlichen Realität wahrnehmen. Wie auch, allein die Frage nach der „Realität“ kann nicht abschließend geklärt werden.
An der Börse bedeutet das: Auch alles, was Sie an der Börse erleben, ist wiederum, durch Ihre Erwartungen und ihre Vergangenheit, also IHRE Wirklichkeit gefiltert. Die wirkliche Börse kennt niemand. Die Börse, so wie Sie sie erleben, ist zu einem großen Teil nur eine individuelle Illusion, die, beeinflusst durch die persönlichen Erfahrungen, im Kopf jedes Einzelnen entsteht.
Und so wird verständlich, warum es an den Börsen derart viele zum Teil höchst unterschiedliche, oft sogar widersprechende Argumente. Es wäre ansonsten unlogisch, da mittlerweile allen Beteiligten übers Internet und TV die gleichen Informationen zur Verfügung stehen. Diese Filterung über persönliche Erfahrungen macht erst verständlich, warum es Perma-Bären und Dauer-Bullen gibt Beide Seiten werden ähnliche Infos filtern, um sie schließlich anders zu bewerten. Beide Seiten werden behaupten, sie hätten Recht, ohne allerdings zu begreifen, dass es doch nur ihre persönliche Illusionen sind, die sie von nun an mit Vehemenz vertreten.
Manche Wissenschaftler behaupten, dass 90 % der Wahrnehmung und der darauffolgenden Verarbeitung mehr der eigenen Wirklichkeit und lediglich 10 % einer objektiven Wirklichkeit entspricht.
Wenn vielleicht sogar 90 % dessen, was Sie über Börse denken, fühlen und wissen, Auszug ihrer eigenen Erlebniswelt ist, dann sagt Ihr Bild von Börse viel mehr über Sie als Menschen aus, als über die tatsächliche Börse.
BÖRSE IST EIN PERFEKT GESCHLIFFENES BILD IHRER ...
Das, was Sie über Börse und deren künftige Entwicklung denken, sagt somit kaum etwas darüber aus, was tatsächlich geschehen wird, sondern eigentlich nur darüber, wer Sie sind, wie Sie Informationen interpretieren! Und es ist damit sehr wahrscheinlich, dass Ihr bisheriger Erfolg oder Misserfolg zu einem sehr großen Teil in Ihnen selbst begründet liegt und nur sehr wenig mit der Börse zu tun haben.
Dazu ein kleines Beispiel: Stellen wir uns Eltern vor, die bemüht sind, ihr Kind von allem Schlechten zu bewahren. Stellen wir uns weiter vor, diese Eltern hätten aber Probleme damit, ihr Kind zu loben. Immer wenn das Kind etwas gut macht, würde das von den Eltern kommentarlos hingenommen. Sobald aber dieses Kind etwas schlecht gemacht hat, wird ihm geholfen. Dieses Kind erhält Aufmerksamkeit, wenn es verliert oder scheitert und keine, wenn es gewinnt. Das Kind könnte eine „Verlierermentalität“ entwickeln. Es ist wahrscheinlich, dass es auch als Erwachsener unbewusst versuchen, durch Verlieren und Scheitern Aufmerksamkeit zu erhalten.
Das bedeutet auch: Wenn Sie erfolgreich traden wollen, müssen Sie alles was Sie denken und fühlen, alles was sie vermeintlich wissen hinterfragen. Nur so können Sie einen besseren Zugang zur Börse finden. Ansonsten laufen Sie Gefahr, dass Ihre Illusionen Ihnen alles zunichte machen.
Es gibt nur eine Folge:
Beginnen Sie zu zweifeln!
FALSCHE UND STÖRENDE ÜBERZEUGUNGEN
Jeder Mensch hat in den Jahren seines Lebens bestimmte Überzeugung gesammelt. Dabei ist letzten Endes egal, wo diese Überzeugungen eigentlich herrühren. Oft resultieren sie aus Geschichten, die man uns als Kind vermittelt hat: Die Welt ist so oder so. Oder man hat die Überzeugungen der Eltern, Lehrer, Freunde und Geschwister etc. einfach übernommen. Das alles geschieht zu einem großen Teil unbewusst und kaum jemand wundert sich, dass er später mit einer Vehemenz vertritt, ohne eigentlich zu wissen oder sich gefragt zu haben, wie er zu diesen Überzeugungen gelangt ist.
Dabei besitzt jeder Mensch eine Unart, die zu viel Leid auf dieser Welt geführt hat: Er ist immer geneigt, seine eigenen Überzeugungen als allgemeingültig zu empfinden. Oft, ohne es offen zuzugeben, ist er der Meinung, er sei der Einzige, der Recht hat und weiß alles besser.
WARUM MACHT DER MENSCH DAS?
Der Verstand des Menschen ist nicht wirklich in der Lage, die Komplexität aller Zusammenhänge dieser Welt zu begreifen. Der Verstand kann eigentlich nur sehr wenige Faktoren gleichzeitig in ihrem Zusammenhang betrachten und bewerten.
Der Mensch fühlt sich angesichts dieser chaotischen Komplexität extrem hilflos. Es macht ihm eine ungeheure Angst, eigentlich nie zu wissen, was als Nächstes geschieht und wie die Dinge wirklich sind. Die Erkenntnis seiner eigenen Begrenztheit, sowohl seines Denkens als auch seiner Existenz ist zu erschreckend. Um diesen Wahnsinn zu entfliehen, sucht er mit allen Mitteln Strukturen. Er schafft sich Überzeugungen, die in der Lage sind, die Wirklichkeit scheinbar zu erklären. Diese Überzeugungen stellen quasi eine brutale Vereinfachung der Wirklichkeit dar. Diese Vereinfachung ist notwendig, damit das Gehirn wieder zurechtkommt.
Das Problem dieser Vereinfachung ist jedoch, dass sie nicht nur Ursache großer Fehlerquellen ist, sondern grundsätzlich die Realität auf erhebliche Weise verfälschen.
ANGST VOR DER UNKONTROLLIERBAREN KOMPLEXITÄT
Wenn Sie sich bewusst machen, dass die meisten Überzeugungen aus Angst vor dem Chaos entstanden sind, also entworfen und angenommen wurden, um dem Menschen ein Gefühl von Sicherheit zu geben, wird vieles verständlich. Es bedeutet aber auch im Umkehrschluss, dass ein starkes oder aggressives Vertreten einer Überzeugung oft nichts anderes ist als ein Beweis der persönlichen Angst und Unsicherheit vor diesem Chaos.
Übertragen auf das Trading gilt: Wenn Sie ab heute etwas von jemanden lesen, der eine Börsensichtweise aggressiv vertritt, wissen Sie das tief hinter dieser Fassade eine Form der Angst und Unsicherheit versteckt und nicht, wie man meinen könnte, fundiertes Wissen. Eine Überzeugung (ein Glaube) wurde enttarnt, allein an der Art, wie sie vorgetragen wurde…
An der Börse kann alles, was gestern noch richtig gewesen ist heute schon falsch sein.
WIE ENTSTEHEN DIE GÄNGISTEN ÜBERZEUGUNGEN AN DE...
Die meisten von uns werden tendenziell eher bullish oder bearish sein. Das sind die grundlegenden Überzeugungen, die sie an der Börse haben können. Ob Sie eher zu den Bullen oder Bären gehören, hängt dabei viel mehr von den Erfahrungen ab, die sich gemacht haben: Zum einen beeinflusst die Situation an den Börsen zu dem Zeitpunkt, an dem Sie angefangen haben, Ihre Einstellung. Es scheint so zu sein, dass Börsianer, die am Anfang oder während eines Booms an die Börse gekommen sind, meistens bullish werden und es auch bleiben. Andere, die kurz vor einem Crash angefangen haben und diesen als Erstes miterlebten, neigen eher zu, bearish zu sein. Offensichtlich beeinflussen die anfänglichen Erfahrungen der Börsenkindheit Ihre grundsätzliche Einstellung.
DIE BEARISHEN INTELLEKTUELLEN
Eine ganz besondere Eigenschaft findet sich bei Menschen, die wir oder die sich eher als intellektuell bezeichnen würden (Akademiker). Diese neigen ebenfalls dazu, eher bearish zu sein. Das liegt zum einen daran, dass die von der Bärenseite vorgebrachten Argumente gerade diejenigen eingängiger sind, die einen Hang zum Zweifeln haben, aber auch sicherheitsorientiert sind. Wenn Sie zum ersten bewusst etwas über Staatsverschuldung und Börse hören, sich mit dem Phänomen des Papiergeldes, der Zinsen und anderen grundlegenden Aspekten der Marktwirtschaft beschäftigen, werden Sie bald geneigt sein, entsprechenden Weltuntergangsszenarien Gehör zu schenken. Nur diese Erkenntnis hatten schon viele: 1960, 1970,1980,1990,2000, 2010. Wenn Sie Bücher aus der damaligen Zeit lesen, werden Sie sich wundern, wie sehr die Argumentationsketten den heutigen ähneln.
DIE BÖRSE REAGIERT ANDERS
An der Börse funktioniert allerdings das, was nicht „in“ ist. Als ewiger Zweifler und Grübler werden Sie keine so guten Chancen haben. Das ist leicht zu beweisen, wenn Sie sich der langfristigen Entwicklung an den Börsen ansehen. Als Bulle hatte man es in den Jahren seit der Entstehung der Börse leichter. Denn die meiste Zeit steigen die Börsen. Die Phasen massiver Rückschläge sind immer nur relativ kurz, dafür umso heftiger. Also rein zeitlich gesehen, hat ein Bulle pro Jahr mehr Tage, an denen er zufrieden ist.
VERURTEILEN ANDERER MEINUNGEN
Es geht Gedankengänge in Ihnen wie: „Was für ein Blödsinn. Da hat doch jemand eindeutig keine Ahnung. Wie kann er die Tatsachen derart verdrehen?“ Eine andere Möglichkeit ist wütend zu werden. „Was für ein Idiot! Dass so ein Schwachsinn überhaupt veröffentlich werden darf.“ Das Aufstellen von Verschwörungstheorien ist auch einfacher, als die eigene Meinung zu hinterfragen.
SELEKTIEREN Die andere Möglichkeit ist, solche Texte, sobald man merkt, dass sie nicht zu den eigenen Überzeugungen passen, einfach nicht weiter zu lesen. Das geschieht besonders gern, wenn jemand in hohem Maße investiert ist und dann auf eine andere Meinung stößt. Solche Texte werden ihn in seiner Entscheidung verunsichern oder in ihm schlimmstenfalls Angst erscheinen lasen, etwas Falsches getan zu haben. Angst versucht der Mensch, jedoch zu vermeiden, also liest er einfach nicht weiter. Werden Sie sich solche Phänomene bewusst! Achten Sie darauf, wie Sie die Meinungen, die nicht zu Ihren eigenen passen, verurteilen oder sogar ausblenden.
DIE „KLEINE MANN ÜBERZEUGUNG“: WILLKOMMEN IN DE...
Immer wieder höre ich von Lesern: „Ja, der kleine Mann wir von den Großen an der Börse doch nur über den Tisch gezogen. Aber auch in anderen Zusammenhängen ist der „kleine Mann“ immer nur Opfer.
Hinterfragt man diese Überzeugung, stellt man fest, dass hinter dieser Aussage eine tiefe Passivität verborgen ist. Das Opfer, also der kleine Mann, kann ohnehin nichts machen. Er ist der Willkür der Großen hilflos ausgesetzt.
Vertief man die Analyse, stellt man fest, dass es sich lediglich um eine einfache Art und Weise handelt die Schuld von auf andere zu projizieren. Schließlich hat man selbst keinen Fehler gemacht, wenn das Geld weg ist, sondern die bösen, großen Jungs haben es einem weggenommen. Nicht man selbst ist für die eigene Lage verantwortlich, sondern die anderen.
Wir spielen als Trader nicht mehr im Sandkasten und es kommen keine bösen Jungs und klauen Ihnen die Formchen. Es taucht auch keine Mutter auf, um sie anschließend zu trösten. Das Prinzip funktioniert heute nicht mehr.
Sie agieren als Jäger und damit als Kämpfer an den Börsen. Sie sind es, der den großen Jungs die Butter vom Brot nehmen will. Sie sind eine Art Pirat, der unerwartet auftaucht, den großen unbeweglichen Schiffen der institutionellen Anleger unbemerkt einen kleinen Teil der Ladung stiehlt und daraufhin schnell und unerwartet verschwindet.
Meinen Sie, dass der Trader mit der „kleine Mann“ Überzeugung ein erfolgreicher Trader werden kann? Eben, er hat keine Chance. Er wird zu bald mutlos werden und aufgrund seiner Einsicht, ohnehin nur Opfer zu sein, früh und wahrscheinlich mit Verlust aufgeben. Doch es war nur die Überzeugung über die er gestolpert ist.
KULTURELLE ÜBERZEUGUNGEN: IHR WIDERSTAND GEGEN ...
Es gibt in unserer Gesellschaft das Vorurteil, wohlhabende Menschen sind unchristlich, sprich unsozial, verwerflich, schlecht, böse, Verbrecher, man kann ihnen nicht trauen etc. Das gleiche gilt für arme Bettler oder Arbeitslose oder Ausländer. Der im Schweiße seines Angesichts arbeitende Mensch ist ehrenhaft und vertrauenswürdig.
Wer sagt Ihnen aber, ob nicht dieser ehrenhafte Arbeiter der ist, der keine Ehre kennt, der Sie anlügt, betrügt oder Schlimmeres tut?
Was macht aber nun ein Mensch, der in unserer Kultur aufgewachsen ist und diese Bilder unwissentlich und zumeist auch vollkommen unbewusst tief in sich trägt und Trader werden will? Er gerät in einen unbewussten Gewissenskonflikt.
Und so kann diese anerzogene oder kulturelle Eigenart durch die Börse an die Oberfläche geholt werden, ohne das sie er merken. Ihre Intuition ist mit der Börse verbunden. Ihr Innerstes wird versuchen Ihr Selbstbild in keinen Konflikt geraten zu lassen. Mit anderen Worten: Wenn in Ihnen etwas Reichtum als verwerflich ansieht, kann es sein, dass Ihre Intuition Ihnen hilft den Reichtum zu vermeiden.
Kurz: Sie werden verlieren, Sie werden durch die Börse arm, weil Sie tief in Ihrem Innersten, ohne es zu wissen, Armut höher einstufen als Reichtum.
AUFMERKSAMKEIT DURCH LEIDEN
Wenn Sie Geld an den Börsen verloren haben, können Sie anderen Menschen erzählen, was Sie doch für ein Opfer sind. Die Reaktionen der anderen: Aufmerksamkeit, man will Sie trösten, sorgt sich um Sie. Was aber tut sich, wenn Sie sagen, Sie haben viel Geld gewonnen? Beim ersten Mal freuen sich Ihre Mitmenschen noch, aber wenn sie es immer und immer wieder hören? Die Menschen werden neidisch, wollen von Ihrem Erfolg nichts mehr hören, es erinnert sie zu sehr an die eigene Unzulänglichkeit. Schlussendlich wenden sie sich von ihnen ab.
Ihr Unbewusstsein spürt solche Mechanismen und weiß darauf zu reagieren, denn soziale Anerkennung ist für die meisten Menschen wichtiger als Geldverdienen. Wer sagt Ihnen, dass Sie nicht unbewusst und intuitiv immer genau die Trades machen, die Ihnen soziale Aufmerksamkeit verschaffen, also genau die Verlust-Trades.
Ganz gefährlich wird es, wenn das soziale Umfeld irgendwann keine Lust mehr hat, diese mitleidige Anerkennung zu geben oder wenn die Verluste zu groß werden, so dass man die anderen gegenüber nicht mehr eingestehen will. Dann gehen manche Menschen sofort in „reines Selbstmitleid“ über. Sie geben sich sozusagen, das Maß an Mitleid, das sie brauchen. Ein ganz bedenklicher und sich selbst erhaltender Prozess.
DIE ANGST VOR DEM ERFOLG VOR DER VERÄNDERUNG
Man kann es sich so schön vorstellen reich zu sein. Ein dickes Auto, eine Villa am Meer, eine Yacht, Partys. In den Vorstellungen vieler Menschen macht Reichtum Spaß!
Sie stellen sich vor, dass wenn sie erstmal reich wären, werde Ihr Leben nachhaltig besser. Fragt man weiter nach, wie sie sich eine solche Zukunft genau vorstellen, enden die meisten Aussagen bei dem Reproduzieren von überromantisierten Filmvorstellungen.
Auch hier werden also Überzeugungen, Reichtum mache glücklich, Reichtum mache Spaß, wenn man reich ist, sei alles besser, einfach übernommen. Warum sollte man solche Überzeugungen auch hinterfragen? Nur in den wenigsten Fällen geht es doch darum, wirklich reich zu sein, sondern nur davon zu träumen. Was wäre aber der Mensch ohne Träume?
WARUM BLEIBT REICHTUM OFT AUS?
Zunächst einmal sollte man sich bewusst machen, dass man in den westlichen Ländern selbst als Arbeitloser noch zu den reicheren Menschen dieser Welt gehört. Menschen mit Arbeit sind für 60 bis 70 % der Weltbevölkerung sogar unvorstellbar „reich“. Die meisten Menschen halten unserer alltägliches Leben, zum Beispiel einen Kühlschrank zu besitzen oder tägliches Duschen, einen Elektroherd oder ein eigenes Schlafzimmer für die Eltern, eine Wohnung aus Steinen, saubere Toiletten etc. etc. für unglaublichen Luxus.
Mit anderen Worten: Sie haben es bereits geschafft, reich zu sein, unvorstellbar reich!
Nur, das wollen wir uns ja nicht bewusst machen. Im Verhältnis zu den „anderen“, also denen, die „wirklich“ reich sind, sind wir noch arm.
DAS RELATIONSPROBLEM DER REICHEN
Aber gut, das ist immer ein bekanntes Problem der Relation. Nur, dieses setzt sich immer weiter fort. Einstellige Millionäre sagen, man wäre erst reich, wenn man zweistellig ist – zweistellige streben nach dreistelligen Millionenvermögen. Und selbst Superreiche finden noch Ziele. Manche arbeiten sich, in dem Wahn noch immer nicht genug zu haben, fast zu Tode, obwohl sie bereits über Milliardenvermögen verfügen. Man fragt sich, was sie eigentlich von dem Geld haben, wenn sie vor lauter Arbeit keine Zeit finden es auszugeben. Es scheint unvorstellbar, dass dieser Superreiche sich immer noch in gewisser Weise arm fühlt. Doch auch dem hungernden Menschen in einer kleinen Wellblechhütte in einem Slum wird es ebenfall unvorstellbar sein, dass Sie sich, mit einer schönen Wohnung oder sogar einem Haus oder auch nur mit einem gefüllten Kühlschrank, einer Heizung oder einem Bad nicht reich fühlen.
Hier scheint also etwas nicht zu stimmen. Auch Sie werden als erfolgreicher Trader merken, dass sich Ihre Relation immer weiter nach oben verschieben. Sie werden NIE ankommen, das verspreche ich Ihnen. Doch die meisten kommen erst gar nicht soweit. Verantwortlich dafür ist ein Schutzmechanismus.
DER FREUNDESKREIS
Reichtum wir sich sofort auf den Freundeskreis auswirken. Die einen werden neidisch sein, die anderen werden Geld von Ihnen borgen wollen etc. Wieder andere wollen plötzlich Ihre Freunde sein. Kommt Geld ins Spiel drehen viele Menschen einfach durch (Goldrausch). Von dem Tag an, an dem Ihre Freunde merken, dass Sie erfolgreich traden, wird sich Ihr gesamter Freundeskreis verändern. Sie werden viele Freunde verlieren. Sie fühlen sich einfach nicht mehr wohl in ihrer Gegenwart, weil Ihr Erfolg sie daran erinnert, dass sie vieles in ihrem Leben noch nicht erreicht haben. Ihr Erfolg macht die Menschen noch „kleiner“, das können sie nicht akzeptieren. Zudem werden sie es irgendwann satt haben, nur als Bewunderer Ihrer neuen Errungenschaften zu fungieren.
Ein wenig später entstehen Probleme mit den Freunden, die hoffen, von Ihrem Reichtum profitieren. Sie sind spendabel? Dann werden sie ausgenutzt und das werden Sie auch schnell empfinden. Leben Sie normal weiter, werden diese Menschen sich von Ihnen abwenden und Sie als geizig bezeichnen.
DIE BEZIEHUNGEN?
Was ist mit Ihrer Beziehung, Ihrer Ehe, wenn Sie reich werden? Besonders als reicher Mann wird das andere Geschlecht Sie deutlich anziehender finden. Wird Ihre Ehe das aushalten – wenn auf einmal junge, sehr hübsche Frauen aufdringlich werden? Es geht aber auch umgekehrt: Was ist, wenn Sie als Frau einmal durch das Traden mehr verdienen als Ihr Ehemann? Viele Männer haben immer noch Probleme damit, besonders wenn dieser Wechsel plötzlich vorkommt.
Viele gute Ehen sind an dem Erfolg des Partners zugrunde gegangen – auch das ist eine Tatsache, die sehr unterschätzt wird. Dabei sind es gerade die bestehenden Beziehungen, die einem Halt geben könnten, mit so einer „neuen“ Situation zurechtzukommen. Viele Menschen unterschätzen, welche dramatischen Auswirkungen „plötzlicher“ Reichtum auf Partner, Freunde, Bekannte und somit auf das gesamte soziale Umfeld haben kann. Plötzlicher Reichtum trägt die Gefahr der Vereinsamung in sich. SCHUTZMECHANISMUS
Bleiben wir bei der These, dass Intuition in der Lage ist, sich mit der Börse zu verbinden. Wäre es dann nicht vorstellbar, dass etwas in Ihnen sofort registriert, wenn in Ihrem sozialen Umfeld auftauchen? Könnte es nicht sein, dass etwas daraufhin in Ihnen unbewusst erfolgreiches Traden verhindern wird? Ihr Unterbewusstsein wird Sie vor negativen Erfahrungen schützen wollen und es ist denkbar, dass Ihr Inneres andere Wünsche hat als Ihr Verstand.
Es gibt einige Trader, die versuchen deshalb einen Drahtseilakt. Sie reden nicht über das Traden. Sie erzählen nichts von Verlusten oder Gewinn. Sie berichten höchstens von der vielen Arbeit und den im Vergleich akzeptablen Ertrag. Sie fahren keine großen Autos, leben in keiner großen Villa – aber dazu bedarf es einer ganz besonderen Mentalität.
DIE 6 FRAGEN, UM ÜBERZEUGUNGEN AUFZULÖSEN
Überzeugung: Dieser Chart ist bearish!
Übertragung auf sich selbst: Kann es sein, dass bearish bin? Versuche ich vielleicht, nur eine innere Einstellung in den Chart zu interpretieren.
Mögliche Gründe für eine solche Haltung: Habe ich bereits auf fallende Kurse gesetzt und will nur mir selbst meine Entscheidung bestätigen? Habe ich zuviel Stress oder Streit mit jemand? Bin ich depressiv? Gibt es globale oder politische Gründe pessimistisch zu sein?
Zweifel aufbauen: Ist der Chart wirklich bearish? Kann ich mir wirklich 100 % sicher sein, dass das, was ich meine, auch stimmt?
Gegenmeinung entwerfen: Der Chart ist bullish. Was spricht dafür, wie kann man das beweisen oder belegen?
Unsicherheit zulassen und objektivieren: Dies Betrachtung kann dazu führen, dass man nun sehr unsicher ist, was wirklich mit dem Chart los ist. Lassen Sie diese Unsicherheit einfach zu. Sie ist auf jeden Fall realistischer als die vorherigen Aussagen. Tatsache ist: Sie wissen es nicht! Sie wissen es NIE! Zudem kann es auch sein, dass der Chart weder bullish noch bearish ist. Dies kann dazu führen, dass Sie eine Überzeugung entwickeln, die auch mehr Zweifel zulässt. Das allein kann schon dazu führen, dass Sie Ihre Positionsgröße der Situation anpassen. Oder es hält Sie davon ab, hektisch zu handeln.
Diese Methode lässt sich auf alles andere anwenden, was man denkt!
EMOTIONEN: EIN WEG ZUR KONTROLLE
Ich möchte das Beispiel des Jägers noch einmal bemühen: Es geht im Kampf nicht darum, die Technik des Kämpfens zu lernen, sondern immer auch darum, Emotionen zu beherrschen. Sie müssen Ihre Schwächen kennenlernen. Zum Beispiel Ihr Wutpotential oder Ihre Ängste. Sobald Sie als Jäger wütend werden, weil irgendetwas nicht so läuft wie geplant, verlieren Sie die innere Ruhe. In diesem Moment können Sie zwar ungeahnte Kräfte entwickeln, aber Sie verlieren die Verbindung zur Beute. Die Beute kann das ausnutzen und fliehen oder sie sogar zu verletzen, sogar dazu Sie zu töten. Sie müssen also wissen, was Sie wütend macht und lernen auf die Einladungen, wütend zu werden, nicht mehr einzugehen.
Wenn Sie ängstlich sind, werden Ihre Bewegungen unentschlossen und zu langsam, doch auch Zögern kann tödlich sein. In der hohen Kunst der Jagd muss man lernen, auf eine höchst intuitive Art und Weise emotionslos zu werden.
LERNEN SIE, DIE EINLADUNGEN DER BÖRSE NICHT ANZ...
Ein Beispiel: Wenn eine Position zu sehr in den Verlust gerät, geben viele Menschen innerlich auf. Der gedankliche Standartsatz lautet: „Nun ist die Position derart ins Minus gerutscht, nun lohnt es sich nicht mehr, sie zu verkaufen.“ Um den Schmerz des Verlustes nicht zu erfahren, trennen Trader sich innerlich von der Position, ohne sie jedoch zu verkaufen und beachten diese nun nicht mehr. Sie blenden das Vorhandensein dieser Position einfach aus. Eine weitverbreitete Vogel-Strauß-Taktik und zudem ein ruinöser Automatismus.
Als Trader muss man immer handlungsfähig sein, man darf den Kontakt zu einer Position nicht verlieren, egal, was geschieht. Niemals darf man die Beute sein, das wäre Selbstmord. Doch der Reiz, mit diesem täglichen Schmerz einer immer größer werdenden Verlustposition nichts mehr zu tun haben zu wollen, ist bei einigen derart übermenschlich, dass sie ihm irgendwann nachgeben – nachgeben müssen. Freies, selbstbestimmtes Handeln sieht anders aus.
Leider haben es viele Menschen aufgegeben, sich ändern zu wollen. „Ich bin, wie ich bin“, lautet die Devise. Mit dieser Einstellung können Sie als Trader sofort aufhören. Der Choleriker darf nicht mehr sagen: Ich bin einfach so, wenn ein Auslöser kommt, brause ich einfach auf. Er muss den Punkt finden, bevor er aufbraust. Er darf die Einladung der Börse, aufbrausend zu reagieren, unter keinen Umständen annehmen. Als Trader nützt Ihnen der Satz, „Ich bin einfach so!“ nichts. Es gibt keine Entschuldigung, keine Ausreden – es gibt nur Verlierer und Gewinner.
Trading Komponenten
ANGST GIER EUPHORIE UNSICHERHEIT UNENTSCHLOSSENHEIT
FAULHEIT / INFORMATIONSVERZICHT
TRÄGHEIT INKONSEQUENZ PEDANTERIE ÜBERHEBLICHKEIT SCHAM/STOLZ
SCHAM, EINES DER TÖDLICHSTEN GEFÜHLE AN DER BÖRSE
Scham ist eine Emotion, die in unserer Gesellschaft weitgehend ignoriert wird und das, obwohl sie eine tragende Rolle in unserem Sozialisationsverhalten spielt. Seltsamerweise halten viele Menschen alleine schon die Beschäftigung mit dem Begriff „Scham“ für sehr befremdlich. Das beweist aber lediglich, wie sehr diese Emotion ignoriert wird. Gerade als Trader ist es jedoch notwendig, sich auch mit dieser Emotion zu beschäftigen.
Die meisten Menschen würden, wenn man sie fragt, wann sie zuletzt Scham erlebt haben, länger überlegen müssen und schließlich extreme Beispiele aus der Vergangenheit benennen. Dabei werden fast alle Menschen täglich mit diesem Gefühl oder dem Vermeiden des Gefühls konfrontiert.
Unsere Gesellschaft funktioniert nicht (nur) aufgrund von Gesetzen, also aufgrund der Angst vor Bestrafung. Viel wesentlicher ist der Faktor „Scham“ für unseren gesellschaftlichen Alltag. Man drängelt sich nicht vor, weil die Gruppe einen durch Bemerkungen beschämen wird. Man geht nicht nur mit einem alten Schlafanzug in den Supermarkt bekleidet, weil die Scham es verbietet. Man zieht bestimmte Kleidung an, wenn man zur Arbeit(Disco, Kneipe, Schule) geht, damit man von anderen in einer Position oder in einer Gruppe akzeptiert wird. Auch hier will man nicht unangenehm auffallen, was beschämend wäre. Man beklaut seine Kollegen nicht aus Angst vor Strafe, sondern auch nicht, weil man sonst „unten durch“ bei Ihnen wäre. Scham ist unser täglicher Begleiter, auch beim Traden.
Nun wird Scham von gewissen Menschen zum Teil überwunden oder ignoriert. In gewissen Bereichen funktioniert das – kurzfristig. Doch meistens führt inadäquates Verhalten dazu, dass man von der Gruppe ausgeschlossen wird. Fürs Unterbewusstsein ist die Gruppe wichtig: Sie sichert das Überleben.
Scham ist also für das Unterbewusste auch immer ein Warnzeichen dafür, aus einer Gruppe „ausgestoßen“ zu werden, sprich gesellschaftlich zu „sterben“. Zumindest führt Scham dazu, dass man in der Gruppe an das Ende der Rangordnung rutscht und auch hier ist die Versorgung schwieriger.
Das Unterbewusstsein will also Scham unter allen Umständen vermeiden. Aus diesem Grund ist es eine dermaßen starke Emotion. Leider, oder zum Glück, machen wir Menschen uns nicht bewusst, wie viel unseres Handelns unbewusst mit Scham zu tun hat.
Doch für einen Trader ist es wichtig, solche Prozesse zumindest zu erkennen.
Beispiel. Ein Verlierer zu sein ist beschämend: „Wie sage ich das meiner Frau?“ „Was ist, wenn meine Freunde erfahren, dass ich so viel Geld an den Börsen verzockt habe?“ „Was ist, wenn Arbeitskollegen mitkriegen, dass ich pleite bin und Schulden habe, weil ich an der Börse spekuliert habe?“ Letzten Endes hat unerträgliche Scham oft auch die Finger im Spiel, wenn Menschen in solchen Situation Selbstmord begehen. Doch das ist nur das Extrem.
Tatsächlich verursacht Scham mehr Tradingkatastrophen, als sich die meisten vorstellen können. Da es eine derart existentielle Emotion ist, tun Menschen alles, um die Gefühle der Peinlichkeit und Scham zu vermeiden. Im gesellschaftlichen Leben kann das angebracht sein, aber wenn man an der Börse auch noch mit der Scham zu kämpfen hat, wird es unerträglich. Sobald diese einsetzen, weil Ihre Verluste zu groß geworden sind, schaltet die Abwärtsspirale meistens den Turbo ein und es nicht mehr weit bis zum Desaster.
Es geht einem Trader in dieser Extremsituation nicht mehr um normales Traden, nur noch um das Vermeiden von Scham. Meistens werden also in solchen Momenten alle Tradingregeln über Bord geworfen. Ein rationales Analysieren der Gesamtlage wird in solchen Situationen unmöglich. So wird verständlich, warum viele Trader in solchen Situationen gern alles auf eine Karte setzen, statt Wege zu finden, das Dilemma auszulösen. Es geht nur noch darum, möglichst schnell aus der beschämenden Lage herauszufinden. Und so führt dieses „Alles-oder-Nichts Verhalten, gern auch zum Bankrott.
Doch selbst, wenn der Tradingtag nicht gut gelaufen ist und man mit dem letzten Trade noch versucht, alles herumzureißen, kann es sein, dass hier bereits die Scham die Finger im Spiel hat.
Man will sich nicht eingestehen, dass man schon wieder nichts verdient hat. Meistens sind es genau diese Trades, welche die Arbeit von Wochen zunichte machen.
Scham und Peinlichkeit haben etwas mit Schmerz zu tun. Diese Emotionen werden wie Schmerzen empfunden. Das Wort Peinlichkeit ist sogar vom Begriff des Schmerzes (Pein = Strafe/Schmerz) abgeleitet. Niemand würde aber, wenn er unter akuten, heftigen Schmerzen leidet, auf die Idee kommen, traden zu wollen!
Dabei schleicht sich die Scham nicht nur bei existentiellen Bedrohungen ein. „Die Börse geht immer den Weg des größten Schmerzes.“ Trader werden zunächst viel öfter mit Scham konfrontiert als man meint. Eigentlich täglich, bei jedem Verlust. Um diesen Schmerz zu vermeiden werden viele Trader mit der Zeit übervorsichtig oder sie hören ganz damit auf etc. Das alles geschieht eigentlich nur, um nicht noch mal von der Börse beschämt zu werden.
Da beim Traden immer wieder Verlustphasen vorkommen, ist es wichtig, sich mit seinen Schamgefühlen in diesen Zusammenhang auseinanderzusetzen. Es hilft dabei, sich bewusst zu machen, dass „Verlieren“ an der Börse eben nicht etwas mit „Verlieren“ in der Gesellschaft zu tun hat, sondern ein normaler und notwendiger Prozess ist. Um jedoch die existentiellen Gefahren dieser Verkettung von Scham und Verlusten aufzulösen, sollte man Vorsorge treffen. Ein gutes Hilfsmittel dazu habe ich am Anfang vorgestellt, als ich Ihnen den Tipp gab, immer nur die Summe auf Tradingkonto zu überweisen, die sie bereit sind zu verlieren. Somit kann es nicht mehr zu existentiell beschämenden Situationen kommen.
Die Scham, aber auch alle anderen Emotionen, sind derart stark, dass diese Sie in eine tiefe Trance versetzen können. In einer solchen Trance, also in tiefer Abwesenheit von Realität, ist gewinnbringendes Trading nicht mehr möglich. Meistens sind es sogar Angst und Scham, die Menschen, dazu bringen, ihr eigentliches Ziel, also Trader zu werden, aus den Augen zu verlieren.
LEGEN SIE SICH AUF DIE LAUER
Etwas, was gerade Jäger gut können, ist: Beobachten! Allerdings sollen Sie nun nicht mehr den Markt, sondern sich selbst beobachten. Fragen Sie sich immer wieder: Was macht diese Meldung mit mir? Zu welchen Gefühlen, zu welchen Handlungen verleitet mich diese Meldung, und wie reagiert der Markt.
EIN MEETING IN IHREM KOPF: KONFERENZMETHODE
Sie müssen also diese Stimmen, Emotionen und Stimmungen in Ihren Kopf in ein System bringen, das Ihnen Kontrolle ermöglicht, zumindest einen Einfluss gestattet. Sie müssen zunächst aber Ihren Stimmen und Stimmungen zuhören.
AUS DEM INNEREN MONOLOG WIRD EIN DIALOG
Sie werden überrascht sein, wie viele verschiedene Meinungen und Ansichten in Ihnen existieren. Denn ansonsten hätten Sie nie einen Zweifel du würden jede Entscheidung mit absoluter Überzeugung treffen. Und so haben diese Stimmen und Stimmungen in Ihrem Kopf nicht mit Schizophrenie zu tun, sondern sind für Menschen Normalität. Gerade diese Fähigkeit, zu abstrahieren und abzuwägen, macht die Intelligenz des Menschen aus.
Um diese verschiedenen, zum Teil widersprüchlichen Emotionen besser strukturieren zu können, hilft es, sich vorzustellen, dass eben ein Team mit völlig unterschiedlichen Charakteren in Ihrem Kopf am Konferenztisch sitzen. Dort debattiert es unablässig über jedes Thema, das auf den Tisch kommt: das Wetter, die Liebe und die Börse etc. Jedes einzelne Mitglied stellt dabei eine Charaktereigenschaft oder eine Ihrer Emotionen dar.
DIE TEAMSITUNG
Der Charttechniker in Ihnen sieht ein klares Einstiegssignal und meldet dem Team: „Im Moment besteht aus diesen und jenen Gründen ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis: Wir sollten einsteigen!
Da meldet sich der ewige Zweifler: „Ja, ich erinnere mich noch gut an das letzte charttechnische Signal, das du gesehen hast: Und was ist geschehen? Der Kurs brach nach unten weg. Das hat uns viel Geld gekostet.
Der vernünftig abwägende Vermittler schreit ein: Na, okay das kann doch schon mal vorkommen. Das ist aber kein Grund jetzt nicht einzusteigen. Dann brauchen wir uns gar nicht mit der Börse beschäftigen.
Der Ängstliche: Sollen wir nicht lieber warten, bis es deutlichere Signale gibt?
Die Scham: „Nein nicht schon wieder ein Verlust. Nicht schon wieder als Verlierer dastehen.“
Da platzt dem Gierigen der Kragen: „Ja, schon wieder warten, und dann läuft der Markt uns wieder davon. Ich will Gewinne machen, JETZT! Also rein in den Markt und zwar schnell!
Der fundamental Orientierte: Ich bin nicht wirklich überzeugt! Anhand der aktuellen Zahlen ist es noch nicht sicher, ob das schon der Boden ist. Da gibt es diesen und jenen Hinweis.
Der Ängstliche springt auf und kreischt: „Seht ihr, seht ihr, das gibt wieder eine Katastrophe, ich sage es euch.“
Der Gierige genervt. Wenn wir wieder warten, bis auch die Fundamentaldaten stimmen, sind 70 % der Rallye schon vorbei.“
Der beständig Resignierte: „Ach, das hat doch sowieso keinen Zweck, es ist doch eh zu spät. Wir sollten es besser lassen und lieber ein Bier trinken gehen.“
ES WIEDERHOLT SICH
So wird Ihnen bewusst, dass in Ihnen eigentlich immer wieder ähnliche Muster, Gedanken und Emotionen auftauchen. Mit ein bisschen Übung werden Sie feststellen, dass in Ihnen im Prinzip immer dieselben Dispute und Diskussionen entstehen.
DAS GEDANKEN MISCHPULT
Wenn Sie also feststellen, dass Sie grundsätzlich zu gierig sind, haben Sie nun eine „Person“ in Ihnen zur Hand, mit der Sie in gewisser Weise in Kontakt treten können. Nennen Sie diese Person „Den Gierigen“ oder Gordon Gekko. Sie hören den Gierigen aus diesem Gedankenchaos heraus. Wenn Sie also zu gierig werden, können Sie sagen: Ach, das ist wieder nur Gekko, auf den höre ich jetzt in dieser Situation nicht mehr. Der hat schon zu oft Fehler gemacht.
Wenn Sie das Problem haben zu ängstlich zu sein, dann können Sie auch diese Aspekte als „Person“ in die Schranken weisen. Wenn Sie feststellen, dass Sie zu wenig gründlich sind, dann setzen Sie einen „Bürokraten“ für die Gründlichkeit an den Tisch.
Glauben Sie mir, Sie werden die Stimmen heraus hören, die Ihnen den Tradingerfolg vermasseln.
WERDEN DIE ZUM TRAINER IHRES TEAMS
Schlussendlich müssen Sie aus diesem Wirrwarr in Ihrem Kopf ein gutes Team bilden, das zusammenarbeitet und gewinnen kann. Das ist IHR Job und je besser Sie ihn machen, desto besser werden Sie traden.
Sie haben nun die Regler der Emotionen in der Hand. Natürlich wäre es gut, wenn Sie sich bei jedem Trade Notizen machen würden, aber die richtigen Jägermentalitäten haben ein bisschen Schwierigkeiten mit einer solche Form der Disziplin – es reicht auch ein Zettel am Bildschirm „TRADINGTEAM“, um sich immer daran zu erinnern.
JEDE EMOTION HAT IHREN SINN
Die verschiedenen Emotionen in Ihnen haben alle Ihren Sinn. Sie sind seit Ihrer Kindheit entstanden, um das Überleben zu sichern. Leider werden oft einige Persönlichkeiten übermäßig gefördert. Trotzdem haben alle ihre Berechtigung. Nur wenn man Angst und Gier in ein gesundes Verhältnis zueinander stellt, dann kann man erfolgreich sein.
Sie sollten niemanden in diesem Team verurteilen, Jeder dieser Charaktere erfüllt für das mentale Überleben wichtige Aufgaben. Wie gesagt, es geht um Feintuning mehr nicht.
POSITIVE VERSTRÄKUNG
Feiern Sie sich selbst, wenn Sie einen Trade nach einem vorher angefertigten Plan durchführen. Unabhängig davon, ob er Gewinn oder Verlust gemacht hat.
DISTANZ
Normalerweise ist man, wenn man Angst hat, als ganze Person ängstlich, „man ist die Angst“. Wenn Sie Ihre Angst personalisieren, dass trennen Sie sich von ihr. Sie erschaffen eine weitere neue Instanz in sich, die mit der Angst kommuniziert. Sie identifizieren sich mit der neuen Instanz. Diese neue Instanz erscheint natürlich wesentlich dominanter, weil sie sich über die anderen lustig macht, sie sozusagen beschämt und in die Schranken weißt.
WIDERSTAND IST DAS EIGENTLICHE PROBLEM
Wenn Sie sich eine Weile mit Gefühlen und inneren Persönlichkeiten beschäftigt haben, können Sie feststellen, dass Angst, Gier, Zorn, Neid etc. lediglich Widerstände, also eine fehlende Akzeptanz der aktuellen Situation darstellen.
Wenn Sie die Folgen eines neues Verlustes, egal welche es auch sind, einfach annehmen, ohne Widerstand und ohne Bedenken, können Sie keine Angst und keine Scham entwickeln.
Sobald Sie Emotionen haben, lehnen Sie sich gegen die Realität auf! Jedes Festhalten an Emotionen entsteht nur aus dem Wunsch nach Kontrolle und somit nach Sicherheit. Wenn Sie die jetzige Realität akzeptieren, so wie sie ist, werden sich alle Emotionen einfach in Luft auflösen.
Angst ist Widerstand gegen das Unvermeidliche und gegen die Unsicherheit
Gier ist Widerstand gegen den Imperativ der Zeit (dass es eben manchmal ein wenig länger dauert, das zu bekommen, was man will)
Hoffnung ist der Widerstand gegen das was ist.
Scham ist Widerstand gegen die Ausgrenzung der anderen.
Stolz ist Widerstand gegen die eigene Bedeutungslosigkeit.
Wut ist Widerstand gegen die Angst usw.
EINFACH AUFHÖREN WIDERSTAND ZU LEISTEN
Sobald Ihnen „wirklich bewusst“ wird, dass alle starken Emotionen nur Widerstände gegen etwas sind, können Sie tatsächlich jede Emotion einfach ausblenden, indem Sie den Widerstand aufgeben. Es ist eine ruinöse Einbildung des Menschen, dass er in diesem scheinbaren Chaos Kontrolle haben könnte. Er kann es nicht. Nicht im Leben und erst recht nicht an den Börsen. Es gibt nichts zu kontrollieren. Kontrolle selbst ist schon der Widerstand.
„Sie sind ein Trader, ein Trader muss traden, auch wenn er keinen Einfluss auf den Ausgang des nächsten Trades hat. Das ist alles. Der Rest ist Stille.“
„Trade was du siehst, und höre endlich auf zu denken…“
DA IST ES AUF EINMAL, DAS WESEN BÖRSE
Mit der Zeit werden Ihnen die verschiedenen Stimmen und Emotionen in Ihnen mehr und mehr wie leer „Satzhülsen“ vorkommen. Sie stellen immer deutlicher fest, dass es wieder die gleichen Phrasen sind, die sich ständig wiederholen. Ihr Verstand wird dann nu ein lärmender Haufen von einstudierten Verhaltensmustern. Der Verstand, der den Menschen scheinbar so überlegen macht, wird zum Ballst. ALLATGSTRANCEN
Die meisten Menschen halten sich für immer bei Verstand, klar und bewusst. Leider ist auch das nur Illusion. Eigentlich taumeln wir von Alltagstrance zur nächsten. Trance ist das Fehlen von konzentrierter Aufmerksamkeit auf dem aktuellen Tun und auf die uns umgebende Realität. Trancen sind damit ein Fehlen von Bewusstsein über die akute Wirklichkeit.
Das Gleiche geschieht regelmäßig bei TV oder im Kino, bei Konzerten, bei Ihrem Hobby und vielen anderen Gelegenheiten. Die landläufige Formulierung ist: „Ich habe die Zeit vergessen.“
Das erlaubt die Frage: Wann sind wir überhaupt richtig wach?
DIE ABLENKUNG DES ALLTAGS
Doch der innere Monolog beschäftigt sich nicht nur mit der Vergangenheit. Er ist sogar in der Lage, Künftiges, auf Ihre innere Leinwand zu projizieren. Beispiel: Sie müssen morgen in einem Ihnen unbekannten Raum eine Präsentation halten, von der Ihre beruflich Existenz abhängt. Sie werden natürlich in Ihrem Kopf immer wieder die möglichen Ereignisse, Fragen und Situationen durchspielen. Sie stellen sich dabei, meistens unbewusst, die Räumlichkeiten und andere Gegebenheiten vor, selbst wenn Sie diese gar nicht kennen.
Das bedeutet: Nicht nur Vergangenes prägt Ihre Vorstellung, sondern auch künftige Ereignisse, die überhaupt noch nicht geschehen sind, werden durchgespielt. Fakt ist, das niemand weiß, wie die Präsentation wirklich ablaufen wird. Wenn Sie sich aber die Situation vorstellen, durchleben Sie fast schon die Gefühle und Emotionen. Sie werden jetzt schon nervös, Ihr Herz schlägt schneller etc. So stark können solche Emotionen sein!
Ich hoffe, Sie haben nun bereits erhebliche Zweifel an Ihrer Wahrnehmung. Wenn Sie sich dessen bewusst werden, kommen sie unweigerlich zu der Erkenntnis, wie verrückt das alles sei. Eigentlich ist Ihr Verstand die ganze Zeit damit beschäftigt, über den inneren Monolog Ihnen Wirklichkeiten vorzugaukeln, die nicht viel mit der Realität zu tun haben.
Dieser innere Monolog also, die Wörter und Sätze und Bilder, die Sie beständig denken, jede Sekunde Ihres Lebens macht etwas mit Ihnen, Sie denken über etwas nach, etwas Vergangenes oder Zukünftiges und schon tauchen Bilder in Ihnen auf, obwohl Sie die Augen offen haben.
IHR KOPFKINO
Was bedeutet das nun für Ihre Wirklichkeit? Wenn Ihr innerer Film die äußerliche Wirklichkeit überlagert(ohne sie zu verändern) bedeutet das doch, dass Sie eine innere, neue Wirklichkeit schaffen. Sie erschaffen somit Ihren persönlichen Film. Wenn Ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf Ihren inneren Film konzentriert ist, bedeutet das, dass Sie von der äußeren Wirklichkeit nur sehr wenig mitbekommen.
Ihr Verstand befindet sich demnach die ganze Zeit auf einer Reise zwischen Vergangenheit und Zukunft, aber jedoch immer in einer Form der Fiktion.
Erinnern Sie sich an den heutigen Tag zurück. Fragen Sie sich, wie oft Ihre Aufmerksamkeit auf die Sie umgebene Realität gerichtet war, ohne von ihrem Inneren Monolog überlagert zu werden. Ich sage es Ihnen: Nie.
Nur wenn Sie sich mit dem inneren Monolog, mit Ihrem Verstand auf diese Art und Weise beschäftigen, können Sie diesen enttarnen, als das, was er ist: Beim Traden überflüssig.
DIE ENTDECKUNG DES BEOBACHTERS
Wenn Sie das große Glück haben sollten, nur für kurze Augenblicke ganz mit diesem Beobachter zu verschmelzen, werden Sie ein tiefes inneres Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit erleben. Es gibt in dieser Bewusstseinsinstanz keine Sorgen, keine Ängste, keine Unruhe, keine Trancen. Dort existieren auch keine Vergangenheit und keine Zukunft, sondern nur Gegenwärtiges. Dieser Wahrnehmer ist also emotionslos und friedlich.
ZUM EXZELLENTEN KÄMPFER GEHÖRT DIE BILDUNG DES ...
Schon die alten Meister der Kampfkünste haben begriffen, dass es bei Kampf nicht nur um die Fertigkeit alleine geht. Letzten Endes wird es zwischen zwei gleich starken und ausgebildeten Kämpfern darum gehen, wer die bessere mentale Einstellung hat.
Die höchste Stufe der Kampfkunst erreicht ein Kämpfer, der seinen Geist freimachen kann, seine Emotionen ausschaltet und frei von jeder Beeinträchtigung eins mit dem Kampf selbst wird.
Der Geist eines Kampfsportmeisters ist in vollkommener Ruhe fließend. Er hat das Denken eingestellt und ist nur noch reine intuitive Aufmerksamkeit. So fühlt er lange bevor einen Gedanken auch nur denken könnte, wann und wo sein Gegenüber einen Angriff startet. Dabei erlebt er eine seltsame Art der Verdichtung der Aufmerksamkeit, die in letzter Konsequenz zu einer stark veränderten Wahrnehmung führt. In diesem Zustand erscheint es ihm, als dehne sich die Zeit aus und Ereignisse um ihn herum verlangsamten sich. Es ist eine Form der Hyperkonzentration, also, auf die höchste geistige Aufmerksamkeit.
Diese Zeitverzerrung entsteht unter anderem dadurch, dass die Verarbeitungskapazität, die der Aufmerksamkeit zur Verfügung steht, nicht mehr durch den bewertenden Verstand und durch Trancen und Illusionen aufgezehrt wird. Je mehr Verarbeitungskapazität die Wahrnehmung zur Verfügung hat, desto langsamer wird die Zeit vergehen. Um diesen Effekt zu verstehen, kann man den Vergleich mit einem Film ziehen. Normalerweise reichen 24 Bilder pro Sekunde aus, damit das menschliche Auge einen Filmverlauf als flüssig wahrnimmt. Nimmt man jedoch mit 1000 Bilder pro Sekunde auf, zeigt dann aber später bloß 24 Bilder pro Sekunde, entsteht natürlich ein unglaublicher Zeitlupeneffekt.
Den umgekehrten Effekt erleben wir leider Jahr zu Jahr stärker. Da das menschliche Gehirn mit dem Alter an Leistungsfähigkeit verliert, nimmt auch die Wahrnehmungskapazität ab, und es kommt, zum Gegenteil, einem Zeitraffereffekt. Aus diesem Grund hat man das Gefühl, dass die Zeit immer schneller vorbeigeht. Aus diesem Grund, hat man das Gefühl, dass die Zeit immer schneller vorbeigeht, je älter man wird.
DIE VERSCHMELZUNG MIT DEM GEGENÜBER
Es tritt auch ein weiterer Effekt in diesem Zustand ein: Der Kämpfer hat das Gefühl, dass er mit seiner Umgebung verschmilzt. Er wird zu der Umgebung, zu seinem Feind, zu der Luft, die ihn umgibt. Diese Art der Verschmelzung ist eben die Intuition selbst.
DIE EIGENTLICHE AUFGABE DES VERSTANDES
Ursprünglich war der Verstand nur dazu da, ein Problem zu lösen. Er beherrschte den Menschen noch nicht in der Art, wie er es heute tut.
Vor vielen Jahrtausenden wanderte der Mensch mit sich und der Welt zufrieden über eine Wiese. Kein Gedanke war in seinem Kopf. Er genoss lediglich das reine Sein und die Fähigkeit, Dinge einfach wahrzunehmen, so wie sie sind, ohne einen Gedanken daran zu verschwenden. Er wertete das, was er sah, nicht. Er fragte sich nicht, ob das, was er sah gut oder schlecht ist. Alles war einfaches kindliches Staunen. Er war begeistert von all diesen überwältigenden Vielfalt auf seiner Haut, dem Geruch und der Wahrnehmung, die einfach nur faszinierend waren. Er schwelgte also in einem paradiesischen Zustand des inneren Glücks.
Da gelangte er an einen Fluss. Nachdem er sich eine Weile dem staunenden Beobachten und Faszination des Flusses hingegeben hatte, sah er auf der anderen Seite des Flusses einen großen Apfelbaum. Plötzlich meldete sich in ihm ein seltsames Bedürfnis. Hunger? Und plötzlich taucht ein Problem auf: Wie kommt der Mensch über den Fluss, um diesen Apfel zu pflücken?
In diesem Moment schaltet sich der Verstand ein wie ein Computer und sagt: „Du hast ein Problem? Ich kann Dir helfen.“ Und schon startet der Verstand, emsig bemüht, das Problemlösungsprogramm. Dazu zieht er immense Kapazitäten von der Wahrnehmung des Menschen ab. Schließlich muss er das Problem von allen Seiten betrachten. Beleuchten heißt in diesem Zusammenhang, er setzt sich selbst mit dem Problem in Bezug und fängt an, Bilder zu schaffen, sprich er fantasiert:
„Du könntest da hinten ein paar Steine nehmen und diese in den Fluss werden!“ Sofort tauchen im Kopf die entsprechenden visuellen Informationen auf(siehe Trancen). Der Mensch sieht sich auf wackligen, nassen Steinen über den Fluss balancieren. Der Verstand erinnert sich bildhaft mit einer neuen visuellen Illusion an die schmerzhafte Kälte eines Baches, in den der Mensch als Kind gefallen war. Nein, diese Idee ist nicht gut: „Plopp“, die Illusion verschwindet vor dem geistigen Auge. Eine Neue muss her: „Oder aber, du könntest da hinten das Holz nehmen und ein Floß bauen!“ Wieder entstehen unzählige Bilder, alles Illusionen.
Was macht der Verstand also in diesem Moment? Er stellt alle möglichen Szenarien vor, es tauchen viele Bilder auf, die aber alles, nur Illusionen sind. Bilder, die der Mensch in diesem Moment zwar erlebt, die jedoch nicht real sind. Bilder, die Erinnerungen an Vergangenes sind. Bilder von einer möglichen Zukunft und Bilder, die Geschichten erzählen.
Nur das ist alles nicht real. Das sind nur Phantasien und Illusionen. Die eigentliche Realität, also diese beeindruckenden Sinneswahrnehmungen, mit der der Mensch noch vor dem Entdecken des Baumes beschäftigt war, rückt in den Hintergrund und wird durch neue Bilder seines Verstandes quasi überlagert. Damit wird der Realität die Intensität genommen.
Der Verstand arbeitet dabei noch auf Hochtouren und wechselt zwischen Vergangenheit(Erfahrungen) und Zukunftsillusionen: „Ich könnte dies und das machen, aber das habe ich doch schon damals so gemacht.“ Keine Frage es ist eine grandiose Leistung des Verstands.
Nur an einem Punkt ist dieser Mensch zu diesem Zeitpunkt NICHT!
Nämlich in der Gegenwart, beim aktuellen Geschehen. Er steht wie paralysiert am Ufer, während in ihm das Kopfkino abläuft. Wie weggetreten, in tiefer Trance, folgt er den Illusionen des Verstands. Der Mensch ist in einem Prozess des Bewertens in Bezug zu den Probleme eingetreten: Das ist eine (scheinbar) besser Lösung. Das ist eine (scheinbar) schlechtere Lösung. Der Apfel, das Erreichen wollen des Apfels hat den Verstand zu einem Bewusstsein über Gut und Böse (Besser oder schlechter) geführt. Die Menschen wurden damit aus dem Paradies der reinen Wahrnehmung vertrieben.
DER VERSTAND WILL AN DER MACHT BLEIBEN
Wenn der Mensch nun den Apfel endlich gepflückt hat, könnte er theoretisch den Verstand wieder in den Werkzeugkasten legen und sich weiter in tiefem Frieden und sanfter Zufriedenheit des faszinierendsten Fähigkeit widmen, die er beherrscht: der Wahrnehmung.
Denn eigentlich ist die Wahrnehmung das höchste Gut, dass uns Menschen gegeben ist. Nur so können wir in Kontakt mit unserer Umwelt treten und uns dabei auch noch dessen bewusst sein, was wir wahrnehmen. Und wenn Sie je einen Sonnenuntergang am Meer miterlebt haben, können Sie sich vorstellen, wie unglaublich einfach Wahrnehmen sein kann und was wir in unserem Alltag alles verpassen. Aber es bedarf in den meisten Fällen keiner anderen Ablenkungen, damit der Verstand mal für ein paar Minuten freiwillig zurücktritt und Sie nicht damit belästigt, was Sie morgen einkaufen müssen.
DIE VERTREIBUNG AUS DEM PARADIES DER WAHRNEHMUNG
Der Verstand wollte nicht mehr zurück in den Werkzeugkasten. Er wollte an der Macht bleiben. Und da hatte er einen genialen Plan.
Er fing an den Menschen mithilfe dieser Vergangenheits- und Zukunftsillusionen beständig vorzugaukeln, dass er zahlreiche Probleme gebe, die unbedingt JETZT gedanklich zu lösen seien! Indem er beständig neue Probleme „erfand“, schaffte er es, an der Macht zu bleiben. Die Probleme wurden in eine mögliche Zukunft gelegt, denn da diese noch nicht überprüfbar ist, kann man diese Zukunftsvision nicht von Problemen entkräften. Es könnte tatsächlich sein, dass man seinen Job verliert, seine Familie nicht mehr ernähren kann, dass man ernsthaft krank wird, dass das Finanzsystem zusammen bricht, dass man sein ganzes Geld verlieren kann. Perfekt! Wie soll man angesichts all dieser ungeheuren Probleme noch das JETZT genießen?
Hören Sie Ihrem Verstand, Ihrem Inneren Monolog einmal aus dieser Position heraus zu. Prüfen Sie, was er Ihnen anbietet. Welche Sorgen und Probleme? Wenn er das nicht tut, ist er mit irgendwelchen vergangenen Sachen beschäftigt, die einem peinlich oder nicht gut gelaufen sind oder die man hätte besser machen können. Wäre ich doch gestern in Gold eingestiegen, hätte ich doch besser gekauft, warum bin ich nicht da und dort eingestiegen. Oder er sorgt sich um zukünftige Ereignisse, was eintritt, wenn dieses und jenes geschieht.
Denn dafür ist der Verstand da: Probleme zu lösen
Wie verrückt ist das? Der Problemlöser selbst, also der Verstand, gaukelt dem Menschen ständig reale oder imaginäre Probleme vor, damit er selbst dauerhaft an der Macht bleiben kann. Was für ein Teufelskreis und was für ein genialer Trick!
Der Hausmeister, der dafür sorgen soll, dass in einem Haus alles zur Zufriedenheit der Mieter funktioniert, geht zu den Mietern und erzeugt imaginäre Probleme, indem er ständig auf neue Gefahren hinweist, nur um beschäftigt zu sein und zu verhindern, dass die Mieter sich mal entspannen. Gleichzeitig wird er damit zu der bestimmenden Person in diesem Mietshaus, er behält also die Macht. Was würden Sie mit diesem Hausmeister tun, wenn er wieder an die Türe klopft? Ihn in seine Schranken weisen, keine Frage. Machen Sie das auch mit Ihrem Verstand.
Seit der Zeit dieser Machtübernahme zwingt uns der Verstand dazu, diesen inneren Monolog zu führen. Darin geht es nur um künftige und vergangene Probleme. „Morgen muss ich noch das und das tun.“ „Was ziehe ich nur an, ist das Hemd eigentlich gebügelt?“ „Was hat sie gestern gesagt, was meinte sie damit. Ist das nun gut oder schlecht?“ etc.
Eigentlich geht es darum, den Verstand wieder zu dem zu machen, was er ursprünglich war. Man sollte ihn nur nutzen, wenn man ihn wirklich braucht. Leider ist unsere gesamte moderne Gesellschaft auf „Problemerschaffung“ und „Problemlösung“ aufgebaut. Sie ist Produkt unseres übereifrigen Verstandes. Eine Existenz ohne diesen inneren Monolog ist in unserer Gesellschaft kaum denkbar, es gäbe erhebliche Probleme.
Leider gibt es da noch ein kleines, nicht ganz einfaches Problem, dem wir uns noch widmen müssen: Wie schaltet man den Verstand aus?
DIE STUFE EINS
Konzentrieren Sie sich auf Ihren inneren Monolog. Hören Sie ihm zu. Beobachten Sie, wie ein Gedanke nach dem anderen entsteht. Fragen Sie sich dann, wo diese Gedanken Ihren Ursprung haben. An welcher Stelle oder in welchem Bereich Ihres Kopfs tauchen diese Gedanken auf?
Die Vorstufe eines jeden Wortes und damit eines jeden Gedankens ist ein Gefühl. Aus mehreren Gefühlen entsteht ein Satz. Diese Gefühle schwimmen tatsächlich in einer Art Ursuppe von Gefühlen.
Es reicht zunächst festzustellen, wo Sie meinen, dass in Ihrem Kopf der Gedanke entsteht – an welche Stelle. Also zum Beispiel eher oben im Kopf an der linken Kopfseite. Wenn Sie diesen Punkt oder diesen Bereich entdeckt haben, beobachten Sie den Gedanken wie er vorbeizieht und fragen Sie sich wohin er verschwindet. Zum Beispiel an der rechten Seite des Kopfs. Alle anderen Regionen sind auch denkbar.
Sobald Sie diese beiden Stellen gefunden haben, beobachten Sie nun Ihre Gedanken, wie sie an diesem einen Punkt auftauchen und wohin sie daraufhin ziehen. Lassen Sie also die Gedanken in Ihrem Kopf wie eine Art Film vorbeiziehen. Versuchen Sie dabei, so wenig Interesse wie möglich an dem eigentlichen Inhalt des Gedanken zu haben. Bleiben Sie völlig teilnahmslos und gelassen – die Gedanken ziehen vorbei wie Wolken, deren Form Sie nicht interessiert. Werden Sie innerlich dabei ruhig und achten Sie auf Ihre Atmung.
DIE STUFE ZWEI
Versuchen, Sie, nachdem Sie ein wenig Übung darin erlangt haben, Ihre Gedanken zu beobachten, die Geschwindigkeit der Gedanken zu verändern. Lassen Sie die Gedanken langsamer und wieder schneller werden. Wenn Sie es schaffen, den Fluss der Gedanken zu verändern, habe Sie bereits einen großen Schritt in Richtung „Kontrolle“ der Gedanken erreicht. Wenn Sie die Geschwindigkeit verändern können, ist allein das schon ein erster Hinweis darauf, dass Sie auch die Gedanken ganz anhalten können.
Sie steuern den Fluss Ihrer Gedanken.
Falls Sie die Geschwindigkeit nicht beeinflussen können, versuchen sie stattdessen, zunächst den Inhalt der Gedanken zu beeinflussen, während Sie diese beobachten. Das kann eigentlich jeder. Denken Sie einen Satz und bringen Sie ihn zu einem anderen Ende als ursprünglich „geplant“.
Anschließend können Sie lernen, einen Gedanken einfach zu unterbrechen. Denken Sie ihn nicht zu Ende. Das wird am Anfang nur gelingen, wenn Sie sich zwingen, einen anderen Gedanken zu denken. Trotzdem bleibt eine Neugier, wie denn der alte Gedanke oder der Inhalt weitergegangen wäre. Geben Sie dieser Neugier nicht nach.
Damit gleicht das Nichtdenken einer Form der inneren Entspannung, denn Neugier ist Anspannung. Auch Interesse ist Anspannung. Entspannung ist das Loslassen, auch das Loslassen des Interesses am Inhalt des Gedanken. Es entsteht: Gleichgültigkeit.
EIN ABSTRUSER GEDANKE OHNE UND MIT FOLGEN
Spätestens in diesem Schritt zwei fällt auf, dass einige Gedanken tatsächlich mehr oder weniger einfach so entstehen. Man hat zuweilen das Gefühl, dass man gedacht wird, also dass es gar nicht eigene Gedanken sind. Dieses Gefühl ist nicht wirklich falsch. Aus der Ursuppe der bestimmten Emotionen tauchen tatsächlich zum Teil wahllos Gedanken auf. Diese sind zuweilen extrem unsinnig.
Sie sitzen friedlich an einem Sommernachmittag in einem Restaurant. Sie sehen eine kleine Luftverwirbelung von Blättern. Da taucht plötzlich aus dem emotionalen Ursuppe der Gedanke auf, wie es wäre, wenn nun plötzlich ein riesiger Tornado entstünde. Dieser Gedanke ist natürlich so absurd, dass Sie ihn sofort wieder vergessen. Wenige Minuten später würden Sie sich an diesen Gedanken selbst nicht mehr erinnern. Wenn Sie aber schon einmal Opfer eines Tornados wurden, werden sich weitere Emotionen an diesen Gedanken heften. Es könnte dann sein, dass sie Minuten oder sogar Stunden mit den Auswirkungen beschäftigt sind, die dieser fast zufällige Gedanke in Ihnen ausgelöst hat.
Aufgrund der ungeheueren Vielzahl dieser zum Teil absurden Gedanken, die jede Stunde in Ihnen auftauchen, finden sich aber immer wieder Themen, auf die auch Sie emotional anspringen. Und schon ist Ihr Verstand wieder eine lange Weile mit irgendeinem Problem beschäftigt, das irgendwo in der Vergangenheit oder in der Zukunft liegt.
Dieses unaufhörliche Testen, auf welche Gedanken Sie anspringen, ist notwendiges Mittel des Verstands, immer neue Probleme in Ihnen entstehen zu lassen. Denn nur so kann es funktionieren, dass der Verstand an der Macht bleibt. Jedes Mal, sobald Sie also zur Ruhe kommen, nachdem Sie ein Problem durchgekaut haben, taucht eine Vielzahl unkontrollierter Gedanken auf und zwar so lange, bis wieder ein neues Problem Ihr Denken beherrscht.
Das Gleiche geschieht auch, wenn Sie anfangen, sich mit Ihrem inneren Monolog zu beschäftigen. Es wird eine Reihe von Gedanken auftreten. Viele werden kaum Ihr Interesse erregen, aber je mehr Sie sich an das „Nichtdenken“ annähern, desto häufiger werden Gedanken zu Themen auftauchen, die in Ihnen starke Emotionen auslösen. Und schon sind Sie in die Falle getappt und haben wieder mehrere Minuten ein Problem und dabei völlig Ihre eigentliche Aufgabe, die Kontrolle der Gedanken, aus dem Sinn verloren. Das ist normal.
Um den inneren Monolog anzuhalten, muss man auch dieses Prinzip enttarnen. Nur, wenn man sich bewusst wird, dass der Verstand alles tut, um an der Macht zu bleiben, wird man immer weniger bereit sein, auf die Einladung emotional belasteter Themen einzugehen. Es hilft in diesen Fällen, sich zu sagen, dass man dieses Thema gerne später durchdenken wird, jetzt aber etwas anderes vorhat: nicht zu denken.
Allein, wenn Sie sich dieser Strategie des Verstands bewusst werden, haben Sie schon einen wichtigen Schritt getan, um aus der Fremdsteuerung herauszutreten. Das ist auch im Tradingalltag wichtig, denn da funktionieren diese Prozesse ähnlich. Sie sind einen Trade eingegangen, irgendetwas Unwichtiges geschieht und Ihre Gedanken rasen los, um daraus ein Problem zu stricken, das mit diesem Trade zusammen hängt. Um diesem Chaos zu entfliehen, geben manche Trader, nachdem sie in den Markt gegangen sind, einen Stopp und gleichzeitig ein Verkaufslimit ein und verlassen ihren Arbeitsplatz. So wollen sie verhindern, dass ihre Gedanken sie dazu bringen, den Stopp heraus zu nehmen oder zu früh zu verkaufen. Aber das hilft nur marginal, denn vor dem Trade und nach dem Trade geht der Gedankenwahnsinn weiter.
DIE STUFE DREI
Es wird eine Weile dauern, bis zu zunehmend mehr begreifen, wie Sie auf Ihren inneren Monolog Kontrolle ausüben können. Dann gehen Sie einen Schritt weiter.
Mit der Zeit wird es Ihnen, wie in Stufe eins und zwei beschrieben, gelingen, ohne emotionale Beteiligung zu beobachten, wie ein Gedanke an einer Stelle im Kopf auftaucht, vorbeizieht, dabei wahrgenommen wird und dann wieder an einer anderen Stelle des Kopfs verschwindet. Erst nachdem der erste Gedanke verschwunden ist, taucht ein neuer Gedanke auf. Es ist unmöglich, zwei Gedanken „gleichzeitig“ zu denken.
Versuchen Sie dabei, unbedingt in völliger und stiller Gleichgültigkeit zu bleiben. Wenn Ihnen das nicht sofort gelingt, sollten Sie auf Ihre Atmung achten. Damit wird ein kleiner Teil der Aufmerksamkeit abgelenkt und es fällt leichter, diesen gleichgültigen Zustand zu erreichen.
Sobald Sie diese innere Ruhe spüren und ganz entspannt sind, richten Sie nun Ihre ganze Aufmerksamkeit auf die Zeit zwischen zwei Gedanken. Zwischen jedem alten und neuen Gedanken existiert eine kleine Lücke. Sie verfolgen, wie der Gedanke an dem einem Ende des Gehirns verschwindet, und bevor der neue Gedanke an anderer Stelle wieder auftaucht, herrscht kurze Zeit Ruhe. Es ist eine Ruhe der Gedankenleere, der geistigen Stille.
Natürlich werden, sobald Sie eine Lücke entdeckt haben, die Gedanken lossprudeln und meistens ist erst einmal alle Aufmerksamkeit dahin. Doch das ist normal. Lassen Sie es zu und sobald es geht, konzentrieren Sie Ihre Aufmerksamkeit wieder auf den Fluss der Gedanken, auf Ihren Atem und schließlich wieder auf die Lücke
Wenn Sie gelernt haben, den Gedankenstrom zu verlangsamen, sollten Sie nun auch in der Lage sein, diese Lücke größer werden zu lassen. Es gehört natürlich ein wenig Übung dazu, aber es ist nur logisch, dass auch das funktionieren muss.
Sobald Ihnen gelingt, die Lücke zu vergrößern, haben Sie es eigentlich schon geschafft. Sie erleben die ersten Momente kontrollierbar absoluter Stille. Meistens zunächst natürlich nur sehr kurz. Aber je gelassener Sie mit Ihren Gedanken umgehen, desto schneller können Sie die Lücke immer weiter vergrößern.
Manchen Menschen hilft es, wenn sie in die Lücke hineintauchen oder sich vorstellen, selbst diese Lücke ganz auszufüllen. Andere stellen sich vor, wie sich die Lücke wohltuend ausbreitet und bald das gesamte körperliche Empfinden umschließt. Visuell veranlagte Menschen halten es vielleicht für leichter, die neuen Gedanken schwarz zu übertünchen oder sich intensives Schwarz vorzustellen. Andere, auditiv veranlagte Menschen, überlagern die Gedanken mit einer Art lauten Stille, die so laut ist, dass kein Gedankenwort mehr eine Chance hat, dagegen anzugehen.
Es ist unerheblich und höchst individuell, wie Sie es machen und wie Sie es empfinden.
Natürlich werden immer wieder neue Gedanken auftauchen, das ist völlig normal. Sobald Sie diese bemerken, brechen Sie sie, wie in Stufe zwei gelernt haben, sofort ab und konzentrieren sich wieder auf die Lücke. Bis man längere Phasen nahezu gedankenleer verbringen kann, braucht es ein bisschen Übung.
ES IST, ALS MÜSSTE MAN NEU GEHEN LERNEN
Man kann es nicht erzwingen, nicht zu denken. Es ist einfach ein innerliches Tun, eine Art Impuls. Wenn Sie ihren Arm anschauen, dann können Sie diesen anschreien, Sie können den ganzen Körper anspannen, er wird sich nur bewegen, wenn Sie es „einfach tun“. Es ist ein Impuls in Ihnen, der den Arm bewegt. Kein anderes Mittel führt zum Erfolg. Es ist auch ein vergleichbarer Impuls, nicht zu denken. Eigentlich ist es ganz einfach, aber man muss er lernen.
Das gleiche Problem haben zum Beispiel Menschen, die nach einem Unfall wieder neu lernen müssen zu gehen. Es gehört extrem viel Mühe dazu, wieder einen Zugang zu der für uns ganz normale Bewegung zu finden. Ähnlich ist es mit dem Nichtdenken. Wenn Sie es einmal können, ist es so leicht, wie einen Arm zu bewegen. Aber der Weg dorthin ist mit viel Mühe verbunden.
Beispiel: Sie wollen ein neues Instrument spielen lernen, sagen wir, ein Saxophon. Am Anfang wissen Sie überhaupt nicht, wie das funktionieren soll. Es kommen immer nur hin und wieder mal einzelne fipsige Töne aus dem Instrument. Aber je mehr Sie üben, desto öfter werden die richtigen Töne entstehen. Bald schon können Sie einen Ton halten und wenn Sie ein wenig mehr üben, kleine Stücke spielen.
DER GEGNER
Leider haben Sie auch noch einen Gegner, der alles tut, um Sie davon abzuhalten, nicht zu denken: den Verstand selbst. Er wird, wie schon beschrieben, alles zu tun, damit Sie Ihr Bewusstsein wieder auf die Wörter, auf den Inhalt, richten. Aber nicht nur das, der Verstand wird sich auch noch auf eine andere Art und Weise wehren. Wahrscheinlich wird er Ihnen jetzt sagen, dass doch das alles viel zu aufwendig sei. Börse muss doch einfacher sein. Diese Lösung sei zu kompliziert.
Ihr Verstand wird Ihnen also versuchen einzureden, dass es eine Abkürzung zum Tradingerfolg gebe, einen leichteren Weg. Das ist natürlich Unsinn. Gäbe es ihn, hätten ihn schon etliche gefunden.
Aber spätestens, sobald Sie über die allerersten Anfänge im Training des Nichtdenkens hinaus sind, sobald Sie Ihre Gedanken als neutral beobachten können, wird sich der Verstand selbst entlarven. Denn diesen Gedanken, den er Ihnen da einpflanzen will, werden Sie ja – dank Ihrer Beobachtungen – als einen solch subversiven Versuch enttarnen.
Sie haben also in relativ kurzer Zeit ein exzellentes Werkzeug an der Hand, das Sie fast automatisch bei der Stange hält.
GELASSENHEIT UND BEHARRLICHKEIT
Keine Frage, zwischenzeitlich wird Ihr Verstand auch mal wieder die Oberhand gewinnen. Sie werden seinem Geplapper erliegen und seinen Sprüchen Glauben schenken. Doch schon beim nächsten Mal, wenn Sie Ihr Training wieder aufnehmen, werden Sie erneut auf die Gewinnerseite gelangen. Denn Ihr Verstand wird so unvorsichtig sein und die scheinbar erfolgreiche Einflussnahme fortsetzen. Und dann haben Sie ihn!
Lassen Sie sich also nicht entmutigen. Das Verfolgen Ihrer Gedanken ist ein vergleichsweise einfacher Schritt. Und wenn Sie solche Erfolge errungen haben, denken Sie an die positive Verstärkung: Belohnen Sie sich. Legen Sie zwischendurch durchaus eine angemessene Pause ein. Mentales Training ist anstrengend. Übertreiben Sie nicht, Sie werden nichts erzwingen können. Bedenken Sie, dass auch die Ausbildung der ostasiatischen Kämpfer nicht in wenigen Wochen beendet ist.
Und lassen Sie Ihren Verstand zwischendurch ruhig mal wieder zu Wort kommen. Sie können sich ja immer mal wieder heimlich in seine Gedankengänge einschalten. Sie werden sich köstlich amüsieren, was der arme Kerl für einen Blödsinn von sich gibt. Sie brauchen es ihm ja nicht zu sagen…
Mit den genannten Mitteln haben Sie ab sofort die Möglichkeit, diese Gedanken, einfach weil es Sie nicht mehr interessiert, nicht mehr weiter zu denken. Natürlich geht es, zumindest am Anfang, auch nicht darum, die Gedankenleere über Stunden aufrecht zu erhalten. Es sind mehrere Faktoren, die nun ineinandergreifen. Je mehr Sie die Sinnlosigkeit des inneren Monologs enttarnen, desto mehr bewusste Aufmerksamkeit steht dem Trading zur Verfügung. Auch die Gelassenheit, die entsteht, wenn man den Gedanken nicht mehr die Bedeutung zumisst, hilft enorm beim Trading. Die Gedanken, die uns ansonsten zu gehetzten Tradern machen, werden nur noch schmunzelnd beobachtet und als wertloses Geplapper betrachtet.
Man fängt an, sich selbst (also die eigenen Gedanken) nicht mehr so wichtig zu nehmen. Selbst wenn Sie also nie zum Nichtdenken gelangen sollten, werden die hier vorgestellten neuen Sichtweisen einen erheblichen positiven Einfluss auf den Tradingalltag nehmen können. Und als letzte Folge entsteht, wenn Sie mehr und mehr Ihrem inneren Monolog das Recht versagen, von Ihnen Besitz zu ergreifen, mehr Raum für etwas anderes: Intuition.
DIE ENTDECKUNG DER INTUITION
Sie sitzen vor Ihren Monitoren, schauen sich Charts an. Sie stellen fest, dass Sie keine Lust mehr haben, der üblichen Gedankenwurst zu erliegen. Sie entspannen sich, beruhigen Ihr Denken, schalten es vielleicht ganz ab. Sobald neue Gedanken aufkommen, strafen Sie diese mit demonstrativem Desinteresse. Falls Sie merken, dass Sie sich wieder emotional an einem Gedanken geheftet haben, versuchen Sie, dieses nervige Verhalten zu stoppen. Wenn es nicht gelingt, verfolgen Sie ein wenig die Gedankenwurst, bis Sie das Interesse verlieren.
Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit (möglichst gedankenleer) auf das, was Ihnen widerfährt. Sie sind ein Jäger, vor Ihnen irgendwo lauert die Beute. Schärfen Sie Ihre Sinne, lassen Sie Ihre Aufmerksamkeit wachsen. Irgendwo in Ihnen kann ein Gefühl entstehen, eine Vision. Auch das ist leider wieder höchst individuell.
Meistens ist es in der Reinform eine Art gedankenlose Gewissheit: Dies und jenes geschieht. Doch gerade am Anfang kommt es zu anderen Gefühlen. Einige berichten davon, dass sie traurig wurden, als sie einen Chart sahen und somit wussten, dass es nun zu Kursverlusten kommen werde. Andere beschreiben Gefühle der Angst oder der Leere, die ebenfalls auf fallende Kurse hinweisen. Oder Sie spüren geradezu die Stärke, die ein Chart ausstrahlt. Wie die Intuition sich Ihnen persönlich anschließt, kann ich Ihnen nicht sagen. Was eigentlich Intuition ausmacht, wie sie bei jedem aussieht, ist verständlicherweise kaum zu beschreiben. Vielleicht auch nur, weil es zu wenig erforscht wurde.
Intuition ist ein fließender Prozess. Es gibt nicht einen Punkt, an dem Sie sicher sind, es jetzt endlich und für immer erlernt zu haben. Zumal, wie gesagt, Ihre Intuition auch Futter braucht. Erfahrung ist wichtig, Misserfolge sind es auch.
Aber Sie werden, wenn Sie Ihre Gedanken nach und nach in den Hintergrund, immer öfter Gewissheit haben, Charts fühlen zu können. Sie sehen einen Chart und auf einmal geschieht etwas in Ihnen. Sie wissen, wie es sich weiterentwickeln wird. An Anfang wird es seltener sein und Sie werden Zweifel an dieser Intuition haben, dann, mit der Zeit, geschieht das immer häufiger.
Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses intuitive Wissen eigentlich immer und in jedem vorhanden ist. Es wird nur von dem unglaublichen Lärm der Gedankenfülle überlagert. Man gibt diesem Wissen zu wenig Raum.
Es kann sogar längere Phasen geben, in denen die Intuition oder das Nichtdenken nicht funktioniert. Vielleicht, weil Sie emotionalen Stress haben (berufliche oder privater Natur). Es gibt aber auch Börsenphasen, in denen es schwer ist. Das Schöne an dieser Methode ist in diesem Fall, dass die Intuition einfach schweigt. Sie wissen also, dass Sie zurzeit nicht wissen, was geschehen wird. Also reduziert man die Positionsgröße und schränkt das Traden ein bisschen ein. So kann man sich vor erheblichen Fehltrades schützen.
Wenn es Ihnen aber gelingen sollte, ohne den inneren Monolog zu traden, werden Sie immer häufiger Momente, der absoluten Perfektion erleben. Sie werden sicher wissen, was der Markt machen wird. Sie werden es in jeder Pore Ihres Körpers fühlen. Es wird ein ruhiges Wissen sein, ein emotionsloses – der fast spirituelle Augenblick, in dem ein Jäger die lang gejagte Beute endlich tötet. Jede Sekunde dieser Erfahrung ist mehr wert als alles Geld, das Sie mit diesem Trade verdienen.
Trading Komponenten
Diese Stimmung entspricht einer Art fließender Hingabe, Ihr Geist ist wach, klar und aufnahmefähig. Ihre Wahrnehmung vollkommen durchlässig, offen für alles, was geschieht, frei von Überzeugungen, Einschätzungen und Emotionen. Sie werden sich jeder vorgefertigten Meinung verwehren. Sie sind reine Beobachtung und nehmen einfach nur wahr, was geschieht. Ihre Aufmerksamkeit ist auf die Bewegung der Kurse gerichtet.
Dieser Zustand ist mit dem Flow zu vergleichen, den Sportler erleben. Es ist das völlige Aufgehen in einer Tätigkeit. Die Aufmerksamkeit (der Wille im Sport) ist zentriert, ohne es erzwingen zu wollen. Alles fließt in einem gleichmäßigen Strom konzentrierter Aufmerksamkeit.
Nun kann man sich vorstellen, dass, wenn unter auf der Strasse ein Presslufthammer arbeitet, es schwer ist, einen solchen Zustand längere Zeit aufrechtzuerhalten.
Es verwundert also nicht, dass in amerikanischen Trading-Floors ruhige, fast meditative Musik gespielt wird, um diesen Zustand zu erleichtern. Ich neige selbst dazu, ruhige Musik zu hören, wenn ich intensiv trade. So stellt sich wesentlich schneller ein fließender Zustand ein. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl intensiver Wahrnehmung – eine zeitlose Leere und stille Begeisterung.
Es ist die hohe Kunst des Day-Tradens.
WAS BLEIBT IHEN ALSO ÜBRIG?
Die hier genannte Methode stützt sich auf die Erkenntnis, die mittlerweile auch in der Psychologie mehr und mehr vertreten wird. Die Intuition ist dem Verstand in vielen Dingen überlegen, selbst bei Kaufentscheidungen.
Leider verwechseln viele Menschen Intuition mit Bauchgefühl und so entstehe eine Reihe von Missverständnisse. Intuition stützt sich tatsächlich auf eine Vielzahl unbewusster Erfahrungen. Es ist also unbedingt wichtig, der Intuition das richtige Futter zu geben, um auf Erfahrungen aufzubauen.
Mir ist natürlich bewusst, dass das, was ich in diesem Buch beschrieben habe, so gar nicht in den Mainstream der gängigen Vorstellungen vom Trading, Chart und Börse passt. Das soll es auch nicht. Wenn Sie an den Börsen erfolgreich werden wollen, müssen Sie neue, andere Wege gehen. Wenn man nur die Sichtweise ändert, kann das schon zu erfolgreichen Prozessen führen. Schließlich ist auch dieser Weg nur eine von vielen Möglichkeiten, an den Börsen Gewinn zu erzielen. Eins ist dabei sicher, das Althergebrachte kann nicht und wird nie im Day-Trading Bereich funktionieren.
Ebenso unmöglich ist es, einen einfachen und schnellen Weg zur Freisetzung der Intuition in einer Art zu beschreiben, dass man nur Sätze liest und schon angekommen ist. Den eigentlichen Weg müssen Sie selbst gehen. Day-Traden ist ein lebenslanger Prozess. Die Perfektionierung des eigenen Handelns kann aber zu einer spannenden Lebensaufgabe werden, einem Hobby, das Sie zu Ihrem Beruf oder sogar zu Ihrer Berufung machen.
Trading Komponenten
Der Erfolg beim Trading beruht auf der Entwicklung einer soliden Handelsstrategie und der Fähigkeit, sich an diese zu halten. Der Spekulant muss immer darauf achten, sich selbst im Griff zu haben. Warum handle ich mit Wertpapieren? Das Trading unterscheidet sich deutlichen vom Glücksspiel und erfüllt eine äußerst wichtige Funktion in unserer Volkswirtschaft. Trotzdem sind die Mitspieler oft dieselben. Wenn Sie nicht bereit sind, Zeit und Arbeit für das Trading aufzuwenden, dann werden Sie beim Würfeln besser dran sein, denn beim Würfeln sind die Chancen gut berechenbar. Deshalb lautet mein Vorschlag, dass Sie Bücher über das Glücksspiel und die Instinkte der Glückspieler lesen und ganz sicher gehen, dass Sie nicht einfach nur darauf aus sind den „schnellen Dollar“ zu machen.
Manche Psychologen behaupten, dass Spielsüchtige verlieren wollen, um sich selbst zu bestrafen.
Nur, wenn Sie Ihre Stärken und Schwächen kennen, können Sie Ihre Stärken ausbauen und an Ihren Schwächen arbeiten. Kenne dich selbst und wisse, warum du tradest.
Ein Spekulant, der reich stirbt, stirbt zu früh
Timing: Wenn ich aber genau sagen musste, wann und bei welchem Kurs der Markt sich wieder dreht, dann sicherlich genau dann, wenn ich meine Position (mit Verlust) schließe, nicht eine Minute früher. Lernen Sie dieses Prinzip gut kennen, denn es wird Ihnen viel Geld sparen. Oft haben mich schon Investoren angerufen in der Hoffnung, ich würde sie in der Annahme unterstützen, dass sich der Markt, in dem sie investiert waren, bald wieder erholen würde. Meine Antwort ist immer dieselbe: „Lassen Sie mich wissen, wann sie aussteigen, dann werde ich kaufen.“
Manche Leute könnten nicht einmal Geld verdienen, wenn man ihnen eine Ausgabe des Wall Street Journal der nächsten Woche in die Hand drücken würde. Erkenne dich selbst.
Mit Geld kaufen wir uns Freiheit, nicht mehr und nicht weniger: Wenn Sie ein bestimmtes Niveau des Reichtums erreicht haben, dann steigert das Ansammeln von weiteren Dingen weder Ihre Zufriedenheit noch Ihre Freiheit. Wenn Sie zu viele Dinge sammeln, dann verlieren Sie dadurch sogar Freiheit. Das Trading kann viel Freude bereiten, aber wie jede Droge kann auch dies zur Sucht werden.
Sie werden nur Geld verdienen, wenn Sie unzählige Charts studieren du darauf Ihre Einstiegpunkte, Ihre Ausstiegspunkte, und Ihren StoppLoss einzeichnen. Dadurch verinnerlichen Sie diese Ansätze und eignen sie sich an. Eines der schwierigsten Dinge beim Trading ist das Schließen einer Position gegen Ende eines Ausbruchs oder während eine Kaufspitze. Sagen Sie einfach, dass Sie ein netter Mensch sind:
Jeder will die Aktien haben und Sie geben Ihre her.
Führen Sie ein genaues Trading-Tagebuch. Schreiben Sie alles auf, was Sie jeden Tag sehen und herausfinden und lesen Sie Ihre Aufzeichnungen häufig. Erstellen Sie zwei Chart: Einer der zeigt, was sie hätten tun sollen, der andere zeigt, was Sie wirklich getan haben.
INVESTMENT/TRADING LOGBUCH à LA CAPTAIN KIRK
Ich kann mir ein Diktiergerät für das Trading besorgen, da dies während des Tradingprozesses effektiver ist, seine Gedanken und Emotionen festzuhalten. Am Ende des Tradingtages kann das aufgenommene „Protokoll“ aufgeschrieben werden, da der Inhalt auf Tonband gespeichert wurde. Der Einsatz eines Diktiergerätes verlangt nicht so viel Disziplin wie es ein schriftliches Protokoll benötigt. Außerdem sind die Gedanken und Fakten schneller ausgesprochen als aufgeschrieben. Genau wie es Captain Kirk auf der Enterprise macht.
Der Fehler liegt nicht darin, falsch zu liegen, sondern darin auf der falschen Position zu bestehen. Deshalb ist es so wichtig, dass der Stopp und auch eine Umkehrorder sofort platziert werden.
Ein funktionierendes System gibt dem Trader nichts außer einem geringen technischen Vorteil. Der bringt nur Gewinn, wenn man ihn oft genug ausspielt.
Alle Systeme sollten über eine Einstiegstechnik für Long- und Shortpositionen verfügen und damit die einzigen beiden Richtungen abdecken, in die der Kurs gehen kann.
TrailingStopps geben dem Kurs etwa Spielraum, bevor der Gewinn realisiert wird. Diese Stopps beschränken die großen Gewinne nicht von vornherein, wie es die Kursziele tun.
Wenn Sie erkennen, dass etwas getan werden muss, dann tun Sie es! Warten Sie nicht! Denken Sie nicht mehr darüber nach!
Bändigen Sie Ihr Ego und lernen Sie kleine Verluste lieben
Ein Trader kann über die besten technischen Hilfsmittel verfügen und trotzdem wegen seiner psychologischen Verfassung in diesem Geschäft erfolglos bleiben.
LARRY WILLIAMS / LARRY LIVINGSTON
Warum verwenden Sie keine Stopps? Aus Geiz, kurz und bündig. Sie wollen Geld machen, aber nicht in den „Pott“ einzahlen. Das funktioniert auch beim Poker nicht. Um zu spielen muss mindestens der Big Blind gezahlt werden. Die Betonung liegt auf dem Wort „BLIND“, der Einsatz muss gezahlt werden, bevor man den Flop, Turn oder River sieht. Somit kennt man auch hier nicht den Ausgang der Partie.
Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dass Geldmachen in diesem Geschäft leicht ist? Ist es in Ihrem Geschäft leicht? Wenn ja, dann bleiben Sie dabei. Vermeiden Sie das Trading.
Geld wird in jeder Unternehmung damit gemacht, dass man eine Sache von Wert gegen eine andere eintauscht. In diesem Geschäft besteht der Tausch eines erfolgreichen Traders darin, dass er sein Risikokapital und seinen Verstand einsetzt. Er oder sie zahlt für seine Einkünfte mit stundenlangen Studien.
Um Geld zu machen, braucht man immer ein wenig Zeit, Geldverdienen bedeutet Zeit, Zeit bedeutet Geld. Finden Sie einen zuverlässigen Ansatz und halten Sie sich daran.
Während ich fest daran glaube, mit Trading Geld zu machen, glaube ich auch fest daran, dass jeder Trade mein Konto auslöschen kann. Ein Spekulant muss es sich zur Aufgabe machen, Geld an der Börse zu verdienen und sich nicht darauf zu versteifen, dass der Ticker mit ihm übereinstimmen muss.
Bei meinem Spekulationssystem ging es also darum, rein rechnerisch nachzuweisen, dass es klug war nur dann ein hohes Engagement einzugehen, wenn man auch gewann und nur einen kleinen Einsatz zur Peilung der Lage zu riskieren.
Er führte Trades durch und kaufte zum Beispiel hundert Aktien eines umsatzstarken Titels. Sobald sie um ein Prozent gestiegen waren, kaufte er weitere hundert und so weiter. Er meinte immer, er würde nicht spekulieren, damit andere daran verdienen und gab daher auch stets eine Stopp-Loss-Order über einen Stopp, einen Punkt unter dem Kurs seines letztens Kaufes herein. Stieg der Kurs weiter, zog er einfach den Stopp nach. So wurde er bereits ausgestoppt, wenn sich der Markt nur um ein Prozent in die andere Richtung bewegte. Er erklärte, er könne keinen Sinn erkennen, mehr Geld als in Höhe eines Punktes zu verlieren – gleichgültig, ob dieses aus seiner ursprünglichen Margin oder aus seinem unrealisierten Gewinn stammte.
Man kann zwar nicht gegen seinen eigenen Willen überzeugt werden, doch kann man solange auf einen eingeredet werden, bis man verunsichert ist – das ist noch viel schlimmer, denn dann kann man seines Trades nicht mehr zuversichtlich und mit der nötigen inneren Ruhe durchführen.
Beobachtung, Erfahrung, Gedächtnis und Mathematik – darauf muss sich der erfolgreiche Trader verlassen können. Er muss nicht nur genau beobachten, sondern sich jederzeit daran erinnern können welche Beobachtungen er gemacht hat.
Angst und Hoffnung halten sich die Waage- deshalb ist es aufschlussreich und gewinnbringend wie eh und je, sich mit der Psychologie zu befassen. „Die Grundlage einer erfolgreichen Spekulation in Aktien besteht in der Annahme, dass Menschen ihre in der Vergangenheit begangenen Fehler auch in Zukunft wiederholen.
Ist man gezwungen, eine Aktie ein oder zwei Jahre als Ballast mitzuschleppen, ist es mit einem Verlust, der sich nur auf den Einstandskurs beschränkt, nicht mehr getan. Die entsprechende Aktie ist im Weg, wenn es um wirklich gute Dinge geht.
Erfahrene Spekulanten erwarten nie, dass sie sich in einer vollkommen risikolosen Transaktion engagieren.
Allerdings wären Sie überrascht, wenn sie wüssten, wie oft sich auch die erfolgreichen Firmengründer wie launische Frauen aufführen, nur weil sich der Markt nicht so verhält, wie sie es gerne hätten oder erwarten. Es scheint, als ob sie die „Verweigerung“ der Börse as persönliche Beleidigung auffassen und schließlich verlieren sie ihr Geld, nachdem sie zuvor ihre Beherrschung verloren haben. Ärgern bringt nichts. Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht: Ein Spekulant, der die Beherrschung verliert, hat schon alles verloren. Gleichgültig wie fähig und erfahren ein Spekulant auch sein mag: Man kann Menschen nicht davon abhalten zu irren.
Nehmen wir einmal an, eine Aktie ließ sich nicht mehr so leicht zu pari verkaufen. Durch ein zweimaliges Splitting, die neuen Aktien zum Kurs von 30 oder 25 bei Publikum unterzubringen, was einem Kurs der alten Aktie von 120 bzw. 140 entsprochen hätte – eine Notierung, die sie sonst nie erreicht hätte. Weder an der Wall Street noch anderswo zahlen sich Neid und Missgunst aus. MISSION
„Ich will Unmengen Geld verdienen.“ Aber die meisten Menschen wollen nicht einmal das Geld. Was sie wirklich wollen, sind die Dinge, die man für Geld kaufen kann! Warum wollen Sie ein neues Haus haben? Weil Sie sich von einem neues Haus ein Gefühl der Sicherheit erwarten. Warum wollen Sie ihre Tochter aufs College schicken? Weil es Ihnen ein Gefühl inneren Friedens gibt, wenn Ihr Kind eine gute Ausbildung hat. Wenn Sie mit Ihrer Analyse fortfahren, werden Sie bemerken, dass ihr Ziel (das Sie als Mission bezeichnet haben) mit Geld eigentlich nichts zu tun hatte. Ihr Ziel ist ein bestimmter mentaler oder emotionaler Status. Ein Gefühl, das aus dem Erreichen des Ziels erwächst. Geld ist nur ein Mittel zum Zweck. Schließlich kann man absolut nichts mit Geld anfangen, das bewegungslos auf einem Brokerkonto oder in einer Bank liegt. Es ist nur eine Ziffer eine 1 oder 0, die irgendwo in einem Computer steckt. Einmal im Monat erhalten Sie eine Abrechung, die Ihnen sagt, wie viele Ziffern Sie haben!
Das Geheimnis zur Erfüllung Ihres Lebenstraumes, ein Trader zu sein, besteht darin, jetzt aktiv zu werden und auf Kurs zu bleiben, bis das Ziel erreicht ist. Mit anderen Worten: Seien Sie jeden Tag aktiv bis das Ziel erreicht ist. Das hält Ihren Geist auf dem richtigen Kurs, und auch Ihr Unterbewusstsein wird Ihnen auf dem Weg zum Ziel helfen. Es ist so leicht, sich ablenken zu lassen und sich auf weniger produktiven Gebieten zu verzetteln.
Keine Bank gewährt Kredit auf einer schlechten, schlampig geplanten und völlig aus der Luft gegriffenen „Geschäftsidee“. Und doch beginnen die meisten angehenden Trader ihr Geschäft exakt auf diese Weise. Sie verschwenden keinen Gedanken daran, dass sie gerade den Kampf mit einigen der am besten finanzierten und gemanagten Tradingfirmen der Welt aufgenommen haben – Firmen wie Merrill Lynch, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Nicht zu vergessen die Tatsache, dass sie auch gegen viele private Market Maker und Trader antreten. Ihr neues Geschäft wird von den Konkurrenten zermalmt werden. Aber hauptsächlich aufgrund von Erfolgsstories (ein Bekannten kennt jemanden, der ein wenig Geld verdient hat), wegen der Werbung und weil die Medien Sie überzeugt haben, das Trading einfach ist, wollen Sie ein kleines Tradinggeschäft eröffnen und gegen Goldman Sachs antreten. Nun ich kann Ihnen sagen, dass das nicht der Fall sein wird. Zumindest werden Sie kein Geld verdienen; am Anfang ohnehin nicht – und vor allem nicht ohne einen Geschäftsplan und einen Tradingplan, die ganz genau erklären und definieren, wie Sie gegen so gewaltige Gegner bestehen können.
Wir haben zahllose Geschichten von klugen Erfindern neuer Produkte und Dienstleistungen gehört, die mit neuen Ideen unermesslich reich wurden. Aber meist hatten zuvor schon Hunderte oder Tausende von Menschen die gleiche Idee. Eine gute Idee zu haben ist zwar schön, aber es ist nicht der wichtigste Teil des Plans. Am wichtigsten ist die Umsetzung der Idee. Und das ist es was ein Geschäftsplan wirklich leistet – er ist ein schriftliches Dokument, das zeigt, wie man eine Idee oder ein Konzept in ein profitables Unternehmen verwandelt. Da nur die besten Trader genug Disziplin aufbringen, einen solchen Plan zu erstellen, haben Sie hier einen der „Vorteile“, die Sie brauchen, um gegen die Top-Trader und Market Maker zu bestehen.
Wären analytische Fähigkeiten beim Trading von Bedeutung dürfte man erwarten, dass die meisten Analysten beim Trading gut abschneiden würden. Aber das tun sie nicht. Der Grund ist einfach: Man muss die Börsenentwicklung nicht prognostizieren, um Geld zu verdienen. Der Gewinn ist vielmehr die Folge kontrollierter Ausstiegstechniken und logischer Positionsbestimmung.
Nun fragen Sie vielleicht: „Wie kann ich mit einer Aktie Geld verdienen, wenn ich in mehr als der Hälfte der Fälle falsch liege?“ Ganz einfach. Ihr Ziel ist es, unterm Strich in der Gewinnzone zu landen. Sie wollen mit Sicherheit wissen, dass Sie dieses Ziel nach zehn oder mindestens nach 50 Trades erreichen werden. Sie müssen kein Geld mit dem Trade verdienen, den Sie gerade jetzt durchführen. Sie müssen sich nur auf Regeln zur Glattstellung des Trades konzentrieren, ob er profitabel entsprechend Ihren Regeln ist oder nicht, für Gewinne und Verluste. Das Bedürfnis mit jedem einzelnen Trade Geld zu verdienen, ist ein sicherer Weg in die Katastrophe!
Vorbereitung auf den Tradingtag: Körperliches Training in Form von 30 Minuten Jogging. 2 Liter Wasser pro Tag
Ich habe eine Einstellung und einen Glauben, die besagen: „Ich bin ein guter Trader. Ich genieße mein Leben. Ich genieße, was ich tue. Das bringt mir Erfüllung. Ich bringe mir, meiner Familie und der Welt positive Ergebnisse.“ Wenn ich diese freudige Einstellung aufrechterhalte, bleibe ich in Verbindung mit meiner Mission, und das wirkt sich fast jeden Tag auf meine Gewinne aus. Wenn das nicht der Fall ist – wenn ich physisch sehr müde oder krank bin oder wenn andere Probleme auf mir lasten –, dann wirkt sich dies ebenfalls auf meine Ergebnisse aus. Leider in negativer Weise.
Manchmal verwende ich auch eine Technik, die ich „positives Selbstgespräch“ nenne. Verwenden Sie einfach ein paar Minuten darauf, Ihren inneren Dialog festzuhalten. Wenn Sie etwas Negatives hören, wenn Sie sich zum Beispiel selbst einen Idioten nennen, dann denken Sie noch einmal nach. Man könnte das auch anders formulieren: „Ich habe gerade einen Fehler gemacht, und ich bin dankbar, dass ich auch meinen Fehlern lernen kann.“
Jeden Tag danke ich Gott für die Freuden und Segnungen in meinem Leben. In der Regel handelt es sich dabei um Menschen – ich fokussiere mich nicht auf Geld. Ich bin dankbar für Essen, Geld und physische Dinge, aber viel dankbarer bin ich für die Menschen in meinem Leben – sie sind eine Freude und ein Segen. Daher spreche ich ein Dankgebet. Vor allem bitte ich Gott um seinen Segen für mein Trading am jeweiligen Tag.
Wenn Sie wissen wollen, wann und wie man kauft, ist die Antwort einfach: Sie klicken auf der Tastatur und kaufen damit. Oder Sie rufen Ihren Broker an. Wenn Sie aber wissen wollen, wie Sie traden müssen, um finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen, dann müssen Sie sich ganz andere Fragen stellen.
Wir favorisieren einen umfassenden Zugang zum Trading, der weit über das hinausgeht, was die meisten Leute jemals tun werden (weil die meisten zwar den Erfolg haben wollen, nicht aber die dafür nötige Arbeit und Disziplin). Wenn Sie außergewöhnliche Mühen auf sich zu nehmen bereit sind, dann werden Sie auch außergewöhnliche Ergebnisse erzielen. Das ist ein Naturgesetz.
„Die Fehler sind alle schon da und warten nur darauf gemacht zu werden.“ Wenn Sie ein solches System haben, können Sie es auf dreierlei Art testen. Zunächst können Sie es einfach mit kleinen Positionen traden, bis Sie ungefähr 200 Trades durchgeführt haben. Berechnen Sie das R-Vielfache eines jeden Trades. Berechnen Sie auch die allgemeinen Gewinnerwartung Ihres Systems, indem Sie die R-Vielfachen aufsummieren und das Ergebnis durch die Zahl der Trades dividieren.
Die erste Aufgabe ist die tägliche Selbstanalyse, die in der Regel am Beginn des Tradingtages durchgeführt wird. Die meisten Leute verbringen viel Zeit damit, die Märkte zu analysieren, beschäftigen sich aber überhaupt nicht mit Selbstanalyse. „Wie fühle ich mich? Habe ich meine Emotionen unter Kontrolle, oder kontrollieren meine Emotionen mein Trading? Befolge ich meine Regeln? Was sage ich zu mir selbst?“
Als nächstes müssen Sie täglich auf Ihren Tradingtag zurückblicken. Dies nicht zu tun wäre ein großer Fehler, weil Sie nicht auf eine Krise vorbereitet wären. Wenn Sie aber mental auf die Krise vorbereitet sind und sich dann mental darauf einstellen, wie Sie reagieren würden, können Sie alle Probleme vermeiden.
Die dritte Aufgabe besteht darin, Ihr Trades exakt aufzuzeichnen, Warum haben Sie den Trade gemacht? Was war Ihre Idee? Was in Ihnen vor, als Sie den Trade durchgeführt haben? Wenn Sie das tun haben Sie eine Basis für die Analyse Ihres Verhaltens und werden sich stetig verbessern.
Und schließlich müssen Sie täglich Ihr Trading beurteilen. Was ist an diesem Tag passiert? Haben Sie Fehler gemacht? (Fehler bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Sie sich nicht an Ihre Regeln gehalten haben). Und wenn Sie keine Regeln haben, dass haben Sie erst recht einen Fehler begangen,
Der Stopp ist der derjenige Punkte, zu dem Sie sich entschlossen haben, unter allen Umständen aus dem Trade auszusteigen, um Ihr Kapital zu schützen. Außerdem muss sich sein, dass Ihr Stopp auch ausgeführt wird. Wenn Sie einmal während eines Trades weggehen müssen, dann setzen Sie bei Ihrem Broker einen Stopp, oder steigen Sie aus, ehe sie gehen. Sie wissen nie, welche Katastrophe während Ihrer Abwesenheit passieren kann. Sie können einen großen Teil Ihres Kapitals verlieren, nur weil Sie eine Pause eingelegt haben und in dieser Zeit offenen, ungeschützte Positionen zu halten.
Man sagt im Allgemeinen, dass Amateure Pleite gehen, weil sie keine Verluste akzeptieren können – sie behalten ihre verlustbringenden Positionen. Die meisten Profis aber gehen Pleite, weil Sie ihre Gewinne zu früh mitnehmen. Arbeiten Sie daran, Ihre Gewinne laufen zu lassen.
Wenn Sie ein guter Trader sind, werden Sie alles tun wollen, um einen Tagesverlust zu vermeiden, der einen ganzen Jahresgewinn zunichte machen kann.
Als ich mit der Beobachtung von Tradern begann, erkannte ich in der Spannung des Tradings ein hohes Suchtpotential. Wenn der Handel am Chicago Board of Trade endete, stiegen die Floor Broker und die Anwohner früher in einen Bus, der vor dem Börsengebäude hielt und sie zu einer Pferderennbahn brachte. Die Spannung macht derart süchtig, dass die Trader noch mehr davon brauchten, wenn der Börsenhandel vorbei war.
Man muss dabei verstehen, dass Spannung nicht damit zu tun hat, an der Börse viel Geld zu verdienen. Gutes Trading kann sehr langweilig sein. Trading unter Spannung, kann den zwanghaften Glücksspieler zwar Millionen von Dollar kosten, aber viele Trader verspüren eine gewisse Neigung zur Aufregung. Noch einmal: Wenn Sie der Aufregung wegen traden, bekommen Sie auch genau das – Aufregung. Mit Geldverdienen hat das wenig zu tun.
Dies ist einer der Gründe, warum tägliche Selbstanalyse und das Führen eines Trading-Logbuchs so wichtig ist. Sie müssen festlegen, warum Sie den Trade durchgeführt haben. Wenn Sie sich von der Aufregung an den Märkten mitreißen lassen, dann brauchen Sie eine andere Quelle für Ihren Bedarf an Spannung. Gutes Trading erfordert einen Plan, Regeln und die Disziplin, sie auch zu befolgen.
Wenn Sie Teile Ihres Lebens vernachlässigen – Teile, die mit der Familie, mit Beziehungen oder einfach nur mit Spaß zu tun haben -, dann werden diese Teile Ihr Trading irgendwann untergraben. Wenn Ihr Tradinggeschäft also erst einmal ins Laufen gebracht ist, müssen Sie Ihr Leben im Gleichgewicht halten. Vernachlässigen Sie den Rest Ihrer Person nicht. Es ist ein schwerwiegender Fehler, das zu tun. Schließlich wird sich ein solches Verhalten rächen und alles sabotieren, was Sie sich als Trader aufgebaut haben.
Sie verlieren Ihre Konzentration. Ihre Gedanken wandern den ganzen Tag herum. Und wegen dieser Ablenkung vernachlässigen Sie wichtige Aufgaben.
Es gibt einen feinen Unterschied zwischen Selbstvertrauen und Selbstüberschätzung. Ein wirklich guter Trader kennt die Gewinnerwartung seines Systems. Er weiß einfach aufgrund der Wahrscheinlichkeit, wie viel er im Monat durchschnittlich verdienen wird. Er weiß, was in verschiedenen Marktsituationen zu erwarten hat und was schlimmstenfalls geschehen könnte; also er tradet nach Wahrscheinlichkeiten. Eine unsichere Person dagegen wird sich am Ruhm des Erfolgs erwähnen. Sie wird ihre Gewinne bis weit hinein in die Zukunft berechnen und darüber reden, was sie eines Tages alles erreicht haben wird. Dieses Gerede macht dem Trader Mut. Plötzlich geht er unnötige Trades ein, und seine Positionsgrößen wachsen dramatisch. Wenn das passiert, steht ein hoher Verlust meist kurz bevor.
Diesen Fehler kann man vermeiden, wenn man die Gewinnwahrscheinlichkeit seines Systems wirklich kennt und gründliche Simulationen durchgeführt hat. Sie müssen die potentiellen Risiken Ihres Systems kennen und Trades ausführen, die ihnen kurzfristig auch im Schlimmsten Fall das Überleben ermöglichen, damit Ihre Gewinnerwartung auf lange Sicht Bestand hat.
Wenn Sie emotional auf etwas reagieren, das mit Ihrem Trading passiert, dann halten Sie diese Art der Reaktionen wahrscheinlich für eine Art Muster in Ihrem Leben. Ob es sich nun um Furcht, Zorn, Gier oder was auch immer handelt, Sie reagieren wahrscheinlich immer so. Da diese Reaktionen keine einmaligen Ereignisse sind, müssen Sie mit diesen Emotionen wahrscheinlich etwas tun. Es gibt viele Möglichkeiten, seinen emotionalen Zustand augenblicklich zu verändern. Und wenn Sie ihre Emotionen verändern können, dann haben Sie definitiv Kontrolle über Ihr Verhalten – sie verursachen Ereignisse. Wenn Ihre Emotionen Ihnen beim Trading im Weg sind, können Sie etwas über Ihre Reaktionsmuster lernen, indem Sie sind Tradingtagebuch führen.
Einer der größten Vorteile eines Traders besteht darin, dass er nicht traden muss. Sie können sich aussuchen, wann Sie traden und brauchen nur gute Chancen zu erkennen. Das ist ein riesiger Vorteil, wenn Sie ihn zu nutzen wissen. Manche meinen, Sie müssten ständig traden, nur im Markt und aktiv zu sein. Dazu gehören auch Leute, denen es dabei nicht um die Aufregung geht. Sie denken einfach, sie müssten traden. Sie sind so begierig, dass sie jeden Vorwand nutzen, um zu traden.
Wenn sich im Markt aber nichts tut, dann müssen Sie auch nicht traden. Wenn Sie einem Trade engagiert sind, der sich nicht bewegt, sollte Sie wertvolle Ressourcen und Energie nicht in eine verpasste Gelegenheit investieren. Steigen Sie aus. Er wird sich wahrscheinlich nicht wie erhofft entwickeln, also steigen Sie aus.
Beim Daytrading sollte Trades ein paar Sekunden – bis höchstens – ein paar Stunden dauern. Wenn Sie eine Aktien über Nacht halten, können Sie Opfer von Ereignissen werden, die außerhalb der Handelszeit passieren und ihre Aktie oder den Gesamtmarkt beeinflussen. Es gibt einige Tageszeiten, in denen Trading sehr gefährlich ist – vor allem für Anfänger. Ein solcher Zeitraum sind die ersten 15 Handelsminuten. In dieser Zeit testen die Profis bei den meisten Aktien den Markt. Ist es ein Käufer- oder Verkäufermarkt? Was passiert, wenn der Kurs steigt oder sinkt? Bis Sie die Eigenschaften des frühbörslichen Handels verstehen, rate ich Ihnen dringend, diesen Zeitraum zu meiden. Eine weitere Phase in der Anfänger nicht traden sollten, ist der Zeitraum zwischen 12:30 und 15:00 Uhr. Nun bewegen sich die Kurse und die Umsätze meist schwächer. Folglich können die Market Maker innerhalb kurzer Zeit für große Kursveränderungen sorgen.
Der Durchschnittmensch kann etwa sieben Einzelinformationen gleichzeitig verarbeiten. Dabei kann es sich zum Beispiel um sieben Aktien handeln oder um drei Aktien und ihre Kurse.
„Wenn die Aktie bei 100 Dollar ein guter Kauf war, dann ist sie bei 98 Dollar ein Schnäppchen und ich sollte mehr davon kaufen.“ Und wenn der Kurs auf 95 Dollar sinkt, klingt die Logik so: „Wenn die Aktie wieder auf meinen ersten Einstiegskurs steigt, werde ich schon hoch im Gewinn stehen.“ Und nun sehen wir uns einmal die Realität an. Die Realität beim Verbilligen ist, dass Sie keinen Ausstiegspunkt zum Schutz Ihres Kapitals haben. Stattdessen haben Sie sich in eine bestimmte Aktie verliebt und besitzen kein Mittel, Ihr Kapital zu schützen, falls Sie falsch liegen.
Sie vermischen zwei Tradingstile auf demselben Konto, vor allem ehe Sie auch nur bei einem davon Kompetenz erreicht haben. Wenn Sie Tradingstile wie beschrieben vermischen, brechen Sie die Disziplin, die Sie sich mit so viel Mühe erarbeitet haben. Suchen Sie sich einen Tradingstil aus und vervollkommnen Sie sich darin. Beweisen Sie sich selbst, dass Sie mit dem gewählten Stil beständig Geld verdienen können. Wenn Sie ihn wirklich beherrschen (aber erst dann!), können Sie zu Diversifikationszwecken einen weiteren Stil hinzufügen.
Wenn Sie sich für einen zweiten Stil entscheiden, dann sollten Sie ihn auf einem separaten Konto traden. Sie haben separate schriftliche Regeln für jedes Konto und können sicher sein, dass Sie beide diszipliniert befolgen werden.
Die meisten Trader begehen jedes Jahr etliche Eingabefehler. Man kann nur hoffen, dass die Fehler unbedeutend sind und sich schnell korrigieren lassen. Daher ist es sehr wichtig, dass Sie auf ihre Kondition und auf Ihre Gesundheit achten.
„Eine Aktie ist so viel Wert, wie der Jeck dafür bezahlt.“
Trading ist eine anstrengende Tätigkeit, fast wie eine Prüfung. Der Tradingprozess trocknet einen aus. Und zwar deshalb, weil Sie zum Trading einen großen Teil Ihrer Gehirnkapazität brauchen. Aber obwohl Sie sich am Ende des Tages erschöpft fühlen, müssen Sie sich dazu disziplinieren, entweder gleich noch eine Rückschau auf das Trading des Tages durchzuführen oder das am Abend zu einer bestimmten Zeit nachzuholen. Dieser Vorgang wird sich entscheidend auf Ihre Gewinne auswirken – positiv, wenn Sie ihn ausführen, und negativ, wenn Sie es nicht tun.
Erinnern Sie sich an Victor Niederhoffer? Dieser berühmte Trader und Autor von „The Education of a Speculator“ hatte im Herbst 1997 eine große Menge S&P-Puts leerverkauft, als der Markt in die Gegenrichtung explodiert. Er weigert sich, seine Verluste hinzunehmen und auszusteigen. Am Schluss hatten er und seine Investoren alles verloren. Wenn Niederhoffer in eine solche Verlustfalle tappen kann, was ist dann mit mir? Schon mit einer kleinen psychischen Unzulänglichkeit wie Selbstunzufriedenheit oder lähmendes Entsetzen kann man in diese tödliche Falle geraten, die man auch mit noch so vielen Tests nicht prognostizieren kann. Ich kenne das, und ich weiß, dass ich zu solchen psychischen Schwächen neige. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass ich in einer solchen Lage diszipliniert reagieren würde. Daher habe ich diese Methode aus meinem Arsenal gestrichen
Ich selbst bin davon überzeugt, dass man fast jederzeit und zu jeden Kurs in den Markt einsteigen kann, wenn man sich sehr rigorosen Stoppregeln unterwirft. Mit anderen Worten: Kaufen Sie oder verkaufen Sie leer zu fast jedem beliebigen Kurs und lassen Sie sich ausstoppen, falls Sie falsch liegen. Ich behaupte, dass Sie ein völlig zufallsbedingtes Einstiegssystem haben und dennoch profitabel sein könnten, wenn Sie sich, falls Sie falsch liegen, ausstoppen lassen. Dieser Faktor ist tatsächlich so wichtig wie ich es eben beschrieben habe.
DIE UNTERSTE SCHICHT KANN NICHT AUF DAUER AM MA...
Die Märkte sind ziemlich brutal. Sie merzen Amateure aus und halten jeden zum Narren, der meint, er habe alles verstanden. Wenn der Trader die mentale Seite der Angelegenheit nicht gut in den Griff bekommt, spielt der Rest keine Rolle. Die Märkte werden Ihre Schwächen gnadenlos aufdecken und Sie zu einem ehemaligen Trader machen.
Die Menschen neigen dazu, solche Fragen zu stellen, deren Antworten sie gerne hören. Das hat zur Entstehung einer ganzen Reihe von „Informationsverkäufern“ geführt. (Zeitungen, TV, Aktientipp-Hotlines, Analysten – Kommentare, um nur einige zu nennen.). Diese Tippverkäufer machen sich diese Neigung zu nutzen. Ich behaupte nicht, dass die Medien wissentlich Falschinformationen verbreiten, sie beantworten lediglich Fragen, die die Menschen für wichtig halten:
Wie wird sich der Markt nun entwickeln? Welche Aktien sollte ich jetzt kaufen? Ich besitze XYZ – Aktien. Glauben Sie, die werden steigen? ( Wenn Sie mit NEIN antworten, dann fragen diese Leute andere Menschen, bis sie jemanden finden, der ihrer Meinung ist) Sagen Sie mir, wie ich an der Börse Recht behalten kann
Es gibt einen Unterschied zwischen „Wissen“ und „Erfahrung“. Stellen Sie sich vor, Sie lesen ein Buch mit dem Titel „Wie man ein Flugzeug fliegt“. Nehmen wir weiter an, dass Sie keinerlei fliegerische Erfahrung haben, aber das Buch sorgfältig studiert haben. Sie legen sogar eine Prüfung über Ihr Wissen ab und erreichen die volle Punktzahl. Würden Sie nun tatsächlich versuchen, ohne Fluglehrer und ohne Flugstunden ein Flugzeug zu steuern? Die meisten von Ihnen würden das nicht tun – einfach deshalb, weil das mit größter Wahrscheinlichkeit zu einer Katastrophe führen würde.
„Unser Handeln scheint wie ein Tropfen im Ozean zu sein. Aber gäbe es diesen Tropfen nicht, dann würde er im Ozean fehlen.“ (Mutter Theresa)
Wichtige Schritte zur Verbesserung Ihrer Tradingpsychologie:
Was Sie über sich selbst als Mensch und als Trader wissen Wie Sie sich vorbereiten Wie Sie denken und Entscheidungen treffen Wie Sie auf positive und negative äußere Einflüsse reagieren (emotional)
Ein guter Plan, der sofort ausgeführt wird, ist besser als ein perfekter Plan nächste Woche.
„Wir sind, was wir beständig tun, aber trotzdem bleiben wir alle Menschen.“
„Selbst einfache Regeln zu befolgen ich nicht einfach: siehe Straßenverkehr.“
Habe ich meine Emotionen unter Kontrolle, oder kontrollieren meine Emotionen mein Trading? Befolge ich meine Regeln? Was sage ich zu mir selbst?
Man sagt, dass Amateure Pleite gehen, weil sie keine Verluste einstecken können. Die meisten Profis gehen aber Pleite, weil sie ihre Gewinne zu früh mitnehmen.
Wahnsinn heisst, immer dasselbe zu tun und zu hoffen, dass sich das Ergebnis verändert. Wenn Menschen etwas nicht können, wollen sie einem einreden, dass es auch kein anderer tun kann.
Wenn Sie nicht wissen wer Sie sind, dann ist die Börse ein sehr teurer Ort, um es herauszufinden. Denken Sie also darüber nach, wie viel Volatilität sie vertragen können.
Nun ist es ja so, dass Spekulanten – bei der der Fokus nicht darauf liegt, was eine Anlage per anno erwirtschaftet, sondern was ein Anderer bereit ist, dafür zu zahlen – weder illegal, noch unmoralisch, noch unamerikanisch ist. Aber es ist ein Spiel, bei dem Charlie und ich nicht mitspielen mögen. Wenn wir keinen Beitrag leisten, warum sollten wir etwas bekommen?
Die Grenze zwischen Investition und Spekulation, die nie klar und deutlich ist, wird noch mehr verwischt, wenn die meisten Marktteilnehmer kürzlich Triumphe gefeiert haben. Nicht schläfert den Verstand mehr ein als große Dosen von überraschend verdientem Geld. Nach einer berauschenden Erfahrung dieser Art driften auch normalerweise vernünftige Menschen in ein Verhalten, das dem von Cinderella auf dem Ball ähnelt. Sie wissen, dass um Mitternacht sich die Kutsche in Kürbis und Mäuse zurückverwandelt, d.h. sie spekulieren weiter mit Unternehmen, die gigantische Bewertungen haben, relativ zu ihren Erträgen, die sie in Zukunft wahrscheinlich erwirtschaften können. Aber sie wollen trotzdem keine Minute von dem wundervollen Ball verpassen. Deshalb plane alle, trunken wie sie sind, erst Sekunden vor Mitternacht zu gehen. Es gibt nur ein Problem: Sie tanzen in einem Raum, in dem die Uhren keine Zeiger haben.
Wertschöpfung kann nicht von einem Unternehmen geschaffen werden, dass sein Leben lang Geld verliert, egal wie hoch zwischenzeitlich seine Bewertung auch gewesen sein mag.
Wir bevorzugen große Unternehmen, die eine dominante Stellung innehaben und deren Markenprofil schwer zu kopieren und von außerordentlicher Konstanz oder Zuverlässigkeit ist.
Wir haben Wirtschaftskrisen erlebt. Wir haben Kriege erlebt. Der Zuckerpreis geht mal nach oben, mal nach unten. Es ist viel passiert. Ist es nicht viel sinnvoller, darüber nachzudenken, ob sich ein Produkt aller Voraussicht nach halten kann und wirtschaftlich bleibt, als sich ständig die Frage zu stellen, ob man eine Aktie schnell kaufen und dann schnell wieder verkaufen sollte?
An der Wall Street wird Qualitätskontrolle nicht groß geschrieben. Den Investoren wird alles verkauft, was sie kaufen wollen.
Spekulieren ist am gefährlichsten, wenn es am einfachsten aussieht. Am unerfreulichsten bei alledem ist, dass der Kauf einer Option nichts mit dem Anteilsbesitz an einem Unternehmen zu tun hat. Optionen führen nur zu einem gigantischen Kapitaltransfer von den Unvorsichtigen zu den Wachsamen.
Mein Ansatz funktioniert nicht, weil er zutreffende Prognosen macht, sondern weil er mir erlaubt, falsche Prognosen wieder zu korrigieren.
Geduld ist die oberste Tugend des Investors. Alle menschlichen Fehler sind Ungeduld.
Man erinnert sich daran, dass noch niemand auf seinem Sterbebett gesagt hat: Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit im Büro verbringen können. Kleine Gefälligkeiten sollte man nicht vergessen, an kleine Makel sich nicht erinnern.
Ein Abend der ernsten Konversation mit einem überlegenen Menschen ist besser als 10 Jahre Studium.
Technische Analyse darf nicht als Wissenschaft,...
Verkaufen. Kaufen. Verkaufen. Kaufen. Die Rufe der Trader erschallen mit einem Donner, der es mit dem da draußen aufnehmen konnte. Und die Soja-Kurse fielen langsam, aber sicher. Dann brachen sie aus wie ein tropisches Fieber. Es regnete tatsächlich in Chicago, aber kein Mensch baut in Chicago Sojabohnen an. Im Herzen des Anbaugebiets, etwa 300 Meilen südlich von Chicago war der Himmel immer noch blau, sonnig und außerordentlich trocken. Aber obwohl es in den Sojafeldern keine Niederschläge gab, regnete es doch in den Köpfen der Trader und das ist alles, was zählte. Denn in den Märkten haben nur diejenigen eine Bedeutung, auf die Märkte reagieren. Das Spiel wird mit Gedanken und Emotionen gespielt.
Um meine Aussage über den Stellenwert der Massenpsychologie zu erhärten, sollten Sie selbst darüber nachdenken, was passiert, wenn ein Stück Papier namens „Geld“ gegen irgendein Objekt, sei es Kleidung oder Nahrung, eingetauscht wird. Wie kann es sein, dass Papier, selbst eigentlich nur von sehr geringem Eigenwert, gegen Dinge mit bedeutend höherem Eigenwert eingetauscht werden kann? Der Grund ist in der Psychologie zu suchen, die allen Menschen gemein ist. Alle Menschen glauben nämlich, der Papierfetzen wird als „Geld“ akzeptiert und deshalb ist es auch so. Sobald diese weitverbreitete, psychologische Grundhaltung nicht mehr bestünde, sobald die Menschen also ihren Glauben an das Geld verlören, wäre es jedoch wertlos.
Anspannung, Furcht und Nervosität werden proportional zur Höhe der investierten Summe steigen und diese Emotionen werden sich auf Ihre Methoden und Sichtweisen auswirken.
Wenn wir das Alte hinterfragen, lernen wir das Neue.
Auch eine Reise von tausend Meilen beginnt mit dem ersten Schritt.
„Die erste Morgenstunde ist das Ruder des Tages.“ So betrachtet ist der Eröffnungskurs das Ruder der Marktsitzung und gibt uns erste Anzeichen für die möglichen Tagestendenzen. Denn an diesem Zeitpunkt werden alle Gerüchte und Nachrichten gefiltert und zu einem einzigen Punkt verdichtet. Je ängstlicher der Trader ist, desto früher möchte er handeln. Zur Zeit der Markteröffnung könnte es also geschehen, dass die Leerverkäufer nach Deckung suchen, die Käufer ihre Positionen merklich vergrößern wollen, die Hedger vielleicht eine neue Position einnehmen oder eine alte abstoßen wollen etc… Nach den Anfangswirren der Markteröffnung haben sich die potentiellen Käufer und Verkäufer also mit dem Eröffnungskurs einen Bezugspunkt geschaffen. Es gibt viele Analogien zwischen Märkten und der Kriegsführung. Hier gibt uns der Eröffnungskurs einen ersten Ausblick auf das Schlachtfeld und erste Anzeichen für die Anwesenheit von feindlichen oder freundlichen Truppen. Das andere bestimmende Kursniveau ist der Schlusskurs. Die Margin Calls in den Terminmärkten basieren ebenfalls auf dem Schlusskurs. Viele Softwarepakete für den computergesteuerten Börsenhandel werden ebenfalls anhand der Schlusskurse kalkuliert. Wenn kurz vor oder zum Schlusskurs ein großer Kauf- und Verkaufsauftrag in den Markt kommt, der diesen Schlusskurs beeinflussen soll, nennen sie dieses Phänomen eine „Night Attack“. Wenn sie dasselbe Phänomen bei der Eröffnung ereignet, wird dies folglich als „Morning Attack“ bezeichnet. Sicherheitsstopps sollten am Anfang des Trades platziert werden, denn dann ist man noch am objektivsten. Sie sollten nur im Markt bleiben, solange Ihre Kurserwartungen erfüllt werden.
Alle Langzeittrends haben einmal als kurzfristige Bewegung angefangen Im Markt ist Hoffnung fehl am Platz. Der Markt sucht sich seinen eigenen Weg, ohne auf ihre Position zu achten.
Es gibt nichts Schlimmeres als falsch zu liegen, außer dauerhaft falsch zu liegen. Anstatt Ihres Kapitals sollten Sie lieber Ihre Erwartungshaltung liquidieren. Denn wenn sie ausgestoppt werden, geben sie einen Fehler zu. Es fällt den Menschen schwer, einen Fehler einzugestehen, denn das könnte ihren Stolz und ihr Prestige beeinträchtigen. Gute Trader versteifen sich nicht auf ihre Ansichten. Warren Buffet hat nur 2 Regeln.
Kapitalschutz Die erste Regel nicht vergessen
Stopps verkörpern die erste dieser Regeln. Ihre Ressourcen sind begrenzt, also sollten Sie versuchen, sie zu maximieren oder mindestens zu erhalten. Wenn Sie sich in einem Markt befinden, der sich gegen Ihre Position gewendet hat, ist es an der Zeit, auszusteigen und nach einer besseren Gelegenheit zu suchen. Sie sollten einen Stopp als den Preis betrachten, den Sie für Ihre fortdauernde Geschäftstätigkeit zahlen müssen.
„Der Verlust eines Hakens ist gut, wenn er einen Lachs gefangen hat.“ Wenn Sie ausgestoppt werden, sollten Sie das als verlorenen Haken betrachten. Vielleicht werden Sie schon mit dem nächsten Haken Ihr Glück finden.
Der hohe Stellenwert der Zahl 3 in der Kerzenanalyse: Während die Zahl 3 als Glücksbringer gilt, wird die Zahl 4 in Japan als Unheil verkündend betrachtet. Das japanische Wort für 4 ist „shi“ und hat somit denselben Klang wie das Wort für „Tod“. Viele Kerzenformationen werden nach 3 Kerzen abgeschlossen, danach ändert sich der Trend oder es der Markt tritt in eine Konsolidierung ein.
„Es gibt gute Zeiten für Käufe, es gibt gute Zeiten für Verkäufe und es gibt gute Zeiten, sich auszuruhen.“
„Steig nicht auf Bäume, um Fische zu fangen.“ „Etwas erzählt zu bekommen kann die eigene Erfahrung nicht ersetzen.“ „Ein umsichtiger Mann hat mehr als eine Sehne für seinen Bogen.“ „Lass ihn aufs Dach klettern und nimm dann die Leiter weg.“ „Ein einzelner Pfeil ist leicht gebrochen, ein Bündel von zehn aber nicht.“
Je stärker das Volumen, desto stärker ist auch die Kraft der Bewegung. Das Volumen ist wie der Wasserdruck in einem Gartenschlauch.
„Sie sollten nie versuchen, dem Markt Ihren Willen aufzuzwingen. Folgen Sie dem Trend lieber statt ihm vorherzusagen. Wenn Sie an einen Bullenmarkt glauben, gesellen Sie sich zu einer Aufwärtsbewegung dazu und wenn Sie einen Bärenmarkt erwarten, dann steigen Sie auf einen Abwärtstrend auf.“
Wie Sie selbst mit den Kerzen traden, hängt letztendlich von Ihrer Anlagephilosophie, Ihrer Risikotoleranz und Ihrem Temperament ab. Das sind sehr individuelle Eigenschaften. Tief im Inneren des Menschen wohnen diese schlummernden Kräfte…Kräfte, über die er staunen würde, von deren Besitz er nie geträumt hat…Kräfte die sein ganzes Leben revolutionieren würden, wenn man sie weckte und in Gang setzte.
…Steve hatte Intel mehr als 2 Jahre gehandelt und wusste über die Aktie so viel wie die meisten Market Maker. Diese Einstellung war unter Tradern nicht weit verbreitet und Steve wusste das. Die meisten Day Trader springen einfach auf alles auf, was sich bewegt, aber das war nicht Steves Stil. Er legte Wert auf gute Vorbereitung…Ist Ihnen aufgefallen, wie zuversichtlich Steve war? Er war überhaupt nicht nervös. Während des gesamten Tradings war er entspannt und hatte sich unter Kontrolle. Steve war zuversichtlich, nicht überheblich und der Unterschied besteht in der Vorbereitung. Steve wusste, dass seine Realität und sein Geschick als Trader nichts mit der Börse oder mit irgendetwas zu tun haben, das außerhalb seiner Person lag.
Trading ist eine Beschäftigung, bei denen Sie alle Elemente Ihres Selbst zu einem harmonischen Lebensstil kombinieren können: persönliche Integrität, Selbsterkenntnis, Selbstvertrauen, Freiheit – und genug Geld, um Tag für Tag Ihren eigenen Weg zu gehen.
Sie müssen wissen, gegen wen Sie beim Trading antreten. Der Markt ist keine Kuschelparty; bei jeder Transaktion gibt es einen Käufer und einen Verkäufer. Zwei Ticks später hat jemand Geld verdient und jemand hat Geld verloren. Dieser Abschnitt Ihres Geschäftsplans sollte beweisen, dass Sie die Märkte und Ihre Konkurrenten sehr genau studieren.
Unabhängig von ihrem bevorzugten Tradingstil müssen Sie flexibel bleiben, um Ihre Gewinne zu maximieren. Je mehr Hilfsmittel Sie haben, desto besser werden Sie abschneiden. Also lernen Sie auf verschiedenen Zeitebenen, verschiedene Handelssysteme funktionieren. Lernen Sie die Kunst, eine Position zu drehen. Wenn Sie Short sind, lernen Sie, wie man die Position schließt und Long geht – und umgekehrt. Exzellente Trader verdienen mit Leerverkäufen nicht weniger als mit Käufer. Einige Trader wurden ruiniert, weil sie nie gelernt haben auf fallende Kurse zu setzen. Sie haben keine Werkzeuge, keine Taktiken oder Tradingpläne für Baissephasen und können die Short Seite nicht traden. Sie haben nie trainiert, wie man sich in einer Baisse verhält. Sie müssen diese Strategien und Taktiken entwickeln, bevor Sie diese brauchen.
Wenn Sie die Entdeckung selbst machen – sogar wenn Sie die letzte Person auf Erden sind, die das Licht sieht – werden Sie das nie vergessen.
Die Menschen sehen nur, was sie sehen wollen. Wenn Sie außergewöhnliche Mühen auf sich nehmen, dann werden Sie außergewöhnliche Ergebnisse erzielen.
Kapitalschutz durch Vermeidung dummer Handlungen ist eines der Geheimnisse eines wirklich guten Traders.
Selbst der Gerechte wird ungerecht, wenn er selbstgerecht wird. Hüte dich vor dem Entschluss, zu dem du nicht lächeln kannst. Wenn man Frieden will, dann muss man immer der sein, der zuerst die Hand reicht.
Alles Reden ist sinnlos, wenn das Vertrauen fehlt. Um einen Ausweg zu finden, muss man auf dem Weg sein. Wer Gott definiert, ist schon Atheist. Das Geheimnis der Freiheit ist der Mut.
Misserfolg ist eine Gelegenheit, mit neuen Einsichten noch einmal zu beginnen.
Eine Regierung ist nicht der Ausdruck des Volkswillens, sondern der Ausdruck dessen, was ein Volk bereit ist zu ertragen. Wer wagt selbst zu denken, der wird auch selbst handeln.
Bloßes Ignorieren ist noch keine Toleranz. Immer die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kennst, falls es dann nicht kommt, dann hatte man wenigstens die kleinen Freuden.
Nur weil Ihr Trading Buch in den roten Zahlen ist, heißt das nicht, dass Sie sich nicht weiterentwickeln.
Genie und Wahnsinn liegen oft nah bei einander. Tanze immer mit der Person, die du zum Tanz aufgefordert hast. Wenn Sie Geld machen, dann bleiben Sie dabei: dieselben Regeln, dieselbe Logik, pfuschen Sie nicht daran herum.
In einem Test wurden Krebspatienten einer Chemotherapie unterzogen. Mehr als 60 % reagierten mit den typischen Symptomen auf diese „Behandlung“: Erbrechen, Übelkeit, Verlust von Haaren und Lustlosigkeit. – Doch alle hatten nur ein wirkungsloses Placebo erhalten. Ihr Glauben wirkt sich auf die Realität aus.
Was in diesem Geschäft funktioniert, das funktioniert – aber eben nur für einen beschränkten Zeitraum. Trust me – I do this all the time.
Trading Vorbereitung entspricht dem Training. Das eigentliche Trading ist der Spieltag. Spätestens wenn Sie nur noch ein sehr geringes Kapital haben, dann werden Sie sich wieder auf das Bewährte besinnen.
Wenn man mittendrin ist, kann man den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Wenn man ausgestiegen ist, ist man wieder in der Lage klar zu denken.
Ich glaube, dass Verlieren weiteres Verlieren nach sich zieht. Wenn man anfängt zu verlieren, wird die ganze psychologische Einstellung negativ und das macht einen pessimistisch.
Gesellschaften mit mehr als 30 Mio. Aktien sind in der Regel bereits länger auf dem Markt, sie haben schon einige Splits hinter sich. Es geht einfach um Angebot und Nachfrage. Weil das Angebot größer ist, braucht man erheblich mehr Geld, um so eine Aktie zu bewegen.
Ein erfolgreicher Trader muss wissen haben. Aber der Besitz des Wissens macht einen nicht unbedingt zu einem erfolgreichen Trader.
Mit Geld kaufen wir uns Freiheit, nicht mehr und nicht weniger. Wenn Sie erste ein bestimmtes Niveau des Reichtums erreicht haben, dann steigert das Ansammeln weiterer Dinge weder die Zufriedenheit noch Ihre Freiheit. Wenn Sie zu viele Dinge sammeln, dann verlieren Sie dadurch sogar Freiheit. Das Trading kann viel Freude bereiten, aber wie das Rauchen kann es zu einer Sucht werden.
Schließlich erreichen selbst die größten Bäume im Wald niemals den Himmel. Logik: Man kann A nicht mit A voraussagen. Wenn Sie das Marktgeschehen mit ihren eigenen Daten überlagern, dann geben sie dem Markt Anweisungen anstatt zuzuhören.
Tief in unserem Inneren wollen wir diese starken Tage verkaufen und die schwachen Tage kaufen. Schließlich wollen wir alle mal einen Discount. Doch im Trading Geschäft führt ein Discount schnell zum Bankrott. Wenn es eine gute Angewohnheit gibt, durch die sich Profis von Amateuren unterscheiden, dann ist es die Bereitwilligkeit, Stärke zu kaufen.
Wir jagen jetzt Stärke um zu kaufen und Schwäche zu verkaufen!
Es gibt in diesem Geschäft nur zwei relevante Dinge: erstens, dass man seine Verluste kontrollieren muss und zweitens, dass der Kurs völlig unvorhersehbar ist.
Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden. Wer immer das letzte Wort haben will, sollte nur noch Selbstgespräche führen. Was immer du vorhast, tu es gleich. Es gibt nicht endlos viele Morgen. Dumme Gedanken hat jeder, nur der Weise verschweigt sie. Die Menschen erkennen selten das eigene Glück, doch das der anderen entgeht ihnen niemals. Man bleibt jung, solange man noch lernen, neue Gewohnheiten annehmen und Widerspruch ertragen kann. Man muss versuchen glücklich zu sein. Und sei es nur, um den anderen ein Vorbild zu sein.
Man muss die Zuversicht und den Mut haben, sofort aktiv zu werden. Die beste Analyse, egal ob fundamental oder technisch, ist in den Händen eines unentschlossenen Traders „wertlos“. Wenn Sie zweifeln, dann beginnen Sie zunächst mit einer kleinen Position, die Sie danach allmählich ausbauen.
Was ist der Liqidationswert des Unternehmens? Sollte man innerhalb des nächsten Jahres alle Vermögenswerte verkaufen, wie viel könnte man dann dafür bekommen? Diese Information findet man auch, wenn in Yahoo oder BusinessWeek unter „companys assets“ (derzeitige Vermögenswerte des Unternehmens) nach einem Unternehmen nachschlägt. Würde man dann das Gesamtvermögen des Unternehmens nehmen und davon die Gesamtschulden abziehen, hätte man einen tollen Eindruck davon, was das Unternehmen wert ist, würde man es innerhalb des nächsten Jahres auflösen.
Die Integrität des Traders sollte bei allen Aspekten des Lebens eines Traders stark berücksichtigt werden. Integrität scheint die letzte Verteidigungslinie der meisten Trading-Unternehmen zu sein
Schließlich gibt es im Leben nur zwei Orte an dem man sein kann – auf dem Spielfeld oder auf der Tribüne. Ich bin lieber auf dem Spielfeld.
Die Experten scheinen damit beschäftigt zu sein, ihre Theorien zu belegen (oder zu widerlegen), als mit der Frage, ob sich ein Konzept traden lässt oder nicht. Da ich glaube, dass sich fast jedes Konzept traden lässt, dachte ich es wäre einfacher für mich, die Konzepte in allgemeinen Worten zu erörtern und danach zu zeigen, wie man sie traden könnte.
In jedem Arbitrage System muss man wissen, wann sich das Hintertürchen schließen wird und man muss wissen, wie man aus dem Sache wieder rauskommt, ohne sich finanziell zu ruinieren.
Genug ist besser als zuviel oder zuwenig!
DIE WICHTIGSTEN HAUSSEMÄRKTE
Hausse Ungefährer Zeitraum Reale Jahreserträge in % Einsenbahn Boom 1843 – 1853 12,5 Bürgerkrieg - Nachkriegszeit 1861 – 1881 11,5 Vor dem 1. Weltkrieg 1896 – 1906 11,5 Die wilden 20er 1921-1929 24,8 Boom nach 2. Weltkrieg 1949 – 1966 14,1 Hightech Boom 1982-2000 14,8
DIE WICHTIGSTEN BAISSEMÄRKTE
Baisse Ungefährer Zeitraum Reale Jahreserträge in % Vor dem Krieg von 1812 1802 – 1815 2,8 Die 1. große Depression 1835 – 1843 -1,1 Die Ära vor dem Bürgerkrieg 1853 – 1861 -2,8 Die 1. Bankenkrise 1881 – 1896 3,7 Die 2. Bankenkrise 1906 – 1921 -1,9 Die 2. große Depression 1929 – 1949 1,2 Die Zeit der Inflation 1966 – 1982 1,2 Kampf gegen den Terror 2000 – Heute ?
Emotionale Reaktion:
Grundsätzlich wirken sich jegliche Reaktionen beim Day Trading negativ auf den Gewinn aus. Emotionale Reaktionen nehmen zu, wenn der Day Trader unsicher oder durch vorherige Gewinne leichtsinnig wird, wenn ihm echte Handelsentscheidungen oder die Fähigkeit zu distanzierten, objektiven Betrachtung des Marktes fehlen, wenn er im Wirrwarr der Information keinen Halt mehr findet oder einfach übermüdet ist.
Im Gegensatz zum langfristigen Investor, bei dem sich durchaus eine emotionale Bindung mit dem gekauften Wert und damit dem Unternehmen einstellen kann, lässt ein nur sekundenlanges Besitzen eines solchen Wertes keinen Spielraum für solche Vorlieben. Der gehandelte Wert wird zum nüchternen Objekt, durch den sich keine Identität des Traders herausbilden sollte. Gerade diese isolierte Rolle des Traders mag psychologisch gesehen dazu führen, dass ihm nur noch die Flucht in die Identität des „noch mehr“ bleibt. Der Trader muss wissen, dass er für die Zeit des Tradens eigentlich in einer Nische der Isolation und Frustration lebt, die nur dadurch überdeckt werden kann, dass er Gewinne erzielt. Es gibt in dieser Nische keine andere Daseinsberechtigung für den Trader! Es muss sich an das „noch mehr“ klammern! Dies kann aber verheerende Folgen haben. Erfolgreiches Day Trading erfordert daher eine konsequente Selbstkontrolle. Das Festhalten an der vorbereiteten Strategie bietet Halt in dieser synthetischen Welt. Klare Analysen und das Stoppmanagement bilden einen Schutz vor der Flucht in leere Euphorie.
Viele Trader neigen nach und nach dazu, entweder Stopps gar nicht mehr zu setzen oder zumindest gesetzte Stopps nicht einzuhalten. Dies wirkt sich insbesondere darin aus, dass Positionen immer noch nicht oder dann gar zum falschen Zeitpunkt glattgestellt werden, weil der Trader davon ausging, dass sich ja das Blatt vielleicht doch noch wendet. Lieber sollten Sie frühzeitig die Position glattstellen und auf einen möglicherweise größeren Gewinn verzichten, als der puren Gier freien Lauf zu lassen!
Andererseits muss der Trader seine Stoppniveaus ständig kritisch überprüfen, damit seine Positionen nicht in der Verlustzone glattgestellt werden, sofern der Kurs anfangs kleine Korrekturen vollzieht. Ein Stoppmanagement soll gerader das flatterhaft Hin und Her der Positionen vermeiden, in das der Trader bei Ungeduld verfallen kann. Seine Stimmungen sollte der Trader auch mit Stoppmanagement jederzeit ehrlich vor sich selber registrieren und bei Ungeduld, Euphorie oder Nervosität bereit sein, das Traden zu unterbrechen.
Gerade unerfahrene Trader verletzen bei länger anhaltenden Verlusten die elementarsten Prinzipien des Money Managements und setzen sich damit dem Risiko des Totalverlustes aus. Um die erlittenen Verluste wieder schnell auszugleichen, erhöhen sie einfach den Einsatz: ein höchst riskantes Unterfangen. Es gibt schließlich keine Gewähr dafür, dass die nächsten Trades erfolgreich verlaufen werden. Zudem bestand das Problem nicht im mangelnden Kapital, sondern in unzureichender Strategie. Auch ein idealer Trader erzielt eine Reihe von Verlusttrades. Er muss aber auch die Stärke besitzen, ggf. den Punkt des Nichterfolges und der Ausweglosigkeit zu erkennen, das Traden zu beenden, bzw. zu unterbrechen und anschließend seine Strategie neu zu analysieren.
Da immer noch Menschen die Entscheidungen traden, die schließlich zu Bewegungen auf dem Markt führen und Menschen durchaus auch starken Schwankungen ihrer Tagesform erlegen sind, kann es sehr schnell passieren, dass die eine oder andere Entscheidung auch schon einmal aus einem schlechten Gefühl heraus getroffen wird. Auch die Verarbeitung eines Verlustes wird an einen „guten“ Tag sicher anders ablaufen als einen „schlechten“. So kann man sich an einem schlechten Tag sicher auch einmal dabei beobachten, wie man verpassten Trades hinterher trauert oder gar frustriert ist.
Die größten Fehler beim Day Trading
Man wird vermuten, dass nur Anfänger viele Fehler beim Day Traden unterlaufen. Unerfahrenheit führt tatsächlich und zweifellos zu Fehlern. Andererseits sind aber auch erfahrene Trader für zahlreiche Fehler anfällig, weil sie oftmals elementare Dinge nicht mehr hinterfragen und weniger bereit sind zu einem Strategiewechsel sind. Der erfahrene Trader kann leicht seinen starren Schemata verfallen, die vielleicht in der Vergangenheit zum Erfolg führten, aber in den gegenwärtigen und zukünftigen Märkten wenige Chancen haben. Wie wäre es sonst zu erklären, dass früher manch einer seinen Beruf mit „Day Trader“ angab, aber heute davon nichts mehr zu hören ist? Gleichzeitig, ob man Anfänger oder ein erfahrener Trader ist: Day Trading verlangt eine ständige Reflexion über das eigene Tun, ansonsten droht die Gefahr der „Betriebsblindheit“.
Zum anderen muss der Trader seine Emotionen beherrschen. Euphorie, Stimmungen oder das Gefühl des „Hans im Glück“, können fatale Folgen haben. Der Day Trader muss aber schnell und sofort und ohne jeglichen Zeitverzug sicher entscheiden – und das unterscheidet ihn wesentlich von einem klassischen Investor, der sich für seine Entscheidung in seinem langfristigen Anlagehorizont mitunter einige Tage Zeit nehmen darf. Dabei kann er überstürzte Vorlieben überdenken und er wird schließlich zu einem für ihn rationalen „Gefühl“ gelangen, die richtige Entscheidung zu treffen. Der Day Trader hingegen kann diesen Prozess nicht durchlaufen. Er muss emotionale Einflüsse und Reaktionen von vornherein ausschalten.
„Ihr klagt über die vielen Steuern: Unsere Trägheit nimmt uns zweimal so viel ab, unsere Eitelkeit dreimal so viel und unsere Torheit viermal so viel.“
„Lieber eine schlechte Aktie zum richtigen Zeitpunkt als eine gute zum falschen Zeitpunkt.“
„Gewinne kann man – verlieren kann man, aber zurückgewinnen ist unmöglich.“
„Aktionäre sind dumm und unverschämt. Dumm, weil sie mir ihr Geld überlassen und unverschämt, weil sie auch noch Dividenden dafür haben wollen.“
„Ein Fehlsignal gehört zu den zuverlässigsten aller Chart Signale.“
„Dass uns eine Sache fehlt, sollte uns nicht davon abhalten, alles andere zu genießen.
„In der moralischen Entrüstung schwingt auch immer die Besorgnis mit, vielleicht etwas verpasst zu haben.“
Manche Menschen sprechen aus Erfahrung, manche sprechen aus Erfahrung nicht.
„Das Beste aller Güter, wenn es überhaupt Güter gibt, ist die Ruhe, die Zurückgezogenheit und ein Plätzchen, das man sein eigen nennen kann.“
„Im Grunde zählen auf dieser Welt nur die Dinge, die man nicht kaufen und nicht lernen kann.“
„Unter allen Lügnern der Welt sind die eigenen Ängste manchmal die Schlimmsten.“
„Du schaust in den Spiegel und merkst dass etwas fehlt. Du spürst, dass es deine Zukunft ist.
Guter Rat ist wie Schnee, je leiser er fällt, desto länger bleibt er liegen.
Das ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.
Das Kalte wird warm, der Reiche wird arm, der Narr gescheit: Alles zu seiner Zeit.
Das Glück bevorzugt den, der vorbereitet ist.
In jedem Winter steckt ein zitternder Frühling und hinter dem Schleier der Nacht verbirgt sich ein lächelnder Morgen.
Begeisterung erhebt das Leben über das Alltägliche und verleiht ihm erst einen Sinn.
Geld ist rund und rollt weg, aber Bildung bleibt.
Wenn zwei Liebende einig sind, bedeuten Schwierigkeiten kein Hindernis.
Beklage nicht, was nicht zu ändern ist, aber ändere, was zu beklagen ist. Den Mitmenschen Freude zu machen ist doch das Beste, was man auf der Welt tun kann.
Eine Aktie kann nie zu billig sein, dass sie nicht mehr fallen könnte und sie kann nie zu teuer sein, dass sie nicht mehr steigen könnte.
FUN AND PROFIT
BROKERAGE
KUNDENGESPRÄCH
Kunden sind ängstlich und skeptisch. Sie wissen wenig oder nichts über die Börse und haben Angst eingeschüchtert in Verlegenheit gebracht, unter Druck gesetzt oder zu einem Geschäft gedrängt zu werden. Sie haben aber genauso Angst eine Chance zu verpassen oder eine gute Gelegenheit zu versäumen. Dies alles bewirkt, dass sich der Kunde am Telefon unwohl fühlt, aber trotzdem zuhört. Deswegen muss das Positive in den Vordergrund gestellt und das Negative verdrängt werden. Um zu erreichen, dass der Kunde euch mag, müsst Ihr erst den Kunden mögen. Wenn der Kunde euch mag, dann wird er euch zuhören. Wenn der Kunde Euch mag, wird er euch zuhören. Wenn der euch Kunde euch zuhört, wird er auch ein Geschäft machen.
Jeder Kunde hat eine Schwäche und er weiß es. Er wird versuchen diese Schwäche zu verbergen. KEIN GELD! KEIN INTERESSE! Diesen Schwachpunkt müsst Ihr finden.
Der Kunde ist immer unvorbereitet auf Euer Verkaufgespräch. Und obwohl der Kunde weiß, dass jetzt ein Verkaufsgespräch kommt, weiß der Kunde nicht wie Ihr es gestalten werdet. Diese Unsicherheit macht Ihn noch misstrauischer. Er erwartet hinterlistige Tricks, Betrug oder auch nur verschleierte Wahrheiten. Jeder Kunde denkt, er ist der Gute, er müsse aufpassen. Jeder Kunde denkt erst einmal, er werde hineingelegt. Je mehr Ihr euch in die Gedanken des Kunden versetzen könnt, um besser könnt Ihr ihn abschließen
Vorausgesetzt. Service, guter Gewinn, Souveränität beim Verhandeln
Begeisterung macht jeden zu etwas Besonderen. Sie ist das, was Euch vom Gewöhnlichen und Durchschnittlichen abhebt. Begeisterung strahlt und erhellt Gesichter. Sie bringt Euch zum Singen und zum Tanzen. Begeisterung lässt euch Freunde gewinnen und zaubert Eurem Gegenüber ein Lächeln aufs Gesicht. Begeisterung ist die Inspiration, die dazu führt wie Ihr morgens aufsteht und euren Tag verbringt. Begeisterung macht Euren Gang elastisch und verbreitet Wärme und Verständnis. Zu einem Menschen, der begeistert ist fühlt man sich hingezogen.
Café / Disko
Erzählt dem Kunden von Euch, Eurer Familie, wo Ihr herkommt, wie lange Ihr das Geschäft schon macht. Der Kunde muss Euch von Anfang an vertrauen und das unterstützt Ihr, wenn Ihr von Euch erzählt. Der Kunde denkt, er wäre etwas Besonderes und fängt an von sich zu erzählen, wenn Ihr ihn etwas fragt. Alles muss ehrlich sein und Euer Interesse darf nicht gespielt sein, denn das merkt der Kunde sofort. Seid immer ehrlich. Die Wahrheit ist die stärkste Waffe, die ihr habt.
Herr Kunde, bevor ich anfange Ihnen etwas über den Markt zu erzählen, möchte ich Ihnen etwas sagen. Es hört sich vielleicht komisch an, aber wussten Sie schon, dass wir von diesem markt jeden, aber wirklich jeden überzeugen könnten, dem wir es erklären, wenn es nicht drei Hindernisse gäbe.
- Manche Leute verstehen nicht, wie es funktioniert
- Manche Leute glauben nicht, dass es funktioniert
- Manche Leute können es sich einfach nicht leisten
Jeder könnte im Markt dabei sein, wenn es diese 3 Hindernisse nicht gäbe!
Was ich tun werde Herr Kunde ist folgendes. Ich werde Ihnen einfach sagen, wie es funktioniert und Sie davon überzeugen, dass es funktioniert und wenn Sie dann überzeugt sind, dass das Ganze Hand und Fuß hat, können wir uns darüber unterhalten in welcher Größenordnung ein Einstieg für Sie interessant ist. Was meinen Sie, ist das ein faires Angebot?
Herr Kunde, der Grund weshalb ich mich mit Ihnen in Verbindung setze und nicht der oder die Kollegen mit denen Sie schon gesprochen haben ist der, dass die normalen Makler sich eigentlich keine Zeit mehr für Sie nehmen wollten. Sie meinten, dass Sie die Vorteile eines Börsengeschäfts nicht erkennen würden oder dass Sie es sich nicht leisten könnten. Ich weiß es nicht, es ist mir auch gleichgültig. Ich weiß nur, dass wir eine Situation haben, die vielleicht auch für Sie interessant ist und wenn möglich, ich Ihnen weiterhelfen möchte. Vergessen Sie also die anderen, weil ich mich von jetzt an um Sie kümmern werde.
Ist das OK. Herr Kunde?
Herr Kunde, ich kann mir gut vorstellen, dass Sie über Geschäfte nicht am Telefon reden möchten. Schon gar nicht, wenn es um Börsengeschäfte geht. Aber ich denke mal ein Hauptgrund ist es sicher doch, dass Sie Angst haben betrogen zu werden von jemandem den Sie noch nicht mal kennen, oder? Wenn ich Sie aber davon überzeugen kann, dass wir ein ordentliches Haus sind und das Ganze Hand und Fuß hat und was noch wichtiger ist, Sie sehen können das in dem Markt überdurchschnittlich viel zu verdienen ist, könnten wir uns doch über ein Geschäft unterhalten oder?
Herr Kunde, mein Name ist…. Wie Sie sich denken können, bin ich Börsenmakler und werde versuchen, Ihnen einen Einstieg in einen Markt zu verkaufen. Ich möchte deshalb ein Abkommen mit Ihnen treffen und ich glaube, dass Sie damit einverstanden sein werden. Ich werde nicht versuchen, Ihnen Etwas zu verkaufen, ich verspreche es Ihnen. Ich will Ihnen nur erklären, warum viele Andere in den Markt eingestiegen sind. Und wenn Ihnen das vernünftig erscheint und Sie denken, das ein Engagement für Sie nützlich ist und in Ihr Budget passt, dann können Sie es machen. Wenn es Ihnen aber (Aber ist wichtig, weiterreden) nicht gefällt und Sie keinen Nutzen darin sehen, dann machen Sie es nicht und Sie sind mich los. Ist das ein faires Angebot?
Verkaufen heißt im weiteren Sinne: Geschichte erzählen Geschichten über Dienste und Waren. Aber der Kunde wird nervös und uninteressiert, wenn er keine zentrale Rollte in dieser Geschichte spielt. Ihr müsst herausfinden, was der Kunde will, ihm dann helfen es zu bekommen. Es gibt nur einen Weg, jemanden zu einen bestimmten Handlung zu veranlassen. Ihr müsst es so weit bringen, dass er es selber tun will, dann wird er alles in Bewegung setzen, um es zu machen. Dieser Grundsatz steht geschäftlich und privat über allen.
Friedhof der gestorbenen Hoffnungen, Vorhalle aller Möglichkeiten. Wo es hart wird durchzuhalten, halten die Harten durch. Die Gewohnheit ist das Grab des Erfolges. Stellt Euch vor Ihr würdet die Zeit, die Ihr verschwendet um Euch Entschuldigungen für eure Schwächen einfallen zu lassen, dafür verwenden Eure Schwächen zu bekämpfen, dann wären alle Entschuldigungen überflüssig und Ihr wärt frisch. Jeder von Euch hat 1 Mio. Probleme, aber ich glaube 999.999 davon sind mit 5 oder 6 Openings im Monat gelöst
WICHTIGE SÄTZE:
Herr Kunde, egal über was wir reden, die Entscheidung liegt immer bei Ihnen.
Warum? Warum nicht? Herr Kunde, ich möchte einen Punkt ganz klar machen. Wenn wir uns jetzt über diesen Markt unterhalten, steht Ihnen völlig frei, mir zu zustimmen ob er gut ist oder nicht. Ich werden keinen Versuchen unternehmen Sie zu einem Geschäft zu überreden.
Sie können mir jede Frage stellen, die Sie interessiert und ich werde ehrlich darauf antworten. Eine eventuelle Entscheidung liegt immer bei Ihnen.
Das ist doch in Ordnung, oder?
KUNDENEINWÄNDE
Am wichtigsten ist klare und schnelle Marktprognose, sobald diese eintrifft, den Kunden anrufen und mitteilen. Wir haben gute Geschäfte gemacht, leider waren Sie nicht dabei, vielleicht beim nächsten Mal. Kunde muss denken(wissen), dass ich gute Tipps habe. (Internet: per Email).
KEIN INTERESSE:
Das kann ich gut verstehen, man kann kein Interesse an Dingen haben, die man noch gar nicht kennt.
Sie sind doch Geschäftsmann, Herr Kunde? Na also, als Geschäftsmann, das weiß doch jedes Kind, hat man nur an einer Sache Interesse. Geld verdienen. Und genau darüber unterhalten wir uns jetzt.
ICH HABE KEINE ZEIT
Gut, dass Sie das Thema ansprechen, meine Zeit ist auch knapp bemessen. Also, fassen wir uns kurz.
Für wichtige Dinge im Leben nimmt man sich immer Zeit.
Werden Sie heute auch 1000 € verdienen?
ICH HABE KEIN GELD
Deshalb rufe ich Sie an
Wer viel Geld hat, kann spekulieren, wer kein Geld hat, muss spekulieren.
Sie sind doch Geschäftsmann, oder? Und als Geschäftsmann sollte man immer liquide sein, oder? Na also!
Wenn Sie das immer zu Ihrer Frau sagen würden, dann hätten Sie bald keine mehr. Stellen Sie sich folgendes vor: Ihr Nachbar steht kurz vor der Pleite hat sich: aber vor Wochen einen SL für 150.000 € gekauft. Jetzt kommt er zu Ihnen und sagt, dass er, um die Pleite abzuwenden, 20.000 € braucht und Ihnen dafür den Wagen überlässt. So, Herr Kunde, würden Sie den Wagen kaufen? (Kunde Ja, vielleicht). Sie haben doch gesagt, Sie hätten kein Geld. Dann lassen Sie uns jetzt mal ernsthaft reden.
DAS RISIKO IST MIR ZU HOCH
Es ist als Börsenmakler nicht meine Aufgabe Risiko zu erzeugen, sondern zu verhindern. Deshalb auch meine Gewinnbeteiligung.
Glauben Sie, ich stütze meine Karriere auf 100 % Risiko?
Sie selber sind das Risiko, wer an der Börse zögert, torpediert seinen eigenen Gewinn.
Wo wären wir denn ohne Risiko? Ohne Risiko gäbe es auch keine Unternehmen / Millionäre.
ICH HABE ANGST VOR VERLUSTEN
Verluste werden beschränkt, Gewinne unbeschränkt weiter laufen gelassen.
Niemand kann ausschließen, dass Sie mal ein paar Euro im Minus stehen. Das haut, sie wohl doch nicht um, oder?
Verlierer haben an der Börse nicht verloren. Das passiert immer nur Leuten, die auf eigene Kappe handeln, um ein paar Euro Brokergebühren sparen zu wollen.
ICH HABE SCHON MAL VERLOREN
Ich kann doch nichts, dafür, dass Sie sich ihre Geschäftpartner vorher nicht richtig anschauen.
Sie lassen sich doch nicht scheiden, nur weil Sie einmal einen Ehestreit hatten?
Dann wissen Sie ja jetzt genau, worauf es ankommt.
Bayern München gewinnt auch nicht jedes Spiel, trotzdem sind Sie am Ende Dt. Meister.
ICH HABE IHRE BROSCHÜRE NICHT GELESEN
Mit lesen können Sie auch kein Geld verdienen. Deshalb rufe ich Sie ja an.
Ich bin die beste Broschüre, fragen Sie mich.
ICH MÖCHTE NICHT VON IHNEN BELÄSTIGT WERDEN
Wenn ich Ihnen per anno mehr Rendite als ihr Banker bringen kann, ist das wohl keine Belästigung.
Wenn ich jetzt vor ihnen stünde, weiß ich genau, Sie würden mich zum Essen einladen. Das empfände ich als Belästigung.
SIE SIND DER 5., DER HEUTE ANRUFT
Das finde ich sehr gut, dass Sie auf mich gewartet haben.
Daran können Sie erkennen, wie interessant der Markt ist.
MELDEN SIE SICH DEMNÄCHST NOCH EINMAL
Dann kommt es Ihnen also auf den richtigen Zeitpunkt an? Der richtige Zeitpunkt ist jetzt. Lassen Sie uns sehen, was wir aus der Situation machen können.
Bei solch einer Situation wie 1991, als der Ölpreis aufgrund politischer Konflikte von 18 $ auf 41 $ stieg, durfte man auch nicht zögern.
Keiner weiß vorher von seinem Glück. Wissen Sie, ob nicht in der nächste Woche ein Geldsegen bei Ihnen ansteht.
WIE KOMMEN SIE AN MEINE ADRESSE?
Gut, dass Sie mich fragen, Wir sind stolz auf unsere Public-Relation-Abteilung, die nur Kunden mit guter Bonität zulässt.
ICH KENNE SIE DOCH GAR NICHT!
Ich Sie doch auch nicht.
Wenn Sie einen Mercedes fahren, kennen Sie doch auch nicht den Chefkonstrukteur.
Sie haben doch unsere Unterlagen erhalten, darin steht alles, was Sie wissen müssen.
ICH HABE GENUG GELD
Warum arbeiten Sie dann noch?
Dann leihen Sie mir doch eine Million zu gutem Zinssatz. Ich glaube kaum, dass sie das können.
ICH MACHE KEINE GESCHÄFTE AM TELEFON
Haben sie noch mit Ihrem Banker am Telefon gesprochen?
Haben Sie an der Börse schon einmal einen Besprechungsraum gesehen?
Fahren Sie wegen 5.000 € zum Kunden?
Haben Sie noch nie etwas von Telefon Banking gehört?
ICH MACHE SO ETWAS NICHT
Wenn ein 500 € Schein auf der Strasse liegt, heben Sie ihn doch grundsätzlich auf oder?
Haben Sie das auch zu Ihrer Frau gesagt, als Sie das erste Mal alleine waren?
Kennen Sie das Sprichwort: „Prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht was Besseres findet.
ICH MACH KEINE HOCHSPEKULATIVEN GESCHÄFTE
Sie können doch keine Vorurteile gegen etwas haben, dass Sie noch gar nicht kennen.
Da ich mein Geld ausschließlich anhand eines Provisionsschlüssels verdiene, lasse ich mich doch nicht auf hochspekulative Sachen ein. Ich verdiene doch nur, wenn Sie Gewinn machen.
WARUM MACHEN SIE DAS GESCHÄFT DANN NICHT SELBST?
Ein Arzt kann auch nicht davon leben, dass er sich selbst heilt. Ich nutze meine Kenntnisse doppelt: für Sie und für mich.
Wenn ich mit meinem Geld arbeiten würde, könnte ich mich nicht mehr 100 % auf das Geld meiner Kunden konzentrieren. Aus diesem Grund gibt uns die Börsenaufsicht nicht die Möglichkeit.
KÖNNEN SIE MIR REFERENZEN NENNEN?
Möchten Sie, dass ich morgen mit Ihrem Namen haussieren gehe und jedem erzähle, wie viel Sie investiert haben?
Tut mir leid, bei uns wird das Bankgeheimnis strenger bewahrt als in der Schweiz.
MEINE FRAU IST DAGEGEN
Ein Fußballspiel ist solange gut, bis Frauen ist Spiel kommen.
Ihre Frau kann doch nicht über etwas entscheiden, was sie gar nicht kennt!
Wäre Ihre Frau auch dagegen, wenn Sie ihr im nächsten Monat ein schickes Cabriolet oder Juwelen schenken würden?
ICH BAUE GERADE
Sie werden doch wohl nicht den Hausbau stoppen, nur weil das Ganze 20 bis 30.000 € teurer wird als geplant, oder? Also haben Sie doch Rücklagen.
Se bezahlen das Haus doch nicht auf einmal. Mal den Maurer, mal den Fliesenleger usw. Ehe Sie mit dem Bau fertig sind, vergeht noch ein wenig Zeit. Sehen Sie und ich brauche das Geld nur 4-6 Wochen.
MEIN BANKER RIET MIR AB
Sie wollten mir doch nicht erzählen, dass sie jemanden Ihr Geld anvertrauen, der um 16 Uhr den Rasenmäher um sein Fertighaus schiebt. Da geht es hier bei uns und an der Börse in Amerika doch erst richtig los!
Wer das Geld anderer Leute verwaltet, sollte selbst welches haben. Sie wollen sich doch nicht von einem, der zwischen 1000 € und 2000 € im Monat verdient, erzählen lassen, wie Sie mit Ihrem Geld umzugehen haben.
Der Banker investiert keinen einzigen Cent in die Produkte, die er verkauft. Viele Banker haben in ihrem Leben noch nie eigenes Geld investiert. Das zeugt nicht davon, dass diese Leute großes Vertrauen in ihre Fähigkeiten haben. Ihm geht es nur um die Verkaufsprovision für seine Bank. Ihr Schicksal im Markt ist ihm egal.
Ihr Banker kann Ihnen nicht von Geschäften abraten, von denen er selbst lebt. Dadurch erkennen Sie selbst, dass sind doch alles legitimierte Bangster.
Ihr Mercedeshändler rät Ihnen doch nicht zum Kauf eines BMWs.
Hat Ihr Banker, während des Börsencrashs 2008 Sie darauf hingewiesen, wie Sie davon profitieren konnten?
Also Sie machen nur Bankgeschäfte? Na wunderbar, dies ist eins.
MEIN STEUERBERATER RIET MIR AB
Wenn Sie Zahnweh haben, gehen Sie dann zum Friseur?
Ist Ihr Steuerberater geprüfter Börsenhändler?
Steuerberater dürfen laut der geltenden Rechtssprechung über solche Geschäfte keine Auskunft geben. Sollten Sie einen guten haben, dann wird er sich daran halten, wenn nicht, sollten Sie Ihr Geld, das Sie hier verdient hätten, bei ihm einklagen.
ICH INVESTIERE NUR IN MEINE FIRMA
Ich unterhalte mich mit Ihnen auch nicht über Geschäftsgeld. Außerdem spreche ich nicht von Geldausgabe, sondern Geldeinnahme.
ICH ARBEITE AUSSCHLIEßLICH MIT IMMOBILIEN UND FESTGELD
Dann wissen Sie also jeden Monat genau, wie viel Geld Sie verschenken.
Haben sie noch nie etwas über die drei Säulen der Geldanlage gehört: Immobilien, Anleihen, Wertpapiere
Da haben Sie aber Glück mit einem waschechten Börsenfachmann zu sprechen
ES GIBT VIELE SCHWARZE SCHAFE IN IHRER BRANCHE
Wenn ich mit Ihrem Geld verschwinden wollte, würden wir über andere Beträge sprechen. Das hier reicht noch nicht einmal, um meinen Pool zu beheizen.
Zufällig habe ich eine Aufstellung, der schwarzen Schafe, die ich Ihnen gerne nenne.
NEIN; NEIN; NEIN; NEIN
Was würden Sie sagen, wenn einer Ihrer Mitarbeiter Ihnen 10.000 € aus der Kasse stiehlt? Den würden Sie feuern, oder? Nichts anderes machen Sie gerade mit mir. Durch ihr ewiges Nein fehlt mir die Gewinnbeteiligung. Nur, ich sage Ihnen eines, wer an mein Geld will, dem wird es schlecht gehen. Und jetzt ist Schluss mit den Faxen und schreiben Sie endlich auf, was ich brauche!
WECKEN SIE DEN BEDARF NACH INFORMATIONEN
„Jeder Mensch unterliegt dem natürlichen Instinkt misstrauisch zu sein.“
Vielen Dank Herr Kunde für die Chance, die Sie mir gegeben haben, unser Produkt vorzustellen Vielen Danke Herr Kunde, das Sie mir Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Zeit geschenkt haben. Sie können VOR oder NACH einer Information entscheiden. Der kluge Kaufmann holt sich jedoch erst die Information bevor entscheidet. Es ist für uns selbstverständlich Sie erst einmal ausführlich schriftlich zu informieren, um dann Möglichkeiten einer Zusammenarbeit zu besprechen. Prüfen war doch stets Ihr guter kaufmännischer Grundsatz – prüfen Sie jetzt unsere Unterlagen und entscheiden Sie dann. Wer nicht wagt, der nichts gewinnt – doch vor dem Wagen müssen sie zuhören. Mit der Prüfung unserer Unterlagen erweitern Sie IHR WISSEN und WISSEN IST MACHT. Wir wollen dieselbe Sprache sprechen und machen Sie deshalb VOR der Entscheidung NICHT HINTERHER kundig. Als Gegenleistung für die zur Verfügung gestellten Informationen erwarten wir von Ihnen den Einsatz von Zeit, um diese Informationen zu prüfen.
- Sagen sie, dass die wertvollen Unterlagen kostenlos sind, aber dass sie als Gegenleistung Zeiteinsatz erwarten.
- Legen Sie den Interessenten schon jetzt auf einen neuen Gesprächstermin fest, um mit Ihm über die ihm zur Verfügung gestellten Informationen zu sprechen.
- Klären Sie, wenn alle gemachten Angabe auch schriftlich stimmen und dadurch für den Interessenten ein Geschäftsabschluss möglich ist
SO ERREICHEN SIE DEN ENTSCHEIDUNGSTRÄGER
Versetzen Sie sich auch hier in die dann angesprochene Person, in der Regel der Ehepartner, die Sekretärin, die Stellvertretung usw. Oft haben diese Personen neben ihren Aufgaben – auch noch die Arbeit des von Ihnen gewünschten Entscheidungsträgers zu koordinieren. Es sind Menschen, also reagieren sie auch menschlich.
Taktik – LOB
Mit wem spreche ich? (NAME) Sie machen Ihre Arbeit wirklich ausgezeichnet, mein Kompliment. Ich wünschte unsere Sekretärin wäre so gründlich. Verbinden Sie mich nun mit Ihrem Chef. Ich bin sicher, er wird Ihnen dankbar sein, es ist wirklich wichtig. Mit wem spreche ich? (NAME) Sie machen wirklich einen sehr kompetenten Eindruck. Ich weiß, dass sie eine Menge Anrufe von Leuten bekommen, die Ihrem Chef die Zeit stehlen wollen. Ich versichere Ihnen, dies ist kein solcher Anruf. Dies ist ein kurzer, sehr wichtiger, geschäftlicher Anruf. Ich verstehe Ihre Bedenken, sie sind aber in diesem Fall unnötig. Ihr Boss wird Ihnen sicher dankbar sein, wenn sie mich verbinden. Wie ist bitte Ihr Name? Sie handeln sehr verantwortungsbewusst (NAME). Ich wünschte manchmal, meine Leute würden so eine hervorragende Arbeit leisten. Aber lassen Sie mich bitte eine Frage stellen. Will Ihr Chef wirklich, dass sie Anrufe blockieren, die ihm die Gelegenheit bieten, Geld zu sparen? Wollen Sie wirklich die Verantwortung übernehmen, Ihrem Chef diese Gelegenheit entgehen zu lassen? Ich bin sicher, er wird Ihnen dankbar sein, wenn Sie uns jetzt verbinden. Ich danke Ihnen.
Taktik – KÜRZE
Ich erwidere seinen Anruf(Brief). Bitte verbinden Sie uns. Es handelt sich um ein Ferngespräch, bitte verbinden Sie uns Ich bin für den Rest der Woche außer Haus. Dies ist unsere einzige Möglichkeit für ein Gespräch. Bitte verbinden Sie mich.
Taktik – VERSTÄNDNIS
Sie sagen Ihr Chef ist sehr beschäftigt? Ich verstehe das, ich bin selbst sehr beschäftigt. Empfehlen Sie mir doch bitte eine Zeit, wenn er weniger unter Druck steht. Ist er heute Nachmittag besser, oder vielleicht gleich morgen früh um 9.30 Uhr?
Taktik – GEGENDRUCK
Dies ist das X. Mal, dass ich ihn nicht erreiche. Der Zeitpunkt für diese Gelegenheit ist bald vorbei. Wenn ich ihn heute nicht erreiche, verpasst er vielleicht eine Chance davon zu profitieren. Ich bin sicher, er möchte die Chance nicht verpassen, wenigstens davon gehört zu haben. Sie sind bitte so nett und verbinden mich. Sind Sie befugt in Geschäftsangelegenheiten Ihres Chefs zu besprechen UND für ihn zu entscheiden? (NEIN) Dann verbinden Sie mich. Ich habe nicht die Absicht ihren Chef unter Druck zu setzen. Es gibt nichts zu befürchten. Verbinden Sie mich bitte. Wäre es besser, ich würde ihn persönlich besuchen? Soll ich eine Videokonferenz veranstalten? Wäre es nicht einfach, Sie verbinden mich gleich.
Taktik – RHETORISCHE FRAGE
Hat sich Ihr Chef jemals bedankt, dass Sie ihn mit jemand verbunden haben? Er wird es sicher in diesem Fall wieder tun. Bitte verbinden Sie mich Liebt Ihr Chef Geld? Dann sollten Sie mich schnell verbinden. Ist Ihr Chef daran interessiert, den gleichen Informationsstand zu haben wie seine Mitbewerber? (JA) Dann sollten Sie mich jetzt verbinden.
Nutzen Sie die Freundlichkeit der Sekretärin etc. zu Ihrem Vorteil
Auch in dieser Phase der Gesprächeröffnung gelten Grundregeln:
ICH BIN NICHT INTERESSIERT
Es gibt keinen Grund auf der Welt, warum Sie unser Produkt interessieren sollte, bevor ich Ihnen gezeigt habe, wie einfach es sein kann, Geld an den amerikanischen Börsen zu verdienen, darf ich Ihnen zeigen wie wir das möglich machen.
Herr Kunde, 70 neue Kunden haben unsere Optionen in der letztens 2 Wochen gekauft und ALLE haben sie anfangs gesagt, sie wären nicht interessiert. Sie haben nur deshalb gekauft, weil ich sie überzeugen konnte, dass es Ihnen Geldvorteil bringen und Kopfschmerzen erspart.
Darf ich fragen, warum sie nicht interessiert sind? Wie können wir das ändern?
Es handelt sich um einen gezielten Anruf. Wir haben in dieser Zielgruppe von Investoren, sehr hohe Abschlussquoten. Wahrscheinlich, weil diese, Ihre Zielgruppe Börsenchance wahrnehmen will aber zugleich nachts gut schlafen möchte – stimmts? Darf ich Ihnen zeigen, wie unser Erfolgssystem aussieht?
Ich würde gerne Ihre Gründe erfahren. Habe ich etwas gesagt, dass sie verärgert hat? War ich unfreundlich?
Sie sind nicht daran interessiert, weitgehend steuerfrei Gewinne zu erzielen – völlig legal?
Wenn ich sie wäre, wäre ich auch nicht interessiert. Sie haben nicht die neuesten Informationen. Sie beurteilen das heutige Fernsehprogramm mittels einer Programmzeitschrift von 1979. Darf ich Ihren Informationsnachteil in einen Vorteil wandeln?
Darf ich Ihre Unfreundlichkeit als Minderwertigkeitskomplex deuten?
Unwissenheit schützt vor schlechter Erfahrung nicht. Wir würden Sie gerne wissen machen – einverstanden?
Würden Sie auch das sagen, wenn Ihr Nachbar und Freund wäre, der über eine hervorragende Möglichkeit am Stammtisch spricht. Darf ich Sie aus erster Hand informieren?
WIR HABEN SOWAS SCHONMAL PROBIERT IST SCHLECHTE...
Was ist geschehen? (Versuchen Sie genaue Informationen über die Beanstandungen des Kunden zu erhalten. Zeigen Sie dann, wo Ihr Produkt anders bzw. besser ist).
Herr Kunde, haben Sie jemals ein schnelles Essen zu sich genommen, das ihnen nicht bekommen ist? Das Ihnen eine Magenverstimmung bereitet hat? Trotzdem haben Sie nicht aufgehört zu Essen, nur weil Ihnen das eine Essen nicht bekommen ist.
Das ist schade und ich kann verstehen, wie sie sich fühlen. Glauben Sie wirklich, dass diese eine Erfahrung Sie daran hindern wird, sich nach neuen und besseren Gelegenheiten umzuschauen?
Wir sind schon alle irgendwann enttäuscht worden, oder? Ich bin sicher, Sie hatten auch einmal richtig Liebeskummer, richtig? Sind Sie deshalb keine neue Beziehung eingegangen? Ich hoffe doch. Ich respektiere die Tatsache, dass sie enttäuscht wurden. Ich verspreche Ihnen, dass wird hier nicht passieren. Darf ich Ihnen genau erklären, wie wir das handhaben?
Vergleichen wir Äpfel mit Äpfel, oder Äpfel mit Birnen? Vergleichen Sie uns bitte nicht mit dieser Firma! Wir sind total verschieden. Darf ich Ihnen zeigen, wo wir anders sind und die vielen Vorteile, die wir Ihnen mit unseren Leistungen und unseren Aktienoptionen bieten?
ICH KANN MIR DAS NICHT LEISTEN / ICH HABE KEIN ...
Herr Kunde, jeder von uns hat nur einen bestimmten Betrag für derartige Investitionen zur Verfügung, richtig? Dass heißt, es ist nicht die Frage, sich Aktien leisten zu können, sondern die Frage einiges Geld anders zu verplanen. Lassen Sie uns dies einmal besprechen und sehen, wie wir dieser Herausforderung am besten begegnen. Für welche Investitionen erhalten sie momentan weniger als 4,5 % per anno? Haben sie Aktien, Immobilien im Ausland etc? Wann können Sie über einen Teil dieser Investitionen wieder frei verfügen, um mit uns ein Erstgeschäft zu versuchen.
Ich bin überzeugt, dass Sie es sich nicht leisten können, diese Gelegenheit zu verpassen.
Offensichtlich haben Sie einen Grund, warum Sie das sagen. Darf ich fragen, was das ist?
Das erinnert mich an den alten Spruch, „wir alle kaufen Dinge, die wir uns nicht leisten können, um Leuten zu imponieren, die wir nicht leiden können“. Aber, wir reden davon Ihre Gewinnchancen zu erhöhen bei minimalem Risiko. Was könnte wichtiger sein als das?
Ist das nur eine Frage des Geldes? Wenn Sie es sich leisten könnten, würden Sie dann mitmachen wollen? Ja – PRIMA. Kennen Sie unser kleinstes Angebot für Erstgeschäfte (1000 €) Ist es dann für sie möglich.
An welche Summen denken Sie, wenn Sie sagen „Ich kann es mir nicht leisten“. Wussten Sie schon, dass Sie unsere Aktien schon mit kleinen Summen auf Ihren Ertrag testen können?
Sie können es sich nicht leisten? Handelt es sich um einen dauerhaften oder vorübergehenden Zustand?
Sind Sie in Konkurs?
Genau deshalb rufe ich sie an. Geld kommt zu Geld. Um nie mehr sagen zu müssen – „Ich kann mir das nicht leisten“ – geht es! Sprechen wir jetzt?
IHR MITBEWERBER HAT DAS BESSERE ANGEBOT
Lachen Sie erstmal herzhaft und sagen Sie laut: Machen Sie Spaß
Besser in welcher Hinsicht? (Lassen Sie sich die Punkte aufzählen, die er besser findet) Fragen Sie einfach nach der höheren Rendite und dem geringeren Risiko
Jeder hat seinen eigenen Stil, sein Produkt zu präsentieren. Wir lassen das Produkt für sich sprechen. Ich bin sicher, dass Sie sehr schnell den Unterschied zwischen werbewirksamen Versprechungen und Fakten erkennen werden. Darf ich Ihnen einige der Unterschiede erläutern.
Das Produkt unseres Mitbewohners scheint besser zu sein? Der Eindruck kann täuschen. Lassen Sie uns einmal unter die Oberfläche sehen, um festzustellen, was Sie wirklich für Ihre Investition bekommen. Einverstanden?
Einige unserer zufriedensten Kunden sind Kunden, die früher einmal das Produkt unseres Mitbewerbers kennengelernt haben. Lassen Sie mich kurz aufführen, weshalb unser Produkt dem Mitbewerberprodukt weit überlegen ist.
UNS STEHEN SCHLECHTE ZEITEN FÜR AUSGABEN BEVOR, UM ZUSÄTZLCHE AUSGABE ZU TÄTIGEN
Wegen der schlechten Zeiten sollten sie sofort eine weitere lukrative Einnahmequelle aufzubauen.
Wenn Sie der Kapitän auf einem Ozean-Dampfer wären, würden Sie auch nicht die Fahrt unterbrechen nur weil Sie eine kleinere Sturmwolke am Horizont sehen, oder? Nun, Ihre Situation ist die des Ozean-Dampfers Kapitäns. Werden Sie aufhören, ihre Firma zu leiten, oder zu haben, nur weil etwas schwierigere Zeiten bevorstehen?
Harte Zeiten erfordern Weitsicht und einen strengen Blick auf niedrigere Kosten und höheren Profit. Glücklicherweise bekommen Sie beides, niedrige Kosten und höheren Profit mit unsere Aktienoptionen. Warum also nicht heute kaufen?
Wer sagte Ihnen, dass schlechte Zeiten bevorstehen? Besitzt er eine Kristall Kugel? Kann irgendjemand wirklich die Zukunft voraussagen?
Neun der letzen zwei Rezessionen wurden genau vorausgesagt? (LÄCHELN)
ICH MUSS MIR DAS NOCHMAL ÜBERLEGEN
Ich verstehe, dass Sie sich das noch einmal überlegen wollen. Ich wäre sehr an Ihrer Meinung interessiert, was für oder gegen einen Kauf spricht.
Sie sollten sich das gut überlegen, Herr Kunde. Immer wenn Sie Geld verdienen können, sollten Sie in Ruhe darüber nachdenken. Aber Sie wissen, es gibt viele Dinge, über die wir nachdenken und immer zu demselben Ergebnis kommen. So zum Beispiel, wenn Sie nach der Farbe Ihrer Wagens fragen würde, würden Sie, ob Sie 10 Minuten, 10 Tage oder 10 Wochen darüber nachdenken. Sie kommen immer zum selben Ergebnis: dass es nie ein Fehler ist, Geld zu verdienen, deshalb treffen wir die Kaufentscheidungen heute?
Darüber noch einmal nachzudenken könnte bedeuten, dass Sie zwei Monate warten müssen, bevor Sie in den Genuss der Vorteile unseres Angebots kommen. Wir könnten diese 2 Monate auf 2 Minuten reduzieren, wenn Sie jetzt akzeptieren. Wollen wir so verfahren?
Warum wollen Sie noch mehr Gedanken investieren? Sie sagten mir, dass Sie schon dutzende von Stunden investiert haben, um darüber nachzudenken. Haben Sie nicht schon genug darüber nachgedacht?
Ich weiß, was Sie meinen, ich habe aber das Gefühl, dass Sie froh wären, wenn Sie die Angelegenheiten hinter sich hätten. Ich denke auch, dass es einige Punkte gibt, die Ihnen wirklich gefallen. Was hält Sie noch zurück?
Sind Sie Praktiker oder Theoretiker im Leben? Der Theoretiker denkt und handelt. Der Praktiker handelt und verdient. Wie viel wollen Sie verdienen? Darf ich Ihnen Ihre Profitchancen noch einmal erklären.
Von Gedanken können Sie sich nichts kaufen. Sagen Sie mir Ihre Bedenken, wir können Sie lösen. Darf ich jetzt zum Gespräch über Ihre phantastischen Gewinnchancen übergehen?
Herr HÄTTEN und Herr VIELLEICHT haben noch NIE etwas verdient. Heißen Sie HÄTTEN oder VIELLEICHT – NEIN! Deshalb sollten Sie jetzt auch sofort handeln. Welche Fragen zu diesem Wert sind für Sie noch offen?
Wollen Sie morgen früh lieber als „Denken“ oder als reicher Mann aufwachen?
Sie wollen darüber nachdenken? Ihre Zeit ist kostbar! Vergeuden Sie nicht 1000 € Ihrer Zeit, um über eine so lukrative Entscheidung nachzudenken. Wir schließen die Angelegenheiten heute ab.
Sie wollen darüber nachdenken? PRIMA? Warum denken Sie nicht eine halbe Stunde lang intensiv darüber nach und ich rufe Sie dann an. Einverstanden?
Sie möchten sich das noch einmal überlegen? Ich weiß, was Sie wirklich damit sagen wollen. Sie sagen damit, dass ich Ihnen die Vorteile unseres Wertes für Sie noch nicht genug herausgestellt, würden Sie sich sicher jetzt entscheiden? Was ist es, das ich nicht erklärt habe? Helfen Sie mir den entscheidenden Punkt zu finden –OK?
Sie und ich denken, seit unserem ersten Gespräch darüber nach. Sie wissen, dass dies eine hervorragende Gelegenheit ist. Der Wert gefällt Ihnen und Sie wissen es wird Ihnen Profit bei zusätzlicher Sicherheit bieten. Lassen Sie uns doch jetzt eine Entscheidung treffen. Einverstanden?
Der kluge Kaufmann entscheidet sich nach einer Information und nicht bevor er sie erhalten hat. Sie haben alle wesentlichen Informationen erhalten und verstanden. Entscheiden Sie sich bitte HEUTE und JETZT! Wie kann ich Ihnen helfen eine positive Entscheidung für zu uns zu treffen? Einverstanden?
Sie verhalten sich im Moment wie eine „Jungfrau“ vor dem ersten Mal. Beim ersten Mal tut es ein bisschen weh und kostet ein wenig Überwindung. Dann wird es von mal zu mal schöner und man will es nicht mehr missen.
Was gibt es an diesen perfekten Wert noch zu überlegen? Möchten Sie überlegen bei uns Mitarbeiter zu werden? Überlegen Sie vielleicht an wen Sie uns weiter empfehlen werden?
ICH MÖCHTE NOCH WARTEN
Ich verstehe, dass Sie noch mehr Zeit brauchen darüber nachdenken. Was sind Ihre Gründe für oder gegen eine sofortige Entscheidung?
Das hören wir selten. Warum wollen Sie diese wichtige Entscheidung unnötig herauszögern
Vielleicht kann ich Ihnen helfen. Ich verstehe, dass dies eine wichtige Entscheidung für Sie ist. Was glauben Sie, werden Sie gewinnen, wenn Sie bis zum…warten? Was glauben Sie, könnten Sie durch einen sofortigen Entschluss gewinnen?
Heißt dass, dass Sie momentan an Gewinnen kein Interesse haben? Warum wollen Sie nicht sofort von unseren Ideen profitieren?
Was wird sich bis zum…ändern? Wahrscheinlich NICHTS. Wenn wir Ihre Bedenken und Fragen gleich heute lösen können, weshalb sollten wir es dann hinauszögern?
Zum Zahnarzt geht niemand gerne. Aber je länger man es hinausschiebt, desto unangenehmer wird dann der Weg. Deshalb sollten Sie auch schon jetzt Ihre Entscheidung treffen, um sich nicht mehr dem Risiko einer Fehlentscheidung auszusetzen. Was wird sich dann ändern? Wahrscheinlich nichts, außer, dass unsere Kursen höher sind. Warum nicht heute investieren und von den günstigen Einstiegskursen zusätzlich profitieren?
Sie machen auf mich den Eindruck eines entscheidungsfreudigen Geschäftmannes. Sie treffen täglich größere Entscheidungen als diese. Warum zögern Sie jetzt?
Haben Sie die schlechte Angewohnheit, wichtige Entscheidungen hinauszuzögern? Ist es nicht an der Zeit, sich von diesen schlechten Angewohnheiten zu trennen?
Versprechen Sie mir als Ehrenmann, dass Sie im….ganz bestimmt investieren werden? PRIMA. Ich rufe Sie Mitte…wieder an, damit wir dann das Geschäft machen können, einverstanden?
Sie investieren im…(MONAT, JAHRESZEIT usw.)? Damit sagen Sie ja, dass Sie es mit Sicherheit machen wollen, richtig? Nun, dann lassen Sie uns die Schreibarbeiten bereits heute erledigen. Wir können also eine Reservierung zum…verbindlich vereinbaren?
ICH HABE KEINE ZEIT MICH MIT IHNEN ZU UNTERHALTEN
Genauso hoch wie Sie den Wert Ihrer Zeit einschätzen, so wertvoll schätze ich den Wert, der Ihnen angebotenen Informationen ein.
Wenn Sie nicht so beschäftigt wären, hätte ich nicht so viel Zeit investiert meine Informationen auf die 5 wesentlichen Punkte zusammenzufassen. Es wird nicht länger als 7 Minuten dauern. 7 Minuten, die sich für Sie lohnen werden. Können Wir die Punkte jetzt durchgehen?
Sind Sie zu beschäftigt, mehr Geld zu verdienen beim geringeren Risiko?
Herr Kunde, wenn Sie einen Brief bekommen, dann nehmen Sie sich doch die Zeit es zu öffnen und zu lesen? (Warten Sie auf das „JA“). Nun sehen Sie dieses Telefonat doch wie einen wichtigen Brief an! Die Idee, die ich Ihnen vorstellen möchte, benötigt nicht mehr als 3 Minuten. Ich bin sicher, Sie werden froh sein, diese Zeit investiert zu haben, da es sich für Sie lohnt.
Ich verstehe Ihre Bedenken wegen der Zeit. Das ist genau der Grund, warum ich möchte, dass Sie sich klar darüber sind, dass jeder Minute, die Sie mit mir sprechen, bedeuten kann, dass Sie in Zukunft mehrere tausend Euro zusätzlich in Ihrer Tasche haben. Ich kann das jetzt und hier beweisen, wenn Sie mir 3 Minuten Ihrer Zeit schenken. Einverstanden?
Wenn Sie sehr beschäftigt sind, sind Sie genau die richtige Person, mit der ich sprechen möchte. Es ist der vielbeschäftigte Geschäftsmann, der den Wert unseres Angebotes zu schätzen weiß. Wenn Sie gesagt hätten, dass Sie eine halbe volle Stunde Zeit für mich haben, wäre mein Interesse an einem Gespräch viel geringer gewesen. Unsere Ideen an den Börsen wurden für Erfolgreiche entwickelt, die den Wert von Zeit und Geld erkannt haben.
Möglicherweise helfe ich Ihnen sogar, mit meinem Produkt mehr Geld zu verdienen, als Sie an Ihren nächsten 10 Kunden verdienen können. Möchten Sie wissen wie?
Herr Kunde, wenn Sie einen 500 € Schein auf dem Bürgensteig liegen sehen, würden Sie sich die Zeit nehmen anzuhalten und den Schein aufzuheben? Wenn Sie mir einen Augenblick Zeit schenken, dann ist das so lukrativ wie mehrere 500 € Scheine. Darf ich Ihnen zeigen, wie es funktioniert?
Sie sind sehr beschäftigt. Ich bin sehr beschäftigt. Wir verstehen uns. Geben Sie mir 5 Minuten, damit ich Ihnen etwas zeigen kann, dass ich Ihnen schlechte Erfahrungen ersparen kann und darüber hinaus noch Geld und Spaß bringen wird. Einverstanden?
Sie sind sehr beschäftigt? Gut! Lassen Sie mich Ihnen einen Weg zeigen, wie Sie enorm viel Zeit sparen können! (Beratungs- und Betreuungsservice betonen)
Was glauben Sie wie viel Zeit ich brauche? 7 Minuten genügen. Ich bin sicher, Sie können 7 Minuten investieren, um Ihre Kapitalrisiken in Zukunft reduzieren und trotzdem alle Börsenchancen wahrnehmen – stimmt´s?
Sind Sie zu beschäftigt, sich mit mir zu unterhalten? Das hören wir selten!! Normalerweise rufen die Interessenten bei uns an! Möchten Sie wissen warum?
Ich bin froh, dass Sie ein beschäftigter Mensch sind. Beschäftigte Menschen sind unsere besten Kunden. Sie erkennen erst richtig den Wert unserer Angebote und unserer umfangreichen Dienstleistungspalette. Darf ich Ihnen sagen weshalb?
Wir finden immer Zeit für die wirklich wichtigen Dinge, nicht wahr? Wenn Sie jetzt sagen, dass Sie wirklich überhaupt keine Zeit haben, weiß ich, dass Sie in Wirklichkeit denken, dass es nicht wichtig genug ist, habe ich Recht? Darf ich Ihnen sagen, warum mehr als X-Kunden wissen, dass wir eine der wichtigsten Dienstleistungen am Kapitalmarkt bieten?
ES TUT UNS LEID WIR KAUFEN NICHT
Warum?
Offensichtlich haben Sie einen Grund dafür. Darf ich fragen, was der Grund ist?
Ich bin sicher, Sie haben das Für und Wider bedacht, bevor Sie zu dieser Entscheidung kamen. Es würde mich interessieren welche Punkte das sind?
Ich respektiere Ihre Entscheidung, dass Sie dieses Mal nicht einsteigen. Ich weiß aber, dass Sie mehr und mehr über unsere fantastische Ideen im Internet oder von Ihren Kunden hören, dann werden Sie in Zukunft noch mit uns arbeiten wollen. Sind Sie einverstanden, wenn ich Sie von Zeit zu Zeit über neue Möglichkeiten auf dem Laufenden halte? PRIMA! Ich freue mich darauf Sie im nächsten Monat zu sprechen!
WIR SIND ZUFRIEDEN
Prima, das hört man gerne. Ich würde gar nicht mit Ihnen sprechen wollen, wenn es anders wäre. Ich verhandle gerne mit Menschen, die gute Kaufentscheidungen treffen. Darf ich Sie über unser speziellen Wertes informieren?
Sie wissen nicht, was Zufriedenheit bedeutet, bis Sie unsere Dienstleistungen und unsere Empfehlungen kennen. Die Information schmerzt nicht, nur negative Erfahrung. Darf ich Sie einmal genauestens informieren?
Wie zufrieden werden Sie erst sein, wenn Sie unser Kunde sind? Werden Sie uns dann weiter Empfehlen? Darf ich, bevor Sie bei uns Kunde werden, erst einmal Ihre Börsenfähigkeit überprüfen? Haben Sie schon unsere neusten Empfehlungen in den Händen?
ICH MUSS NOCH MIT ___ DARÜBER SPRECHEN
Wenn es eine Frage ist, ihm den Gedanken an das Produkt schmackhaft zu machen, schlage ich vor, dass wir gemeinsam mit ihm sprechen, so dass ich Ihnen bei Fragen helfen kann.
Natürlich müssen Sie das. Was sind denn einige Punkte, die Sie mit Ihm besprechen wollen?
Ich kann Ihnen Zeit sparen. Lassen Sie uns jetzt mit Ihm sprechen und Fragen klären, so können Sie noch schneller von unserem Wissen profitieren.
Es wird Sie einiges an Mühe kosten, meinen Beruf zu erlernen. Ich kann Ihnen Zeit sparen und dafür werde ich ja auch bezahlt. Sie brauchen uns nur vorzustellen, den Rest übernehme ich. Lassen Sie uns einen Termin vereinbaren und wir sprechen gemeinsam mit ihm.
Was geschieht, wenn Sie den Stier bei den Hörnern packen und jetzt eine Entscheidungen zu treffen? Ich bin sicher, Ihr Partner(Ihre Ehefrau) gratuliert Ihnen zu Ihrer Eigeninitiative und zu Ihrer guten Entscheidung.
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Steuerberater. Es freut mich, dass Sie in steuerlichen Angelegenheiten einen so kompetenten Partner haben. In Börsengeschäften sind wir kompetent. In Zukunft auch für Sie?
Hat Sie Ihr Steuerberater / Finanzberater schon auf diese risikoarme und sehr lukrative Aktie hingewiesen? JA, wann und welcher Steuerberater / Finanzberater? NEIN, darf ich dann Ihnen einmal von dieser neuen Aktie berichten?
Wenn Sie Schmerzen haben, gehen Sie zum Arzt. Aber die Art von Schmerzen wird Sie zu den verschiedenen Ärzten führen. Bei Zahnschmerzen gehen Sie zum Zahnarzt und nicht zum Augenarzt. Genauso ist es auch hier. Ihr Steuerberater ist Fachmann für Steuern. Ihr Versicherungsmann ist Spezialist für Risikovorsorge. Ihr Banker ist Spezialist für Kreditgeschäfte. Wir sind Spezialisten für Börsengeschäfte. Darf ich Sie über die besten Aktien informieren?
Es geht hier nicht um Steuern oder Kreditfragen. Es geht um den Aktienmarkt. Darf ich Sie informieren?
ES IST ZU KOMPLIZIERT / ICH HABE ANGST
Wenn es einfach wäre, würden Sie uns nicht benötigen stimmt´s?(JA) Darf ich es Ihnen noch einmal erklären?
Es ist meine Ausgabe, es Ihnen leicht zu machen. Ich brauche nur einige Minuten, um Ihnen zu helfen, sich wie ein Experte zu fühlen. Wollen wir es versuchen?
Was ist es genau, dass Ihnen diese Aktie kompliziert erscheint?
Ich bin überrascht, das zu hören. Es besteht gar kein Grund zur Sorge. Ich werde es Ihnen leicht machen, die Fakten zu verstehen
An beiden Händen werde ich Sie, auf einem 10-Meter über den Boden gespannten Seil, durch den Urwald der Aktienmärkte führen, selbstverständlich ist zu unserer Sicherheit ein Netz zum Auffangen unter uns gespannt.
Sie wolle nicht die Börse studieren, dafür gibt es Fachleute – uns. Ich würde auch nicht Dentalheilkunde studieren, wenn ich Zahnschmerzen habe, sondern den Spezialisten vertrauen.
Es ist zu kompliziert? Dies gilt auch für den Motor eines Autos, aber, wie Sie wissen, ist er ganz einfach zu handhaben.
ICH MÖCHTE KEIN RISIKO EINGEHEN
Sie glauben, dass es zu riskant ist? Das hören wir selten. Was meinen Sie mit „riskant“?
„Riskant“, verglichen womit?
„Nichts geschieht ohne Risiko, aber ohne Risiko geschieht nichts“!
Was können wir noch tun, damit Sie sich sicherer fühlen?
Nichts im Leben ist ohne Risiko. Sie wissen, dass fast die Hälfte aller Ehen mit Scheidung endet. Ist das etwa ein Grund für Menschen, überhaupt nicht mehr zu heiraten? Natürlich nicht! Das Risiko einer Geschäftsbeziehung mit uns ist minimal. Warum konzentrieren wir uns nicht auf die vielen Vorteile, die sich durch den Abschluss mit uns haben werden?
Das ist genau der Grund, warum ich Ihnen vorschlage, jetzt zu investieren. Ein Risiko gibt es bei allen Investitionen. Sogar ein Sparbuch ist nicht risikolos. Wir wissen, dass Banken versagen können. Wir haben den sichersten Weg in diesem Markt zu investieren. Alle wirtschaftlichen Faktoren besagen, das die Chancen eines Gewinnes jetzt am größten sind und demzufolge die Gefahren eines Verlustes sehr, sehr niedrig. Die Gefahr eines Totalverlustes durch unsere Aktien ist sehr gering. Warum also nicht sofort und heute investieren?
Nun, es mag sein, dass Sie sich im Moment bei den Gedanken noch nicht ganz wohl fühlen. Lassen Sie mich eine Frage stellen. Als Sie fahren lernten, haben Sie sich da gleich beim ersten Mal wohl gefühlt? Als Sie Ihren ersten Job angetreten haben, haben Sie sich da sofort wohl gefühlt? Haben Sie jemals etwas begonnen, wobei Sie sich vom ersten Tag an wohl gefühlt haben? NEIN! Das ist diesmal auch nicht anders. Ich weiß, dass Sie sich in ein paar Wochen wohl fühlen werden und sehr stolz auf Ihre Entscheidungen sind. Warum sagen Sie nicht JA?
Wir verstehen, dass dies für Sie wie eine riskante Entscheidung aussehen mag. Aus diesem Grunde werden wir auch zweimal so hart arbeiten, damit Sie zufrieden sind.
Haben Sie jemals in Ihrem Leben etwas riskiert, das erfolgreich war? Sie sind heute in der gleichen Situation. Nutzen Sie Ihre Chance.
Sie machen auf mich den Eindruck eines intelligenten Menschen. Ich bin ein bisschen überrascht, dass Sie nicht erkennen, wie viele Sie mit dieser Kaufentscheidung gewinnen können. Was genau ist es, worüber Sie sich Gedanken machen?
Sie glauben, dass es riskant ist, so an der Börse zu spekulieren? Wir haben den besten Ruf für Sicherheit in unserer Branche! Wir sind sicherer als eine Schweizer Bank!
An vielen Arbeitsplätzen gibt es Risiken, die das Leben und die Gesundheit der Arbeitnehmer gefährden und trotzdem machen den Job viele Menschen, um von dem höheren Risiko finanziell zu profitieren. Am Aktienmarkt kann Sie nichts verletzen. Sie werden sich garantiert nicht wehtun. Der Profit steht Ihnen trotzdem zu. BROKERAGE braucht Emotionen, um dem Kunden einen Markteinstieg zu verkaufen. Man muss gerade die Emotionen ansprechen, die einen unüberlegten Markteinstieg provozieren.
TRADING ist ein anderer Beruf und verlangt wenig bzw. gar keine Emotion, da emotionale Einstiege wenig erfolgversprechend sind.
Es ist derselbe Unterschied wie zwischen einem Autoverkäufer und einem Rennfahrer.
Ein Broker muss jeden Tag versuchen einen Einstieg zu vermitteln. Er kann nicht auf einen „guten“ Einstieg warten, da er von der Provision und somit dem Umsatz lebt. Wenn er keinen Umsatz verbucht, muss er verhungern. Er muss auch in schlechten Börsenzeiten einen Umsatz erzielen. Der Börsenmakler trägt kein Marktrisiko, sondern vermittelt Marktrisiken. Sein Risiko besteht darin, dass er keine neuen Käufer findet, die bereit sind ein Marktrisiko einzugehen. Sein Interesse besteht darin, so viele Kommissionen wie möglich zu verdienen. Darüber hinaus verdient er die Kommission, unabhängig davon, ob der Kunde Gewinn oder Verlust erzielt.
Der Trader hat das Interesse so wenig Kommissionen wie möglich zu zahlen, da dies seinen Gewinn vermindert. Wenn er den Trade mit Verlust abschließt, muss er trotzdem die Gebühren zahlen und somit entstehen zusätzlichen Kosten.
Die beiden Parteien haben die entgegen gesetzten Interessen und sind somit Kontrahenten.
Der Broker muss die emotionalen Fallen kennen, in die ein Trader tappen kann, um ihn genau dahin zu locken. Wenn der Broker diese Emotionen nicht kennt, dann wird er vielleicht selbst Opfer seinen eigenen Emotionen (Frust, Wut, Ungeduld). In so einer emotionalen Schieflage kann der Broker sich nicht auf die emotionalen Bedürfnisse des Kunden konzentrieren und es wird ziemlich schwer sich in den Kunden hineinzuversetzen.
Es ist ein Spiel zwischen dem Makler und dem Kunden, welches der Makler nur durch List und emotionale Argumentation gewinnen kann. Als Broker muss man die Begeisterung für den Markt an den Tag legen, welche nötig ist, den Kunden aus seiner Unsicherheit in einer vermeintlichen Sicherheit zu wiegen. Man muss eine Euphorie an den Tag legen, die den Kunden ansteckt. Wenn man mit einer negativen Einstellung zum Markt und zu dem Kunden in das Gespräch geht, sind die Aussichten auf Erfolg gering.
Der professionelle Trader hingegen darf sich nicht von Emotionen blenden lassen, sondern muss den Blick und den Sinn für die Realität beim Marktgeschehen erhalten. Ansonsten tradet er in seiner „Traumwelt“, während der Markt sich ganz anders verhält.
BROKERSTYLE: Am wichtigsten ist eine schnelle und klare Marktprognose, sobald diese eintrifft, muss den Kunde informiert werden (Telefon, SMS, Email). „Wir haben gute Geschäfte gemacht, leider waren Sie nicht dabei, vielleicht nächstes Mal.“
Kunde muss denken, vielmehr wissen, dass ich gute Tipps habe.
Der Kunde ist im Kundengespräch der wichtigste Mensch der Welt.
Das Verkaufsgespräch fängt erst an, wenn der Kunde „NEIN“ sagt. Wenn er sowieso kaufen will, muss man ihn nicht überzeugen.
Gerüchteküche: Obama kauft Aktien für sein Privatdepot / Übernahmegerüchte
Bankberater investiert nicht einen Cent von seinem Geld oder seiner Provision in die Produkte die er vertreibt, da er kein Vertrauen in die Produkte, den Markt und sich selbst hat.
Er versucht nur die Vertriebsprovision einzustecken und Sie dann mit dem Schrott alleine zu lassen. Diese Menschen sind bessere Staubsaugervertreter oder Call Agents, aber sie haben vom Börsenhandel am Markt keine Ahnung. Sie haben nie die Perspektive des Kunden bei einem Broker erlebt, welche bei der Beratung unverzichtbar wäre.
Am Aktienmarkt locken steigende Kurse die Nachfrage an. Am Aktienmarkt locken fallende Kurse das Angebot an.
Die Nachfrage in Aktien ist rein spekulativ, im Gegensatz zu Rohstoffen, obwohl hier die größte Menge auch nicht physisch, sondern spekulativ auf dem Papier umgesetzt wird. Trotzdem wird der Kassakurs der Rohstoffe dadurch beeinflusst, wie sich der Bedarf, der Bestand und der Verbrauch der Rohstoffe entwickeln.
Am Aktienmarkt wird die Menge, sprich das Angebot durch Aktiensplits, Kapitalerhöhungen und IPO beeinflusst. Bei einer Zunahme der Menge, muss sich dies im Aktienkurs widerspiegeln. Vor allem Aktiensplits deuten auf einen Angebotsüberhang, der einen Kursrückgang verursacht.
Ein Rückgang der Aktienstückzahl kann durch ReversalSplits, Übernahmen, Rückzug vom Börsenhandel oder durch Akkumulation von großen Aktienblöcken erfolgen.
Der BROKER muss Storys zu den Aktien erzählen, damit er die Phantasie der Menschen anregt und einen plausiblen Grund für den Einstieg liefern. Verkaufen in jedem Bereicht bedeutet Geschichten erzählen.
Der TRADER darf nicht auf Storys, sondern nur auf die Fakten achten. Die Zahlen lügen in der Regel nicht, wenn man im Verlust liegt, kann die Story super sein und trotzdem kann es einen Margin Call geben.
Märkte können sich in Sekundenschnelle in Bewegung setzen, was die meisten Menschen nicht können. Das ist der Grund, warum so viele Menschen bei diesen vermeintlich einfach Spiel verlieren.
ÜBERZEUGUNGSARBEIT
In meinen Augen handelt es sich um einen der weltweit interessantesten Werte überhaupt.
Sie können im Augenblick sehr günstig einsteigen.
Die Gewinne des Unternehmens werden sich unansweichlich weiter erhöhen
Solche Einstiegsbedingungen werden in den nächsten Jahren nicht wiederkehren.
Das Potential ist atemberaubend
Vertrödeln Sie keine Zeit. Warten Sie bloß nicht ab, bis sich die Aktie verdoppelt hat.
Die Lage hat sich beruhigt, anders kann man es nicht sagen
Der Dax / Dow etc hat so und so viel zugelegt
Insbesondere Bankaktien haben sich hervorragen erholt
Unternhemen übertreffen die Gewinnschätzungen der Analysten
Die amerikanischen Hypothekenzinsen sinken weiter und entlasten die Verbraucher
Die Verbrauchenausgaben sind gestiegen
Das Vertrauen der Konsumenten in jetzt wieder bei den Werten vor den Lehman Pleite
Die deutschen Expote haeb sich nach oben entwickelt
Die Rohstoffpreise ziehen an: Beispiel
Die größten Konjunkturpakete aller Zeiten im Wert von Billionen Dollar weltweit greifen erst mit einer gewissen Zeitverzögerung – ihre Wirkung wird sich erst in den nächsten Monaten richtig entfalten
Das sind Fakten! Denn nur aus Fakten kann man Gewinne machen
Ich bin weder Zocker noch Dauerpessimist sondern – wie Sie selbst wahrscheinlich aus – jemand, der mit viel Vorsicht und Umsicht nach den definitiv „Saubersten Chancen“ Ausschau hält
Ich bin immer skeptisch, auch gegenüber jeden die immer nach dem Negativen suchen.
Diese deprimierten Pessimisten, die geradezu enttäuscht sind, wenn es Unternehmen gut geht, die Aktien steigen und die Leute, die mehr Schneid haben als sie selbst dann noch ordentliche Gewinne einstreichen. Die haben bisher noch jeder Hausse verpasst.
Es gibt Unterschiede und sobald man die Unterschiede beachtet, wird man an der Börse sehr gutes Geld verdienen.
Vielen Unternehmen geht es noch nicht wieder gut – einigen aber schon wieder blendend und Morgen noch besser als heute
Es kommt mehr als alles Andere auf Unterschiede an.
Ich schere nicht alles über einen Kamm, dann könnte ich versuchen den Dax nachzubilden
Immer wieder setzen sich Aktien von der breiten masse ab und schießen nach oben. Das ist kein Zufall, sondern lässt sich vorher erkennen.
Das Ergebnis meiner mühevollen Auswahlarbeit ist pure Qualität
Mein Aktienempfehlung sind Qualitätstitel die. 1. schneller wachsen/ 2. strategisch klüger geführt werden/ 3. besser Innovationen haben 4. deren Kurse ein höheres Potential haben
Glauben Sie mir!, der schlaue Anleger hat den Mut und den Blick fürs Wesentliche
Halten Sie mich für optimistisch? Ich bin immer auf der hut. Gegebenenfalls würde ich mich einer neuen Abwärtswelle auch blitzschnell anpassen. Z.B. Leerverfkauf, Put-Optionen
Ich weiß, dass man mit einer negativen Einstellung kein Geld verdient
Ich bin immer positiv für Profite gestimmt, weil ich danach suche
ÜBER GOLD UND PAPIERGELD
Wechselkurs des Goldes: In den Finanzmedien ist in der Regel vom „Preis“ des Goldes die Rede. Das ist nicht korrekt, denn Gold ist kein Rohstoff wie Öl oder Eier. Gold ist Geld. Man spricht ja auch nicht vom Preis von Euro oder Yen, sondern von Wechselkurs. Ein Gramm Gold entspricht etwas 1/31 einer Unze (um genau zu sein: 31,1034 Gramm ergeben eine Feinunze).
Es gibt keine subtilere und auch keine sicherere Methode, einer Gesellschaft ihre Grundlagen zu entziehen, als die Zerstörung ihrer Währung. Dieser Vorgang umfasst, was die Zerstörung betrifft, alle verborgenen Kräfte der ökonomischen Gesetze und er tut es auf einer Weise, die unter einer Million Menschen nicht ein einziger wirklich erkennen kann.
Alle mächtigen Gesellschaften häufen irgendwann unerträglich hohe Schulden an.
Rom: Barbaren an der Münzpresse. In den etwa 5 Jahrhunderten, in denen es die Welt die beherrschte, hatte Rom reichlich Zeit, die Kunst der Geldentwertung zu perfektionieren. Verschiedene Herrscher verkleinerten ihre Münzen, schnitten Stücke davon ab und stanzten Löcher hinein, um aus diesen Stücken noch mehr Münzen prägen zu können. Oder sie ersetzten Gold und Silber durch weniger wertvolle Metalle; entweder vollständig oder durch Verschmelzung.
Als Diokletian im 3. Jahrhundert nach Christus den Thron bestieg, hatten seine Vorgänger schon durch mit Zinn beschichtete Kupfermünzen ersetzt. Die Verteidigung des Reichs war kostspielig und Diokletian entschied sich für die Politik von Gewehren und Butter. Er vergrößerte die Armee um Tausende neue Soldaten und gab viel Geld für öffentliche Arbeitsprojekte aus. Als ihm das Geld ausging, prägte er einfach riesige Mengen neuer Kupfermünzen und begann den Gold und Silbermünzen Kupfer beizumischen. Als wegen des erhöhten Geldumlaufs die Preise stiegen, schob er die Schuld auf die Händler. Er erließ im Jahre 301 ein Edikt, in dem er jedem die Todesstrafe androhte, der Waren teurer als zu einem festgesetzten Preis verkaufte. Die Händler verstanden die Botschaft nur zu gut. Statt die Preise zu erhöhen schlossen sie ihre Läden. Dann verschärfte Diokletian die Gesetze und verlangte von jedem Mann, den Beruf seines Vaters auszuüben, ansonsten drohte die Todesstrafe.
Dadurch verstärkte sich die Trennung der gesellschaftlichen Schichten weiter. Die Reichen verstanden, dass eine Geldentwertung im Gang war, horteten ihre Münzen aus purem Gold und Silber (die ihren Wert behielten) und wurden noch reicher. Den Armen aber bleib nur das wertlose Kupfer und ihre Abhängigkeit von staatlicher Unterstützung wuchs. Das setzte das Schatzamt unter Druck, was dazu führte, dass immer mehr Kupfermünzen geprägt wurden. 301, als Diokletian die Preiskontrollen einführte, war ein Pfund Gold 50.000 Denare wert. Mitte des 4. Jahrhunderts betrug der Wechselkurs 2 Milliarden Denare. Im Jahre 410 wurde das finanziell ausgeblutete Römische Reich von den Westgoten unterworfen.
Frankreich: Zwei Mal in einem Jahrhundert. 1715 war Frankreich ein klassisches Opfer einer schlechten Regierung. Die vielen Krieg Ludwigs 14. hatten seinen Nachfolger Ludwig 15., der bei seiner Thronbesteigung erst 5 Jahre alt war, an die Spitze einer Gesellschaft gesetzt. Dann tauchte ein Schotte namens John Law auf und bot eine Lösung der Probleme an. Law war der enterbte Sohn eines Goldschmieds, sah gut aus, war sehr beredsam und hatte eine neue Theorie über Geld entwickelt: Je mehr Geld eine Regierung in Umlauf bringt, desto stärker wächst der Wohlstand im land. In gewisser Weise war seine Idee ein Vorläufer der heutigen Geldpolitik, denn er glaubte, dass man durch das Management der umlaufenden Geldmenge ein starkes Wirtschaftswachstum ohne Inflation erreichen könne. Dieser Zustand war nicht mit Gold und Silber zu erreichen, denn die verfügbare Menge an Edelmetallen war begrenzt und somit schwer zu manipulieren. Er wollte es mit einer neuen Art von Währung aus Papier erreichen, die erst wenige Jahre zuvor von der Bank von England erfunden und eingeführt worden war. Die verfügbare Menge an solchen Papieren, könne beliebig ausgeweitet oder begrenzt werden.
Die Franzosen waren in einer Notlage und gaben Law die Chance, seine Theorie in die Praxis umzusetzen. Sie erlaubten ihm die Gründung einer Bank, der Banque Royale, die Papier-Livres in Umlauf bringen durfte. Law gab Regierungskontrakte zur Finanzierung des Handels mit Kanada und China und zur Erschließung von Frankreich riesigen Besitzungen heraus, die dem heutigen Lousiana entsprechen. Er hatte sich selbst zum Finanzminister und dem Notenbankchef ernannt, mit der Ermächtigung Steuern einzuziehen und Geld zu drucken.
Dann vereinigte er die meisten dieser Operationen zu einem der ersten Konglomerate der Geschichte, der Compagnie d´Occident, besser bekannt als Mississippi Kompanie. Er erließ eine Verordnung, nach der von nun an Landbesitz und Aktien als Sicherheit für Kredite verwendet werden konnten, was es Kreditnehmern erlaubte, mit einer Grundbesitzurkunde oder einem Aktienzertifikat zu ihrer Bank zu gehen und mit frisch gedrucktem Geld wieder herauszukommen. Mit diesem Geld kauften die Leute dann wiederum Grundbesitz und Aktien. Das trieb die Preise nach oben und ermöglichte die Aufnahme zusätzlicher Kredite (Immobilienmarkt USA).
Die Aktie der Mississippi Kompanie stieg von Januar 1719 bis Ende 1720 von ursprünglich 500 auf 20.000 Livres. Wer früh investierte machte ein Vermögen und ganz normale Franzosen gaben ihre Berufe auf, um das zu werden, was man heute Day Trader nennt. Law wurde zu einer internationalen Berühmtheit und auf dem Papier zu einem der reichsten Männer der Welt. Aber innerhalb eines Jahres führte der endlose Strom von Papiergeld aus der Notenpresse in Frankreich zu Preissteigerungen auf allen Gebieten. Schlechtes Geld verdrängt gutes Geld aus dem Umlauf, wenn die Regierung bestimmt, dass beide den gleichen Tauschwert haben. Die französischen Verbraucher begannen Gold und Silbermünzen zu horten und gaben Papiergeld sofort wieder aus, sobald sie es erhalten haben. Im Januar 1720 stiegen die Preise im Papier Livres um monatlich 23 Prozent.
Im selben Monat beschlossen 2 königliche Prinzen, ihre Aktien der Mississippi Kompanie zu verkaufen. Andere folgten dem Beispiel und der Kurs fiel rapide. Law reagierte darauf, indem er noch mehr Papiergeld druckte und nutze seine Amtsgewalt dazu, den Besitz von mehr als 500 Livres in Gold oder Silber zu verbieten. Das verschreckte die Märkte gründlich. Ende 1721 war die Aktie auf den ursprünglichen Wert von 500 Livres zurückgefallen, die französische Wirtschaft lag in Trümmern und Laws Zeit war vorbei. Er hatte seinen Reichtum verloren und floh nach Italien, wo er 1729 verarmt starb.
Frankreich war damals eine absolute Monarchie, in der Adel und Kirche den größten Teil des Volksvermögens besaßen, aber keine Steuern zahlten. Folglich hatten die immer schon unterdrückten Bauern und die wachsende, aber unzufriedenen Klasse der Kaufleute (die bourgeoisie) die volle Last einer ganzen Serie von verschwenderischen Königen zu tragen. Nachdem es ruinös teure Kriege gegen Großbritannien und Preußen verloren hatte, war Frankreich in den 1780er Jahre – um es zurückhaltend auszurücken – offen für neue Ideen.
1792 kam es zum Machtwechsel und die neue Regierung versuchte den Übergang von der Feudalherrschaft zur Demokratie zu finanzieren, indem sie den Grundbesitz der Kirche konfiszierte (fast 10 % des gesamten Landes) und ihn als Sicherheit für die Ausgabe verzinslicher Wertpapiere verwendete, die man Assignats nannte. Zu Beginn erfolgte die Ausgabe vorsichtig mit Wertpapieren im Nennwert von 400 Millionen Livres. Im folgenden Jahr waren es aber schon 800 Millionen, dann weitere 600 und noch einmal 300 Mio.
Weil Zinszahlungen und Tilgung der Assignats in Papier Livres erfolgten, kam es zu einem massiven Anstiegs des Umlaufs der „Fiat“- Währung. 1794 waren 7 Milliarden Papier Livres im Umlauf. Ein Jahr später waren es 10, weitere 6 Monate später 14 Milliarden. Bald war die Gesamtsumme auf 40 Milliarden gestiegen und eine regelrechte Hyperinflation hatte begonnen. Die angeblich demokratische Regierung versuchte daraufhin die Bürger zur Annahme ihrer Währung zu zwingen, indem sie jedem eine Gefängnisstrafe von 20 Jahren androhte, der Banknoten unter ihrem Nennwert verkaufen. Wer bei der Preisfestsetzung einen Unterschied zwischen Papier Livres und Gold- oder Silber Livres machte, dem drohte sogar die Todesstrafe. Die Händler machten ihre Läden dicht, die Wirtschaft bracht zusammen. Rationierung ersetzte den Handel und die junge Republik ging zugrunde. Das öffnete der Diktatur Napoleons Tür und Tor und es folgte eine weitere Reihe zerstörerischen Kriegen in Europa.
Deutschland: Von Versailles zu Hitler. Im Jahrzehnt vor dem Ersten Wertkrieg war Deutschland eine Industriemacht. Seine Währung, die Mark, war an das Gold gebunden und seit Jahrzehnten stabil. Seine Industrieregionen versorgten den Rest Europas mit Kohle, Stahl und viele anderen Gütern. Aber als Verlierer des Krieges trug Deutschland einige einzigartigen Lasten mit in die 20er Jahre. Zu den Bedingungen des Kapitulationsvertrags gehören die Schaffung einer demokratischen Regierungsform und die Zahlungen von Reparationen an Frankreich und an die anderen Siegermächte.
Die vorherige Regierung hatte den Krieg offenbar durch Schuldenaufnahme finanziert, weil sie einen schnellen Sieg erwartete und danach die Verlierer auspressen zu können. Daher hatte Deutschland am Beginn der 20er Jahre massive Staatsschulden zu tragen, die aus den Kriegsjahren stammten. Die Siegermächte verlangten extrem hohe Reparationszahlungen. Bis 1921 zahlte Deutschland etwa ein Drittel der Gesamtsumme, hauptsächlich durch Exporte von Kohle Eisen und Holz. Anstatt den Bürgern weitere Lasten aufzuerlegen, weigerte sich die Weimarer Regierung, den Rest der Reparationszahlungen zu leisten. Daraufhin besetzten Frankreich und Belgien das Ruhrgebiet. Die Regierung schaltete die Notenpressen ein und immer mehr Geld kam in Umlauf. Auf diese neue Situation reagierten die Deutschen zunächst mit Sparen und Konsumverzicht. Als sie aber bemerkten, dass alle Preise stiegen, begannen sie ihr Geld so schnell wie möglich auszugeben. Ein Laib Brot, der 1922 für 160 Mark zu haben war, kostete ein Jahr später 1,5 Mio. Mark. Die Preise in Restaurants verdoppelten sich während einer Mahlzeit. Kreditnehmer waren plötzlich schuldenfrei, während Sparer alles verloren. Für eine Rente, die 1920 ein komfortables Leben versprochen hatte, konnte man sich 1923 nicht einmal ein Frühstück leisten. Und wie immer hatten die Reichen am wenigsten zu leiden, weil sie harte Vermögensgegenstände besaßen – wie Goldmünzen und Land, auf dem man Lebensmittel produzieren konnte – die ihren Wert behielten, während Papiergeld wertlos wurde. Im Herbst 1923, als ein Dollar eine Billion Mark kostete, war Deutschlands Zusammenbruch besiegelt.
Die alte Mark wurde durch die Rentenmark ersetzt. Sie war durch eine Goldanleihe aus den USA gedeckt, die Deutschland beim Wiederaufbau helfen wollten. Neun Nullen wurde von der Währung gestrichen, eine Rentenmark entsprach 1 Million alter Mark. Aber die verlorenen Ersparnisse wurde nie ersetzt, ebenso wenig wie der Wert der harten Arbeit und des Anstands vor dem 1. Weltkrieg. Wie mehr als ein Jahrhundert zuvor in Frankreich, hatte das monetäre Chaos ein politisches Klima geschaffen, das reif war für einen Demagogen. Wenig später ergriff Hitler die Gelegenheit.
Argentinien: Weine um den Peso. Regierungen in Lateinamerika haben es oft besonders schwer. Infolge schlechten Managements der früheren europäischen Kolonialmächte befindet sich ein großer Teil des Volksvermögens in den Händen weniger Familien, die kaum Interesse daran haben, ihr Eigentum zu teilen. Aber in den 1990er Jahren sah es für eine Weile so aus, als sei Argentinien das Land, das endlich alles richtig machte. Nach einer erneuten Hyperinflation 1991 koppelte das Land seine Währung, den Peso, an den Dollar und zwar mit einem Wechselkursverhältnis von 1 zu 1. Die Zentralbank war dazu verpflichtet, die beiden Währungen auf Verlangen umzutauschen und für die Dollar Deckung der unlaufenden Pesos zu sorgen. Für eine Weile funktionierte das. Die Koppelung an den Dollar sah stabil aus. Investoren im In- und Ausland glaubten allmählich, der Peso könne seinen Wert bewahren. Aus der ganzen Welt strömte Kapital nach Argentinien und die Wirtschaft boomte. Statt die daraus resultierenden höheren Steuereinnahmen zur Schuldentilgung zu verwenden und die Kosten von Regierungsprogrammen zu reduzieren, ging die Regierung auf Einkaufstour. Man stellte neue Beamte ein und finanzierte Projekte mit hohen Kosten, aber zweifelhaften Nutzen. Als die Einnahme nicht mehr reichten, erhöhte die Regierung die Steuersätze und führte neue Steuern ein. Bei den wenigen Gelegenheiten, wenn die Regierung ihre Ausgaben kürzen wollte, kam es zu gewaltsamen Demonstrationen auf den Strassen und zu Generalstreiks. Die Regierung gab schnell wieder nach.
1998 war die Lücke zwischen dem realen Wert der Pesos und des Dollars so groß gewesen geworden, dass die Argentinier ihre Zentralbank stürmten, um ihre Pesos massenhaft in Dollars zu tauschen. Der Boom war vorbei. Die neue Regierung fror alle Dollar Konten ein. Kontoinhaber durften pro Woche maximal 250 $ abheben. Schließlich wurden sogar diese Abhebungen verboten. 20 Milliarden Dollar wurden im Prinzip beschlagnahmt. Ende 2003 stand der Peso, der 2001 noch 1 Dollar wer war, bei 0,30 Cent.
Ob in der Antike oder in der Neuzeit, ob in der Monarchie, Republik oder im Sozialismus, ob mit Münzen oder mit Papier. Der Niedergang jeder Nation vollzieht sich auf so ziemlich gleich Art und Weise: Regierungsausgaben werden erhöht, um wahrgenommene Bedürfnisse zu erfüllen, zu hohe Schulden werden angehäuft – und dann entzieht sich die Nation ihren Verpflichtungen, indem sie ihre eigene Währung zerstört.
Verbriefungen: Wenn man verstehen will, welche Rolle die Verbriefung bei der derzeitigen Verschuldungsexplosion spielen in den USA spielt, muss man sich vor Augen halten, wie die Kreditvergabe früher einmal funktionierte. Wenn die z.B. 1980 von ihrer Bank eine Hypothek oder einen Kredit zum Kauf eines Autos bekamen, dann stand dieser Kredit in den Büchern der Bank, bis er zurückbezahlt war. Die Banken hatten auch kaum eine andere Wahl. Zwischen den verschiedenen Konsumentenkrediten gab es große Unterschiede. Manche wurde schnell getilgt, manche später und einige gar nicht. Die Analyse und die Bewertung all dieser unterschiedlichen Kredite waren so kompliziert, dass Außenstehende kein Interesse daran hatten, solche Kreditforderungen zu kaufen – oder höchstens zu Ausverkaufspreisen – und daher blieben die Kredite bei den Gläubigern hängen. Dadurch war ihr Kapital gebunden, sie sahen aus wie Unternehmen aus der Old Economy, fühlten sich auch so – und meistens waren sie es auch. Aber sie hatten auch einen Anreiz zur vorsichtigen Kreditvergabe, weil sie mit den Resultaten leben mussten.
Dann Mitte der 80er Jahre, hatten die Finanzingenieure an der Wall Street eine folgenschwere Einsicht: Man konnte eine Menge kleiner, unterschiedlicher Kredite zusammenfassen, ein wenig schmücken und zu Anleihen mit hoher Bonität bündeln, um die sich Investoren auf der ganzen Welt reißen würden. Und jetzt werden jedes Jahr hunderte Milliarden Dollar an Hypotheken, Autokrediten und Kreditkartenschulden verpackt und an einen unersättlichen weitweiten Anleihemarkt verkauft. Die Kreditinstitute haben folglich ihre Zurückhaltung aufgegeben, denn wenn sie die Zahlungsfähigkeit eines Kreditnehmers falsch einschätzen, dann schadet das nur den Besitzern der Anleihen und selbst das tritt erst nach Jahren ein. In der Zwischenzeit verdient das Kreditinstitut Geld, seine Aktie steigt und seine Manager erhalten schöne Bonuszahlungen. Und die Verschuldung der amerikanischen Haushalte schießt nach oben. Collateralized Debt Obligation (CDO) ist ein Überbegriff für Finanzinstrumente, die zu der Gruppe der forderungsbesicherten Wertpapiere (Asset Backed Securities) und strukturierten Kreditprodukte gehören. CDOs bestehen aus einem Portfolio aus festverzinslichen Wertpapieren. Diese werden in drei Tranchen aufgeteilt: Senior Tranche, Mezzanine Tranche und die Equity Tranche. Das Ausfallrisiko steigt – aufgrund der nachrangigen Bedienung im Fall eines Ausfalls – mit sinkendem Rating, daher bietet die Equity Tranche als Ausgleich den höchsten Nominalzins (Kupon). CDOs sind ein wichtiges Refinanzierungsmittel für Banken auf dem Kapitalmarkt. Im Zuge der Finanzkrise sind sie allerdings in die Kritik geraten, da mittels ihres Einsatzes in hohem Maße risikobehaftete Kreditforderungen als vermeintlich sichere Investments auf dem Kapitalmarkt platziert wurden. Derivate: Zwischen 1995 und 2001 betrug die Neuverschuldung amerikanischer Unternehmen, die nicht der Finanzbranche zuzurechnen sind, etwas 3,5 Billionen Dollar. Seither haben die Unternehmen, ebenso wie die Konsumenten, das Tempo noch beschleunigt und weitere 2 Billionen an Verbindlichkeiten angehäuft. Aber der erschreckende Teil der angestiegenen Unternehmensverschuldung betrifft nicht die Schulden selbst. Er betrifft die Derivate. Derivate sind Finanzprodukte, die von einem Basiswert abgeleitet werden. Alle haben den Zweck, die mit einem bestimmten Finanzinstrument verbundenen Risiken aufzuteilen, sodass man sie an verschiedene Leute verkaufen kann, die theoretisch am besten dazu in der Lage sind, damit umzugehen. Weltweit beträgt der Wert an Derivaten mehr als 210 Billionen Dollar. Verschuldung: Pro Bürger beträgt die Staatsschuld 128.000 € (Stand Vorkrise 2004).
Handelsbilanzdefizit: Seit 1985 ist das kumulierte Defizit auf 4 Billionen Dollar gestiegen oder auf etwa 13.000 $ für jeden Mann, jede Frau und jedes Kind in den USA. Was tun die Handelspartner Amerikas mit diesen Dollars? Ihre Zentralbanken haben riesige Dollar Bestände als „Reserven“ zur Unterstützung ihrer eigenen Währungen angehäuft. Ausländische Unternehmen haben amerikanische Immobilien, Anleihen und Aktien gekauft. Investoren aus dem Ausland besitzen heute amerikanische Vermögensanlagen in Wert von 8 Billionen Dollar. Dazu gehören 13 % aller amerikanischen Aktien, 24% der Unternehmensanleihen, 43 % der Staatsanleihen und 14 % der Schuldverschreibungen von Regierungsagenturen. Ende 2003 wurde etwa ein Drittel der durch Hypotheken abgesicherten Anleihen von Fannie Mae außerhalb der USA verkauft.
Diese Bereitwilligkeit ausländischer Anleger, ihre Dollars wieder der amerikanischen Wirtschaft wieder hinzuzuführen, erklärt die relative Stärke Stabilität des Dollars. Was wird geschehen, wenn sie sich tatsächlich entschließen, ihre amerikanischen Staatsanleihen oder ihre Immobilien in Manhattan zu verkaufen? Aller Wahrscheinlichkeit wird sich der Dollar weiter abschwächen. Es wird zu einer Kapitalflucht kommen und das potentielle Schuldenproblem wird sehr real werden.
„Von allen Erfindungen, die ersonnen wurden, um die arbeitenden Menschen zu betrügen, war keine wirkungsvoller als die Illusion des Papiergelds.“
Was ist Geld?
Wertstandard. Geld ist ein allgemein akzeptierter Maßstab, um die Preise von Gütern und Dienstleistungen auszudrücken. Wertspeicher. Geld behält seine Kaufkraft über lange Zeiträume und ermöglicht es den Menschen, zu sparen und ihre Ausgaben auf einen zukünftigen Zeitpunkt zu verschieben. Wechselmedium. Geld kann problemlos im Austausch für Güter und Dienstleistungen von einer Person an eine andere übergeben werden.
„Der Wert von Gold oder Papier hängt von unserem Glauben ab, als Geld zu fungieren.“
Goldstandard: Nehmen wir an, dass die britischen Verbraucher ein Handelsdefizit mit den deutschen aufweisen, d.h. sie kauften mehr Dinge von den Deutschen als die Deutschen von ihnen. Unter dem Goldstandard wäre nun britisches Gold nach Deutschland geflossen, die Geldversorgung in UK wäre gesunken. Die darauf folgende Kreditverknappung hätte die dortige Wirtschaft abgebremst, die Bürger hätten sich weniger wohlhabend gefühlt und daher weniger im Ausland gekauft. Die Deutschen dagegen hätten nun mehr Geld für Ausgaben und Investitionen gehabt, was zu einem Sinken der Zinsen und somit steigenden Wirtschaftswachstum geführt hätte. Ein Teil dieses neuen Reichtums wäre für ausländische Güter ausgegeben worden. Handel und Kapitalströme wären wieder ins Gleichgewicht gekommen.
Im 17. Jahrhundert hatten italienische und englische Goldschmiede entdeckt, dass sie einen Teil des Goldes ihrer Kunden Gewinn bringend verleihen konnten. Weil immer nur ein paar Kunden ihr Gold zurückverlangten, genügte der Teil der Einlagen, den die Goldschmiede in Reserve hielten (daher der Ausdruck „teilweise Reserve“) zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen. Und weil sie mit dem Verleihen Geld verdienten, konnten sie den Kunden Zinsen zahlen, statt von ihnen eine Aufbewahrungsgebühr zu verlangen. So waren alle zufrieden. Nehmen wir an, eine Londoner Bank erhielt eine Einlage von 100 Pfund und war verpflichtet, 10 % der von ihr vergebenen Kredite als Reserve zu halten. Sie konnte als 90 Pfund an neuen Krediten vergeben und musste 10 Pfund den Reserven zuschreiben. Die Kunden brachten das Geld zu anderen Banken, die nun für 81 Pfund Kredite vergaben, 9 Pfund in die Reserven steckten und so weiter, bis die gesamte Kreditsumme in diesem System die Höhe der ursprünglichen Einlage bei weitem überstieg. Das Ergebnis war eine „flexible“ Geldmenge, die man ausweiten konnte, um die Bedürfnisse einer wachsenden Wirtschaft zu erfüllen. Flexibel ist allerdings gleichbedeutend mit volatil. In guten Zeiten, wenn sich die Bürger bereitwillig verschulden und die Banken bereitwillig Kredite vergeben, wächst die Kreditmenge schneller als die Geldmenge. In schlechten Zeiten legt die Kreditmaschine den Rückwärtsgang ein und das erklärt, warum Booms und Konjunktureinbrüche auch unter dem scheinbar stabilen Goldstandard möglich waren. Zentralbankreserven: Für die Zentralbanken ist Gold Fluch und Segen zugleich. Während man Dollars zum jeweils herrschenden Zinssatz verleihen kann, was die Reserven einer Zentralbank im Laufe der Zeit erhöht, kann man mit dem Verleihen von Gold nur ein 1 % pro Jahr vereinnahmen. Woher kommt dieser Unterschied? Wer Dollars oder Euros verleiht, verlangt daher vernünftigerweise hohe Renditen (bekannt als „Risikoprämien“) als Kompensation dafür, dass die Rückzahlung möglicherweise in weniger wertvoller Währung erfolgen wird. Gold dagegen kann nicht einfach aus der Luft erschaffen werden und das macht es relativ sicher. Daher begnügt sich der Markt mit niedrigeren Zinsen. Da der „Staat“ nach Belieben Geld drucken kann, wird er seine Zinszahlungen immer leisten können, wenn auch in Dollars die ständig an Wert verlieren. Trotzdem bleibt der Nominalwert gleich.
Der Dollar ist eine Bilanzwährung, eine buchhalterische Fiktion. Er bezieht seinen Wert aus den Vermögensgegenständen der Federal Reserve und der Geschäftsbanken. Einige dieser Gegenstände sind real und greifbar, andere wie Bankkredite, Devisen und Derivate sind es nicht.
Mit physischem Gold bewahren Sie ihren Wohlstand, vermeiden Risiken und bleiben liquide, aber sie versuchen nicht damit reich zu werden. Die Herstellung von großen Barren ist billiger als die von Münzen und daher weisen sie die niedrigsten Handelsspannen auf. Gold rostet nicht. Daher können Sie es buchstäblich im Garten vergraben. Sie sollten Ihr Gold auf verschiedene Verstecke verteilen.
Die langfristigen Zinsen. Wenn das allgemeine Zinsniveau fällt, sieht der Coupon einer älteren Anleihe vergleichsweise attraktiv aus und die Leute sind bereit mehr dafür zu zahlen, was den Preis oder Kurs der Anleihe steigen lässt. Dadurch wird die Rendite kleiner. Wenn die Zinsen dagegen steigen, dann sinken die Anleihekurse, damit sich die Rendite an das neue Zinsniveau anpasst. Wenn sich die Bonität des Schuldners verschlechtert, dann sinkt der Wert seines Zahlungsversprechens und der Kurs der Anleihe fällt. Die Rendite muss steigen, damit eine größere Risikoprämie entsteht. Mitte 2003 fragte man John Templeton nach seiner Meinung zum Häusermarkt. Seine Antwort: Wenn die Preise für Eigenheime auf 10 % ihres Höchstwertes gefallen sind, sollte man kaufen. LEAPS: Diese Optionen haben Laufzeiten von bis zu 2,5 Jahren. Die Spalte „Open Interest“ gibt die Zahl der Kontrakte an, die gekauft und noch nicht glatt gestellt wurden. Beachten Sie, dass der Open Interest in manchen Fällen recht niedrig ist. Darin kommt das Urteil des Marktes zum Ausdruck, welche dieser Kontrakte am attraktivsten ist. Der Börsenboom In London hatte sich am Anfang des 18. Jahrhunderts eine florierende Wertpapierbörse entwickelt. Wie bei fast jedem Börsenboom lebte auch die South Sea Bubble von der Faszination eines neuen Geschäftsfelds, das märchenhafte Gewinne verhieß. Anfang des 18. Jahrhunderts versprach die Südsee mit dem Handel von exotischen Produkten wie Rohstoffen und Sklaven hohe Profite. Die South Sea Company Die wichtigsten Initiatoren der 1711 gegründeten Handelsgesellschaft South Sea Company waren John Blunt und George Caswell, Mitinhaber der Sword Blade Company (Bankiers), sowie ein anonymer Baptist. Daneben hatte auch die britische Regierung ihren Anteil. Diese verlieh dem Unternehmen das Monopol im Handel mit Südamerika inklusive noch nicht entdeckter Gebiete. Man spekulierte dabei auf ein schnelles und für England günstiges Ende des Spanischen Erbfolgekrieges, mit dem das spanische Privileg des Sklavenhandels (Asiento de negros) beseitigt werden könnte. Jedoch wurde der Friede von Utrecht erst 1713 geschlossen, und die spanischen Vorrechte wurden darin nur eingeschränkt, nicht vollständig beseitigt. Die erste Handelsreise im Auftrag der South Sea Company konnte so erst 1717 unternommen werden. Sie erwies sich als wenig lukrativ. Den ersten großen Erfolg landete die South Sea Company nicht mit dem Warenhandel, sondern erneut bei der britischen Regierung: Sie übernahm im Januar die Staatsschulden (der Bank von England) in der Höhe von 9 Millionen Pfund bei einer Verzinsung von 6% jährlich und erhielt dafür das Recht, zusätzliche Aktien auszugeben (Kapitalerhöhung). Nach und nach übernahm die Gesellschaft die zusätzlichen Staatsschulden und brachte im Gegenzug noch mehr Aktien heraus. Am 7. April 1720 bestätigte König Georg die Entscheidung des Parlaments. Lord North and Grey fürchtete im Parlament am 5. April 1720 bei der Abstimmung über das Südseegesetz (South Sea Bill) schlimme Folgen und dass „das Land nicht durch den Handel mit imaginären Reichtümern ruiniert würde“. Der Kurs der Aktien des Unternehmens im Nennwert von 100 Pfund lag Anfang 1720 noch bei 120 Pfund. Danach schoss er aber raketenartig nach oben und erreichte im Juli fantastische 950 Pfund und konnte ein paar Wochen lang mehr oder weniger sein hohes Niveau halten. König Georg, Herzogin Marlborough und viele der ausländischen Investoren verkauften. Den anderen Anlegern war noch nicht klar, dass die Dividenden nie bezahlt werden könnten, schon gar nicht, dass bisher noch kein Sklavenhandel stattgefunden hatte. Sie fieberten genau wie die Franzosen in der dortigen, gleichzeitigen Mississippi-Spekulation. Doch blieb dies nicht ohne Folgen. Andere Firmengründer stießen nach und warfen Aktien neuer Unternehmen auf den Markt, die ebenfalls reißenden Absatz fanden. Die Geschäftsfelder reichten damals von Lohnausfallversicherungen für Matrosen über diverse Entwicklungsperspektiven, vom Importgeschäft für Walnussbäume zur Technologie für die Verarbeitung von Quecksilber. Im Juni beschloss das Parlament, dass alle Gesellschaften eine königliche Ernennung haben sollten, was zu einer weiteren Aufwertung der Gesellschaft führte (Bubble Act, weil es die Blase auslöste). Das Gesetz verbot börsennotierten Unternehmen, sich außerhalb ihres ursprünglichen Geschäftsfeldes zu betätigen. Mit diesem Monopol sollte der hohe Stand der Aktie gehalten werden, da bereits im Juni Teilen des Parlaments klar wurde, dass nur ein Bruchteil der Aktie gedeckt war, und selbst das unter der Annahme, sie würde gut funktionieren. Aktien wurden nun zu bis zu 950 Pfund Sterling gehandelt. Die South Sea Company hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch kein einziges Pfund im Südseehandel verdient. Als die Gesellschaft das Südseegesetz als Waffe gegen die unliebsame Konkurrenz benutzte – Unternehmen wurden angezeigt, zwei mussten ihre Aktivitäten einstellen –, baute sie ihr Monopol aus. Bis dahin war keine einzige Dividende gezahlt worden, der erste Zahltermin war der 1. August. Erst jetzt wurde deutlich, dass die Mittel nicht vorhanden waren. Die ersten Anleger wollten schnell noch ihre Gewinne umsetzen, wie der König und einige seiner Vertrauten, und verkauften ihre Papiere. Währenddessen fielen die Aktien der Gesellschaft nach dem 18. August von über 800 Pfund auf 200 und innerhalb eines halben Monates noch tiefer. Im Dezember näherte sich der Wert den 100 Pfund. Gleichzeitig kollabierte die Mississippiblase in Frankreich, so dass internationale Aktionäre die Entwicklung verstärkten. Die Folge Die Folge war eine allgemeine Rezession. Handel und Produktion gingen zurück, nachdem mehrere Investoren hohe Summen (einige 10.000 ₤) verloren hatten. Die leitenden Mitarbeiter der South Sea Company wurden von der britischen Regierung verantwortlich gemacht und juristisch verfolgt. Einige landeten im Gefängnis, andere begingen Selbstmord oder flohen ins Ausland. Die South Sea Company wurde nicht aufgelöst und handelte in Friedenszeiten weiter, bis sie in den Reformen der 1850er aufgelöst wurde. Die Kosten wurden von der East India Company und der Bank von England getragen. Der Administrator dieser Lösung war der Schatzkanzler Robert Walpole, der dadurch seine große Macht in Großbritannien begründete. Den passenden Kommentar zum Börsencrash lieferte der Physiker Isaac Newton, der selbst 20.000 Pfund verlor: Ich kann die Bewegung eines Körpers messen, aber nicht die menschliche Dummheit.
ÜBER US- NOTENBANK
„Liberalismus unterscheidet sich von Sozialismus, der sich ebenfalls dazu bekennt, für das Wohl des Ganzen einzutreten, nicht anhand des angestrebten Ziels, sondern durch die Wahl der Mittel, um dieses Ziel zu erreichen.“
„Letztlich sollte nicht übersehen werden, dass die meisten außergewöhnlichen Preissteigerungen bei Aktien und Immobilien in der Geschichte oft von einer erheblichen Zunahme an Geld und/oder Kredit begleitet wurde. So wie die Konsumenten-Inflation oft beschrieben wird als eine Situation von „zu viel Geld jagt zu wenige Güter“, könnte Vermögenswert-Inflation analog charakterisiert werden als „zu viel Geld jagt zu wenige Vermögenswerte“. Eine Zentralbank kann die Verwendung von Geld nicht kontrollieren, aber sie kann versuchen, sein Angebot zu kontrollieren.
Die USA trifft seine geldpolitischen Entscheidungen zwar aufgrund eigener, innenpolitischer Interessen, ein völlig normaler Vorgang. Nun gibt es aber Länder, die ihre Währungen an den US-Dollar gehängt haben und deshalb der amerikanischen Geldpolitik folgen müssen. Diese Konstellation führt dazu, dass die USA in einem gewissen Ausmaß die Geldpolitik der ganzen Welt beeinflusst.
„Dies unterstützt die Sichtweise, dass Vermögenswerte überbewertet und Risiken unterbewertet sind.“
Der Bund und die meisten Länder hätten inzwischen das Ziel aufgegeben, mittelfristig einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen. Es ist die Sorgfalt, des ordentlichen Kaufmanns nach dem Handelsgesetzbuch, die wir einfordern.
Unter den Blinden ist der Einäugige König.
Welcher Anlagephilosophie folgt die Investmentbranche? Die haben ständig eine Investitionsquote von mindestens 90 %. Buy high, Sell higher?
Eine regelrechte Hochkonjunktur erlebten in den vergangenen Jahren so genannte „interest only mortgages“. Typischerweise sind das Hypothekenkredite mit variablem Zins, bei denen während der ersten Jahre der Laufzeit keine Tilgung anfällt. Dadurch reduziert sich die monatlich zu zahlende Rate um bis zu 25 %, es können also höhere Kredite aufgenommen werden, die normalerweise außerhalb der Reichweite der Kreditsuchenden liegen. Diese Kreditvariante richtet sich laut Produktbeschreibung ausdrücklich an Immobilienkäufer, die das erworbene Objekt nur kurzfristig halten möchten und eine möglichst niedrige Monatrate wünschen. So elegant diese Beschreibung auch klingen mag, sie ist natürlich nichts anderes ein Euphemismus für hoch gehebelte Immobilienspekulation.
„In unserem Geschäft sind die einzigen Dinge die zählen, die Entstehung und das Platzen großer Spekulationsblasen.“
Nun kommt der Heuschreckenschwarm auf die heimtückische Idee, ein Spin-off zu inszenieren. Das Unternehmen soll also teilweise zerschlagen werden, um diese einmalige Gelegenheit zu nutzen und im Sinne der Eigentümer einen Reibach auf Kosten neuer Aktionäre zu machen. Der Börsengang des boomenden Geschäftsfeld zu einem vollkommen unrealistischen Kurs wird der naiven Öffentlichkeit auch noch in unerhört freister Weise und mit entsprechendem Werbeaufwand als einmalige Gelegenheit präsentiert. Bereits kurze Zeit fällt der Kurs des Unternehmens wie ein Stein auf ein realistisches Bewertungsniveau zurück. Nach dem gelungenen Coup beschließen die Altaktionäre 5 Jahre später den Rückkauf des Unternehmens zu weniger als einem Drittel des Emissionspreises, ohne dafür nur einen Cent auf den Tisch zu legen. Bezahlt wird mit eigenen Aktien, wobei man den Aktionären des Spin-off Unternehmens keine Wahl lässt. Dessen naive und unerfahrene Aktionäre schwören nach dieser traurigen Episode der Aktie als Anlageinstrument auf immer und ewig ab. Der geschilderte Streich wurde von der Deutschen Telekom mit ihrem Tochterunternehmen T-Online ausgeführt. Größter Aktionär der Telekom ist bekanntlich keine ausländische Heuschrecke, sondern der BRD. Ihren Namen sucht man vergeblich auf Münteferings Heuschreckenliste. Ein offizielles Interesse der Politik am Aktienmarkt entstand als der Bund die Dt. Telekom zu privatisieren wünschte. Jetzt galt es, Geld in die Staatskasse zu spülen – eine Staatskasse, die nicht etwa chronisch leer ist, sondern von Schuldscheinen überquillt. Es ist jedoch nicht der vorhersehbare Absturz der T-Aktie, der uns immer noch fasziniert, sondern ihr kometenhafter Aufstieg. Niemand stellte die Salamitaktik der zweiten und dritten Privatisierungs-Tranche in Frage, obwohl diese doch zu ganz erheblich höheren Preisen stattfand als die erste Emission. Ein sich beschleunigender parabolischer Anstieg führte zu ökonomisch völlig absurden Bewertungsniveaus, während sich gleichzeitig der Geschäftsverlauf und die Verschuldung des Unternehmens deutlich verschlechterten und das Aktienangebot deutlich zunahm. Dann erfolgte der Absturz und Mitte des Jahres 2002 notierte die Aktie unter dem Emissionspreis der ersten Tranche. Das wirklich innovative an der Telekom war die Werbekampagne. Erstmals wurde eine Aktie wie Waschpulver beworben und das mit überwältigendem Erfolg. Am Tatort Telekom schien eine neue Welt zu entstehen, in der die schönen Phantasien Wirklichkeit werden. Was zu schön war um wahr zu sein, stellte sich dann leider als Illusion aus. Erst dank der spektakulären erfolgreichen Kampagne der Dt. Telekom AG wurden uns die Augen geöffnet für die fast grenzenlosen Möglichkeiten von Werbung und Propaganda.
Denn wer wie die Investmentbranche oder zahlreiche Hedge Funds Zugang zu Krediten hat, die sich an den von der Notenbank administrierten kurzfristigen Zinsen orientieren, dem öffnet sich eine Welt von der wir Normalsterblichen nur träumen können. Schon die simple Anlage dieser per billigen Kredit aufgenommenen Mittel in zeitweise mehrere Prozentpunkte höher rentierliche Staatsanleihe lässt die Gewinne nur so sprudeln. Für diese einfache Form der Zinsarbitrage braucht es keinen Nobelpreis. Der Zugang zu billigen Milliardenkrediten und die Zusicherung der Notenbank, an ihrer Niedrigzinspolitik festzuhalten, reichen vollkommen aus.
Derivate ermöglichen den Risikotransfer auf 3 verschiedenen Ebenen: Risikotransfer von den USA auf den Rest der Welt Risikotransfer vom Bankensektor zu Versicherungen, Pensionskassen und Privatanlegern Risikotransfer von streng regulierten Finanzdienstleistern hin zu wenig regulierten Hedge Funds.
Derivate erlauben den Transfer von Risiken, aber sie lassen die Risiken nicht verschwinden. Es entstehen erhebliche Spielräume bei der Bewertung bestimmter Derivate. Auf ein paar Milliarden Dollar Gewinn oder Verlust scheint es dabei – solange alles gut läuft – gar nicht mehr anzukommen.
Gold ist bekanntlich nicht irgendein Rohstoff, sondern ist viel mehr. Gold ist das Geld freier Märkte und freier Menschen. Konsequenterweise wurde der private Besitz von Diktatoren wie Hitler, Stalin oder Mao verboten. Mitmachen, Mitlaufen, Miterleben – das sind die typischen Eigenschaften erfolgreicher Karrieretypen in allen große, hierarchischen Organisation. Kritische Köpfe sprechen in diesem Zusammenhang von Mitläufern und Opportunisten. Erfolgreiche Politiker, Bürokraten und Manager zeichnen sich durch ihre Fähigkeit aus, mit fast schlafwandlerischer Sicherheit die jeweils mehrheitsfähige Position zu vertreten.
Erfolgreiche Investoren, Spekulanten und natürlich auch Unternehmer sind dagegen selten Mitläufer, sondern weitsichtige Trendsetter und Contrarians. Im Bereich der Mainstream Anlagen gibt es nur einen großen Gewinner: die Investmentbranche der Banken, Versicherungen, Broker und Investmentfonds. Sie verdienen an ihren Kunden bei steigenden und fallenden Kursen. „Langfristig steigen Aktien und Immobilien immer“ lauten ihre Credos, mit denen sie nahezu immer zum Einstieg raten.
Contrarians oder Einzelgänger verfolgen eine andere Strategie. Sie lieben freie Märkte und die Aktienanlage aufgrund der wahrhaft demokratischen Chancengleichheit, die sie bieten. Dann kaufen sie, aber nicht irgendwann, sondern gewöhnlich erst nach einem Crash, also wenn Aktien vernünftig bewertet oder besser noch unterbewertet sind. Allein in Deutschland gab es in der Nachkriegszeit 14 Crashs. Um diese Kaufgelegenheit wahrzunehmen zu können, bedarf es vor allem eines: Geduld. Er muss geduldig abwarten können, bis sich die Gelegenheit präsentiert.
„Erfolg schafft Selbstvertrauen und Selbstvertrauen schafft Erfolg.“
Ein schöpferischer Unternehmer führt eine technische Innovation im weitesten Sinne ein, beispielsweise eine neues Produkt oder ein Produktionsverfahren. Er hat damit Erfolg und kann ungewöhnlich hohe Gewinne, so genannte Pioniergewinne erzielen. Seinen Konkurrenten entgeht das natürlich nicht, sonder spornt sie an, diese Neuerung zu kopieren, zu variieren und zu verbessern. Auch diese erste Nachahmerwelle ist erfolgreich und beschleunigt den Prozess der Marktdurchdringung. Der spektakuläre wirtschaftliche Erfolg und die hohen Wachstumsraten der die Innovation ausnutzenden Unternehmen lösen einen auf andere, bereits etablierte Sektoren übergreifenden Boom aus. Gleichzeitig werden weitere Nachahmer gelockt. Die „Spätkommer“ sind üblicherweise die schlechteren, weniger kreativen Unternehmer. In ihre Geschäftspläne schleichen sich allzu menschliche Fehler ein. Ihre Planungen gehen von der Dauerhaftigkeit der Pioniergewinne aus und extrapolieren die spektakulären Wachstumsraten, die der Sektor bisher erlebte. Die Planungen gehen also von einem nicht endenden Boom aus, in dessen Verlauf Fehlinvestitionen getätigt und Überkapazitäten aufgebaut werden. Die Flut der Nachahmer erzielt nicht die erhofften und geplanten Pioniergewinne, sondern sorgt für zunehmenden Konkurrenzdruck, der zu Preiskämpfen führt. Die Phase scheinbar grenzenlosen Wachstums kommt dann zu einem abrupten Ende und weicht einer Konsolidierungswelle, in der die fehlerhaften Planungen offensichtlich werden und die Überkapazitäten an die Realität angepasst werden müssen. Je umfangreicher die vorangegangen Fehlinvestitionen waren, desto gravierender wird die unvermeidliche Korrektur ausfallen. Im günstigsten Fall beschränkt sie sich auf einen Sektor, bei ungünstigerem Verlauf kommt es zu einer gesamtwirtschaftlichen Rezession, in Extremfällen zu einer Depression.
Betrachten wir das typische Beispiel einer von der Notenbank vorgenommen Zinssenkung mit der Absicht, die Wirtschaft zu stimulieren. Gleichzeitig verbilligt sie Kredite und regt dadurch einen Anstieg der Investitionsquote an. Der Konsument, der jetzt weniger spart, entscheidet sich also für mehr heutigen Konsum und weniger künftigen Konsum, während der Unternehmer Kapazitäten aufbaut, die für mehr Güter in der Zukunft sorgen werden, obwohl der Konsument deren Nachfrage nicht plant. Durch diesen Widerspruch sind die Weichen für einen in der Zukunft notwendig werden Anpassungsprozess gestellt. Sobald die Zinsen anfangen zu steigen, werden die Fehlinvestitionen offensichtlich und die Korrektur beginnt. Erneute Zinssenkungen der Notenbank führen in diesem Modell natürlich lediglich zu einer weiteren Runde fehlerhafter Planungen. Sie können den unausweichlichen Anpassungsprozesses lediglich verzögern. Je stärker und je länger der von der Notenbank manipulierten Zinssatz vom natürlichen Zins abweicht, desto stärker werden die nach obigem Muster entstehenden Fehlentwicklungen und die anschließend notwendige Korrektur ausfallen. Die Manipulation des Zinssatzes durch die Notenbank spielt in dieser Theorie also eine zentrale Rolle. Im Jahr 2000 stiegen die kurzfristigen amerikanischen Zinssätze über die langfristigen. Jede Rezession wurde auf diese Weise „angekündigt“.
Nach US-GAAP betrugen die Gewinne der im S&P 500 enthalten Unternehmen für das Jahr 2002 28 $ pro Aktie. Bei einem Indexstand von 900 errechnet sich ein KGV von 32. Die Proforma Gewinne werden hingegen mit 46 $ pro Aktie um 64 % höher ausgewiesen. Das KGV sinkt dadurch auf 19,5. Sind die Kennzahlen zu hoch, dann werden einfach die Bewertungsmethoden geändert. Schein statt Sein. Ein anderer fundamentaler Indikator, die Dividendenrendite belief sich in den Jahren 1993/94 auf unter 3 % und befand sich damit ebenfalls in einem selten gesehenen Bereich von Überbewertung. Sie sollte in den Folgejahren auf ungesehenem 1 % fallen.
Der Immobilienwert des belgischen Botschaftsgeländes in Tokio war damals höher als die Staatsverschuldung Belgien, die 130 % des belgischen BIP betrug. Zu gerne hätte die belgische Regierung durch den Verkauf den Staatshaushalt saniert. Dies fand aber nicht statt. Wann immer neue, moderne und angeblich bessere Methoden der Unternehmensbewertung gefordert werden – „weil dieses Mal alles anders ist“ – sollten Anleger skeptisch werden. Das durchschnittliche KGV über lange Zeit in den USA liegt von 1880 bis heute zwischen 15 und 16. Extreme Abweichungen von diesem Richtwert wie beispielsweise Werte von 5 oder 40 stellen schlicht und einfach langfristige Kauf- bzw. Verkaufssignale dar.
Steigende Kurse, begleitet vom euphorischen Optimismus, wechseln sich ab mit fallenden Kursen und depressiver Stimmung. Ob Aktien, Immobilien oder Sammlerobjekte, ob Gold, Öl oder Tulpenzwiebel, immer wieder zeigt sich dieses Muster, nur eben in unterschiedlich starker Ausprägung. Angst und Gier, Hoffnung und Sorgen der spekulierenden Massen scheinen hier allzu menschliche Spuren zu hinterlassen, immer und immer wieder. Offensichtlich handelt es sich um ein für Märkte typisches Muster, mit dem eine Marktwirtschaft leben muss.
Im Französischen gibt es für diesen Vorgang sogar ein treffendes Sprichwort: „Il n´y a pas plus sourd que celui qui ne veut pas écouter.“ (Niemand ist tauber als derjenige, der nicht hören will.)
Spekulative Exzesse beginnen gewöhnlich erst, nachdem der entsprechende Markt bereits scheinbar verlässlich und unbemerkt von einem großen Publikum über einen längeren Zeitraum gestiegen ist. Rückblickend ergibt sich für den Neuling bei der Betrachtung des Marktes der Eindruck einer gewissen Selbstverständlichkeit steigender Kurse. Erinnerungen an turbulente und verlustbringende Zeiten sind kaum noch vorhanden, ein Generationswechsel hat dafür gesorgt. Gewöhnlich gibt es bereits allgemein bekannte und mehr und mehr bewunderte Beispiele für Erfolgsgeschichten und sagenhaften Reichtum, der an dem betroffenen Markt verdient wurde. Die Mentalität des „Buy high, sell higher“ (kaufe teuer, verkaufe noch teurer) beginnt die Runde zu machen. Es ist die Theorie des „größten Idioten“, der zum Schluss den höchsten Preis bezahlt.
Unerlässlich ist offenbar das Auftreten einer „Sache“, die als neu und sehr bedeutsam empfunden und interpretiert werden kann. Auch die Tulpenzwiebel war seinerzeit für die Holländer etwas gänzlich Neues. Technische Innovationen wie das Bauen großer Kanäle, die Einführung der Fließbandproduktion oder Biotechnologie entzündeten spekulativen Enthusiasmus. Bedeutende Erfindungen wie Eisenbahn, Radio, Auto, Computer oder Internet eignen sich auf geradezu ideale Weise als Aufhänger für unrealistische Erwartungen und Prognosen. Historische Texte über den Siegeszug des Radios und vermutete Veränderungen, die das Radio bewirken wird, ähneln den rund 70 Jahre später verfassten Prognosen bezüglich des Internets fast wie ein Ei dem anderem. Das gilt auch natürlich für die Kursentwicklung der jeweiligen Aktien. Einem parabolischen Anstieg folgt ein noch schnellerer Absturz.
Ein weiteres Charakteristikum ist das Spekulieren auf Kredit. Das kann entweder direkt über Wertpapierkredite geschehen oder indirekt mit Hilfe von Finanzinnovationen wie Futures oder Optionen. Kleine Preisveränderungen reichen aus, um bezogen auf das Eigenkapital sehr hohe Gewinne oder Verluste zu erzielen. Übrigens gab es bereits Anfang des 17. Jahrhunderts in Amsterdam einen regen Handel mit Optionen und Futures. Selbst dieses Phänomen ist also alles andere als neu.
Spekulationsblasen bewirken einen sich selbst verstärkenden Boom in den betroffenen Sektoren. Es kommt zu Wachstumsraten, deren langfristige Unhaltbarkeit eigentlich jedermann klar sein müsste. Dennoch werden diese auf naive Weise weit in die Zukunft projiziert und mit diesem Satz: „Diesmal ist alles anders“ rationalisiert. Ist die Blase groß genug, greift der Boom auf angrenzende Bereiche über, manchmal auf die gesamte Volkswirtschaft.
Aufgrund des schnell zu verdienenden Geldes und sicherlich auch aufgrund der durch den Boom hervorgerufenen Personalknappheit, die zu sinkenden Qualitätsstandards führt, ziehen Blasen gewisse Schwindler, Betrüger und Windbeutel an. Deren Machenschaften werden jedoch meist nach dem Platzen der Blase sichtbar.
Ebenfalls typisch ist das Nichteinschreiten der wie auch immer geratenen Institutionen, die mit der Regulierung des Marktes betraut sind. Zumindest bei den besonders großen Spekulationsblasen bleibt es nicht bei der Unterlassungssünde. Sie zeichnen sich durch eine offizielle und politische Subventionierung des irrationalen Geschehens aus, wenn nicht gar durch aktive Teilhabe.
Das mit Abstand wichtigste Element für das Entstehen von Spekulationsblasen ist jedoch überreichliche Liquidität. Geld- und Kreidmengensteigerungen sind die notwendige Bedingung ohne die eine Spekulationsblase nicht denkbar ist. Ohne zusätzliche Liquidität kann es zwar zu Verschiebungen innerhalb des Preisgefüges kommen, also steigende Preise in einigen Sektoren, die durch fallende Preise in anderen Sektoren ausgeglichen werden, nicht jedoch spekulativen Exzessen.
„Après nous le déluge“, nach uns die Sintflut, soll die Marquise de Pompadour im 18. Jahrhundert gesagt haben. Nach diesem Motto handelt auch ein Großteil der Investmentbranche.
Schließlich sind Banker, Notenbanker und Politiker auch nur Menschen. Ehrgeiz, Eitelkeit, Gefallsucht, Spaß an der Ausübung der Macht oder das Streben nach öffentlicher Anerkennung – soll es all diese menschlichen Eigenschaften bei diesen wichtigen Entscheidungsträgern nicht geben? Wie würden wir wohl reagieren, wenn wir fast täglich in nahezu allen Medien als großartig und genial und nahezu omnipotent dargestellt würden? Wir würden selbst anfangen daran zu glauben! Übersteigert optimistische Erwartungen scheinen ansteckend zu sein. Natürlich trüben sie den Blick und beeinflussen die Entscheidungsfindung negativ. Außerdem ist es eine unmenschliche Anforderung, wenn sich z.B. ein Notenbanker gegen den wendet, der ihn füttert: den Staat. Dieser und seine jeweiligen Repräsentanten wollen kurzfristige Prosperität vor der nächsten Wahl um jeden Preis. Sie wollen ständig mehr Geld ausgeben, als sie haben. Sie sind Hauptprofiteure einer inflationären Politik. Sie leben im hier und heute nach dem Motto: „Nach mir die Sinnflut!“ Wenn sie weitsichtigere und langfristigere Lösungen anstreben, dann fällt das positive Ergebnis in die Regierungszeit eines anderen, der sich dann mit fremden Federn schmücken kann.
Was mir mehr Sorgen bereitet ist, dass uns unser Glück mit den Finanzmärkten verlassen könnte, weil wir uns auf einen Weg begeben, den man als Fluch des Glücksspielers bezeichnen könnte: Wir haben schon so lange gewonnen, lasst uns den Einsatz auf dem Tisch lassen.
Im Anschluss an eine Spekulation wird die Realität völlig ignoriert.
Für jeden Dollar, der in den USA für den Kauf von Gütern und Dienstleistungen ausgegeben wurde, wurde im Jahr 2000, mehr als 3 Dollar in Aktien gehandelt. Im Herbst 2003 war es trotz der Kursrückgänge noch immer 1,92 $.
Fannie Mae und Freddie Mac vereinigen diesen beiden Hypothekenfinanzierer 45 % der Risiken des auf 6,2 Billionen $ geschätzten Marktes für private Immobilienkredite auf sich. Sollte eines dieser beiden Unternehmen durch einen Fehler oder einen nicht vorhersehbaren Schock in Schwierigkeiten geraten, dann könnte daraus eine Krise der US-Finanzindustrie resultieren, die dem Wohnungsbau und der US-Wirtschaft beträchtlichen Schaden zufügen würden.
Haben wir nicht alle den Eindruck, unsere täglichen Ausgaben würden stärker steigen als die von staatlichen Stellen gemessene und veröffentlichte Inflationsrate? Schließlich hat der Staat ein Interesse die Inflationsrate niedriger anzusetzen als sie eigentlich ist. Beispielsweise wird die Steuerbelastung des Steuerzahlers mit steigender Inflation höher, weil er in eine höhere Progressionsstufe gerät. Auf der staatlichen Ausgabenseite sinken die realen Belastungen, da Transferleistungen keine Anpassung an die Inflationsrate erfahren. Es ist keine ungedeckte Währung überliefert, die nicht im Überfluss produziert wurde und früher oder später ihren inneren Wert auf ihren inneren Wert von Null gefallen ist, also jegliche Kaufkraft verlor. Die großen Hyperinflationen fanden fast ausschließlich während des 20. Jahrhunderts statt, also unter dem willkürlichen Papiergeldsystem.
Wie wäre es mit einer der Einführung eines negativen Zinssatzes, der natürlich auch als Steuer auf liquide Mittel bezeichnet werden kann. Das Geld, die bei Bankkonten gehalten werden sei beispielsweise ein genannter einprozentiger negativer Zins pro Monat technisch problemlos umzusetzen. Schwierigkeiten entstünden erst bei der Eintreibung solcher Steuern auf Bargeld. Dieses Bargeld könnte einfach mit einem Verfallsdatum versehen werden. Das auf diese Weise endgültig der Illusion von Werthaltigkeit beraubte schnell verderbliche Geld müsste, in bestimmten Zeitabständen gewissermaßen abgestempelt werden, um das Verfallsdatum zu verlängern. Andernfalls verlöre es einfach seinen Status als gesetzliches Zahlungsmittel und werde damit wertlos. Dies kann mit Zeitwert bei Optionen oder Optionsscheinen verglichen werden.
Mitte 2003 gehörten im Durchschnitt nur noch 53,3 % einer Wohnimmobilie tatsächlich dem eingetragenen Eigentümer, der Rest der Bank. In den 70er Jahren gehörte der Bank nur ein Drittel.
Deflation: Um neue Kredite entstehen zu lassen, bedarf es williger Schuldner und williger Gläubiger. Die einen müssen bereit sein, neue Schulden aufzunehmen, während die anderen die nachgefragten Kredite zur Verfügung stellen. In wirtschaftlich schlechten Zeiten sinkt üblicherweise die Risikobereitschaft. Banken und Investoren neigen dann dazu, Geld nur restriktiv zu verleihen bzw. zu investieren. Allerdings geht auch die Kreditnachfrage in Rezessionen oder Depressionen zurück. Unternehmer neigen bei ihren Investitionen zu Vorsicht und selbst die Konsumenten tun sich aufgrund der Arbeitsplatzunsicherheit schwer, Schulden zu machen. Sparen wird plötzlich modern und Zurückhaltung bei Konsumausgaben macht sich breit, was wiederum Druck auf die Preise ausübt. Der Rückgang des Konsums führt zu anhaltend rezessiven Entwicklungen mit fallenden Preisen. Fallende Preise zwingen die Unternehmen zu Entlassungen und anderen kostensenkenden Maßnahmen. Dies führt zu einem Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität, womit sich der Kreis schließt und eine deflationäre Abwärtsspirale begonnen hat. In dieser Situation wird das Horten von Geld lukrativer angesehen als zu investieren. Das muss aber eine Werthaltigkeit der Papierwährung voraussetzen.
Wenn das Angebot eines Gutes stärker steigt als die Nachfrage, dann fällt der Marktpreis. Diese simple Grundidee ist unumstritten. Ob sie auch für den US-Dollar gilt?
Unter Moral Hazard(moralische Risiken) versteht man die menschliche Neigung höhere Risiken einzugehen, sobald eine Versicherung besteht. Die Risikoabwälzung setzt also unbeabsichtigte Anreize für riskanteres Verhalten. Folglich kommt es zu einer systematischen Verhaltensveränderung der Versicherten hin zu mehr Risikofreude. Versicherungen kennen diesen Mechanismus natürlich und tragen ihm bei ihrer Prämiengestaltung Rechnung. Außerdem setzen sie gegenläufige Anreize wie beispielsweise Selbstbehalte oder Schadenfreiheitsrabatt.
Es gibt Untersuchungen, die zeigen, dass Fahrer von mit Airbag ausgestatteten Fahrzeugen einen riskanteren Fahrstil pflegen als solche ohne diesen Schutz. Anleger, die einem Portfolio Manager ihr Geld anvertrauen und diesem eine hohe Gewinnbeteiligung zugestehen, erzeugen ebenfalls ungewollt eine hohe Beteiligung zugestehen. Sie verleitet den Manager zu hohen Risiken, da ihm im Erfolgsfall eine hohe Prämie zusteht, während im Fall des Scheiterns die Verluste ausschließlich vom Anleger getragen werden müssen. Menschen, die ihre Hände gegen Schäden versichert haben, erleiden signifikant häufiger Unfälle, die eine Fingeramputation notwendig machen als beim Durchschnittsbürger.
Zahl Kopf 110 90 120 80 130 70
Der Grundeinsatz beträgt. Bei diesem Spiel erhält der Gewinner 110,120 oder 130 €, im Verlustfall hingegen 90, 80 oder 70 € von seinem Einsatz zurück.
Die Teilnehmer dieses Glückspiels werden entsprechend ihrer persönlichen Risikofreude eine der drei Varianten auswählen. Die besonders Risikofreudigen wählen die dritte Variante, die Risikoscheuen wählen hingegen die erste.
Jetzt bringen wir zusätzlich eine staatliche Institution ins Spiel, eine Art Notenbank, die eine beitragsfreie Versicherung anbietet: Wenn der Glückspieler verliert, dann zahlt die staatliche Institution den verlorenen Betrag. Wie wird sich diese Intervention auf das Verhalten der Spieler auswirken? Klaren Sache: Er wird die risikoreichste Variante wählen, da sein Risiko bei allen Varianten identisch und gleich null ist.
Zwei Begriffe machten in seit der Mexiko Krise an den Finanzmärkten die Runde: „Too big to fail“ (zu groß um zu scheitern) und „Greenspan Put“ (von Greenspan kostenlos zur Verfügung gestellte Absicherung vor Verlusten). Offensichtlich waren sich die großen Spieler ihrer zentralen Rolle voll und ganz bewusst.
LTCM (Long Term Capital Management) Anfang 1998 verfügte der Fonds über eine Kapitalbasis von 4,8 Milliarden $ und ein Portfolio von 120 Milliarden $. Daraus ergibt sich ein Hebel von 25 bezogen auf das Eigenkapital. Ende August 98 betrug das Eigenkapital 2,3 Milliarden $. In einem Schreiben an die Anteilseigner vom 2. September 1998 heißt es: LTCM ist der Meinung, dass es klug und angemessen ist, jetzt eine Kapitalerhöhung durchzuführen, um die ungewöhnlich attraktive Situation an den Finanzmärkten voll ausnutzen zu können. Die Portfoliogröße betrug jetzt 107 Milliarden $. Die Spekulanten hatten das Risiko deutlich erhöht, der Hebel stieg von 25 auf 46. Am 19. September, einem Freitag belief sich das Eigenkapital auf nur noch 600 Millionen $ bei einer Portfolio Größe von 80 Milliarden, was einem Hebel von 133 entspricht.
Das Schicksal des Fonds hing damit an einem seidenen Faden. Die Banken mussten sich nicht nur Sorgen um ihre Kredite machen, sondern um die Auswirkungen einer Zwangsliquidierung des Portfolios von LTCM, das teilweise aus wenig liquiden Wertpapieren bestand, auf das Finanzsystem, das wegen der Russland Krise ohnehin angespannt war.
Unter der Führung der Notenbank wurde in schwierigen Verhandlungen ein Konsortium aus 14 Investmentbanken gebildet, die als Kreditgeber und auch als Eigenkapitalgeber ein Interesse an einer Lösung hatten. Man einigte sich darauf dem Fonds frisches Eigenkapital in Höhe von 3,65 Milliarden $ zuzuführen und dafür 90 % der Anteilsscheine zu übernehmen.
Am 19.09 wurden die Zinsen gesenkt, aber die Kursverluste setzten sich fort und verlor in den folgenden Wochen weitere 750 Millionen $. Am 15. Oktober schaltete sich erneut die US-Notenbank mit einer überraschenden Zinssenkung ein, die nicht wie üblich im Anschluss an eine Offenmarktausschussitzung erfolgte. Die FED gab diesen Zinsschritt an einem Auslauftermin für zahlreiche Termingeschäfte bekannt. Die gängigen Zins-Futures wurden abgewickelt und die Aktienmärkte würden in einer Stunde schließen. Diese Konstellation sorgte natürlich für eine regelrechte Kaufpanik der überrumpelten Marktteilnehmer. Das Timing der FED war wohlüberlegt und auf die größtmögliche Wirkung an den Finanzmärkten angelegt. Wer auf fallende Kurse gesetzt oder bereits verkauft hatte, bekam die Macht der Notenbank in dieser heißen Stunde zu spüren. Innerhalb von 1 Stunde erhöhte sich die Marktkapitalisierung der US-Aktienmärkte um rund 1 Billion $. Die Botschaft der FED war klar und deutlich. Sie wollten die Spekulationsblase mit allen Mitteln am Leben erhalten. 4 Wochen später folgte wieder eine Zinssenkung. Unter den Akteuren bei dem Treffen zur Rettung LTCM in der New Yorker Zentralbank am 23. September 1998 waren unter anderem William J. McDonough, Präsident der New Yorker Federal Reserve System (Fed) Sanford I. Weill, der Vorsitzende der Travelers Group Jon Corzine, der Hauptteilhaber von Goldman Sachs David Komansky, der Vorsitzende von Merrill Lynch der Vorsitzende der Chase Manhattan Bank der Vorsitzende der Bankers Trust Co. der Vorsitzende von Smith Barney der Vorsitzende von Bear Stearns der Vorsitzende von Lehman Brothers der Vorsitzende von Morgan Stanley der Vorsitzende der Douglas A. Warner, der Vorsitzende von JPMorgan und auch die Vorsitzenden der Deutsche Bank sowie der Dresdner Bank. Diese vereinte Rettungsaktion war damals einzigartig und blieb bis zur Finanzkrise ab 2007 auch eine Ausnahmeerscheinung. Das Schicksal der damaligen Geschäftsführer:
Robert Merton arbeitet heute als Professor an der Harvard Business School. Myron Samuel Scholes leitet unter dem Namen Platinum Grove Asset Management wieder einen Hedge-Fonds mit einem verwalteten Vermögen von rund fünf Milliarden US-Dollar. John Meriwether leitete seit unmittelbar nach der Auflösung von LTCM unter dem Namen JWM Partners bis 2009 einen neuen Hedge-Fonds. Dieser investierte nach der gleichen Methode wie damals LTCM, indem mit Hilfe von hohen Krediten auf den Rückgang anomaler Preisdifferenzen auf den Finanzmärkten spekuliert wurde. JWM Partners LLC erlitt jedoch mit seinem "Relative Value Opportunity II Fund" einen Verlust von 44% von September 2007 bis Februar 2009. JWM Hedge Fund und JWM Partners LLC wurden im Juli 2009 geschlossen.
Nicht jede schwierige Situation kann mit Schokolade oder Geldscheinen gelöst werden. Um langfristig erfolgversprechendste Erziehungsziele zu erreichen und Kindern die Chance zu geben, zu verantwortungsbewussten Individuen heranzureifen, darf nicht immer nur der kurzfristig einfachste, bequemste Weg eingeschlagen werden. Manchmal muss es – kurzfristig – unbequem werden für alle Beteiligten, Eltern und Kinder, um – langfristig – die Weichen richtig zu stellen.
Was hat die Kindererziehung mit den Finanzmärkten zu tun? Sehr viel, denn was die Schokolade bei kleinen Kindern und der Geldschein bei Teenagern, das ist die durch Notenbanken bereit gestellte Liquidität für die Finanzmärkte. Die kurzfristige Wirkung ist süß und scheinbar sehr erfolgreich, langfristig fördert sie jedoch systematisches Fehlverhalten, das zur Fehlleitung von Kapital führt.
Daraus lässt sich folgendes ableiten: Greenspan ist der Meinung, es komme zu Verzerrungen von Marktpreisen, wenn ein größerer Marktteilnehmer sich verspekuliert hat und deshalb verkaufen muss. Dies verwundert uns, denn haben seine vorangegangen dicken Käufe nicht zu Verzerrungen geführt? Gelten steigende Kurse als normale Marktpreise, fallende Kurse als Verzerrungen? Bestimmen also der Staat und seine Notenbank, welche Marktpreise in Ordnung sind und welche verzerrt? Sorgen demnach nicht freie Märkte für die richtigen Preise, sondern Bürokraten?
In der Notenbank gibt es die vorherrschende Meinung, eine Notenbank müsse und könne an den Finanzmärkten zu intervenieren, um fallende Kurs zu vermeiden. Aber in der Realität kann die FED die Marktkräfte von Angebot und Nachfrage nicht außer Kraft setzen. Langfristig wird sich die technische Situation am Markt durchsetzen. Wenn es keinen „Idioten“ gibt der einen noch höheren Preis für eine Ware bezahlt, dann kann der Preis nicht steigen.
Konsumverzicht Sparen Investieren Produzieren mehr Konsumieren
Mehr Konsum weniger Sparen weniger Investieren weniger Produzieren weniger Konsumieren
Kriegsanleihen: Die Banken und Notenbanken finanzieren den weltweiten Krieg indem sie das Haushaltsdefizit der Staaten finanzieren. Die Staaten wären bei einem ausgeglichenen Haushalt niemals in der Lage einen Krieg zu führen und hohe Rüstungsausgaben zu tätigen. Die Banken profitieren durch die Zinszahlungen, die der Steuerzahler übernimmt und am Handelsgeschäft der Waffenindustrie. Der Coup dabei ist, dass beide Kriegsparteien finanziert werden und damit ist der Ausgang des Krieges unerheblich. Die Banken sind auf jeden Fall auf der Gewinnerseite und der Verlierer kann als leichtes Opfer ausgebeutet werden.
Ein bekanntes Beispiel des Verfalls von Verliereranleihen ist das Deutsche Kaiserreich nach dem 1. Weltkrieg. Nach dem verlorenen Krieg waren die deutschen Kriegsanleihen wertlos. Die privaten Anleger mussten die ganze Summe abschreiben. Die Banken jedoch konnten mit den Siegermächten die Friedensbedingungen diktieren und nach dem Krieg die harten Werte des Landes ausbeuten und das Land in eine Abhängigkeit von neuen Krediten drängen.
Der internationale Gold Standard war ein viel zu enges Korsett für die Durchführung eines so wahnsinnigen Projekts, wie es der Erste Weltkrieg darstellte. Durch starke Propaganda und Kaiserkult war es möglich junge Männer so weit zu bringen, dass sie sich für absurde Ziele und Ideen bestimmter, meist alter Männer, aufzuopfern. Bezahlbar war der Irrsinn jedoch nicht. Frühere Kriege folgten einem klar erkennbaren ökonomischen Kalkül. Sie waren die Angelegenheit von Herrschern, die Söldnerheere bezahlen mussten. Der Erste Weltkrieg war der erste „moderne“ Krieg im Sinne einer totalen Hingabe aller Werte und Ressourcen für die Kriegsführung. Er unterlag keinen Budgetrestriktionen. Sobald sich die anfänglich gehegte Erwartung eines schnellen Sieges als illusorisch herausstellte, entledigten sich die Herrscher der kriegführenden Staaten nämlich zügig der sie zu Vernunft anhaltenden Goldwährung.
Es folgten turbulente Zeiten mit Hyperinflation in Deutschland, einer Spekulationsblase und deren Crash in den USA, der Depression und dem Zweiten Weltkrieg. Nachdem Europa in Trümmern lag, verhandelten die Alliierten die Nachkriegsordnung. In Bretton Woods beschlossen sie 1944 die Einführung eines Weltwährungssystems, in dessen Zentrum der US Dollar stand. Sie verpflichteten sich, feste Wechselkurse gegenüber dem Dollar einzuhalten, der wiederum auf 1/35 Unze Gold fixiert wurde. Dieses Arrangement galt allerdings nicht für die Bevölkerung, sondern ausschließlich für Zentralbanken. Nur sie konnten US-Dollar gegen Gold zum Kurs von 35 Dollar je Feinunze eintauschen.
Ende der sechziger Jahre waren es schließlich die USA, die die Folgen undisziplinierter, kostspieliger Politik zu spüren bekamen. Insbesondere aufgrund des Ausbaus teurer wohlfahrtsstaatlicher Programme und der Kosten des Vietnam Krieges, beide nicht durch politisch unpopuläre Steuererhöhungen, sondern durch Gelddrucken finanziert, stieg die Inflationsrate in den USA: Wieder war also ein Krieg, wenn auch nur ein relativ kleiner, ein maßgeblicher Grund für das Ende politischer Haushaltsdisziplin.
Die französische Regierung war nicht bereit, diese Missstände tatenlos hinzunehmen. Sie begann damit, den USA die Dollars anzudienen und dafür, wie versprochen, Gold zu verlangen, eine Feinunze zu je 35 Dollar. Nun hatte die Regierung Nixon 2 Möglichkeiten: Entweder den beschwerlichen Weg des seriösen Wirtschaften oder den unmoralischen Weg ein Zahlungsversprechen zu brechen.
Jetzt waren geradezu gigantische Handelsdefizite möglich, die über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben konnten. 2003 betrug das Leistungsbilanzdefizit der USA 500 Milliarden Dollar.
Bankenentstehung: Mit der Verwendung von Edelmetall als Geld werden nicht nur Probleme gelöst, es entstehen neue. Beispielsweise muss das Metall sicher verwahrt werden und es hat aufgrund seines Gewichtet bei größeren Transaktionen den Nachteil mit größerem Aufwand von einem Ort zum anderen transportiert zu werden. Sicherheitsaspekte erhöhen den Transportaufwand zusätzlich. Es liegt deshalb in einem ersten Schritt nahe, wie bei anderen Waren auch ein Lagerhaus zu etablieren, in dem die Edelmetalle der Waren sicher aufbewahrt werden. In einem zweiten sehr praktischen Schritt kamen findige Menschen auf die Idee, bei einer Transaktion darauf zu verzichten, das Gold aus dem Lagerhaus zu holen, um es dem Kontrahenten zu übergeben, der es dann seinerseits wieder in das Lagerhaus einlieferte, natürlich unter seinem Namen. Stattdessen gingen Geschäftsleute dazu über, ihren Goldbesitz vom Lagerhaus verbriefen zu lassen und statt des Goldes diese Urkunde als Zahlungsmittel zu verwenden. Der Inhaber der Urkunde konnte damit jederzeit das hinterlegte Edelmetall aus dem Lagerhaus holen. Bis diese Urkunden – die man Banknoten nennen kann – ist durch die entsprechende Menge an Edelmetall in einem Lagerhaus – das man auch Bank nennen kann – gedeckt. Eine Banknote war also ein Anspruch auf eine bestimmte Menge Edelmetall.
Den Betreibern der Lagerhäuser – die wir jetzt Banker nennen können – entging natürlich nicht, dass normalerweise zu jedem beliebigen Zeitpunkt nur ein Bruchteil des eingelagerten Golds tatsächlich abgeholt wurde. Innovativ oder betrügerisch? Jedenfalls begannen sie, mehr Urkunden zu emittieren als Edelmetalldeckung vorhanden war: Das Reserve Bankwesen war erfunden und mit ihm ein einfacher Weg, die Geldmenge auszuweiten, also zu inflationieren. Nun konnten sie diese zusätzlichen Banknoten zu einem positiven Zinssatz an Kreditnehmer verleihen. Und weil sie mit dem Verleihen Geld verdienten, konnten sie den Kunden Zinsen zahlen, statt von ihnen eine Aufbewahrungsgebühr zu verlangen. So waren alle zufrieden.
Seit Gründung der US-Notenbank 1913 verlor der US-Dollar nach offiziellen staatlichen Berechnungen rund 95 % seiner Kaufkraft, seit Greenspans Amtsantritt immerhin fast 40 %. Zu Zeiten des Goldstandards beispielweise von 1800 bis Anfang des 20. Jahrhunderts war das Preisniveau konstant. Trotz dieser traurigen Statistik werden die Notenbanken allenthalben als erfolgreiche und unverzichtbare Währungshüter gefeiert.
Pantha rei, nicht ist von Dauer, alles fließt.
Wenn knappe Bankreserven einen Wirtschaftsabschwung auslösten, argumentieren die Wirtschaftsinterventionisten, warum sollte man dann nicht einen Weg finden, um den Banken mehr Reserven zuzuführen, sodass sie nie knapp sein müssen? Wenn Banken fortfahren können, endlos Geld zu verleihen, so wurde behauptet, dann müssen keine wirtschaftlichen Abschwünge mehr stattfinden. Und deshalb wurde im Jahr 1913 das US-Zentralbanksystem organisiert.
Wie alle Geheimkünste, scheinen auch die Regenmacher größtenteils selbst an ihre Kunst zu glauben und es wird schwer zu sagen, wo der Selbstbetrug aufhört und der gewöhnliche Betrug anfängt. Kann der Regendoktor oder Medizinmann den versprochenen Regen nicht schaffen, so braucht er dieselbe Ausflucht wie alle Zauberkünstler der Welt. Er gibt vor, es sei irgendein Einfluss, ein Gegenzauber vorhanden, der seine sonst unfehlbaren Mittel unwirksam mache. Ihre Aufgabe war es, für Regen und gute Ernten zu sorgen. Insbesondere während der deutlich überwiegenden Jahre, in denen keine Dürre auftrat, erfüllten Regenmacher ihre Aufgabe mit Bravour. In den seltenen Dürrejahren gelang es ihnen zumeist gute Gründe für den Zorn der Götter und eine glaubhafte Ausrede für ihre Erfolglosigkeit zu finden. In den sehr seltenen Fällen, in denen diese Strategie nicht fruchtete, wurden sie durch vermeintlich fähigere Personen ersetzt. Absurd? Die heutigen Regenmacher unserer Tage – die Wohlstandsmacher – sehen wir vor allen in der Chefetage der Notenbank am Werk. Es handelt sich dabei um eine moderne gesellschaftliche Elite, von der das Unmögliche erwartet wird und die dem geneigten Beobachter vorgaukelt, eben dieses Unmögliche zu leisten. Da einerseits die Funktion des Zentralbanksystems für die meisten Menschen ein Buch mit 7 Siegeln ist, dessen Unverständlichkeit von den Akteuren bewusst gepflegt wird und andererseits fast niemand der Faszination des Geldes widerstehen kann, entsteht ein fast mystisches Image. Die nach Halt und Erklärungen und Führung suchenden Massen verlangen ganz offensichtlich nach einem Aufhänger für ihre irrationalen Heilserwartungen. Früher leistet die Religion diese Funktion, dann wurde sie von anderen Ideen und Politiker übernommen. Bleiben alle Zaubermittel erfolglos, so muss der Zauberer sehen, wie er sich auf schlaue Weise aus dem Staub macht, sonst wird die Sache zuweilen für ihn gefährlich, es sollen sogar Regendoktoren eines gewaltsamen Todes sterben und derselbe Mann der vorher als Wundertäter gefeiert wurde, wird nun zu Tode gemartert. Trotzdem gibt es immer wieder Nachfolger für diesen gefährlichen aber einträglichen Beruf.
Der Hang zu betrügen und betrogen zu werden, verläuft während des Booms parallel zum Hang zum Spekulieren.
Damals wurden Mitarbeitoptionen in den USA buchhalterisch so behandelt als wären sie wertlos, finden also keinen Eingang in die Gewinn und Verlustrechnung, wo sie den Gewinn schmälern würden. Die Steuern die ein Angestellter zahlt, wenn er seine Mitarbeitoption ausübt, kann das Unternehmen von seiner eigenen Steuerschuld abziehen. Die Investmentbank Morgan Stanley legte im Jahre 2002 eine Studie vor, die besagte, dass die Gewinne der S&P 500 Unternehmen durchschnittlich 8 % überzeichnet, die des Technologie Sektors gar um 17 % überzeichnet waren.
Solange die Kurse stiegen, schien alles erlaubt zu sein. Der Wunsch, betrogen zu werden, war ganz weit verbreitet genau wie die Bereitschaft ihn zu erfüllen.
Seit Jahren wird von „Windowdressing“ im Zusammenhang mit Aktivitäten von Fonds berichtet. Es scheint sich dabei um Aktienkäufe zu handeln, deren Ziel es ist, steigende Kurse zu bewirken und nicht etwa im Interesse der Anleger möglichst billig in den Besitz von Aktien zu gelangen. Da Kursmanipulationen verboten sind, wundern wir uns natürlich über die Selbstverständlichkeit, mit der überall darüber berichtet wird.
Während einer Spekulationsblase wird unsinniges und langfristig ökonomisch nicht tragfähiges und kriminelles Verhalten belohnt. Erst nach dem Platzen der Blase, wenn Geld verloren wird, kommen die Leichen aus dem Keller hoch.
Veränderung ist Normalität, Stabilität nur ein vorübergehender Zustand. In guten wie in schlechten Zeiten gilt das entweder tröstende und zur Bescheidenheit mahnende Motto: „Auch das wird vorüber gehen.“ Die meisten Menschen wünschen sich stabile Zeiten und fürchten Veränderungen, da Letztere natürlich mit großen Unsicherheiten verbunden sind. Das ist jedoch nur eine Seite der Medaille, denn große Veränderungen bergen nicht nur große Risiken, sondern auch ebenso große Chancen. Wer sich bewusst den Herausforderungen stellt und die auf Umbrüche hindeuteten Zeichen ernst zu nehmen bereit ist, kann sicherlich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, nicht als passiver Spielball der Zeitläufe hin- und hergeworfen zu werden, sondern aktiv sein Schicksal zumindest teilweise mitzubestimmen.
Interventionismus und Manipulation nahezu aller Märkte durch Politiker und Notenbanken sind also an der Tagesordnung. Die durch ein Staatsmonopol geschützten Notenbanker sind also an der Tagesordnung. Die durch ein Staatsmonopol geschützten Notenbanken verhindern ausdrücklich die Etablierung von Marktkräften bei Währungen, schließlich ist in jedem modernen Staat ein politisch verfügtes gesetzliches Zahlungsmittel gültig.
Freie Märkte für freie Menschen. Eine Möglichkeit Luft aus einer Spekulationsblase zu lassen ist, die Deckung von Wertpapierkrediten zu erhöhen. Das gleiche gilt für das Reserve Bank System. Die Banken müssten mehr Eigenkapital halten, dass heißt ihre Bilanzsumme verkleinern oder mehr Eigenkapital aufnehmen. Eine radikalte Lösung des Papiergeldproblems verlangt schließlich den Rückzug des Staates und freien Wettbewerb auch bei Geld. Der Marktmechanismus, so die Vertreter dieser Denkrichtung werde entscheiden, was von den Menschen als Geld akzeptiert wird und was nicht. Ein gesetzliches Zahlungsmittel gibt es in diesem Szenario nicht
1€ herzustellen kostet umgerechnet 0,08 €.
WIKI HISTORY
TULPENMANIE Bei der Tulpenmanie (auch Tulipomanie, Tulpenwahn, Tulpenfieber oder Tulpenhysterie; niederl. tulpenwoede, tulpengekte oder bollengekte) handelt es sich um eine Periode im Goldenen Zeitalter der Niederlande, in der Tulpenzwiebeln zum Spekulationsobjekt wurden. Tulpen waren seit ihrer Einführung in den Niederlanden in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts ein Lieberhaberobjekt. Sie wurden in den Gärten der sozial gehobenen Schichten des gebildeten Bürgertums, der Gelehrten und der Aristokratie kultiviert. Zu den auf Tauschhandel gegründeten Beziehungen dieser Liebhaber kam zum Ende des 16. Jahrhunderts der kommerzielle Handel mit Tulpen hinzu. In den 30er Jahren des 17. Jahrhunderts steigerten sich die Preise für Tulpenzwiebeln auf ein vergleichsweise sehr hohes Niveau, bevor der Markt zu Beginn des Februars 1637 abrupt einbrach. Die Tulpenmanie wird als die erste relativ gut dokumentierte Spekulationsblase der Wirtschaftsgeschichte angesehen. Sie wird auch metaphorisch zur Charakterisierung anderer anscheinlich irrationaler und riskanter Finanzentwicklungen gebraucht. Jedoch gehen die Deutungen über den Anlass, den Verlauf und die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen der Tulpenmanie auseinander. Für die traditionelle Lesart der Ereignisse und Auswirkungen, die sich schon in der zeitgenössischen Kritik findet und von späteren Interpretationen aufgegriffen wurde, waren in den Handel mit Tulpen in den 1630er Jahren große Teile der niederländischen Bevölkerung bis in die untersten Gesellschaftsschichten involviert. Der rasche Preisverfall bedeutete demgemäß den Ruin vieler Beteiligter und hätte der niederländischen Wirtschaft insgesamt einen schweren Schaden zugefügt. Neuere Lesarten bemühen sich hingegen, den Preisanstieg und Preisverfall von Tulpen nicht als irrationale Manie darzustellen. So zeigen die Preiskurven von Tulpen und anderen neu eingeführten Blumen wie Hyazinthen einen ähnlichen Verlauf. Die Tulpenmanie war demnach kein singuläres Ereignis. Untersuchungen des Wandels der gesetzlichen Regeln des Tulpenhandels zeigen, dass die Bereitschaft, für Tulpen steigende Preise zu zahlen, eine rationale Reaktion auf veränderte institutionelle Bedingungen war. Studien der historischen Quellen weisen zudem darauf hin, dass der Tulpenhandel immer ein Phänomen der wohlhabenden Schichten geblieben ist und keine einschneidenden wirtschaftlichen Konsequenzen nach sich zog. Tulpen als Handelsware Zunächst wurden die Zwiebeln nur während der Pflanzzeit in den Sommermonaten gehandelt. Die gerodeten Zwiebeln wurden dabei in Spotmärkten verkauft. Da sich aber der Handel mit Tulpen nicht auf diese kurze Periode beschränken ließ, gingen die Händler dazu über, auch solche Zwiebeln zu kaufen und zu verkaufen, die sich noch in der Erde befanden und erst später, nach der Blüte, ausgegraben werden konnten. Diese Börsen- bzw. Terminkontrakte konnten notariell beglaubigt werden oder wurden inoffiziell auf Papierstreifen (coopcedulle) festgehalten. Gelegentlich bedienten sich die beiden Handelsparteien eines Vermittlers (seghsman) zur Aushandlung der Kaufbedingungen. Die Bezahlung der Tulpen war gewöhnlich dann fällig, wenn die Zwiebeln nach der Blüte aus der Erde genommen und übergeben wurden. Als Konsequenz entwickelte sich der Tulpenhandel zum Spekulationsgeschäft, da niemand in der Lage war, verbindliche Aussagen darüber zu treffen, wie die gehandelten Tulpen aussehen, noch ob sie in der neuen Saison überhaupt blühen würden. Aufgrund dieser unklaren Handelsgrundlage wurde das Geschäft mit Tulpen auch als windhandel bezeichnet. Zum Zwecke der Veranschaulichung des zu erwartenden Aussehens einer Tulpe gaben die Züchter und Händler Stiche, Aquarelle und Gouachen von Tulpensorten in Auftrag und sammelten diese in Handels- bzw. Versteigerungskatalogen, sogenannten Tulpenbüchern, von denen sich 45 erhalten haben. Die Besonderheit dieser Tulpenbücher ist, dass neben den Illustrationen selbst auch die Namen und gelegentlich zudem das Gewicht und die Preise der abgebildeten Sorten am Rand der Blätter verzeichnet sind. Diese Form des Handels mit Tulpenzwiebeln erweiterte sich mit der steigenden Beliebtheit der Pflanze. Ab der Mitte der 1630er Jahre ist im Vergleich zu anderen Produkten ein Preisanstieg zu bemerken. Spätestens um das Jahr 1634 betraten Spekulanten den Markt, die Tulpen nicht nur in der Hoffnung kauften, sie zu späterer Zeit selbst in ihren Garten zu setzen, sondern sie erwarben, um sie bei steigenden Preisen mit Gewinn weiterzuverkaufen. Diese Art des Tulpenhandels als Leerverkauf war auch in anderen Sektoren der niederländischen Wirtschaft verbreitet. So verkaufte die Niederländische Ostindien-Kompanie ihre verschifften Waren, noch bevor diese ausgeliefert werden konnten. Jedoch untersagten die Generalstaaten 1610 diese Art des Handels, und das Verbot wurde in den Folgejahren, 1621, 1630 und 1636, bestätigt. Dies bedeutete, dass entsprechende Verträge nicht vor Gericht einklagbar waren. Jedoch wurden die Händler, die solcherart Geschäfte betrieben, auch nicht explizit verfolgt, so dass Formen des Leerverkaufs stets genutzt wurden, obwohl sie in einer juristischen Grauzone stattfanden. Auch konnten diese Verdikte nicht verhindern, dass Optionsscheine auf Tulpenzwiebelanteile gehandelt wurden. Die umfassendste Beschreibung der Organisation des niederländischen Tulpenhandels zur Zeit der Tulpenmanie hat sich in dem spekulationskritischen Pamphlet Samen-Spraek tusschen Waermondt ende Gaergoedt, Nopende de opkomste ende ondergangh van Flora erhalten, das drei satirische Dialoge der beiden Weber Gaergoedt („Habgier“) und Waermondt („Wahrmund“) wiedergibt und kurz nach dem Ende der Spekulationsblase 1637 von Adriaen Roman aus Haarlem verbreitet wurde. Folgt man der dortigen Beschreibung, dann fand der Handel mit Tulpenzwiebeln nicht in Börsengebäuden statt, sondern die Händler trafen sich in sogenannten Kollegs (collegie bzw. comparitje) in bestimmten Herbergen und Schankhäusern. Bei den Treffen der collegiën wurden Tulpen gehandelt, bewertet und das Wissen um Sorten und Akteure ausgetauscht. Tulpenzwiebeln wurden zum Teil als einzelne Zwiebelexemplare, zum Teil nach Gewicht verkauft, im Speziellen nach der Goldschmiedeeinheit asen (ein Aes = 0,048 Gramm, ein Pfund = 9.729 Asen (Haarlem) bzw. 10.240 Asen (Amsterdam)). Der Verkäufer hatte die Möglichkeit einer Auktion (in het ootjen) oder beide Seiten schrieben ihren Preiswunsch auf einen Zettel bzw. ein Brett (borden) und zwei jeweils gewählte Unterhändler (seghsmannen) einigten sich auf einen Preis (met de Borden). Käufer waren aber verpflichtet, eine Gebühr von 2,5 Prozent des Verkaufspreises bzw. bis zu drei Gulden (das sog. „Weingeld“ bzw. wijnkoop in holländischen Gulden, also in florins (Dfl) bzw. guilders) zu zahlen, die vor Ort für Speisen, Getränke und Trinkgelder ausgegeben wurden. Wenn man aus bereits angelaufenen Verkaufsverhandlungen wieder aussteigen wollte, dann war die Zahlung eines rouwkoop (Bußgeld) fällig. Mitunter wurde die Verpflichtung, eine Zwiebel zu liefern, über Zwischenhändler weiterverhandelt. Tulpen wurden außerdem auf offiziellen Auktionen versteigert, wie bei den Auktionen der Weeskamer (Waisenhaus), wenn diese den Nachlass eines Verstorbenen zu Gunsten seiner Kinder versteigerten.
Schon in den 20er Jahren des 17. Jahrhunderts war es unter Umständen möglich, für einzelne Tulpensorten sehr hohe Preise zu erzielen. Beispielhaft hierfür steht die Tulpe Semper Augustus, welche später, im Jahr 1637, als teuerste Tulpe aller Zeiten gehandelt wurde. So wurde bereits 1623 berichtet, dass alle damals existierenden zwölf Tulpen dieser Sorte dem Amsterdamer Bürger Adriaan Pauw auf seinem Gut Heemstede gehörten. Jede dieser Zwiebeln kostete 1623 1.000 Gulden, 1624 stand der Preis bei 1.200 Gulden, 1633 war er auf 5.500 Gulden gestiegen und 1637 wurden für drei Zwiebeln 30.000 Gulden geboten.[54] Zum Vergleich: Das Durchschnittsjahreseinkommen in den Niederlanden lag bei etwa 150 Gulden, die teuersten Häuser an einer Amsterdamer Gracht kosteten rund 10.000 Gulden.[55] Jedoch scheinen diese sehr hohen Tulpenpreise zu jener Zeit die Ausnahme gewesen zu sein. So wurde 1611 Tulpen der Sorte Cears op de Candlelaer („Kerzen auf einem Leuchter“) für 20 Gulden verkauft und aus dem Oktober 1635 haben sich Daten zum Verkauf einer Tulpe der Sorte Saeyblom van Coningh für 30 Gulden erhalten. Dass die Preise für Tulpenzwiebeln zu Beginn der 1630er Jahre anzogen, lässt sich an den Sorten ablesen, für die in zeitlicher Folge mehrere Preisdaten verfügbar sind. Beispielsweise kostete eine Tulpe der Sorte Groot Gepluymaseerde am 28. Dezember 1636 0,07 Gulden per Aes und am 12. Januar 1637 0,15 Gulden per Aes, was einer Preisverdopplung gleichkommt. Der Preis für Tulpen der Sorte Switserts stieg in diesem Zeitraum von 125 Gulden für das Pfund auf 1.500 Gulden für das Pfund, ein zwölffacher Anstieg. Verlauf der Tulpenmanie Ihren Höhepunkt erreichten die Preise für Tulpen bei der Weeskamer-Versteigerung am 5. Februar 1637 in Alkmaar, welche die weesmesters (Rektoren des Waisenhauses) für die Nachkommen von Wouter Bartholomeusz Winckel veranstalteten. Auf der Auktion wurden für 99 Posten Tulpenzwiebeln insgesamt rund 90.000 Gulden erzielt, jedoch finden sich weder für die einzelnen Preise noch für die Käufer verlässliche Belege. Das kurze Zeit nach der Auktion erschienene Flugblatt Lijstje van Eenighe Tulpaen verkocht aan de meest-biedende op den Februarij 1637 enthält eine Preisliste, doch ohne Angaben, wer diese Summen auf der Auktion geboten haben soll. Der durchschnittliche Preis der versteigerten Tulpen betrug 792,88 Gulden. Das meiste Interesse zogen in der Folgezeit aber die Tulpen auf sich, für welche weitaus höhere Preise geboten worden sein sollen. So kam eine Tulpe der Sorte Viceroy für 4.203 Gulden unter den Hammer, eine Admirael van Enchhysen wurde für 5.200 Gulden verkauft. Doch bereits zwei Tage zuvor, am 3. Februar 1637, hatte die Krise in Haarlem ihren Anfang genommen, als bei einer der regelmäßigen Wirtshausversteigerungen keine der angebotenen Tulpen zu dem erwarteten Preis verkauft werden konnte. In den nächsten Tagen brach dann in den gesamten Niederlanden der Tulpenmarkt zusammen, weil das System des spekulativen Handels so lange funktionierte, wie die Händler mit steigenden Preisen und der Option rechneten, dass am Ende der Handelskette ein Käufer bereit wäre, die reale Tulpenzwiebel zu erwerben. Als sich keine neuen Käufer fanden, die in die Preisspirale einsteigen wollten, fiel der Wert von Tulpen über Nacht um geschätzt mehr als 95 Prozent. Am Ende der Spekulationsblase fanden sich Händler mit Verpflichtungen, Tulpen zu einem Preis weit über den aktuellen Marktpreisen zu erwerben, während andere Tulpenzwiebeln besaßen, die nur noch einen Bruchteil des Wertes besaßen, für den sie erworben wurden.
Darién-Projekt Das Darién-Projekt war der Versuch, eine schottische Kolonie in Panama zu etablieren. Das katastrophale Scheitern des Projekts brachte Schottland an den Rand des Staatsbankrotts, und beschleunigte so den Zusammenschluss mit England zum neuen Vereinigten Königreich von Großbritannien. Vorgeschichte Im Laufe des 17. Jahrhunderts profitierte England zunehmend von seinen Kolonien in Übersee, insbesondere in Nordamerika. Seit 1603 war der König von England auch König von Schottland (bzw. die schottischen Stuarts erbten den englischen Thron), trotzdem blieb den Schotten der Zugang zu den englischen Kolonien verwehrt, was zu einem wirtschaftlichen Nachteil für Schottland wurde. Kolonien standen zu diesem Zeitpunkt unter der Verwaltung einer Handelskompanie („company“), die ein Patent des Königs für die Kolonie besaß und damit das Recht, über die Beteiligung an einer Kolonie zu entscheiden; die Schotten waren ausgeschlossen, da sie nicht englische Bürger waren. Der schottische Finanzexperte William Paterson, der in London die Bank of England gegründet und in England ein Vermögen gemacht hatte, dachte zu diesem Zeitpunkt, er hätte eine Lösung für das Dilemma. Er gründete die Company of Scotland – eine schottische Handelsgesellschaft – und plante, eine Kolonie in Darién in der Region des heutigen Panama zu gründen. Das Subskriptionsbuch der Company of Scotland wurde am 13. November 1695 in London eröffnet, man wollte die Stärke des englischen Geldmarktes ausnutzen. Innerhalb kurzer Zeit war das angestrebte Volumen von 300.000 Pfund gezeichnet, was die erste Krise der Company bedeutete: Im Zeitalter des Merkantilismus ging man davon aus, dass der Reichtum jeder Nation begrenzt war und somit der Reichtum Englands von den Schotten verwendet wurde, um England Konkurrenz zu machen. Englische Kaufleute, vor allem aber die Britische Ostindien-Kompanie sahen ihre Stellung gefährdet. Der Fall wurde im House of Lords diskutiert, wozu die (englischen) Vorstände der Company unter Strafandrohung geladen wurden. Eine Abordnung aus Vertretern beider Parlamentshäuser reiste zu König William in die Niederlande, um offiziellen Protest einzulegen. Der König unterschrieb ein Dokument, in dem er erklärte, von den Schotten schlecht behandelt worden zu sein („ill-served in Scotland“). Nach einer Neuauflage der Subskription in Schottland wurde die Hälfte des gesamten Kapitals Schottlands in Patersons Gesellschaft gesteckt, aber das Abenteuer endete als Desaster: Das ausgewählte Gebiet war malariaverseucht, und die schottischen Siedler wurden von spanischen Kolonisten angegriffen. Gründung und Untergang Mit der Gründung der Company of Scotland am 26. Februar 1696 entwickelte sich in Schottland der Wunsch, wie auch England, Frankreich und Spanien eigene Kolonien zu gründen. Zur Finanzierung wurden Anleihen zur Zeichnung ausgegeben, bei denen alle Schotten, die es sich leisten konnten, soviel investierten, wie sie konnten. Das Kolonisierungsprojekt sollte 400.000 schottische Pfund kosten. Am 3. August wurden die Listen wieder geschlossen, wobei die Zahlungen noch nicht eingegangen waren. Zwar musste der König, Wilhelm, eigentlich die schottische Siedlung New Edinburgh (und die Schiffe) genauso beschützen wie seine englischen Untertanen, stellte aber seine anderen Interessen (kein Konflikt mit Spanien, dessen Kolonien in der Karibik dadurch beengt wurden) darüber und ordnete an, dass die englischen Stützpunkte in Amerika den Schotten nicht helfen sollten. Krankheiten und Hunger führten dazu, dass alle 2000 Siedler starben, außer einem knappen Dutzend, das zu schwach für die Rückreise war und sich den Spaniern ergab. Im Laufe des Jahres 1700 wurde klar, dass das Projekt gescheitert war, und das Geld für die Schotten verloren. Die Informationen hatten wegen des fehlenden Kontaktes zu der Region Jahre gebraucht, auf Gerüchte aus Spanien war nicht gehört worden. Folgen Von dem geplanten Gesamtkapital von 400.000 Pfund waren ₤153.448 Scots (etwa ein Zwölftel des Stirling) tatsächlich gezahlt worden, und einige Herzöge und Grafen waren durch die Hungersnot in der gleichen Zeit wirtschaftlich so geschwächt, dass ihnen und ihren Untertanen der Hungertod drohte. Die Staatsfinanzen waren zerrüttet, auch der sonst erfolgreiche John Law konnte sie nicht reformieren. Königin Anne von England sah nun die Möglichkeit, die Unabhängigkeit Schottlands vollends abzuschaffen. In den Jahren 1706/07 wurde der Act of Union ausgehandelt, und England übernahm die schottischen Staatsschulden. Schottland erhielt eine Zollunion mit England und seinen Kolonien, das schottische Parlament ging aber in sehr reduzierter Form in Westminster auf. Insgesamt hatten die Schotten (und die meisten hatten soviel investiert wie sie konnten) 153.448 Schottische Pfund verloren, über 12.000 Pfund Sterling, die nun in den englischen Staatsschulden aufgehen würden. Diese Katastrophe war der ausschlaggebende Grund für die Gründung Großbritanniens, ohne die eine Hungersnot ausgebrochen wäre. Kritiker wie die Räte von Perth und Glasgow, die dadurch ihren Abgeordneten verloren, meinten deswegen schon damals, Schottland sei eingekauft worden.
Gründerzeit Als Gründerzeit wird die wirtschaftliche Phase in Deutschland und Österreich im 19. Jahrhundert bis zum großen Börsenkrach von 1873 bezeichnet. In dieser Zeit findet die Industrialisierung in Mitteleuropa statt, deren Anfänge in den 1840er-Jahren liegen. Daraus ergibt sich, dass für diese Periode kein genauer Anfangszeitpunkt angegeben werden kann. In den letzten Jahren vor dem großen Krach allerdings (in Deutschland nach dem gewonnenen Krieg von 1870/1871, in dessen Gefolge massenhaft französisches Kapital vor allem aus Reparationen ins Land strömte) gipfelte der wirtschaftliche Aufschwung dieser Periode in einem vorher nicht gekannten Boom, diese letzten Jahre gelten als Gründerjahre im engeren Sinne. Die Gründerzeit fällt in die Epoche in Mitteleuropa, in der das Bürgertum die kulturelle Führung übernahm. Daher ist sie auch die große Zeit des klassischen Liberalismus, auch wenn dessen politische Forderungen nur teilweise und relativ am Ende dieses Zeitraumes umgesetzt wurden. Die Industrialisierung stellte auch ästhetisch neue Aufgaben, vor allem in der Architektur und im Kunsthandwerk. Dies drückte sich allerdings in einer eklektizistischen Weiterentwicklung vorhandener Formen aus. In der Umgangssprache ist mit Gründerzeitstil daher der Historismus gemeint. Da der Historismus aber bis nach 1900 der vorherrschende Stil blieb, ergibt sich daraus eine gewisse Unschärfe des umgangssprachlichen Gebrauchs. In stilgeschichtlichen Zusammenhängen wird daher oft auch von späteren Jahrzehnten als „Gründerzeit“ gesprochen. Mit Gründerzeit werden daher manchmal sehr unterschiedliche Zeiträume bezeichnet, beispielsweise 1850–1873, 1871–1890, manchmal sogar 1850–1914 oder überhaupt nur die Jahre 1871–1873. Zeitgenössisch ist dieser Ausdruck aber nur für die Zeit um 1870 und ausschließlich im Zusammenhang mit dem damaligen Wirtschaftsaufschwung. Nikolai Dmitrijewitsch Kondratjew beschreibt den Wirtschaftsaufschwung dieser Periode als die aufsteigende Phase des zweiten Kondratjew-Zyklus. Aufschwung Der Ausdruck „Gründerzeit“ bezieht sich auf den umfassenden wirtschaftlichen Aufschwung der Mitte des 19. Jahrhunderts, in dem Unternehmensgründer scheinbar über Nacht reich werden konnten. Ein entscheidender Faktor für die rasante Wirtschaftsentwicklung war der Eisenbahnbau. Typische „Gründer“ sind daher Eisenbahnpioniere wie Bethel Henry Strousberg. Die Eisenbahn hatte auch eine bedeutende Impulswirkung auf andere Industriezweige, etwa durch die gestiegene Nachfrage nach Kohle und Stahl, so dass auch in diesen Bereichen Industrieimperien, wie etwa das von Friedrich Krupp, gegründet wurden. Vor allem aber wurden Kommunikation und Migration enorm erleichtert. Massenhaft wanderten ländliche Unterschichten in die Städte ab, wo sie zum Bestandteil des sich formierenden Proletariats wurden – damals entstand auch die soziale Frage (zeitgenössisch auch Pauperismus genannt). Mit der Eisenbahn wurde aber auch das Distributionswesen revolutioniert, so dass auch außerhalb des industriellen Sektors Massenproduktion möglich wurde. Zu bedeutenden Unternehmensgründern (von Lebensmittelkonzernen) wurden beispielsweise der Bierbrauer Ignaz Mautner und der Kaffeeröster Julius Meinl I.. Überdurchschnittlich war der Anteil von Personen jüdischen Glaubens an den „Gründern“, die ihre nunmehrige Emanzipation und sozialen Aufstiegschancen zu nutzen wussten – in diesem Zusammenhang ist auch das Bankhaus Rothschild zu nennen, das als Financier des Eisenbahnbaus erhebliche Bedeutung hatte. Gründerkrise Dieser Aufschwung erlebte im großen Börsenkrach (Gründerkrach) 1873 ein jähes Ende, und ging in die etwa zwanzigjährige wirtschaftliche Stagnationsphase über, die als Gründerkrise bekannt ist. In dieser nachfolgenden Krise verlor die Theorie des Wirtschaftsliberalismus an Boden und es wurden auch in der Praxis Kontrollmechanismen geschaffen und Schutzzölle eingeführt. Die in dieser Krisenperiode entstehenden kleinbürgerlichen und proletarischen Massenbewegungen waren erklärte Gegner des Wirtschaftsliberalismus. Die verheerendste Folge des großen Krachs war psychologisch. Das Versprechen von Reichtum und Aufstieg für alle schien vorerst gescheitert, in Kreisen kleiner Handwerker und Geschäftsleute stand nunmehr die Angst vor dem sozialen Abstieg durch die industrielle Konkurrenz im Vordergrund, außerdem war durch den Krach auch massiv erspartes Kapital verloren gegangen. In diesen kleinbürgerlichen Kreisen verbreiteten sich rasch allerlei Verschwörungstheorien – insbesondere der Antisemitismus gewann massiv an Boden und wurde in den 1880er-Jahren zu einer breiten politischen Unterströmung. Im Zuge der Industrialisierung wuchs der Bedarf nach Wohnraum, es wurden ganze Stadtviertel auf die grüne Wiese gebaut. Noch heute gibt es in vielen mitteleuropäischen Städten eine große Zahl von Wohnbauten aus der Gründerzeit, die oftmals ganze Straßenzüge oder gar Stadtviertel umfassen. Typisch für den Baustil der sogenannten Gründerzeitarchitektur ist die meist von privaten Wohnungsbaugesellschaften errichtete, etwa vier- bis sechsgeschossige Blockrandbebauung mit ihren reich dekorierten Fassaden. Die einzelnen Dekorationsformen lehnten sich an historische Stilformen an, weshalb die Architektur dieser Prägung zusammenfassend als Historismus bezeichnet wird und Stile wie die Neugotik, Neorenaissance und den Neobarock umfasst. Es entstanden nicht nur Villen und Palais für das reich gewordene (Groß-)Bürgertum, sondern vor allem auch Mietskasernen für die rasant wachsende Stadtbevölkerung. Bedeutend in dieser Phase war auch die Integration neuer Technologien in Architektur und Design. Entscheidend war die Weiterentwicklung der Stahlerzeugung (Bessemer-Verfahren), die beispielsweise Stahlfachwerktürme ermöglichte. Der nur aus Stahl und Glas bestehende Crystal Palace auf dem Gelände der Londoner Weltausstellung von 1851 galt als revolutionär und wegweisend für spätere Jahrzehnte. Auch die Innenarchitektur der Gründerzeit spielte mit den verschiedenen Elementen des Historismus. Die reich ausgestatteten Räume des gehobenen Bürgertums zeichneten sich aus durch die Aufnahme und Imitation älterer Kunststile und Dekors.
Silberspekulation Als die größte Silberspekulation wird die Spekulationsblase im Silbermarkt Mitte der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts bis zum Jahr 1980 betrachtet, die insbesondere mit den Brüdern Nelson Bunker Hunt und William Herbert Hunt in Verbindung gebracht wird. Diese kauften im Zusammenspiel mit vermögenden Geschäftsleuten aus Saudi-Arabien riesige Mengen an Silber sowie Silberkontrakten an den Warenterminbörsen und versuchten, den Silbermarkt zu beherrschen. Angelockt durch die steigenden Preise und intensive Berichterstattung in den Medien sprangen immer mehr Anleger auf den Spekulationszug auf und verstärkten den Preisanstieg. Während dieses Zeitraums stieg der Silberpreis von unter 2 auf 50 Dollar pro Feinunze, um anschließend zusammenzubrechen. In den Folgejahren fiel der Silberpreis auf unter 5 Dollar die Unze und verharrte auf diesem Preisniveau für über 20 Jahre. Die ehemaligen Milliardäre Hunt mussten nach dem Zusammenbruch der Spekulation Konkurs anmelden. Das finanzpolitische Umfeld der 70er Jahre Die Silberkäufe der Hunts waren allerdings nicht der einzige Grund, wahrscheinlich nicht einmal der Hauptgrund für den starken Silberpreisanstieg gewesen. Die 70er Jahre waren gekennzeichnet durch große Verunsicherung der Finanzwelt, Ölkrise, bedrohliche Kriege und Krisen (Yom-Kippur-Krieg, Sturz des Schahs im Iran, Afghanistan-Krieg der UdSSR) massiven Anstieg der Staatsverschuldung der USA durch den Vietnam-Krieg, massive Ausweitung der (Papier-)Geldmenge, hohe Inflationsraten verbunden mit hohen Inflationsängsten und nachfolgend Flucht der Kapitalanleger in Sachwerte. So stieg auch der Goldpreis von 35 Dollar im Jahr 1973 auf 850 Dollar im Jahr 1980.
Kreditinduzierte Immobilienblasen Kreditinduzierte Immobilienblasen resultieren aus einer deutlichen Ausweitung oder Verbilligung des Angebots an Immobilienfinanzierungen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Der Effekt ist häufig auf fehlende Markttransparenz oder fehlende Regulierung zurückzuführen. Durch eine deutliche Ausweitung des Kreditangebots durch die systematische Ausweitung der Kreditgewährung auch an Darlehensnehmer mit immer geringerer Bonität ("Subprime-Kredite"), entsteht eine erhebliche zusätzliche Immobiliennachfrage, die auf ein, aufgrund der Begrenzung der Ressource Boden, beschränktes Angebot trifft. Z. B. geschah das in den USA bis 2007. Dies führt in der Folge der steigenden Nachfrage zu steigenden Immobilienpreisen. Der gleiche Mechanismus wirkt bei einer deutlichen Verbilligung der Kreditkosten z. B. durch ein Sinken des Zinsniveaus. Jeder Kreditnehmer kann sich in der Folge "mehr" Immobilie bei gleichbleibender laufender Belastung leisten. Auch hier führt die erhöhte Nachfrage zu steigenden Immobilienpreisen. Unterbleibt, wie in den USA geschehen, bei einem Zusammentreffen derartiger Faktoren eine Intervention durch die zuständigen Aufsichtsgremien, z. B. weil die positiven konjunkturellen Folgen der starken Immobilienpreissteigerung gewollt sind, und fehlt auch die Gegenreaktion des Marktes auf die steigende Kreditnachfrage (durch steigende Kreditkosten bzw. Zinsen) entwickelt sich eine Immobilienblase. Es kommt zu einer sich selbst beschleunigenden Entwicklung, da immer mehr Nachfrage immer höhere Preise rechtfertigt. Fiskalinduzierte Immobilienblasen Durch staatliche Eingriffe in den Immobilienmarkt, z. B. durch spezielle steuerliche Anreize, kann es ebenfalls zu erheblichen Fehlentwicklungen am Immobilienmarkt kommen. Träge staatliche Steuerungspolitik und träge Marktentwicklung (der Bau einer Immobilie ist regelmäßig ein Vorhaben von erheblicher Laufzeit) führen zu einer zu spät erkennbaren Fehlentwicklung. So wurden in Deutschland nach der Wiedervereinigung erhebliche Investitionen in den neuen Bundesländern, unter anderem in Büroimmobilien, induziert. Grund dafür waren steuerliche Anreize für Investoren auf dem Immobilienmarkt. Dadurch wurde ein Bauboom ausgelöst, der, nach mehrjähriger Dauer bis zur Fertigstellung der Gebäude, auf eine deutlich zu geringe Nachfrage traf, in dessen Folge der Wert der betroffenen Immobilien empfindlich abstürzte. Im Zusammenhang mit der Einführung des Euros im Jahre 2002 hatten in Spanien zahlreiche Personen und Firmen versucht, Schwarzgeld in Peseten durch Immobilienkäufe reinzuwaschen. Der dadurch angestoßene Preisanstieg entwickelte eine Eigendynamik, die erst im Sommer 2007 gestoppt werden konnte.
Florida-Landboom 1926 Der Florida-Landboom 1926 war Floridas erste Immobilienblase. Sie platzte 1925 und hinterließ eine Reihe von auf dem Reißbrett geplanten neuen Städte und Entwicklungsprojekte, wie etwa die Isola di Lolando im Norden der Biscayne Bay. Durch die Gründung von Städten auf der grünen Wiese, die noch heute existieren, wurde Floridas Zukunft auf Jahrzehnte im voraus beeinflusst. Der wirtschaftliche Wohlstand hat in den 1920er Jahren die Voraussetzungen für die sich entwickelnde Landspekulation in Florida geschaffen. Miami hatte sich ein Image eines Tropenparadieses erworben und Investoren aus den gesamten Vereinigten Staaten bekamen Interesse an Immobilien in Miami. Teilweise aufgrund der Fähigkeit von Landerschließern, für Publizität zu sorgen – wie etwa Carl G. Fisher aus Miami Beach, der Bekanntheit dadurch erlangte, dass er auf dem Time Square in New York City eine riesige beleuchtete Reklametafel mietete, die darauf hinwies „It’s June In Miami“, –, stiegen die Preise für Eigentum und aufgrund von Spekulationen begann ein Grundstücks- und Entwicklungsboom. Im Januar 1925 wurden negative Pressestimmen laut. Das Forbes Magazine warnte davor, dass die Preise für Grundstücke in Florida lediglich auf der Erwartung basierten, einen späteren Käufer zu finden und nicht auf einem realen Landwert.] New Yorker Bankiers und der Internal Revenue Service begannen unabhängig voneinander, den Immobilienboom Floridas als riesige Täuschungsoperation zu zerpflücken. Der Wunsch von Spekulanten, große Gewinne zumachen, wurde schwer erfüllbar, weil neue Käufer sich nur schwer fanden. Das unausweichliche Platzen der Blase hatte begonnen. Im Oktober 1925 versuchten die Eisenbahngesellschaften, die überstrapazierte Situation in Floridas Eisenbahnnetz zu verbessern und verhängten einen Bann auf alle Güter mit Ausnahme von Lebensmitteln, wodurch die steigenden Lebenshaltungskosten noch stärker wuchsen. Neue Käufer blieben aus und deswegen endete die Preisspirale, die den Landboom angeheizt hatte. Die Tage, an denen Immobilien in Miami innerhalb eines Tages auf Versteigerungen zehnmal gekauft und wieder verkauft wurden, waren vorbei. Am 10. Januar 1926 kenterte der rund 80 m lange Schoner Prinz Valdemar in der Einfahrt des Hafens von Miami. Das ehemalige dänische Kriegsschiff war auf dem Weg nach Florida, um in ein schwimmendes Hotel umgewandelt zu werden. Die Eisenbahnen, die durch den Transportbedarf für Baumaterial und Lebensmittel ausgelastet waren, hoben ihre Frachtraten an. Da die Seeroute nach Miami blockiert war, begann das Gesicht Miamis als tropisches Paradies zu bröckeln. In seinem Buch „Miami Millions“ schrieb Kenneth Ballinger, dass das Kentern der Prinz Valdemar vielen Leuten eine Menge Geld gerettet hat. Im selben Jahr brachte der Miami-Hurrikan 1926 für viele angeschlagene Entwicklungsprojekte den Bankrott. Der Okeechobee-Hurrikan von 1928 und der Schwarze Freitag von 1929 waren weitere Eckpunkte für den Abwärtstrend der wirtschaftlichen Entwicklung des Bundesstaates und der Landboom endete, noch bevor die Weltwirtschaftskrise richtig begann. Diese Rezession und das Eintreffen der Mittelmeerfruchtfliege vernichteten sowohl die Tourismusbranche als auch die Erzeuger von Zitrusfrüchten, von denen Florida abhängig war. Innerhalb weniger Jahre wandelte sich ein idyllisches Tropenparadies in ein bleiches, feuchtes und abgelegenes Gebiet ohne wirtschaftliche Aussichten. Die Wirtschaft Floridas erholte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Bubble Economy Unter einer Bubble Economy (deutsch Blasen-Wirtschaft) versteht man eine Volkswirtschaft, die (zunächst) durch eine Spekulationsblase profitiert und nach dem Platzen der Blase darunter leidet: Die Überwertung von Geldanlagen (insbesondere Aktien und Immobilien) führt zu erhöhtem Konsum und gleichzeitig zu erhöhten Investitionen. Grund für die Konsumerhöhung ist, dass die Wertsteigerungen zu Vermögenserhöhungen der Bürger führen, von denen ein Teil in den Konsum fließt. Grund für die Erhöhung der Investitionen ist, dass die Aktiengesellschaften Kapital zu einer niedrigen Verzinsung erhalten. Hierdurch erscheinen Investitionen, die nur eine geringe Rentabilität haben, attraktiv. Bedingt durch diese positiven Wirkungen kommt es zu zusätzlichem Wirtschaftswachstum und damit zu einer positiven Rückkopplung. Sobald die Blase jedoch platzt, sind die volkswirtschaftlichen Wirkungen genau umgekehrt: Konsum und Investitionen müssen spürbar reduziert werden. Dies führt zu einer Wirtschaftskrise. Aktien- und Immobilienmarkt in Japan Das bekannteste Beispiel für eine Bubble Economy ist der japanische Aktien- und Immobilienmarkt der zweiten Hälfte der 1980er Jahre. Im Plaza-Abkommen 1985 vereinbarten die G5 (USA, Japan, Deutschland, Großbritannien, Frankreich) eine Abwertung des US-Dollar gegenüber den Währungen der anderen vier Länder. Insbesondere der Yen machte gegenüber dem Dollar innerhalb von zwei Jahren eine kontrollierte Wertsteigerung um 100 Prozent, der durch Spekulationen weiter angeheizt wurde. Internationale Investoren und die Japaner selbst kauften alles, was seinen Wert in Yen hatte, zum einen Yen selbst, aber auch japanische Aktien und Immobilien, um von der Wertsteigerung des Yen zu profitieren. Durch die Nachfrage wurden Börse und Immobilienmarkt weiter angeheizt, und eine Spirale nach oben begann. Im Louvre-Abkommen sollte nun gegengesteuert und der Dollar wieder aufgewertet werden, aber die Spirale in Japan drehte sich weiter. Auf dem Höhepunkt der Blase war der Park des Kaiserpalastes im Zentrum von Tokio nach Schätzungen genauso viel wert wie alles Land in Kalifornien zusammen, und fast zwei Drittel des gesamten Weltimmobilienwertes war in der Tokyoter City konzentriert. Strenge japanische Auflagen, die gegenseitige Unterstützung in der Wirtschaft und der schiere Preis der Unternehmen verhinderten dabei, dass ein japanisches Unternehmen übernommen wurde. Die japanischen Unternehmen selbst profitierten von dem (im Vergleich zur USA) gestiegenen Wert ihrer Aktien und Grundstücke und gingen in den USA auf Einkaufs- und Übernahmetour. Dass der gestiegene Wert des Yen auch die Arbeitskosten in Japan relativ zum Rest der Welt erhöhte, glichen die japanischen Unternehmen dadurch aus, dass sie die Produktion weiter ins Ausland verlagerten, insbesondere nach Südostasien. Die Situation wurde riskant, als japanische Banken begannen, Kredite auszugeben, die durch die überbewerteten Immobilien abgesichert sein sollten (Kredite wurden ausgegeben, die dem Immobilienkauf dienten). Im Jahr 1990 platzte die Blase. Der Wert der Immobilien sank innerhalb kurzer Zeit auf ein Viertel zurück und der Aktienmarkt implodierte. Die Banken blieben auf ihren Krediten sitzen. Mehrere große japanische Banken und Lebensversicherer mussten Konkurs anmelden, andere konnten von der Regierung gerettet werden. Da viele der Verantwortlichen in den betreffenden Unternehmen Selbstmord begingen, wurden die Insolvenzverfahren zusätzlich verkompliziert. Mehrere Jahre konnte sich die japanische Wirtschaft nicht davon erholen, diese Zeit wird in Japan auch als das „Verlorene Jahrzehnt“ bezeichnet. Diese Zeit war geprägt von Deflation und Nullwachstum (siehe auch Kakaku Hakai). Nur langsam konnte der Bankensektor saniert werden, und die Staatsverschuldung stieg durch immer wieder verpuffende Konjunkturprogramme auf über 150 Prozent des BIP. Das lange erfolgreiche japanische Prinzip, viele Bereiche der Sozialversicherung durch die lebenslange Unternehmenszugehörigkeit zu ersetzen, wurde durch die zahlreichen Insolvenzen und Krisen in seinen Grundfesten erschüttert. Andererseits herrschte während des „Verlorenen Jahrzehnts“ ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von mehr als einem Prozent, weshalb der Begriff unter Umständen irreführend ist. Auf die wirtschaftliche Krise folgte auch die politische Krise. In der heißen Phase der Bubble Economy ließen sich viele Politiker wohlwollend am Geldüberfluß der Wirtschaft beteiligen, die Korruption grassierte. Im Jahr 1993 war die gesamte LDP-Führung in Skandale verwickelt. Sie verlor die Unterhauswahlen und stellte zum ersten Mal seit den 1950er Jahren nicht die Mehrheit im Kabinett. Immobilienmarkt in Irland In den 2000ern wurden von irischen Banken immer mehr Kredite für Bauprojekte vergeben, so dass am Ende fast ein Viertel des Bruttoninlandproduktes auf die Baubranche fiel. Im Rahmen der Finanzkrise ab 2007 kollabierte dieses Schneeballsystem. Inzwischen stehen mehrere 100.000 Gebäude leer.
Das japanische Wirtschaftswunder Vom Beginn der 1960er Jahre bis zur ersten Ölkrise 1973 erlebte Japan eine Phase des Hochwachstums, die durch mehrere Faktoren begünstigt wurde. Zum ersten verfolgte die japanische Regierung eine prozyklische Politik und erhöhte noch im Wachstum die Staatsausgaben. Zweitens war der japanische Markt nach innen zwar durch heftige Konkurrenz mehrerer gleichstarker Wettbewerber angeheizt, nach außen hin aber abgeschirmt, was japanischen Unternehmen eine sichere Basis gab. Drittens verstanden es japanische Unternehmen, Schlüsseltechnologien aus dem Ausland zu übernehmen, kontinuierlich zu verbessern (Kaizen) und Schritt für Schritt international Marktanteile zu erobern. Viertens sicherten sich die Unternehmen durch das System der lebenslangen Beschäftigung eine gut ausgebildete und loyale Stammbelegschaft (rund 30% aller Beschäftigten), während gleichzeitig eine große Zahl Kleinunternehmen als Zulieferer fungierte (Duale Struktur) und mit geringen Löhnen die Preise drückte. Die Lohnentwicklung hielt mit der wirtschaftlichen Entwicklung nicht Schritt, was zum Slogan „reiches Japan - arme Japaner“ führte. Ölkrise und Bubble Economy Die Ölkrise 1973 sorgte für eine erste Delle in der japanischen Konjunktur. Japan war ohne eigene Ölreserven mehr als jede andere Industrienation vom Öl aus den Golfstaaten abhängig. Die Ölkrise führte zu einem Umdenken, unter anderem wurde nun verstärkt auf Öl aus Südostasien und auf Atomkraft gesetzt. Die zweite Ölkrise überstand Japan nahezu unbeschadet. Insgesamt waren die Siebziger Jahre eine Phase stabilen Wachstums und eine Phase steigender Außenhandelsüberschüsse. Nach dem Plaza-Abkommen 1985 floss in Erwartung einer Yen-Aufwertung spekulatives Kapital nach Japan und setzte dort eine Spirale in Gang, die so genannte Bubble-Economy: Aktienmarkt und Immobilienpreise zogen an, in Erwartung weiterer Spekulationsgewinne wurden Immobilien beliehen und das Kapital in Aktien investiert. Der Yen-Kurs stieg tatsächlich und verdoppelte sich im Zeitraum von nur etwa einem Jahr. Der reale Wirtschaftsboom wurde durch die Spekulationen überhitzt und eine Spekulationsblase entstand. Japanische Unternehmen hatten nun sehr viel Kapital zur Verfügung, das teilweise zur Akquisition von Unternehmen außerhalb Japans, vor allem in den USA, verwendet wurde. Zusammenbruch und Deflationsspirale Anfang der Neunziger Jahre platzte dann die Blase. Die Immobilienpreise fielen um drei Viertel, die Aktienmärkte stürzten ab, und Banken saßen auf ihren faulen Krediten ("bad loans"), deren Höhe die des Wertes der hinterlegten Grundstücke und Gebäude überstieg. Faktisch waren viele Banken und Unternehmen durch Insolvenz bedroht, diese wurde jedoch oft nicht vollzogen beziehungsweise durch künstliche Überbewertung von Vermögenswerten über Jahre verschleppt. In den 90ern befand sich Japan in einer Deflationsspirale, wodurch einerseits die Binnennachfrage schwach blieb, andererseits der relativ stabile Yenkurs eine Erholung über den Export verhinderte. Die Zentralbank Japans versuchte vergeblich, durch ihre jahrelange Nullzinspolitik Investitionsanreize zu setzen. Auch die Asienkrise 1997/98 erschwerte eine Gesundung, und einige große Banken und Versicherer gingen Konkurs. Aufgrund der langanhaltenden Wachstumsschwäche der japanischen Wirtschaft in den 90er-Jahren wird in diesem Zusammenhang oft vom "verlorenen Jahrzehnt" gesprochen.
BANK OF ENGLAND
Geschichte Als König William III. und Königin Mary II. 1688 den Thron bestiegen, waren das Geld- und Kreditwesen zerrüttet und auch die öffentlichen Finanzen befanden sich in einer schwierigen Lage. In dieser Situation schlug der schottische Kaufmann William Paterson 1694 unter Mitwirkung von Charles Montagu und Michael Godfrey vor, der Regierung durch eine Vereinigung von 1.268 Gläubigern eine Anleihe zu gewähren. Die Zeichner dieser Anleihe erhielten am 27. Juli 1694 das königliche Privileg eine Notenbank in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft unter der Firma The Governor and Company of the Bank of England zu gründen. Das Stammkapital in Höhe von 1,2 Millionen Pfund wurde dem Staat als Darlehen gegen acht Prozent Zinsen gewährt. (Dieser Kreditzinsfuß war für die damaligen Verhältnisse relativ gering.) Im Gegenzug dazu erhielt die Bank of England das Recht, in Höhe des Darlehens Banknoten auszugeben und Bankgeschäfte zu betreiben. Es war ihr jedoch verboten, ohne Zustimmung des Parlaments Darlehen an die Regierung zu vergeben. Bei der Gründung der Bank of England gab es einen unmittelbaren Zusammenhang zu den finanziellen Defiziten von König William III. Dieser benötigte dringend Kapital für den Krieg gegen Frankreich und den vertriebenen König Jacob II. Die Bank of England pflegte stets ein gutes Verhältnis zum Thron, sodass es im Laufe der Zeit zu Erweiterungen ihres Einflusses kommen sollte. Die ersten Geschäftsräume der Bank of England lagen in den Mercers' und Grocers' Halls, den Zunfthäusern der Seidenwarenhändler und Krämer. Bei Aufnahme der Geschäftstätigkeit waren seinerzeit 17 Angestellte und zwei Pförtner beschäftigt. Die Bank of England wurde zum Vorbild für viele Gründungen von Zentralbanken in Europa. Im Jahr 1697 vermehrte die Bank ihr Kapital auf 2.201.171 Pfund, indem sie ihre Noten, zu deren Einlösung sie außer Stande war, und abgewertete Schatzscheine des Staats als Kapitaleinzahlung annahm. Dabei erhielt sie die Zusicherung, dass der Staat keine zweite Bank durch Gesetz begründen werde. Zugleich wurde ihr Privileg bis 1710 verlängert. 18. Jahrhundert Unter der folgenden Regierung gewährte die Bank dem Staat abermals mehrfach ihre Hilfe und erhielt dafür wichtige Rechte. Neben der Fortdauer ihres Bestandes bis 1742 bekam sie 1708 das wichtige Privileg, dass außer ihr in England keine Bankgesellschaft mit mehr als sechs Teilhabern Noten ausgeben dürfe. Das Statut von 1708 legte außerdem fest, dass die Bank ein staatliches Darlehen in Höhe von 400.000 Pfund vergeben sollte und der Zinssatz für die gesamten Staatsschulden auf sechs Prozent herabgesetzt wird. Im Jahre 1734 wurde der Sitz an die Threadneedle Street verlegt. Die Bank vergrößerte dort nach und nach ihren Haus- und Grundbesitz auf den heute sichtbaren Stand. Die von Sir Christopher Wren erbaute Kirche Saint Christopher le Stocks wurde ihretwegen abgerissen. Das erhaltene Privileg wurde 1742, 1764 und 1781 erneuert. 1742 konnte das Privileg gegen ein zinsfreies Darlehen an den Staat von 1.600.000 Pfund bis 1764 verlängert werden. Diese Summe wurde durch eine Erhöhung des Aktienkapitals auf 9.800.000 Pfund aufgebracht. Im Jahr 1784 erfolgte die Erneuerung des Privilegs bis 1786 gegen eine Zahlung von 100.000 Pfund und 1781–1812 gegen ein dreiprozentiges Darlehen von 3 Millionen Pfund auf drei Jahre. In kritischen Zeiten, die während des 18. Jahrhunderts einige Male eintraten, wusste die Bank stets ihrer Pflicht der Noteneinlösung nachzukommen. Damals waren die Vereinbarungen, die zu den wiederholten Verlängerungen des Privilegs führten, sehr umstritten. Die Bedingungen, die für diese Expansionen festgelegt worden sind, waren aus Sicht der Kritiker zu stark zum Vorteil der Bank of England ausgelegt und verschafften dem Staat im Gegenzug einen zu geringen Nutzen.[ Das Institut führte die Konten der Regierung und vergab Darlehen zur Finanzierung in Kriegs- wie in Friedenszeiten. Als Geschäftsbank nahm sie ferner Einlagen entgegen und gab Banknoten heraus. Im 18. Jahrhundert lieh sich die Regierung immer mehr Geld. Diese ausstehenden Anleihen wurden schließlich Staatsschulden genannt. Das Vertrauen in die Bank of England war so groß, dass sie bei der Erneuerung des Privilegs im Jahr 1781 zum staatlichen Schatzamt (Treasury) ausgestaltet wurde und ihr auch die Aufgabe, Bank der Banken zu sein, zuwuchs. Die Bank wurde verantwortlich, falls alle Einleger sich entschieden, ihr Geld zur selben Zeit abzuziehen. Seitens der Bank wurde sichergestellt, dass genügend Gold vorhanden war, um dieses auf Verlangen für ihre Banknoten herzugeben. Durch den Krieg mit Frankreich (von Frankreich am 1. Februar 1793 erklärt) erschöpften die finanziellen Beziehungen zum Staate die Mittel der Bank, so dass sie im Februar 1797 bei einem Notenumlauf von 8.644.250 Pfund nur ein Barvermögen von 1.272.000 Pfund besaß. So ließ sie sich durch die Regierung mittels einer Kabinettsorder vom 26. Februar 1797, die später die Bestätigung des Parlaments erhielt, von der Barzahlung befreien. In dieser Epoche der Uneinlösbarkeit der Banknoten oder der „Bankeinschränkung“ (bank-restriction), die letztlich bis 1. Mai 1821 dauerte, haben die Noten (namentlich in den Jahren 1804, 1809, 1811, 1814) beim Umtausch gegen bar ein ansehnliches Disagio (bis zu 30 Prozent) verloren. 19. Jahrhundert Indem ein Teil der Reserve auf die Aktionäre übertragen wurde, konnte 1816 das Kapital der Bank auf 14.553.000 Pfund erhöht werden. Gleichzeitig stiegen die Darlehen an den Staat auf einen Gesamtbetrag von 14.686.000 Pfund. Seit 1826 gab die Bank of England keine Noten unter fünf Pfund aus und begann Filialen zu errichten. Außerdem machte sie das Zugeständnis, sich einer Notenausgabe durch Aktienbanken nicht zu widersetzen, wenn diese ihren Sitz nicht im Umkreis von 65 Meilen um London haben. 1833 fand eine Verlängerung des Privilegs statt, die wiederum die Veranlassung zu Konzessionen der Bank an das Publikum war. Um den Notenumtausch in Gold überflüssig zu machen, wurden selbige zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Im selben Jahr wurde das Bankgebäude nach Plänen von Sir John Soane fertiggestellt. Teile, besonders die Fassade, sind noch heute erhalten. Über den von Soanes konzipierten korinthischen Säulen folgt eine von Charles Wheeler gestaltete Skulpturengruppe, über welcher eine steinerne Britannia thront. Um der Verpflichtung, ihre Noten gegen Gold einzulösen, vollumfänglich nachkommen zu können, musste die Bank of England in der Krise von 1839 einen Kredit bei der Banque de France aufnehmen Im Jahr 1844 erfolgte unter dem Premierminister Sir Robert Peels eine neue Gesetzgebung. Durch die Akte 7 und 8 wurden zunächst die Verhältnisse in England geregelt, während die analoge Umgestaltung der Einrichtungen in Irland und Schottland 1845 geschah. Der hauptsächliche Zweck des Gesetzes für England war, die Notenausgabe zu zentralisieren und zugleich die Ausgabe ungedeckter Noten auf ein gewisses Maß einzuschränken. Deshalb wurde die frühere Freiheit der Notenausgabe, die für jedes Bankgeschäft mit weniger als sechs Teilnehmern im ganzen Land und auch für die von London entfernten Aktienbanken bestanden hatte, aufgehoben. Nur diejenigen Banken, welche am 6. Mai 1844 das Emissionsgeschäft betrieben, sollten dasselbe fortsetzen dürfen und weiter bis zu dem Betrag Noten ausgeben, der dem Durchschnittsbetrag ihrer Notenzirkulation während der vorhergegangenen drei Monate gleichkomme. In Bezug auf die Bank of England wurde bestimmt, dass sie nicht mehr als 14 Millionen Pfund ungedeckte Noten ausgeben dürfe, dagegen wurde der Betrag der gedeckten Noten für sie nicht beschränkt. Auch wurde festgesetzt, dass der Notenbetrag, der durch etwaige Einstellung der Emission seitens der kleineren Banken wegfallen würde, zu zwei Dritteln dem Emissionsrecht der Bank of England zuwachsen solle. Das Bankprivileg-Gesetz von 1844 machte also die Notenausgabe vom Goldbestand der Bank abhängig. Von der Bank wurde verlangt, die Bücher zur Notenausgabe getrennt von jenen für die Bankgeschäfte zu führen und einen Wochenbericht zu beiden Konten herauszugeben. Die Peel's Bank [Charter] Act stützte sich in den Währungsbestimmungen dabei auf die Currency-Theorie. Dieses Denkmodell hält den Betrag, den ein Land in Banknoten zum Geldverkehr benötigt, für relativ konstant. Es wurde daher von der Bank in Höhe des Notenumlaufs volle Golddeckung für die Währung verlangt, abgesehen von einem kleinen Rest ungedeckten Geldes. Dieser Rest wurde anfangs auf die erwähnten 14 Millionen Pfund festgesetzt und später mehrmals nach oben korrigiert. Der so genannte Notenbankausweis wird noch heute jede Woche veröffentlicht. Die Bankakte von 1844 gab der Bank of England fortan das alleinige Recht zur Ausgabe von Banknoten in England und Wales. Private Banken, die gleiche Rechte zuvor hatten, durften sie behalten unter der Voraussetzung, dass sie in Höhe der ausgegebenen Banknoten Sicherheiten hinterlegten. Einige englische Banken setzten die Ausgabe ihrer Noten fort, bis die letzte von ihnen in den 1930er Jahren übernommen wurde. Alte schottische und nordirische Privatbanken haben diese Rechte heute noch. Zur Sicherung der Vorschriften über die Notendeckung wurden zwei voneinander getrennte Abteilungen geschaffen, das Issue department (für die Notenausgabe) und das Banking department (für die Abwicklung von Bankgeschäften). In der ersteren, die nicht mit dem Publikum geschäftlich verkehren durfte, wurden die Noten hergestellt und die Deckung vorrätig gehalten. Im 19. Jahrhundert übernahm die Bank auch die Zentralbankfunktion und sorgte für Stabilität während einiger Finanzkrisen. Die Bankakte erwies sich wegen ihrer Starrheit gelegentlich als hinderlich und wurde daher mehrmals temporär außer Kraft gesetzt. So waren die Bestimmungen zum Maximum der ungedeckten Noten beispielsweise 1847, 1857 und 1866 von der Regierung zeitweilig suspendiert, damit die Bank in Zeiten der Handelskrisen ausgedehntere Darlehen gewähren konnte. 1870 erhielt die Bank of England die Verantwortlichkeit für die Zinssatzfestlegung übertragen. 20. Jahrhundert Während des Ersten Weltkrieges übersprangen die Staatsschulden die Marke von 7 Milliarden Pfund. Die Bank half mit, die Staatsschulden zu steuern und inflationistischen Tendenzen zu widerstehen. Die Bankakte wurde durch ein Goldausfuhrverbot und die Schaffung von so genannten currency notes durchbrochen. Ab 1925 kehrte England mit der Aufhebung des Goldexportverbots zur Goldwährung zurück. Am 21. September 1931 verließ Großbritannien endgültig das System des Goldstandards. Das britische Pfund war bis 1946 eine freie Währung. Der nationale Goldbestand und die Devisenreserven wurden dem Schatzamt übertragen. Doch ihr Management wurde weiter durch die Bank betrieben, und das blieb so bis heute. 1933 wurden ihre Banknoten gesetzliches Zahlungsmittel im gesamten Königreich. In der Gouverneurszeit von Sir Montagu Norman (1920 bis 1944) setzten Bemühungen ein, von der Geschäftsbank wegzukommen und Zentralbank zu werden. Platzbedarf führte von 1923 bis 1939 unter verantwortlicher Regie von Sir Herbert Baker zu einer Umgestaltung des Bankhauses, das auf sieben Stockwerke erweitert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bank am 1. März 1946 verstaatlicht. Sie blieb jedoch Berater des Schatzkanzlers, sein Agent und Schuldenmanager. Der Schatzkanzler war weisungsbefugt, musste sich aber vorher mit dem Bank-Gouverneur ins Benehmen setzen. Die Bank of England war nach der Nationalisierung als Bank der Regierung ausgestaltet mit Beratung in geld- und währungspolitischen Problemen. Für die Ausrichtung und Durchführung sowohl von geld- wie devisenpolitischen Maßnahmen blieb ihr die Verantwortung. Die Altaktionäre erhielten bei der Verstaatlichung einen gesamten Abfindungsbetrag von 5.821.200 £ in Regierungsanleihen. Mit dem Internationalen Währungsfonds wurde im Abkommen von Bretton Woods eine Parität von 1,00 £ = 4,03 US $ vereinbart. Am 18. September 1949 wurde eine Währungsabwertung auf das Tauschverhältnis 1,00 £ = 2,80 US $ vorgenommen. Eine erneute Abwertung musste 1967 erfolgen, weil das Land im Welthandel zurückgefallen war und sich deshalb seine Zahlungsbilanz über Jahre hinweg verschlechtert hatte. 1971 verzichtete die Bank of England auf das Instrument der Kreditplafondierung, erhielt dafür aber jenes der Mindestreserve. 1979 wurde ihr gesetzlich die Bankenaufsicht anvertraut, was ihr weitreichende Auskunftsrechte und die Pflicht zur Lizenzierung neuer Kreditinstitute verschaffte. In den 1980ern hatte die Bank eine Schlüsselrolle in verschiedenen Bankenkrisen inne. Die Bank war vorn dabei, als die Geldpolitik wieder zentraler Bestandteil der Regierungspolitik in den 1980ern wurde. Seit Mai 1997 ist die Bank of England operational unabhängig und kann in der Zinssatzfestsetzung die Regierung beim Weg zum von ihr angestrebten Inflationsziel von höchstens 2,5 % unterstützen. Wird die Marke um mehr als 1-%-Punkt verfehlt, soll der Bank-Gouverneur dem Schatzkanzler einen Brief schreiben, darin das Warum erläutern und wie er die Situation beheben wolle. 1998 wurde der Aufbau der Bank mit dem „Bank of England Act“ geändert. Seither ist sie in drei Hauptgeschäftsbereiche gegliedert: Währungsanalyse und Statistik, Finanzmarktoperationen sowie Währungsstabilität. Eine Abteilung befasst sich zudem mit Koordinationsfragen zur Europäischen Union. 21. Jahrhundert Am 18. Mai 2006 führte die Bank neue Instrumente zur Steuerung des Geldmarktes ein. Zentrales neues Instrument war die Einführung einer verzinslichen Mindestreserve. Weiterhin wurden zwei neue ständige Zinssätze eingeführt, zu welchen die Bank stets bereit ist, Geld anzunehmen bzw. Geld zu verleihen; die Einlagen- und die Spitzenrefinanzierungsfazilität
Dotcom-Blase Der Begriff Dotcom-Blase ist ein durch die Medien geprägter Kunstbegriff für eine im März 2000 geplatzte Spekulationsblase, die insbesondere die so genannten Dotcom-Unternehmen der New Economy betraf und vor allem in Industrieländern zu Vermögensverlusten für Kleinanleger führte. Der Begriff Dotcom bezieht sich dabei auf die Internet-Domain-Endung „.com“ (engl. für Commercial). Die Dotcom-Blase war ein weltweites Phänomen. Der größte Markt für Technologieunternehmen war die amerikanische NASDAQ. In Deutschland richtete die Deutsche Börse den Neuen Markt als eigenes Marktsegment ein, an dem angeblich zukunftsweisende und stark wachsende Unternehmen, die als die Technologieunternehmen galten, notiert sein sollten. Die Boom-Phase Auslöser des Booms waren die hohen Gewinnerwartungen, die durch neue technologische Entwicklungen entfacht wurden. Die Verbreitung des Internets in weiten Kreisen der Bevölkerung der Industriestaaten, der Einzug des Mobiltelefons in den Alltag, die Entwicklung von Handheld-Computern und einige andere Dinge kamen zusammen. Daher kam es ab 1995 zu einer Vielzahl von Neugründungen von Unternehmen und durch das große Anlegerinteresse vermehrt zu Börsengängen. Viele Anleger schöpften die Hoffnung, dass die in diesen Märkten operierenden Unternehmen „Zukunftsunternehmen“ seien, und wollten über einen Aktienkauf an vermeintlichen zukünftigen Gewinnen teilhaben. Zudem führte insbesondere in Deutschland der von umfangreichen Werbemaßnahmen begleitete Börsengang der Deutschen Telekom zu einer stark gestiegenen Popularität des Investmentobjekts Aktie. Ab Mitte 1999 vervielfachte sich innerhalb weniger Monate die Börsenbewertung zahlreicher Unternehmen durch eine deutlich erhöhte Nachfrage der vormals am Aktienmarkt nicht aktiven Neuanleger. Weiter verstärkt wurde dieser Effekt durch den starken Expansionsdrang vieler Unternehmen; die durch die Börsengänge erzielte Liquidität wurde in den Aufkauf weiterer börsennotierter Unternehmen investiert. Andere Anleger wurden von den häufig prozentual zweistelligen Kurssteigerungen selbst angezogen, die sie zwar für teilweise übertrieben hielten, von denen sie aber – oft als Daytrader – dennoch profitieren wollten. Auch Investmentfonds verstärkten die Spekulationsblase, indem sie ihren Kunden immer höhere Gewinne in Aussicht stellten. Es wurde eine Vielzahl von „Neue-Markt“-, Internet-, Telekommunikations- und Technologiefonds gegründet, die reißenden Absatz fanden. Die Anleger hatten vor allem überhöhte Gewinnerwartungen, ignorierten aber die fundamentalen Unternehmensbewertungen genauso wie Jahresabschlüsse. So wurde gar eine hohe Cash-Burn-Rate als positives Unternehmensmerkmal gesehen. Die Medien stachelten die Euphorie, vornehmlich gegenüber den Emissionen des Neuen Marktes, weiter an. Besonders in Deutschland, wo die Aktie mit dem Marktgang der Deutschen Telekom einige Jahre zuvor erst „volksfähig“ gemacht wurde, wurden viele unerfahrene Anleger in riskante Investments gelockt. Die deutschen Aktienindizes erreichten ihren Höhepunkt am 13. März 2000, dem Tag des Infineon-Börsengangs. Auch die in dieser Zeit zu einer Art Volkssport ausgeartete Spekulation mit Neuemissionen erreichte ein noch nie dagewesenes Ausmaß: Am 13. März wurden so viele Infineon-Aktien gehandelt, dass die Handelssysteme der Frankfurter Wertpapierbörse und damit zugleich die Orderverarbeitungen einiger Bankhäuser zusammenbrachen. Der Absturz Gegen Ende des Booms zeichnete sich ab, dass die hochbewerteten Unternehmen die Gewinnerwartungen nicht in absehbarer Zeit erfüllen können. Ihr Börsenwert war zumeist nicht durch materielle Gegenwerte gedeckt, da das Kapital eines IT-Unternehmens weniger in materiellen Gütern als vielmehr in den geistigen Leistungen seiner Mitarbeiter zu finden ist. Oftmals bestand der Buchwert der Unternehmen aus nicht viel mehr als einigen Gebäuden und der IT-Infrastruktur. Die im Expansionsdrang zugekauften Unternehmen waren zudem meist nicht profitabel. Die Zweifel wurden lauter, als die ersten der vermeintlichen Hoffnungsträger Insolvenz anmelden mussten. Überdies stellte sich heraus, dass in einigen Fällen die ausgewiesenen Umsätze nur fingiert waren. Als im März 2000 die Kurse zu sinken begannen und vermehrt Verkäufe getätigt wurden, brach der Markt vollends in sich zusammen. Als die ersten Anzeichen eines Kursverfalls erkennbar wurden, zogen erfahrene Börsianer ihr Kapital aus dem Markt ab. Durch den anhaltenden Kursabfall gerieten die häufig neuen, unerfahrenen Kleinanleger in Panik und verkauften „um jeden Preis“, um ihre Verluste in Grenzen zu halten. Der Kursverfall verwandelte sich in einen Kurssturz. Viele Kleinanleger gingen davon aus, dass sich die Kurse wieder erholen würden, verpassten den richtigen Ausstiegszeitpunkt und verloren so ihr Vermögen. Folgen Die noch Jahre zuvor teuer zugekauften Tochterunternehmen waren meist Sanierungsfälle und daher in der Krise unverkäuflich, so dass nur der Gang in die Insolvenz übrig blieb. Einige Unternehmen hatten nach dem Börsengang durch unüberlegte Aufkäufe ihre gesamte Liquidität verloren und wurden nun teilweise selbst zu Insolvenzkandidaten. Bei einigen Unternehmen fiel der Kurs tiefer als der Buchwert und bewirkte eine massive Unterbewertung der entsprechenden Aktien. Die Folge war, dass einige Unternehmen mit dem Ziel der Liquidierung aufgekauft wurden, um wenigstens die Buchwerte (z. B. Bürogebäude und Patente) noch gewinnbringend verkaufen zu können. Der IT-Arbeitsmarkt, der aufgrund von Fachkräftemangel im Jahr 1999 sogar noch IT-Fachkräfte aus Indien angeworben hatte, musste sich binnen eines Jahres mit der Arbeitslosigkeit vertraut machen. Das Vertrauen der Anleger in die Werte der IT-Branche blieb auf Jahre hinaus gestört. Bis in die Jahre 2004/2005 hinein waren viele Unternehmen unterbewertet. Der Stellenabbau setzte sich fort, auch als in der IT-Branche wieder Anzeichen einer Erholung erkennbar wurden. Überlebt haben den Börsenkrach insbesondere große Unternehmen – die vormals feine Granularität und die daraus resultierende Vielfalt des Marktes ist jedoch nahezu verschwunden. Die entlassenen Mitarbeiter hatten es oft schwer, eine neue Anstellung zu finden, da es sich bei ihnen aufgrund des Arbeitskräftemangels in der Boom-Phase häufig um Quereinsteiger aus anderen Branchen gehandelt hatte. Die Zentralbank der Vereinigten Staaten (Fed) reagierte auf den Absturz mit einer Niedrigzinspolitik um die US-Konjunktur zu stimulieren (→ Konjunkturpolitik). Dies begünstigte im Zusammenhang mit Spekulationen eine erneute Preisblase, diesmal am Immobilienmarkt (→Immobilienblase), deren Platzen als der unmittelbare Anlass für die 2007 offen ausbrechende Finanz- und Bankenkrise gilt. Der US-Zentralbankchef Ben Bernanke erklärt das weltweit niedrige Zinsniveau mit den damit verbundenen steigenden Vermögenspreisen, etwa zuletzt auf dem Immobilienmarkt, mit einem Überangebot an Ersparnissen („saving glut“ oder Sparschwemme). Während Schwellenländer versuchten Devisenreserven anzusparen, hätte es in den reifen Industrieländern wegen der bereits erreichten hohen Kapitalintensität einen Mangel an heimischen Investitionsmöglichkeiten gegeben. Die Weltersparnis strömte insbesondere in die USA, aber auch in Länder wie Spanien, drückte dort das Zinsniveau und steigerte die Immobilienpreise.
Finanzkrise ab 2007
Die Finanzkrise ab 2007 ist eine Banken-, Finanz- und Wirtschaftskrise, die im Frühjahr 2007 mit der US-Immobilienkrise (auch Subprimekrise) begann. Die Krise war unter anderem Folge eines spekulativ aufgeblähten Wirtschaftswachstums in den USA und einer weltweiten kreditfinanzierten Massenspekulation. Die Krise äußerte sich weltweit zunächst in Verlusten und Insolvenzen bei Unternehmen der Finanzbranche. Ihren vorläufigen Höhepunkt hatte die Krise im Zusammenbruch der US-amerikanischen Großbank Lehman Brothers im September 2008. Die Finanzkrise zwang mehrere Staaten, große Finanzdienstleister (darunter unter anderem AIG, Fannie Mae, Freddie Mac, UBS und die Commerzbank) durch staatliche Fremd- und Eigenkapitalspritzen am Leben zu erhalten. Die Krise übertrug sich in der Folge in Produktionssenkungen und Unternehmenszusammenbrüchen auf die Realwirtschaft. Viele Unternehmen, wie der Autohersteller General Motors, meldeten Konkurs an und entließen Mitarbeiter. Die ohnehin hohe Staatsverschuldung vieler Staaten stieg krisenbedingt stark an. Mehrere Länder der Eurozone konnten ihre Zahlungsfähigkeit nur durch internationale Hilfskredite aufrechterhalten (Euro-Krise 2010). Im April 2009 schätzte der Internationale Währungsfonds (IWF) die weltweiten Wertpapierverluste infolge der Krise auf vier Billionen US-Dollar. Eine Studie der Deutsche Bank Research bezifferte die krisenbedingte Minderung des Welt-BIPs auf vier Billionen US-Dollar. Niedrige Zinssätze nach dem Ende der Dotcom-Blase Der Krise ging weltweit ein längerer Zeitraum vergleichsweise niedriger realer und nominaler Zinssätze voraus. Die US-Notenbank Fed reagierte auf den Absturz der US-Börse nach der geplatzten Dotcom-Blase der New Economy mit einer Niedrigzinspolitik, um die US-Konjunktur zu stimulieren (→Konjunkturpolitik). Dies sorgte für eine erneute Preisblase, diesmal am Immobilienmarkt (→Immobilienblase), deren Platzen als der unmittelbare Anlass für die 2007 offen ausbrechende Finanz- und Bankenkrise gilt. Weltweit reichliche Ersparnisse suchten nach Rendite auf den Finanzmärkten und führten zu einer (aus heutiger Sicht) Unterschätzung der mit Krediten verbundenen Risiken („saving glut“ oder Sparschwemme). Im Juni 2003 wurde die Federal Funds Rate auf 1 % abgesenkt. Dazu kommt, dass das Außenhandelsdefizit der USA durch Kapital finanziert wurde, das auf dem US-Kapitalmarkt angelegt wurde, was die Zinssätze in den USA niedrig hielt. So legte China seine Erlöse aus seinem Exportüberschuss in den USA in Staatspapieren an, was die Effektivverzinsung von Staatspapieren drückte. Ein Anlagenotstand in Form von „relativ spärlicher werdenden Realinvestitionen“ trieb ebenfalls die Kurse nach oben und die Effektivverzinsung nach unten. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) stellt in ihrem Jahresbericht vom Juni 2008 fest, dass die Zentralbanken in den fortgeschrittenen Ländern angesichts ungewöhnlich niedriger Inflationsraten sehr lange die Leitzinsen niedrig hielten. Diese Politik niedriger Zinsen wurde in den USA auch damit begründet, dass eine Deflation die inzwischen hoch verschuldeten Haushalte und Unternehmen stark belasten würde. Vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise schreibt dazu die BIZ: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Abbau der Kreditblase nach einer vorübergehend höheren Inflation in eine Deflation mündet, die – insbesondere angesichts des hohen nominalen Ausgangsniveaus an Schulden – schwer zu bewältigen sein könnte. Aufgrund derartiger Überlegungen machen sich nicht zuletzt in den USA manche für einen besonders energischen Einsatz der geldpolitischen Lockerung als ‚Versicherung‘ gegen eine solche wenig wahrscheinliche, aber sehr kostspielige Entwicklung stark.“ Die niedrigen Zinsen hätten nicht zu einer Abwertung der Währungen dieser fortgeschrittenen Länder geführt, weil die „aufstrebenden Volkswirtschaften“ gegen eine Aufwertung ihrer Währungen intervenierten (Bretton-Woods-II-Regime). China kaufte 2007 460 Mrd. Dollar. Die Währungsreserven Chinas und des Industriestaats Japan, der eine vergleichbare Strategie verfolgte, stiegen somit auf jeweils mindestens 1 Bio. US-Dollar. Um seinen Export zu fördern, hält Japan den Leitzins seit Jahren sehr niedrig, was den Kurs der japanischen Währung niedrig hält. Investoren nutzen dies, um in Japan billige Kredite aufzunehmen und damit in anderen Wirtschaftsräumen Vermögenswerte aufzukaufen. Insgesamt hat dies zusammen mit Finanzmarktinnovationen zu den hohen Vermögenspreisen geführt. Hohe Vermögenspreise entsprechen einer niedrigen Effektivverzinsung, die langfristigen Zinssätze blieben niedrig. Als Mitte 2004 die US-Konjunktur so gefestigt war, dass die US-Zentralbank daran ging, den Leitzins anzuheben, führte dies aus diesen Gründen nicht, wie beabsichtigt, auch zu einem Anstieg der langfristigen Zinssätze, so dass sich die Immobilienhausse fortsetzte. Ausweitung der Kreditvergabe an Schuldner mit mäßiger Bonität
Verbriefung von US-Hypothekenkrediten Um das notwendige Kapital für neue Kredite zu beschaffen, wurden Kreditforderungen in großem Stil verbrieft. Hierbei gaben die Kredit gebenden Banken die Zahlungsansprüche aus den Hypothekenkrediten zusammen mit deren Kreditrisiken an Investoren – andere Banken, Versicherungen, Hedgefonds, Vermögensverwalter – weltweit weiter. Dies geschah, indem die Ansprüche und Risiken aus ganzen Portfolien von Hypothekenkrediten in Zweckgesellschaften (auch Special Purpose Vehicle, Conduit) eingebracht wurden und dann als Mortgage Backed Securities (MBS), einer Form von forderungsbesichertem Wertpapier, an die Investoren weitergegeben wurden. Um die MBS bei Investoren platzieren zu können, wurden diese Papiere von Ratingagenturen bezüglich ihrer Bonität beurteilt. Die normalerweise von den verbriefenden Banken beauftragten Agenturen arbeiteten dabei eng mit diesen zusammen mit dem Ziel, so die Verbriefung zu strukturieren und damit möglichst große Tranchen mit gutem Rating zu erhalten (siehe auch Credit Enhancement). Für die Investition in eine Verbriefung mussten Finanzinstitutionen, die bankaufsichtlichen Eigenkapitalregeln unterliegen, weniger Eigenkapital halten als bei einer direkten Kreditvergabe. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung beschreibt dies so, dass über die Auslagerung dieser Geschäfte aus den Bankbilanzen mit Hilfe der als „Schattenbanken“ bezeichneten Zweckgesellschaften bankaufsichtsrechtliche Regeln zur Risikostreuung und zur Absicherung durch Eigenkapital umgangen werden konnten. Verbriefungen zweiter Stufe der Subprime-Kredite In einem weiteren Schritt wurden die so gebildeten MBS-Tranchen wiederum in Zweckgesellschaften eingebracht und erneut verbrieft (Collateralized Debt Obligation (CDO) – Verbriefungen zweiter Stufe) und die entstehenden Tranchen bewertet. Ein diversifiziertes Portfolio bspw. aus verschiedenen MBS-Tranchen mit einer eher schlechten Bewertung ("Rating") von „BBB“ konnte in Form einer Collateralized Debt Obligation (CDO) wiederverbrieft werden, wobei die höchstrangige Tranche der CDO eine erstklassige Bewertung von „AAA“ erhielt. Insbesondere für europäische Banken waren Verbriefungen zweiter Stufe ein Mittel, am provisionsträchtigen Verbriefungsgeschäft teilzuhaben. Diese Banken hatten keinen guten Zugang zu amerikanischen Hypothekenkrediten. Deshalb griffen sie auf MBS zurück, um diese zu Paketen zu bündeln und in zweiter Stufe wiederzuverbriefen. Außerdem wurden Programme aufgelegt, bei denen die in die Zweckgesellschaften eingebrachten Aktiva mit kürzerer Frist rollierend refinanziert wurden (über die Emission kurzfristiger Asset Backed Commercial Paper ABCP). Über ABCP konnten auch Mittel der Investoren mobilisiert werden, die ihr Kapital nur kurzfristig zur Verfügung stellen konnten oder wollten, wie zum Beispiel Geldmarktfonds. Da diese Fristentransformation die Gefahr barg, bei Fälligkeit der Emission keine Anschlussrefinanzierung zu erhalten (Liquiditätsrisiko), mussten Banken Garantien in Form von Liquiditätslinien bereitstellen, die die ABCP-Investoren bei Fälligkeit ihrer Papiere vor Verlusten schützten und die für die Garantiegeber zunächst eine Ertragsquelle darstellten (vgl. IKB Deutsche Industriebank, SachsenLB). Diese Garantien wurden normalerweise rollierend mit einer Laufzeit von 364 Tagen gestellt, da die bankaufsichtlichen Regeln vor dem Inkrafttreten von Basel II für solche außerbilanziellen Verpflichtungen mit einer Laufzeit unter einem Jahr kein Eigenkapital forderten. Es konnten also Erträge generiert werden, ohne dass bankaufsichtliches Eigenkapital dafür in Anspruch genommen wurde. Zahlungsausfälle der Subprime-Kredite Die wirtschaftliche Abschwächung in den USA etwa ab 2005, sinkende Wachstumsraten bei der Arbeitsproduktivität in den USA und anderen Ländern, in den USA insbesondere in der Bauwirtschaft, und der spätere Anstieg des US-Leitzinses auf bis zu 5,25 % im Juni 2006 löste eine Kettenreaktion aus. Einkommensschwache Schuldner konnten die gestiegenen Raten für ihre variabel verzinslichen Kredite nicht mehr bezahlen und mussten ihr Haus verkaufen. Wegen der zunehmenden Immobilienverkäufe brachen die Häuserpreise – Höhepunkt war Juli 2006 – ein, und durch den fallenden Wert der Immobilien hatten die Banken und Investoren zunehmend ungesicherte Kreditforderungen. Die Zahlungsunfähigkeit von Schuldnern bescherte den Banken und den Investoren nun Verluste. Im Frühjahr 2007 erreichten in den Vereinigten Staaten die Zahlungsausfälle auf Subprime-Kredite den höchsten Stand der letzten Jahre. Einige Immobilienfonds, die in strukturierte Finanzprodukte investiert hatten, setzten die Annahme von Fondsanteilen aus, weil sie sonst in finanzielle Schwierigkeiten geraten wären. Im Juni 2007 teilte Bear Stearns den Kunden zweier seiner Hedgefonds mit, dass die Einlagen, die Ende 2006 noch mit 1,5 Mrd. US-Dollar bewertet worden waren, jetzt fast nichts mehr wert seien. Dutzende Baufinanzierer, die sich gerade auf diese Kredite spezialisiert hatten, mussten Gläubigerschutz beantragen. Insgesamt schätzte der Internationale Währungsfonds im Oktober 2008 den Wertverfall von Subprime-Hypotheken auf 500 Mrd. US-Dollar und den von Prime-Hypotheken auf weitere 80 Mrd. Dollar. Der Wissenschaftliche Beirat des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie hält diese Summe im Vergleich zur Größe des weltweiten Finanzmarktes für nicht sehr groß. Auch sei der Wertverlust der hypothekenbesicherten Wertpapiere von 500 Mrd. US-Dollar, so die IWF-Schätzung vom Oktober 2008, deutlich höher, als tatsächlich an Ausfällen bei den zugrunde liegenden Hypotheken zu erwarten sei. Der hohe Preisverfall der hypothekenbesicherten Wertpapiere sei daher gekommen, dass Käufer diese Papiere aus Vorsicht auch zu niedrigeren Preisen nicht mehr kaufen wollten. Zu dieser Vorsicht trug die Komplexität und Intransparenz dieser Wertpapiere bei sowie die Tatsache, dass viele Papiere außerbörslich gehandelt wurden, so dass eine Marktpreisbildung und damit eine Bewertung der Papiere überhaupt schwierig war. Die Wertverluste gingen dann unmittelbar in die Bankbilanzen ein und minderten das Eigenkapital der Banken. Um den Regulierungsanforderungen bzgl. Eigenkapitalreserven genügen zu können oder um überhaupt das Verhältnis von Eigenkapital zu Forderungen stabil zu halten, waren die Banken gezwungen, entweder neues Eigenkapital zu beschaffen oder andere Vermögenswerte zu verkaufen, was deren Preise senkte. Dieses Deleveraging – die Banken mussten bei Wertverlusten von Forderungen ein Vielfaches an Vermögenswerten abstoßen, um das alte Verhältnis von Eigenkapital zu Forderungsvolumen wieder herzustellen – führte zur „Implosion des Finanzsystems seit August 2007“.
Vertrauenskrise des Interbankenmarktes
Unter den Investoren waren nicht nur risikobereite Hedgefonds, sondern auch eher konservative Investmentfonds vertreten. Da aber insbesondere Hedgefonds stark in die stärker risikobehafteten Wertpapiertranchen investiert hatten, kam es bei diesen zu Verlusten, die teilweise zur Schließung und Abwicklung der Hedgefonds führten. Aber auch Investmentbanken waren betroffen. Die Schließung von Hedgefonds und die Verluste bei den Investmentbanken führten zu einer Abnahme der Risikobereitschaft der Anleger. Diese zogen daraufhin in kurzer Zeit erhebliche Beträge aus dem Kapitalmarkt ab oder hielten sich mit neuen Investitionen in risikoreiche Anlagen zurück. Die abnehmende Risikobereitschaft der Investoren brachte die Refinanzierung der von Banken gegründeten Zweckgesellschaften zum Stillstand. Der Auslöser für die Krise war, dass im Juli und August 2007 die Inhaber der Commercial Papers nicht mehr bereit waren, diese nach Fälligkeit erneut zu erwerben. Die kurzfristigen Kredite wurden nicht weiter verlängert. Dadurch gerieten die Zweckgesellschaften unter Druck. Sie konnten aber auch die strukturierten Wertpapiere nicht mehr verkaufen, da sich dafür auch keine Käufer mehr fanden. Deshalb mussten die Zweckgesellschaften jetzt auf die Kreditzusagen der Banken zurückgreifen. Dies trug zur Vertrauenskrise zwischen den Banken bei, die sich am Geldmarkt durch einen Anstieg der Geldmarktzinsen widerspiegelte. Am 9. August 2007 – dieser Tag gilt inzwischen als der Beginn der eigentlichen Finanzkrise – stiegen die Aufschläge für Interbankkredite im Vergleich zum Zentralbankleitzins weltweit, vor allem in den USA, sprunghaft an. Mit der Insolvenz von Lehman Brothers am 15. September 2008, nachdem eine staatliche Rettung ausgeblieben war, kam der Interbankenmarkt weltweit zum Erliegen. Kurzfristig überschüssige Liquidität wurde nicht mehr bei anderen Banken, sondern unter Inanspruchnahme der Einlagefazilität bei den Zentralbanken angelegt. Auswirkungen auf die Realwirtschaft Der IWF schätzte im April 2009 die Gesamtverluste auf 4,054 Billionen US-Dollar (3093 Mrd. Euro). Davon liegen die Verluste bei „giftigen“ US-Papieren bei etwa 2,7 Bill. US$, die Verluste aus europäischen Papieren werden mit etwa 1,2 Bill. US$ beziffert, die japanischen Papiere mit 150 Mrd. US$. Im August 2009 erhöhte der IWF seine Kalkulationen auf 11,9 Billionen US-Dollar, was fast einer Verdreifachung entspricht. Im Verlauf des Jahres 2008 hat sich die Finanzkrise zunehmend auf die Realwirtschaft ausgewirkt. Effekte waren zunächst in den USA, dann in Westeuropa und in Japan sowie seit Herbst 2008 auf der ganzen Welt zu erkennen. In Folge verzeichneten die Aktienkurse weltweit ab Oktober 2008 nach einem ersten Einbruch aufgrund der Finanzkrise einen zweiten starken Rückgang aus Angst vor Auswirkungen auf die Realwirtschaft. Auch auf den Rohstoffmärkten kam es vor allem ab Beginn des vierten Quartals 2008 zu starken Preisrückgängen. Die meisten Automobilhersteller in den Industrieländern haben Ende Oktober/Anfang November deutliche Produktionskürzungen angekündigt, um auf Absatzeinbrüche in zweistelliger Größenordnung zu reagieren. Nach Erkenntnissen des Statistischen Bundesamtes befindet sich Deutschland nach zwei Quartalen mit negativen Wachstumsraten gegenüber den entsprechenden Vorjahresquartalen seit Oktober 2008 in einer Rezession. Nach Statistiken von Eurostat ging die Industrieproduktion in der Eurozone von ihrem Höhepunkt im Frühjahr 2008 bis zum Frühjahr 2009 um mehr als 20 % zurück. Der Rückgang der Industrieproduktion ist damit mehrfach stärker als im ersten Jahr der Weltwirtschaftskrise 1930 in Deutschland und den USA. Auch hatte die Finanzkrise deutliche Auswirkungen auf die Prognosefähigkeit von Unternehmen. Aufgrund der Unvorhersehbarkeit der Märkte hatten viele börsennotierte Unternehmen Schwierigkeiten, die für Ihre Geschäftsberichte im Lagebericht nach § 289 HGB erforderlichen Prognosen für das kommende Geschäftsjahr zu formulieren. Die Unternehmen mussten hier eine Gratwanderung vollziehen. Auf der einen Seite musste eine Prognose abgegeben werden, um die Anleger entsprechend den rechtlichen Vorschriften zu informieren, auf der anderen Seiten waren quantitative Ziele schwierig zu beziffern. Der Trend ging damit hin zu Prognosen, die auf verschiedenen Szenarien beruhten sowie vorwiegend von qualitativer Beschaffenheit waren. Unternehmen, die auch weiterhin quantitative Daten in ihren Prognosen kommunizierten, wurde vom Kapitalmarkt die Angabe von größeren Spannen von bis zu 20% zugestanden. Zunahme der Risikoaufschläge bei Staatsanleihen → Hauptartikel: Euro-Krise 2010 und Europäischer Stabilisierungsmechanismus Im Verlauf der Krise kam es zu einer Zunahme der Risikoaufschläge verschiedener europäischer Staaten (in der Folge als PIGS-Staaten bezeichnet) gegenüber deutschen Bundesanleihen. Um insbesondere einen Staatsbankrott Griechenlands infolge der griechischen Finanzkrise 2009/10 abzuwenden, einigten sich die Staats- und Regierungschefs der Euroländer Anfang Mai 2010 auf ein Maßnahmenpaket. Im Rahmen des Europäischen Stabilisierungsmechanismus wurde ein gemeinsames Kreditpaket von EU, Euroländern und IWF mit der Gesamtsumme von 750 Milliarden Euro beschlossen. Die Europäische Zentralbank kündigte zudem an, im Notfall Staatsanleihen der Euro-Länder aufzukaufen Seit Dezember 2007 stellt die Europäische Zentralbank (EZB) in Absprache mit der US-amerikanischen Federal Reserve den Banken US-Dollar zur Verfügung und nimmt dafür auf Euro lautende Wertpapiere als Sicherheit an, um die Lage auf dem Geldmarkt zu entspannen. Die EZB übernimmt insoweit Wechselkursrisiken der privaten Banken. Am 18. September 2008 haben die Zentralbanken weltweit konzertiert mehr als 180 Milliarden US-Dollar angeboten, um Spannungen auf dem Geldmarkt zu lindern. Bei der Europäischen Zentralbank konnten die Banken am Donnerstag, 18. September 2008, bis zu 40 Milliarden US-Dollar für einen Tag aufnehmen, hinzu kommt ein Euro-Schnelltender mit einem offen gelassenen Volumen. Die Bank of Japan bietet erstmals US-Dollar an. Ab Oktober 2008 senkten in einer konzertierten Aktion sieben der führenden Notenbanken darunter die Federal Reserve (Fed), die Europäische Zentralbank (EZB), die Bank of England (BoE) und die Schweizerische Nationalbank (SNB), weltweit die Leitzinsen. Seither erfolgten weitere Zinssenkungen, die die Leitzinsen auf ein seit Jahrzehnten nicht mehr erreichtes niedriges Niveau, teilweise den historischen Tiefstand gebracht haben. Am 6. April 2009 stellte die EZB der Fed eine Swap-Linie in Höhe von 80 Mrd. US-Dollar in Euro bereit, die britische Notenbank gewährt 60 Mrd. Pfund, die Schweizer Notenbank stellt 40 Mrd. Franken und die japanische Zentralbank 10 Bio. Yen zur Verfügung. US-amerikanische Kreditinstitute können so zukünftig über die Fed auf Kredite in Auslandswährungen zurückgreifen. Die Maßnahme der Notenbanken ergänzt die Maßnahmen vom 18. September 2008 in umgekehrter Richtung. Damals hatte die Fed ausländischen Notenbanken Swaplinien von insgesamt 300 Mrd. US-Dollar eingeräumt. Konjunkturprogramme In vielen Ländern wurden im Rahmen der Finanzkrise umfangreiche Konjunkturprogramme und Finanzmarktstabilisierungsgesetze aufgelegt. In den USA sind es der Economic Stimulus Act of 2008 (Umfang des ESA: 150 Milliarden US-Dollar), der Emergency Economic Stabilization Act of 2008 (Umfang des EESA: 700 Mrd. US-Dollar) und der American Recovery and Reinvestment Act of 2009 (Umfang des ARRA: 787 Mrd. US-Dollar). In Deutschland sind es das Finanzmarktstabilisierungsgesetz (Umfang des FMStG: 400 Mrd. Euro), das Maßnahmenpaket „Beschäftigungssicherung durch Wachstumsstärkung“ (Umfang des Konjunkturpaketes I: 50 Mrd. Euro) und das Konjunkturprogramm „Entschlossen in der Krise, stark für den nächsten Aufschwung“ (Umfang des Konjunkturpaketes II: 14 Mrd. Euro). Zur Stabilisierung der Beschäftigung wurden insbesondere die Möglichkeiten zur Kurzarbeit ausgeweitet. In Österreich wurden die Konjunkturpakete I und II und die Steuerreform 2009 (insgesamt knapp 12 Mrd. Euro) eingeführt. Weltweit beträgt laut einer Studie von Deutsche Bank Research das gesamte, auf mehrere Jahre verteilte Volumen der Konjunkturprogramme etwa 2000 Mrd. US-Dollar. Ohne die Programme wäre laut DB Research der Rückgang an Bruttoinlandsprodukt erheblich stärker gewesen. Die krisenbedingte Minderung des BIPs beziffert die Studie mit „4000 Mrd.“ US-Dollar. Schließlich kann der Bankensektor nur langsam saniert werden. Hilfen für Banken Im Rahmen der Krise wurden in den USA und Europa (temporäre) Notverstaatlichungen durchgeführt und sogenannte Bad-Bank-Konzepte (Abwicklungsbanken) eingeführt. In Deutschland wurde mit dem Finanzmarktstabilisierungsfortentwicklungsgesetz im Jahr 2009 die Möglichkeit geschaffen, dezentral für einzelne Kreditinstitute eine Bad Bank einzurichten. Diese soll problembehaftete strukturierte Wertpapiere aufnehmen oder auch ganze defizitäre Geschäftsbereiche sanierungsbedürftiger Banken abwickeln. Stützungsmaßnahmen zugunsten von Finanzinstitutionen erhöhten den staatlichen Bruttoschuldenstand 2008 und 2009 insgesamt um 98 Mrd. Euro. Da es sich überwiegend um Kredite handelt, stehen dem entsprechende Forderungen an die Finanzinstitutionen gegenüber. Seit Oktober 2008 werden Bankschuldverschreibungen weltweit zunehmend vom Staat garantiert. Bis zum Oktober 2009 hat das Volumen staatsgarantierter Bankschuldverschreibungen rund 800 Mrd. US-Dollar erreicht. Über 450 Mrd. US-Dollar entfallen auf Westeuropa, der Rest zum großen Teil auf die USA. Nach Joaquín Almunia, Vizepräsident der EU-Kommission, erhielten die Banken von Oktober 2008 bis März 2010 etwa 4 Bio. Euro Staatshilfen, davon drei Viertel in der Form von staatlichen Garantien. Die Banken nahmen von den Staatsgarantien tatsächlich 994 Mrd. Euro in Anspruch. Reformvorschläge der G-20-Staaten Gipfeltreffen im November 2008 Unter dem akuten Eindruck der Finanzkrise fand vom 14. bis 16. November 2008 ein Treffen auf Ebene der Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten (zuzüglich Niederlande und Spanien) in Washington statt, um die Grundlagen einer Reform der internationalen Finanzmärkte zu beraten und umzusetzen. Dieses hochrangige Treffen wurde in der deutschsprachigen Presse auch Weltfinanzgipfel genannt. Ziel war die Vereinbarung von internationalen Regelungen, um die Wiederholung einer Finanzkrise zu vermeiden. Ein Katalog mit knapp 50 Einzelmaßnahmen wurde verabschiedet. 28 dieser Einzelvorschläge sollten bis 31. März 2009 umgesetzt werden, die weiteren Punkte mittelfristig. Die Teilnehmer gaben Tendenzen zum Protektionismus eine klare Absage, sie bekannten sich ausdrücklich zu den Prinzipien eines freien Marktes und eines offenen Handels. Zudem wurden eine effektivere Regulierung der Finanzmärkte gefordert. Unter anderem wurden folgende Maßnahmen vereinbart: eine größere Überwachung der Ratingagenturen, eine stärkere Reglementierung von spekulativen Hedgefonds sowie anderer bislang unregulierter Finanzprodukte, Festlegung von Bewertungsmaßstäben für komplexe Finanzprodukte, Erhöhung der Eigenkapitalpuffer von Finanzinstitutionen, Harmonisierung und Überarbeitung von Bilanzierungsregeln, Orientierung der Anreizsysteme von Managern an mittelfristigen Zielen, Schutz vor unfairem Wettbewerb durch Steueroasen, Stärkung des Internationalen Währungsfonds, ein besserer Schutz der Verbraucher durch transparentere Informationen. Jedes Teilnehmerland verpflichtet sich, die Maßnahmen in nationales Recht umzusetzen. Nachfolgende Gipfeltreffen Eine Folgekonferenz fand am 1./2. April 2009 in London statt. Neben der Konkretisierung verschiedener Punkte des ersten Treffens wurden ergänzend Maßnahmen zur Konjunkturbelebung verabschiedet: Die G20-Länder beschlossen ein Programm von 1,1 Billionen US-Dollar zur Belebung der Weltkonjunktur, insbesondere des Welthandels sowie zur Verbesserung der Situation in den Entwicklungsländern. Im Einzelnen: Die Mittel für den IWF sollen auf 750 Mrd. US-Dollar erhöht werden. An neuen Sonderziehungsrechten sollen 250 Mrd. US-Dollar zugeteilt werden. Über Multilaterale Entwicklungsbanken sollen zusätzlich mindestens 100 Mrd. US-Dollar gewährt werden. Bis Ende 2010 soll eine fiskalpolitische Ausweitung von 5 Bio. US-Dollar erfolgen, welche der Weltproduktion laut G20 einen Impuls von 4 % erteilen wird Zur Bekämpfung von Steueroasen und Geldwäsche hat die OECD eine schwarze Liste (Costa Rica, Malaysia, Philippinen, Uruguay) sowie eine graue Länderliste veröffentlicht.
EURIBOR – PANEL BANKEN
Euribor steht für (Euro Interbank Offered Rate. Euribor bezeichnet den durchschnittlichen Zinssatz, zu dem 57 europäische Banken (die sogenannten Panel-Banken) einander Anleihen in Euro gewähren. Bei der Festsetzung der Euribor-Werte werden die höchsten und niedrigsten 15% der gemeldeten Werte nicht berücksichtigt. An jedem Arbeitstag um 11:00 Uhr Central European Time werden die Euribor-Werte festgesetzt und allen teilnehmenden Partnern und der internationalen Presse mitgeteilt.
Spricht man über Euribor, so ist oft die Rede von einem Euribor-Zinssatz, als ob es nur einen derartigen Wert gibt. Dies trifft jedoch nicht zu, es existieren 15 verschiedene Euribor-Zinssätze mit je unterschiedlichen Laufzeiten. So gibt es einen Euribor für 1,2 oder 3 Wochen sowie den Euribor für 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11 und 12 Monate. Wer legt den Euribor fest?
Die Höhe der Euribor-Zinssätze bestimmt sich in erster Linie natürlich durch Angebot und Nachfrage. Es handelt sich um Marktzinsen, die von einer großen Anzahl europäischer Banken festgesetzt werden. Dabei gibt es jedoch eine Reihe externer Faktoren, die die Höhe der Euribor-Zinssätze stark beeinflussen. Dazu gehören wirtschaftliche Umstände wie etwa das Wirtschaftswachstum, die Höhe der Inflation, die Kreditwürdigkeit und das gegenseitige Vertrauen der Banken sowie das Vertrauen der Verbraucher. Warum wird der Euribor so stark beachtet?
Der Euribor ist die Grundlage für zahlreiche (abgeleiteten) Zinsprodukte wie Geldmarkt-Futures, Swaps sowie außerbörsliche Zinstermingeschäfte (Forward rate agreements). Der Euribor dient oft als Referenzwert bei Hypotheken und Sparkonten (siehe dazu Sparen und Euribor). Es gibt sogar Hypotheken, deren Zinsen aus dem Euribor-Wert plus einem festen Zuschlag bestehen.
Welche europäischen Banken sind im Panel vertreten? Das Panel von Banken zur Festsetzung der Euribor-Zinssätzen besteht ausschließlich aus Banken mit erstklassiger Kreditwürdigkeit (Rating). Die Banken, die Angaben zur Euribor-Festlegung weiterleiten, werden von einem Beratungsausschuss der Europäischen Bankenvereinigung ausgewählt.
Sparzinsen und Euribor Die Höhe der Euribor-Zinssätze und die angebotenen Sparzinsen hängen in starkem Maße zusammen. Dafür gibt es zwei Gründe: zunächst haben die Panel-Banken (siehe dazu Was ist Euribor) die Wahl, ob sie von anderen Banken (zum Euribor-Zinssatz) oder von Sparern Geld leihen. Die Sparzinsen, die den Sparern geboten werden, sind oft niedriger als Euribor. Der Unterschied macht dann die Gewinnspanne für die Bank aus. Sinkt der Euribor, sinken auch die Gewinnspannen für die Bank. Deshalb entscheiden sich die Banken oft dafür, bei einem Rückgang der Euribor-Zinssätze auch ihre Sparzinsen zu senken – und umgekehrt. Dies geschieht jedoch oft mit einer gewissen Verzögerung: die Sparzinsen bei vielen Banken werden erst bei etwas größeren Änderungen auf dem Rentenmarkt angepasst. Der Euribor hat sich als guter Indikator für die Veränderung bei den Sparzinsen erwiesen.
LIBOR (bbalibor) ist der durchschnittliche Interbankenzinssatz, zu dem eine ausgewählte Gruppe von Banken auf dem Londoner Geldmarkt bereit ist, einander Kredite zu gewähren. Den LIBOR gibt es in 15 Laufzeiten (Overnight bis 12 Monate) und in 10 verschiedenen Währungen. Die offiziellen LIBOR Zinssätze werden an jedem Arbeitstag gegen 11.45 Uhr (London Time) von der British Bankers’ Association (BBA) veröffentlicht.
Der LIBOR wird sowohl von professionellen Parteien als auch von Privatpersonen genau beobachtet, da der LIBOR Zinssatz von Banken und anderen Finanzinstituten als Basiszins (Benchmark) betrachtet wird. Senkungen und Anhebungen der LIBOR Zinssätze können sich auf die Zinshöhen von allerlei Bankprodukten, wie zum Beispiel Sparkonten, Hypotheken und Krediten auswirken.
EZB-Leitzins Der EZB-Leitzins ist der sogenannte Hauptrefinanzierungssatz. Diesen Leitzins müssen die Banken zahlen, wenn sie von der EZB Geld leihen. Banken nutzen diese Möglichkeit, wenn Liquiditätsmangel herrscht. Interbankzinssätze wie der Euribor reagieren sehr stark auf Änderungen des Hauptrefinanzierungssatzes. Dadurch stellt der EZB-Leitzins ein gutes Mittel dar, die Höhe des Marktzinssatzes zu beeinflussen.
Deutsche Bundesanleihen sind verzinsliche Wertpapiere, die von der Bundesrepublik Deutschland als Staatsanleihen herausgegeben werden. Neben der Kreditaufnahme bei Banken sind Bundesanleihen und andere Bundeswertpapiere ein Weg, über den der Bund sein Haushaltsdefizit finanziert.
Eine Bundesanleihe hat bei Emission eine Laufzeit von 10 bis 30 Jahren. Zurzeit gibt es Überlegungen, auch 50-jährige Laufzeiten zu emittieren wie zum Beispiel in Frankreich. Bei Bundesobligationen (Bobl) ist die Laufzeit deutlich kürzer, in der Regel fünf Jahre. Bundesanleihen sind mit einem festen jährlichen Zinssatz (Kupon) ausgestattet. Die Währung ist in der Regel der Euro, die Börsennotierung erfolgt wie bei allen verzinslichen Wertpapieren in Prozent des Nominalwertes (Nennwert). Inzwischen wurden auch Bundesanleihen aufgelegt, deren Zins und Nominalwert an die Inflationsrate in Deutschland gekoppelt sind (Inflation-Linked Bond) sowie im Jahr 2005 eine Bundesanleihe in Fremdwährung, deren Zins- und Rückzahlung in US-Dollar erfolgt. Seit dem 4. Juli 1997 können bestimmte Bundesanleihen auch gestrippt werden, das heißt die Zinskupons werden von der Anleihe getrennt. Man erhält dann sowohl für den Kapitalteil als auch für die einzelnen Kupons eine Art Nullkuponanleihe. Damit ein großes Handelsvolumen erreicht wird, werden Zinskupons unterschiedlicher Anleihen, jedoch gleichem Fälligkeitstermin unter einer Wertpapierkennummer zusammengefaßt. Bundesanleihen können in jedem Depot bei einer Bank, Sparkasse oder Kreditgenossenschaft, sowie kostenlos bei der Deutschen Finanzagentur verwahrt werden. Die Bundesbank sorgt als Market-Maker für einen liquiden Börsenhandel in Bundesanleihen. Sie wickelt auch den Verkauf der Bundesanleihen ab, den Anleger über die Deutsche Finanzagentur beauftragen können, sofern sie dort ein Konto besitzen. Alternativ lassen sich Bundesanleihen auch über Banken, Sparkassen oder Kreditgenossenschaften an der Börse verkaufen. An der Börse können sie auch über die drei letztgenannten Institute gekauft werden. Der Kauf von Bundesanleihen über die Deutsche Finanzagentur ist nicht möglich. Zur Bestimmung der Umlaufrendite wird eine fiktive Anleihe aus einem Mix von Bundesanleihen verwendet. Der REX – ein Index für die Kursentwicklung von Anleihen – wird ebenfalls börsentäglich anhand von Bundesanleihen berechnet. Bundesanleihen zählen zu den „mündelsicheren Wertpapieren“. Bundesobligationen (Bobls) sind Schuldverschreibungen und damit verzinsliche Wertpapiere, die von der Bundesrepublik Deutschland über die Deutsche Finanzagentur als Staatsanleihen herausgegeben werden. Neben der Kreditaufnahme bei Banken sind Bundesobligationen und andere Bundeswertpapiere ein Weg, über den der Bund sein Haushaltsdefizit finanziert. Bundesobligationen sind mit einem festen Nominalzins ausgestattet, der jährlich gezahlt wird, und haben im Gegensatz zu den länger laufenden Bundesanleihen nur eine Laufzeit von fünf Jahren. Sie werden seit 1979 emittiert. Die Emission und damit die Einführung in den Börsenhandel erfolgt in der Regel zweimal (seit 2010 dreimal) pro Jahr im Rahmen einer Auktion. Bundesobligationen werden in fortlaufend nummerierten Serien begeben. Die jeweils zuletzt begebene Serie der Bundesobligation kann von natürlichen Personen, sowie gemeinnützigen, mildtätigen, kirchlichen Einrichtungen und Wohnungseigentümergemeinschaften gebührenfrei bei der Deutschen Finanzagentur erworben werden. Über Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken ist der Kauf der aktuellen Serie dagegen gebührenpflichtig - dafür aber auch für juristische Personen möglich. Bei den Kreditinstituten können zudem auch ältere Serien an der Börse gekauft werden. Der Verkauf von Bundesobligationen ist sowohl über die Finanzagentur als auch über Kreditinstitute möglich. Da Kauf und Verkauf stets zum aktuellen Börsenkurs bzw. Einheitspreis erfolgen, lassen sich mit Bundesobligationen neben den jährlich sicheren Zinserträgen auch Kursgewinne bzw. -verluste erzielen. Die Wertpapierkennnummer einer Bundesobligation beginnt stets mit 114xxx (xxx steht für die Seriennummer - Beispiel: Serie 155 hat die WKN 114155).
Der Euro-Bund-Future ist ein Finanzinstrument, das eine Verpflichtung darstellt, eine fiktive Bundesanleihe zu einem bestimmten künftigen Zeitpunkt (Liefertag) zu einem beim Abschluss vereinbarten Preis (Nominalwert) zu kaufen. Der Verkäufer hat die Verpflichtung, diese Anleihe zu verkaufen. Zur Art der möglichen Bundesanleihen und zu Verkaufs-Zeitpunkten siehe Details unten. Weil der Bund-Future auf Erwartungen der Marktteilnehmer basiert, ist er ein Indikator für die zukünftige Entwicklung der (langfristigen) Zinsen. Sinkt der Kurs des Bund-Future, so steigt wie bei Rentenpapieren die Rendite, bei steigenden Kursen ist die Rendite niedriger. Entsprechend ist also die Erwartung der Marktteilnehmer, was die Zinsentwicklung anbelangt: Steigende Kurse drücken die Erwartung sinkender Marktzinsen aus und fallende Kurse deuten auf steigende Zinsen hin.
Kontraktgegenstand Ein Euro-Bund-Future ist ein Terminkontrakt auf eine fiktive Schuldverschreibung der Bundesrepublik Deutschland mit zehnjähriger Laufzeit und einem Kupon von 6 Prozent. Der Nominalwert eines Kontraktes beträgt EUR 100.000.
Am Liefertag ist der Verkäufer eines Euro-BUND-Future verpflichtet, Schuldverschreibungen im Nominalwert des Kontraktes zu liefern. Zur Lieferung können Bundesanleihen gewählt werden, die eine Restlaufzeit von mindestens 8,5 Jahren und höchstens 10,5 Jahren haben. Die Schuldverschreibungen müssen ein Mindestemissionsvolumen von EUR 5 Mrd. aufweisen. Der Käufer ist verpflichtet, den Andienungspreis zu zahlen. Der Andienungspreis berechnet sich aus dem Nominalwert des Kontraktes, multipliziert mit dem Preis des Kontraktes bei Handelsschluss, multipliziert mit dem Konvertierungsfaktor (s.u.) der angedienten Schuldverschreibungen, zuzüglich der seit dem letzten Zinstermin aufgelaufenen beziehungsweise abzüglich der bis zum nächsten Zinstermin anfallenden negativen Stückzinsen. Der Konvertierungsfaktor ist eine Größe, die für jede tatsächlich existierende Anleihe, durch die eine Lieferverpflichtung aus dem Verkauf eines Futureskontraktes erfüllt werden kann, festgelegt wird und die angibt, bei welchem Kurs die Anleihe am Liefertermin notieren müsste, um die gleiche Rendite zu erzielen, wie die dem Euro-Bund-Future zugrundeliegende fiktive Anleihe (nämlich 6 %). Daher haben Anleihen mit einem Kupon von weniger als 6 % einen Konvertierungsfaktor < 1 und Anleihen mit einem Kupon von mehr als 6 % einen Konvertierungsfaktor >1. Daneben geht eine rechnerische Angleichung der tatsächlichen Laufzeit an die Laufzeit der fiktiven Anleihe (exakt 10 Jahre zum Fälligkeitstermin des Futureskontraktes) in die Berechnung ein.
Laufzeit, Handelsschluss An den Eurex-Börsen stehen Laufzeiten bis zum Liefertag des nächsten, übernächsten und drittnächsten Liefermonats zur Verfügung; Liefermonate sind die Quartalsmonate März, Juni, September und Dezember. Die längste Laufzeit beträgt somit neun Monate. Der letzte Handelstag des Kontraktes ist zwei Börsentage vor dem Liefertag des jeweiligen Quartalsmonats. Handelsschluss ist 12:30 Uhr MEZ des letzten Handelstages. Preisabstufungen
Die Preise der Kontrakte werden in Prozenten vom Nominalwert mit zwei Nachkommastellen ermittelt. Insofern beträgt die kleinste Preisveränderung (Tick) 0,01 Prozentpunkte. Dies entspricht EUR 10. Beispiel: Kauf eines Kontraktes zu 115,22; Verkauf zu 117,52. Die Differenz beträgt 2,3 Prozentpunkte und entspricht EUR 2.300.
Erfüllung, Lieferung
Liefertag ist der zehnte Kalendertag des jeweiligen Quartalsmonats, sofern dieser Tag ein Börsentag ist, andernfalls der nächste danach liegende Börsentag. Die Schuldverschreibungen, durch welche ein Euro-BUND-Future erfüllt werden kann, sowie deren Konvertierungsfaktoren werden von der Eurex Clearing AG bestimmt und stehen den Börsenteilnehmern auf einem Bildschirm zur Verfügung. Der Konvertierungsfaktor passt den Preis der zur Lieferung möglichen Schuldverschreibungen an den Preis des Kontraktes bei Handelsschluss an. Die zur Erfüllung geeigneten Schuldverschreibungen müssen zum Lieferzeitpunkt eine unkündbare Restlaufzeit von 8,5 bis 10,5 Jahren haben.
Lieferungen erfolgen zwischen den Clearing-Mitgliedern und der Eurex Clearing AG. Die Ausführung von Lieferungen an Nicht-Clearing-Mitglieder und eigene Kunden ist Aufgabe des zuständigen Clearing-Mitgliedes; die Ausführung von Lieferungen der Nicht-Clearing-Mitglieder an deren Kunden ist sodann Aufgabe der Nicht-Clearing-Mitglieder. Börsenteilnehmer dürfen nur ihrem Kundenpositionskonto zugeordnete beziehungsweise von ihrem Kunden zur Lieferung angezeigte Schuldverschreibungen weiterliefern.
BÖRSENCRASHS
Am 7. Februar 1637 kam es zum ersten überlieferten Zusammenbruch einer Börse: Nachdem viele holländische Anleger anlässlich der großen Tulpenmanie in Erwartung weiterer Preissteigerungen zu extrem hohen Preisen Tulpenzwiebeln (bzw. entsprechende Optionsscheine) gekauft hatten, blieben bei der jährlichen Versteigerung in Alkmaar schließlich die Käufer aus und die Preise fielen um 95 Prozent. Die Darién-Gesellschaft konnte im Jahr 1700 ihre Anteile nicht mehr einlösen nach dem Scheitern ihres Kolonialisierungs-Projekts in Panama. Am 9. Mai 1873 stürzten die Aktienkurse an der Wiener Börse ins Bodenlose (Gründerkrach). Auch in Deutschland und den Vereinigten Staaten stürzten die Aktienkurse ab. Eine Wirtschaftskrise im Jahr 1893, in den Vereinigten Staaten, löste am 5. Mai erhebliche Kursverluste an der New York Stock Exchange aus, die besonders Eisenbahnaktien trafen. Der Schwarze Donnerstag am 24. Oktober 1929 war Hauptursache für die Weltwirtschaftskrise. Am 19. Oktober 1987 stürzte der Dow Jones am sogenannten Schwarzen Montag um über 20 Prozent ab. Die Kurse erholten sich jedoch innerhalb eines Jahres wieder, nach 15 Monaten hatte der Dow Jones wieder den Stand vor dem Crash. Im Januar 1990 brach der japanische Leitindex Nikkei um fast die Hälfte ein. Am 19. August 1991, nach dem Putsch gegen den sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow, verliert der DAX über neun Prozent an einem Tag. Die Terroranschläge am 11. September führten zu einer viertägigen Handelsunterbrechung. Der DAX verlor an diesem Tag rund 8,5 Prozent. Unmittelbar nach der Wiedereröffnung fiel der Dow-Jones-Index um gut sieben Prozent[1]. Im Rahmen der Finanzkrise ab 2007 verzeichneten die Börsen in New York, London und Frankfurt Verluste von jeweils über 20 Prozent. Am 16. Oktober fiel der Nikkei-Index um 11,4 Prozent und erlebte den zweitgrößten Tagesverlust in der gesamten Geschichte des Index. Dead-Cat-Bounce Dead-Cat-Bounce (dt. Hüpfer einer toten Katze) ist eine Metapher an den Finanzmärkten. Sie beschreibt die nicht nachhaltige Erholung eines Wertpapierkurses oder Wertpapierindex' nach einem starken, meist länger andauernden Einbruch. Der Begriff ist abgeleitet von dem zynischen englischen Sprichwort: “Even a dead cat will bounce if it is dropped from high enough!” (deutsch: „Selbst eine tote Katze wird hüpfen, wenn sie nur hoch genug fallengelassen wird!“). Entscheidende Beobachtungen Es gibt drei hauptsächliche Themen in der Theorie der Behavioral finance and economics Heuristik: Menschen treffen Entscheidungen häufig auf Grundlage einer einfachen, schnellen und stabilen Daumenregel, nicht nur aufgrund einer Analyse aller Möglichkeiten. Einordnung (en:Framing): Die Art und Weise, wie ein Problem oder eine Entscheidung vorgestellt wird, beeinflusst die Handlung des Entscheidenden. Unvollkommene Märkte (Market inefficiencies): Versuche, beobachtete Markthandlungen zu erklären, die vernünftigen Erwartungen und der Markteffizienz zuwiderlaufen. Diese beinhalten fehlerhafte Bepreisung, unvernünftige Entscheidungen und Anomalien beim Gewinn. Besonders Richard Thaler hat in einer Vielzahl von Aufsätzen besondere Marktanomalien aus der Perspektive des Behaviorismus beschrieben. Marktweite Anomalien können nicht allgemein über Individuen erklärt werden, die unter bestimmten Vorurteilen im Denken leiden. Individuelle Voreingenommenheiten haben oft nicht den ausreichend großen Einfluss, um Marktpreise und Gewinne zu ändern. Zusätzlich können sich individuelle Vorurteile gegenseitig neutralisieren. Kognitive Voreingenommenheiten haben wirklich ungewöhnliche Effekte nur dann, wenn es eine gesellschaftliche Kontamination mit einem sehr emotionalen Inhalt gibt, wie allgemeine Habgier oder allgemeine Panik. Diese führen dann zu weit verbreiteten Phänomenen wie Herdenverhalten und Gruppendenken. Behavioral economics beruht genauso viel auf der Sozialpsychologie wie auf der individuellen Psychologie. Es gibt zwei Ausnahmen zu dieser allgemeinen Aussage. Zunächst kann es sein, dass derart viele Individuen ein voreingenommenes Verhalten zur Schau stellen – das heißt ein Verhalten, das von vernünftigen Erwartungen abweicht –, dass dieses Verhalten die Norm darstellt und somit marktweite Auswirkungen hat. Weiterhin haben einige behavioristische Modelle ausdrücklich gezeigt, dass eine kleine aber bedeutende Gruppe marktweite Auswirkungen hervorrufen kann (siehe z.B. Fehr und Schmidt, 1999). .
DAX JAHRESRENDITEN
DAX-Performanceindex (mit Dividenden) Jahr Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1987 1.000,00
1988 1.327,87 327,87 32,79 1989 1.790,37 462,50 34,83 1990 1.398,23 -392,14 -21,90 1991 1.577,98 179,75 12,86 1992 1.545,05 -32,93 -2,09 1993 2.266,68 721,63 46,71 1994 2.106,58 -160,10 -7,06 1995 2.253,88 147,30 6,99 1996 2.888,69 634,81 28,17 1997 4.249,69 1.361,00 47,11 1998 5.002,39 752,70 17,71 1999 6.958,14 1.955,75 39,10 2000 6.433,61 -524,53 -7,54 2001 5.160,10 -1.273,51 -19,79 2002 2.892,63 -2.267,47 -43,94 2003 3.965,16 1.072,53 37,08 2004 4.256,08 290,92 7,34 2005 5.408,26 1.152,18 27,07 2006 6.596,92 1.188,66 21,98 2007 8.067,32 1.470,40 22,29 2008 4.810,20 -3.257,12 -40,37 2009 5.957,43 1.147,23 23,85 DAX-Kursindex (ohne Dividenden) Jahr Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1987 1.000,00
- ,80
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Die besten Tage Die Tabelle zeigt die besten Tage des bis 1959 zurückberechneten DAX. Rang Datum Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 2008-10-13 !13. Oktober 2008 5.062,45 518,14 11,40 2 1962-05-30 !30. Mai 1962 399,60 45,19 11,31 3 2008-10-28 !28. Oktober 2008 4.823,45 488,81 11,28 4 2008-11-24 !24. November 2008 4.554,33 426,93 10,34 5 1970-05-29 !29. Mai 1970 485,85 41,25 9,28 6 2002-07-29 !29. Juli 2002 3.859,78 280,78 7,85 7 2008-12-08 !8. Dezember 2008 4.715,88 334,41 7,63 8 1991-01-17 !17. Januar 1991 1.422,67 99,99 7,56 9 1987-11-12 !12. November 1987 1.061,64 73,44 7,43 10 2003-01-02 !2. Januar 2003 3.105,04 212,41 7,34 11 2002-10-11 !11. Oktober 2002 2.930,74 197,55 7,23 12 2002-08-06 !6. August 2002 3.568,64 235,99 7,08 13 2002-10-15 !15. Oktober 2002 3.048,27 198,16 6,95 14 2003-03-13 !13. März 2003 2.354,31 151,35 6,87 15 2001-09-24 !24. September 2001 4.038,69 251,46 6,64 16 1987-10-30 !30. Oktober 1987 1.177,38 72,98 6,61 17 1989-10-17 !17. Oktober 1989 1.475,44 89,72 6,47 18 1990-10-01 !1. Oktober 1990 1.420,73 85,84 6,43 19 1988-01-05 !5. Januar 1988 1.004,34 60,46 6,41 20 1997-10-29 !29. Oktober 1997 3.791,81 224,59 6,30 21 2002-08-08 !8. August 2002 3.679,26 213,72 6,17 22 1990-08-27 !27. August 1990 1.654,80 95,76 6,14 23 2009-04-02 !2. April 2009 4.381,92 250,85 6,07 24 1998-10-12 !12. Oktober 1998 4.225,49 241,84 6,07 25 2008-01-24 !24. Januar 2008 6.821,07 381,86 5,93 26 1987-10-21 !21. Oktober 1987 1.379,53 76,73 5,89 27 2003-04-07 !7. April 2003 2.808,94 154,87 5,84 28 2003-04-02 !2. April 2003 2.589,35 139,16 5,68 29 2002-10-17 !17. Oktober 2002 3.172,46 163,53 5,44 30 2009-03-04 !4. März 2009 3.890,94 200,22 5,42
Die schlechtesten Tage Die Tabelle zeigt die schlechtesten Tage des bis 1959 zurückberechneten DAX. Rang Datum Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 1989-10-16 !16. Oktober 1989 1.385,72 -203,62 -12,81 2 1991-08-19 !19. August 1991 1.497,93 -155,44 -9,40 3 1987-10-19 !19. Oktober 1987 1.321,61 -136,94 -9,39 4 2001-09-11 !11. September 2001 4.273,53 -396,60 -8,49 5 1997-10-28 !28. Oktober 1997 3.567,22 -311,90 -8,04 6 1987-10-26 !26. Oktober 1987 1.193,31 -99,36 -7,69 7 1962-05-29 !29. Mai 1962 354,41 -27,56 -7,22 8 2008-01-21 !21. Januar 2008 6.790,19 -523,98 -7,16 9 2008-10-06 !6. Oktober 2008 5.387,01 -410,02 -7,07 10 2008-10-10 !10. Oktober 2008 4.544,31 -342,69 -7,01 11 2008-11-06 !6. November 2008 4.813,57 -353,30 -6,84 12 1987-10-28 !28. Oktober 1987 1.142,17 -83,30 -6,80 13 1987-10-22 !22. Oktober 1987 1.287,58 -91,95 -6,67 14 1987-11-10 !10. November 1987 945,91 -66,18 -6,54 15 2008-10-15 !15. Oktober 2008 4.861,63 -337,56 -6,49 16 2001-09-14 !14. September 2001 4.115,98 -276,42 -6,29 17 1998-10-02 !2. Oktober 1998 3.962,50 -263,99 -6,25 18 2003-03-24 !24. März 2003 2.548,37 -166,69 -6,14 19 1998-08-21 !21. August 1998 5.163,51 -324,71 -5,92 20 2008-12-01 !1. Dezember 2008 4.394,79 -274,65 -5,88 21 2008-10-08 !8. Oktober 2008 5.013,62 -313,01 -5,88 22 2002-09-03 !3. September 2002 3.398,99 -210,42 -5,83 23 1998-09-10 !10. September 1998 4.747,33 -293,54 -5,82 24 2001-09-20 !20. September 2001 3.809,67 -232,13 -5,74 25 2002-08-05 !5. August 2002 3.332,65 -199,84 -5,66 26 1988-01-04 !4. Januar 1988 943,88 -56,12 -5,61 27 1998-10-01 !1. Oktober 1998 4.226,49 -248,02 -5,54 28 2002-10-29 !29. Oktober 2002 3.022,01 -176,95 -5,53 29 1990-08-06 !6. August 1990 1.740,93 -100,01 -5,43 30 1961-03-06 !6. März 1961 518,43 -29,64 -5,41
Die besten Tage Der größte prozentuale Anstieg an einem Tag ereignete sich am 15. März 1933, als der Dow Jones Industrial Average um 15,34 Prozent stieg. Hierbei ist zu beachten, dass es der erste Handelstag an der New York Stock Exchange seit 3. März 1933 war. Grund für die Handelsunterbrechung waren mehrere Bankfeiertage (National Banking Holidays), die wegen der Amtseinführung von Franklin D. Roosevelt als 32. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika erlassen wurden. Die Tabelle zeigt die besten Tage des bis 1885 zurückgerechneten Dow-Jones-Index. Rang Datum Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 1933-03-15 !15. März 1933 62,10 8,26 15,34 2 1931-10-06 !6. Oktober 1931 99,34 12,86 14,87 3 1929-10-30 !30. Oktober 1929 258,47 28,40 12,34 4 1932-09-21 !21. September 1932 75,16 7,67 11,36 5 2008-10-13 !13. Oktober 2008 9.387,61 936,42 11,08 6 2008-10-28 !28. Oktober 2008 9.065,12 889,35 10,88 7 1987-10-21 !21. Oktober 1987 2.027,85 186,84 10,15 8 1932-08-03 !3. August 1932 58,22 5,06 9,52 9 1932-02-11 !11. Februar 1932 78,60 6,80 9,47 10 1929-11-14 !14. November 1929 217,28 18,59 9,36 11 1931-12-18 !18. Dezember 1931 80,69 6,90 9,35 12 1932-02-13 !13. Februar 1932 85,82 7,22 9,19 13 1932-05-06 !6. Mai 1932 59,01 4,91 9,08 14 1933-04-19 !19. April 1933 68,31 5,66 9,03 15 1931-10-08 !8. Oktober 1931 105,79 8,47 8,70 16 1932-06-10 !10. Juni 1932 48,94 3,62 7,99 17 1939-09-05 !5. September 1939 148,12 10,03 7,26 18 1931-06-03 !3. Juni 1931 130,37 8,67 7,12 19 1932-01-06 !6. Januar 1932 76,31 5,07 7,12 20 2009-03-23 !23. März 2009 7.775,86 497,48 6,84 21 1932-10-14 !14. Oktober 1932 63,84 4,08 6,83 22 1907-03-15 !15. März 1907 59,58 3,74 6,70 23 2008-11-13 !13. November 2008 8.835,25 552,59 6,67 24 1893-07-27 !27. Juli 1893 27,00 1,68 6,64 25 1931-06-20 !20. Juni 1931 138,96 8,65 6,64 26 1933-07-24 !24. Juli 1933 94,28 5,86 6,63 27 2008-11-21 !21. November 2008 8.046,42 494,13 6,54 28 1893-08-02 !2. August 1893 28,48 1,74 6,51 29 1933-06-19 !19. Juni 1933 95,99 5,76 6,38 30 1901-05-10 !10. Mai 1901 52,50 3,14 6,36 Die schlechtesten Tage Der größte prozentuale Rückgang an einem Tag ereignete sich am 19. Oktober 1987, als der Dow Jones Industrial Average um 22,61 Prozent fiel. In einigen Publikationen wird der 12. Dezember 1914 mit 24,39 Prozent als der schlechteste Börsentag der Geschichte bezeichnet. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Neuberechnung aufgrund einer Änderung in der Zusammensetzung des Index und nicht um einen tatsächlichen Rückgang. Am 17. September 2001, als der Dow-Jones-Index um 7,13 Prozent fiel, war vorher an der Börse wegen der Terroranschläge am 11. September 2001 für mehrere Tage kein Handel möglich. Die Tabelle zeigt die schlechtesten Tage des bis 1885 zurückgerechneten Dow-Jones-Index. Rang Datum Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 1987-10-19 !19. Oktober 1987 1.738,74 -508,00 -22,61 2 1929-10-28 !28. Oktober 1929 260,64 -38,33 -12,82 3 1929-10-29 !29. Oktober 1929 230,07 -30,57 -11,73 4 1929-11-06 !6. November 1929 232,13 -25,55 -9,92 5 1899-12-18 !18. Dezember 1899 42,69 -4,08 -8,72 6 1895-12-20 !20. Dezember 1895 29,42 -2,74 -8,52 7 1932-08-12 !12. August 1932 63,11 -5,79 -8,40 8 1907-03-14 !14. März 1907 55,84 -5,05 -8,29 9 1987-10-26 !26. Oktober 1987 1.793,93 -156,83 -8,04 10 2008-10-15 !15. Oktober 2008 8.577,91 -733,08 -7,87 11 1933-07-21 !21. Juli 1933 88,71 -7,55 -7,84 12 1937-10-18 !18. Oktober 1937 125,73 -10,57 -7,75 13 2008-12-01 !1. Dezember 2008 8.149,09 -679,95 -7,70 14 1893-07-26 !26. Juli 1893 25,32 -2,02 -7,39 15 2008-10-09 !9. Oktober 2008 8.579,19 -678,91 -7,33 16 1917-02-01 !1. Februar 1917 88,52 -6,91 -7,24 17 1997-10-27 !27. Oktober 1997 7.161,15 -554,26 -7,18 18 1932-10-05 !5. Oktober 1932 66,07 -5,09 -7,15 19 2001-09-17 !17. September 2001 8.920,70 -684,81 -7,13 20 1931-09-24 !24. September 1931 107,79 -8,20 -7,07 21 1933-07-20 !20. Juli 1933 96,26 -7,32 -7,07 22 2008-09-29 !29. September 2008 10.365,45 -777,68 -6,98 23 1989-10-13 !13. Oktober 1989 2.569,26 -190,58 -6,91 24 1914-07-30 !30. Juli 1914 52,32 -3,88 -6,90 25 1988-01-08 !8. Januar 1988 1.911,31 -140,58 -6,85 26 1929-11-11 !11. November 1929 220,39 -16,14 -6,82 27 1940-05-14 !14. Mai 1940 128,27 -9,36 -6,80 28 1931-10-05 !5. Oktober 1931 86,48 -6,29 -6,78 Die besten Wochen Die beste Woche in der Geschichte des Dow-Jones-Index endete am 6. August 1932 mit einem Gewinn von 22,67 Prozent, gefolgt von der Woche vom 25. Juni 1938 mit einem Plus von 16,52 Prozent und der Woche vom 13. Februar 1932 mit einem Gewinn von 15,27 Prozent. Die Tabelle zeigt die besten Wochen des bis 1885 zurückgerechneten Dow-Jones-Index. Das Datum bezieht sich auf den letzten Handelstag der Woche. Rang Woche Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 1932-08-06 !6. August 1932 66,56 12,30 22,67 2 1938-06-25 !25. Juni 1938 131,94 18,71 16,52 3 1932-02-13 !13. Februar 1932 85,82 11,37 15,27 4 1933-04-22 !22. April 1933 72,24 9,36 14,89 5 1931-10-10 !10. Oktober 1931 105,61 12,84 13,84 6 1932-07-30 !30. Juli 1932 54,26 6,42 13,42 7 1931-06-27 !27. Juni 1931 156,93 17,97 12,93 8 1932-09-24 !24. September 1932 74,83 8,39 12,63 9 1974-10-11 !11. Oktober 1974 658,17 73,61 12,59 10 1932-08-27 !27. August 1932 75,61 8,43 12,55 11 1933-03-18 !18. März 1933 60,56 6,72 12,48 12 1903-08-15 !15. August 1903 38,80 4,09 11,78 13 1933-05-27 !27. Mai 1933 89,61 9,40 11,72 14 1900-11-10 !10. November 1900 48,70 4,89 11,17 15 1982-08-20 !20. August 1982 869,29 81,24 10,31 16 1929-12-07 !7. Dezember 1929 263,46 24,51 10,26 17 1933-10-28 !28. Oktober 1933 92,01 8,37 10,01 18 2008-11-28 !28. November 2008 8.829,04 782,62 9,73 19 1932-12-10 !10. Dezember 1932 61,25 5,42 9,71 20 1931-11-07 !7. November 1931 115,60 10,17 9,65 21 1898-05-07 !7. Mai 1898 36,92 3,22 9,55 22 1993-08-05 !5. August 1993 28,69 2,48 9,46 23 1939-09-09 !9. September 1939 150,91 12,82 9,28 24 1899-12-30 !30. Dezember 1899 48,41 4,04 9,11 25 1932-11-12 !12. November 1932 68,04 5,63 9,02 26 2009-03-13 !13. März 2009 7.223,98 597,04 9,01 27 1932-07-16 !16. Juli 1932 45,29 3,66 8,79 28 1982-10-08 !8. Oktober 1982 986,85 79,11 8,72 29 2003-03-21 !21. März 2003 8.521,97 662,26 8,43 30 1934-06-09 !9. Juni 1934 98,90 7,49 8,19 Die schlechtesten Wochen Die schlechteste Woche in der Geschichte des Dow-Jones-Index endete am 10. Oktober 2008 mit einem Verlust von 18,15 Prozent, gefolgt von der Woche vom 22. Juli 1933 mit einem Minus von 16,66 Prozent und der Woche vom 18. Mai 1940 mit einem Verlust von 15,48 Prozent. Die Tabelle zeigt die schlechtesten Wochen des bis 1885 zurückgerechneten Dow-Jones-Index. Das Datum bezieht sich auf den letzten Handelstag der Woche. Rang Woche Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 2008-10-10 !10. Oktober 2008 8.451,19 -1.874,19 -18,15 2 1933-07-22 !22. Juli 1933 88,42 -17,68 -16,66 3 1940-05-18 !18. Mai 1940 122,43 -22,42 -15,48 4 1932-10-08 !8. Oktober 1932 61,17 -10,92 -15,15 5 1895-12-21 !21. Dezember 1895 28,29 -4,91 -14,79 6 2001-09-21 !21. September 2001 8.235,81 -1369,70 -14,26 7 1931-10-03 !3. Oktober 1931 92,77 -14,59 -13,59 8 1929-11-08 !8. November 1929 236,53 -36,98 -13,52 9 1932-09-17 !17. September 1932 66,44 -10,10 -13,20 10 1987-10-23 !23. Oktober 1987 1.950,76 -295,98 -13,17 11 1933-10-21 !21. Oktober 1933 83,64 -11,95 -12,50 12 1931-12-12 !12. Dezember 1931 78,93 -11,21 -12,44 13 1915-05-08 !8. Mai 1915 62,77 -8,74 -12,22 14 1930-06-21 !21. Juni 1930 215,30 -28,95 -11,85 15 1928-12-08 !8. Dezember 1928 257,33 -33,47 -11,51 16 1938-03-26 !26. März 1938 106,63 -13,80 -11,46 17 1914-07-30 !30. Juli 1914 52,32 -6,04 -10,36 18 1896-08-08 !8. August 1896 24,36 -2,73 -10,08 19 1932-05-28 !28. Mai 1932 47,70 -5,34 -10,07 20 1931-09-19 !19. September 1931 111,74 -12,11 -9,78 21 1932-05-14 !14. Mai 1932 52,48 -5,56 -9,58 22 1932-04-09 !9. April 1932 64,48 -6,82 -9,57 23 1896-07-18 !18. Juli 1896 27,24 -2,87 -9,53 24 1987-10-16 !16. Oktober 1987 2.246,73 -235,48 -9,49 25 1937-11-20 !20. November 1937 120,45 -12,60 -9,47 26 1903-07-25 !25. Juli 1903 35,95 -3,68 -9,29 27 1930-10-11 !11. Oktober 1930 193,05 -18,05 -8,55 28 1929-10-31 !31. Oktober 1929 273,51 -25,46 -8,52 29 1893-07-29 !29. Juli 1893 26,21 -2,42 -8,45 30 1931-11-21 !21. November 1931 97,42 -8,93 -8,40 Die besten Monate Der beste Monat in der Geschichte des Dow-Jones-Index war der April 1933 mit einem Gewinn von 40,18 Prozent, gefolgt vom August 1932 mit einem Plus von 34,83 Prozent und dem Juli 1932 mit einem Gewinn um 26,66 Prozent. Die Tabelle zeigt die besten Monate des bis 1885 zurückgerechneten Dow-Jones-Index. Rang Monat Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 1933-04-00 !April 1933 77,66 22,26 40,18 2 1932-08-00 !August 1932 73,16 18,90 34,83 3 1932-07-00 !Juli 1932 54,26 11,42 26,66 4 1938-06-00 !Juni 1938 133,88 26,14 24,26 5 1915-04-00 !April 1915 71,78 10,95 18,00 6 1931-06-00 !Juni 1931 150,18 21,72 16,91 7 1928-11-00 !November 1928 293,38 41,22 16,35 8 1898-05-00 !Mai 1898 38,64 4,94 14,66 9 1897-08-00 !August 1897 40,15 5,07 14,45 10 1976-01-00 !Januar 1976 975,28 122,87 14,41 11 1904-11-00 !November 1904 52,76 6,59 14,27 12 1975-01-00 !Januar 1975 703,69 87,45 14,19 13 1987-01-00 !Januar 1987 2.158,04 262,09 13,82 14 1919-05-00 !Mai 1919 105,50 12,62 13,59 15 1939-09-00 !September 1939 152,54 18,13 13,49 16 1933-05-00 !Mai 1933 88,11 10,45 13,46 17 1931-02-00 !Februar 1931 189,66 22,11 13,20 18 1891-08-00 !August 1891 40,71 4,68 12,99 19 1933-08-00 !August 1933 102,41 11,64 12,82 20 1900-11-00 !November 1900 48,78 5,53 12,79 21 1920-03-00 !März 1920 102,81 11,50 12,59 22 1938-04-00 !April 1938 111,28 12,33 12,46 23 1885-10-00 !Oktober 1885 38,55 4,22 12,29 24 1929-06-00 !Juni 1929 333,79 36,38 12,23 25 1915-09-00 !September 1915 90,58 9,38 11,55 26 1916-09-00 !September 1916 102,90 10,65 11,54 27 1908-03-00 !März 1908 49,46 5,11 11,52 28 1982-08-00 !August 1982 901,31 92,71 11,47 29 1933-06-00 !Juni 1933 98,14 10,03 11,38 30 1898-08-00 !August 1898 44,21 4,50 11,33 Die schlechtesten Monate Der schlechteste Monat in der Geschichte des Dow-Jones-Index war der September 1931 mit einem Verlust von 30,70 Prozent, gefolgt vom März 1938 mit einem Minus von 23,67 Prozent und dem April 1932 mit einem Verlust von 23,43 Prozent. Die Tabelle zeigt die schlechtesten Monate des bis 1885 zurückgerechneten Dow-Jones-Index. Rang Monat Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 1931-09-00 !September 1931 96,61 -42,80 -30,70 2 1938-03-00 !März 1938 98,95 -30,69 -23,67 3 1932-04-00 !April 1932 56,11 -17,17 -23,43 4 1987-10-00 !Oktober 1987 1.993,53 -602,75 -23,22 5 1940-05-00 !Mai 1940 116,22 -32,21 -21,70 6 1929-10-00 !Oktober 1929 273,51 -69,94 -20,36 7 1932-05-00 !Mai 1932 44,74 -11,37 -20,26 8 1893-07-00 !Juli 1893 26,38 -5,95 -18,40 9 1930-06-00 !Juni 1930 226,34 -48,73 -17,72 10 1931-12-00 !Dezember 1931 77,90 -15,97 -17,01 11 1933-02-00 !Februar 1933 51,39 -9,51 -15,62 12 1998-08-00 !August 1998 7.539,07 -1.344,22 -15,13 13 1931-05-00 !Mai 1931 128,46 -22,73 -15,03 14 1907-10-00 !Oktober 1907 42,27 -7,34 -14,80 15 1930-09-00 !September 1930 204,90 -35,52 -14,77 16 1903-07-00 !Juli 1903 37,19 -6,09 -14,07 17 1973-11-00 !November 1973 822,25 -134,33 -14,04 18 2008-10-00 !Oktober 2008 9.336,93 -1.513,73 -13,95 19 1903-09-00 !September 1903 33,55 -5,42 -13,91 20 1932-10-00 !Oktober 1932 61,90 -9,66 -13,50 21 1919-11-00 !November 1919 103,60 -15,32 -12,88 22 1937-09-00 !September 1937 154,57 -22,84 -12,87 23 1929-11-00 !November 1929 238,95 -34,56 -12,64 24 1899-12-00 !Dezember 1899 48,41 -6,94 -12,54 25 2002-09-00 !September 2002 7.591,93 -1.071,57 -12,37 26 1931-04-00 !April 1931 151,19 -21,17 -12,28 27 1920-02-00 !Februar 1920 91,31 -12,51 -12,05 28 1899-05-00 !Mai 1899 49,46 -6,74 -11,99 29 2009-02-00 !Februar 2009 7.062,93 -937,93 -11,72 Die besten Jahre Das beste Jahr in der Geschichte des Dow-Jones-Index war 1915 mit einem Gewinn von 81,66 Prozent, gefolgt von 1933 mit einem Plus von 66,69 Prozent und 1928 mit einem Gewinn von 48,22 Prozent. Die Tabelle zeigt die besten Jahre des bis 1885 zurückgerechneten Dow-Jones-Index. Rang Jahr Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 1915 99,15 44,57 81,66 2 1933 99,90 39,97 66,69 3 1928 300,00 97,60 48,22 4 1908 63,11 20,07 46,63 5 1954 404,39 123,49 43,96 6 1904 50,99 15,01 41,72 7 1935 144,13 40,09 38,53 8 1975 852,41 236,17 38,32 9 1905 70,47 19,48 38,20 10 1958 583,65 147,96 33,96 11 1995 5.117,12 1.282,68 33,45 12 1919 107,23 25,03 30,45 13 1925 156,66 36,15 30,00 14 1927 202,40 45,20 28,75 15 1938 154,76 33,91 28,06 16 1985 1.546,67 335,10 27,66 17 1989 2.753,20 584,63 26,96 18 1945 192,91 40,59 26,65 19 1924 120,51 24,99 26,16 20 1996 6.448,27 1.331,15 26,01 21 2003 10.453,92 2.112,29 25,32 22 1999 11.497,12 2.315,69 25,22 23 1936 179,90 35,77 24,82 24 1997 7.908,25 1.459,98 22,64 25 1986 1.895,95 349,28 22,58 26 1898 44,33 8,13 22,46 27 1922 98,73 17,63 21,74 28 1897 36,20 6,30 21,07 29 1955 488,40 84,01 20,78 30 1991 3.168,83 535,17 20,32
Die schlechtesten Jahre Das schlechteste Jahr in der Geschichte des Dow-Jones-Index war 1931 mit einem Verlust von 52,67 Prozent, gefolgt von 1907 mit einem Minus von 37,73 Prozent und 2008 mit einem Verlust von 33,84 Prozent. In einigen Publikationen wird 1914 mit einem Schlussstand von 54,58 Punkten und einem Rückgang um 30,72 Prozent als eines der schlechtesten Jahre der Geschichte bezeichnet. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Neuberechnung aufgrund einer Änderung in der Zusammensetzung des Index. Der Dow Jones Industrial Average beendete 1914 den Handel mit 74,73 Punkten. Das entspricht gegenüber 1913 einem Rückgang um 5,14 Prozent. Die Tabelle zeigt die schlechtesten Jahre des bis 1885 zurückgerechneten Dow-Jones-Index. Rang Jahr Schlussstand in Punkten Veränderung in Punkten Veränderung in % 1 1931 77,90 -86,68 -52,67 2 1907 43,04 -26,08 -37,73 3 2008 8.776,39 -4.488,43 -33,84 4 1930 164,58 -83,90 -33,77 5 1920 71,95 -35,28 -32,90 6 1937 120,85 -59,05 -32,82 7 1974 616,24 -234,62 -27,57 8 1893 29,91 -9,76 -24,60 9 1903 35,98 -11,12 -23,61 10 1932 59,93 -17,97 -23,07 11 1917 74,38 -20,62 -21,71 12 1966 785,69 -183,57 -18,94 13 1910 59,60 -12,96 -17,86 14 1977 831,17 -173,48 -17,27 15 1929 248,48 -51,52 -17,17 16 2002 8.341,63 -1.679,87 -16,76 17 1973 850,86 -169,16 -16,58 18 1941 110,96 -20,17 -15,38 19 1969 800,36 -143,39 -15,19 20 1890 36,09 -5,95 -14,15 21 1957 435,69 -63,78 -12,77 22 1940 131,13 -19,11 -12,72 23 1962 652,10 -79,04 -10,81 24 1913 57,71 -6,66 -10,35 25 1960 615,89 -63,47 -9,34 26 1981 875,00 -88,99 -9,23 27 1901 47,29 -4,51 -8,71 28 1887 37,77 -3,47 -8,41 29 1946 177,20 -15,71 -8,14 30 2001 10.021,50 -765,35 -7,10 Bullenmärkte Der längste Bullenmarkt des Dow-Jones-Index dauerte zwischen 1990 und 1998 insgesamt 2.836 Tage. Der Bullenmarkt mit dem größten Gewinn ereignete sich zwischen 1923 und 1929. Investoren gewannen in dieser Zeit mit Aktien 344,5 Prozent. Seit 1900 gab es nach einer Studie des US-amerikanischen Analysehauses Ned Davis Research 35 zyklische Bullenmärkte mit einer durchschnittlichen Dauer von 751 Tagen (Median = 614 Tage). Der durchschnittliche Gewinn lag bei 85,6 Prozent (Median = 69,1 Prozent). Bullenmärkte sind nach einer Definition von Ned Davis Research Kursgewinne des Dow-Jones-Index von mindestens 30 Prozent innerhalb von 50 Tagen, ein Anstieg des Index um 13 Prozent innerhalb von 155 Tagen oder ein 30-Prozent-Reversal im geometrischen Value Line Composite Index seit 1965. Anfang Schlussstand in Punkten Ende Schlussstand in Punkten Veränderung in % Tage 1900-09-24 !24. September 1900 38,80 1901-06-17 !17. Juni 1901 57,33 47,8 266 1903-11-09 !9. November 1903 30,88 1906-01-19 !19. Januar 1906 75,45 144,4 802 1907-11-15 !15. November 1907 38,83 1909-11-19 !19. November 1909 73,64 89,7 735 1911-09-25 !25. September 1911 53,43 1912-09-30 !30. September 1912 68,97 29,1 371 1914-12-24 !24. Dezember 1914 53,17 1916-11-21 !21. November 1916 110,15 107,2 698 1917-12-19 !19. Dezember 1917 65,95 1919-11-03 !3. November 1919 119,62 81,4 684 1921-08-24 !24. August 1921 63,90 1923-03-20 !20. März 1923 105,38 64,9 573 1923-10-27 !27. Oktober 1923 85,76 1929-09-03 !3. September 1929 381,17 344,5 2.138 1929-11-13 !13. November 1929 198,69 1930-04-17 !17. April 1930 294,07 48,0 155 1932-07-08 !8. Juli 1932 41,22 1932-09-07 !7. September 1932 79,93 93,9 61 1933-02-27 !27. Februar 1933 50,16 1934-02-05 !5. Februar 1934 110,74 120,8 343 1934-07-26 !26. Juli 1934 85,51 1937-03-10 !10. März 1937 194,40 127,3 958 1938-03-31 !31. März 1938 98,95 1938-11-12 !12. November 1938 158,41 60,1 226 1939-04-08 !8. April 1939 121,44 1939-09-12 !12. September 1939 155,92 28,4 157 1942-04-28 !28. April 1942 92,92 1946-05-29 !29. Mai 1946 212,50 128,7 1.492 1947-05-17 !17. Mai 1947 163,21 1948-06-15 !15. Juni 1948 193,16 18,4 395 1949-06-13 !13. Juni 1949 161,60 1953-01-05 !5. Januar 1953 293,79 81,8 1.302 1953-09-14 !14. September 1953 255,49 1956-04-06 !6. April 1956 521,05 103,9 935 1957-10-22 !22. Oktober 1957 419,79 1960-01-05 !5. Januar 1960 685,47 63,3 805 1960-10-25 !25. Oktober 1960 566,05 1961-12-13 !13. Dezember 1961 734,91 29,8 414 1962-06-26 !26. Juni 1962 535,76 1966-02-09 !9. Februar 1966 995,15 85,7 1.324 1966-10-07 !7. Oktober 1966 744,32 1968-12-03 !3. Dezember 1968 985,21 32,4 788 1970-05-26 !26. Mai 1970 631,16 1971-04-28 !28. April 1971 950,82 50,6 337 1971-11-23 !23. November 1971 797,97 1973-01-11 !11. Januar 1973 1.051,70 31,8 415 1974-12-06 !6. Dezember 1974 577,60 1976-09-21 !21. September 1976 1.014,79 75,7 655 1978-02-28 !28. Februar 1978 742,12 1978-09-08 !8. September 1978 907,74 22,3 192 1980-04-21 !21. April 1980 759,13 1981-04-27 !27. April 1981 1.024,05 34,9 371 1982-08-12 !12. August 1982 776,92 1983-11-29 !29. November 1983 1.287,20 65,7 474 1984-07-24 !24. Juli 1984 1.086,57 1987-08-25 !25. August 1987 2.722,42 150,6 1.127 Bärenmärkte Der längste Bärenmarkt des Dow-Jones-Index dauerte zwischen 1939 und 1942 insgesamt 959 Tage. Der Bärenmarkt mit dem größten Verlust ereignete sich zwischen 1930 und 1932. Investoren verloren in dieser Zeit mit Aktien 86,0 Prozent. Seit 1901 gab es nach einer Studie des US-amerikanischen Analysehauses Ned Davis Research 34 zyklische Bärenmärkte mit einer durchschnittlichen Dauer von 406 Tagen (Median = 363 Tage). Der durchschnittliche Verlust lag bei 30,8 Prozent (Median = 26,9 Prozent). Bärenmärkte sind nach einer Definition von Ned Davis Research Kursverluste des Dow-Jones-Index von mindestens 30 Prozent innerhalb von 50 Tagen, ein Rückgang des Index um 13 Prozent innerhalb von 145 Tagen oder ein 30-Prozent-Reversal im geometrischen Value Line Composite Index seit 1965. Anfang Schlussstand in Punkten Ende Schlussstand in Punkten Veränderung in % Tage 1901-06-17 !17. Juni 1901 57,33 1903-11-09 !9. November 1903 30,88 -46,1 875 1906-01-19 !19. Januar 1906 75,45 1907-11-15 !15. November 1907 38,83 -48,5 665 1909-11-19 !19. November 1909 73,64 1911-09-25 !25. September 1911 53,43 -27,4 675 1912-09-30 !30. September 1912 68,97 1914-07-30 !30. Juli 1914 52,32 -24,1 668 1916-11-21 !21. November 1916 110,15 1917-12-19 !19. Dezember 1917 65,95 -40,1 393 1919-11-03 !3. November 1919 119,62 1921-08-24 !24. August 1921 63,90 -46,6 660 1923-03-20 !20. März 1923 105,38 1923-10-27 !27. Oktober 1923 85,76 -18,6 221 1929-09-03 !3. September 1929 381,17 1929-11-13 !13. November 1929 198,69 -47,9 71 1930-04-17 !17. April 1930 294,07 1932-07-08 !8. Juli 1932 41,22 -86,0 813 1932-09-07 !7. September 1932 79,93 1933-02-27 !27. Februar 1933 50,16 -37,2 173 1934-02-05 !5. Februar 1934 110,74 1934-07-26 !26. Juli 1934 85,51 -22,8 171 1937-03-10 !10. März 1937 194,40 1938-03-31 !31. März 1938 98,95 -49,1 386 1938-11-12 !12. November 1938 158,41 1939-04-08 !8. April 1939 121,44 -23,3 147 1939-09-12 !12. September 1939 155,92 1942-04-28 !28. April 1942 92,92 -40,4 959 1946-05-29 !29. Mai 1946 212,50 1947-05-17 !17. Mai 1947 163,21 -23,2 353 1948-06-15 !15. Juni 1948 193,16 1949-06-13 !13. Juni 1949 161,60 -16,3 363 1953-01-05 !5. Januar 1953 293,79 1953-09-14 !14. September 1953 255,49 -13,0 252 1956-04-06 !6. April 1956 521,05 1957-10-22 !22. Oktober 1957 419,79 -19,4 564 1960-01-05 !5. Januar 1960 685,47 1960-10-25 !25. Oktober 1960 566,05 -17,4 294 1961-12-13 !13. Dezember 1961 734,91 1962-06-26 !26. Juni 1962 535,76 -27,1 195 1966-02-09 !9. Februar 1966 995,15 1966-10-07 !7. Oktober 1966 744,32 -25,2 240 1968-12-03 !3. Dezember 1968 985,21 1970-05-26 !26. Mai 1970 631,16 -35,9 539 1971-04-28 !28. April 1971 950,82 1971-11-23 !23. November 1971 797,97 -16,1 209 1973-01-01 !1. Januar 1973 1.051,70 1974-12-06 !6. Dezember 1974 577,60 -45,1 694 1976-09-21 !21. September 1976 1.014,79 1978-02-28 !28. Februar 1978 742,12 -26,9 525 1978-09-08 !8. September 1978 907,74 1980-04-21 !21. April 1980 759,13 -16,4 591 1981-04-27 !27. April 1981 1.024,05 1982-08-12 !12. August 1982 776,92 -24,1 472 1983-11-29 !29. November 1983 1.287,20 1984-07-24 !24. Juli 1984 1.086,57 -15,6 238 1987-08-25 !25. August 1987 2.722,42 1987-10-19 !19. Oktober 1987 1.738,74 -36,1 55 Unternehmen im Dow-Jones-Index Der Index besteht aus 30 Aktienwerten, die am 31. Dezember 2009 zusammen einen Börsenwert von 3,537 Billionen US-Dollar besaßen. Größtes Unternehmen war ExxonMobil mit einer Marktkapitalisierung von 322,67 Milliarden US-Dollar. Die nach Gewichtung zehn größten Aktien besaßen einen Anteil von 52,88 Prozent an der Gesamtgewichtung des Index. General Electric hatte mit elf Milliarden Stück die größte Anzahl von Aktien im Umlauf und ist am längsten Mitglied im Dow-Jones-Index. Es war eines der zwölf Unternehmen, die im 1896 neu eingeführten Index gelistet wurden und ist das einzige der ersten zwölf, das sich bis heute - mit einer Unterbrechung von 1898 bis 1907 - im Index gehalten hat. Den geringsten Streubesitz unter allen 30 Unternehmen besitzt Kraft Foods mit 11 Prozent frei gehandelter Aktien. Alle Daten in der folgenden Tabelle beziehen sich auf den 31. Dezember 2009. Name
Gewichtung im DJI in %
Anzahl der Aktien in Mio.
Börsenwert in Mrd. USD
Streubesitz in %
Aufnahme
3M1 5,99 708 58,53 81,94 1976-08-09 !9. August 1976 Alcoa2 1,17 974 15,71 100,00 1959-06-01 !1. Juni 1959 American Express 2,94 1.200 48,19 88,63 1982-08-30 !30. August 1982 AT&T3 2,03 5.900 165,41 100,00 1999-11-01 !1. November 1999 Bank of America 1,09 8.700 130,27 100,00 2008-02-19 !19. Februar 2008 Boeing 3,92 727 39,33 89,30 1987-03-12 !12. März 1987 Caterpillar 4,13 623 35,49 100,00 1991-05-06 !6. Mai 1991 Chevron 5,58 2.000 154,46 100,00 2008-02-19 !19. Februar 2008 Cisco 1,74 5.800 137,72 100,00 2009-06-08 !8. Juni 2009 Coca-Cola 4,13 2.300 132,08 91,95 1987-03-12 !12. März 1987 Disney 2,34 1.900 60,15 100,00 1991-05-06 !6. Mai 1991 DuPont 2,44 904 30,43 100,00 1935-11-20 !20. November 1935 ExxonMobil4 4,94 4.700 322,67 100,00 1928-10-01 !1. Oktober 1928 General Electric 1,10 11.000 161,10 100,00 1907-11-07 !7. November 1907 Hewlett-Packard 3,73 2.400 121,78 71,50 1997-03-17 !17. März 1997 Home Depot 2,10 1.700 49,19 94,67 1999-11-01 !1. November 1999 IBM 9,49 1.600 209,44 100,00 1979-06-29 !29. Juni 1979 Intel 1,48 5.500 112,65 100,00 1999-11-01 !1. November 1999 Johnson & Johnson 4,67 2.800 177,71 100,00 1997-03-17 !17. März 1997 JPMorgan Chase & Co.5 3,02 4.100 171,05 94,40 1991-05-06 !6. Mai 1991 Kraft Foods 1,97 1.500 40,15 11,00 2008-09-22 !22. September 2008 McDonald’s 4,53 1.100 67,38 100,00 1985-10-30 !30. Oktober 1985 Merck & Co., Inc. 2,65 3.100 111,61 100,00 1979-06-29 !29. Juni 1979 Microsoft 2,21 8.900 270,64 86,28 1999-11-01 !1. November 1999 Pfizer 1,32 8.100 146,78 100,00 2004-04-08 !8. April 2004 Procter & Gamble 4,39 2.900 177,14 100,00 1932-05-26 !26. Mai 1932 Travelers 3,61 546 27,24 100,00 2009-06-08 !8. Juni 2009 United Technologies6 5,03 938 65,07 100,00 1939-03-14 !14. März 1939 Verizon Communications 2,40 2.800 94,11 100,00 2004-04-08 !8. April 2004 Wal-Mart 3,87 3.800 203,65 61,76 1997-03-17 !17. März 1997 Gesamt 100,00 99.220 3.537,13
- Aufnahme als Minnesota Mining and Manufacturing
- Aufnahme als Aluminum Company of America
- Aufnahme als SBC Communications
- Aufnahme als Standard Oil (N.J.)
- Aufnahme als J.P. Morgan & Company
- Aufnahme als United Aircraft
Das Wörgler Notgeld Nach dem ersten Weltkrieg wurden Scheidemünzen immer rarer, das Staatsamt für Finanzen (das heutige Finanzministerium) erließ eine Erlaubnis, dass Gemeinden bei herrschendem Mangel ihr Kleingeld selber drucken durften. Ab 1919 geschah dies in steigendem Ausmaß. Von Innsbruck aus wurde in Tirol damit begonnen das Notgeld zu drucken. Die Marktgemeinde Wörgl begann 1919 mit der Ausgabe des Wörgler Notgeldes im Nominalen von 10, 20, 30, 50, 75 und 90 Heller und hatte bis Ende 1920 Gültigkeit. Den Betrag, der bis dahin nicht eingelöst worden war, konnte die Gemeinde als Gewinn verbuchen, die Höhe dieses Gewinnes ist jedoch nicht mehr bekannt. In Wörgl waren aufgrund des großen Erfolges sogar mehrere Auflagen nötig. Das Wörgler Schwundgeld (Freigeld) In Wörgl war um 1932 die örtliche Zement- und Zellulosefabrikation stark zurückgegangen und die Arbeitslosenquote bedrohlich angestiegen. Die Gemeinde hatte einerseits beträchtliche Steuerausfälle, andererseits hohe Lasten durch Unterstützungsleistungen an Arbeitslose. Die Kasse war leer, und ein Ende war nicht abzusehen. Es wurde ein Wohlfahrtsausschuss gebildet, der die Ausgabe des Notgeldes organisierte. Ab Ende Juli 1932 gab die Gemeindeverwaltung unter Bürgermeister Michael Unterguggenberger als Lohn der Gemeindeangestellten eigene sogenannte Arbeitswertscheine aus, den Wörgler Schilling. Die Scheine gab es in Nennwerten von 1, 2 und 5 Schilling. Insgesamt wurden 32.000 Not-Schilling aufgelegt, die Gemeinde, welche das Schwundgeld ausgab, hat allerdings nur insgesamt 8.500 Notschilling vom Ausschuss gekauft, wovon wiederum nur ca. 6.000 Schilling durchschnittlich im Umlauf waren. Allerdings wird angenommen, dass der tatsächliche Geldumlauf innerhalb der vierzehn Monate über 400 Mal stattfand. Die Arbeitswertscheine waren umlaufgesichertes Freigeld. Ideenlieferant war dabei die Freiwirtschaftslehre Silvio Gesells. Monatlich musste eine Marke zu einem Prozent des Nennwertes der Note gekauft und in ein dafür vorgesehenes Feld auf der Vorderseite des Geldscheins geklebt werden, um ihn gültig zu erhalten. Das Geld war durch Hinterlegung von Schillingen der Gemeinde bei der Wörgler Raiffeisenkasse gedeckt und gleichwertig an den Schilling gekoppelt. Mit diesen Scheinen konnten Gemeindesteuern bezahlt werden. Einheimische Geschäftsleute nahmen Freigeld in Zahlung. Das Experiment war erfolgreich. Geldkreislauf und Wirtschaftstätigkeit wurden wiederbelebt, während das übrige Land tief in der Wirtschaftskrise steckte. Überall in Wörgl wurde gebaut und investiert. Bis in die 1980er zeugte unter anderem die Aufschrift „mit Freigeld erbaut“ auf einer Straßenbrücke davon. In den vierzehn Monaten des Experiments sank die Arbeitslosenquote in Wörgl von 21 auf 15 Prozent ab, während sie im übrigen Land weiter anstieg. Die positiven Auswirkungen führten dazu, dass der Modellversuch in der Presse als das „Wunder von Wörgl“ gepriesen wurde. Das Interesse daran stieg derart, dass über hundert weitere Gemeinden im Umkreis von Wörgl dem Beispiel folgen wollten. Auch im Ausland und in Übersee fand die Aktion starke Beachtung und Nachahmer. Aus Frankreich reiste der Finanzminister und spätere Ministerpräsident Édouard Daladier nach Wörgl, und in den USA schlug der Wirtschaftswissenschaftler Irving Fisher der amerikanischen Regierung – wenn auch vergeblich – vor, ein Wörgl-ähnliches Geld mit dem Namen Stamp Scrip zur Überwindung der Wirtschaftskrise einzuführen. Allerdings erhob die Oesterreichische Nationalbank gegen die Wörgler Freigeld-Aktion vor Gericht erfolgreich Einspruch, weil allein ihr das Recht auf Ausgabe von Münzen und Banknoten zustand. Das Experiment von Wörgl und alle weiteren Planungen wurden verboten. Unter Drohung von Armeeeinsatz beendete Wörgl das Experiment im September 1933. WIR Bank Vorlage:Infobox_Kreditinstitut/Wartung/ID_fehlerhaftDie WIR Bank ist eine gesamtschweizerische Mittelstandsbank mit sieben Filialen, die aus der Selbsthilfeorganisation WIR Wirtschaftsring-Genossenschaft hervorging. Geschichte Die Wirtschaftsring-Genossenschaft wurde 1934 durch Werner Zimmermann, Paul Enz und weitere 14 Personen gegründet. Die Idee geht auf ein ähnliches bargeldloses Verrechnungssystem der J.A.K.-Genossenschaft (die sog. "Afregningscentralen") zurück, das ebenfalls 1934 initiiert wurde. Zimmermann und Enz schauten sich dieses dänische System 1934 während zwei Studienreisen vor Ort an. 1936 erhielt sie den Bankenstatus. Während der Weltwirtschaftskrise und der damit verbundenen knappen Liquidität horteten Unternehmen ihr Geld anstatt es zu investieren, was die Knappheit der Geldmenge verstärkte. Mit der Gründung der Wirtschaftsring-Genossenschaft reagierten Gewerbetreibende auf diese Krise mit dieser Selbsthilfe-Initiative. Um etwas gegen die Geldhortung zu unternehmen, wurde die Komplementärwährung WIR geschaffen, die auf der Freigeld-Theorie von Silvio Gesell basiert. Der Wert des WIR ist an den Schweizer Franken gebunden (1 WIR = 1 CHF). Ein Hauptmerkmal ist die Zinsfreiheit. Die Guthaben auf den Konten werden nicht verzinst. Dies ist ein Anreiz, das Geld schnell wieder auszugeben und unter den Teilnehmern - kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) in der Schweiz - für Umsatz zu sorgen. In den Anfangszeiten wurde auf den Guthaben nicht nur kein Zins bezahlt, sondern eine Rückhaltegebühr verlangt. Diese sollte den Anreiz noch zusätzlich verstärken, das Geld schnell wieder in Umlauf zu bringen. Diese Umlaufsicherung wurde 1948 aufgegeben, aber WIR-Guthaben werden noch heute nicht verzinst. 1998 änderte sie ihren Namen in WIR Bank Genossenschaft. Neben einer normalen Banktätigkeit unterhält sie weiterhin das WIR-System, das die KMUs fördern soll. Zahlen Per Ende 2009 wies die WIR Bank eine Bilanzsumme von 3,719 Milliarden Franken aus, davon entfielen 876,3 Millionen Franken auf Kredite in WIR (Währungskürzel CHW). Insgesamt wurden 2009 rund 1,6 Milliarden äquivalente Franken mit WIR umgesetzt. Das WIR-Verrechnungssystem Das WIR-System stellt mit dem WIR-Geld im Teilnehmerkreis gebundene Kaufkraft dar. Gemäss den Statuten bezweckt es, die angeschlossenen Teilnehmer zu fördern, ihre Kaufkraft durch das WIR-System einander dienstbar zu machen und in den eigenen Reihen zu halten, um damit den Teilnehmern zusätzlichen Umsatz zu verschaffen. Das WIR-Verrechnungssystem funktioniert als bargeldloser Zahlungsverkehr unter den WIR-Teilnehmern. Guthaben und Belastungen auf den Konten der Teilnehmer werden am Hauptsitz der WIR Bank in Basel verbucht. Ein scheckartiges Papier, der Buchungsauftrag, oder der WIR-Zahlungsschein dienen dabei als Zahlungsmittel. Mit der WIR-Karte, die vor allem in der Gastronomie und im Detailhandel zum Einsatz kommt, tätigen die Kundinnen und Kunden reine WIR-Zahlungen, kombinierte WIR-/CHF-Zahlungen und reine CHF-Zahlungen. Zahlungen in WIR und CHF können auch mittels Electronic Banking und seit Mitte 2008 mittels Internet-Banking ausgeführt werden. Insgesamt nahmen 2008 über 70'000 Klein- und Mittelunternehmen, verteilt über die ganze Schweiz und auf alle Branchen, am WIR-Verrechnungsverkehr teil. Jeder WIR-Teilnehmer legt seinen individuellen WIR-Annahmesatz fest, den Prozentsatz, zu welchem er Zahlungen in WIR entgegennehmen will (mindestens jedoch 30% auf die ersten 2000 Franken eines Geschäfts). Dabei wird ein WIR-Franken einem Schweizer Franken gleichgesetzt. Zum Auffinden von möglichen WIR-Geschäftspartnern existieren ein Web-basiertes Teilnehmerverzeichnis sowie ein gedrucktes Gastronomie-Verzeichnis. Darin sind alle Teilnehmer mit einem festen WIR-Annahmesatz aufgeführt. Ausserdem finden in der Schweiz jährlich vier WIR-Verkaufsmessen in Luzern, Wettingen, Bern und Zürich statt, an denen die WIR-Teilnehmer als Aussteller und Kunden auftreten. Der WIR-Franken erhielt 2004 den dreistelligen Buchstabencode CHW nach ISO 4217 in Entsprechung zur Landeswährung CHF (Schweizer Franken). An Laden- oder Hoteleingängen in der Schweiz wird mit dem WIR-Signet auf die Möglichkeit hingewiesen, die Leistungen ganz oder teilweise in WIR-Geld zu bezahlen. WIR-Geldschöpfung WIR-Guthaben werden mittels Krediten von der WIR Bank geschaffen, wobei der Kreditnehmer der WIR Bank einen Vermögenswert verpfändet, also eine Sicherheit stellt, wie er es bei einer üblichen Geschäftsbank ebenfalls tun würde. Die Kredite stammen aus direkter, eigener Geldschöpfung der WIR Bank. Die WIR Bank hat im WIR-System eine ähnliche Geldschöpfungsfunktion wie die Schweizerische Nationalbank als Zentralbank der Schweizer Franken. Konten werden häufig entweder im Rahmen eines ersten Geschäftsabschlusses mit WIR-Geld oder eines Kredits eröffnet. WIR-Guthaben verfügen über keine Deckung durch Schweizer Franken. Die WIR-Kredite werden, je nach Art des Kredites, durch Grundpfandrechte, Bankgarantien, Lebensversicherungen usw. abgesichert. Im WIR-Bereich werden Bau-, Hypothekar-, Kontokorrent- und Investitionskredite angeboten. Der WIR Bank entstehen aus ihrer Geldschöpfung keine Kredit- bzw. Refinanzierungskosten. Sie selbst muss für die vergebenen Kredite also keine Zinsen aufbringen. Genau aus diesem Grund kann sie ihre Kredite gegen besonders niedrige Zinssätze zur Verfügung stellen. Obwohl ein WIR-Franken einem Schweizer Franken gleichgesetzt ist, wird der WIR-Franken in der Praxis zu weniger als einem Franken bewertet und getauscht. Die Leitung des damaligen Wirtschaftsrings hat deshalb 1973 den Teilnehmern den Handel von WIR-Geld gegen Schweizer Franken oder andere Währungen verboten. Bei Verstössen gegen die Geschäftsbedingungen drohen Ausschluss aus dem WIR-System und hohe Konventionalstrafen. Die WIR Bank geht so rigoros gegen den Handel mit WIR-Guthaben vor, weil diese Praktiken das WIR-System aushöhlen und der Qualität der WIR-Verrechnung schaden
Es entwickelten sich die typischen Zeichen einer deflationären Abwärtsspirale: Abnehmende Geldmenge → Sinkende Löhne → Geldhortung (Konsumrückgang) → Warenstau → Firmenpleiten → Entlassungen → Massenarbeitslosigkeit. In Berücksichtigung des Eigennutzes trat Gesell ein für freien, fairen Wettbewerb mit gleichen Chancen für alle. Dazu gehörte für ihn der Abbau aller ererbten und gesetzlichen Vorrechte. Jeder sollte sich allein auf seine persönlichen Fähigkeiten abstützen müssen, damit aber auch sein Auskommen finden können. In der von ihm angestrebten „natürlichen Wirtschaftsordnung“ würde der freie Wettbewerb den Begabtesten gerechterweise das höchste Einkommen sichern, ohne Verfälschung durch Zins und Bodenrente. Ebenso würde sie den weniger Befähigten ein ausreichendes Auskommen gewähren, weil ihnen keine Abgaben für Zins und Bodenrente auferlegt sein würden. Ein gerechter Ausgleich von Arm und Reich wäre möglich. Daneben stünden für die Unterstützung von Bedürftigen genügend Mittel zur Verfügung, weil das erhöhte Durchschnittseinkommen jedem erlaube, für sie das Nötige aufzuwenden.
Einsichten und Folgerungen Unter dem Einfluss der wirtschaftlichen Krisen Argentiniens auf die eigene Geschäftstätigkeit stellte Gesell die These auf, dass eine gleichmäßige Umlaufgeschwindigkeit des Geldes für eine krisenfreie Wirtschaft von hoher Bedeutung sei. Gesell forderte, dass Geld der Wirtschaft nur als Tauschmittel dienen, sie aber nicht als Hortungsmittel lähmen darf. Alles in der Natur unterliege dem rhythmischen Wechsel von Werden und Vergehen, nur das Geld scheine der Vergänglichkeit alles Irdischen entzogen. Da das Geld im Gegensatz zu Waren und menschlicher Arbeitskraft weder „rostet“ noch „verdirbt“, kann ein Geldbesitzer sein Geld nach Gesells Auffassung ohne Nachteil zurückhalten, „horten“. Er kann warten, bis die Waren für ihn billig oder die Zinsen hoch genug sind. Mit dem Zuwarten stört er den Wirtschaftskreislauf. Händler werden gezwungen, ihre Preise zu senken. In der Folge müssen sie ihre Kosten durch Kredite decken. Diesen Bedarf lässt sich der Geldbesitzer nach Gesells Vorstellungen durch den Zins belohnen, ein Einkommen, für das er keine Leistung erbringt. Die Zinseinnahme verleiht er erneut, so dass seine Zinseinnahmen ständig wachsen (Zinseszins). So werden nach Gesell „leistungslos“ Reichtümer dort angehäuft, wo sie nicht benötigt werden. Im Gegenzug dazu wird der arbeitenden Bevölkerung der ihr zustehende volle Arbeitsertrag vorenthalten. Durch die Marktüberlegenheit des Geldbesitzers sah Gesell das freie Kräftespiel zwischen Verkäufer und Käufer grundlegend gestört. Daraus zog er den Schluss, Geld solle in seinem Wesen der Natur entsprechen und natürlichen Dingen nachgebildet sein. Das Geld in der Hand eines Geldbesitzers müsse wie menschliche Arbeitskraft und Waren mit der Zeit an Wert einbüßen, dann habe es auf dem Markt keine Vormachtstellung mehr. Geld wäre einem ständigen Weitergabedruck unterstellt. Jeder Geldbesitzer werde sein Geld nicht zu lange zurückhalten, sondern damit Waren oder Dienstleistungen kaufen, laufende Rechnungen begleichen oder es ohne Zinsforderung verleihen, um so der Wertminderung zu entgehen. So wirke Geld als Diener des Menschen und nicht als dessen Herrscher. Dieses Geld nannte Gesell „Freigeld“. Die Ausgabe des Freigeldes soll dem Staat vorbehalten sein, der hierfür ein Währungsamt einzurichten hat. Bei Inflationsgefahr soll das Währungsamt Freigeld einziehen, bei Deflationsgefahr solches ausgeben. Mit ihm wäre die schädliche risikofreie Hortungsfähigkeit des Geldes überwunden. Zur Verwirklichung seiner Idee schlug er den Wechsel vom damals noch vorherrschenden Münzgeld zu Papiergeld vor, an dem sich die erforderlichen Vermerke über Wertminderung oder Gültigkeitsverfall eines Geldscheins vornehmen lassen. Wegen seiner Wertminderung würde Freigeld auch bei sinkenden Preisen (Deflation) und niedrigen Zinssätzen nicht gehortet werden. Gesell glaubte, auf diese Weise käme es zu einem starken und dauerhaften Kapitalangebot für die Wirtschaft. Er wollte so „den Zins in einem Meer von Kapital ersäufen“, wie er sich ausdrückte. Durch seinen gesicherten Umlauf würde Freigeld der Wirtschaft Krisen ersparen und durch das Absinken des allgemeinen Zinsniveaus zugleich die soziale Frage lösen. Stabiles Geld – stabile Wirtschaft Oberstes Ziel Gesells war eine Wirtschaft ohne störende Konjunkturschwankungen und eine gerechte soziale Ordnung. Im Hinblick darauf forderte Silvio Gesell auch einen stabilen Geldwert, verbunden mit freien Wechselkursen und Aufhebung der Golddeckung. Dies bedeutet die Lösung der Geldmenge von den Goldvorräten der Zentralbanken wie auch die Aufhebung ihrer Einlösungspflicht von Geld gegen Gold. Erst durch den durch Freigeld gesicherten stetigen Geldumlauf werde es möglich, die Menge des Geldes so zu dosieren, dass seine Kaufkraft und damit auch die Preise stabil bleiben. Der Zentralbank, in Deutschland damals die Reichsbank, solle das Recht zur Ausgabe von Banknoten entzogen und einem unabhängigen Währungsamt übertragen werden. Zum Steuern der Geldmenge genügten ihm lediglich eine Druckerpresse zum Druck von Banknoten bei Geldmangel und ein Ofen zum Verbrennen derselben bei Geldüberschuss. Es gäbe keine massiven Schwankungen in der Wirtschaft und keine störenden Deflationen und Inflationen mehr. Auch die sozialen Unruhen durch hohe Arbeitslosigkeit würden, laut Gesell, dauerhaft beseitigt. Sein Steuersystem beruhte auf der Zeitfaktor-Ökonomie. In Ergänzung zu flexiblen Wechselkursen schlug Gesell auch die Bildung einer internationalen Zahlungsvereinigung (Internationale Valuta-Assoziation, IVA) und die Einführung einer internationalen Währung mit Umlaufsicherung vor. Damit wollte er den internationalen Zahlungsverkehr erleichtern und ihn von bestehenden Länderwährungen unabhängig machen. Urzins Bei seinen Untersuchungen entdeckte Gesell einen allen Zinsforderungen zugrunde liegenden Zinsanteil, den er Urzins nannte, einen Mehrwert des Geldes. Den Urzins begründete Gesell ebenfalls mit der Überlegenheit des Geldes über Arbeitskraft und Waren. Er sei eine unvermeidliche Begleiterscheinung einer Wirtschaft mit Geldgebrauch. Der Urzins sei es, der dem Geldbesitzer als Kreditgeber (Gläubiger) einen leistungslos zufallenden Anteil am Arbeitsertrag seines Kreditnehmers (Schuldners) und seiner Kunden zuführe und dadurch zu großer sozialer Ungerechtigkeit führe. Unter den Urzins sei über Jahrhunderte hinweg kein Zins je gesunken. Seine Höhe gab er mit zwei bis drei Prozent an. Alle Zinsforderungen sah Gesell als Summe aus Urzins, Inflationsausgleich und Risikoanteil. Dazu komme, solange die Wirtschaft wächst, ein produktionsbedingter Wachstumsanteil, den er Darlehenszins auf Sachgütern nannte. Schließlich fordere die Bank für Kreditvermittlung ein Vermittlerentgelt. Damit setze sich Zins aus fünf Anteilen zusammen, auch wenn sie in der Praxis nicht einzeln ausgehandelt würden. Könne die Überlegenheit des Geldes auf dem Markt durch die Einführung von Freigeld beseitigt werden, so würde sich nach Gesell der Urzins auf null abbauen und aus sämtlichen Zinsarten verschwinden. Weil durch Freigeld zugleich Inflation und Deflation weitgehend überwunden werden könnten, würde automatisch auch der Inflationsausgleich im Zins wegfallen. Weiterhin ergäben sich aus einem stabileren Wirtschaftsverlauf geringere Kreditrisiken, so dass auch der Risikoanteil im Zins zurückginge. Ohne Wirtschaftswachstum würde schließlich noch der Wachstumsanteil wegfallen, so dass praktisch von einem Nullzins gesprochen werden könne. Das Schrumpfen der Zinshöhe führe zu einer bedeutenden allgemeinen Entlastung der Wirtschaft und der Bevölkerung eines Landes von Zinskosten. Auf der anderen Seite wäre das Anhäufen leistungslos erworbenen Reichtums aus Zinseinnahmen nicht mehr möglich. Stattdessen ergäbe sich ein grundsätzlich größerer Wohlstand der arbeitenden Bevölkerung und eine weitgehende Lösung der sozialen Frage. Mit der Erklärung des Zinsproblems aus dem Urzins als Erscheinung einer Geldwirtschaft stellte sich Silvio Gesell in Gegensatz zu Karl Marx, der den Zins aus den Produktionsverhältnissen der Wirtschaft erklärte. Es entging Gesell jedoch, dass auch sein Darlehenszins ein produktionsbedingter Zinsanteil ist, ein Mehrwert des produktiven Kapitals. Er glaubte, der Darlehenszins könne nach Einführung des Freigeldes völlig zum Verschwinden gebracht werden, weil schließlich das Angebot von Krediten die Nachfrage danach übersteigen und dadurch der Darlehenszins zu null werde. Er verkannte, dass stets neuartige Investitionsbedürfnisse auftreten, die zu neuer Kreditnachfrage führen. Bodenreform Gesell erkannte auch im Bereich des Bodenrechts die Möglichkeit, leistungslose Einkommen zu beziehen. Diese besteht für die Bodeneigentümer darin, von ihren Pächtern und Mietern Bodenrente zu verlangen. Darüber hinaus würden Großgeldbesitzer, denen leistungslose Einkommen aus Zinsen nach der Einführung von Freigeld beschnitten seien, auf den Aufkauf von Grundstücken ausweichen. Dadurch würden die Grundstückspreise in unermessliche Höhen klettern, sehr zum Nachteil aller Übrigen, weil jeder Mensch zum Leben und Arbeiten auf Boden angewiesen sei. Um auch hier Abhilfe zu schaffen, forderte Gesell, den Boden gegen Entschädigung in öffentliches Eigentum zu überführen, ihn zugleich aber seinen bisherigen Eigentümern gegen Entrichtung einer ständig wiederkehrenden Nutzungsabgabe an den Staat weiterhin zur Nutzung zu überlassen. Die darauf errichteten Gebäude und sonstigen Einrichtungen blieben hingegen weiterhin Privateigentum. Damit würde die Bodenrente der Allgemeinheit zufließen. Handel und Spekulation mit Boden wären unmöglich. Die Höhe der Abgabe solle für jedes Grundstück gesondert in einem Meistbietungsverfahren ermittelt und von Zeit zu Zeit veränderten Verhältnissen angepasst werden. Solchen Boden nannte Gesell „Freiland“. Bei diesen Überlegungen ging Gesell davon aus, dass Boden ein Produkt der Natur und nicht des Menschen ist. Die Erde sollte allen Menschen gleichermaßen gehören. Deshalb durfte es für Gesell an Boden kein privates Eigentum geben, im Gegensatz zu den darauf bestehenden Einrichtungen. Eigentum an Boden sollte allein dem Staat zustehen. Die Einkünfte des Staates aus den laufenden Bodennutzungsabgaben wollte Gesell in voller Höhe als Mutterrente an die Mütter verteilt haben gemäß der Zahl ihrer Kinder. Gesell glaubte, der Wert des Bodens und damit die Bodenrente stiegen mit zunehmender Zahl der Bewohner eines Landes und damit zunehmender Nachfrage nach Boden. Mit der Mutterrente verfolgte Gesell das Ziel, Frauen von Männern wirtschaftlich unabhängig zu machen, damit sie aus Liebe und nicht um der Versorgung willen einen Mann heiraten. Zusammen mit dem Wegfall des Urzinses sollte der Wegfall der Bodenrente den Arbeitenden das Recht auf den vollen Arbeitsertrag sichern Historisches Seit es Eigentum gibt, wird Zins verlangt und gezahlt. Schon die ersten Hochkulturen trafen daher Regelungen, die Höhe des Zinses zu begrenzen. In Mesopotamien ist der Codex Hammurapi überliefert, der in § 89 einen maximalen Zinssatz von 20% für Silberkredite und 33 1/3% für Gerstenkredite vorschrieb. Im klassischen Griechenland und Römischen Reich sind Zinssätze von 6 % bis 10% überliefert. Auch hier bestanden gesetzliche Regelungen gegen Wucher. Die Zinssätze schwankten je nach Bonität und wirtschaftlicher Lage. Im Mittelalter bestand kein geregeltes Bankwesen. Verbindlichkeiten entstanden meist aus Notlagen, das Zinsniveau war dementsprechend hoch. Ab der Renaissance entwickelt sich wieder ein Bankwesen, beginnend in Norditalien. Gute Schuldner hatten die Möglichkeit, sich ab 4 % zu finanzieren. Auch die Höhe der Zinssätze für Staatsanleihen stabiler Staaten im 18. und 19. Jahrhundert lagen zwischen 3 % und 5 %. Entsprechend legte das BGB den gesetzlichen Zinssatz auf 4 % fest (§ 246 BGB). Mit der Hyperinflation nach dem Ersten Weltkrieg stiegen auch die Zinssätze in astronomische Höhen. Seitdem schwanken die Zinssätze mit der Konjunktur und der Inflation. Als Hochzinsphase der Nachkriegszeit gelten die 1970er Jahre, während die Zinsen sich derzeit auf niedrigem Niveau befinden. Zinsen wurden in vergangenen Jahrhunderten an bestimmten Tagen im Jahr fällig (sogenannte Zinstage) und mussten bezahlt werden (Zahltag). Kritik am Zins Bei der Kritik ist zu unterscheiden zwischen religiösen, ethischen und ökonomischen Aspekten. Im Tanach wird Juden das Nehmen von Zinsen untereinander verboten, „Fremden“ gegenüber hingegen erlaubt. Christen wurde bis in das 18. Jahrhundert durch päpstliche Erlasse das Nehmen von Zinsen generell verboten (siehe Zinsverbot, Enzyklika Vix pervenit). In einigen Staaten wird die Shariah so ausgelegt, dass jegliches Nehmen von Geldzinsen Wucher entspricht, und damit verboten ist. Zum Zinsverbot im Islam siehe Islamisches Bankwesen. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde unter anderem von Gottfried Feder die sogenannte Brechung der Zinsknechtschaft gefordert. Darunter verstand Feder, dass das deutsche Volk sich in einem kontinuierlichen Abhängigkeits- und Ausbeutungszustand durch jüdisch geführte Finanzinstitute befinde. Nach freiwirtschaftlicher Auffassung ist nicht der Zins das Problem, sondern der Anteil des Zinses - die Liquiditätsprämie - der ein marktgerechtes Absinken des Zinsniveaus auf etwa Null verhindert. In der Situation, in der das Zinsniveau die Liquiditätsprämie unterschreiten würde, würde nicht mehr (ausreichend) investiert. In Folge würde die „Geldhortung“ (Liquiditätsfalle) dazu führen, dass die Geld-Umlaufgeschwindigkeit weiter reduziert würde und dies zu deflationären Zuständen führe. Vereinzelt wird die Berechtigung zur Erhebung von Zins im Zusammenhang mit der Giralgeldschöpfung als fragwürdig bezeichnet, weil hier der Schuldner neben Tilgung und Besicherung des Kredits im vollen Umfang und über die gesamte Laufzeit Zinsen zahlen muss, obwohl die kreditausgebende Geschäftsbank auf einen Teil des Kreditbetrags Zinseinnahmen erzielt, ohne das bei der Geldschöpfung nennenswerte Kosten entstanden sind Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.“
– MEW 4:462
„Die politische Gewalt im eigentlichen Sinne ist die organisierte Gewalt einer Klasse zur Unterdrückung einer andern.“
– MEW 4:482
Marx definiert zwei Hauptklassen der Gesellschaft: Einerseits die Bourgeoisie bzw. die Klasse der Kapitalisten, welche die zur Produktion notwendigen Produktionsmittel (Boden, Fabriken, Maschinen etc.) besitzen, und die heute im Allgemeinen Arbeitgeber genannt werden. Diese Klasse setzt Marx auch mit der „herrschenden Klasse“ gleich, nach deren Interessen die Gesellschaft strukturiert sei und deren Gedanken die öffentliche Meinung und Ideologie bestimmen: „Die herrschenden Ideen einer Zeit waren stets nur die Ideen der herrschenden Klasse.“ (MEW 4: 480) Andererseits das Proletariat, d. h. die Klasse der Arbeiter, die keine eigenen Produktionsmittel besitzen und deshalb gezwungen sind, Lohnarbeit zu verrichten, um ihre Lebensbedürfnisse zu befriedigen. Auch Angestellte zählen in gewissem Sinne zum Proletariat, wenngleich Marx oft die Produktivität des Herstellens beim Arbeiter betont, während die Angestellten nur bereits hergestellte Produkte zu verkaufen helfen, also keine Arbeit im eigentlichen Sinne, sondern „Dienst“ verrichten. Beide aber leben vom Verkauf ihrer Arbeitskraft an einen Kapitalisten, der ihnen für ihre Arbeit oder ihren Dienst einen Lohn ausbezahlt. Dieser Lohn sei in etwa so bemessen, dass der Proletarier seine Arbeitskraft „reproduzieren“ kann (Essen, Wohnen, Erholung), jedoch anderseits nicht selbst Produktionsmittel kaufen kann, wodurch er von der Lohnarbeit abhängig bleibe. Marx bezeichnet die Lohnarbeit deswegen auch oft als „Zwangsarbeit“. Eine dritte Klasse ist das Kleinbürgertum, d. h. die Klassen der Kleinunternehmer und Selbstständigen. Diese Klasse jedoch werde vom Großbürgertum zunehmend verdrängt und letztlich ins Proletariat hinabgedrängt. Außerdem existiere ein Sub- oder Lumpenproletariat aus Obdachlosen, Bettlern und Tagelöhnern, dem er ebenso wie dem Kleinbürgertum keine gesellschaftliche oder gar revolutionäre Bedeutung beimisst. Formell sind in der bürgerlichen Gesellschaft alle Mitglieder frei und rechtsgleich. De facto aber können für Marx die Proletarier nur wählen, an wen sie ihre Arbeitskraft verkaufen, d. h. von welchen Ketten sie sich fesseln lassen. Solange das bürgerliche Recht auf Eigentum an Produktionsmitteln herrsche, bedeute juristische Gleichheit zwangsläufig soziale Ungleichheit, die durch die Anerkennung der bürgerlichen Ordnung und des bürgerlichen Staates reproduziert und aufrechterhalten werde. Gesellschaftlicher Widerspruch und Krise Die Anhäufung (Akkumulation) des gesellschaftlichen Reichtums erfolge im Kapitalismus also stets nur über die Ausbeutung fremder Arbeitskraft als Lohnarbeit. Der Kapitalist zahle dem Arbeiter nur einen Teil des von ihm im Produktionsprozess geschaffenen tatsächlichen Wertes als Lohn aus – das reale Mehrprodukt der gesellschaftlich verrichteten Arbeit komme aber nicht der Gesellschaft insgesamt zugute, sondern werde privat als Mehrwert angeeignet. Diese private Aneignung des Mehrprodukts, aber auch der schöpferischen Arbeitskraft der Individuen überhaupt, prangert Marx deshalb als Ausbeutung an. Die vom Kapitalisten gewonnene Profitrate sinke nach Marx jedoch immer weiter, wie er in seinem Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate darstellt. Einerseits sei dieser Fall der Profitrate durch den zunehmenden Einsatz von Maschinen bedingt, da nach der Arbeitswertlehre die wertschöpfende Instanz einzig in der menschlichen Arbeitskraft liege, welche durch den Einsatz von Maschinen kontinuierlich abnehme (Fixes Kapital vs. Variables Kapital). Andererseits sinke die Profitrate auch aufgrund der Konkurrenz der Kapitalisten untereinander, die sich stets unterbieten müssen, um auf dem Markt bestehen zu können. Um diese durch stetig sinkende Einnahmen entstehenden Kosten auszugleichen, müsse der Kapitalist auf der anderen Seite Ausgaben einsparen – vornehmlich durch Senkung der Produktionskosten, d. h. durch Lohnsenkungen der Arbeiter oder durch Verlängerung der Arbeitszeit sowie Steigerung der Arbeitsproduktivität. Der aus dieser Konstellation unvermeidliche Widerspruch zwischen dem Verwertungsinteresse des Kapitals und den Bedürfnissen des Proletariats bestimmt nach Marx den grundsätzlich antagonistischen Charakter der kapitalistischen Produktionsweise und sei letztlich die Ursache für die regelmäßig auftretenden Krisen des Kapitalismus, die schließlich auch zu revolutionären Erhebungen der Arbeiter führen müssen. Mit der durch die ökonomischen Widersprüche des Kapitalismus bedingten Unausweichlichkeit revolutionärer Aufstände schlage schließlich die weltgeschichtliche Stunde der kommunistischen Revolution. Das Kapital produziere seine eigenen „Totengräber“. Die Entfremdung der Arbeit
Nicht nur in der Ausbeutung des Arbeiters und im unversöhnlichen Widerspruch der Klasseninteressen besteht für Marx das Problem des Kapitalismus. Die ganze Existenz des Menschen, sein Menschsein selbst, sieht er durch die kapitalistischen Verhältnisse entfremdet und geknechtet. Das Wesen der menschlichen Existenz lokalisiert er, im Anschluss an Hegel sowie an Feuerbachs Begriff des „Gattungswesens“, in der Fähigkeit des Menschen, seine Umwelt schöpferisch und frei zu gestalten. Die zentrale Kategorie der Marx’schen Philosophie ist deshalb der Begriff der Arbeit, welche Marx als „Stoffwechsel mit der Natur“ definiert. Arbeit ist für ihn, wie schon für Hegel, die Universalkategorie der menschlichen Existenz: „Als Bildnerin von Gebrauchswerten, als nützliche Arbeit, ist die Arbeit daher eine von allen Gesellschaftsformen unabhängige Existenzbedingung des Menschen, ewige Naturnotwendigkeit, um den Stoffwechsel zwischen Mensch und Natur, also das menschliche Leben zu vermitteln.“
– MEW 23:57
Im Kapitalismus aber sei die Arbeit auf grundlegende Weise entfremdet und pervertiert. Denn Arbeit im Kapitalismus werde nicht im Interesse der Schaffung von Gebrauchswerten verrichtet, und noch weniger zur Verwirklichung kreativer Schöpferkraft, sondern lediglich zur Erzielung von Tauschwerten. Der Arbeiter könne über seine Arbeitskraft nicht frei verfügen, sondern müsse sie nach den Vorgaben des Kapitalisten einsetzen, für den er arbeitet. Die Güter, die er so produziert, erlebe der Arbeiter nicht mehr als seine eigenen, sondern als fremde; er könne sich in den Ergebnissen seiner eigenen Tätigkeit nicht wiedererkennen. Diesen Prozess bezeichnet Marx, auch hierin Hegel folgend, als „Entfremdung“ bzw. „Entäußerung“. „Worin besteht nun die Entäußerung der Arbeit? Erstens, dass die Arbeit dem Arbeiter äußerlich ist, d. h. nicht zu seinem Wesen gehört, dass er sich daher in seiner Arbeit nicht bejaht, sondern verneint, nicht wohl, sondern unglücklich fühlt, keine freie physische und geistige Energie entwickelt, sondern seine Physis abkasteit und seinen Geist ruiniert. Der Arbeiter fühlt sich daher erst außer der Arbeit bei sich und in der Arbeit außer sich. Zu Hause ist er, wenn er nicht arbeitet, und wenn er arbeitet, ist er nicht zu Hause. Seine Arbeit ist daher nicht freiwillig, sondern gezwungen, Zwangsarbeit. Sie ist daher nicht die Befriedigung eines Bedürfnisses, sondern sie ist nur ein Mittel, um Bedürfnisse außer ihr zu befriedigen.“ – Ökonomisch-philosophische Manuskripte aus dem Jahre 1844, MEW Ergänzungsband I:514 Ideologiekritik Der Fetischcharakter der Ware In seinem späteren Werk tritt an die Stelle des philosophisch voraussetzungsvollen Entfremdungsbegriffs (der ja implizit die Vorstellung einer nicht-entfremdeten Arbeit voraussetzt) der Begriff des „Warenfetischismus“, wie er im ersten Band des Kapitals im berühmten Kapitel über den „Fetischcharakter der Ware und ihr Geheimnis“ entwickelt wird. Damit ist die Verschleierung der geleisteten menschlichen Arbeit gemeint, die man einem fertigen, als Ware zirkulierenden Produkt nicht mehr ansieht. Auch dies ist der Sache nach eine Form der Entfremdung, dient im Kontext des Kapitals jedoch nicht mehr so sehr zur Bestimmung des Elends der Arbeiter, sondern zum Verständnis der ideologischen Struktur der kapitalistischen Gesellschaft. Je weniger die Menschen sich in den Produkten ihrer Arbeit wiedererkennen und sie als von ihnen selbst gemachte Produkte begreifen können, desto selbständiger erscheinen ihnen diese Produkte selbst. Insbesondere in der Form des Geldes und des Kapitals – beide nichts weiter als akkumulierte, angehäufte Waren in abstrakter Form – erscheinen die Produkte der menschlichen Arbeit als verselbständigte, „automatische Subjekte“. (MEW 23:169) Die Verwandlung von Geld in mehr Geld, auf dessen Prinzip der Kapitalismus beruhe, erscheine als selbständige Bewegung des Geldes (etwa in der Form des scheinbar selbsttätigen Zinses), nicht als Resultat menschlicher Arbeit. Dadurch werden, so Marx, die dinglichen Objekte zu Subjekten, und umgekehrt die menschlichen Subjekte zu ohnmächtigen Objekten. Die Warenproduzenten werden von ihren Produkten beherrscht: „Ihre eigne gesellschaftliche Bewegung besitzt für sie die Form einer Bewegung von Sachen, unter deren Kontrolle sie stehen, anstatt sie zu kontrollieren.“ (MEW 23: 89) Die kapitalistische Gesellschaft beruht auf einer grundlegenden Verkehrung, sie steht gewissermaßen auf dem Kopf. So werden die Produkte zu Fetischen, zu scheinbar magischen Gegenständen. Gleichwohl sei eben dieser Anschein bloßer Schein. Auch wenn die Arbeit nicht mehr wahrgenommen wird, bleibe sie die eigentlich wertschöpfende Instanz und die Ursache aller Bewegung. Der Fetischcharakter der Ware sei eine Täuschung, obgleich diese Täuschung kein bloßer Irrtum sei, sondern eine praktische Ursache besitze: die Teilung der Gesellschaft in Arbeitende und Arbeiten-Lassende, d. h. in jene, die Produkte herstellen und andere, denen diese Produkte gehören. Drucken: Gedruckt bis Seite 23 Niederländische Ostindien-Kompanie - Die ersten Aktien Die Privilegien, die die Niederländischen Staaten der VOC gewährt hatten, waren zeitlich limitiert, jedoch weit weniger begrenzt, als eine einzelne Handelsexpedition es gewesen wäre. Die Nutzung der Privilegien erforderte in der Praxis einen beträchtlichen finanziellen Aufwand, den die einzelnen Kammern nicht in der Lage bzw. gewillt waren zu tragen. Das Ende der auf Einzelfahrten ausgerichteten Vorkompanien hin zu einer kontinuierlich arbeitenden Ostindien-Kompanie benötigte die Schaffung eines festen Kapitalstocks. Die Direktoren der VOC beschlossen die (historisch erstmalige) Finanzierung der Kompanie durch die Herausgabe von Aktien. Während vorherige Finanzierungen eher mittelfristigen Schuldverschreibungen entsprachen, sich also auf Schiffladungen bezogen, blieben die Aktionäre (participanten) der VOC zehn Jahre an ihre Anlage gebunden. Nach der verzinsten Rückzahlung 1612 wurde den Aktionären dann die Möglichkeit geboten, für weitere zehn Jahre zu zeichnen. Hinzu kam eine Dividendenzahlung. Darüber hinaus aber hatten die Aktionäre keine Mitspracherechte in der VOC. Dies änderte sich auch 1622/23 kaum, als die Rechte der Compagnie um weitere zwanzig Jahre verlängert wurden. 1602 legten Investoren 6,5 Millionen Gulden in der VOC an (heutiger Gegenwert etwa 100 Millionen US-Dollar). Schon seit der Gründung herrschte innerhalb der Compagnie Korruption und eine Selbstbedienungsmentalität vor allem der oberen Ränge der einzelnen Handelsniederlassungen, die das Amsterdamer (und Middelburger) Mutterhaus einen Großteil der Gewinne gekostet haben dürfte. Deshalb wurde das Compagniesignet VOC auch mit vergaan onder corruptie (Untergang durch Korruption) aufgelöst. Die weiten Entfernungen, die (aus niederländischer Sicht) rechtsfreien Räume der ostindischen Gebiete und die Anforderung an das Charakterprofil des Führungspersonals - worin nebst Herkunft vor allem Machtinstinkt oder Durchsetzungsvermögen, kaum aber Redlichkeit eine Rolle gespielt haben dürften - begünstigten diese Entwicklung. Kritisch wurde die Gewinnsituation der Compagnie durch Veränderungen der europäischen Kundenwünsche. Statt Gewürze, in dem die VOC eine Monopolstellung hatte, wurden nun andere Güter gefragt. Besonders bei Tee, Seide und Porzellan gab es harte Konkurrenz, (EIC). Die Gewinne waren rückläufig und wurden durch die außenpolitischen Ereignisse verstärkt. Im Laufe des 18. Jahrhunderts stiegen die zu veranschlagenden Risiken des Überseehandels und damit auch die Verwaltungskosten der VOC derart an, dass schließlich sogar Verluste entstanden, die aus den finanziellen Rücklagen der Compagnie gedeckt werden mussten. Die Compagnie, die das riskante Unternehmen während dreier Kriege mit dem britischen Empire (Erster Englisch-Niederländischer Seekrieg von 1652 bis 1654, Zweiter Englisch-Niederländischer Seekrieg von 1665 bis 1667 und Dritter Englisch-Niederländischer Seekrieg von 1672 bis 1674) den Ärmelkanal zu durchschiffen, auf sich genommen und nicht nur überstanden, sondern sich derweil sogar zur größten Handelsunternehmung der Welt entwickelt hatte, begann nun unter dem Vierten Krieg 1780–1784 deutlich zu leiden: Die Retour-Flotten aus Asien konnten ihre europäischen Heimathäfen nicht mehr anlaufen, entsprechend fanden keine Waren-Auktionen mehr statt. Zudem verlor die durch verlustreiche Jahre finanziell nur noch dünn ausgestattete Compagnie nun auch ihre Kreditwürdigkeit. Das Schicksal der VOC wurde aber erst mit dem Einmarsch der Franzosen in den Niederlanden besiegelt.
Britische Ostindien-Kompanie - Die Gründungsjahre Die Gesellschaft wurde als The Governor and Company of Merchants of London Trading into the East Indies von einer Gruppe unternehmungslustiger und einflussreicher Geschäftsmänner gegründet, die einen königlichen Freibrief mit einem exklusivem Recht (Monopol) zum Handel mit Indien für eine Dauer von 15 Jahren erhielt. Die Kompanie hatte 125 Anteilseigner und ein Grundkapital von 72.000 Pfund. Anfänglich konnte sie jedoch die niederländische Kontrolle über den Gewürzhandel kaum erschüttern. Auch gelang es ihr zunächst nicht, einen dauerhaften Stützpunkt in Indien zu errichten. Schließlich erreichten ihre Schiffe Indien und legten in Surat an. Dort wurde dann auch 1608 ein Handelsstützpunkt errichtet. In den folgenden zwei Jahren konnte sie ihr erstes Handelskontor in Machilipatnam an der Koromandelküste in der Bucht von Bengalen aufbauen. Die hohen Gewinne, die von der Kompanie in Indien gemeldet wurden, veranlassten König James I., auch anderen britischen Handelsgesellschaften Lizenzen zu erteilen. Doch 1609 erneuerte er den Freibrief der Kompanie für unbestimmte Zeit, mit der Einschränkung, dass der Freibrief nach drei aufeinanderfolgenden Jahren ohne Gewinne außer Kraft treten würde. Niederlassungen in Indien Ihre Händler waren häufig in Zusammenstöße mit ihren niederländischen Gegenspielern im indischen Ozean verwickelt. Vielleicht sah man die Nutzlosigkeit von Handelskriegen in fernen Gewässern ein, jedenfalls entschlossen sich die Briten, Möglichkeiten einer dauerhaften Niederlassung auf dem indischen Festland zu erkunden. Man veranlasste die britische Regierung, eine diplomatische Initiative zu beginnen. 1615 wurde Sir Thomas Roe von James I. beauftragt, den Mogulkaiser Jahangir aufzusuchen, der 70 Prozent des Subkontinents beherrschte. Das Ziel dieser Mission war es, ein Handelsabkommen abzuschließen, das der britischen Ostindien-Kompanie exklusive Rechte geben würde, sich in Surat und anderen Gegenden niederzulassen und Kontore zu gründen. Im Gegenzug bot die Kompanie an, den Kaiser mit Waren und Luxusgütern aus Europa zu versorgen Expansion Mit derartiger Unterstützung gelang es der Kompanie bald, die Portugiesen zu übertreffen, die Niederlassungen in Goa und Bombay gegründet hatten. Ihr gelang es, Niederlassungen in Surat (Kontorgründung 1612), Madras (1639), Bombay (1668) und Kalkutta zu gründen. Im Jahr 1647 hatte die Kompanie 23 Kontore und 90 Angestellte in Indien. Die Hauptkontore wurden die Festungen Fort William in Bengalen, Fort St. George in Madras und Bombay Castle. Im Jahr 1634 erweiterte der Mogulkaiser seine Gastfreundschaft für die englischen Händler in der Region Bengalen (und im Jahr 1717 befreite einer seiner Nachfolger sie vollständig von den Zöllen für Waren). Das Kerngeschäft der Kompanie waren nun Baumwolle, Seide, Indigo-Farbstoff, Salpeter und Tee. Während der gesamten Zeit versuchte sie, in das niederländische Gewürzmonopol in der Straße von Malakka vorzudringen. Im Jahr 1711 errichtete die Kompanie eine Handelsniederlassung in Kanton, China, um mit Tee Silber einzutauschen. 1657 erneuerte Oliver Cromwell den Freibrief von 1609, und veranlasste geringfügige Veränderungen in der Eigentümerstruktur der Kompanie. Die Stellung der Kompanie wurde durch die Wiederherstellung der Monarchie in Großbritannien erhöht. Durch eine Folge von 5 Gesetzeserlässen um das Jahr 1670 stattete König Charles II. sie mit den Rechten aus, selbständig Territorien zu erwerben, Geld zu prägen, Festungen und Truppen zu befehligen, Bündnisse einzugehen, Krieg zu erklären, Frieden zu schließen und sowohl Zivil- als auch Strafgerichtsbarkeit in den erworbenen Gebieten auszuüben. Die Kompanie, von Handelskonkurrenten, anderen imperialen Mächten und zeitweilig feindlich gesinnten einheimischen Herrschern umgeben, hatte einen wachsenden Bedarf an militärischem Schutz. Deshalb war die Freiheit, ihre militärischen Angelegenheiten selbst zu regeln, ein willkommenes Geschenk, und die Kompanie stellte ab 1680 rasch ihre eigenen Streitkräfte auf, die sie hauptsächlich aus der einheimischen Bevölkerung rekrutierte. Somit kann man darüber diskutieren, ob die Kompanie ab 1689 auf dem indischen Festland einen Staat darstellte, da sie weitgehend souverän war. Sie verwaltete die riesigen Gebiete von Bengalen, Madras und Bombay, zudem besaß sie vortreffliche und ehrfurchtgebietende militärische Schlagkraft Handelsmonopol Der Wohlstand, den die Angestellten der Kompanie genossen, ermöglichte ihnen, in ihre Heimat zurückzukehren und dort große Vermögen und Unternehmen zu erwerben, und dadurch politische Macht zu erlangen. Daraus folgend entwickelte die Kompanie ihre eigene Lobby im Parlament. Trotz allem geriet sie unter Druck ehrgeiziger Geschäftsleute und früherer Partner der Kompanie (abschätzig von der Kompanie Gesprächspartner genannt), die ebenfalls private Handelsfirmen in Indien etablieren wollten. Dies führte zur Verabschiedung eines Deregulierungsgesetzes 1694. Dieses Gesetz erlaubte es jeder englischen Firma, mit Indien zu handeln, sofern es nicht ausdrücklich durch ein Parlamentsgesetz verboten war. Hierdurch wurde der Freibrief aufgehoben, der beinahe 100 Jahre in Kraft gewesen war. Durch ein Gesetz von 1698 wurde eine neue "parallele" Ostindien-Kompanie (offiziell English Company Trading to the East Indies genannt) ins Leben gerufen, die über eine staatliche Bürgschaft von 2 Millionen Pfund verfügte. Doch bald erwarben die mächtigen Anteilseigner der alten Kompanie für 315.000 Pfund Anteile an dem neuen Konzern und beherrschten die Gesellschaft. Die beiden Gesellschaften konkurrierten eine Zeit lang sowohl in England als auch in Indien um Marktanteile. Schnell wurde jedoch klar, dass die ursprüngliche Gesellschaft kaum messbaren Wettbewerb spürte. Beide Gesellschaften fusionierten im Jahr 1702 unter einem dreiseitigen Abkommen zwischen dem Staat und den zwei Gesellschaften. Diesem Abkommen zufolge lieh die fusionierte Gesellschaft dem Finanzministerium eine Summe von 3.200.000 Pfund und erhielt im Gegenzug für drei Jahre exklusive Handelsrechte - danach sollte die Situation erneut begutachtet werden. Die verschmolzene Gesellschaft wurde zur United Company of Merchants of England Trading to the East Indies (Vereinigte Gesellschaft der Händler Englands, die mit Ostindien handeln). In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich ein Hin-und-Her zwischen der Lobby der Ostindien-Kompanie und dem Parlament. Die Kompanie versuchte, ihre Privilegien dauerhaft zu etablieren, während das Parlament nicht freiwillig die Möglichkeit aufgeben wollte, die Gewinne der Kompanie abzuschöpfen. Im Jahr 1712 erneuerte ein Gesetz den Status der Kompanie, doch die Verbindlichkeiten wurden zurückgezahlt. Im Jahr 1720 kamen 15 % der britischen Einfuhren aus Indien, und beinahe alle davon wurden über die Ostindien-Kompanie abgewickelt. Dies verstärkte den Einfluss ihrer Lobby. Im Jahr 1730 wurde die Lizenz durch ein neuerliches Gesetz bis 1766 verlängert. Zu dieser Zeit wurden Großbritannien und Frankreich zu erbitterten Rivalen, und es kam zu häufigen Gefechten zwischen ihnen um die Kontrolle ihrer kolonialen Erwerbungen. Im Jahr 1742 fürchtete die britische Regierung die finanziellen Auswirkungen eines Krieges und stimmte der Ausweitung des Handelsmonopols der Ostindien-Kompanie mit Indien bis 1783 zu. Im Gegenzug erhielt sie einen weiteren Kredit von einer Million Pfund. Die Gefechte mündeten in dem befürchteten Krieg, und zwischen 1756 und 1763 lenkte der Siebenjährige Krieg die staatliche Aufmerksamkeit auf die Verstärkung und Verteidigung ihrer Territorien in Europa und Nordamerika. Der Krieg fand auch auf dem indischen Subkontinent statt, zwischen den Truppen der Ostindien-Kompanie und französischen Streitkräften. Um dieselbe Zeit gewann Großbritannien durch die Ankunft der industriellen Revolution einen Vorsprung vor den europäischen Rivalen. Die Nachfrage nach indischen Rohstoffen wurde durch den Bedarf der Wirtschaft und zur Unterhaltung der Truppen in Kriegszeiten angeschoben. Als Ausgangspunkt der industriellen Revolution erfuhr Großbritannien einen höheren Lebensstandard, und dieser Zyklus aus Wohlstand, Nachfrage und Produktion hatte einen tiefgreifenden Einfluss auf den Überseehandel. Die Ostindien-Kompanie wurde zum größten einzelnen Teilnehmer im britischen Welthandel, und reservierte sich eine unangreifbare Position in den Entscheidungsprozessen der Regierung. Kolonialmonopol Der Krieg endete mit einer Niederlage der französischen Streitkräfte und begrenzte die französischen imperialen Ambitionen. Auch begrenzte die Niederlage den Einfluss der industriellen Revolution in den französischen Gebieten. Robert Clive, der Generalgouverneur von Indien, führte die Ostindien-Kompanie zu einem bemerkenswerten Sieg gegen Joseph François Dupleix, den Kommandeur der Franzosen in Indien, und eroberte Fort St. George von diesen zurück. Durch den Vertrag von Paris (1763) wurden die Franzosen gezwungen, ihren Handel durch kleine Enklaven in Pondicherry, Mahé, Karaikal, Yanam und Chandernagor ohne militärische Präsenz abzuwickeln. Obwohl diese kleinen Außenposten für zwei Jahrhunderte in französischem Besitz blieben, wurden die französischen Ambitionen auf indische Gebiete de facto begraben. Der Ostindien-Kompanie wurde dadurch ein größerer potenzieller Wettbewerber erspart. Im Gegensatz dazu war die Ostindien-Kompanie nach diesem kolossalen Sieg und mit dem Rückhalt ihrer disziplinierten und erfahrenen Armee in der Lage, ihren Einfluss weiter auszudehnen. Regulierung der Angelegenheiten der Ostindien-Kompanie Finanzielle Schwierigkeiten Obwohl die Ostindien-Kompanie bei der Unterwerfung widerspenstiger Staaten immer brutaler und ehrgeiziger vorging, wurde es von Tag zu Tag offensichtlicher, dass die Kompanie nicht in der Lage war, die riesigen neu erworbenen Gebiete zu verwalten. Die Hungersnot von Bengalen, bei der ein Sechstel der einheimischen Bevölkerung ums Leben kam, ließ zu Hause die Alarmglocken schrillen. Die Ausgaben für Militär und Verwaltung in Bengalen stiegen wegen des Niedergangs der Produktivität steil an. Zur selben Zeit herrschte in ganz Europa wirtschaftliche Stagnation und Depression, ausgelöst durch die Nachwehen der industriellen Revolution. Großbritannien wurde mit einer Rebellion in Nordamerika (einem der Hauptimporteure für Tee) konfrontiert, und Frankreich stand am Rande einer Revolution. Die verzweifelten Direktoren der Ostindien-Kompanie versuchten durch einen Appell an das Parlament, den Bankrott abzuwenden. Hierin baten sie um finanzielle Unterstützung. Daraufhin wurde der Tea Act von 1773 erlassen, in dem der Kompanie größere Autonomie bei der Abwicklung ihres Handels in Nordamerika eingeräumt wurde. Durch die monopolistischen Aktivitäten wurde jedoch die Boston Tea Party ausgelöst. Dies war eines der wichtigsten Ereignisse, die später zum amerikanischen Unabhängigkeitskrieg führten. Regulierungsgesetz von 1773 Nachdem die Vereinigten Staaten die Unabhängigkeit von Großbritannien erlangt hatten, wechselte der Blickpunkt der Briten auf die andere Seite des Globus nach Indien. Die für Indien bestimmten Armeen als auch diejenigen der Ostindien-Kompanie wuchsen, und mit ihnen auch die Betriebskosten. Die Kompanie wurde durch den Regulating Act for India 1773 gezwungen, sich einer Abfolge von Reformen der Verwaltung und der Wirtschaftlichkeit zu unterziehen. Trotz hartnäckigen Widerstandes der Ostindien-Lobby im Parlament und durch die Anteilseigner der Kompanie wurde das Gesetz verabschiedet. Es führte bedeutsame Kontrollen durch die Regierung ein und ermöglichte es, Land formal unter die Kontrolle der Krone zu stellen, danach jedoch auf zwei Jahre zur Pacht von 40.000 Pfund an die Ostindien-Kompanie abzugeben. Unter diesen Bedingungen wurde der Gouverneur von Bengalen Warren Hastings in den Rang eines Generalgouverneurs befördert. Ihm unterstand die Verwaltung von ganz Britisch-Indien. Diese sahen vor, dass seine Nominierung in Zukunft durch einen Viererrat geschehen sollte, der durch die Krone ernannt wurde. Ihm wurde die Macht über Krieg und Frieden gegeben. Außerdem sollten britische Juristen nach Indien gesandt werden, um die Anwendung britischen Rechts sicherzustellen. Der Generalgouverneur und der Rat hatten damit vollständige legislative Kompetenzen. So wurde Warren Hastings zum ersten Generalgouverneur von Indien. Der Ostindien-Kompanie wurde es erlaubt, ihr Handelsmonopol zu behalten. Im Gegenzug musste sie alle zwei Jahre einen Betrag an die Krone leisten und sich verpflichten, ein Minimum an Waren nach Großbritannien zu exportieren. Auch die Verwaltungskosten mussten durch die Kompanie aufgebracht werden. Diese Bedingungen, die zunächst von der Kompanie begrüßt wurden, hatten jedoch ein negatives Nachspiel: der Kompanie waren jährliche Lasten auferlegt, und ihre finanzielle Situation verschlechterte sich anhaltend. Niedergang der Ostindien-Kompanie In der Zwischenzeit fiel Hastings beim Viererrat in Ungnade. Der Rat kehrte nach Großbritannien zurück und leitete ein Verfahren wegen Korruption gegen ihn ein, das schließlich zu seiner Absetzung führte. Der Regulating Act wurde als Fehlschlag betrachtet, da auf Anhieb klar wurde, dass die Abgrenzung der Kompetenzen zwischen der Regierung und der Kompanie in höchstem Maße ungewiss und Auslegungssache war. Die Regierung fühlte sich auch verpflichtet, humanitäre Gesuche zu beachten, die sich um eine bessere Behandlung der einheimischen Bevölkerung in britisch-besetzten Gebieten bemühten. Edmund Burke, ein früherer Anteilseigner der Ostindien-Kompanie und Diplomat fühlte sich veranlasst, die Situation durch das Einbringen einer India Bill 1783 zu entschärfen. Das Gesetz wurde jedoch auf Grund intensiver Lobbyarbeit durch die Ostindien-Kompanie und wegen des Vorwurfs der Vetternwirtschaft bei der Benennung von Räten verworfen. Trotz allem war dieses Gesetz ein wichtiger Schritt hin zur Zurückdrängung der Ostindien-Kompanie, und in dem Indien-Gesetz von 1784 wurde der Konflikt freundschaftlich beigelegt. Hierin wurde die Kontrolle von Regierung und Handel zwischen der Krone und der Kompanie sauber abgegrenzt. Nach diesem Wendepunkt funktionierte die Kompanie als reguliertes Tochterunternehmen der Krone, und die Kompanie dehnte ihren Einfluss auf die benachbarten Gebiete durch Zwang und Drohungen aus. In der Mitte des 19. Jahrhunderts erstreckte sich die Herrschaft der Kompanie über weite Teile Indiens, Burmas, Singapur und Hong Kong, und 20 % der Weltbevölkerung standen unter ihrer Kontrolle. Die britische Einflusssphäre dehnte sich weiter aus; im Jahr 1845 wurde die dänische Kolonie Tranquebar durch Großbritannien erworben. Die Kompanie hatte bei verschiedenen Gelegenheiten ihren Einfluss in China, auf den Philippinen und auf Java ausgeweitet. Ihren kritischen Mangel an Barmitteln zum Erwerb von Tee behob die Gesellschaft dabei durch den Export von in Indien hergestelltem Opium nach China. Die Anstrengungen Chinas, diesen Handel zu unterbinden, führten zum ersten Opiumkrieg mit Großbritannien. Das Ende Die Anstrengungen der Kompanie, Indien zu verwalten, dienten der britischen Zivilverwaltung als Vorbild, besonders im 19. Jahrhundert. Nachdem die Kompanie 1833 ihr Handelsmonopol verlor, wurde sie wieder zu einer reinen Handelsgesellschaft. Im Jahr 1858 verlor die Kompanie ihre Verwaltungsfunktion an die britische Regierung, nachdem ihre indischen Soldaten 1857 meuterten. Dies geschah mit dem Government of India Act 1858, den das britische Parlament am 2. August 1858 unter dem Einfluss Palmerstons verabschiedete. Kernpunkte des Gesetzes waren: die Übernahme aller Territorien in Indien von der Ostindien-Kompanie, die zugleich die ihr bisher übertragenen Macht- und Kontrollbefugnisse verlor. die Regierung der Besitzungen im Namen der Königin Viktoria als Kronkolonie. Es wurde ein Secretary of State for India an die Spitze der behördlichen Verwaltung gestellt. die Übernahme allen Vermögens der Gesellschaft und das Eintreten der Krone in alle zuvor geschlossenen Verträge und Abmachungen. Danach wurde Britisch-Indien zu einer formellen Kronkolonie. In den folgenden Jahren wurden die Besitztümer der Kompanie durch die Krone verstaatlicht. Die Kompanie verwaltete noch immer den Teehandel im Auftrag der Regierung, besonders nach St. Helena. Durch den East India Stock Dividend Redemption Act wurde die Kompanie am 1. Januar 1874 aufgelöst. Die Times berichtete: Sie erreichte ein Werk, das als solches in der Menschheitsgeschichte nie zuvor von einem anderen Unternehmen versucht wurde, und das als solches wohl in Zukunft auch nicht wiederholt werden wird.
De Beers / Cecil Rhodes De Beers ist der größte Diamantenproduzent und -händler der Welt mit Sitz in London und Johannesburg. Seinen Namen trägt das Unternehmen nach seiner ersten Mine in Kimberley auf der Farm der Brüder Johannes Nicolaas und Diederik Arnoldus de Beer. Über 100 Jahre lang war das südafrikanische Unternehmen, das von London aus gelenkt wird, ein Syndikat mit einem Monopol auf den Diamantenhandel. Dieses Monopol wird mittlerweile durch Händler aus dem asiatischen Raum stark bedrängt. Heute verkauft De Beers nur Diamanten aus eigenen Minen, von denen die meisten in Südafrika, Botsuana und Namibia liegen. Diamantenrausch Die Anfänge von De Beers liegen in Kimberley 100 km westlich von Bloemfontein im südlichen Oranje Freistaat in der Republik Südafrika. Als 1866 auf dem Gelände der Farm der Brüder de Beer Diamanten gefunden wurden, verbreitete sich das sofort, so dass Diamantensucher aus allen Winkeln Südafrikas kamen und unkontrolliert zu graben begannen. Die de Beers verkauften notgedrungen die Farm und verließen die Gegend. Die Farm wurde umgehend in Schürffelder aufgeteilt, die an Diamantsucher versteigert wurden. Die kamen nach anfänglichen Sensationsfunden bald an ihre technischen Grenzen, denn aus geologischen Gründen muss mit zunehmender Tiefe immer mehr schweres Geröll in zunehmender Breite geräumt werden, um an die Lagerstätten der Diamanten zu gelangen. Der deshalb erforderliche Kapitalaufwand war von einzelnen Diamantschürfern nicht aufzubringen. „The Big Hole“ in Kimberley zeugt noch heute von den enormen Erdbewegungen, die für die endgültige Ausbeutung der Vorkommen bis zur Schließung der Mine 1914 nötig waren. Konsolidierung zum Unternehmen Das wurde die Stunde des Cecil Rhodes, aber auch die von Barney Barnato und einigen anderen. Sie kauften die Schürfrechte der Diamantensucher auf, die für diese nahezu wertlos geworden waren. Im Jahr 1880 begann deren Kampf um die Diamantenfelder. Rhodes versuchte es mit Koalitionen. Im April desselben Jahres vereinten er und Charles Rudd ihre Anteile, um den neuen Konzern zu gründen. Barnato zog noch im selben Jahr gleich und gründete mit seiner Familie die Barnato Diamond Mining Company, um ihren Anspruch in der ertragreichen Kimberley-Mine zu stärken. Nach einer Reihe von Fusionen gelang es Barnato 1887, eine dominante Position in der Kimberley-Mine zu erlangen. Das aber half ihm nicht zur endgültigen Dominanz. Er war ein einfacher Mann aus dem Volke, der durch eigene Diamantenfunde ein Vermögen gemacht hatte. Ihm fehlte die gesellschaftliche Anerkennung, die Mitgliedschaften in den englischen Clubs, der Rückhalt am Hof und in den Banken des britischen Empires. Das alles hatte jedoch Rhodes, so dass beide ihre Anteile an der Mine in Kimberley aus wirtschaftlicher Opportunität zu De Beers fusionierten. Aus dem Rothschild-Archiv geht hervor, dass Cecil Rhodes zwischen 1890 und 1914 Aktien bei Rothschild besaß. De Beers Consolidated Mines Limited De Beers Consolidated Mines Limited wurde am 12. März 1888 mit Cecil Rhodes als Vorsitzendem gegründet. De Beers beinhaltete die gesamte De-Beers-Mine, drei Viertel der Kimberley-Mine und kontrollierte Interessen in den Bultfontein- und Dutoitspan-Minen. Cecil Rhodes, Barney Barnato, F.S. Philipson-Stow und Alfred Beit waren nun die Hauptanteilseigner und Leiter von De Beers. Im Jahr 1890, wurde das London Diamond Syndicate gegründet, welches die gesamte Produktion von De Beers aufkaufte. Dieses Syndikat war der Grundstein, auf dem Ernest Oppenheimer die Diamond Corporation erschuf, die später die „Central Selling Organisation“ wurde. Ab August 1893 war De Beers an der Johannesburger Börse gelistet. 1889 erwarb Rhodes die Barnato Diamond Mining Company für 5.338.650 Pfund – zu diesem Zeitpunkt der höchste Scheck der Geschichte. Damit befanden sich alle Diamantenminen Südafrikas unter seiner Kontrolle. Seine angeblichen Letzten Worte „So much to do, so little done“ sollen Queen Victoria persönlich eingefallen sein. Im selben Jahr kam Ernest Oppenheimer als Agent der A. Dinkelsbuhler & Co. (Diamantenkauf) nach Kimberley. Durch den Besitz Oppenheimers Consolidated Diamond Mines (CDM) in Südwestafrika (jetzt Namibia) konnte 1924 die Anglo American Corporation Mitglied des London Diamond Syndicate werden. Damit war die britische Kontrolle und somit der jährliche Gewinn für das Empire gesichert. Produktion und Marketing Der Diamantenriese De Beers produzierte im Jahr 2004 Edelsteine mit einem Gesamtgewicht von 13,7 Mio. Karat (etwa 2700 kg). 2003 hat das Unternehmen den Umsatz um sieben Prozent auf den Rekordwert von 5,5 Mrd. US-Dollar gesteigert. Dabei erwirtschaftete De Beers einen Gewinn von 676 Mio. US-Dollar. In den 1940er Jahren verwendete das Unternehmen erstmals den Slogan: „A Diamond is forever“ (dt.: „Ein Diamant ist unvergänglich“) in seiner Öffentlichkeitsarbeit. Zwischen 1980 und 1993 vervierfachte das Unternehmen sein Jahresbudget für Werbung, PR und Imagekampagnen auf 234 Millionen Schweizer Franken. 2007 gab das Unternehmen für Marketingmaßnahmen ca. 220 Mio. Dollar aus. Dabei wurde in der Vergangenheit geschicktes Product Placement betrieben, ohne die Marke De Beers tatsächlich zu zeigen. Am eindeutigsten in Erscheinung tritt dies im Titel des James Bond Films "Diamonds are forever" (dt. "Diamantenfieber"). Weltweite Leadagentur des Konzerns ist seit mehreren Jahrzehnten J Walter Thompson (JWT). Aufgrund der monopolartigen Stellung von De Beers zur damaligen Zeit war Werbung für Diamanten zu jener Zeit quasi gleichbedeutend mit Werbung für De Beers. Anglo American hält 45 % an De Beers, weitere 45 % die Familie Oppenheimer. Nicky Oppenheimer ist Vorsitzender des Aufsichtsrates. Des weiteren gehören der De Beers Centenary (Schweiz) 50 % der Debswana-(Botswana), 50 % der Nambdeb-(Namibia) und 75 % der Williamson-Mine (Tansania) in Afrika. Seit 2001 ist De Beers keine Aktiengesellschaft mehr und aus den Börsen von Johannesburg und London ausgelistet. Doch wer heute wem gehört, ist schwer auszumachen. De Beers besitzt 40 % der Anteile von Anglo-American-Corporation (15 Mrd. US-$ Jahresumsatz, hervorgegangen aus der British South Africa Company), und diese ihrerseits einen großen Anteil an de Beers. Beide Firmen befinden sich unter der Kontrolle der Familie Oppenheimer in Südafrika, die ihrerseits Anteile an beiden Firmen hält.
ROTHSCHILDS Die Rothschilds, deren Stammreihe sich in Deutschland bis um 1500 urkundlich belegen lässt, waren im 19. und 20. Jahrhundert eine Bankiersfamilie jüdischer Herkunft, deren Stammhaus M. A. Rothschild & Söhne in Frankfurt war. Sie zählten im 19. Jahrhundert zu den einflussreichsten Bankiers und wichtigsten Finanziers der europäischen Staaten. Noch heute ist das Bankhaus durch seine Nachfolgeinstitute eine international bedeutende, hauptsächlich im Investmentbanking tätige Bank. Während der größten Teile des Jahrhunderts zwischen 1815 und 1914 war die Familie Rothschild im Besitz der weltgrößten Bank. Bis 1860 war die Firma N. M. Rothschild & Sons als eine Unternehmensgruppe mit fünf eigenständigen Niederlassungen organisiert. Die Bezeichnung Haus Rothschild, das sowohl von den Familienmitgliedern als auch ihren Zeitgenossen im 19. Jahrhundert verwendet wurde, weist auf die enge Verbindung der Geschichte des Unternehmens mit der Familiengeschichte hin. Laufend überarbeitete und erneuerte Gesellschaftsverträge regelten dabei die gemeinsame Geschäftstätigkeit und die Aufteilung der daraus entstehenden Gewinne. Die verschiedenen Unternehmen wurden bis in die 1960er Jahre als Familienunternehmen geführt. Die Teilhaber des Familienunternehmens wurden ausschließlich aus den Reihen der männlichen Rothschilds rekrutiert. Der Schwerpunkt der Tätigkeit des familieneigenen Bankhauses lag im 19. Jahrhundert im internationalen Anleihengeschäft. Dazu kam der Handel mit Edelmetallen, die Annahme und Diskontierung von Handelswechseln, Devisengeschäfte und die Vermögensverwaltung für sehr vermögende Privatkunden. Die Rothschilds gehörten außerdem zu den wesentlichen Geldgebern der entstehenden Bahngesellschaften. Beginn der Finanzgeschäfte Der geschäftlich ganz große Durchbruch erfolgte jedoch auf einem ganz anderen Feld. Im Jahr 1789 gelang Mayer Amschel Rothschild erstmals ein bedeutender Einstieg in das Bankgeschäft, als er mit Wilhelm, der seit 1785 als Landgraf Wilhelm IX. von Hessen-Kassel in Kassel residierte, ein Wechseldiskontgeschäft abschließen konnte. Wilhelm IX. war einer der reichsten Fürsten im Heiligen römischen Reich Deutscher Nation. Die Grundlage dieses Vermögens legte Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel, der Vater Wilhelms IX., mit dem Verkauf hessischer Soldaten für den Kampf der englischen Krone gegen die nach Unabhängigkeit strebenden Nordamerikaner. Der Umfang der Finanzgeschäfte mit dem Landgrafen wuchs zunächst aber nur langsam an. Erst mit der Beteiligung Rothschilds an dem Verkauf einer Geldanleihe an den Landgrafen im Jahr 1800 begannen die Bankgeschäfte erheblich im Umfang zu wachsen. Die Ernennung Mayer Amschel Rothschilds 1801 zum Hoffaktor von Hessen-Kassel unterstrich dessen steigende Bedeutung für die Finanzgeschäfte Wilhelms. 1804 konnte Rothschild erstmals alleine eine Staatsanleihe auflegen und verkaufen. Es handelte sich dabei um eine Anleihe des dänischen Staats, die Rothschild zur Gänze an den 1803 zum Kurfürsten aufgestiegenen Wilhelm vermitteln konnte. In seinem Testament verfügte Mayer Amschel Rothschild, das Familienunternehmen als Ganzes zu erhalten. Für seine Führung legte er ein strenges Reglement fest: Alle Schlüsselpositionen sind mit Familienmitgliedern zu besetzen. An Geschäften dürfen nur männliche Familienmitglieder teilnehmen. Der älteste Sohn des ältesten Sohnes soll Familienoberhaupt sein, soweit die Mehrheit der Familie nicht anders entscheidet. Es soll keine juristische Bestandsaufnahme und keine Veröffentlichung des Vermögens geben. Die Rothschild-Söhne stiegen binnen weniger Jahrzehnte zu den führenden Bankiers Europas auf. Jeder von ihnen wurde geadelt. Sie finanzierten Staaten, Unternehmen, Eisenbahnen und den Bau des Sueskanals. Die fünf Niederlassungen in Frankfurt, Wien, London, Paris und Neapel operierten zwar unabhängig voneinander, waren jedoch durch einen alle fünf Jahre überarbeiteten und erneuerten Vertrag miteinander verbunden. Geschäftliche Operationen erfolgen meist in enger Zusammenarbeit. Die erzielten Gewinne wurden sowohl nach Leistung und als auch nach familiären Verpflichtungen unter den Brüdern und ihren Nachkommen aufgeteilt. Trotz immer wieder auftretenden Interessenkonflikten, erneuerten die verschiedenen Familienzweige bis 1905 den Partnervertrag stets aufs Neue. Das Haus Rothschild spielte vor allem eine große Rolle an der Londoner Börse, die sich seit der Glorious Revolution von 1688 langsam, aber stetig zu einem der wesentlichen europäischen Finanzplätze entwickelt hatte. Zwischen 1815 und 1859 war die Londoner Filiale an der Emittierung von 14 verschiedenen Staatspapieren beteiligt. Das Nominalvolumen der emittierten Wertpapiere entsprach 43 Millionen Britischen Pfund und damit mehr als fünfzig Prozent aller Wertpapiere, die in London emittiert wurden. Britische Staatspapiere spielten dabei eine große Rolle. Aber auch die Regierungen von Frankreich, Preußen, Österreich, Neapel, Belgien und Brasilien nahmen die Dienste des Bankhauses in Anspruch.[b 5] In der Regel kauften die Rothschilds die gesamte Tranche von der Regierung auf. Sie trugen allerdings das Vermarktungsrisiko nicht, denn die emittierende Regierung erhielt den Kaufbetrag nur dann in vollständiger Höhe, wenn das Papier vollständig platziert werden konnte. Die Rothschilds waren auf Grund ihres engen Netzwerkes in der Lage, die Papiere in ganz Europa abzusetzen. Im Unterschied zu einer großen Anzahl ihrer Konkurrenten konnte das Bankhaus Rothschild regelmäßig durchsetzen, dass der Nominalbetrag des Papieres auf Britischen Pfund basierte. Der Papierinhaber konnte seine Forderung nicht nur in London einlösen, sondern erhielt Zinszahlungen auch in anderen Ländern, in denen die Rothschilds Niederlassungen unterhielten. Dieser Wertpapierhandel stellte das Kerngeschäft des Bankhauses dar. Sie waren darüber hinaus auch im Währungshandel aktiv und investierten in Versicherungen, Minen und Eisenbahnen. Zum Ruf des Bankhauses trug wesentlich bei, dass die Rothschilds sehr auf die Kreditwürdigkeit der Emittenten achtete. Die Zahlungszusagen jedes Wertpapiers, das in den 1820er Jahren über ihr Haus platziert wurde, wurde bis gegen Ende der 1820er Jahre erfüllt, obwohl es in der Mitte der 1820er Jahren zu einer massiven Finanzkrise in Lateinamerika kam Amschel Mayer Rothschild (1773–1855) wurde nach dem Tod seines Vaters neues Familienoberhaupt und übernahm die Leitung des Frankfurter Bankhauses "M.A. Rothschild & Söhne". Dieses war zugleich auch das Mutterhaus der Rothschildbanken in London, Paris, Wien und Neapel. Als der vorsichtigste der fünf Söhne Mayer Amschel Rothschilds war er stets um die Liquidität der Bank besorgt, ging Risiken möglichst aus dem Weg und bevorzugte eher kleinere Geschäfte. Außerdem versuchte er die europaweit stark wachsenden Geschäfte der Familie Rothschild abzubremsen, was wiederholt zu Streitigkeiten zwischen den Brüdern führte. Amschel Mayer Rothschild konzentrierte sich auf die Fortsetzung der Tätigkeit als Hoffaktor verschiedener deutscher Fürsten. Die von seinem Vater mit Hilfe von Carl Friedrich Buderus aufgebauten Beziehung zum Hof von Hessen-Kassel spielten dabei eine besonders wichtige Rolle. Daneben war Amschel Mayer Rothschild auch Schatzmeister und Finanzier des Deutschen Bundestages in Frankfurt. Seine guten Beziehungen zu fast allen deutschen Mittel- und Kleinstaaten halfen M.A. Rothschild & Söhne zwischen 1820 und 1830 das Bankhaus Gebrüder Bethmann als im deutschsprachigen Raum führenden Emittenten von Staatsanleihen zu verdrängen. Trotz dieses Erfolges verlor das Mutterhaus in Frankfurt bereits unter der Leitung Amschel Mayer Rothschilds im Vergleich mit den stark expandierenden Rothschildbanken in London und Paris an Bedeutung. Dennoch blieben letztere offiziell nur Filialen von M.A. Rothschild & Söhne. Solange Gutle Rothschild (* 23. August 1753; † 7. Mai 1849), die Mutter der fünf Brüder Rothschild, noch lebte, blieb Frankfurt auch der Hauptversammlungsort der stetig anwachsenden Familie Rothschild. Salomon Rothschild (1774–1855) war der Begründer der österreichischen Linie. Erste geschäftliche Erfolge erzielte er 1815, ab 1820 (Beteiligung an einer Anleihe des Bankhauses Parish) wuchs er in die Rolle des größten Finanziers des metternichschen Regimes und des Deutschen Bundes hinein. Salomon Meyer Rothschild, dem zu Beginn seiner Karriere noch der Besitz von Grund und Boden verboten war, wurde 1822 zum Freiherrn geadelt; er wurde in der Folge zu einem der größten Grundbesitzer des Landes. 1835 erhielt er die Konzession für die Errichtung der Kaiser-Ferdinands-Nordbahn und baute im Zusammenhang auch die Witkowitzer Eisenwerke auf. Die aus seinem Bankhaus 1855 entstandene Creditanstalt stand bis in die 1930er Jahre unter rothschildschem Einfluss. Nathan Mayer Rothschild (1777–1836) ging 1799 als Textilkaufmann nach Manchester. 1808 gründete er die Bank N.M. Rothschild & Sons in London, die noch heute erfolgreich arbeitet. Er wurde dank seiner sorgfältig geplanten und durchgeführten Transaktionen zum einflussreichsten Finanzier der britischen Regierung und begründete die große Rolle des Hauses Rothschild, die es ab 1815 für mindestens fünfzig Jahre in der europäischen Finanzwelt innehatte. Der ungewöhnlich schnelle Aufstieg des Hauses Rothschilds, an dem Nathan Rothschild wesentlichen Anteil hatte, führte zu einer Reihe von Gerüchten über den Finanzier. So kolportierte man bereits 1830, dass Nathan Rothschilds Erfolg auf einen sagenhaften hebräischen Talisman zurückzuführen sei. Ebenso lang ist die nicht zutreffende Geschichte im Umlauf, dass Nathan Rothschild mittels eines effizienten Informationsdienstes bereits vor dem britischen Premierminister vom Ausgang der Schlacht bei Waterloo wusste. Darauf habe er seine Aktien verkauft. Da andere Anleger aus dem Verhalten schlossen, er sei im Besitz von Information über eine britische Niederlage, folgten sie ihm beim Verkaufen der Aktien. Nachdem die Kurse der Wertpapiere in den Keller gesunken waren, habe Nathan Rothschild die Papiere wieder aufgekauft und den vollen Kursanstieg mitgenommen, den die Nachricht vom Sieg der Briten mit sich brachte. In dem unverhüllt antisemitischen deutschen Nazi-Film Die Rothschilds aus dem Jahre 1940 besticht Nathan Rothschild sogar einen französischen General, um die Niederlage der französischen Armee sicherzustellen. Tatsächlich unterschied sich Nathan Rothschild in seinem Finanzgebaren nicht von dem seiner Konkurrenten (siehe auch die detaillierte Darstellung im Abschnitt Der Aufstieg zur europäischen Finanzinstitution), besaß aber offensichtlich ein sehr gutes Gespür für die Funktionsweise der Finanzmärkte. Beim schnellen Aufstieg des Hauses Rothschilds spielte außerdem die gute Vernetzung der europäischen Niederlassungen der fünf Rothschild-Brüder eine erhebliche Rolle. Kalman Rothschild (1788–1855) ging in Salomons Auftrag 1821 nach Neapel. Dort hatte er die Finanzen der österreichischen Truppen zu überwachen. Er eröffnete die sizilianische Rothschild-Dependance, welche jedoch nur bis 1863 existierte. Kalman nannte sich später Carl Mayer von Rothschild. Jakob Rothschild (1792–1868) war der jüngste der Brüder. Er ging 1812 nach Paris und etablierte dort Rothschild Frères zu einer der ersten Bankadressen und nannte sich fortan James de Rothschild. Als Berater von zwei französischen Königen wurde er der einflussreichste Bankier des Landes. In den folgenden Kriegen unter Napoléon III. spielte er eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des Eisenbahnbaus und dem Bau von Bergwerken, was Frankreich dabei half, den wirtschaftlichen Rückschlag nach dem verlorenen Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 zu überwinden und zu einer Industriemacht zu werden. 1982 wurde die Bank zusammen mit anderen Banken durch die Regierung François Mitterrands verstaatlicht. Das Nachfolgeinstitut Rothschild & Cie Banque ist eine Neugründung durch David René de Rothschild, sie stellt heute den französischen Teil der Rothschild Bankgruppe. Die Rothschildfamilie ist seit dem Beginn ihres großen Einflusses auf die europäische Wirtschaftsgeschichte das Ziel von Karikaturen, polemischen Schriften, Hetzkampagnen und Verschwörungstheorien, die sich häufig durch einen mehr oder weniger verdeckten Antisemitismus kennzeichnen. Selbst berechtigte Kritik an ihrem Geschäftsgebaren hatte häufig einen antisemitischen Unterton. Als einer der Ersten kritisierte Honoré de Balzac die Rothschilds öffentlich. In seiner Erzählung „Das Haus Nucingen“ (1838) karikiert er mit dem arroganten, rücksichtslosen und groben Bankier Nucingen, der seinen Reichtum durch betrügerische Bankrotte erwirbt, James de Rothschild. Möglicherweise geht auch die bis heute umlaufende Geschichte, die Familie Rothschild habe ihren Reichtum durch eine Spekulation auf den Ausgang der Schlacht von Waterloo erworben, auf Balzac zurück, da er sie in seiner Erzählung ebenfalls nennt. Georges Dairnvaell brachte 1846 diese Geschichte in seinem Pamphlet „Die erbauliche und kuriose Geschichte von Rothschild I., König der Juden“ erneut in Umlauf. Bereits im 19. Jahrhundert wurde behauptet, Nathan Mayer Rothschild habe einen französischen General bestochen, um den britischen Sieg sicherzustellen. Diese verfälschte Darstellung wird auch in dem nationalsozialistischen Propagandafilm Die Rothschilds aus dem Jahre 1940 aufgegriffen, der neben Jud Süß und dem Dokumentarfilm Der ewige Jude die deutsche Bevölkerung auf härtere Maßnahmen gegen die Juden vorbereiten sollte. Eine weitere filmische Aufarbeitung wurde sechs Jahre früher ohne antisemitische Tendenzen produziert (Die Rothschilds (The House of Rothschild) von Alfred L. Werker mit George Arliss). Bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Einfluss der Rothschilds mit dem eines regierenden Monarchen verglichen. Sie galten als Teil einer Geldaristokratie, die dank ihrer Wirtschaftsmacht zum Erhalt bestehender Regierungen beitrug, sich keiner Nation patriotisch verpflichtet fühlten und selbst den Sturz von Monarchen wie etwa den französischen König Karl X., mit denen sie enge Beziehungen pflegten, schadlos überstanden. „Geld ist der Gott unserer Zeit und Rothschild ist sein Prophet“, schrieb Heinrich Heine im März 1841. Alphonse Toussenel, ein französischer Journalist und Schriftsteller, verband in dem 1846 erschienen Buch „Die Juden, Könige der Epoche: Eine Geschichte des Finanzfeudalismus“ mit seiner Kritik an den Konditionen, zu denen James de Rothschild die Konzession an der Bahnlinie von Paris nach Belgien erwerben konnte, mit einem Argument gegen das Judentum an sich: Frankreich sei „an die Juden verkauft“ worden, und die Eisenbahnlinien ständen direkt oder indirekt unter der Kontrolle von „Baron Rothschild, der König der Finanzwelt, ein Jude, der von einem sehr christlichen König zum Baron gemacht wurde.“ Sehr früh unterstellte man den Rothschilds die Fähigkeit, auf Grund ihrer finanziellen Macht Kriege zu verhindern. 1828 schrieb Fürst Pückler-Muskau, ohne die Rothschilds scheine keine Macht in Europa Krieg führen zu können. Vergleichbare Äußerungen findet man auch bei Ludwig Börne, österreichischen Diplomaten und Antisemiten wie Alphonse Toussenel, der dazu schrieb: Der Jude spekuliert auf den Frieden, das heißt auf die Hausse, und das erklärt, warum der Frieden in Europa schon 15 Jahre währt. Die Bereitschaft und die Fähigkeit, einen Krieg zu verhindern, wird aus heutiger Sicht positiv bewertet. Im 19. Jahrhundert sah man im Krieg jedoch ein legitimes politisches Mittel und der den Rothschilds aus Geschäftsinteresse unterstellte Pazifismus stieß auf Kritik. Während der Italienischen Unabhängigkeitskriege schrieb Earl Shaftesbury, dass es merkwürdig, beängstigend, erniedrigend sei, dass das Geschick dieser Nation der Spielball eines ungläubigen Judens ist. Auf vergleichbare harsche Kritik stieß der Einsatz von August Belmont, dem Agenten der Rothschild in Nordamerika, für Friedensverhandlungen zwischen den Parteien des Amerikanischen Bürgerkriegs. Verschwörungstheorien, in denen der Familie Rothschild eine Rolle zugesprochen wird, gibt es bis heute. In unterschiedlichen Versionen wird behauptet, die Rothschilds leiteten oder beteiligten sich an einer entweder jüdischen, freimaurerischen, illuminatischen oder außerirdischen Verschwörung, häufig mit den in diesem Umfeld üblichen Ähnlichkeiten oder unkritischen Bezugnahmen auf die längst als Fälschung entlarvten Protokolle der Weisen von Zion. Ebenfalls als Quelle für derartige Theorien werden die allgemein nicht als authentisch angesehenen so genannten Rakowski-Protokolle genannt. Das Bankhaus Rothschild heute Ein zentrales Bankhaus bzw. ein Netzwerk von eng miteinander kooperierenden Banken im gemeinsamen Besitz der Familie Rothschild gibt es heute nicht mehr. Stattdessen existieren drei Finanzgruppen, die von unterschiedlichen Familienzweigen der Rothschilds kontrolliert werden, und sich teilweise durch zahlreiche Schachtel- und Querbeteiligungen auszeichnen. Zwischen den drei Finanzgruppen bestehen vereinzelt gegenseitige Minderheitsbeteiligungen. Die größte dieser Gesellschaften stellt die „Paris-Orléans SA“ dar. Durch die Fusion der Bankaktivitäten des britischen und französischen Zweiges der Familie Rothschild im Januar 2008 wurde dieses Unternehmen zur zentralen Holdinggesellschaft für die Geschäfte der englischen und französischen Rothschilds in den vier Bereichen: Investment-Banking, Corporate-Banking, Private-Banking (Vermögensverwaltung) und Private-Equity (Unternehmensbeteiligungen). Das Unternehmen wurde 1838 gegründet und war ursprünglich eine Eisenbahngesellschaft. Es ist an der Börse Euronext in Paris notiert (ISIN: FR0000031684). Das Aktienkapital wird zu 58,1 % von der Familie Rothschild kontrolliert (Stand Ende März 2008). Der Rest der Aktien ist über die Börse breit gestreut. Eine zweite Finanzgruppe, die „Groupe LCF Rothschild“, wird von einem in der Schweiz ansässigen Zweig der Rothschilds kontrolliert. Es wurde 1953 von Edmond Adolphe de Rothschild gegründet und umfasst neben mehreren Banken auch Hotels, Immobilien, Weingüter und einen Versicherungsmakler. Ein zentraler Bestandteil dieser Gruppe ist die in Genf beheimatete „Banque Privée Edmond de Rothschild“. Sie ist an der Schweizer Börse („SIX Swiss Exchange“) notiert (ISIN: CH0001347498). Als dritte Gesellschaft unter Kontrolle eines Zweigs der Rothschilds ist die „RIT Capital Partners PLC“ zu nennen. Dieses Unternehmen wurde 1961 auf Initiative von Lord Jacob Rothschild gegründet und wird seitdem auch von ihm geführt. Seit 1988 investiert RIT Capital Partners auf internationaler Ebene vorwiegend in kleinere und mittlere, börsennotierte und private Firmen. Es ist an der Londoner Börse notiert (ISIN: GB0007366395).
JUGOSLAWISCHER DINAR
Der Jugoslawische Dinar war die offizielle Währung des Königreiches Jugoslawien, der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien und der Bundesrepublik Jugoslawien bis 1994, wobei er bis dato mehrmals Form und Wert änderte. Er war in 100 Para unterteilt. Die jugoslawische Währung wurde wie der bis 1920 gültige Serbische Dinar nach der römischen Silbermünze Denarius benannt. Am 1. Januar 1966 wurde der Dinar reformiert; es wurden einfach zwei Nullen gestrichen, d. h. 100 „alte Dinar“ wurden 1 „Neuer Dinar“. Kurioserweise haben ältere Leute bis zum Zerfall Jugoslawiens in "alten Dinar" gerechnet, sprich die Nullen wieder angehängt. Der Dinar war in den 1960er und 1970er Jahren für ein sozialistisches Land eine sehr stabile Währung. Er hatte einen Wechselkurs 7:1 mit der deutschen Mark, gab aber in den 1980er Jahren, speziell nach dem Tod Titos stark nach. Grund für die hohe Inflation war vor allem die schlechte Währungspolitik der jugoslawischen Nationalbank, der Narodna Banka Jugoslavije. Charakteristisch für die Dinar-Banknoten war, dass nicht wie bei anderen Währungen Prominente die Geldscheine zierten, sondern anonyme Personen wie Arbeiter, Bäuerinnen oder Sachen wie Schiffe und Denkmäler. Diese Tradition wurde erst mit der Einführung der 5.000-Dinar-Note gebrochen, diese zierte das Konterfei von Josip Broz Tito. Auf allen Dinarmünzen wurde auf die Vorderseite der Geldwert geprägt, auf die Rückseite das Staatswappen der SFR Jugoslawien, bestehend aus Korn-Ähren, Flammen, Stern und dem Gründungsdatum des Staates, 29. November 1943, zum Gedenken an den Antifaschistischen Rat zur Volksbefreiung Jugoslawiens. Nach dem Zerfall Jugoslawiens wurde der Dinar nur im Rumpfstaat, bestehend aus den Teilrepubliken Serbien und Montenegro, beibehalten. Die wieder galoppierende Inflation wurde mehrmals mit Hilfe von Reformen zu bändigen versucht. am 1. Januar 1990: 10.000 Neue Dinar = 1 Konvertibler Dinar am 1. Juli 1992: 10 (Konvertible) Dinar der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien = 1 Dinar der Bundesrepublik Jugoslawien am 1. Oktober 1993: 1.000.000 (alte) Dinar = 1 (neuer) Dinar am 1. Januar 1994: 1.000.000.000 (alte) Dinar = 1 Neuer Dinar am 22. Juli 1994: 12.000.000 (alte) Dinar = 1 Neuer Dinar Daraus ergibt sich, dass ein neuer Dinar von 1994 1.200.000.000.000.000.000.000.000.000 (oder 1,2·1027 bzw. 1,2 Quadrilliarden) alten Dinar von vor 1990 entspricht. Die ehemaligen Teilrepubliken Slowenien und Kroatien führten nach einer kurzen Übergangszeit den Slowenischen Tolar bzw. die Kroatische Kuna (zuvor Kroatischer Dinar) als Nachfolger des Dinar ein. 2003 wurde er in Serbien durch den Serbischen Dinar und in Montenegro durch den Euro abgelöst. Der Kurs der kroatischen Kuna wird, im Gegensatz zu anderen Währungen, nicht durch den internationalen Finanzmarkt gebildet, sondern durch die kroatische Nationalbank festgelegt. Da die Kuna sehr stark an den Wechselkurs des Euros angelehnt ist, kann die Währung als äußerst stabil bezeichnet werden.
Der Nationalbank wird von nationalen und internationalen Währungsexperten vorgeworfen, künstlich den Kuna-Kurs hoch zu halten und somit der wirtschaftspolitischen Entwicklung Kroatiens zu schaden. Es wurde jedoch erreicht, dass die Inflationsrate, im Gegensatz zu früheren Jahren, niedrig gehalten werden konnte. Die Kuna ist seit 1993 überall rücktauschbar (internationale Konvertibilität). Die äußere Stabilität der Währung wurde dadurch begünstigt, dass die kroatischen Bürger und Unternehmen es gewohnt waren, ihr Geld in ausländischer Währung zu halten, und somit erhebliche Devisenreserven bestanden.
Österreichische Schule Fritz Machlup, einer Schüler von Wiesers und von Mises’, nennt 1982 sechs Hauptlehren der Österreichischen Schule, die um etwa 1930 das Herzstück der Österreichischen Neuerungen bilden:[3] Methodologischer Individualismus: Wirtschaftliche Sachverhalte müssen aus dem Handeln von Individuen heraus erklärt werden (nicht zu verwechseln mit ideologischem oder politischem Individualismus, den Gegensatz stellt der methodologische Kollektivismus dar). Methodologischer Subjektivismus: Wirtschaftswissenschaft basiert auf der Untersuchung der Handlungen realer Individuen, deren subjektivem Wissen (beziehungsweise Unwissen), ihrer subjektiven Bedürfnisse und ihrer subjektiven Erwartungen. Grenznutzenlehre: Alle ökonomischen Entscheidungen werden durch den Grenznutzen bestimmt. Nützlichkeit: Subjektive Wertungen (Nützlichkeit) und abnehmender Grenznutzen bestimmen die Nachfrage und somit den Marktpreis. Opportunitätskosten (auch Wiesersches Kostengesetz): Handlungen sind abhängig von der Bewertung alternativer Handlungsmöglichkeiten. Zeitstruktur von Konsum und Produktion: Die Entscheidung zu sparen oder zu konsumieren entsteht durch die subjektive Zeitpräferenz. Als innerhalb der Schule umstritten führt er die folgenden Lehren auf, die insbesondere durch Ludwig von Mises ab den 1960ern in die USA ausstrahlten: Vollständige Souveränität der Konsumenten: Die Konsumenten drücken ihre Bedürfnisse über die Nachfrage aus. Nur der von Staatseingriffen unbehinderte Markt sorgt durch Wettbewerb dafür, dass permanent (über das Preissystem als Steuermechanismus) die Bedürfnisse der Konsumenten optimal befriedigt werden. Politischer Individualismus: Nur vollständige ökonomische Freiheit sorgt dauerhaft für politische und moralische Freiheit der Bürger. Ökonomische Beschränkungen führen zur zunehmenden Ausbreitung und Beschränkung politischer und moralischer Freiheit.
Da die unbestrittenen Thesen der Schule bald von allen ökonomischen Schulen anerkannt wurden, sieht Israel Kirzner die Liste als um zwei Punkte ergänzungsbedürftig im Hinblick auf das Spätwerk von Mises’ und von Hayeks an: Märkte und Wettbewerb als Lern- und Entdeckungsprozess Individuelle Entscheidungen als Wahl zwischen individuell zu identifizierenden Alternativen in grundsätzlich unbekanntem Kontext. Die US-amerikanischen Neo-Austrians, die im wesentlichen durch von Mises und dessen Schüler Murray Rothbard geprägt sind, definieren sich vor allem durch die Abgrenzung zu den neoklassischen und (neo-)keynesianischen, als statisch bezeichneten, Gleichgewichtsmodellen. Jesús Huerta de Soto, ein spanischer Vertreter der Neo-Austrians, hebt als Merkmale dieser speziellen Richtung folgende Lehren hervor: Ausformung einer universalen Theorie menschlichen Handelns (im Gegensatz zur rein wirtschaftswissenschaftlichen Theorie der Rationalen Entscheidung). Der wissenschöpfende, kreative Unternehmer als Wirtschaftssubjekt (im Gegensatz zum neoklassischen homo oeconomicus). Möglichkeit unternehmerischer Fehler (im Gegensatz zur neoklassischen Modell vollständiger Information). Strenge Unterscheidung zwischen objektivem (wissenschaftlichem) und subjektivem (praktischem) Wissen. Märkte als Entdeckungsprozess (im Gegensatz zum neoklassischen Modell der vollständigen Konkurrenz). Subjektive Kostentheorie (im Gegensatz zur neoklassischen objektiven Kostentheorie). Verbale Logik (im Gegensatz zur neoklassischen mathematischen Formalisierung). Aprioristisch-deduktive Methode (im Gegensatz zum empirischen Modell). Unmöglichkeit quantitativer Vorhersagen, sondern Beschränkung auf pattern predictions. Vorhersage wirtschaftlicher Geschehnisse durch die unternehmerische Fähigkeiten jedes Menschen (im Gegensatz zum Sozialingenieur).
Mark (DDR) Die Mark der DDR war eine Binnenwährung, das heißt im Außenhandel und internationalen Reiseverkehr nicht konvertierbar. Einfuhr und Ausfuhr von Mark waren verboten und standen unter Strafe. Im internationalen Zahlungsverkehr wurde mit Valuta-Verrechnungseinheiten bzw. der Valuta-Mark gerechnet. Ausländisches Geld (Sorten) war im DDR-Einzelhandel als Zahlungsmittel in der Regel nicht zugelassen. Ausgenommen waren die Intershops, in denen nur mit harten Währungen (Devisen oder Westgeld) oder den zur sofortigen staatlichen Abschöpfung der Devisen eingeführten sogenannten Forumschecks bezahlt werden konnte. Für Urlaubsreisen nach Osteuropa konnten DDR-Bürger in begrenztem Umfang auch Mark in andere Landeswährungen tauschen. Reisende aus dem westlichen Ausland mussten als Mindestumtausch einen festgelegten Betrag in Mark der DDR wechseln. Diese Regelung wurde im inoffiziellen Sprachgebrauch als „Zwangsumtausch“ bezeichnet. Die Kaufkraft der Mark der DDR lässt sich nur sehr eingeschränkt mit der der Deutschen Mark (DM) der Bundesrepublik Deutschland vergleichen: Für viele in der DDR subventionierte oder preiskontrollierte Güter des täglichen Grundbedarfs wie Grundnahrungsmittel, Wohnungen oder Bus und Bahn, aber auch Bücher hatte sie eine deutlich höhere Kaufkraft als die Deutsche Mark der Bundesrepublik. Für Konsumgüter wie Fernsehgeräte oder Autos war ihre Kaufkraft dagegen deutlich geringer. Auf dem freien Markt wurde die Mark der DDR lange Zeit für etwa 0,2 Deutsche Mark gehandelt; auch dies taugt aber nur sehr bedingt zur Einschätzung der Kaufkraft. Intern wurde mit Hilfe sogenannter Richtungskoeffizienten eine Deutsche Mark 4,40 M gleichgesetzt, was z. B. bedeutete, dass Exportbetrieben für eine DM Exporterlös M 4,40 gutgeschrieben wurden. „Offizieller“ Kurs war jedoch stets 1:1 – allerdings war eine Konversion von M in DM nur sehr begrenzt möglich (z. B. für genehmigte Westreisen von DDR-Bürgern ein bestimmter Betrag). Kaufkraft Die Kaufkraft der DDR-Mark lässt sich am besten an den Preisen in der DDR abschätzen, wenn man diese in Relation zu den durchschnittlichen Einkommen betrachtet. Nach den Tabellen zur Rentenberechnung war ein durchschnittliches Monatseinkommen in der DDR zum Beispiel:
1990 1290,33 M
Die Preise blieben bei vielen Produkten über Jahre stabil und wurden häufig nur durch Veränderungen der abgepackten Mengen angepasst (runde Preise, dafür aber unrunde Packungsmengen). Die Einführung neuer Produkte erlaubte allerdings auch die Einführung neuer Preise. Indirekte Preiserhöhungen wurden gelegentlich durch Sortimentsverschiebungen in den Mengen vorgenommen, so dass billigere Artikel in geringerer Zahl als teurere produziert wurden. Weiterhin gab es Preiserhöhungen im Vergleich zu ähnlichen Vorgängerprodukten, was mit einer „Gebrauchswerterhöhung“ begründet wurde. Bei alkoholischen Getränken gab es seit den 1960er Jahren mindestens zwei offiziell bekanntgegebene Preis- bzw. Alkoholsteuererhöhungen. Manchmal gab es für gewerbliche und private Abnehmer verschiedene Preislisten für die bezogenen Produkte, z. B. für Baustoffe. Gelegentlich waren auch Bezugsscheine nötig, etwa der „Bleischein“ für den Kauf von Autoakkumulatoren, den man nur für die Abgabe eines alten erhielt. Die Preise für „Grundbedürfnisse“ (Grundnahrungsmittel, Mieten, Energie, Fahrkarten, Zeitungen) waren auf Vorkriegsniveau eingefroren. Viele Preise wurden über Jahrzehnte konstant gehalten, da sie staatlich subventioniert wurden. Das schlug sich andererseits in relativ geringen Nettolöhnen nieder, die sich für Normalbürger (1988) etwa zwischen 400 und 1300 Mark bei einem Mittelwert um etwa 800 M bewegten. Die normalen Renten betrugen etwa 300 bis 600 M (1988). Preisbeispiele aus der DDR → Hauptartikel: Einzelhandelsverkaufspreis 0,05 M ein einfaches Brötchen 0,08 M eine Kilowattstunde Elektroenergie 0,10 M bis 0,15 M eine Tageszeitung 0,20 M Porto für einen Brief bis 20 g im Inland und in das sozialistische Ausland 0,34 M eine Flasche Vollmilch (0,5 l, 2,2 % Fettgehalt) 0,35 M Porto für einen Brief bis 20 g in das „nichtsozialistische Ausland“ 0,42 M eine Flasche Club-Cola (0,33 l) 0,48 M eine Flasche Vollbier (0,33 l) 0,80 M eine Schlager-Süßtafel 0,78 M 1,5 kg Roggenmischbrot 1,00 M ein Leckermäulchen 1,50 M ein Liter Benzin 88 Oktan (Normal) 1,55 M 1 kg Zucker 2,40 M 250 g Butter 3,20 M eine Schachtel (20 Stück) Filterzigaretten der üblichen Marken (F6, Semper oder Cabinet) 3,75 M eine Flasche Schlagsahne (0,25 l) 14,50 M eine Flasche „Goldbrand“ (0,7 l, 32 % Alkohol) 16,10 M eine LP mit Popmusik (Amiga) 19,00 M eine Fahrkarte der Deutschen Reichsbahn über 200 Kilometer im D-Zug 25,00 M Monatsmiete für 40-m²-Altbauwohnung mit Ofenheizung 66,00 M ein Hin- und Rückflug Berlin–Prag mit der Interflug 70,00 M ein Kilo Kaffee (acht Packungen gemahlener Filterkaffee „Mocca Fix“ à 125 g) 70,00 M Monatsmiete für eine 60-m²-Neubauwohnung inkl. aller Nebenkosten 123 M Schultaschenrechner SR1 (1984, subventionierter Preis für Schüler, regulär 800 Mark) 400 M digitale Armbanduhr Anfang der 1980er Jahre über 1.000 M Sony-Walkman (um 1985) 1.900 M Moped Simson S51 Elektronik 2.300 M beste Kleinbildspiegelreflexkamera Praktica B200 mit Standardobjektiv (um 1985) 2.700 M Motorrad MZ TS 150 deluxe 2.990 M Waschvollautomat (1988, VA 861 von Monsator) 4.500 bis 6.000 M Farbfernseher (Chromat, 1982 bzw. Colortron, 1987) über 8.900 M ein Trabant (Standardausführung) ca. 23.000 M Wartburg 353, Nachfolger Wartburg 1.3 mehr als 30.000 M Mauerfall und Währungsunion Nach dem Mauerfall bildeten sich Ende 1989 im freien, wenn auch weiterhin illegalen Geldwechsel Marktkurse, die kurzzeitig bei 1:10 lagen, sich aber schnell auf ein Verhältnis 1:5 einpendelten. Erst als sich die Währungsunion abzeichnete, stabilisierten sich die Kurse wieder. Offizieller Umtauschkurs bis zur Währungsunion war dann 1:3. Zu diesem Kurs konnte in Filialen der Staatsbank der DDR bis zum 30. Juni 1990 in beide Richtungen unbegrenzt getauscht werden. Noten beider Währungen durften von nun an die deutsch-deutsche Grenze ungehindert passieren. Im ersten Halbjahr 1990 konnte man in der DDR westliche Güter, z. B. Bananen auf Märkten, problemlos für Ost- oder Westmark (fester Kurs: 3:1) kaufen. Der Umtauschkurs bei der Einführung der D-Mark in der DDR betrug 1:2. Für Privatpersonen galt die Sonderregelung, dass bestimmte Beträge 1:1 getauscht werden konnten. Dies war abhängig vom Alter: 2000 M für 14-Jährige und jüngere; 4000 M für alle bis zum 60. Lebensjahr; 6000 M für alle älteren Bürger. Stichtag war dabei der Tag der Währungsunion. Die Umstellung der Löhne und laufenden Kosten wie Miete, Strom etc. geschah 1:1. Bei allen Gütern, bei denen nun die staatliche Subventionierung wegfiel, kam es zu deutlichen Preiserhöhungen. Mit der Währungsunion am 1. Juli 1990 wurde die Mark der DDR (M) von der Deutschen Mark (DM) als gesetzliches Zahlungsmittel in der DDR abgelöst. Die DDR-Münzen bis 50 Pfennig waren in einer Übergangszeit auf dem Territorium der DDR weiter gültig, da die Bundesbank anfangs nicht genug Hartgeld zur Verfügung stellen konnte. Dies führte in den Wochen vor der Währungsunion zu einer Hortung von Kleingeld.
Der Mefo-Wechsel (benannt nach: Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH) war ein 1934 von Hjalmar Schacht entworfenes Kreditierungsmittel für Reichsausgaben. Vorbild war der „Öffa-Wechsel“, ein ähnlicher Wechsel auf Arbeitsbeschaffung öffentlicher Gebietskörperschaften ab 1932. Das Reich finanzierte die Staatsausgaben für die Aufrüstung, indem es nicht in Banknoten bezahlte, sondern Wechsel annahm, die von der Rüstungsindustrie ausgestellt wurden. Allerdings akzeptierte nicht das Reich selbst die Wechsel, sondern eine eigens zu diesem Zweck gegründete Scheinfirma namens Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH. Auf diese Weise wurde eine Gefährdung der Währungsstabilität vermieden, da man weder neue Banknoten drucken noch offen Schulden aufnehmen musste. Gleichzeitig diente die Mefo dazu, die Finanzierung der Aufrüstungsmaßnahmen „auf Pump“ zu verschleiern und das Ausland über den wahren Umfang der Aufrüstung zu täuschen. Sie galten nicht als Staatswechsel, sondern als Handelswechsel und mussten im Reichshaushalt und im Reichsschuldbuch nicht ausgewiesen werden. Weil es sich bei den Gesellschaftern der Metallurgischen Forschungsgesellschaft mbH um angesehene Vertreter der deutschen Industrie handelte, konnte die Reichsbank nach dem Reichsbankgesetz die Wechsel der Rüstungsindustrie zum Zwecke der Refinanzierung der Metallurgischen Forschungsgesellschaft mbH diskontieren. Die durch das Reichsbankgesetz vorgesehene Begrenzung der Staatsverschuldung wurde durch die Mefo-Wechsel umgangen. Erst lange nach dem Ausgabestopp wurden sie als Mefo-Wechsel bekannt. Bezogener Die Person, welche aus dem Mefo-Wechsel angewiesen wurde (Bezogener), war die Metallurgische Forschungsgesellschaft m. b. H. Die von der Wehrwirtschaft ausgestellten Wechsel nahm diese GmbH an. Damit finanzierte sie scheinbar einen Teil der Rüstungsbeschaffungen der Wehrmacht. Das Stammkapital für die Metallurgische Forschungsgesellschaft zeichneten im Mai 1933 vier große namhafte deutsche Unternehmen, nämlich Siemens, Gutehoffnungshütte, Krupp und Rheinmetall in Höhe von einer Million Reichsmark. Das Reich stellte kein Stammkapital, um als Gesellschafter nicht in Erscheinung zu treten. Die Mefo mbH war von Anfang an als Scheinunternehmen konzipiert worden, damit die Wechselverbindlichkeiten im Reichshaushalt und im Reichsschuldbuch nicht ausgewiesen werden mussten. Die Firma dieser Unternehmung war ein Deckname. Tatsächlich sollte und konnte die Metallurgische Forschungsgesellschaft nicht für die Rüstungsausgaben des Reiches haften; die GmbH wurde vielmehr durch eine Diskontierung der Wechsel durch die Reichsbank refinanziert. Die Geschäftsführung wurde durch einen Vertreter des Reichswehrministeriums und einem Vertreter der Reichsbank gestellt. Die Reichsbank stellte das übrige Personal für die verwaltungsmäßige Abwicklung der Wechselgeschäfte. Aussteller Alle Unternehmen, die im Auftrag des Staates Aufgaben ausführten, insbesondere Rüstungsgüter produzierten, stellten nun Mefo-Wechsel aus. Einerseits wurden durch die Annahme der Mefo-Wechsel ihre Forderungen gegenüber dem Reich getilgt. Andererseits konnten die Lieferanten die Mefo-Wechsel als ein Zahlungsmittel einsetzen, mit deren Indossierung sie ihrerseits Verbindlichkeiten gegenüber anderen Unternehmen an erfüllungshalber bedienten. Remittenten Die Personen, auf welche die Anweisung aus dem Wechsel lautete (Remittenten), waren die Gläubiger der Aussteller. Die Mefo-Wechsel konnten wie gewöhnliche Wechsel nicht auf Sicht eingelöst werden, sondern waren an einem bestimmten Stichtag zahlbar. Die Laufzeit der Wechsel betrug anfangs sechs Monate und wurde immer wieder verlängert, so dass die Wechsel letztendlich fünf Jahre im Umlauf waren. Statt auf die Fälligkeit zu warten, konnten die Remittenten den Wechsel diskontieren, also an eine Bank verkaufen. Wirtschaftlich waren die Mefo-Wechsel nichts anderes als ein Kredit der Wehrwirtschaft an das Reich. Dieser Weg der Finanzierung wurde so beschritten, da das Reichsbankgesetz größere Darlehenssummen, die über 400 Millionen RM hinausgingen, nicht zuließ. Diskontierung Die Reichsbank erklärte sich bereit, diese Wechsel jederzeit zu rediskontieren. Sinn und Zweck der „Mefo-Wechsel“ war es jedoch, dem Staat ein Kreditmittel in die Hand zu geben. Würde die Wehrwirtschaft ihre Wechsel nun sofort diskontieren, müsste der Staat doch die erforderlichen Mengen an Banknoten auszahlen, so dass eine galoppierende Bargeldvermehrung begönne. Um einer sofortigen Diskontierung vorzubeugen, wurden die Wechsel mit einem Jahreszins von 4 % ausgestattet. Dadurch wurden die Rüstungsproduzenten motiviert, die Wechsel nicht vor Verfall beim Reich einzulösen. Sie verwandten die Wechsel vielmehr als beliebtes Zahlungsmittel, das obendrein auch noch einen Zinsertrag brachte. Wechselbürge Die Metallurgische Forschungsgesellschaft mbH hatte mit einem Stammkapital von 1 Million RM nur eine dünne Kapitaldecke; wegen ihrer Rechtsform als Kapitalgesellschaft war eine direkte Haftung von Siemens, Krupp, Rheinmetall und der Gutenhoffnungshütte ausgeschlossen. Die zur Refinanzierung der Mefo-GmbH erforderlichen Diskontierungsgeschäfte der Reichsbank waren aber nicht garantiert. Deshalb brauchten die Aussteller der Wechsel eine Sicherheit. Das Reich stand daher für die Erfüllung der Wechselverbindlichkeiten der Mefo-GmbH ein, unter Verzicht auf die Einrede der Vorausklage (selbstschuldnerische Wechselbürgschaft). Umfang Insgesamt wurden von 1934 bis zum 31. März 1938 Mefo-Wechsel in Höhe von zwölf Mrd. Reichsmark ausgegeben. Sie finanzierten ca. 45 % der bis dahin aufgelaufenen Rüstungsausgaben (bis Ende 1939 waren es ca. 20 %). Von diesen zwölf Milliarden RM wurden jedoch acht Milliarden vom Markt aufgenommen. Sie wurden also nicht bei der Reichsbank eingelöst. Schachts Absicht, eine merkbare Inflation zu verhindern, ging somit auf. Ab April 1938 wurden die Mefo-Wechsel durch kurzfristige Reichs-Schatzanweisungen ersetzt. Die zur Einlösung kommenden Mefo-Wechsel konnten, neben der Barauszahlung, wiederum in andere kurzfristige Wechsel eingetauscht werden. In der Zeit vom 31. März 1938 bis 31. März 1939 explodierte die Ausgabe dieser kurzfristigen Schatzanweisungen. So wurden in nur einem Jahr 4,2 Milliarden RM davon ausgegeben. Reichsbankdirektorium und Reichsfinanzministerium handelten Ende 1938 einen Tilgungsplan für die im Jahre 1939 fälligen Mefo-Wechsel aus. Dieser sah vor, dass 1939 bereits 3,2 Mrd. RM an Wechseln zurückgezahlt werden sollten. Des Weiteren sollten jedes Jahr eine Milliarde RM (inkl. Zinsen) aus dem Reichshaushalt beglichen werden. Die 11,9 Milliarden RM an Mefo-Wechsel sollten somit nach 17 Jahren getilgt sein. Schacht selbst war es, der die Ausgabe neuer Mefo-Wechsel untersagte und sich somit bei Hitler unbeliebt machte. Aus Protest trat er und auch andere Mitglieder des Reichsbankdirektoriums am 20. Januar 1939 von seinem Posten als Reichsbankpräsident zurück. Ausgegebene Mefo-Wechsel seit 1934 (nach Schacht): 1934 2,14 Milliarden RM 1935 2,72 Milliarden RM 1936 4,45 Milliarden RM 1937 2,69 Milliarden RM (bis 31. März 1938) 90 % der Mefo-Wechsel waren im Besitz der Geschäftsbanken. Nur 10 % waren noch in der gewerblichen Wirtschaft. Im einzelnen waren noch im Umlauf: 1938 11,9 Milliarden RM 1939 11,4 Milliarden RM 1940 10,8 Milliarden RM 1941 10,1 Milliarden RM 1942 9,5 Milliarden RM 1943 8,8 Milliarden RM 1944 8,1 Milliarden RM Der Hauptgrund, warum die Banken sehr am Besitz der Mefo-Wechsel interessiert waren, liegt an den gesetzlichen Bestimmungen des bilanziellen Ausweises der Sonderwechsel. Sie durften unter dem Bilanzposten „Handelswechsel“ gebucht werden. Somit konnten die Mefo-Wechsel auch vor ausländischen Aktionären „versteckt“ werden. Ein weiterer Vorteil der Mefo-Wechsel war, dass sie weder im Reichshaushalt noch in den Büchern der Reichsschuldenverwaltung verzeichnet wurden. Die Geheimhaltung blieb somit gewahrt. Mit dem Ausgabestopp für Mefo-Wechsel begann die Ausgabe der so genannten Sola-Wechsel der Golddiskontbank ab 1937 bis 1945. Sie hatten praktisch die gleiche Funktion und Ausstattung wie die Mefo-Wechsel. Goldlager Das Finanzministerium errichtete 1936 das an Fort Knox angrenzende Bullion Depository als Lager für einen Teil seiner Goldreserven. Es ist ein schwer gesichertes zweistöckiges Gebäude. Für den Bau wurden 465 Kubikmeter Granit, 3.200 Kubikmeter Beton, 750 Tonnen Betonstahl und 670 Tonnen Baustahl verbraucht. Die Baukosten betrugen 560.000 US-Dollar, was nach heutigem Wert etwa 7,5 Mio US-Dollar entspricht. Nach und nach wurde ein Großteil der US-Goldreserven dorthin verfrachtet, wozu Transporte in rund 500 Eisenbahnwagen nötig waren.Das Lager war notwendig geworden, als ein sicherer Unterbringungsort für die in den 1930er Jahren verstaatlichten privaten Goldbestände benötigt wurde. Durch die Presidential Executive Order 6102 von 1933 wurde der private Besitz von Goldmünzen und Goldbarren verboten. Das Gold musste gegen Entschädigung in US-Dollar an das Finanzministerium abgeführt werden. Mit der Aufkündigung des Bretton-Woods-Systems im Jahr 1973 endete diese Regelung. Heute sind 147,3 Millionen Feinunzen (ca. 4.580 t) Gold eingelagert, mit einem aktuellen Wert von ca. 210 Milliarden US-Dollar (ca. 150 Milliarden Euro) (Stand: 02. März 2011). Während des Zweiten Weltkrieges wurden im Fort Knox auch Goldvorräte einiger europäischer Länder sowie eine Abschrift der Magna Carta aufbewahrt. Es wurde lange Zeit vermutet, dass auch die britischen Kronjuwelen während des Krieges verwahrt wurden, was sich jedoch als Gerücht herausgestellt hat. Es gilt als nachgewiesen, dass die ungarischen Kronjuwelen 30 Jahre lang hier in einer einfachen Holzkiste aufbewahrt wurden. Ein ungarischer Soldat übergab sie nach Kriegsende an amerikanische Soldaten, da befürchtet wurde, die Sowjetunion könnte sie beschlagnahmen. Ebenfalls wurde die amerikanische Verfassung von 1941 bis 1944 in Fort Knox aufbewahrt. Im Gegensatz zu den weltweit größten Goldreserven, die in der Federal Reserve Bank of New York eingelagert sind und zu einem Großteil aus Gold bestehen, das im Eigentum verschiedener ausländischer Staatsbanken (u.a. der Deutschen Bundesbank) und internationaler Organisationen (v.a. des IWF) ist, lagert in Fort Knox ausschließlich Gold, das sich im Eigentum der USA befindet. Größte regionale Federal Reserve Bank Seit der Gründung des Federal Reserve Systems wird die durch das Board of Governors des Federal Reserve System in Washington beschlossene US-Geldpolitik durch die Federal Reserve Bank of New York in Manhattans Finanz Distrikt umgesetzt. Die New York Federal Reserve ist die bedeutendste und nach ihrem Vermögen die größte der zwölf regionalen FED-Banken. In New York, der Finanzmetropole der USA, ist die New York Fed für die Durchführung der Offenmarktgeschäfte verantwortlich, den Kauf und Verkauf der vom Bureau of the Public Debt emittierten U.S. Treasury Securities. Im Jahr 2003 hat Fedwire, das von der Fed zur Durchführung von Geldzahlungen zwischen der Fed und Geschäftsbanken betriebene Interbank-Überweisungssystem, 1,8 Billionen US-Dollar pro Tag bewegt, von denen 1,1 Billionen US-Dollar ihren Ursprung im eigenen Bezirk, dem 2. Financial-District hatten. Zusätzlich wurden täglich Wertpapiertransaktionen im Wert von 1,3 Billionen USD durchgeführt, von denen 1,2 Billionen US-Dollar aus dem eigenen Financial -District stammten. Die New York FED ist auch für die Durchführung der vorgegebenen Wechselkurspolitik verantwortlich. In Devisengeschäften kauft und verkauft sie Dollars für das United States Treasury Department. Der Präsident der New York Fed ist als einziger der Präsidenten der zwölf Regional-Feds mit einem ständigen Sitz im Federal Open Market Committee vertreten und fungiert dort traditionell als der Vize-Präsident des Komitees. Der derzeitige Präsident der New York Fed ist William C. Dudley. Die New York Fed nahm am 16. November 1914 unter der Leitung von Benjamin Strong Jr., der vorher Präsident der Bankers Trust Company war, ihren Geschäftsbetrieb auf. Er leitete die Bank bis zu seinem Tod im Jahr 1928. Da die Bank in den Anfangsjahren schnell wuchs, war bald ein neues größeres Gebäude notwendig. Bankgebäude 33 Liberty Street Der berühmte Tresor der Federal Reserve Bank of New York liegt 26 Meter unter dem Meeresspiegel auf den Felsen Manhattans. Im Jahr 1927 enthielt der Tresor 10 Prozent der weltweiten, offiziellen Goldreserven. Heute befindet sich hier nach eigenen Angaben die größte Gold-Lagerstätte der Welt. Dort lagert mit etwa 5.000 Tonnen Barrengold mehr Gold als im Golddepot in Fort Knox, im Oktober 2010 waren diese Reserven etwa 172 Mrd. Euro wert. Anders als in Fort Knox gehört das in New York gelagerte Gold größtenteils ausländischen Staaten, Zentralbanken und Internationalen Organisationen. Insgesamt 60 verschiedene Staaten haben Teile ihrer Goldreserven hier eingelagert, wobei den USA selbst nach eigenen Angaben nur etwa 6% gehören. Als Zeichen des guten Willens gegenüber anderen Staaten bewacht und verwaltet die Federal Reserve Bank das Edelmetall unentgeltlich. Es werden darüber hinaus kostenlose öffentliche Führungen angeboten Bankers Trust Die Bankers Trust Company wurde im Jahr 1903 in New York als Vermögensverwaltungsgesellschaft (Trust Company) unter der Führung von J.P. Morgan von mehreren Banken, die diese Tätigkeit aufgrund gesetzlicher Restriktionen selbst nicht wahrnehmen konnten, gegründet. Im Zuge einer wechselvollen Geschichte war die Gesellschaft bis Mitte der 1990er Jahre zur achtgrößten Bank der USA angewachsen und hatte ihren Schwerpunkt im Investmentbanking, als sie 1998 durch die Deutsche Bank übernommen und in die Deutsche Bank Gruppe integriert wurde. Die Gesellschaft selbst wurde als Spezialinstitut für die Vermögensverwaltung (Private Banking) unter dem Namen Deutsche Bank Trust Company Americas fortgeführt. In Australien wurden die Investment-Aktivitäten von Bankers Trust ausgegliedert (Management Buyout) und drei Jahre später an die australische Westpac verkauft. Seitdem ist dieser Bereich als Investmentsparte der australischen Bank unter dem Namen BT Financial Group im Markt tätig. Geschichte Die Gesellschaft wurde am 24. März 1903 eingetragen. Das Anfangskapital betrug 1,5 Mio. Dollar. Führender Gesellschafter war J.P. Morgan. Erster Präsident war der ehemalige Stahlmanager Edmund C. Converse, der zugleich Präsident der Liberty National Bank war. Die Bank eröffnete ihr Geschäft am 30. März in der Liberty Street mit acht Mitarbeitern, zog aber aufgrund eines sehr erfolgreichen Geschäftsstartes schon nach vier Monaten an die Wall Street. Neben der Vermögensverwaltung hatte die Gesellschaft schnell auch erfolg mit der Ausgabe von Travellerschecks für die American Bankers Association ab 1907. Ein Wachstumsschub ergab sich aus der Übernahme von Mercantile Trust Company (1911) und Manhattan Trust Company (1912). Nach diesen Akquisitionen erreichte das verwaltete Vermögen 150 Mio. Dollar und das Eigenkapital 20. Mio. Dollar. Die Gesellschaft zog in das neu errichtete Bankers Trust Building, belegte dort aber nur drei Etagen. Durch die Gründung des Federal Reserve Systems wurden ab 1914 auch die Geschäftsbanken zur Vermögensverwaltung zugelassen. Aufgrund des Verlustes ihres Wettbewerbsvorteils wurde die Tätigkeit von Bankers Trust ihrerseits auch auf das Geschäftsfeld des Bankgeschäfts ausgedehnt. Wegen der schwachen Position im Privatkundengeschäft strebte man in den 1920er Jahren erfolgreich danach, den Bereich des Investmentbanking auszubauen. Schwerpunkte waren die Emission und der Handel von Anleihen und Aktien. Mit Büros in Paris (1920) und London (1922) wurde auch eine internationale Position aufgebaut. Nach dem zweiten Weltkrieg kam es durch mehrere Akquisitionen zu weiteren Geschäftsausweitungen, die auch das Privatkundengeschäft umfassten. Im Jahr 1959 scheiterte der Versuch, Manufacturers Trust Company zu übernehmen, an der Genehmigung der Aufsichtsbehörden. Zur Ausweitung des Geschäfts erwarb man dann in den 1960er Jahren mehrere kleinere Geschäftsbanken sowie Spezialinstitute für Factoring, Leasing und das Hypothekengeschäft. Durch die Rezession infolge der Ölkrise Anfang der 1970er Jahre war die Bank insbesondere im Immobilienbereich erheblich betroffen. Ende der 1970er Jahre galt sie als die ertragsschwächste unter den amerikanischen Großbanken. Dies änderte sich, als man sich entschied, den Schwerpunkt wieder stärker auf das Investmentbanking zu legen.Träger der neuen Strategie war Charles S. Sanford, seit Mitte der 1980er Jahre der neue CEO der Gesellschaft. Dieser hatte bereits 1975 Aufmerksamkeit erregt, als er der Stadt New York wegen Überschuldung keine neuen Kredite ohne Sanierung der Finanzen mehr geben wollte. Mit der neuen Ausrichtung wurde das Retail Banking verkauft. Stattdessen verstärkte man das Transaction Banking, das zu einer der Grundlagen des Turnaround wurde. Vor allem entwickelte man unter Sanford ein System zur Bewertung von Risiken und der davon abhängigen Renditeanforderungen an Anlagen mit höheren Risken (RAROC – risk-adjusted return on capital). Die Methode der risikogewichteten Eigenkapitalunterlegung von Anlagen ist in der Folge in der ganzen Branche übernommen worden. So hat auch die Deutsche Bank in den Jahren 1995/96 ihr Risikomanagement auf RAROC umgestellt. Mit dieser Steuerung ihrer Anlagen war es Bankers Trust möglich, schon früh in das innovative Derivate-Geschäft einzusteigen. Das Kreditbuch sank hingegen deutlich ab. Anfang der 1990er Jahre galt Bankers Trust wieder als erfolgreiche und ertragsstarke Investmentbank. Neben den Derivaten war sie auch bekannt für die Auflegung von Junk Bonds und Emissionen im Neuen Markt. Übernahme durch die Deutsche Bank Die neue Leistungsfähigkeit von Bankers Trust war bereits 1994 von Hilmar Kopper gewürdigt worden. Im Bestreben die mit Morgan Grenfell in London erreichte Position im Investmentbanking auszubauen war man auf der Suche nach einem geeigneten Partner in den USA, wo die Deutsche Bank im Wettbewerb gegen die großen amerikanischen Institute zu schwach war. Bei Bankers Trust war Sanford 1996 planmäßig ausgeschieden und durch Frank Newman ersetzt worden. Die zweite Hälfte der 1990er Jahre waren für die Bank von Höhen und Tiefen gekennzeichnet. 1994 erhielt man einen Award als Bank of the Year im Bereich Derivate. Im gleichen Jahr war man mit mehreren bedeutenden Kunden in Streit geraten. Die Prozesse mit Gibson Greetings und Procter & Gamble konnten nur mit teuren Vergleichen aus der Welt geschafft werden. 1995 gab es erhebliche Probleme mit Krediten in Lateinamerika. Newman setzte dennoch abweichend von Sanford Strategie auf eine Ausweitung des Kreditportfolios in Emerging Markets und die Bank wurde in der Folge von den Finanzkrisen in Russland und Asien erheblich getroffen. Trotz der erfolgreichen Übernahme der bekannten Merchantbank Alex. Brown kam es 1998 zu mehreren Übernahmeangeboten. Gegenüber amerikanischen Wettbewerben war die Deutsche Bank als Übernehmer wegen der verhältnismäßig geringen Überschneidungen für das Management von Bankers Trust attraktiv. Bei Übernahme hatte Bankers Trust rund 20.000 Mitarbeiter, davon 12.000 in den USA. Die Deutsche Bank brachte es zu diesem Zeitpunkt auf ca. 4.000 Mitarbeiter in den USA (gesamt: über 70.000). Größere Überschneidungen gab es außerdem in London und Australien. Nach einer Due Diligence-Phase im November 1998 wurde die beabsichtigte Übernahme am 24. November 1998 veröffentlicht. Das Angebot lautete auf 93 Dollar pro share (Aktie). Die Aktie von Bankers Trust hatte im Vorjahr einen Höchststand von 133 Dollar und war infolge der Asienkrise auf unter 70 Dollar eingebrochen. Im November war schon auf eine Übernahme spekuliert worden und der Kurs lag am Vortag der Veröffentlichung bei 77,50 Dollar. Am Tag der Ankündigung sprang er auf 84,50 Dollar. Der deutliche Abstand zum Übernahmekurs war ein Zeichen, dass noch mit erheblichen Problemen bei der Genehmigung gerechnet wurde. Der Kurs der Deutschen Bank sank zugleich um 5 %, ein Zeichen für die Skepsis, mit der die Fusion und der Kaufpreis aufgenommen wurden. Für die Deutsche Bank bedeutete die Übernahme eine erhebliche Verschiebung ihres Schwerpunktes. Die Öffentlichkeit befürchtete eine ähnlich schwierige und langwierige Integrationsphase, wie es sie bei der Übernahme von Morgan Grenfell (1989) schon einmal gegeben hatte. Vor allem wurde auf die kulturellen Unterschiede hingewiesen. Das Urteil von Rolf-E. Breuer, dem Vorstandssprecher der Deutschen Bank, fiel ganz anders aus: „Wir sind auf dem Weg zu einem globalen Finanzdienstleister durch diese Akquisition ein gutes Stück vorangekommen. Noch nie hat sich die Deutsche Bank – oder irgendeine nicht-amerikanische Bank – in den Vereinigten Staaten in einer vergleichbaren Lage befunden. Zum ersten Mal vereinigen sich die Kraft und das Netzwerk einer europäischen Universalbank mit den besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen eines großen, breit aufgestellten Instituts in den USA. Es gibt für diese Transaktion keinen Präzedenzfall. Wir müssen einen neuen Maßstab setzen.“ Die Genehmigung durch die Aufsichtsgremien beider Banken erfolgte am 30. November 1998. Nach Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden und Zustimmung der Hauptversammlungen konnte die Deutsche Bank am 4. Juni 1999 (Closing Day) diese Transaktion im Gesamtwert von 9,8 Mrd. Dollar (15 Mrd. DM) planmäßig abschließen. In der Zeit bis zum Closing Day war die Integration bereits vorbereitet worden. Bemerkenswert ist die Zusammensetzung des obersten Integrationsteams. Geleitet wurde es von Josef Ackermann, der erst seit 1996 zur Deutschen Bank gekommen war. Während die amerikanische Seite durch Frank Newman und zwei weitere Manager von Bankers Trust vertreten wurde, standen auf Seite der Deutschen Bank mit Edson Mitchell und Michael Philipps zwei Londoner Investmenbanker, die ebenfalls erst seit kurzem für die Bank tätig waren. Dies wohl vor allem, weil mit den Maßnahmen zur Hebung von Synergien ein Personalabbau von mehr als 4.000 Personen verbunden war, der ganz überwiegend die Standorte London und New York betraf. Bereits Ende 1999 waren die wesentlichen Schritte zur Eingliederung von Bankers Trust vollzogen. Gesellschaftsrechtlich besteht Bankers Trust weiter in der Deutsche Bank Trust Company Americas und ist Ende 2008 mit ca. 1500 Mitarbeitern in der Vermögensverwaltung (Private Banking) tätig. Sie hatte eine Bilanzsumme von 50 Mrd. Dollar und die Summe des verwalteten Vermögens belief sich auf 150 Mrd. Dollar. Die Knickerbocker Trust Company war eine Bank in den Vereinigten Staaten, die von 1884 bis 1912 existierte. Sie wurde von Frederick G. Eldridge, einem Freund und Mitschüler von John Pierpont Morgan gegründet. Die Knickerbocker Trust Company gehörte zur ihrer Zeit zu den Banken mit dem höchsten Einlagen und war maßgeblich für den Ausbruch der Panik von 1907 verantwortlich. Krise 1907 und weitere Geschichte Am 10. Oktober 1907 traf sich Charles T. Barney, der Direktor des Unternehmens, mit Charles W. Morse, Fritz Augustus Heinze und Otto Heinze im Haus von Barney in der Fifth Avenue. Morse plante, zusammen mit den Heinzes die Aktien der United Copper Company zu übernehmen und erklärte, dass er dafür 1,5-3 Millionen Dollar für erforderlich halte. Die Knickerbocker Trust Company bewilligte ihm den Kredit dafür. Diese Übernahme scheiterte und Barney wurde nahegelegt, als Direktor zurückzutreten. Am 21. Oktober 1907 verkündete die National Bank of Commerce sie würde Wechsel der Knickerbocker Trust Company nicht mehr annehmen, was die Anleger der Knickerbocker Trust Company dazu motivierte ihre Einlagen abheben zu wollen. Barney suchte John Pierpont Morgan auf, doch dieser weigerte sich ihn zu empfangen. Barney erschoss sich am 14. November 1907. Das Banksystem erfuhr einen Vertrauensverlust und der Dow Jones Industrial Average sank von Januar bis November 1907 um 48 Prozent. Um Vertrauen zu schaffen, schuf das US-Parlament 1913 per Gesetz das Federal Reserve System. Einige Wochen nach der erzwungenen Schließung zahlte die Knickerbocker Trust Company alle Anleger einschließlich Zinsen aus. 1912 wurden ihre Verbindlichkeiten durch die Columbia Trust Company erworben und die Columbia-Knickerbocker Trust Company gebildet. Dieses Unternehmen wurde 1923 durch die Irving Trust Corporation übernommen, die 1989 von der Bank of New York übernommen wurde. Die Panik von 1907 (engl.: Panic of 1907, auch als 1907 Bankers' Panic bekannt) war eine Finanzkrise in den USA im Jahr 1907. Die Kurse an der New York Stock Exchange fielen dabei um fast die Hälfte von ihrem Höchststand 1906. Dies löste eine Panik aus, da sich das Land ohnehin in einer Rezession befand, und führte zu zahlreichen Bank Runs. Die Krise breitete sich schnell über das ganze Land aus und hatte den Bankrott zahlreicher kleinerer Banken und Unternehmen zur Folge. Verursacht wurden die Bank Runs durch die geringe Liquidität einer ganzen Reihe von New Yorker Banken und den Vertrauensverlust auf Seiten der Sparer. Einige Anhänger der Österreichischen Schule vertreten auch die Ansicht, die Krise sei auf die vom Finanzministerium in den beiden vorigen Jahren ausgelöste Inflation zurückzuführen. Die Finanzkrise wurde im Oktober 1907 durch den gescheiterten Versuch ausgelöst, die Aktien der United Copper Company zu cornern. Die Banken, die diesen Versuch durch die Vergabe von Krediten finanziert hatten, sahen sich nun einem Ansturm von Sparern entgegen, die ihre Einlagen massenweise abzogen. Der Ansturm weitete sich auf nahestehende Banken aus und führte eine Woche später zum Zusammenbruch der Knickerbocker Trust Company, der drittgrößten Treuhandgesellschaft New Yorks. Deren Zahlungsunfähigkeit wiederum alarmierte Regionalbanken, die nun ihre Reserven aus New Yorker Banken abzogen, und zahlreiche Menschen im ganzen Land begannen bei ihren jeweiligen Regionalbanken ihre Guthaben abzuheben. Zu dieser Zeit gab es in den Vereinigten Staaten noch keine Zentralbank, die dem Markt weitere Liquidität hätte zuführen können, sodass die Panik ohne das Eingreifen des Bankiers J. P. Morgan möglicherweise noch wesentlich größere Ausmaße angenommen hätte. Um den Markt zu stützen, brachte Morgan große Summen seines eigenen Vermögens ein und überzeugte andere New Yorker Bankiers, es ihm gleichzutun. Die scheinbar bereits abgewendete Krise verschärfte sich Anfang November noch einmal, als ein großes New Yorker Brokerhaus massiv Kredite aufnehmen musste. Als Sicherheiten nutzte es Aktien der Tennessee Coal, Iron and Railroad Company (TC&I) und brachte damit den Börsenkurs des Unternehmens unter Druck. Morgan überzeugte den für seinen Kampf gegen Trusts bekannten US-Präsidenten Theodore Roosevelt vom Ernst der Lage und bekam die Genehmigung, die TC&I mit seiner US Steel Corporation in einer Nacht-und-Nebel-Aktion zu übernehmen. Im US-Senat setzte der Finanzexperte Nelson W. Aldrich eine Kommission namens „National Monetary Commission“ ein, um die Entstehung der Krise zu untersuchen und Verbesserungsvorschläge für das Finanzsystem zu machen. Dies führte schließlich zur Gründung der privatwirtschaftlichen US-Notenbank Fed im Jahr 1913. Der Begriff Cornering eines Marktes bezeichnet das Aufkaufen einer Ware oder eines Wertpapiers um den Preis bestimmen zu können. Unter Umständen kann dies eine Form der Marktmanipulation darstellen und wäre dann in Deutschland gemäß § 20 a (1) Ziffer 2 WpHG verboten. Diese verbietet "Geschäfte vorzunehmen oder Kauf- oder Verkaufsaufträge zu erteilen, die geeignet sind, falsche oder irreführende Signale für das Angebot, die Nachfrage oder den Börsen- oder Marktpreis von Finanzinstrumenten zu geben oder ein künstliches Preisniveau herbeizuführen". Voraussetzung für den möglichen Erfolg des "cornerns" ist ein relativ enger Markt, erhebliche Finanzmittel und eine Warengruppe mit geringen Möglichkeiten der Substitution durch andere Produkte. In der Geschichte sind eine Reihe von Versuchen des "cornerns" überliefert, von denen die meisten scheiterten. Der wohl bekannteste Versuch einen Markt zu cornern war die Silberspekulation der Gebrüder Hunt. Seit Mitte der 1970er Jahre kauften die Hunts und ihre Partner circa 150 Millionen Unzen (ca. 5000 Tonnen) physisches Silber sowie ca. 200 Millionen Unzen Silber an der Warenterminbörse COMEX in New York. Der Silberpreis wurde hierdurch von 2 auf 50 Dollar je Unze getrieben, bis die Spekulation 1980 zusammenbrach. Der Preis normalisierte sich kurzfristig und die Gebrüder Hunt gingen Bankrott. Bankenkrise Die deutsche Bankenkrise kennzeichnete den Beginn des zweiten Teils der Wirtschaftskrise, den Beginn der „Hyperdeflation“. Sie hatte zwei Ursachen. Durch gegenseitige Konkurrenz, durch feindliche Übernahmen kleinerer Banken und auf Grund spekulativer Wertpapier- und Warengeschäfte hatten die großen Banken 1925 wieder das Geschäftsvolumen von 1914 erlangt. Sie waren zwar auf Expansion ausgerichtet, aber durch niedere Eigenkapitalquoten und geringe liquide Mittel schlecht dafür gerüstet. Hätten sie ihr Eigenkapital aufgestockt (durch geringere Dividendenzahlungen und/oder das Herausgeben weiterer Aktien), wäre die Differenz beider Größen zu der Summe der herausgereichten Kredite nicht so groß gewesen. Hinzu kam die Instabilität des internationalen Kreditmarktes. Als wichtigstes Kennzeichen hierfür muss man den einseitigen Geld- und Kapitalstrom nennen. Von 1925 bis 1929 sind ausländische Kredite von insgesamt 21 Milliarden (RM) nach Deutschland geflossen, denen in gleichem Zeitraum nur 7,7 Milliarden RM deutsche Anlagen im Ausland gegenüberstanden. Ein Großteil der aufgenommenen Kredite war obendrein kurzfristiger Natur, das heißt, sie mussten binnen drei Monaten zurückgezahlt werden. Bis 1929 wurden sie aber regelmäßig verlängert; die Banken liehen diese kurzfristigen Gelder mitunter mit langen Laufzeiten aus. Somit war die Situation der Banken bereits vor der Weltwirtschaftskrise kritisch: Sollten die ausländischen Gläubiger ihr Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der Banken verlieren und die kurzfristigen Kredite einmal nicht verlängern, drohte sofort ein empfindlicher Devisenmangel bis hin zur Illiquidität. Im Ausland führte die Krise ebenfalls zur Verknappung der Liquidität der Banken. Im November 1930 gerieten die Banken in den USA und in Frankreich, wo sich die Wirtschaftskrise ansonsten noch gar nicht bemerkbar gemacht hatte, in eine Krise und zogen große Summen kurzfristiger Gelder aus Deutschland ab. Hier erfasste die Krise zunächst hauptsächlich kleinere Banken, so dass das Ausmaß zunächst nicht so transparent war. Im Frühjahr 1931 geriet nun die Österreichische Creditanstalt in Schwierigkeiten, die sich bei der Übernahme der Bodenkreditanstalt übernommen hatte. Zeitgenossen vermuteten, dahinter stünde die französische Regierung, die so den Plan einer deutsch-österreichischen Zollunion hätte torpedieren wollen. Obwohl solche Manipulationen tatsächlich in der französischen Regierung diskutiert wurden, konnte nicht nachgewiesen werden, dass sie verantwortlich war für den Krach der Creditanstalt (sie erklärte am 11. Mai 1931 ihre Zahlungsunfähigkeit; Das bedeutete nicht nur für Österreich, sondern für ganz Mitteleuropa den Beginn einer Finanzkrise. Man befürchtete nun, dass diese Entwicklung auf Deutschland übergreifen würde. In dieser gefährlichen Lage erklärte Reichskanzler Brüning selbst im Juni 1931 aus innenpolitischen Gründen – er hoffte nämlich auf die Unterstützung der Rechten und der Nationalsozialisten im Reichstag für ein neues Paket von Sparmaßnahmen – die Reparationen öffentlich für „unerträglich“. Das schien auf eine bevorstehende Zahlungsunfähigkeit des Reiches zu deuten und untergrub das Vertrauen der ausländischen Kreditgeber nachhaltig. Devisen im Wert von mehreren Milliarden RM wurden abgezogen, und nachdem im Juli 1931 eine der Berliner Großbanken illiquide geworden war, kam auch noch ein massenhafter Ansturm der Bevölkerung auf die Banken hinzu. Diese mussten am 13. Juli 1931 ihre Zahlungen einstellen. Die Kreditorenbeträge sanken im Juni/Juli um 21,4 %. Um die Bankenkrise zu überwinden, wurden die Banken für mehrere Tage geschlossen und der Kontrolle der Regierung unterstellt. Auch die Börse blieb monatelang geschlossen – Kredite und Neuinvestitionen waren so monatelang unmöglich. Zudem war einen Monat zuvor das Hoover-Moratorium, das zur Wiederherstellung des Vertrauens alle politischen Schulden für ein Jahr stornierte, psychologisch verpufft, weil französische Vorbehalte wochenlange, schwierigste Verhandlungen nötig gemacht hatten. Da Reichsbankpräsident Hans Luther den Abfluss von Devisen ins Ausland mit allen Mitteln stoppen wollte, erhöhte er den Diskontsatz auf 15 % und bewirkte dadurch eine extreme inländische Kreditverteuerung und -verknappung. Der Banknotenumlauf betrug 1929 noch 5 Milliarden RM; Luthers Maßnahmen trugen dazu bei, dass er sich um 30 % auf 3,5 Milliarden RM im Jahre 1932 verringerte. Der Internationale Währungsfonds (IWF; engl. International Monetary Fund, IMF; auch bekannt als Weltwährungsfonds) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Er ist eine Schwesterorganisation der Weltbank-Gruppe und hat seinen Sitz in Washington, D.C., USA. Zu seinen Aufgaben gehören: Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik, Ausweitung des Welthandels, Stabilisierung von Wechselkursen, Kreditvergabe, Überwachung der Geldpolitik, Technische Hilfe. Der IWF wurde am 22. Juli 1944 durch eine internationale Übereinkunft gegründet und nahm im Mai 1946 erste Arbeiten auf. Seine eigentliche operative Tätigkeit begann ab dem 1. März 1947. Sie erfolgte aufgrund der Beschlüsse der Konferenz in Bretton Woods, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat New Hampshire. Diese für den Wiederaufbau des Weltwirtschaftssystems entscheidenden Verhandlungen dauerten vom 1. Juli 1944 bis zum 22. Juli 1944. Der IWF wird daher zusammen mit der Weltbank-Gruppe als Bretton-Woods-Institution bezeichnet. Der IWF hat zurzeit 187 Mitgliedstaaten, deren Stimmrecht sich an ihrem Kapitalanteil orientiert. Die Bundesrepublik Deutschland trat 1952 dem IWF bei. Die Mitgliedstaaten mit den größten Stimmanteilen sind: USA 16,74 %, Japan 6,01 %, Deutschland 5,87 %, Frankreich 4,85 %, Vereinigtes Königreich 4,85 % und China 3,65 %. Da die Beschlüsse im IWF mit einer Mehrheit von 85 % getroffen werden müssen, verfügen jeweils die USA und die gemeinsamen EU-Staaten de facto über eine Sperrminorität. Anteile und Stimmrechte der Mitgliedstaaten Anteile und Stimmrechte der Mitgliedstaaten sowie Gouverneursrat: IWF-Mitgliedstaat Kapitalanteil: SZRs in Millionen Kapitalanteil: in Prozent geschäftsf. Direktor stv. geschäftsf. Direktor Stimmen: Anzahl Stimmen: in Prozent Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten 37149,3 15,82 Timothy F. Geithner Ben Bernanke 371743 16,74 Japan Japan 13312,8 6,12 Yoshihiko Noda Masaaki Shirakawa 133378 6,01 Deutschland Deutschland 13008,2 5,98 Axel A. Weber Wolfgang Schäuble 130332 5,87 Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich 10738,5 4,94 George Osborne Mervyn King 107635 4,85 Frankreich Frankreich 10738,5 4,94 Christine Lagarde Christian Noyer 107635 4,85 China Volksrepublik China 8090,1 4,42 Zhou Xiaochuan Yi Gang 81151 3,65 Italien Italien 7055,5 3,24 Giulio Tremonti Mario Draghi 70805 3,19 Saudi-Arabien Saudi-Arabien 6985,5 3,21 Ibrahim A. Al-Assaf Hamad Al-Sayari 70105 3,16 Kanada Kanada 6369,2 2,93 Jim Flaherty Mark Carney 63942 2,88 Russland Russland 5945,4 2,73 Aleksei Kudrin Sergey Ignatyev 59704 2,69 Niederlande Niederlande 5162,4 2,37 Nout Wellink L.B.J. van Geest 51874 2,34 Belgien Belgien 4605,2 2,12 Guy Quaden Jean-Pierre Arnoldi 46302 2,08 Indien Indien 4158,2 2,91 Pranab Mukherjee Duvvuri Subbarao 41832 1,88 Schweiz Schweiz 3458,5 1,59 Jean-Pierre Roth Eveline Widmer-Schlumpf 34835 1,57 Australien Australien 3236,4 1,49 Wayne Swan Ken Henry 32614 1,47 Mexiko Mexiko 3152,8 1,45 Agustín Carstens Guillermo Ortiz 31778 1,43 Spanien Spanien 3048,9 1,40 Elena Salgado Miguel Fernández Ordóñez 30739 1,38 Brasilien Brasilien 3036,1 1,40 Guido Mantega Henrique Meirelles 30611 1,38 Korea Sud Südkorea 2927,3 1,35 Okyu Kwon Seong Tae Lee 29523 1,33 Venezuela Venezuela 2659,1 1,22 Gastón Parra Luzardo Rodrigo Cabeza Morales 26841 1,21 übrige 166 Staaten 62593,8 28,79
667438 30,05 Aufgaben und Ziele Wenn ein Mitglied in Zahlungsschwierigkeiten gerät, kann es beim IWF Hilfe beanspruchen (lender of last resort). Die Rechnungslegungseinheit des IWF ist das Sonderziehungsrecht (SZR). Der IWF vergibt unter bestimmten Auflagen befristete Kredite an Staaten, die unter wirtschaftlichen Problemen leiden, z. B. Argentinien, Irland (2010) , Brasilien, Rumänien (2008) oder Griechenland (2010). Bedingungen für die Gewährung von Krediten sind zum Beispiel: Kürzung der Staatsausgaben, niedrige Inflation, Steigerung des Exports sowie Liberalisierung des Bankenwesens. Die den Staaten auferlegten Bedingungen in Form von Strukturanpassungsprogrammen (SAP) können zum Beispiel Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen wie Sparkassen, Elektrizitäts- und Wasserversorgung, Telekommunikation usw. sowie Entlassung von bestimmten Gruppen von Mitarbeitern vorsehen. Darüber hinaus unterstützt der IWF Entwicklungsländer in Afrika, Asien und Südamerika bei der Erarbeitung von Wachstums- und Wohlstandkonzepten und fördert diese durch direkte Geldhilfen der gebenden Mitgliedstaaten. Ebenso wie die Kreditvergabe ist auch die Entwicklungszusammenarbeit oft an Bedingungen der Good Governance (Korruptionsabbau, Demokratie, …) und der Liberalisierung gekoppelt. Ziele Förderung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik Ausweitung des Welthandels Stabilisierung internationaler Finanzmärkte Vergabe kurzfristiger Kredite zum Ausgleich von Zahlungsdefiziten Überwachung der Geldpolitik Sicherung des laufenden internationalen Zahlungsverkehrs vor staatlichen Beschränkungen des freien Devisenverkehrs
Technische Hilfe
Beteiligung an Maßnahmen des Währungsunion-Finanzstabilitätsgesetzes Mittel zur Zielerreichung Jeder Mitgliedstaat bekommt eine so genannte Quote zugewiesen. Nach dieser Quote richten sich: die Einzahlungsverpflichtungen (in Gold, Devisen und Landeswährung) die Ziehungsrechte (Inanspruchnahme eines Kredites) das Stimmrecht eines Landes im IWF Umfang der Kreditvergabe Wenn ein Land in Zahlungsschwierigkeiten kommt, kann es finanzielle Hilfe vom IWF beanspruchen (Inanspruchnahme eines Kredites). Es kann auf Antrag beim IWF die Währung eines anderen Landes gegen Gold oder Landeswährung kaufen. Dies bezeichnet man als Ziehung. Die Inanspruchnahme eines Kredites ist an bestimmte Bedingungen gekoppelt, die das jeweilige Land zu erfüllen hat. Diese werden als Strukturanpassungsprogramme (SAP) bezeichnet. Ein SAP könnte z. B. so aussehen: Kürzung von Staatsausgaben Ziel einer niedrigen Inflation und einer Steigerung des Exports Liberalisierung des Bankenwesens Privatisierung von öffentlichen Einrichtungen (Sparkassen, Elektrizitätswerken, Wasserwerken, Telekommunikation) Es gibt seit 1969 sogenannte Sonderziehungsrechte (SZR). Ein Mitgliedsstaat hat das Recht, sich unter Einschaltung des IWF Devisen zu kaufen. Für die Devisen darf der Mitgliedstaat mit SZR zahlen. Bei den SZR handelt es sich um eine Art Weltgeld im Zahlungsverkehr der Zentralbanken. SZR werden in bestimmter Höhe zugeteilt. Für die SZR müssen Zinsen an den Fonds bezahlt werden. SZR erweitern die internationale Liquidität beträchtlich. Bei jeder Erhöhung der SZR wird geprüft, ob weltweit ein inflationsneutraler Bedarf besteht. Beispiel: Wenn z. B. die Türkei (Schwellenland) sich an den IWF wendet, weil sie zum Ausgleich der passiven Leistungsbilanz Devisen benötigt, dann bestimmt der IWF ein Land – beispielsweise die USA – mit hohen Devisenreserven. Die USA verkauft daraufhin der Türkei Devisen gegen SZR. Konditionalität Ursprünglich war der IWF so ausgelegt, dass die Mitgliedstaaten bei Vorhandensein entsprechender Voraussetzungen (z. B. Zahlungsbilanzprobleme) automatisch das Recht hatten, IWF-Kredite zu erhalten. Nach dem Koreakrieg kollabierten die Preise für Rohstoffe jedoch, was Zahlungsbilanzkrisen in einzelnen Mitgliedstaaten auslöste. Zu dieser Zeit wurde die Konditionalität eingeführt, d. h. die entsprechenden Staaten hatten nicht mehr das Recht auf IWF-Kredite, vielmehr wurden die Kredite abhängig gemacht von der Erfüllung bestimmter Bedingungen, damals z. B. die Elimination von Devisenkontrollen und die Liberalisierung von Handelsbeschränkungen. Auch die Unterteilung des Kreditbezugs in einzelne Phasen wurde erstmals eingeführt, mit Krediten an Chile im Jahre 1956 und an Haiti im Jahre 1958. Jede einzelne Phase wurde von der Erfüllung von Bedingungen abhängig gemacht, die während der vorherigen Phase erfüllt werden mussten. Solche Bedingungen wurden in der jeweiligen Absichtserklärung („letter of intent“), die praktisch Vertragsnatur hatten, vorher festgelegt. Konditionalität war eine Initiative der USA, die zunächst von anderen Staaten abgelehnt wurde. Diese Staaten standen auf der Position, dass das Recht auf IWF-Kredite automatisch den betroffenen Regierungen zustehe, ganz in dem Geiste der „Articles of Agreement“, dem Gründungsdokument des IWF. Der Exekutivdirektor der USA legte sein Veto ein, wenn IWF-Kredit-Anträge nicht dieser Idee der Konditionalität entsprachen. Dies führte dazu, dass sich IWF-Kredit-Antragsteller nicht mehr an den IWF, sondern zuerst an die USA wandten. Damit war die Konditionalität in die IWF-Praxis eingeführt. Kreditnehmer Bis zum Jahr 1977 waren Entwicklungsländer wie Industrieländer relativ gleichermaßen Kreditnehmer des IWF, beispielsweise war Großbritannien einer der größten Kreditnehmer. Bis dahin wurde die Konditionalität gegenüber Großbritannien nicht angewandt (Großbritannien war einer der Gründungsstaaten des IWF). Das änderte sich jedoch nach der mehrfachen Abwertung des Sterlings, zum ersten Mal sollte der IWF dem Staat Großbritannien wesentliche Bedingungen wie Verringerung von Sozialleistungen und Abschaffung von Importkontrollen auferlegen, als er 1977 einen Antrag wegen eines Stand-By-Kredites stellte. Das führte dazu, dass ab diesem Zeitpunkt der IWF als die „letzte Instanz, an die man sich wegen Krediten wenden sollte“ angesehen wurde, da diese Einmischung in nationale (Wirtschafts-)Politik durch andere Regierungen (insbesondere der USA, die in Form von Finanzminister William Simon meinte, dass Länder wie Großbritannien einen „internationalen Verhaltenskodex“ mit ihrer Wirtschaftspolitik brechen würden) als sehr unpopulär angesehen wird. Seit diesem Zeitpunkt stellte kein Industrieland mehr einen Antrag auf IWF-Kredite. Erst 2010 beantragten Griechenland und Irland einen IWF-Kredit. Nach Ansicht des Geografie-Professors Richard Peet wandelte sich der IWF erst damit von einer Form der Zusammenarbeit in Hinblick auf Wechselkurse und internationale Zahlungen, die hauptsächlich zwischen den Industrieländern stattfand, zu einer Form der Kontrolle der Wirtschaftspolitik der „Dritten Welt“ durch die „Erste Welt“. Dieser Ansicht widersprechen viele Fachleute (zum Teil massiv), denn der IWF sei ein Spiegelbild seiner Mitglieder und ihrer wirtschaftlichen Verhältnisse. Reform 2010 Die Stimmanteile der 187 Mitgliedstaaten werden 2011 zugunsten der aufstrebenden Schwellenländer umverteilt werden. Sie „ist eine der tiefgreifendsten Reformen in der Geschichte des IWF.“ „An Einfluss gewinnen die stark wachsenden Volkswirtschaften wie China und Asien.“ Kritik Der Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften und ehemaliger Chefökonom der Weltbank Joseph E. Stiglitz kritisiert in seinem Buch Die Schatten der Globalisierung den IWF für die seiner Meinung nach "blinde" Verfolgung des Washington Consensus und das Vorgehen der Organisation während der Überführung der osteuropäischen Zentralverwaltungswirtschaften in marktwirtschaftliche Systeme. William Easterly wirft dem IWF fehlende Legitimation und Rechenschaftspflichten vor. Ursächlich sei der durch das Bretton-Woods-Abkommen nicht abgesicherte Aufgabenzuwachs im Zeitablauf. Easterly vertritt zudem die These, dass die Strukturanpassungs- und Transformationspolitik des Internationalen Währungsfonds den betroffenen Volkswirtschaften eher geschadet als genutzt habe.
UdSSR Die UdSSR hatte die Zentralverwaltungswirtschaft eingeführt. Die Produktion von Gütern wurde nach einem strengen Plan überwacht. Am 25. Januar 1949 wurde gemeinsam mit den meisten Satellitenstaaten des Ostblocks der Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe als wirtschaftlicher Zusammenschluss der sozialistischen Staaten Osteuropas gegründet. Siehe auch: Gosplan und Fünfjahrplan Währung Die offizielle Währung der Sowjetunion war der Rubel, der in 100 Kopeken unterteilt wird. Im Jahre 1922 verursachte Wladimir Lenin dem Parteiprogramm entsprechend eine Hyperinflation. Somit verfolgte er das Ziel in der kommunistischen Lehre das Geld schrittweise abzuschaffen oder zumindest dessen Bedeutung einzuschränken, was mit einem Dekret nicht möglich wäre. So entwertete er seinen Zielen entsprechend alles umlaufende Finanzkapital. Nach mehreren Jahren voller militärischer Konflikte, wirtschaftlichen Krisen und Problemen war der Geldverkehr nur auf die nationale Ebene beschränkt. Das bedeutet, dass keine einzige Kopeke das Land mit der Ausnahme von Republikflucht und Schwarzmarkt verlassen konnte. Formen des Eigentums In der Sowjetunion gab es zwei grundlegende Formen des Eigentums; Individuelles Eigentum und Kollektives Eigentum (gemeinsames Eigentum, in der Praxis genossenschaftliches oder staatliches Eigentum). Diese unterschieden sich stark in ihrem Inhalt und dem rechtlichen Status. Gemäß kommunistischer Theorien konnte Kapital (Produktionsmittel), neben einigen unwesentlichen Ausnahmen, nicht individuell besessen werden. Nach dem Ende der kurzzeitigen Lockerung mit der Neuen Ökonomischen Politik, russisch: НЭП – Новая экономическая политика; NEP – Nowaja ekonomitscheskaja politika, durch Lenin wurde jegliches industrielle Eigentum sowie Bauland gemeines Eigentum des Volkes respektive Eigentum des Staates. Individuelles Eigentum konnte nur Persönliches Eigentum sein, das heißt Kapital (Produktionsmittel) war automatisch staatliches oder genossenschaftliches Eigentum. Landwirtschaft Die landwirtschaftlich nutzbare Großregion in der Sowjetunion zwischen Sankt Petersburg, Odessa beziehungsweise Rostow am Don im Westen und Krasnojarsk im Osten wurde auch Agrardreieck genannt. Die Landwirtschaftlichen Betriebe wurden u. a. differenziert in Sowchosen, also landwirtschaftliche Großbetriebe des Staates und Kolchosen, also landwirtschaftliche Großbetriebe, die genossenschaftlich organisiert waren und dessen Bewirtschaftung durch das sozialistische Kollektiv der Mitglieder erfolgte.
GOLDMAN SACHS
1869–1930 Goldman Sachs wurde 1869 vom deutschen Auswanderer Marcus Goldman gegründet. Er begann mit einem Ein-Zimmer-Büro in New York, Pine Street. Im Jahr 1882 bekam die Bank den Namen M. Goldman Sachs, als Samuel Sachs in die Firma seines Schwiegervaters Marcus Goldman eintrat. Im Jahre 1885 nahm Goldman seinen Sohn Henry und seinen Schwiegersohn Ludwig Dreyfuss in das Unternehmen auf und der Firmenname wurde auf Goldman Sachs & Co. geändert Das Unternehmen machte sich einen Namen in seiner Vorreiterrolle bei der Nutzung von Commercial Papers für Unternehmen und wurde im Jahr 1896 eingeladen, der New York Stock Exchange beizutreten. Im frühen 20. Jahrhundert war Goldman ein führendes Unternehmen zur Entwicklung des Initial Public Offering-Marktes. Es gelang einer der größten damaligen Börsengänge, das der Sears, Roebuck and Company im Jahre 1906. Am 4. Dezember 1928 wurde die „Goldman Sachs Trading Corp.“ ein geschlossener Investmentfonds, dessen Geschäftsmodell Ähnlichkeiten eines Schneeballsystems aufwies, gegründet. Der Investmentfonds scheiterte während des Börsencrashes im Jahre 1929 und die Unternehmensreputation war für einige Jahre stark beschädigt. 1930–1980 Im Jahr 1930 übernahm Sidney Weinberg die Rolle des Senior-Partners und verschob Goldman Sachs Fokus weg vom Wertpapierhandel zum Investment Banking. Weinberg verhalf die Reputation des Unternehmens wieder zu steigern und den angeschlagenen Ruf loszuwerden. Unter Weinberg war Goldman Sachs Lead Advisor für den Börsengang der Ford Motor Company im Jahre 1956 einer der damals größten Börsengänge. Unter der Leitung Weinbergs begann Goldman Sachs auch eine eigene Researchabteilung, sowie das Brokergeschäft für Anleihen der US-amerikanischen Gemeinden und Kommunen. Gus Levy trat dem Unternehmen in den 1950er Jahren als Effektenhändler bei. Dieser Zeitpunkt markierte auch einen Trend bei Goldman Sachs, ab dem es zu internen Machtkämpfen zwischen dem Investment Banking und dem Wertpapierhandel kam. Während der 1950er und 1960er Jahre also ein Machtkampf zwischen Weinberg und Levy. 1969 übernahm Levy die Leitung von Weinberg, der in den Ruhestand ging, als Senior-Partner und baute Goldman Sachs Handelssparte weiter aus. Unter Levys Führung etablierte sich die Philosophie des "langfristig gierig" („long-term greedy“) was bedeutete, dass, solange Geld auf lange Sicht verdient werde, kurzfristige Verluste nicht besorgniserregend zu sein brauchen. Während Levys Zeit als Senior-Partner reinvestierten die meisten Partner große Teile ihrer Gewinne in das Unternehmen, so dass der Fokus stets auf der Zukunft lag. Eine weitere schwere Krise traf das Unternehmen im Jahre 1970, als die Penn Central Transportation Company Konkurs mit über 80 Millionen US-Dollar in ausstehenden Commercial Paper ein Großteil davon ausgestellt von Goldman Sachs anmeldete. Die Konkursmasse war klein und der Schaden für Goldman Sachs groß und die daraus resultierenden Klagen bedrohten das Unternehmen ernsthaft zu gefährden. In Folge des Konkurses der Penn Central Transportation Company wurden Bonitätsratings für Emittenten von Commercial Paper eingeführt. Nach diesem Debakel begann Goldman Sachs in den 1970er Jahren weltweit zu expandieren. Unter der Leitung von Senior-Partner Stanley R. Miller, eröffnete Goldman Sachs seine erste internationale Niederlassung in London im Jahr 1970 und schuf eine "Private Wealth"-Abteilung zusammen mit einer Fixed Income Abteilung im Jahre 1972. Darüber hinaus nahm Goldman Sachs eine Vorreiterrolle bei der "White Knight"-Strategie im Jahr 1974 während seiner Versuche Electric Storage Battery gegen ein feindliches Übernahmeangebot von International Nickel und Goldman Sachs Rivale Morgan Stanley zu verteidigen. John Weinberg, der Sohn von Sidney Weinberg, und John C. Whitehead übernahmen als Co-Senior-Partner im Jahr 1976 die Geschäftsführung. Eine ihrer Initiativen war die Errichtung der vierzehn Geschäftsprinzipien („Business Principles“), die noch bis heute Bestand haben. 1980-1999 Am 16. November 1981 übernahm Goldmans Sachs die J. Aron & Company, ein Rohstoffhandelsunternehmen, welches mit der Fixed Income Abteilung zusammengeführt wurde und zur Fixed Income, Currencies und Commodities. J. Aron & Company Unternehmensschwerpunkt war der Kaffee- und Goldmarkt. Im Jahre 1985 war Goldman Sachs Underwriter des Börsenganges des Real Estate Investment Trust, dem unter anderem auch das Rockefeller Center gehörte. Im Zuge des Zusammenbruch der Sowjetunion beteiligte sich Goldman Sachs auch bei der Privatisierung von ehemaligen Staatsunternehmen. Im Jahr 1986 wurde das Unternehmen „Goldman Sachs Asset Management“ gegründet, welches bis heute die Mehrheit der Investmentfonds und Hedge-Fonds verwaltet. Im selben Jahr war Goldman Sachs Underwriter für den Börsengang von Microsoft, Berater von General Electric bei der Übernahme der Radio Corporation of America und schloss sich der London Stock Exchange sowie der Tokyo Stock Exchange an. Robert Rubin und Stephen Friedman übernahm die Co-Senior-Partnerschaft im Jahr 1990 und versprachen auf die Globalisierung des Unternehmens und die Stärkung der Merger & Acquisition and Handelsgeschäftsfelder zu konzentrieren. Während ihrer Geschäftsführerzeit führte die Firma den papierlosen Handel an der New York Stock Exchange und war Lead Manager für die erste globale Schuldverschreibung eines US-amerikanischen Unternehmens. Zu dieser Zeit wurde auch der Goldman Sachs Commodity Index (GSCI) entwickelt und im Jahre 1994 eine Niederlassung in Peking gegründet. 1994 übernahm Jon Corzine nach dem Weggang von Rubin und Friedman die Leitung des Unternehmens.
LEHMAN BROTHERS
Lehman Brothers wurde 1850 in Montgomery, Alabama, von den zwischen 1844 und 1850 aus Rimpar bei Würzburg emigrierten jüdischen Brüdern Hayum (Henry), Mendel (Emmanuel) und Maier (Mayer) Lehman, Söhnen des fränkischen Viehhändlers Abraham Löw Lehmann, gegründet. Vor der Gründung von Lehman Brothers eröffnete Henry Lehman 1844 in Alabama einen Gemischtwarenhandel. Sein Bruder Emanuel trat 1848 in das Geschäft ein. Die Geschäftstätigkeit wurde dann schon bald auf den Handel mit Baumwolle verlagert, aus dem heraus sich die Bankentätigkeit entwickelte. Nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg wurde die Geschäftstätigkeit nach New York verlagert. 1977 fusionierte Lehman Brothers mit Kuhn, Loeb & Co. und firmierte kurzzeitig als Lehman Brothers Kuhn Loeb & Co. 1984 wurde Lehman Brothers von American Express aufgekauft und mit Shearson sowie 1988 mit E.F. Hutton & Co. fusioniert. 1993 verkaufte American Express die so entstandene Firma an die Travelers Group. Die Travelers Group trennte sich vom Investmentbanking, das 1994 unter dem Namen Lehman Brothers wieder zu einer eigenständigen Firma wurde und an die Börse ging. In den letzten Jahren konnte das nun selbständige Unternehmen auch im Vergleich mit den Wettbewerbern seine Marktposition festigen. Im Mai 2007 kaufte Lehman Brothers zusammen mit dem Immobilieninvestor Tishman Speyer den zweitgrößten börsennotierten Wohnungseigentümer der USA, Archstone-Smith. Der Preis für den Konzern betrug 22 Milliarden US-Dollar. Insolvenz Im Zuge der Subprime-Krise musste die Bank zunächst 3,3 Milliarden US-Dollar abschreiben. Im April 2008 hatte das Institut eine Kapitalerhöhung von 4 Milliarden US-Dollar durchgeführt, eine weitere in der Höhe von 5 Milliarden US-Dollar folgte im Juni 2008. Die angeschlagene US-Bank hatte am 10. September 2008 verlauten lassen, dass sie Verluste in Höhe von 3,9 Milliarden US-Dollar für das dritte Quartal 2008 erwartet. Richard Fuld, damaliger Vorstandschef von Lehman Brothers, kündigte den Verkauf eines Mehrheitsanteils an der Investmentsparte, die Ausgliederung von Gewerbeimmobilien und weiteren illiquiden Vermögenswerten an. Als weitere Maßnahme sollte ebenfalls die Dividende auf 0,05 US-Dollar pro Aktie verringert werden. Die Verkaufsbemühungen waren jedoch wenige Tage später gescheitert und es musste am 15. September 2008 für die Lehman Brothers die Insolvenz gemäß Chapter 11 beantragt werden. Nachdem die amerikanische Regierung drei große Banken (Bear Stearns, Fannie Mae und Freddie Mac) mit Milliarden Dollar gestützt hatte, war der politische Druck, weitere Banken nicht aufzufangen, so groß geworden, dass der damalige amerikanische Finanzminister – und Gegenspieler Fulds – Henry Paulson nach der Absage der englischen Barclays-Bank, sich an Lehman zu beteiligen, keine weitere Unterstützung bereitstellte, was – entgegen dem bisherigen Grundsatz too big to fail – zur Insolvenz von Lehman Brothers führte. Wenige Tage nach der Insolvenz waren nur noch 170 Mitarbeiter für Lehman Brothers tätig, 24.988 waren unter dem Insolvenzverwalter Bryan Marsal in wenigen Tagen gekündigt worden. Der Schaden, der durch diese plötzliche Insolvenz hervorgerufen wurde, wird auf 50 bis 75 Milliarden US-Dollar geschätzt. Am 17. September 2008 gab die britische Universalbank Barclays bekannt, dass sie große Teile des US-Geschäfts von Lehman Brothers, einschließlich der gesamten Infrastruktur mit 9.000 Mitarbeitern und den Hauptsitz in New York, aus der Insolvenzmasse heraus übernehmen werde. Japans größtes Brokerhaus, Nomura Holdings, kaufte am 22. September das Asiengeschäft sowie die Investmentbanksparte von Lehman Brothers in Europa und im Nahen Osten. In Folge der Insolvenz soll Lehman Brothers einen Schuldenberg von über 200 Milliarden US-Dollar hinterlassen. Nach der Insolvenz ergeben sich folgende Lehman Brothers Sparten: Lehman Brothers North America → Barclays Capital Lehman Brothers Hong Kong → KPMG China als Liquidator für acht Tochtergesellschaften (u. a. LB Asia Holdings Limited, LB Asia Limited) Lehman Brothers Asia Pacific → Nomura Lehman Brothers International Europe → Management durch PricewaterhouseCoopers Lehman Brothers Holdings Inc. → Insolvenz nach Chapter 11 Neuberger Berman → eigenständige Investmentgesellschaft
FANNIE MAE
Fannie Mae (ursprünglich Federal National Mortgage Association, FNMA) ist ein staatlich gefördertes Unternehmen, welches 1938 im Rahmen des New Deal als staatseigene Bank gegründet und 1968 privatisiert wurde. Bei der Privatisierung wurde der ursprünglich aus einer Verballhornung des Kürzels FNMA entstandene Name Fannie Mae als offizieller Name des Unternehmens übernommen. Sie ist eine reine Hypothekenbank und das weltweit größte Institut in dieser Sparte. Die Hypotheken werden durch den US-amerikanischen Staat weder garantiert noch refinanziert. Als staatsnahes Unternehmen erhält Fannie Mae allerdings erstklassige Bonitätsbewertungen von den Ratingagenturen und kann sich so zu einem günstigeren Zins refinanzieren als andere Banken. Zusammen mit Freddie Mac, der zweitgrößten, ebenfalls staatlich geförderten Hypothekenbank der USA, hat sie zur Finanzierung der Hypotheken Anleihen im Wert von 2.400 Mrd. Dollar ausgegeben, wodurch sie zu den größten Schuldnern weltweit gehört. Aufgrund des Immobilienbooms, der in den USA nun schon seit Mitte der neunziger Jahre anhielt, sahen die Finanzmärkte zunehmend die Gefahr, dass bei einem Rückgang der Immobilienpreise Fannie Mae in ernsthafte Probleme geraten könnte, was angesichts der Höhe der Schulden zu weltweiten Turbulenzen auf den Finanzmärkten führen könnte und mittlerweile auch eingetreten ist. Im Juli 2008 bezeichnete der Chef der Fed in St. Louis, Wiliam Poole, Fannie Mae erstmals als „faktisch zahlungsunfähig“ und forderte die Politik auf, nach Rettungsmöglichkeiten zu suchen. Am 13. Juli 2008 kündigte die US-Regierung an, Fannie Mae und Freddie Mac mit Krediten und Aktienkäufen in Milliardenhöhe zu stützen, um einen Bankrott zu verhindern. Bald darauf, am 7. September 2008, übernahm die zuständige Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) die Kontrolle über Fannie Mae und löste den bisherigen CEO Daniel Mudd ab. Im Geschäftsjahr 2008 machte Fannie Mae 58,7 Milliarden Dollar Verlust. Im 3.Quartal 2009 machte Fannie Mae einen Verlust von 19 Mrd. Dollar und beantragte weitere 15 Mrd. Dollar Staatsbeihilfen. Bisher hatte die Immobilienbank bereits knapp 61 Mrd. Dollar Staatsbeihilfen erhalten.
FREDDIE MAC
Freddie Mac (Federal Home Loan Mortgage Corporation) ist eine börsennotierte US-amerikanische Hypothekenbank mit Firmensitz in McLean, Virginia. Freddie Mac kauft Hypothekenkredite von Banken, fasst diese Kredite zusammen und bringt sie als Mortgage Backed Securities auf den Kapitalmarkt. Der heutige Name des Unternehmens leitet sich als Quasi-Akronym aus der Abkürzung seines ursprünglichen Namens Federal Home Loan Mortgage Corporation (FHLMC) ab. Freddie Mac ist eine Government sponsored enterprise und wird vom Office of Federal Housing Enterprise Oversight (OFHEO) beaufsichtigt. Derzeit ist das Unternehmen die zweitgrößte Hypothekenbank der Vereinigten Staaten. Freddie Mac wurde 1968 vom Kongress der Vereinigten Staaten als Federal Home Loan Mortgage Corporation gegründet, um dem zur selben Zeit privatisierten Wettbewerber Fannie Mae und den FHL-Banken Konkurrenz zu machen und so ein Monopol zu verhindern. Ein Bilanzierungsskandal führte 2003 zu Umbesetzungen in den Führungsetagen der Bank. In den Jahren 2000 bis 2002 waren die Gewinne des Unternehmens um mehrere Milliarden US-Dollar zu niedrig ausgewiesen worden. 2008 geriet das Unternehmen ebenso wie der Konkurrent Fannie Mae aufgrund der Immobilienkrise in den Vereinigten Staaten in finanzielle Schwierigkeiten. Am 13. Juli 2008 kündigte die US-Regierung an, Freddie Mac und Fannie Mae mit Krediten und Aktienkäufen in Milliardenhöhe zu stützen, um einen Bankrott der beiden Bankhäuser zu verhindern. US-Senat und US-Repräsentantenhaus haben dies am 23. Juli in den Grundsätzen genehmigt. Am 7. September 2008 übernahm die zuständige Aufsichtsbehörde Federal Housing Finance Agency (FHFA) die Kontrolle über Freddie Mac. Bis zum 1. Juli 2009 hat Freddie Mac insgesamt staatliche Hilfsgelder in Höhe von 51,7 Milliarden Dollar bezogen.
JP MORGAN
Morgan war der Sohn des Bankiers und Finanziers Junius Spencer Morgan (1813–1890) und dessen Frau Juliet Pierpont (1816–1884), Tochter eines Anwalts und Lehrers. Er begann 1856 sein Studium an der Georg-August-Universität in Göttingen und war seit 1857 im Bankgewerbe tätig. Seit 1860 arbeitete er bei Drexel, Morgan & Co in New York City. Für den Sezessionskrieg wurde er nach der Zahlung einer 300-Dollar-Gebühr nicht eingezogen. Seit 1871 war er selbstständig durch die Gründung eines nach ihm selbst benannten, ab 1895 als J. P. Morgan & Co firmierenden Bankhauses, das vor allem marode Eisenbahnlinien erwarb und sanierte. 1901 gründete Morgan dann durch mehrere Fusionen den Stahltrust United States Steel Corp., die damals größte Aktiengesellschaft der Welt. Neben den Einnahmen aus dem Wertpapierverkauf mehrte Morgan sein Vermögen auch, indem er für die Fusionen 150 Millionen Dollar als Verhandlungsgebühr für sich beanspruchte. Um den Trust zu stützen, wurde 1902 noch ein auch englische Linien akquirierender Schifffahrtstrust, die International Mercantile Marine Company (IMMC), unter Beteiligung deutscher Reedereien begründet. 1903 investierte er in die junge Automobilindustrie, als er zwei Drittel des Aktienkapitals der Maxwell-Briscoe Motor Company beisteuerte. Die Firma wurde drittgrößter Hersteller in den USA und später die Basis für die Chrysler Corporation. Morgan legte nach eigenen Aussage und Angabe von Zeitzeugen bei seinen Geschäften großen Wert auf Stabilität und Vorhersagbarkeit der Bedingungen. Mehrmals griff er dazu auch in die Staatsfinanzen ein. 1895 und 1907 kaufte er als Anführer von Investorengruppen größere Mengen an Staatsanleihen und rettete die USA dadurch vor dem Staatsbankrott. Zugleich konnte er die Staatsanleihen gewinnbringend weiterverkaufen. 1912 wurde ein Prozess gegen ihn wegen fragwürdiger Finanzgeschäfte geführt. Zwar wurde er freigesprochen, doch gelangte im Zuge der Verhandlungen der gesamte Umfang seines inzwischen gigantischen Firmenimperiums an die Öffentlichkeit. Bis zu seinem Tod weitete Morgan seine Geschäftsaktivitäten über die Branchen Eisenbahn, Bankenwesen, Schifffahrt hinaus auch auf die Telekommunikations- und Elektroindustrie aus. So kontrollierte Morgans Unternehmen 1901 z.B. die Hälfte des Streckennetzes der Eisenbahn und zwei Drittel der Stahlproduktion in den USA. J. P. Morgan selbst litt unter einer von Rosazea entstellten Nase und galt als daher recht scheuer Mensch. Er lebte in New York in einer Villa an der Madison Avenue 219 im Bezirk Murray Hill. In der mit schwarzem Mahagoni ausgekleideten Black Library des Hauses wurden einige der wichtigsten Entscheidungen des frühen 20. Jahrhunderts für New York wie die USA getroffen. Die J. P. Morgan & Co war immer im Investmentbanking tätig und finanzierte diverse Zusammenschlüsse von Unternehmen, unter anderem der General Electric Comp., und beteiligte sich an diversen Eisenbahnlinien in den USA. 1899 wurden die ersten europäischen Anleihen am US-Markt eingeführt. Das Bankhaus selbst fusionierte 2000 mit der Chase Manhattan Bank. John Pierpont Morgan ist der Neffe von James Lord Pierpont, dem Komponisten des Weihnachtslieds Jingle Bells. Sein Sohn John Pierpont Morgan junior führte sein Firmenimperium weiter.Es wird behauptet, er habe Gerüchte über den Bankrott einer großen New Yorker Bank verbreitet und somit die Panik von 1907 ausgelöst, die dann auch andere Banken betraf. Nelson W. Aldrich, der enge Verbindungen zur Bankenwirtschaft hatte und später in die Rockefeller-Familie einheiratete, leitete eine Kommission, die aufgrund dieser Panik einberufen wurde. Er schlug in dieser Kommission die Einführung einer Zentralbank vor, um eine solche Panik künftig vermeiden zu können. Laut G. Edward Griffin wurde der Gesetzentwurf für die Einführung der Zentralbank (Federal Reserve System) 1910 auf Jekyll Island, dem Ferienanwesen von Morgan, von Vertretern mehrerer Banken unter strenger Geheimhaltung erstellt und anschließend an Aldrich übergeben. Nach Griffin war Morgan zwar antisemitisch eingestellt, andererseits aber auch ein Agent der Rothschilds.
ISLAMIC BANKING
Regeln, die das Islamic Banking umzusetzen versucht, sind das allgemeine Zinsverbot (Riba) Verbot der Spekulation (Gharar) und das Verbot des Glücksspiels (Maysir, Quimar) Weiterhin sind soziale und ethische Ausschlusskriterien (Haram) zu beachten. Hierzu zählen insbesondere das Verbot der Investition in Alkoholherstellung und -vertrieb, Prostitution, Pornografie sowie die Verarbeitung von Schweinefleisch und der Handel damit. Die wichtigsten Begriffe fiqh: islamische Rechtswissenschaft; die menschliche Erkenntnis des göttlichen Rechts (Scharia). gharar: »Spekulation«; ebenso verboten wie der Wucher. idschara: wörtl. »Miete«, verwendet für Leasing. mudaraba: Beteiligungsfinanzierung ähnlich einer stillen Gesellschaft (»Mezzanine«). murabaha: Handelsfinanzierung (»mark-up sale«). musharaka: Beteiligungsfinanzierung durch Beteiligung auf Zeit (»Venture Capital«). riba: »Wucher« oder »Zins«, je nach Interpretation, das wichtigste Verbot im Islamic Banking. Scharia: wörtl. »Weg zur Tränke«, das – göttliche – islamische Recht. Scharia Board: religiöser Beirat der Bank, der über die Einhaltung der islamischen Vorschriften wacht und die Produkte zertifiziert. Takaful: islamische (genossenschaftliche) Versicherung. Zinsverbot Für das Bankgeschäft ist das Zinsverbot (Sure 2, Vers 278 u.a.; ربا riba, in engerer Auslegung „Wucher“) von besonderer Wichtigkeit, was schon früh zu Umgehungsgeschäften geführt hat: Statt dem Käufer einen Kredit zu gewähren, kauft die Bank die Ware direkt beim Verkäufer und verkauft sie zu einem höheren Preis an den Käufer, der seinen Kaufpreis in Raten abbezahlt. Da die Ware letztlich den Besitz nicht gewechselt hat (aber Eigentumsverhältnisse), jedoch Geld ausgezahlt wurde, ist das Resultat ökonomisch vergleichbar mit einem verzinsten Kredit. Die Bank nimmt hier lediglich die gleichen Rechte wie Händler wahr, zu kaufen und wieder zu verkaufen. Der Zins eines Kreditgeschäftes wird hier nach islamischer Rechtsauffassung zur Gewinnmarge. Da Handel im Islam ausdrücklich erlaubt und erwünscht, Zins jedoch verboten ist, ist die Transaktion legitim. Rechtskniffe (حيلة hīla; pl. حيل hiyal) dieser Art finden sich in der islamischen Rechtspraxis häufig; sie sind eines der inhärenten Mittel der Schari'a, sich Gegebenheiten legitim anzupassen. Instrumente Beteiligungsfinanzierung Bei einer Beteiligungsfinanzierung (Musharaka) bringen Bank und Kunde Kapital ein und vereinbaren eine Teilung von Gewinn und Verlust. Dieses Modell entspricht einer Bereitstellung von Private Equity oder einem Joint Venture. Islamische Anleihen Instrumente sind z.B. Islamische Anleihen („Sukuk“). Schari'a-konforme Investmentfonds Als Benchmark für islamische Investmentfonds dient oft der "Dow Jones Islamic Market Index" mit seinen Unterindices. Er wird seit 1999 ermittelt und umfasst Aktien, die nach Auffassung des "DJIM Shari`ah Supervisory Board" in Übereinstimmung mit islamischem Recht erworben werden dürfen. Ende 2006 wurde auch durch Standard & Poor's die Einführung einer Familie islamischer Aktienindices angekündigt. Neben dem "S&P 500 Sharia" für den amerikanischen Aktienmarkt werden auch ein europäischer "S&P Europe 500 Sharia" und ein japanischer "S&P Japan 500 Sharia" islamischer Index ermittelt. Ein weiterer viel beachteter Index ist der FTSE Islamic Index. Zum Jahresende 2006 hat die Liechtensteinische Landesbank (LLB) einen eigenen „Top 20 Middle East Total Return Index“ eingeführt. Unternehmen, die etwas mit Alkohol, Schweinefleisch, Tabak, "sittlich anstößigen" Teilen der Unterhaltungsindustrie, mit Glücksspiel oder Waffen zu tun haben, werden nicht aufgenommen und gegebenenfalls ausgeschlossen. Scharia-konforme Unternehmen dürfen nur in Grenzen verschuldet sein. Oberstes Ziel Koran-konformen Business muss es sein, dass das Kapital in der Volkswirtschaft zirkuliert und Erspartes oder Gewinne reinvestiert werden. Eines der führenden Beratungsunternehmen rund um das Thema "Schari'a konforme Investmentfonds" ist Failaka Advisors. Jährlich werden mit dem Failaka Islamic Fund Awards die besten Investmentfonds ausgezeichnet. Der seit 1996 erscheinende jährliche Failaka Islamic Funds Report gilt mittlerweile als eine wichtige Messgröße in diesem Spezialbereich der Investmentfonds. Das islamische Recht, die Schari'a, verbietet nach verbreiteteter Interpretation die Erhebung und Auszahlung von Zinsen. Muslimen ist es laut Koran (Sure zwei, Vers 275) weder erlaubt, Zinsen zu verlangen, noch zu zahlen (Riba). Demnach kann ein Moslem keine verzinsten Kredite oder Hypotheken in Anspruch nehmen. Islamische Banken können somit keine verzinsten Kredite vergeben. Die Scharia erlaubt jedoch die Verteilung von Gewinnen. So kaufen islamische Banken für den Emittenten beispielsweise Güter ein und geben sie später mit Gewinn an ihn weiter. Der Emittent erhält so keinen festen Zinssatz, sondern wird über sein Guthaben Teilhaber der Bank. Die Bank selbst tritt als Zwischenhändler auf und hält sich damit an das islamische Recht. Beispiel Sachsen-Anhalt hat im Jahr 2004 als erster europäischer Emittent einen Sukuk über 100 Mio. EUR, fällig 2009, ausgegeben. In diesem Anleihekonstrukt wurden schuldrechtlich die Nutzungsrechte am Immobilienvermögen von Sachsen-Anhalt an eine niederländische Stiftung übertragen. Sachsen-Anhalt erhielt dafür eine einmalige Zahlung. Die niederländische Stiftung vermietet das Vermögen gegen jährliche Mietraten an Sachsen-Anhalt zurück, das somit den Zinszahlungen einer normalen Anleihe entspricht. Alle Forderungen der niederländischen Stiftung gegen Sachsen-Anhalt sind ungesicherte und bedingungslose Verbindlichkeiten des Bundeslandes. Am Ende der Laufzeit erwirbt Sachsen-Anhalt die Nutzungsrechte durch einmalige Rückzahlung der Summe aus dem Jahr 2004 zurück. Diese wird an den islamischen Investor weitergeleitet. Auf Umwegen hatte man damit eine festverzinsliche Anleihe. Arten von Sukuk Sukuk al-murabaha Murabaha ist ein Kauf- und Rückkaufvertrag, bei dem ein Kunde einen Sachgegenstand von der islamischen Bank erwerben möchte. Zu Beginn des Kaufs wird zwischen der Bank und dem Kunden ein Rückkaufpreis festgelegt. Wertsteigerungs- und Risikozuschlag sind in diesem Preis enthalten. Sukuk al-idschara Idschara ist ein Leihvertrag oder Leihkaufvertrag. Die Bank ist der Eigentümer eines Vermögensgegenstandes und trägt damit alle Risiken, die mit dem Eigentum zusammenhängen. Die Bank verleiht den Vermögensgegenstand zum Gebrauch und zur Nutzung zu einem bestimmten Pachtsatz und für eine bestimmte Zeit an den Kunden. Bei einem Leihkaufvertrag besteht der Unterschied darin, dass der Kunde die laufenden Pachtzahlungen als Abzahlung des Vermögensgegenstandes nach vorher festgelegtem Wert und festgelegter Nutzungsdauer verrechnen kann. Sukuk al-muscharaka Muscharaka ist ein Gewinn- und Verlustvertrag. Nach den geleisteten Kapitaleinlagen erwerben die islamische Bank und der Kunde gemeinsam das Eigentum. Ein Projekt wird demnach gemeinsam finanziert. Sukuk al-mudaraba Mudaraba ist eine Art der Gewinnverteilung. Eine Partei bringt für das Eigentum das Kapital auf, die andere übernimmt die Arbeit und die Geschäftsführung. Kapitalgeber ist wieder die Bank. The Alchemy of Finance. 1988 Die Alchemie der Finanzen. Wie man die Gedanken des Marktes liest. Börsenbuch-Verlag, Kulmbach 1994, ISBN 3-922669-07-7
1790 bis 1800 NYSE
Die Wall Street 1789
Unterzeichnung des Buttonwood Agreement 1792 1790 emittierte die US-Regierung Staatsanleihen für rund 80 Millionen US-Dollar, um die Schulden aus dem Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg (1775-1783) zu finanzieren. Der öffentliche Handel mit diesen Kriegsanleihen war der Beginn des US-amerikanischen Marktes für Wertpapiere. Am 10. März 1792 ging der Bodenspekulant William Duer (1743–1799) bankrott und brachte damit die Bank of New York (heute Bank of New York Mellon), die älteste Bank in den USA, in Bedrängnis. Sie war 1784 von Alexander Hamilton (1757-1804) und William Duer gegründet worden. Hamilton kaufte die Papiere der Bank zurück um den Kurs zu stabilisieren. Er rettete damit das Geldinstitut vor der Insolvenz. Der Anteilsschein war 1792 das erste Unternehmen, das an der Wall Street gehandelt wurde. Den Grundstein für die New Yorker Aktienbörse legten 24 Broker, die am 17. Mai 1792 in der Wall Street Nummer 68 das Buttonwood Agreement unterzeichneten. Darin verpflichteten sich die Händler, den Kunden mindestens ein viertel Prozent Kommission für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren zu berechnen und sich gegenseitig beim Handeln mit Aktien und Anleihen den Vorzug zu geben. Der Handel sollte in US-Dollar stattfinden, den das US-amerikanische Münzgesetz am 2. April 1792 zur offiziellen Währungseinheit erklärte. Der Name des Abkommens leitet sich vom Buttonwood-Baum ab, unter dem die Unterzeichnung der Vereinbarung stattfand. Der Aktienhandel wuchs in den folgenden Jahren schnell. 1792 wurden gerade einmal fünf Wertpapiere in New York gehandelt: die Aktien von zwei Banken und drei Staatsanleihen, die im Jahre 1790 ausgegeben worden waren. Bereits 1793 trafen sich die Broker im nahegelegenen „Tontine Coffee House“ zum täglichen Handel. Der Markt funktionierte so, dass an zwei Sitzungen am Vor- und Nachmittag die verschiedenen Wertpapiere ausgerufen wurden und die Händler dann ihre Gebote dafür abgaben. 1801 bis 1850 Am 8. März 1817 wurde zum ersten Mal ein Börsenreglement festgelegt und eine formelle Organisation gegründet: das New York Stock & Exchange Board (NYS & EB), das sich in der Wall Street einquartierte. Im selben Jahr sind auch die Prozeduren für den Handel neu festgelegt worden. Es entstand ein sogenannter Call Market. Die von der Börse in Philadelphia abgedruckten Regeln bestimmten die Satzung. Nach drei Testjahren sind diese jedoch überarbeitet worden, und am 21. Februar 1820 wurde eine neue Satzung beschlossen.
Am 16. und 17. Dezember 1835 zerstörte ein Großbrand die Wall Street Im Jahre 1830 ist erstmals eine Eisenbahngesellschaft gelistet worden: Mohawk & Hudson. Weitere Gesellschaften folgten bald, und so wurden Eisenbahnaktien zur ersten Sorte von Boom-Aktien, die das Handelsgeschehen für den Rest des Jahrhunderts prägten. Der 16. März 1830 ging als der Tag mit dem geringsten Umsatz in die Annalen von Wall Street ein. 31 Stück von 80 Millionen damals gelisteter Aktien wurden an dem Tag gehandelt. Doch es gab auch Tage wie den 14. und 17. März 1821 und den 8. Januar 1829, wo trotz geöffneter Börse laut dem Journal of Commerce überhaupt kein Handel stattfand, und den 19. September 1828, wo ein einziges Stück einer sechsprozentigen Staatsanleihe umgesetzt wurde. Am 16. und 17. Dezember 1835 zerstörte ein Großbrand über 700 Gebäude in New York, und auch die Wall Street blieb nicht verschont. Es fanden sich jedoch schnell andere Orte, an denen der Handel fortgesetzt werden konnte. Ein Jahr später wurde der Aktienhandel in den Straßen von New York verboten. Bis dahin war es durchaus üblich, auf der Straße Aktien angeboten zu bekommen. Die Panik von 1837 hatte ihre Ursache in einem spekulativen Fieber. Die Blase zerbarst am 10. Mai 1837 in New York, als alle Banken die Konvertibilität von Papiergeld in Gold und Silber einstellten. Auslöser der Krise war unter anderem die Wirtschaftspolitik von US-Präsident Andrew Jackson, darunter das „Specie Circular“ (Währungsrundschreiben), das nur Gold oder Silber als Zahlungsmittel bei Landverkäufen der US-Regierung zuließ. Es schränkte den Druck von Papiergeld der einzelnen staatlichen Banken ein und führte zu einer Währungsknappheit, die zum Ausbruch der Panik beitrug. Es folgten sechs Jahre wirtschaftlicher Depression, die dauerhafte Zahlungsunfähigkeit vieler Banken und rekordhafte Arbeitslosigkeit. Durch die Einführung des Telegrafen 1844 konnten erstmals Händler und Investoren außerhalb von New York am Handel teilnehmen. 1851 bis 1900
Ansturm auf die Fourth National Bank in New York 1873 Einen Börsenkrach erlebte New York am 24. August 1857, als der Zusammenbruch der Ohio Life Insurance & Trust Company eine Massenhysterie und Panikverkäufe auslöste. Die folgende Wirtschaftskrise von 1857 breitete sich in hoher Geschwindigkeit über die gesamte Welt aus. Ihren heutigen Namen „New York Stock Exchange“ (NYSE) erhielt die Börse am 29. Januar 1863. Mit der Fertigstellung des ersten permanent betriebenen Transatlantischen Telefonkabels 1866 beschleunigte sich die Kommunikation zwischen New York und London. Am 15. November 1867 wurden zum ersten Mal Börsenticker im Handel eingeführt. Die Erfindung durch Edward A. Calahan revolutionierte die Nachrichtenübermittlung an der Börse. Investoren besaßen nun die Möglichkeit, von überall Tagespreise einzuholen. Am 8. Mai 1869 kam es zum Zusammenschluss der NYSE mit dem Open Board of Brokers. Am 24. September 1869 bewirkten Goldspekulationen an der NYSE den ersten „Schwarzen Freitag“. Versuche der Spekulanten James Fisk und Jay Gould den Goldmarkt unter ihre Kontrolle zu bringen scheiterten und führten zum Zusammenbruch des Marktes. Seit dem 20. September 1869 hatten Fisk und Gould die Goldvorräte der Stadt New York so weit unter ihre Kontrolle gebracht, dass sie den Preis stark steigen lassen konnten. Die Goldnachfrage wurde am 24. September durch die Freigabe von Goldreserven der Regierung für den freien Handel gestoppt. Eine kurzfristige Finanzkrise in den USA war die Folge. Die „Panik von 1873“ führte am schwarzen Freitag, den 19. September des Jahres, zu einem schweren Finanzzusammenbruch, der eine anschließende Panik auslöste. Ursache war die Bankrotterklärung der Bank „Jay Cooke & Company“. Dieser Entwicklung war eine Spekulation mit Eisenbahngesellschaften und Landgrundstücken vorausgegangen. Um die Verkäufe zu stoppen, wurde zum ersten Mal in der Geschichte der NYSE der Börsenhandel für zehn Tage vom 20. bis zum 29. September 1873 eingestellt.
Panik an der Wall Street am Morgen des 14. Mai 1884 Die Bankenkrise von 1884 begann mit der Insolvenz der „Marine National Bank“ am 6. Mai des Jahres. Mit beinahe 17 Millionen US-Dollar Passiva standen dem Geldinstitut kaum nennenswerte Aktiva gegenüber. Am 13. Mai wurde bekannt, dass der Präsident der „Second National Bank“ Wertpapiere im Wert von drei Millionen US-Dollar unterschlagen hatte, am folgenden Tag ging die „Metropolitan Bank“ in Konkurs. Zwischen dem 12. und 14. Mai kam es an der NYSE zu massiven Kursverlusten. Eine Beruhigung trat erst ein, als die „Associated Banks“ am Nachmittag des 14. Mai 1884 sechsprozentige Darlehensscheine ausgab, und dem Geldmarkt kurz darauf größere Summen an Kapital zuflossen, die der hohe Zinssatz angelockt hatte, während die niedrigen Kurse Anleger zu größeren Käufen von Effekten veranlassten. Investoren verloren während der Bankenkrise vom Mai 1884 schnell den Überblick und Charles Dow reagierte auf die Ereignisse am Markt. Am 3. Juli 1884 veröffentlichte er den ersten US-amerikanischen Aktienindex, den Dow Jones Average, im von der Dow Jones & Company herausgegebenen Customers´ Afternoon Letter. Er bestand zunächst aus elf Werten. Dieser Index sollte den Investoren eine verständliche und repräsentative Zusammensetzung des Geschehens an der Börse bieten. 1885 wurde ein Index daraus, der auf 14 Aktien basierte. Bezeichnend für die damalige Zeit war, dass zwölf Werte davon Eisenbahnaktien und nur zwei Industrieaktien waren. Theaterplakat von 1895, das die Panik von 1893 darstellt Die „Panik von 1893“ begann am 20. Februar des Jahres, als die Philadelphia and Reading Railroad in Zwangsverwaltung überführt wurde. Am 4. März schrumpften die Goldreserven der USA auf den historischen Tiefststand von 100 Millionen Dollar. Die Investoren waren in Sorge vor einer baldigen Abwertung des Dollars. Nach dem Konkurs zahlreicher Unternehmen fand die Angst am 5. Mai, dem „Industrial Black Friday“, in massiven Aktienverkäufen ihren Höhepunkt. Im Juni 1893 brach der Silberpreis zusammen und viele Silberminen mussten ihre Produktion einstellen. Bis Ende des Jahres waren 15.000 Unternehmen bankrott, darunter 642 Banken und 74 Eisenbahngesellschaften. Eine vierjährige Depression folgte der Panik von 1893. Hauptursachen waren die 1890 beschlossene Erhöhung der Importzölle für bestimmte Rohstoffe im „McKinley Tariff Act“, benannt nach dem späteren US-Präsidenten William McKinley und der „Sherman Silver Purchase Act“ von 1890, der den Ankauf von Silber durch das US-Finanzministerium gegen in Gold einlösbare Schatzanweisungen regelte. Am 26. Mai 1896 wurde von Charles Dow der Dow Jones Industrial Average, auch kurz Dow-Jones-Index genannt, kreiert. Er umfasste anfangs lediglich zwölf Aktien und blieb bis heute der Leitindex der NYSE. Sein Allzeittief markierte der Index nur zweieinhalb Monate später, als er am 8. August 1896 auf 28,48 Punkte fiel.[3] Am 7. Oktober 1896 wurde der ursprüngliche Dow Jones Average um die Industrieunternehmen bereinigt und in Dow Jones Railroad Average (seit 1970 Dow Jones Transportation Average) umbenannt. 1901 bis 1950 1903 zog die NYSE in ein Gebäude in der Wall Street Nummer 11. Der Eingang befindet sich in 18 Broad Street, einer Querstraße. Dies ist bis heute der Standort der New York Stock Exchange. 1907 erlebte die Wall Street eine schwere Bankenkrise. Am 14. März 1907 verlor der Dow-Jones-Index 8,29 Prozent, als die Aktien der Eisenbahngesellschaft Union Pacific Railroad, die zum großen Teil als Sicherheit für Finanzierungswechsel verwendet wurden, um 50 Punkte sanken. Am 21. Oktober 1907 verweigerte die National Bank of Commerce die Einlösung von Wechseln der Knickerbocker Trust Company, der damals drittgrößten Bank New Yorks. Einen Tag später löste ein Massenansturm auf die Knickerbocker Trust Company eine allgemeine Panik an der Wall Street aus. Die Banken forderten ihre Kredite zurück, die Aktienkurse an der Börse brachen ein. Für eine Beruhigung sorgte der Unternehmer und Bankier John Pierpont Morgan, der sich mit weiteren Bankiers zusammenschloss und Liquidität bereitstellte. Dennoch notierte der Dow-Jones-Index Ende 1907 um 37,73 Prozent niedriger als zum Jahresanfang. Die Probleme bei der Kreditbeschaffung während der Finanzkrise von 1907 führten am 23. Dezember 1913 zur Gründung der US-Notenbank. Aufgrund des Ersten Weltkrieges war die Börse 1914 für viereinhalb Monate geschlossen. Als die New York Stock Exchange am 12. Dezember 1914 wiedereröffnete, schloss der Index bei 74,56 Punkten und damit um 4,4 Prozent über dem Schlussstand von 71,42 Punkten am 30. Juli des Jahres. In einigen Publikationen wird der 12. Dezember 1914 mit 24,39 Prozent als der Tag mit dem größten prozentualen Rückgang der Geschichte bezeichnet. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Änderung in der Zusammensetzung des Index und nicht um einen tatsächlichen Rückgang. Am 4. Oktober 1916 veröffentlichte das Wall Street Journal erstmals einen Dow-Jones-Index mit 20 Aktien. Dieser wurde bis 12. Dezember 1914 auf einen Schlussstand von 54,62 Punkten zurückberechnet und lag an diesem Tag um 26,7 Prozent unter dem Schlussstand für den Index mit zwölf Aktienwerten. Bei einer Bombenexplosion am 16. September 1920 außerhalb des Gebäudes der Börse starben 38 Menschen, mehr als 400 wurden verletzt. Am 1. Oktober 1928 wurde die Anzahl der Aktienwerte im Dow-Jones-Index auf 30 erhöht und die Berechnung erfolgte fortan über einen bestimmten Divisor, der auch Aktiensplits berücksichtigt. Die Indexhöhe befand sich im Einklang mit dem vorherigen Index, der aus 20 Aktienwerten bestand. Eine Anpassung war somit nicht notwendig.
Börsencrash 1929 – Menschenmassen an der Wall Street Den folgenreichsten Börsenkrach erlebte die Welt am 24. Oktober 1929. Dieser Tag ist als Black Thursday („Schwarzer Donnerstag“) bekannt. In Europa kennt man den Tag wegen der Zeitverschiebung als „Schwarzen Freitag“, da es hier bereits nach Mitternacht war. Nachdem schon in den Vorwochen ein deutlicher Rückgang des zuvor Jahre lang stark steigenden Dow-Jones-Index verzeichnet worden war, brach an diesem Tag Panik unter den Anlegern aus. Die Börsenkurse stürzten stark ein, viele Anleger waren nach Börsenschluss hoch verschuldet. Dieser Börsenkrach gilt als Auslöser der Weltwirtschaftskrise. Auch wenn nur dieser eine Tag sprichwörtlich wurde, zog sich der eigentliche Kurssturz über Tage hin und der folgende Bärenmarkt erreichte erst am 8. Juli 1932 seinen endgültigen Tiefpunkt. An diesem Tag lag der Dow-Jones-Index um 89,19 Prozent unter seinem Höchststand vom 3. September 1929. Aufgrund dieser Ereignisse kam es am 6. Juni 1934 zur Einsetzung der United States Securities and Exchange Commission (SEC), der Börsenaufsicht. Den besten Handelstag verzeichnete die NYSE am 15. März 1933, als der der Dow-Jones-Index um 15,34 Prozent stieg. Hierbei ist zu beachten, das es der erste Handelstag seit 3. März 1933 war. Grund für die Handelsunterbrechung waren mehrere Bankfeiertage (National Banking Holidays), die wegen der Amtseinführung von Franklin D. Roosevelt als 32. US-Präsident erlassen wurden. Einen Tiefpunkt ihrer Geschichte erlebte die New York Stock Exchange 1938 durch die Verurteilung und Inhaftierung des früheren Präsidenten (1930–1935) und Mitglied des Verwaltungsrates der Börse (1919–1938) Richard Whitney, der zahlreiche Kunden um Geld betrogen hatte. Am 10. März 1938 brach sein Unternehmen Richard Whitney & Co. zusammen, als durch eine Untersuchung das ganze Ausmaß seines jahrelangen Missmanagements an die Öffentlichkeit kam. Als er Bankrott erklärte, hatte er ungefähr 6,5 Millionen US-Dollar Schulden. Wegen missbräuchlicher Verwendung fremder Mittel wurde er angeklagt, bekannte sich schuldig und wurde zu fünf bis zehn Jahren Haft verurteilt, von denen er drei Jahre und vier Monate im Gefängnis Sing Sing verbüßte. 1951 bis 2000 Am 31. Dezember 1965 ist der NYSE Composite eingeführt worden, der alle an der New York Stock Exchange gelisteten Unternehmen enthält. Am 24. August 1967 leitete der Polit- und Sozialaktivist Abbie Hoffman, Mitgründer der Youth International Party („Yippies“), eine Gruppe durch das Gebäude der New York Stock Exchange, um unter anderem gegen den Kapitalismus zu demonstrieren. Sie warfen von der Galerie Hände voller US-Dollar-Scheine auf die sich darunter befindenden Börsenhändler. Diese bemühten sich, so viele Scheine wie möglich in ihren Besitz zu bringen. Hoffmans Protest hob metaphorisch hervor, was die Makler seiner Meinung nach laufend taten. Die NYSE installierte daraufhin Barrieren, um diese Art des Protestes in Zukunft zu verhindern. Im Jahre 1979 wurde eine Tochtergesellschaft gegründet: die New York Futures Exchange (NYFE). Hier werden Termingeschäfte abgewickelt. Der erste Tag, an dem über 100 Millionen Aktien gehandelt wurden (132.681.120) war der 18. August 1982.
Die Börse 1999 Den schlechtesten Handelstag erlebte die NYSE am „schwarzen Montag“, den 19. Oktober 1987, als der Dow Jones Industrial Average innerhalb von wenigen Stunden 22,6 Prozent einbüßte (508 Punkte). Da dem Börsencrash keine einschneidenden Ereignisse vorausgingen, wird vermutet, dass mehrere Gründe zum „schwarzen Montag“ führten. Dazu gehören unter anderem die hohe Inflation, das steigende Handelsdefizit der USA, eine zunehmende Unsicherheit auf den Währungsmärkten und ein Vertrauensverlust in die US-amerikanische Währung. Als weitere Ursache gilt die Computertechnik der damaligen Zeit. Durch das große Handelsvolumen an diesem Tag kam es zur Anzeige falscher Preissignale, was zu massiven Aktienverkäufen führte. Um eine Wiederholung der Ereignisse von 1987 auszuschließen, wurde von der Börsenaufsicht SEC beschlossen, die NYSE nach einem Rückgang der Kurse von über 350 Punkten für eine halbe Stunde und von mehr als 550 Punkten für eine Stunde zu schließen. Die Regelung zur Aussetzung des Handels bei einer außergewöhnlichen Volatilität „Rule 80B“ (Trading Halts due to extraordinary Market Volatility) trat am 19. Oktober 1988 in Kraft. Am 27. Oktober 1997 wurde der Handel an der Börse nach einem Rückgang der Kurse um 554,26 Punkten zum ersten Mal in der Geschichte unterbrochen. Am 15. April 1998 trat eine geänderte Fassung der „Rule 80B“ in Kraft. Seit 28. August 2000 werden die Aktien am NYSE in Dezimalzahlen bewertet. Bis dahin war es üblich den Preis einer Aktie in Brüchen anzugeben.
Seit 2001
Wirtschaftsminister Donald Louis Evans läutet die Eröffnungsglocke zur Sitzung am 23. April 2003
Der Bulle ein Stück weit weg von der New York Stock Exchange Aufgrund der Terroranschläge in New York war die Börse zwischen dem 11. und 14. September 2001 für vier Handelstage geschlossen, da der gesamte Finanzdistrikt evakuiert wurde. Durch die Anschläge verloren fast alle Unternehmen, Händler und Banken in Manhattan Mitarbeiter oder Geschäftsfreunde. Nach Wiedereröffnung am Montag, den 17. September 2001, brachen die Kurse um 7,13 Prozent ein. 2003 startete die NYSE eine Kooperation mit der NASDAQ, die bis dahin der größte Konkurrent war. Das Handelsvolumen betrug im Durchschnitt etwa 45 Milliarden US-Dollar pro Tag. Im April 2005 kündigte die NYSE die Übernahme der elektronischen Handelsplattform Archipelago Exchange (ArcaEx) mit Sitz in Chicago an und stellte in der Folgezeit die Börse elektronisch um. Die ArcaEx begann 2002 mit dem Börsenhandel und übernahm im Januar 2005 die Pacific Exchange (PCX), eine 1882 als San Francisco Stock and Bond Exchange gegründete Börse. Am 7. März 2006 war der Kauf abgeschlossen und die Archipelago Exchange wurde in NYSE Arca umbenannt. Am 8. März 2006 ging die NYSE selbst nach 214 Jahren an die Börse. Durch den Zusammenschluss der NYSE Group und Euronext zur NYSE Euronext entstand am 4. April 2007 die erste transatlantische Börse in der Weltgeschichte. Das neue Unternehmen hatte eine Marktkapitalisierung von rund 30 Milliarden US-Dollar.
Die Wall Street 2003 Am 1. Dezember 2007 wurde Duncan Niederauer Geschäftsführer der NYSE Euronext. John Thain, der seit 1. Januar 2004 Chef der NYSE war, übernahm am gleichen Tag den Posten des Geschäftsführers bei Merrill Lynch. Niederauer, ein Deutsch-Amerikaner, und Thain hatten zunächst bei Goldman Sachs gearbeitet, wo der spätere US-Finanzminister Hank Paulson ihr Chef war. Am 17. Januar 2008 kündigte die NYSE Euronext die Übernahme der American Stock Exchange (AMEX) an. Die 1842 als New York Curb Exchange gegründete AMEX mit Sitz in New York ist auf den Handel mit Optionen und börsennotierten Fonds spezialisiert. Am 1. Oktober 2008 war der Kauf abgeschlossen und die AMEX wurde in NYSE Alternext U.S. umbenannt. Fünf Monate später, am 6. März 2009, bekam die Börse den Namen NYSE Amex. Während der internationalen Finanzkrise fiel der Dow-Jones-Index zwischen 9. Oktober 2007 (14.164,53 Punkte) und 9. März 2009 (6.547,05 Punkte) um 53,8 Prozent. Am 13. Oktober 2008 erzielte er mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten prozentualen Tagesgewinn seit 21. September 1932. Zwei Tage später, am 15. Oktober 2008, markierte der Index mit einem Minus von 7,87 Prozent den größten prozentualen Tagesverlust seit 26. Oktober 1987. Am 6. Mai 2010 führten Panikverkäufe zu dem, nach Punkten gemessen, massivsten Einbruch des Dow-Jones-Index in der Geschichte der Börse. Innerhalb einer Viertelstunde fiel der Index auf einen Stand von 9.869,62 Punkten, was einem Tagesverlust von 998,50 Zählern oder 9,19 Prozent entsprach. Der Dow Jones beendete den Handel bei 10.520,32 Punkten und damit mit einem Minus von 3,20 Prozent. Am 30. September 2010 kamen die Commodity Futures Trading Commission und die United States Securities and Exchange Commission in einem gemeinsamen Bericht zu dem Ergebnis, dass es beim so genannten Flash Crash zu einer Liquiditätskrise gekommen sei, als ein einzelner Händler im Rahmen von Absicherungsgeschäften 75.000 E-Mini-Kontrakte im Wert von 4,1 Milliarden Dollar computergesteuert nur abhängig vom aktuellen Handelsvolumen verkauft habe. Meilensteine Die Tabelle zeigt die Meilensteine täglich gehandelter Aktien (Einfachzählung) an der New York Stock Exchange (einschließlich NYSE Arca und NYSE Amex). Erster Tag über Handelsvolumen Datum 1 Million 1.095.159 15. Dezember 1886 5 Millionen 5.252.425 12. Juni 1928 10 Millionen 12.894.650 24. Oktober 1929 50 Millionen 52.278.180 14. April 1978 100 Millionen 132.681.120 18. August 1982 500 Millionen 604.330.410 19. Oktober 1987 1 Milliarde 1.201.346.607 28. Oktober 1997 2 Milliarden 2.129.445.637 4. Januar 2001 3 Milliarden 3.115.805.723 24. Juni 2005 4 Milliarden 4.121.107.134 27. Februar 2007 5 Milliarden 5.194.963.971 22. Juni 2007 6 Milliarden 6.555.871.957 18. September 2008 7 Milliarden 7.341.505.961 10. Oktober 2008
Hintergründe Mit einer Marktkapitalisierung von über 10 Billionen HK$ (1,3 Billionen US$) rangiert die Börse an achter Stelle der in der Welt gelisteten Börsen bezüglich der Marktkapitalisierung[1]. Hong Kong Exchanges and Clearing Limited (HKEx, 香港交易及結算所有限公司, auch 香港交易所 oder 港交所) ist Eigentümer von Hong Kong Limited, Hong Kong Futures Exchange Limited und Hong Kong Securities Clearing Company Limited. Der Handelsplatz erfreut sich auch bei chinesischen Unternehmen wie der Hunan Nonferrous, dem größten Zinkproduzenten der Volksrepublik, aufgrund seines etablierten Zugangs zum Kapitalmarkt großer Beliebtheit. Die Börse Hongkong ist eine der drei chinesischen Börsen. Des weiteren bestehen die Börse Shanghai und die Börse Shenzen. Öffnungszeiten der Börse: 10:00 – 12:30 und 14:30 – 16:00 Uhr Ortszeit (Winterzeit: 03:00 – 05:30 und 07:30 – 09:00 Uhr MEZ) (Sommerzeit: 04:00 – 06:30 und 08:30 – 10:00 Uhr MESZ) Der Geburtsort des Wertpapierhandels in China liegt in Shanghai, wobei die Wurzeln bis in das Jahr 1860 zurückverfolgt werden können. 1891 wurde der so genannte „Shanghaier Aktienhändler Verband” gegründet, welcher als Ursprung des chinesischen Aktienhandels angesehen wird. In den 1930er Jahren später hat sich der Finanzplatz Shanghai als das größte Finanzzentrum im Fernen Osten etabliert. Zu diesem Zeitpunkt war es für chinesische und ausländische Investoren noch möglich Aktien, Staatsanleihen und Derivate zu handeln. Der Höhenflug der Shanghaier Börse wurde jäh durch die Machtübernahme Mao Zedongs unterbrochen, der jeglichen Aktienhandel untersagte. Erst unter der Führung von Deng Xiaoping konnte die Arbeit an der Börse wieder aufgenommen werden. 1981 wurde der Handel mit Staatsanleihen und 1984 der Handel mit Aktien und Unternehmensanleihen wieder aufgenommen. Die Handelsplätze waren hauptsächlich Shanghai und ein paar weitere chinesische Städte. Am 26. November 1990 feierte die Shanghai Stock Exchange (SSE) ihr Debüt an den internationalen Finanzmärkten. Börse Die SSE ist eine nicht gewinnorientierte Organisation und unterliegt der „China Securities Regulatory Commission” (CSRC). Nach nur wenigen Jahren hat sich der Finanzplatz in Schanghai zur führenden Börse in „Mainland China” entwickelt. In Schanghai sind die meisten Unternehmen und Aktien gelistet, die SSE hat die größte Marktkapitalisierung, ist führend in Aktienumsätzen, im Börsenwert und bei den Umsätzen in Staatsanleihen etc. Das Jahr 2007 endete sehr erfolgreich für die Börse in Schanghai mit über 71,3 Mill. Investoren, 860 gelisteten Unternehmen und einer Marktkapitalisierung von über 26,98 Billionen RMB. Im gleichen Jahr wurden über 661,6 Mrd. RMB durch Neuemmissionen beschafft. Eine große Anzahl an Unternehmen aus verschiedenen Schlüsselindustrien, wie dem Baugewerbe und den High-Tech Sektoren haben sich selbst nicht nur Kapital beschafft, sondern konnten ebenfalls Ihren Ruf und das operative Geschäft durch die Listung an der SSE deutlich verbessern. Der SSE Composite Index erreichte am 26. Februar 2007 zum ersten Mal über 3.000 Punkte. Am folgenden Tag fiel er um 8,84 Prozent auf 2.771,79 Punkte. Am 23. August 2007 überschritt der Index zum ersten Mal die Marke von 5000. Die rasante Entwicklung des Shanghai Composite Index seit 2006 ist für viele Börsenkenner bereits das Signal einer Überhitzung. Die „Blase” ist z. T. durch viele private Anleger getrieben, welche selbst kleinste Beträge (auch häufig kreditfinanziert) investieren in der Hoffnung, noch rechtzeitig beim großen Geschäft eingestiegen zu sein. In den Straßen der Städte sieht man die Menge vor den Kurstafeln der Banken gebannt verharren. Realwirtschaftlich ist nur ein kleinerer Teil des Kursaufriebs gerechtfertigt, aber die Marktenge vieler Papiere erzeugt den Auftrieb. Staatliche Stellen warnen die Kleinanleger vor Leichtsinn, bisher ohne Wirkung. Am 16. Oktober 2007 erreichte der Composite Index 6.092 Punkte und damit den höchsten Stand in seiner Geschichte. Bis Mitte Juni 2008 fiel der Index seitdem um mehr als 50% auf unter 3.000 Punkte, bis Mitte September 2008 auf unter 2000 Punkte. Die Börsenwerte der chinesischen Unternehmen sind allerdings nur mit Vorbehalt zu lesen, da sich die Aktien überwiegend in heimischer Hand befinden und die Börse in Shanghai, auf deren Kursbasis die chinesischen Börsenwerte errechnet werden, ausländischen Investoren weitgehend versperrt ist. Ausländer handeln gegenwärtig chinesische Aktien überwiegend an der Börse in Hongkong. Shanghai Stock Exchange Top Ten (nach Marktkapitalisierung: Stand: 2007) 1. Industrial and Commercial Bank of China (1.397,86 Milliarden) 2. China Life Insurance (904,78 Milliarden) 3. Bank of China (887,31 Milliarden) 4. Sinopec (692,22 Milliarden) 5. China Merchants Bank (201,09 Milliarden) 6. Shanghai International Port (164,56 Milliarden) 7. Baosteel (161,81 Milliarden) 8. Daqin Railway (114,71 Milliarden) 9. CITIC Securities (107,99 Milliarden) 10. Shanghai Pudong Development Bank (104,30 Milliarden) Geschichte Die Börse wurde am 15. Mai 1878 in Tokio gegründet und 1943 mit anderen kleineren Börsen des Landes zur einzigen Börse Japans zusammengeschlossen. Am 30. April 1999 wurde der gesamte Parketthandel zugunsten des elektronischen Börsenhandels (Computerbörse) aufgegeben. Im November 2005 war es an der Tokioter Börse wegen eines Programmfehlers stundenlang nicht möglich, Handel zu betreiben. Im Januar 2010 gab die Tokioter Börse den Start eines neuen schnellen Handelssystems mit dem Namen Arrowhead bekannt, das eine Latenzzeit von 5 Millisekunden haben soll. Hintergründe An der Tokioter Börse werden Aktien von über 2200 japanischen und 31 ausländischen Unternehmen gehandelt. Börsenindex der Tokioter Börse ist der Nikkei 225, initiiert von der Nihon Keizai Shimbun (kurz: Nikkei), der heutzutage in der Version mit 225 Werten zum Standard gehört. In den Jahren der Stagnation nach dem Ende der Bubble-Economy 1990 wurde der umfangreichere TOPIX (Tokyo Price Index) mit 1645 Werten ungleich aussagekräftiger, da der damalige Nikkei 300 zu einem großen Teil Aktien von Firmen notierte, deren Aktien von anderen Holdings hauptsächlich zu strategischen Beteiligungszwecken statt zu Anlagezwecken gehortet wurden und praktisch nicht am Markt verfügbar sind. In den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts ist der Topix nicht über die Werte aus der Anfangszeit der Bubble Economy (1985-86) hinausgekommen und verharrt somit abgesehen vom Hoch Ende der 80er-Jahre seit 20 Jahren auf etwa dem gleichen Niveau (Tabelle im japanischen Artikel). Gründe sind unter anderem der weitgehende Vertrauensverlust und die Zurückhaltung bei Privatanlegern, wofür zahlreiche Finanzskandale, unlautere Geschäftspraktiken und wiederholtes grobes Missmanagment in den meisten großen Finanzinstituten verantwortlich sind. Handel Die Tokioter Börse ist geöffnet montags bis freitags von 9:00 Uhr bis 11:00 Uhr und 12:30 Uhr bis 15:00 Uhr Ortszeit (entspricht 1:00 Uhr bis 3:00 Uhr und 4:30 Uhr bis 7:00 Uhr MEZ, bei Sommerzeit jeweils eine Stunde später, weil Japan keine Sommerzeitumstellung vornimmt). Gründung der Euronext Die Euronext wurde am 22. September 2000 als Holdinggesellschaft niederländischen Rechts durch die Fusion der Börsen von Amsterdam, Brüssel und Paris gegründet. Anfang 2002 expandierte die Euronext durch den Zusammenschluss mit der portugiesischen Börse „Bolsa de Valores de Lisboa e Porto“ (BVLP) und die Übernahme der Londoner Terminbörse „London International Financial Futures and Option Exchange“ (LIFFE). Danach war die Euronext die größte grenzüberschreitende Börse Europas. Der Aktienindex Euronext 100 umfasst die 100 stärksten Werte dieser Börsen. Fusion mit der NYSE zur NYSE Euronext Im Februar 2006 schlug die Deutsche Börse eine „Fusion unter Partnern“ mit der Vierländerbörse Euronext vor, ohne dabei die Offerte mit Details zu versehen. Nachdem sich der Aufsichtsrat von Euronext für einen Zusammenschluss mit der New York Stock Exchange (NYSE) ausgesprochen hatte, da das Angebot attraktiver sei als das der Deutschen Börse, legte die Deutsche Börse im Mai 2006 erstmals ein konkretes Kaufangebot für Euronext vor, das das der NYSE übertraf. Man bot 76,60 Euro je Euronext-Aktie oder rund 8,6 Milliarden Euro in bar und in Anteilen der neuen Gesellschaft. Euronext wies die Offerte jedoch zurück. Am 2. Juni 2006 einigten sich Euronext und die NYSE auf eine Fusion. Euronext-Aktionäre erhielten nach Zustimmung der Aktionäre der beiden Börsen und der Aufsichtsbehörden für jede Euronextaktie 0,98 Aktien der NYSE und zusätzlich 21,32 Euro in bar. Der Zusammenschluss wurde am 19. Dezember 2006 auf einer außerordentlichen Hauptversammlung der Euronext endgültig beschlossen. Durch die Fusion am 4. April 2007 entstand der erste transatlantische Börsenbetreiber in der Geschichte. Das neue Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von rund 30 Milliarden US-Dollar. Der Aktienindex Next 150 umfasst die 150 stärksten Werte dieser Börsen. Übernahme der American Stock Exchange Am 17. Januar 2008 kündigte die NYSE Euronext die Übernahme der American Stock Exchange (AMEX) an. Die Aktionäre erhielten in den folgenden Monaten Aktien im Wert von 260 Millionen Dollar (178 Millionen Euro). Die 1911 gegründete AMEX mit Sitz in New York ist auf den Handel mit Optionen und börsennotierten Fonds spezialisiert. Die AMEX hatte 2007 eine Kooperation oder einen Zusammenschluss mit verschiedenen Börsen geprüft. Als ein möglicher Partner oder Käufer war auch die Deutsche Börse im Gespräch gewesen. Am 1. Oktober 2008 war der Kauf abgeschlossen und die AMEX wurde in NYSE Alternext U.S. umbenannt. Fünf Monate später, am 6. März 2009, bekam die Börse den Namen NYSE Amex. Fusion mit der Deutschen Börse Am 9. Februar 2011 gaben die Deutsche Börse und die NYSE Euronext bekannt, dass man sich in "fortgeschrittenen Fusionsverhandlungen" befände. Die Aktien beider Unternehmen wurden vom Handel ausgesetzt. Bei der Fusion sollen die Aktionäre der Deutsche Börse AG einen Anteil von über 50 Prozent an dem fusionierten Unternehmen bekommen, da die Marktkapitalisierung der Deutschen Börse mit 11,4 Mrd. Euro diejenige der NYSE Euronext mit 6,7 Mrd. Euro deutlich übersteigt. Handelsplätze Börsen und Aktienindizes Die Tabelle zeigt die Handelsplätze und deren wichtigste Aktienindizes. Börse Land Sitz Aktienindex Euronext Amsterdam Niederlande Niederlande Amsterdam AEX Euronext Brüssel Belgien Belgien Brüssel
BEL 20
Euronext Lissabon Portugal Portugal Lissabon
PSI 20
Euronext Paris Frankreich Frankreich Paris
CAC 40
LIFFE Vereinigtes Konigreich Vereinigtes Königreich London
New York Stock Exchange Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten New York Dow Jones Industrial Average NYSE Alternext Frankreich Frankreich Paris
NYSE Amex Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten New York NYSE Arca Gold BUGS Index NYSE Arca Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten Chicago, San Francisco
Was ist Freigeld und warum brauchen wir es? Freigeld ist umlaufgesichertes Geld, das frei vom Störfaktor Zins ist. Dadurch ist es wieder auf seine ursprüngliche Funktion als reines Tauschmittel zurückgeführt und kann nicht mehr als Schatzmittel zur Wertaufbewahrung zweckentfremdet oder zur Spekulation mißbraucht werden. Es hat damit auch aufgehört, Herrschaftsinstrument zu sein, dem sich alles andere unterzuordnen hat. Statt einer Belohnung mit Zinsen für dem Wirtschaftskreislauf entzogenes und zu spekulativen Zwecken gehortetes Geld, gibt es bei Freigeld eine „Bestrafung“ mit „Antizinsen“ (Umlaufsicherungsgebühr, Gebrauchsgebühr, „Parkgebühr für geparktes Geld“), wenn das Geld nicht wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt wird. Das betrifft aber nur Bargeld und Geld auf Girokonten; nicht aber langfristig festgelegtes Geld. Dann muß nämlich die jeweilige Bank diese Kosten tragen, sofern sie das Geld nicht in Form von zinslosen Krediten weiterverleiht. Freigeld hat durch diese Maßnahmen eine hohe Umlaufgeschwindigkeit, d. h., es wird immer schnell wieder zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen ausgegeben oder als zinsloser Kredit weiterverliehen an jemanden, der etwas Sinnvolles damit machen will. Das bringt die Wirtschaft ungeheuer in Schwung, verhindert Warenstockungen, schafft gut bezahlte Arbeitsplätze, führt zu niedrigen Preisen und damit allgemeinem Wohlstand. Siehe auch: Freimark. Wem nützt Freigeld und wem „schadet“ es? Fast alle Kleinsparer und Kleinanleger erliegen der (von den Medien suggerierten) Illusion, daß ihnen das Zinssystem Vorteile bringe, weil sie ja dadurch auf ihr Erspartes Zinsen bekommen („Mein Geld arbeitet für mich“). Das ist jedoch ein Trugschluß, weil die meisten Bürger in Wahrheit mehr Zinsen zahlen müssen als sie umgekehrt Bankzinsen erhalten: Der „Staat“ holt sich die Zinsen für die exponentiell wachsenden „Staatsschulden“ (z. Z. ca. 1,5 Billionen Euro) durch Steuern und Abgaben von den Bürgern. Die Mineralölsteuer z. B. wurde in der „BRD“ von 1950-2003 auf unglaubliche 2.450 % erhöht, nämlich von 0,06 DM auf 0,721 Euro. Und damit nicht genug: auf die Mineralölsteuer wird noch mal die Umsatzsteuer fällig, also Steuer auf die Steuer! – Das sind 80 % versteckte Zinsen für jeden, der Auto fahren will oder muß (und wer muß das heute schon nicht?!). Ähnlich ist es bei Strom, Gas, Miete, Immobilien. Auch die deutsche Wirtschaft ist hochverschuldet, muß mit über 80 % Fremdkapital arbeiten und dafür natürlich Zinsen an die „Geldgeber“ zahlen. Diese Zinskosten (der „Kapitaldienst“) müssen von den Unternehmen in die Produktpreise mit einkalkuliert werden, so daß wir bei allen Produkten und Dienstleistungen von A bis Z, von Auto über Bier bis Zahnpasta, mindestens 30 % versteckte Zinsen mitbezahlen. Im Jahr 2000 mußte so jeder Haushalt in der „BRD“ bereits ca. 17.000 Euro seines hart erarbeiteten Einkommens in Form von versteckten Zinsen an wenige Zinsschmarotzer abgeben, ob er wollte oder nicht! Alle diejenigen, die weniger als 17.000 Euro Zinsen auf ihr angelegtes Geld bekommen, sind in Wirklichkeit Zinszahler und gehören damit zu den Verlierern der Zinswirtschaft. – doch 99 % aller Menschen hierzulande sehen das nicht, weil diese Zinszahlungen in Preisen, Steuern und Abgaben raffiniert versteckt sind. Sie wundern sich nur, warum alles immer teurer wird. Damit ist zugleich auch gesagt, wem Freigeld nützt und wem Freigeld „schadet“: Es nützt der überwältigenden Mehrheit der Zinsverlierer und es „schadet“ der kleinen Minderheit von Zinsgewinnlern, innerhalb derer es auch noch einmal riesige Unterschiede gibt. Die 300 reichsten Familien, die täglich um mehrere Millionen Dollar, Euro oder Pfund reicher werden, besitzen mehr als die sagenumwobenen 500 Millionen Dollar und sind damit die Extremgewinner des Zinssystems, weil sie sich nicht nur auf die Zinsen allein stützen können, sondern auch auf die durch das Zinssystem entstandenen und in ihrer Hand befindlichen Monopole. Dabei ist der Anteil der Monopolgewinne oft noch größer als der der Zinsen, (wobei letztere aber der Schlüssel zur Macht sind). Man denke hierbei nur mal an das Erdöl: Die angloamerikanische Hochfinanz läßt die USA den Irak überfallen, drückt den „Verbündeten“, dem eigenen Volk und den Verlierern die Kosten auf und diktiert die Preise nach Belieben.
Diese 300 Jahre von etwa 1150-1450 waren Deutschlands glücklichste Zeit: Das damalige Silberbrechgeld, die sog. „Brakteaten“ (bractes = dünnes Blech), „drehten sich“ 52 mal schneller als unser heutiges Zinsgeld, weil beim halbjährlichen Umtausch der Münzen Umtauschgebühr zu zahlen war und Geld „sparen“ sich deshalb nicht lohnte. Um dem Umtauschverlust zu entgehen, gaben es die Bürger lieber schnell wieder für Waren oder Handwerker aus, verliehen zinslos Geld, das sie selbst nicht unmittelbar benötigten oder spendeten es für Dombauten. Aus dieser Zeit stammt auch das Sprichwort „Handwerk hat goldenen Boden“. Die Folge: 300 Jahre ununterbrochener wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung. Fischerdörfer wuchsen zu mächtigen Hanse-Städten. Der Handel blühte. Arbeitslosigkeit und Armut war jegliche Basis entzogen. Die kaum mehr als 20.000 Bürger der - nach heutigen Begriffen kleinen - Stadt Köln hatten genug Geld, um das größte Dombauprojekt aller Zeiten in Angriff zu nehmen – mit der Technik vor 800 Jahren, ohne Kräne, Alu-Gerüste, Diamant-Schneidmaschinen, etc.! Die Bauern hatten Silber-Knöpfe an ihrer Kleidung und die Adligen beschwerten sich, daß die Handwerksmeister samtene Anzüge trugen und von ihnen äußerlich nicht mehr zu unterscheiden waren. Es gab die Vier-Tage-Arbeitswoche mit dem „Blauen Montag“, damit sich die „Arbeitsleut’“ von den Wochenend-Feierlichkeiten vor Arbeitsbeginn wieder erholen konnten. Die Wochenarbeitszeit lag bei 20-30 Stunden und es gab mehr als 150 arbeitsfreie Feiertage. In den Gasthöfen gehörte Silberbesteck zum allgemeinen Standard. Die Menschen lebten nicht, um zu arbeiten, sondern sie arbeiteten, um zu leben. Der weit verbreitete Wohlstand wurde durch Arbeit erworben und nicht durch leistungslose Zinsen. Wer nicht die Absicht hatte reich zu werden, konnte mit einer kurzen Arbeitszeit seinen Lebensunterhalt verdienen. Auf Betreiben machtsüchtiger Kaufleute, wie der Fugger, wurden die Brakteaten durch den „Ewigen Pfennig“, den „Dickpfennig“ abgelöst. Das Tauschmittel Geld wurde dann nur noch hochverzinst verliehen und wurde damit zugleich Schatzmittel und Machtmittel. Binnen weniger Jahre verschwand der allgemeine Wohlstand und der Reichtum konzentrierte sich nun immer mehr bei den großen Geldverleihern, die das gehortete Geld nur gegen Wucherzinsen wieder herausrückten und die damit sogar Kaiser und Könige in ihre Abhängigkeit brachten. Der Zins-Wucher mit seiner zwangsläufigen Folge der Polarisierung des Volkes in ganz wenige unvorstellbar Reiche auf der einen Seite und massenhafter Verelendung auf der anderen Seite, was zu blutigen Kriegen führte, nahm derartige Ausmaße an, daß sich sogar der Papst (Benedikt XIV.) damit befassen mußte. In seiner berühmten „Enzyklika gegen die Wuchersünde des Zinses vom 1. November 1745“ verurteilte er auf das Schärfste jegliches Darlehenszinsnehmen als „Schandmal und Laster“, das „von den Hl. Schriften gebrandmarkt wird“ und „daß es sich in verschiedene Formen und Gestalten hüllt, um die durch Christi Blut zur Freiheit und Gnade zurückgeführten Gläubigen wieder jählings ins Verderben zu stürzen“. Auf den großen Dom-Baustellen konnte „wegen fehlendem Geld“ mehr als 300 Jahre nicht weitergebaut werden. Diese historisch belegten Fakten lassen erahnen, wie gut es uns allen erst recht beim heutigen Stand von Technik und Wissenschaft gehen könnte, wenn das Geld wieder ein dienendes wäre und die wirtschaftlichen Ergebnisse nicht durch den Zins in unvorstellbarem Maße zu Gunsten einer mikroskopisch kleinen Schicht von Zinsschmarotzern umverteilt würden. Amerika schöpfte 1750 sein eigenes Geld In den damaligen englischen Kolonien (Neu England) gab es Im Gegensatz zum englischen Mutterland Wohlstand und Überfluß in jedem Heim und es herrschte Frieden an allen Grenzen. Der Grund dafür war: die Kolonien gaben ihr eigenes Papiergeld, genannt „Colonial Scrip“ (Kolonialaktie), heraus und hatten an niemanden Zinsen zu zahlen. Sie gaben es in angemessener Menge heraus, damit die Waren leicht vom Produzenten zum Konsumenten übergehen konnten. Als die englischen Bankiers nach einem Besuch Benjamin Franklins im Mutterland davon erfuhren, ergriffen sie sofort die „nötigen“ Gegenmaßnahmen, indem sie das britische Parlament veranlaßten, das unabhängige Kolonialgeld per Gesetz zu verbieten und nur noch die Benutzung des englischen Geldes zu gestatten, das sie in unzureichender Menge zur Verfügung stellten. Ein Jahr nach Vollzug des Verbotes waren die Straßen in den Kolonien mit Arbeitslosen und Bettlern besetzt, genau so wie in England, weil es nicht genug Geld gab, Arbeit und Waren zu bezahlen. Die Bankiers hatten das umlaufende Tauschmittel auf die Hälfte reduziert und lähmten damit alle industriellen Energien des Volkes. Die einst blühenden Kolonien wurden in kürzester Zeit ruiniert und jede Familie und jedes Geschäft wurde von schlimmster Not heimgesucht. Dies war der wahre Grund für den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg 1776. Guernsey 1815 Dieses Freigeldexperiment wurde erst jüngst dem Vergessen entrissen, weil es die Bankiers auf seltsame Art immer wieder schaffen, daß aus den Schulbüchern alles das entfernt wird, was Licht auf ihr schändliches Treiben werfen könnte. Ausführlich nachzulesen ist dieses Freigeldexperiment in dem Buch von Hermann Benjes „Wer hat Angst vor Silvio Gesell?“ Hier nur eine kurze Zusammenfassung: Auf der britischen Kanalinsel war es zu einem „unerklärlichen“ Geldmangel gekommen, der den einst florierenden Obst- und Gemüseanbau auf der klimatisch begünstigten Insel schließlich zusammenbrechen ließ, die Menschen zur Verzweiflung brachte und die Inselverwaltung in den Konkurs trieb. Die Zinszahlungen an Londoner Banken und die vom englischen Mutterland eingetriebenen Steuern brachten den Zahlungsverkehr schließlich ganz zum Erliegen. Der Schuldendienst hatte 1815 ein Ausmaß erreicht, daß das gesamte Steueraufkommen der Inselbewohner nicht mehr ausreichte, um die Zinsforderungen Londoner Banken zu bedienen. In dieser schier ausweglosen Situation ließ der Gouverneur der Insel das fehlende Geld einfach selber drucken, brachte es als Zweitwährung neben dem englischen Pfund in Umlauf und ließ damit alles bauen was die Insel benötigte, um sich aus dem Würgegriff der englischen Schmarotzer zu befreien: eine Markthalle, Straßen, Schulen und gleich mehrere Windmühlen. Damit brauchte die Insel nicht mehr das teure englische Mehl zu importieren und konnte sich vom Diktat der englischen Mühlenbesitzer befreien. In nur 10 Jahren hatte sich Guernsey dank Freigeld in eine blühende Insel verwandelt. Die Erfurter Wära 1929-1931 In Erfurt wurde 1929 die überregionale Wära-Gesellschaft gegründet, der sich binnen zwei Jahren über 1.000 Firmen aus allen Teilen Deutschlands anschlossen. Ein jähes Ende fand diese erfolgreiche und sich ausweitende Freigeldinitiative 1931 durch Verbot des Reichsfinanzministers. Das „Wunder von Wörgl“ 1932 In der Tiroler Gemeinde Wörgl stieg die Arbeitslosenzahl 1932 infolge der Weltwirtschaftskrise auf über 1500. Das magere Stempelgeld gab es nur wenige Monate; danach mußten die Arbeitslosen auf Kosten der Gemeindekasse leben, in der wegen sinkender Steuereinnahmen auch bald Ebbe war. Ein wahrer Teufelskreislauf war im Gange, der nicht zu durchbrechen schien: Ein Geschäft nach dem anderen mußte dicht machen, weil die Leute kein Geld hatten, um einzukaufen; Betriebe mußten schließen und ihre Beschäftigten entlassen, weil der Handel keine Ware mehr bestellte. Und in die Gemeindekasse kam immer weniger Geld, weil immer mehr Leute auch keine Steuern mehr bezahlen konnten. Eine absurde Situation: Der Bedarf war riesig und die Arbeitskraft lag brach – weil das Geld fehlte, genauer gesagt, weil es nicht da war wo es gebraucht wurde, weil es als Tauschmittel den Händen der schaffenden Menschen entglitten war und über die Zinskanäle in die Taschen einiger weniger gerutscht war, die das Geld nicht mehr dem Warenmarkt zuführten, sondern es als Spekulationsmittel zurückhielten. Geldstauung führt unausweichlich zu Warenstauung und Arbeitslosigkeit. Nur wenn Geld von Hand zu Hand geht, ist die Wirtschaft in Schwung. Der damalige Bürgermeister Michael Unterguggenberger machte aus der Not eine Tugend: Da sich in der Gemeinde ohnehin schon das meiste im Tausch Ware gegen Leistung und damit an der Steuer vorbei abspielte, führte er - mit Zustimmung aller Parteien von links bis rechts und mit Unterstützung von Kirche, Bank, Gewerbeverein und Gewerkschaft - ein eigenes Geld ein. Dieses Geld war ein besonderes Geld. Es war nach der Freigeld-Freiland-Theorie des deutsch-argentinischen Kaufmanns und Sozialreformers Silvio Gesell (1862-1930), dessen Anhänger der Bürgermeister war, so beschaffen, das es zum Ausgeben drängte und seine Hortung nicht lukrativ war - im Gegensatz zum „normalen“ (Zins-)Geld. Damit kam die Wirtschaft schnell wieder in Schwung. Auch in die Gemeindekasse kam wieder Geld, weil die Leute ihre Steuerschulden mit dem „Notgeld“ bezahlten. Damit stand wieder Geld für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen zur Verfügung: In kurzer Zeit konnten die Kanalisation gebaut, eine Brücke fertig gestellt und Straßen erneuert werden. Der Erfolg war überwältigend und sprach sich schnell herum. Sogar der amerikanische Rundfunk brachte einen Beitrag über das Experiment von Wörgl und zeigte sich von 3 Wirkungen besonders beeindruckt: 1. von der erstaunlichen Senkung der Arbeitslosenzahl in kurzer Zeit, 2. von der Stärkung der regionalen Kaufkraft und 3. von der schnellen Sanierung der Gemeindefinanzen. Dazu einige Zahlen, die die Wirkung von Freigeld im Unterschied zum Zinsgeld deutlich machen: Es wurde eine Umtauschgebühr von 1 % im Monat, bzw. 12% im Jahr erhoben, wodurch die Stadt läppische 740 Schilling einnahm. Demgegenüber standen 3.000.000 Schilling Umsatz. Die Umlaufgebühr betrug also effektiv nur 0,00025 %. So reichten 5000 Wörgl-Schillinge bei einer Bevölkerung von 10.000 Einwohner aus, um für 3.000.000 Schillinge Waren zu bewegen. In derselben Zeit bewegte dieselbe Geldmenge an (Zins-)Geld der österreichischen Nationalbank nur etwa 40.000 Schillinge. Anders ausgedrückt: 1 Wörgl-Schilling wechselte 500 Mal im Jahr den Besitzer, während der „normale“ Österreichische Schilling nur 8 Mal in andere Hände geriet. Nachdem rund 150 Gemeinden Freigeld nach Wörgler Vorbild einführen wollten, schrillten bei den Bankiers alle Alarmglocken. Die österreichische Nationalbank pochte auf ihr Notenmonopol und setzte über den Staat das Verbot des Wörgler Freigeldexperimentes durch. Da Freigeld unweigerlich zu einer vom Kapitalismus befreiten Marktwirtschaft führt - einer wahren Horrorvision für die Bankiers – zertraten diese das zarte Pflänzchen einer natürlichen Wirtschaftsordnung in Wörgl und finanzierten lieber den „Krisenbewältiger“ Hitler mit Rüstung, Krieg und Zerstörung. Geschadet hat ihnen das nicht, ganz im Gegenteil, sie gehen alle Zeit als lachende Gewinner aus jeglichem Konflikt hervor, egal wie viele Millionen Tote und unvorstellbare Zerstörung es gibt. Je größer die Zerstörung, um so besser (für diese Herrschaften), denn um so höhere Zinsen können sie für das für den anschließenden Wiederaufbau benötigte (Kredit-)Geld erpressen. „Trotz des heiligen Versprechens der Völker, den Krieg für alle Zeiten zu ächten, trotz des Rufs der Millionen: ‚Nie wieder Krieg!’, entgegen all den Hoffnungen auf eine schönere Zukunft muß ich sagen: wenn das heutige Geldsystem, die Zinswirtschaft beibehalten wird, so wage ich es heute schon zu behaupten, daß es keine 25 Jahre dauern wird, bis wir vor einem neuen, noch furchtbareren Krieg stehen. Ich sehe die kommende Entwicklung klar vor mir. Der heutige Stand der Technik läßt die Wirtschaft rasch zu einer Höchstleistung steigern. Die Kapitalbildung wird trotz der großen Kriegsverluste rasch erfolgen und durch ein Überangebot den Zins drücken. Das Geld wird dann gehamstert werden. Der Wirtschaftsraum wird einschrumpfen und große Heere von Arbeitslosen werden auf der Straße stehen. … Wie zu alten Zeiten wird man dann nach dem Länderraub trachten und wird dazu wieder Kanonen fabrizieren müssen, man hat dann wenigstens für die Arbeitslosen wieder Arbeit. In den unzufriedenen Massen werden wilde, revolutionäre Strömungen wach werden und auch die Giftpflanze Übernationalismus wird wieder wuchern. Kein Land wird das andere mehr verstehen, und das Ende kann nur wieder Krieg sein.“ (Silvio Gesell 1918 in einem offenen Brief an die „Berliner Zeitung am Mittag“) „Krieg ist der Terror der Reichen – Terror ist der Krieg der Armen.“ (Harry Zingel) „Geld ist der Wolf im Schafspelz“ Silvio Gesell) „Auch in der Demokratie gehört Mut zum Wahrheitsbekenntnis, wenn es sich um das Kapital handelt.“ Silvio Gesell) „Das Privileg, sein eigenes Geld zu schöpfen und in Umlauf zu bringen, ist das höchste Alleinrecht des Staates und seine größte kreative Möglichkeit. Die Menschen erhalten damit eine Währung, die so sicher ist wie die Macht des Staates. Anstatt die Menschen zu beherrschen, wird es zum Diener der Menschheit. Die Demokratie wird dadurch stärker als die Geldmacht.“ (Abraham Lincoln, 16. amerikanischer Präsident) „Ich sehe in naher Zukunft eine Krise heraufziehen. Sie enerviert mich und läßt mich um die Sicherheit meines Landes zittern. In Friedenszeiten schlägt die Geldmacht Beute aus der Nation und in Zeiten der Feindseligkeiten konspiriert sie gegen sie. Sie ist despotischer als eine Monarchie, unverschämter als eine Autokratie, selbstsüchtiger als eine Bürokratie. Sie verleumdet all jene als Volksfeinde, die ihre Methoden in Frage stellen und Licht auf ihre Verbrechen werfen. Aktiengesellschaften sind inthronisiert worden, und eine Zeit der Korruption an höchsten Stellen wird folgen, und die Geldmacht des Landes wird danach streben ihre Herrschaft zu verlängern, indem sie die Vorurteile des Volkes ausspielt, bis der Reichtum in den Händen von wenigen angehäuft und die Republik vernichtet ist.“ (Abraham Lincoln, 5 Monate vor seiner Ermordung am 14. April 1865) „Den Parteien, samt und sonders, fehlt das wirtschaftliche Programm; zusammengehalten werden sie alle nur durch Schlagworte.“ Die N. W.-O. (Natürliche Wirtschafts-Ordnung), die ohne irgendwelche gesetzlichen Maßnahmen von selber steht, die den Staat, die Behörden, jede Bevormundung überflüssig macht und die Gesetze der uns gestaltenden natürlichen Auslese achtet, gibt dem strebenden Menschen die Bahn frei zur vollen Entfaltung des „Ich“, zu der von aller Beherrschtheit durch andere befreiten, sich selbst verantwortlichen Persönlichkeit, … .“ “Also wenn das Volk fleißig und erfinderisch war, wenn die Ernte von Sonne und Regen begünstigt wurde, wenn viele Erzeugnisse zur Verfügung des Volkes stehen, um Wohnungen und Arbeitsstätten zu erweitern, dann, gerade dann zieht sich das Geld, das den Tausch hier vermitteln soll, zurück und wartet.“ Gesell entdeckte, daß die klassischen Nationalökonomen sich in ihren Ansichten über die Natur des Geldes irrten; und Geld ist eine gefährliche Sache, wenn man nur wenig Kenntnis auf diesem Gebiet besitzt. Geld ist eine Art Macht (die Macht, materielle Wünsche zu befriedigen), die leidenschaftlich von den Menschen erstrebt wird.“ Harper’s Magazine) „Gesell entwickelte geniale Konzeptionen und wurde vergessen, während die jeweiligen weniger genialen Zeitgenossen einige Generationen blendeten.“ (Prof. Oswald Hahn) Die Einführung von Freigeld, und sei es vorerst auch nur auf regionaler Ebene, unterläuft und kompensiert die durch das Zinswirtschaftssystem vorsätzlich erzeugte Geldknappheit und stellt die Weichen für eine gerechte Natürliche Wirtschafts-Ordnung. Damit kann sich das Volk schrittweise aus der Abhängigkeit und Unberechenbarkeit der internationalen Finanzmärkte und der Börsen-Spekulanten befreien. Dann sind auch Projekte finanzierbar, die unterhalb der Rentabilitätsschwelle für das eingesetzte Kapital liegen, die sich also im Zinssystem „nicht rechnen“, zum Beispiel Umweltschutzprojekte. WIR (Wirtschaftsring-Genossenschaft) 1934 Sie wurde 1934 in der Schweiz gegründet, nicht verboten und konnte sich zu einem beachtlichen Wirtschaftsfaktor entwickeln. Heute gehören der Genossenschaft 80.000 Schweizer an. Der Umsatz ist auf mehr als 2,5 Milliarden Franken oder 1,5 Milliarden Euro angestiegen. Das System hat sich in über 70 Jahren ausgezeichnet bewährt und ist heute ausgereift. Kredite werden nur mit 1,75 % verzinst, was insbesondere kleine, kapitalschwache Unternehmen begünstigt. Der 35. Präsident der USA, John F. Kennedy, unterzeichnete 5 Monate vor seiner Ermordung am 22. November 1963 den Präsidentenbeschluß „executive order number 11110“, der den Präsidenten der USA ermächtigte, die Herstellung von Banknoten wieder in die Gewalt des Staates zurückzubringen. Die immerhin vier Milliarden Dollar des neuen Staatsgeldes, die noch zu seinen Lebzeiten zinslos der Geldzirkulation zugeführt wurden, haben die Bankiers in einer konzertierten Geheimaktion unauffällig wieder aus dem Verkehr gezogen und gegen normales Schuldgeld ausgetauscht. Die noch in der Staatsdruckerei befindlichen neuen Scheine wurden von ihnen unmittelbar nach dem Attentat klammheimlich und restlos vernichtet. Davon haben seinerzeit weder das amerikanische Volk noch die Weltöffentlichkeit etwas erfahren. Dies war erst dann der Fall, als Kongreßdokumente nach der Jahrtausendwende ans Tageslicht gekommen sind. Die Bankiers haben die Lektion von 1963 gut gelernt, damit ihnen so etwas nicht noch mal passiert. Seitdem wachen sie offenbar mit Argusaugen darüber, daß kein unsicherer Kantonist zum Präsidenten „gewählt“ wird, der sich später als ein Lincoln oder Kennedy entpuppen könnte. „Geld regiert die Welt“ und: „Da kann man auch nichts daran ändern; deshalb muß man eben versuchen, für sich selbst noch das Beste herauszuholen!“ - Das lernen schon die Kinder von den Erwachsenen. Einer, der sich damit nicht abfinden wollte, und der deshalb auch bis heute in den Medien, Schulen und Universitäten hartnäckig totgeschwiegen wird, ist der deutsch-argentinische Kaufmann und Sozialreformer Silvio Gesell (1862-1930). Hier einige Zitate aus seinem 1916 erschienenen Hauptwerk „Die Natürliche Wirtschafts-Ordnung durch Freiland und Freigeld“, wo er in seiner unnachahmlich plastischen Ausdrucksweise, für die er sich fast noch entschuldigt: „In einfachem kaufmännischen Stiel geschrieben“, die wirtschaftlichen, politischen und monetären Zusammenhänge beschreibt: Ich … will hier gleich klipp und klar nachweisen, daß, solange der Staat neben der Menge des Geldes nicht auch noch den Umlauf des ausgegebenen Geldes beherrscht, alle die hier aufgedeckten Widersprüche des Geldumlaufes ungelöst bleiben. Solange das Geld als Ware betrachtet besser als die Ware im allgemeinen ist, solange man von Geldvorrechten spricht, solange namentlich die Sparer das Geld den Waren (ihren eigenen Erzeugnissen) vorziehen, solange die Wucherspieler das Geld ungestraft zu ihren Angriffen mißbrauchen können, wird das Geld den Austausch der Erzeugnisse nicht ohne eine vom Handelsgewinn gesonderte Abgabe vermitteln. Und das Geld soll doch „ein Schlüssel und kein Riegel des Marktes“ sein, es soll eine Straße und kein Schlagbaum sein; es soll den Austausch fördern, verbilligen, nicht hemmen und belasten. Und es ist doch klar, daß ein Geld nicht zugleich Tausch- und Sparmittel, Peitsche und Bremse sein kann. Deshalb fordere ich neben einer nur durch eine reine Papierwährung ermöglichten Beherrschung der Geldmassen durch den Staat eine vollkommene, sachliche Trennung des Tauschmittels vom Sparmittel. Den Sparern stehen alle Güter dieser Welt zur Verfügung, warum sollen sie ihre Ersparnisse ausgerechnet in Geld anlegen? Das Geld wurde doch nicht gemacht, damit es gespart werden könnte! “Das Angebot steht unter einem unmittelbaren, den Waren anhaftenden, sachlichen Zwang; darum fordere ich einen gleichen Zwang für die Nachfrage, damit bei den Verhandlungen um den Preis das Angebot nicht der Nachfrage gegenüber im Nachteil bleibe.“ “Wie schlecht das herkömmliche Geld sich als Tauschmittel bewährt, das hat die Untersuchung im III. Teil gezeigt. Ein Geld, das gesetzmäßig in der Weise arbeitet, daß es sich zurückzieht, wenn es zu fehlen beginnt, und das in Masse auf dem Markt erscheint, wenn es dort schon übermäßig vertreten ist, kann nur dem Schwindel und Wucher dienen und muß als unbrauchbar bezeichnet werden, mag es auch, rein körperlich betrachtet, manch angenehme Eigenschaften haben.“ “Man hat … aus der Nachfrage eine Willenssache der Geldbesitzer gemacht, man hat die Nachfrage der Laune überantwortet, der Gewinnsucht, dem Wucherspiel und dem Zufall, und dabei hat man völlig außer acht gelassen, daß das Angebot wegen seiner stofflichen Natur diesem Willen gegenüber ganz schutzlos ist. So entstand die Macht des Geldes, die, in Geldmacht umgewandelt, einen unerträglichen Druck auf alle Erzeuger ausübt. … und so haben sie … einen >>Riegel anstelle eines Schlüssels für den Markt<< geschmiedet. Das Geld stößt die Ware ab, statt sie anzuziehen. Man kauft Ware, ja, aber nur, wenn man hungrig ist, oder wenn man dabei einen Gewinn hat. Als Verbraucher kauft jeder nur das Mindestmaß. Irgendwelchen Vorrat will niemand haben; in den Bauplänen sind Vorratskammern niemals vorgesehen. Würde man allen Bürgern heute eine gefüllte Vorratskammer schenken – morgen schon fände man alle diese Vorräte auf den Märkten wieder. Nur Geld wollen die Leute haben, obschon alle wissen, daß dieser Wunsch nicht erfüllt werden kann, insofern als das Geld aller sich gegenseitig aufhebt. Der Besitz einer goldenen Münze ist ja unbestreitbar viel angenehmer. Die Waren mögen die „anderen“ haben. Die anderen! Aber wer sind denn in der Volkswirtschaft diese „anderen“? Wir selbst sind diese anderen; wir alle, die wir Waren erzeugen. Indem wir also als Käufer die Erzeugnisse der anderen zurückweisen, stoßen wir uns alle gegenseitig unsere Erzeugnisse zurück. Wenn wir das Geld nicht den Erzeugnissen unserer Mitbürger vorzögen, wenn wir an Stelle einer angestrebten und doch unerreichbaren Geldrücklage eine Vorratskammer anlegten und diese mit den Erzeugnissen unserer Mitbürger füllten, so bräuchten wir unsere eigenen Erzeugnisse nicht in kostspieligen Läden feilhalten zu lassen, wo sie durch die Handelskosten großenteils aufgezehrt werden. Wir hätten dann einen schnellen und billigen Absatz der Waren.“ Unsere Waren faulen, vergehen, brechen, rosten, und nur wenn das Geld körperliche Eigenschaften besitzt, die jene unangenehmen, verlustbringenden Eigenschaften der Waren aufwiegen, kann es den Austausch der Waren schnell, sicher und billig vermitteln, weil dann solches Geld von niemand, in keiner Lage und zu keiner Zeit vorgezogen wird. Geld, das wie eine Zeitung veraltet, wie Kartoffeln fault, wie Eisen rostet, wie Äther sich verflüchtigt, kann allein sich als Tauschmittel von Kartoffeln, Zeitungen, Eisen und Äther bewähren. Denn solches Geld wird weder vom Käufer noch vom Verkäufer den Waren vorgezogen. Man gibt dann nur noch die eigene Ware gegen Geld her, weil man das Geld als Tauschmittel braucht, nicht weil man vom Besitz des Geldes einen Vorteil erwartet. Wir müssen also das Geld als Ware verschlechtern, wenn wir es als Tauschmittel verbessern wollen. Da die Besitzer der Waren es mit dem Tausch stets eilig haben, so will es die Gerechtigkeit, daß auch die Besitzer des Tauschmittels es eilig haben sollen. Das Angebot steht unter unmittelbarem, eigengesetzlichem Zwang, so soll auch die Nachfrage unter gleichen Zwang gestellt werden. Das Angebot ist eine vom Willen der Warenbesitzer losgelöste Sache; so soll auch die Nachfrage eine vom Willen der Geldbesitzer befreite Sache sein. Wenn wir uns dazu verstehen können, die Vorrechte der Geldbesitzer zu beseitigen und die Nachfrage dem gleichen Zwang zu unterwerfen, dem das Angebot von Natur aus unterliegt, so lösen wir alle Widersprüche des herkömmlichen Geldwesens restlos auf und erreichen damit, daß die Nachfrage völlig unabhängig von allen politischen, wirtschaftlichen oder natürlichen Ereignissen ganz regelmäßig auf dem Markte erscheint. Namentlich werden auch die Anschläge der Wucherspieler, die Ansichten oder Launen der Rentner und Bankmänner ohne irgendwelchen Einfluß auf die Nachfrage sein. Ja, das, was wir „Börsenstimmung“ nennen, wird es überhaupt nicht mehr geben. Wie etwa das Fallgesetz keine Stimmungen kennt, so wird es sich auch mit der Nachfrage verhalten. Keine Furcht vor Verlusten, keine Erwartung eines Gewinns wird die Nachfrage beflügeln oder hemmen können. “So wird die Nachfrage unter allen denkbaren Verhältnissen immer mit der von den gegebenen Handelseinrichtungen gestatteten Umlaufsgeschwindigkeit der vom Staate beherrschten Geldmassen übereinstimmen.“ Mehr als das ist nicht nötig, um den Austausch unserer Waren vor jeder denkbaren Störung zu sichern, um Wirtschaftskrisen und Arbeitslosigkeit unmöglich zu machen, um den Handelsgewinn auf die Rangstufe der Tagelöhnerarbeit und des Lohnes herabzusetzen und um in kurzer Zeit den Zins in einem Meer von Kapital zu ersäufen. “Und was kosten uns Erzeugern, die wir durch die Arbeitsteilung das Geld schaffen, diese reichen Gaben eines Geldumlaufzwanges? Nichts als den Verzicht auf das Vorrecht, in die Nachfrage den Eigenwillen und damit die Laune, die Gewinnsucht, Hoffnung, Furcht und Sorge, Angst und Schrecken tragen zu dürfen. Wir brauchen nur die Wahnvorstellung fallen zu lassen, daß man seine eigenen Erzeugnisse verkaufen kann, ohne daß sie ein anderer kauft. Wir brauchen uns nur gegenseitig zu verpflichten, sofort und unter allen Umständen genau so viel zu kaufen, wie wir selbst verkauft haben und, um die Gegenseitigkeit dieser Verpflichtung zu wahren, das Geld so zu gestalten, daß der Verkäufer der Waren durch Eigenschaften des Geldes genötigt wird, dem mit dem Geldbesitz verknüpften Pflichten nachzukommen und das Geld wieder in Ware umzusetzen – persönlich, wenn er selbst Ware gebrauchen kann, durch andere, denen er das Geld leiht, falls er für sich selbst keine Ware braucht.“
Die Chicago Board of Trade (CBOT), gegründet 1848, ist die weltälteste Terminbörse und Teil der CME Group. Mehr als fünfzig verschiedene Termingeschäfte werden durch über 3.600 CBOT-Mitglieder sowohl durch Parketthandel als auch elektronisch abgewickelt. Das Volumen an der Börse im Jahre 2003 erreichte mit 454 Millionen Verträgen einen Rekordstand. Am 12. Juli 2007 wurde der Zusammenschluss der CBOT mit der Chicago Mercantile Exchange zur neuen CME Group wirksam. Aufgrund der Sorgen von US-Händlern, es könnte an Käufern bzw. Verkäufern für Rohstoffe mangeln, entwickelten sie Termingeschäftsverträge, insbesondere für Agrarprodukte wie Getreide, Schweinebäuche, etc. Die CBOT war ein zentralisierter Handelsort, wo Käufer und Verkäufer aufeinander treffen konnten, um ihre Verträge auszuhandeln und abzuschließen. 1864 führte die CBOT die ersten standardisierten börsengehandelten Termingeschäftsverträge ein. 1919 wurde die Chicago Butter and Egg Board, eine Ausgründung der CBOT, umorganisiert, um Termingeschäfte zu ermöglichen, und der Name wurde in Chicago Mercantile Exchange geändert.[1] Am 19. Oktober 2005 erfolgte der Börsengang der CBOT mit 3.191.489 Anteilen zu US$54,00 pro Anteil. Im Tagesverlauf des Aktienhandels an der New York Stock Exchange nahm der Preis um 49% zu auf $80,50. 2007 fusionierten die CBOT und die CME, um die CME Gruppe zu bilden. Seit 1930 befindet sich die Chicago Board of Trade bei 141 West Jackson Boulevard in Chicago. Das Gebäude wurde durch die Architekten Holabird & Root entworfen. Mit 184 Metern Höhe war es das höchste Gebäude in Chicago bis 1965, als das Richard J. Daley Center gebaut wurde. Das Gebäude ist im Art-Déco-Stil gebaut, mit Skulpturen von Alvin Meyer; an der Spitze befindet sich eine 9,5 m große Statue der Göttin Ceres, in einer Anspielung auf die Geschichte der Börse als Rohstoff- und Getreidemarkt. Die Ceres-Figur hat kein Gesicht, weil der Bildhauer, John Storrs, der Ansicht war, das 45-stöckige Gebäude wäre so viel höher als jede andere Struktur in der Gegend, dass niemand in der Lage wäre, das Gesicht überhaupt anzuschauen. Heute ist das Gebäude (das inzwischen als National Historic Landmark anerkannt ist) von anderen (z.T. noch größeren) Wolkenkratzern umgeben im Finanzdistrikt des Chicago Loop. The Pit ist eine erhöhte achteckige Struktur, wo Parketthandel stattfindet. Auf dem Parkett des CBOT befinden sich viele solcher Pits. Die Außenstufen nach oben, und die Innenstufen nach unten bei solchen Pits verleihen ihnen etwas von dem Aussehen eines Amphitheaters und ermöglichen Hunderte von Händlern einander zu sehen und zu hören während der Handelszeiten. Die Bedeutung des Pits und des Handels dort wird unterstrichen durch die Verwendung eines stilisierten Pits als Logo des CBOT. "The Pit" ist auch Titel und Thema eines klassischen Romans aus dem Jahre 1903 von Frank Norris [2].
1. Englands missglückte Invasion Gleich zu Beginn des Hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich musste nach einer missglückten englischen Invasion in Frankreich der englische König Edward III. im Jahr 1345 die staatlichen Schuldenrückzahlungen an florentinische Bankhäuser einstellen. Das führte dazu, dass mehrere einflussreiche Finanziers in Florenz Bankrott gingen. Damit hatte schon die erste Staatspleite Auswirkungen auf die europäische Finanzwelt. Aber damals hatte Europa ohnehin noch schlimmere Sorgen: Die Pest wütete kurz darauf und dezimierte die Bevölkerung um ganze fünfzig Prozent
2. Der Rekordhalter Spanien Nicht erst seit dem Jahr 2011 hat Spanien finanzielle Schwierigkeiten. Spanien hält den absoluten Rekord im Pleite gehen: schon 13 Mal musste sich das Land insolvent melden. König Philipp II. schaffte es während seiner Regierungszeit sogar dreimal, das Land in die Zahlungsunfähigkeit zu bringen- 1557, 1575 und 1596. In die Geschichte eingegangen ist König Philipp II. aber nicht aufgrund seiner miesen Finanzwirtschaft, sondern aufgrund seines größten Sieges, der Seeschlacht bei Lepanto 1571 gegen die Osmanen und seiner größten militärischen Niederlage, dem Debakel der spanischen Armada gegen die Engländer 1588 3. Tüchtige Kaufleute: Vom finanziell klammen französischen Staat um Geld angepumpt, gründete der Kaufmann Gabriel-Julien Ouvrard 1804 zur Bewältigung der Aufgabe mit einigen Berufskollegen die „Gesellschaft der vereinigten Kaufleute" („La Compagnie des Négociants Réunis"). Die mit viel Macht und Einfluss ausgestatteten Kaufleute begannen in Mexiko mit Silbergeld zu spekulieren und an den Pleitestaat Spanien Kredite zu vergeben- und verloren damit Millionen aus dem französischen Staatshaushalt. Am 27. Januar 1806 mussten sich Frankreichs mächtigste Kapitaleigner deshalb einen neunstündigen zornigen Vortrag Napoleons anhören, der ihnen mit Haft und Zwangsverwaltung drohte. Der Betrag, den die tüchtigen Kaufleute den französischen Staat letztlich gekostet hatten, belief sich auf 141 Millionen Francs. Deren ungehemmte Vergabe von Krediten sorgte außerdem dafür, dass die Staatsbank von Frankreich nur noch 1,5 Millionen in der Kasse hatte, gegenüber 92 Millionen 4. K&K- Kaiserlicher Konkurs Kaiser Napoleon war Schuld an Österreichs Staatsbankrott 1811: Die Kriege mit Napoleon hatten das Kaiserreich bereits viel Geld gekostet, doch der darauffolgende „Frieden von Schönbrunn" war zu viel für den Staatssäckel. Darin verpflichtete sich der Verlierer Österreich, 85 Millionen Francs Ausgleichszahlungen an Frankreich zu leisten. Als besonders lernfähig erwies sich der österreichische Kaiser allerdings nicht: schon 1812 nahm er wieder so hohe Schulden für den sechsten Koalitionskrieg auf, dass das Land bereits vier Jahre später wieder Pleite ging. 5. Griechenland: Die Korinthen-Krise Griechenland steht jetzt gerade nicht zum ersten Mal vor dem Konkurs. Schon 1893 war es einmal soweit- aufgrund von Korinthen. Auch damals hatten die Griechen hohe Staatsschulden aufgrund der griechischen Revolution und des darauffolgenden Bürgerkrieges von 1821-1829. Die Weinbeeren waren das wichtigste Exportprodukt Griechenlands. Zunächst war der Weltmarktpreis stark gestiegen, da beim Konkurrenten Frankreich Ende der 1870er Jahre die Weinberge von Mehltau befallen waren, doch dann erholten sich die französischen Weinberge und der Weltmarktpreis sank auf ein Sechstel. Griechenland konnte in der Folge seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen. 6. Russland: Der Rubel rollt nicht mehr 1998 ging Russland zum fünften Mal in der Geschichte das Geld aus. Der Ölpreis sank aufgrund von Faktoren wie beispielsweise warmen Wetterverhältnissen und der asiatischen Rezession. Damit brachen Russlands Exporterlöse für Erdöl ein, die hochverschuldete russische Wirtschaft war nicht mehr zahlungsfähig. Daraufhin mussten viele staatliche Unternehmen privatisiert werden, um den notwendigen Sparkurs der Regierung zu finanzieren. Gewinner der Krise waren russische Oligarchen, die mit den aufgekauften Energie- und Rohstoffunternehmen ihr Vermögen verdienten. 7. Tanz auf dem Finanz-Vulkan Die weltweite Finanzkrise 2007 stürzte Island in die größte nationale Wirtschaftskrise in seiner neueren Geschichte. In Folge einer liberalen Finanzpolitik der Regierung zwischen 1998 und 2005 wurde der bis dahin überschaubare Bankensektor zum größten Wirtschaftszweig des kleinen Landes und als die internationale Immobilienblase platzte damit auch zu seiner Nemesis. Isländische Banken expandierten im großen Stil ins europäische Ausland und gerieten in den Abwärtsstrudel der internationalen Finanzwelt. Die isländische Regierung verstaatlichte im Oktober 2008 den gesamten Bankensektor, um den Staatsbankrott noch zu verhindern. Trotzdem war Island kurz darauf faktisch zahlungsunfähig, als die Regierung eine fällige Anleihe der Glitnir-Bank in Höhe von 750 Millionen US-Dollar nicht zurückzahlen konnte. Die endgültige Staatspleite konnte nur durch einen Milliardenkredit des Internationalen Währungsfonds und der skandinavischen Nachbarländer abgewendet werden.
Das Prinzip der ständigen Umschuldungen Wenn ein Unternehmen für den Kauf einer Maschine einen Kredit aufnimmt, werden monatliche Ratenzahlungen festgelegt, die Zins und Rückzahlung ("Tilgung") enthalten. Am Ende der Laufzeit ist der Kredit vollständig getilgt.
Die Kredite, die der Staat aufnimmt ("Staatsanleihen"), werden dagegen am Ende der Laufzeit in einer Summe getilgt. Während der Laufzeit zahlt der Staat nur Zinsen.
Diese Besonderheit wird vom Staat seit Jahrzehnten auf verhängnisvolle Weise missbraucht! (Und praktisch alle Staaten der westlichen Welt machen es ebenso.) Der Staat legt nämlich überhaupt nichts für die Tilgung zurück!
Statt dessen nimmt er am Ende der Laufzeit einen neuen Kredit auf und tilgt damit den alten ("Umschuldung", "Refinanzierung", "Anschlussfinanzierung"). Und da der Staat in jedem Jahr mehr ausgibt, als er einnimmt, ist dieser neue Kredit immer höher als der alte! Es ist eine Art Schuldenkarrussel, das sich immer schneller dreht. So hat sich die absurde Höhe der heutigen Schulden in Jahrzehnten aufgebaut. Der deutsche Staat hat inzwischen mehr Schulden, als er in vier Jahren an Steuern einnimmt! Es ist komplett ausgeschlossen, dass dieses Geld jemals zurückgezahlt wird!
Und damit wird die ganze Anfälligkeit der Staatsfinanzierung deutlich. Tag für Tag braucht Deutschland Anschlussfinanzierungen von mehr als 1 Mrd. €. Das ist brandgefährlich. Der Staat muss nur für eine einzige Anleihe keine Anschlussfinanzierung finden, dann ist er "zahlungsunfähig" und wird von dem Tag an überhaupt keine Anschlussfinanzierungen mehr finden.
Er hat sich auf diese Weise komplett abhängig gemacht von seinen Gläubigern. Der amerikanische BlackRock-Fonds beispielsweise verwaltet gigantische Geldbeträge, über 2000 Mrd. €. Wenn so ein Fonds über einen Staat den Daumen senkt, ist es aus: Dann kollabieren die Staatsfinanzen, und die Finanzen von Banken, Unternehmen und Privatleuten dieses Staates folgen! Als genau das Griechenland im Mai 2010 drohte, setzten die verzweifelten Maßnahmen ein, die seitdem die Schlagzeilen beherrschen.
Stand: 8. Juli 2012
Die Gläubiger: Wer leiht dem Staat so viel Geld? Wer die Gläubiger des Staates sind, ist nicht bekannt! Das Statistische Bundesamt ermittelt, wie viele Huf- und Hasentiere jährlich geschlachtet werden und wie groß die Heideflächen in Sachsen-Anhalt sind. Aber wer dem Staat 2.000 Mrd. € geliehen hat - das wird nicht gefragt!
Nur von der Bundesbank gibt es eine Statistik, in der die Gläubiger in gerade mal fünf grobe Kategorien eingeteilt werden (Quellen 4-8).
Das hat wohl seinen Grund. Jahr für Jahr müssen Kredite in Höhe von über 370 Mrd. € (!) nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit zurückgezahlt werden. Das kann der Staat nicht, also muss er neue Gläubiger finden ("Umschuldung"). Die darf man nicht durch Neugier reizen. Es wird viel illegal erworbenes Vermögen dabei sein. Und andere Staaten fragen auch nicht.
So bleiben wichtige Fragen offen, die mit einer genauen Aufschlüsselung der Gläubiger zu beantworten wären:
Wie sind die Einkommensverhältnisse der Gläubiger? Das könnte die Frage beantworten, ob Staatsverschuldung "Umverteilung von unten nach oben" ist, ob also die Arbeitnehmer mit ihrer Lohnsteuer und die Verbraucher mit ihrer Umsatzsteuer Zinsen an die Wohlhabenden zahlen.
Wer verbirgt sich hinter der Gruppe der ausländischen Gläubiger? Da werden viele Deutsche darunter sein, die über ausländische Banken deutsche Staatsverschuldungspapiere kaufen. Die Frage ist interessant für die Kosten der Staatsverschuldung: Inländische Gläubiger zahlen hier Steuern auf ihre Zinsen, ausländische Gläubiger nicht.
Aus Veröffentlichungen der Gläubiger, z.B. aus Unternehmensbilanzen, ist aber ungefähr bekannt, woher das Geld kommt. Insbesondere Investfonds wie BlackRock, die Banken finanzieren die Staatsverschuldung. Daneben sind es Lebensversicherungen, die die Beiträge der Versicherungsnehmer in Staatsanleihen anlegen. Aber auch Privatleute und Firmen erwerben Bundesschatzbriefe, kommunale Schuldverschreibungen und andere Wertpapiere, die der Staat ausgibt.
Diese Papiere werden auf dem Rentenmarkt gehandelt, dort verkaufen Gläubiger ihre Forderungen an andere Gläubiger, und dort nimmt der Staat neue Kredite auf. Wegen der Tag für Tag notwendigen Umschuldung ist dieser Markt für den Staat von extremer Bedeutung. Denn hier wird der Zins festgelegt, zu dem der Staat neue Gläubiger findet.
Wenn die Gläubiger das Vertrauen verlieren, dass alles pünktlich zurückgezahlt wird, werden sie neue Anleihen nicht zeichnen: Dem Staat ginge binnen Wochen das Geld aus; die Gehälter im öffentlichen Dienst, die Renten, die Sozialhilfe, alles könnte nicht mehr vollständig und pünktlich bezahlt werden.
Es wäre schon folgenschwer, wenn nur ein Teil der Gläubiger das Vertrauen verliert. Die übrigen Gläubiger ("Investoren") würden Anleihen nur zu einem höheren Zinssatz zeichnen. Bei der ungeheuren Höhe der Staatsschulden ginge es schnell um Milliarden-Beträge, die der Staat jährlich mehr an Zinsen zahlen müsste!
Stand: Juli 2012
Hauptziel Hauptziel der Freiwirtschaft ist eine stabile, sozial gerechte Marktwirtschaft. In einem freiwirtschaftlich organisierten Wirtschaftssystem sollen Produktion und Konsum über den Markt vermittelt werden (Marktwirtschaft). Private oder öffentliche Unternehmen tragen das geschäftliche Risiko und erwirtschaften mit dem Kapitaleinsatz eine gewinnabhängige Rendite. Das Geldvermögen ist mit einem Negativzins belegt, wodurch es als „umlaufgesichert“ gilt. Damit soll die Umlaufgeschwindigkeit des Freigelds erhöht werden, wodurch genügend Mittel für Investitionen bereitstünden. Mit dem Freigeld würde sogar ein Absinken des allgemeinen Marktzinsniveaus auf 0% (oder gar darunter) erlaubt. Gleichzeitig sollen mittels der Freilandreform die gegenleistungslosen Einkommen, die durch Landbesitz entstehen und sich systemisch nicht eliminieren lassen, an die Allgemeinheit abgeführt und vergesellschaftet werden. Die Reformforderungen der vor allem in den 1920er Jahren im deutschsprachigen Raum großgewordenen Freiwirtschaftsbewegung werden oft mit „F.F.F.“ zusammengefasst: Freigeld, Freiland, Festwährung. Freigeld (Geldreform) Hauptforderungen der Geldpolitik sind: Einführung einer umlaufgesicherten Währung Abschaffung des Goldstandards Silvio Gesell forderte die Abschaffung der bis dahin weltweit verbreiteten Golddeckung, weil nur eine begrenzte Menge Gold für den Geldkreislauf zur Verfügung steht, während eine Wirtschaft beinahe unbegrenzt wachsen kann. Goldmangel könnte deflationäre Zustände verursachen, Goldüberschuss könnte destabilisierende Inflation zur Folge haben. In der freiwirtschaftlichen Theorie ist das grundsätzliche Problem des Geldes das der fehlenden Lagerkosten. Zwei Ansätze gibt es, um dies zu verdeutlichen: Der Gesellsche Ansatz basiert auf der Analyse von Pierre-Joseph Proudhon, welche besagt, dass der Geldbesitzer gegenüber dem Besitzer bzw. Anbieter von Waren, Produkten, Dienstleistungen sowie Arbeitskraft einen entscheidenden Vorteil besitzen würde: Durch das Lagern von Waren, Produkten und Dienstleistungen entstünden laufende Kosten, bei Geld aber nicht. Dadurch würde der Geldbesitzer (die Nachfrage) einen systemischen Vorteil gegenüber dem Angebot erhalten, was dazu führen würde, dass Geld teurer verkauft würde als Waren. Diesen zusätzliche Wert definiert er als den „Urzins“ (geschätzte Höhe: 3–5%). Investitionen würden seiner Meinung nach nicht getätigt, läge der allgemeine Marktzins unter drei Prozent. Stattdessen würde es als liquides Mittel gehalten und gemäß Gesell zu Spekulationszwecken verwendet. Aus Perspektive der Anleger entstünde der Anlagenotstand, aus Perspektive der Unternehmer entstünde der Eindruck der Kapitalknappheit. Deflation und Spekulationsblasen wären erfahrungsgemäß die Folgen solcher Situationen. Als Gegenmittel dazu bietet Gesell die Umlaufsicherung an, welche sicherstellen soll, dass weiterhin das mit negativem Zins belegte Geld investiert würde. Die Umlaufsicherung soll sich deshalb wie eine Steuer auf Liquidität auswirken, um die Umlaufgeschwindigkeit zu steuern. Dadurch soll – nach freiwirtschaftlicher Annahme – Vollbeschäftigung, vergleichbar mit einer permanenten Hochkonjunktur eintreten, wodurch die Löhne stiegen, während gleichzeitig die Preise real fallen würden. Ein derartiges "Freigeld" erfüllt nicht die Geldfunktion "Wertaufbewahrungsfunktion". Freiland Ein weiterer Kritikpunkt der Freiwirtschaft an der bestehenden Verteilung der Produktionsgüter und Mittel ist das private Eigentum am Boden. Es verschafft seinen Eigentümern generell eine Bodenrente, die ihnen als leistungsloses Einkommen zufließt, sowohl bei Selbstnutzung der Grundstücke wie auch beim Verpachten und Vermieten. Nach freiwirtschaftlicher Auffassung soll die Bodenrente nicht in private Verfügung gelangen, sondern der Allgemeinheit zukommen, weil Boden ein Produkt der Natur und kein vom Menschen geschaffenes Gut ist, und der Wert, und damit die Bodenrente, nur durch die Allgemeinheit entsteht. Durch eine Bodenreform will die Freiwirtschaft öffentliches Eigentum am Boden mit dessen privater Nutzung verbinden. Dazu fordert sie, allen Boden gegen volle Entschädigung seiner bisherigen Eigentümer in öffentliches Eigentum zu überführen, zum Beispiel in Eigentum der Gemeinden. Die bisherigen Eigentümer behalten dabei das Nutzungsrecht an ihren Grundstücken gegen Entrichtung einer regelmäßig wiederkehrenden Nutzungsabgabe an die öffentliche Hand. Boden in bis dahin öffentlichem Eigentum, der nicht ausdrücklich für öffentliche Zwecke gebraucht wird, soll an die Meistbietenden zur Nutzung vergeben werden. Im Unterschied zum Boden dürfen und sollen darauf befindliche oder künftig zu errichtende Einrichtungen wie Gebäude oder gewerbliche Anlagen weiterhin Privateigentum sein und können privat genutzt werden, weil sie aus menschlicher Arbeit hervorgegangen sind. Die Rechte zum Vermieten oder Verpachten solcher Einrichtungen bleiben nach freiwirtschaftlicher Vorstellung gewährleistet, nicht jedoch das private Verpachten der Bodennutzung. Wer Boden benötigt und nutzen möchte – sowohl Privatpersonen wie juristische Personen, sowohl bisherige Eigentümer wie neue Nutzer –, soll der zuständigen Bodenverwaltungsbehörde für die Nutzung des Bodens regelmäßig wiederkehrend eine Nutzungsabgabe entrichten, welche in ihrer Höhe ungefähr der Bodenrente entspricht. Die Höhe der Abgabe sollte je nach Begehrtheit des betreffenden Grundstücks bemessen sein und kann zum Beispiel in einer Versteigerung von Nutzungsrechten als Höchstgebot ermittelt werden. Damit wäre die Höhe der Nutzungsabgabe entsprechend marktwirtschaftlichen Prinzipien durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Diese Bodenreform bedingt die Schaffung einer rechtlichen Trennung zwischen Boden und darauf befindlichen Einrichtungen, wogegen das bestehende Recht nicht zwischen Boden und Bauten unterscheidet, sondern beides zusammen als Grundstück bezeichnet und rechtlich als Ganzes behandelt. Mit der neuen Ordnung wären Handel und Spekulation mit Boden nicht mehr möglich, nach wie vor jedoch Kauf und Verkauf der privaten Einrichtungen. Beim Verkauf eines Bauwerks müsste der Käufer vom Verkäufer auch den Bodennutzungsvertrag mit der betreffenden Behörde übernehmen. Mit der Bodennutzungsabgabe wird die Bodenrente der Allgemeinheit zufließen. Gesell selbst plante, das durch die Vergesellschaftung der Bodenrente gewonnene Geld als Mutterrente, eine Art hohes Kindergeld, an die Mütter zu verteilen, um diese wirtschaftlich unabhängig von Männern zu machen. Eine Bodenreform nach freiwirtschaftlichem Modell wäre notwendig, um zu verhindern, dass Großgeldbesitzer, deren leistungslose Einkommen aus Zinsen nach der Einführung von Freigeld beschnitten sein würden, auf den Aufkauf von Grundstücken ausweichen. Dadurch würden die Grundstückspreise in unermessliche Höhen klettern und damit auch die Bodenrente in privater Hand, sehr zum Nachteil aller Übrigen, weil jeder Mensch zum Leben und Arbeiten auf Boden angewiesen ist. Gesell bezieht sich dabei auf die Landreform-Theorie von Henry George. Diese sieht für Land eine Eigentumssteuer in einer Höhe vor, die die Grundrente angemessen neutralisiert. Gesell hält dabei aber Freiland für die systemisch überlegene Lösung. Freihandel Ein weiterer Aspekt, der zur Freiwirtschaft gehört, ist der Freihandel. Damit ist die Abschaffung nationaler Wirtschaftsgrenzen gemeint. Da Freihandel von praktisch allen Ökonomen gefordert und befürwortet wird, ist Freihandel der einzige Freiwirtschaftliche Aspekt, der sich soweit global durchzusetzen scheint. Organisationen wie die WTO üben international großen Druck auf Staaten aus, Zoll- und Importbarrieren zu reduzieren und Exportsubventionen abzuschaffen, in der mit der ursprünglichen Freiwirtschaftsbewegung übereinstimmenden Überzeugung, dass intensive Handelsbeziehungen und -Verflechtungen einen langfristigen Frieden zwischen den Ländern der Welt sicherstellen.
Inflation
Die Geldmengen M1 bis M3 Laut der Quantitätsgleichung erhöht eine Umlaufsicherung die Umlaufgeschwindigkeit . Dies hat prinzipiell denselben Effekt wie die Erhöhung der Geldmenge . Das Preisniveau würde sich proportional zur Umlaufgeschwindigkeit erhöhen, was sich in der Wirkung als vorübergehende, aber dramatische Inflation vorhersehen lässt. Nicht berücksichtigt wird allerdings, dass man eine Währung nur teilweise auf Freigeld umstellen kann und dass das Handelsvolumen durch die erhöhte Güternachfrage in der Freiwirtschaft auch steigt. Auch kann eine einfache Erhöhung der Geldmenge zu einer gleichzeitigen Senkung der Umlaufgeschwindigkeit führen, wenn Geld von der Geldbasis und , welches eine hohe Umlaufgeschwindigkeit aufweist, zurückgehalten oder angespart und dadurch zur Geldmenge oder gar wird, welche geringere Umlaufgeschwindigkeiten aufweisen. Diese Verlagerung auf Geldmengen mit geringerer (bzw. keiner) Umlaufgeschwindigkeit entsteht, wenn Menschen auf Preissenkungen hoffen und dadurch Geld zurückhalten oder wenn einzelne Menschen ein sehr hohes Einkommen haben, welches sie nicht unmittelbar verwenden können, ansparen und somit aus dem Geldkreislauf wieder herausnehmen, was dazu führt, dass sich das Geldvermögen dieser Menschen erhöht ohne einen Beitrag zum Handelsvolumen zu leisten. Diesen Effekten wird beim Freigeld durch die Umlaufsicherung entgegengewirkt, denn hier entsteht die Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit durch die Verlagerung der lang- bis mittelfristig angelegten Geldmengen und auf die rasch zirkulierenden Geldmengen und
Die Geldmenge ist eine wichtige ökonomische Größe, weil sie im Zusammenhang mit der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen steht und Hinweise auf die zukünftige Preisentwicklung liefert. Die Geldmengendefinition ist nicht ganz einheitlich; im Folgenden wird beispielhaft die Geldmengendefinition der Europäischen Zentralbank dargestellt. Die Geldmenge M0, auch Geldbasis genannt erfasst das Zentralbankgeld. Um den Umfang des geschöpften Giralgeldes zu messen, beobachtet die Zentralbank die Geldmengen M1-M3, die den Geldbestand von Nichtbanken erfassen. Die Geldmengen M1-M3 werden nach dem Grad der Verfügbarkeit des Geldes für die Bankkunden unterteilt.[6] Die Geldmenge M1 umfasst das Bargeld und die Sichteinlagen, also die innerhalb von einem Tag abrufbaren Bankguthaben (Girokonto, Tagesgeldkonto).[7] Die Geldmenge M2 umfasst M1 und Spareinlagen mit einer Kündigungsfrist von bis zu drei Monaten und Termineinlagen mit einer Laufzeit von bis zu zwei Jahren.[8] Die Geldmenge M3 beinhaltet M2 und zusätzlich Repogeschäfte, Geldmarktfondsanteile und Geldmarktpapiere sowie Bankschuldverschreibungen mit einer Ursprungslaufzeit von bis zu zwei Jahren.[8]
Sichteinlage ist im Kreditwesen die Bezeichnung für Bankguthaben, bei denen keine Laufzeit oder Kündigungsfrist vereinbart ist oder deren Laufzeit oder Kündigungsfrist weniger als einen Monat beträgt. Regelfall sind die täglich fälligen Sichteinlagen. Der Begriff stammt von Einlagen, über die der Gläubiger auf Sicht – also jederzeit – durch Barabhebung oder im unbaren Zahlungsverkehr verfügen kann, ohne seine Absicht dem kontoführenden Kreditinstitut vorher anzeigen zu müssen. Eine Rückkaufvereinbarung oder Repo (engl. Kurzform für Sale and Repurchase Agreement) ist ein kurzfristiges Finanzierungsinstrument, mit einer Laufzeit von im Allgemeinen nicht mehr als einem Jahr, häufig sogar nur wenigen Tagen oder einer Nacht (sog. Overnight-Repo). Ein Repo stellt aus Sicht des Wertpapierverkäufers (Seller) eine Finanztransaktion dar, die einen gleichzeitigen Verkauf und Rückkauf eines Gutes (in der Regel Wertpapiere) kombiniert. Dabei handelt es sich um echte Pensionsgeschäfte, bei denen während der Laufzeit das Eigentumsrecht des Verkäufers am Gut auf den Käufer übergeht Struktur Bei einer Rückkaufvereinbarung verpflichtet sich der Pensionsgeber (auch Kreditnehmer, cash taker oder cash borrower, Verkäufer nimmt Repo-Position ein), dem Pensionsnehmer (auch Kreditgeber oder cash lender, Käufer nimmt Reverse-Repo-Position ein) Vermögensgegenstände – in der Regel festverzinsliche Wertpapiere – gegen Erhalt einer vereinbarten Geldsumme zu überlassen und bei Laufzeitende, gegen (Rück-)Zahlung der vereinbarten Summe plus Zinsen, wieder zurückzunehmen. Da sich der Pensionsnehmer verpflichtet, identische Wertpapiere am Laufzeitende zu liefern, handelt es sich hierbei um ein echtes Wertpapierpensionsgeschäft. Rückkaufvereinbarungen sind Bestandteil des Geldmarkts und dienen institutionellen Anlegern, vorrangig Banken, zur Beschaffung von Liquidität im Interbankenhandel sowie bei Zentralbanken im Rahmen von Offenmarktgeschäften. Daneben werden kurzfristige Rückkaufvereinbarungen von Instituten, in deren Sitzstaaten es eine risikounabhängige Eigenkapitalkennziffer (sog. leverage ratio) gibt, vielfach dazu genutzt, zum Meldezeitpunkt die Bilanzsumme abzusenken, um so die Eigenkapitalanforderungen ebenfalls zu senken[1] (Window Dressing).
Die Offenmarktpolitik ist das wichtigste Instrument der Geldpolitik, mit dem die Zentralbank die Giralgeldschöpfung (durch die Geschäftsbanken) beeinflusst. Die Zentralbank bietet den Geschäftsbanken bestimmte festverzinsliche Wertpapiere zum Kauf an oder kauft selbst Wertpapiere von den Geschäftsbanken (Offenmarktgeschäfte). Kaufen die Geschäftsbanken Wertpapiere von der Zentralbank, reduziert dies ihre Kontoguthaben bei der jeweiligen Zentralbank. Verkauft eine Geschäftsbank Wertpapiere an die Zentralbank, erhält sie im Gegenzug (Aktivtausch) Zentralbankgeld (bare, unbare Reserven), welche sie für die Erfüllung der Mindestreserven zu Kreditschöpfung verwenden kann.[1] Die Offenmarktgeschäfte können insbesondere nach Wahl der Offenmarktinstrumente (z.B. befristete Transaktionen, Devisenswaps, endgültige Käufe), der Laufzeit der Instrumente, dem Durchverführungsverfahren, dem Durchführungsrhythmus (regel- oder unregelmäßig) und dem Zuteilungsverfahren unterschieden werden. Bei den Offenmarktgeschäften dominieren die so genannten befristeten Transaktionen, das sind solche Kreditgeschäfte bei denen die Zentralbank notenbankfähige Sicherheiten im Rahmen von kurzfristigen Rückkaufvereinbarungen unter variablen Zinssätzen kauft. Diese Hauptrefinanzierungsgeschäfte (Haupttender) erfolgen in Form von Pensionsgeschäften oder Pfandkrediten. Bei Pensionsgeschäfte werden die Sicherheiten (i.d.R. Wertpapiere) von den Geschäftsbanken an die Zentralbank entsprechend der Laufzeit bis zur Rückkaufvereinbarung übertragen (auch in „Pension“ gegeben). Die Geschäftsbank erhält im Gegenzug liquide Mittel in Form von Zentralbankgeld (Sekundärliquidität). Bei Pfandkrediten bleiben die Sicherheiten im Eigentum der Banken. Weitere Offenmarktgeschäfte sind längerfristige Refinanzierungsgeschäfte (Basistender), Feinsteuerungsoperationen und sonstige strukturelle Operationen. Die Methoden zur Erstplazierung von Wertpapieren durch Ausschreibungen werden in Mengen- und Zinstender ("Tender" = Ausschreibung) unterschieden (Zuteilungsverfahren). Die (administrativen) Durchführungsverfahren unterscheiden sich in Standard- oder Schnelltenderverfahren und in sonstige bilaterale Geschäfte. Offenmarktgeschäfte der EZB Offenmarktgeschäfte sind die wichtigsten Instrumente der EZB und bilden den Mittelpunkt der Geldpolitik des ESZB. Sie dienen zur Steuerung der Zinsen, der Liquiditätslage und zum Aufzeigen des geldpolitischen Kurses. Durch die Offenmarktgeschäfte erhalten die Geschäftsbanken den Großteil ihres Geldes gegen die Verpfändung von Sicherheiten (z. B. Wertpapiere). Die Initiative zu Offenmarktgeschäften geht von der EZB aus. Haupttender → Hauptartikel: Haupttender Der Haupttender ist das Hauptrefinanzierungsgeschäft der Kreditinstitute, welches jede Woche mit i. d. R. einer Woche Laufzeit (bis Anfang 2004 zwei Wochen Laufzeit) von der EZB angeboten wird. Der Tender wird von den nationalen Zentralbanken durchgeführt. Er hat eine gewisse Signalwirkung für Banken. Mit der Begründung eines hohen Finanzierungsbedarfs der Banken zum Jahresende 2007 hat die EZB vorerst einmalig mit 19. Dezember 2007 die Laufzeit wieder auf zwei Wochen erhöht. Der Grund dafür waren die bis auf 4,8 % gestiegenen Zinsen für EZB-Geld einerseits und die Tatsache, dass sich Banken untereinander aufgrund der Bankenkrise kaum noch Geld geliehen haben. Diese Verlängerung führte zu einer Zinssenkung am Geldmarkt bereits im Vorfeld.[2] Durchführungsverfahren Standardtender Der Standardtender ist ein im Eurosystem eingesetztes Tenderverfahren, das im Gegensatz zum Schnelltender innerhalb von 24 Stunden durchgeführt wird. Der Standardtender kann sowohl als Mengentender als auch als Zinstender durchgeführt werden. Er wird üblicherweise bei Hauptrefinanzierungsgeschäften (Haupttender) und längerfristigen Refinanzierungsgeschäften (Basistender) verwendet. Schnelltender Um Liquiditätsschwankungen schnell ausgleichen zu können, gibt es den Schnelltender, der zu den Feinsteuerungsoperationen der EZB gehört. Dies ist ein Ausschreibungsverfahren für die geldpolitische Feinsteuerung. Die Abwicklung solch eines Geschäftes und die Geldzuteilung erfolgt innerhalb von 1–2 Stunden und wird oftmals mit einer begrenzten Zahl von Kreditinstituten durchgeführt. Bei diesem Tender kann dem Markt Geld entzogen oder zugeführt werden. Er findet nur bei Bedarf statt. Die Vergabe kann auf bestimmte Geschäftspartner begrenzt werden. Zuteilungsverfahren des Zentralbankgeldes Die EZB führte ab dem 1. Januar 1999 bei der Zuteilung zunächst ein Mengentenderverfahren durch, wechselte jedoch aufgrund der Überbietungsproblematik am 27. Juni 2000 zum Zinstenderverfahren. Im Zuge der Finanzkrise wechselte die EZB im Oktober 2008 erneut zum Mengentenderverfahren. Mengentender Beim Mengentender-Verfahren wird der Zinssatz für angebotenes Zentralbankgeld fest vorgegeben. Die Geschäftsbanken machen Gebote in Höhe der gewünschten Geldbeträge, die sie erwerben wollen. Die Zuteilungsquote errechnet sich, indem das insgesamt beabsichtigte Zuteilungsvolumen auf die gesamte Angebotssumme bezogen wird. Das Problem der Mengentender liegt darin, dass die Geschäftsbanken wegen des niedrigen Zinssatzes dazu neigen, höhere Mengengebote abzugeben, als sie eigentlich benötigen (Überbietungsproblematik). Bei der anschließenden Quotelung (Pro-rata-Zuteilung), auch Repartierung genannt, schneiden sie dann besser ab. Zinstender Mit dem Verfahren des Zinstenders kann die Zentralbank ihre Offenmarktgeschäfte durchführen. Die Zentralbank benennt die zu emittierende Geldmenge und legt darüber hinaus einen Mindestbietungssatz fest, das heißt den minimalen Zins, zu dem sie Offenmarktgeschäfte tätigt (als Signal für den geldpolitischen Kurs). Die Geschäftsbanken geben dann ihre Zinsgebote ab. Die Zuteilung des Zentralbankgeldes erfolgt nach dem Ende der Gebote: amerikanischen Verfahren bei dem alle Bieter des Tenderverfahrens zu dem Zinssatz bedient werden, zu dem sie jeweils geboten haben. Der niedrigste Zins, zu welchem noch eine (teilweise) Zuteilung erfolgt, ist der marginale Zinssatz. Die einzelnen Gebote zum marginalen Zinssatz werden hierbei im Verhältnis zum kumulierten Gebot gekürzt – man spricht von Repartierung. Bei diesem Verfahren erhalten die Banken mit den höchsten Zinsangeboten den Zuschlag, d. h. das Geld fließt zu den Banken, die es am nötigsten brauchen (Einführung einer Marktkomponente) holländischen Verfahren bei dem alle zum Zuge kommenden Bieter zum marginalen Zinssatz ("Zinssatz, bei dem die kumulierten Gebote größer sind als der vorgesehene Zuteilungsbetrag"[3]) bedient werden. Wie beim Mengentender wurden von den Banken oft unverhältnismäßig niedrige Zinsgebote abgegeben (sie mussten ja nur den marginalen Zinssatz zahlen). Die EZB verwendete das amerikanische Zinstender-Verfahren. Im Zuge der Finanzkrise ist sie jedoch auf das Mengentender-Verfahren mit vollständiger Zuteilung umgestiegen.[4] Die Abwicklung erfolgt per OMTOS (OffenMarkt Tender Operations-System).[5] Zinseszins Kn = K0 * ((p / 100) + 1)n Kn : Endkapital inkl. Zinsen nach n Jahren K0 : angelegtes Anfangskapital p : Zinssatz in Prozent n : Anzahl der Jahre Wie aus der Zinseszinsformel direkt ersichtlich ist, wird der Zinsfaktor mit der Laufzeit potenziert, um das Endkapital zu berechnen. Der Zinsfaktor ergibt sich, indem der in Prozent vorliegende Zinssatz durch 100 geteilt wird und der Quotient um eins erhöht wird, da das ursprüngliche Kapital erhalten bleibt. Durch die Potenzierung werden Zinserträge der vorangegangenen Jahre mit in die Berechnung einbezogen, so dass es zum Zinseszins kommt. Um die reinen Zinserträge aus Zins und Zinsesins zum Ende der Laufzeit zu berechnen, ist einfach das Anfangskapital vom berechneten Endkapital abzuziehen: Zn = Kn - K0 Zn : Zinsertrag nach n Jahren